Oben sein
Das Magazin des Deutschen Alpenvereins /// 77. Jahrgang /// 3/2025
Höhenweg durchs Karwendel
LEISTUNGSSPORT IM DAV HOCH ÜBERM MAGGIATAL TOUR MIT DER SEKTION DACH DES TRENTINO
Von der Basis an die Spitze Bergurlaub im Tessin
Von Füssen zum Hahntennjoch Klassiker Cima Presanella
D I E B E S T E N O U T D O O R - F I L M E D E S J A H R E S (opens in a new tab)
A B O K T O B E R 2 0 2 5 A U F T O U R (opens in a new tab)
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P R O D U C E D B Y (opens in a new tab)
EDITORIAL
Auf dem Weg zur Spitze?
Leistung ist im Bergsport, oder weiter gefasst im Alpinismus, seit jeher tief veran kert. Manche wollen als Erste den Gipfel erreichen oder die schwierigste Route klettern, andere sich im Wettkampf mit der Konkurrenz messen. Im Deutschen Alpenverein kommt 1984 unter dem Vorsitz von Fritz März die Forderung nach verstärkter Förderung des Spitzensports auf, in den 1990er Jahren finden die ers ten großen Kletterwettkämpfe statt. Heute gibt es Wettkämpfe mit verschiedenen Disziplinen in den Sportarten Klettern und Para Climbing sowie im Skibergsteigen (Skimo), von Stadt über Deutsche Meisterschaften bis hin zu den Olympischen Spielen. Im Thema ab S. 26 erklären wir, was dieses Engagement für den DAV be deutet, wie der Verband Athlet*innen auf dem Weg zur Spitze unterstützt und ge ben weitere spannende Einblicke in die Welt des Leistungssports. Skimo wird 2026 bei den Olympischen Winterspielen in Italien dabei sein, Para Clim bing erstmalig 2028 bei den Paralympischen Spielen in Los Angeles. Nicht ganz un schuldig an letztgenanntem Erfolg ist Sebastian Depke. Der Para Kletterer
ist nämlich nicht nur an der Wand, son dern auch hinter den Kulissen unter wegs, zum Beispiel als Vorsitzender
des Para Climbing Komitees des Inter
Im Porträt (S. 60) berichtet er von dernationalen Klettersportverbands IFSC.
Climbing für die Spiele – davon erfährterfolgreichen Bewerbung des Para
er bei einem Stopp in Turin, als er ge rade mit seinem Solar bike zum Welt cup nach Innsbruck unterwegs ist –, und lässt uns außerdem an seinem zweiten Herzensprojekt teilhaben. Ausdrücklich keinen Gipfel erklimmen wollen die Teilnehmenden der PrimaKlima-Tour des DAV Kaufbeuren-Gablonz. Unter dem Motto „Einfachheit statt Fülle“ geht es ab S. 64 auf ruhigen Wegen von Füssen zum Hahntennjoch – mit öffentlicher Anreise und Übernachtung auf Selbstversorgerhütten. Oft ist Einfachheit auch der Schlüssel zu entspannten Touren mit dem Nachwuchs. Tipps, wie man die Kids für die Bergtour motiviert, gibt’s auf S. 58. Außerdem sind wir in ursprünglichen und wilden Ecken der Alpen unterwegs, zum Beispiel ab S. 10 im Karwendel oder ab S. 78 im Bergsteigerdorf Valle Onsernone im Maggiatal, und wir verbinden die beiden Normalwege auf die Cima Presanella
(S. 8) zu einem ganz besonderen Hochtourenerlebnis. Eine inspirierende Lektüre und einen erlebnisreichen Restsommer am Berg wünscht
Julia Behl Redaktion DAV Panorama + alpenverein.de
3/2025 DAV PANORAMA 3
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Explorer Hotels Entwicklungs GmbH, An der Breitach 7, 87538 Fischen (opens in a new tab), GF: K. Leveringhaus (opens in a new tab)
Inhalt
Editorial
Augenblicke
Klassiker
Presanella-Überschreitung – Über das Dach des Trentino
Berg & Tal
Thema
Leistungssport im DAV
Auf einen Blick
DAV-Wettkampfdisziplinen
Reportage
Alpenüberquerung mit Krebs
Bremsassistenten – Wie vielSicherheitsforschung
hilft das Gerät?
Fitness & Gesundheit Herzgesund in die Berge
Knotenpunkt Bankrott in die Berge?
Posteingang
Wie funktioniert das? Kinderkraxen – Tragen und getragen werden
So geht das!
Bergwandern mit Kindern
Promotion Reisenews Produktnews Outdoorworld
Alpenverein aktuell
Vorschau und Impressum
Titelbild:
Das Magazin des Deutschen Alpenvereins /// 77. Jahrgang /// 3/2025
Wolfgang Ehn.
Schroffe Felsland- Oben seinHöhenweg durchs Karwendel
schaften und spektakuläre Ausblicke begeistern auf dem Karwendel Höhenweg.
LEISTUNGSSPORT IM DAV HOCH ÜBERM MAGGIATAL TOUR MIT DER SEKTION DACH DES TRENTINO
Verein(t) nach oben
Bergurlaub im Tessin
Von Füssen zum Hahntennjoch Klassiker Cima Presanella
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10 Karwendel – Ein Highlight des sechstägigen Höhenwegs ist die Etappe auf dem Goetheweg.
60 Sebastian Depke – Leben,
64 Sektionstour – Auf
Erfolge und Herzensprojekte des
PrimaKlima-Tour mit dem DAV
Para Kletterers.
Kaufbeuren-Gablonz von Füssen zum Hahntennjoch.
alpenverein.de
Rail & Climb – Eine Kletterreise mit Zug & Bus zu vier schönen Sportklettergebieten in Bosnien-Herzegowina und Kroatien (opens in a new tab). alpenverein.de/253-1 (opens in a new tab)
Freie Nacht fürs Klima – Der große Test: Öffentlich anreisen und kostenlos auf der Hütte übernachten (opens in a new tab). youtube.com/alpenverein (opens in a new tab)
78 Bergurlaub:
Durchs wilde Tessin –
Alle Tipps für den Einstieg in eine (opens in a new tab)
Unterwegs auf der Via Alta neue Bergsportart (opens in a new tab). Vallemaggia und im Berg-
alpenverein.de/first-steps-bergsport (opens in a new tab)
steigerdorf Valle Onsernone.
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6 DAV PANORAMA 3/2025
AUGENBLICKE
Abgestürzt, umgeknickt, blockiert: Wer am Berg in eine Notlage gerät, kann sich auf die bundesweit rund 12.000 (opens in a new tab)
ehrenamtlichen Rettungskräfte der Bergwacht verlassen (opens in a new tab), die in den Alpen und in den Mittelgebirgen rund um die Uhr in unwegsamem Gelände im Einsatz sind (opens in a new tab).
Einen spektakulären Einblick in die vielseitige Arbeit der Bergwachten Grainau und Ramsau gibt die BR-Dokuserie „In höchster Not“ (ARD-Mediathek). Die Produktion mit an den Jacken und Helmen der Einsatzkräfte angebrachten Bodycams ermöglichte es (opens in a new tab), ganz nah am Geschehen zu sein, ohne dass die eigentlichen Rettungsaktionen gestört wurden. Und führt eindrücklich vor Augen, welchen essenziellen Stellenwert diese ehrenamtlich geleistete Notfallversorgung am Berg hat. Eine zweite Staffel (opens in a new tab)
für 2026 ist bereits geplant (opens in a new tab).
Bergwacht unterstützen (opens in a new tab): bergwacht-bayern.de/in-hoechster-not (opens in a new tab)
Zentrale Infos
Cima Presanella, 3558 m, Normalweg über Vedretta Presanella: WS, Eis bis 35°, ab Rifugio Denza 1300 Hm,
Cima Presanella
Klassiker: Presanella-Überschreitung
4 ½ Std. Zustieg zum Rifugio Denza ca. 4 Std.
Über das Dach des Trentino
Abstieg über Bocchetta di Monte Nero: II, Klettersteig B, Eis bis 30°, zum Rifugio Segantini 3 ½ Std. Rückweg ins Val di Sole: T3, 6 Std. Gesamtzeit: 3 Tage, 18 Std. Ausrichtung: Alle Expositionen
Datencheck
Talort: Vermiglio, 1225 m Start- und Endpunkt: Vermiglio, 1225 m Hütten: Rifugio Denza, 2298 m; Rifugio Segantini, 2373 m Führer: Schmitt/Pusch: „Hochtourenführer Ostalpen“ Bergverlag Rother 2025 Karte: Tabacco Karte N°10 „Dolomiti Brenta, Adamello Presanella“ 1:25.000 Beste Zeit: Ende Juni bis Mitte September.
Besondere Ausrüstung: Komplette Hochtouren-Ausrüstung mit Pickel, Helm, Gurt, Seil und Steigeisen. Frequentierung: Gering bis
mittel.
Erstbegehung: Am 25. August 1864 durch Douglas William Freshfield mit zwei weiteren Briten und zwei Führern.
Film zur Tour (opens in a new tab):
8 DAV PANORAMA 3/2025
Die hoch über dem Val di Sole aufragende Cima Presanella schlägt den Monte Adamello um knapp zwanzig Meter und ist somit in Sachen Meereshöhe der Kulminationspunkt der beeindruckenden Adamello-Presanella-Gruppe. Und nicht nur das. Ganz oben glänzt auch noch das höchste Gipfelkreuz des Trentino in der Südalpen-Sonne. Während die anspruchsvollen Nordwandrouten aufgrund des Anstiegs der Permafrostgrenze immer problematischer werden, sind die zwei Normalwege weiterhin gut machbar. Ein ganz besonderes Hochtourenerlebnis ist es, die beiden Normalwege zu verbinden. Denn die Kombination des Nordwest-Anstiegs über den Vedretta Presanella und die Sella Freshfield mit dem spannenden Süd-Abstieg über die Bocchetta
di Monte Nero kann man durchaus als „Königsweg“ über die Cima Presanella bezeichnen. Allerdings muss oder besser darf man für diese Variante zwei Hüttenübernachtungen einplanen, was bei der weiten Anreise ohnehin sinnvoll ist. Los geht es mit einem gemütlichen Talspaziergang im Val di Sole, dem ein landschaftlich sehr schöner Hüttenzustieg zum Rifugio Denza folgt. Oben angekom-
men kann man sich – mit etwas Glück – auf ein musikalisches Schmankerl freuen. Nicht selten packt der sympathische Hüttenwirt Mirco nach dem Nachtisch Zieh-, Mundharmonika oder Gitarre aus. Der landschaftlich sensationelle Gipfeltag beginnt mit einem hübschen Bergsee, gefolgt von beeindruckenden Urgestein-Platten und dem herrlichen Gletscheranstieg zur Sella Freshfield. Hier hat man den zur Cima Presanella führenden Firnkamm bereits vor sich. Am Gipfel sollte man nicht allzu lange Wurzeln schlagen: Spätestens wenn die für die Südalpen typische Quellwolkenbildung so richtig in Gang kommt, steigt man über Firnfelder und Blockgelände zur Bocchetta di Monte Nero hinab. Dort richtete Egidio Bonapace 2012 einen neuen Klet-
tersteig ein, nachdem der alte, eine Scharte weiter oben gelegene Übergang immer steinschlaggefährdeter wurde. Am letzten Tag geht es auf einer genauso schönen wie einsamen und ausgedehnten Überschreitung über den Passo Scarpaco ins Val die Sole zurück, wo man in der netten Bar von Vermiglio auf die tolle Hochtour anstoßen kann.
Michael Pröttel
KLASSIKER
Presanella Überschreitung – Stück für Stück
1 Vermiglio – Rifugio Denza, 4 Std. 1100 Hm ↗, 60 Hm ↘
Von der Hauptstraße folgt man der „Via di Dossi“ ins Tal. Unten angekommen, geht es dem Torrente Vermiglio entlang nach Westen. Dann überquert man zweimal auf Brücken den Fluss und wandert nach Westen weiter, bis man die Häuser von Stavèl sieht. Man geht rechts zur Teerstraße hoch zum Hüttenparkplatz. Der deutliche und gut beschilderte Hüttenzustieg folgt zuerst einem Bach, wird dann steiler und stößt nach einer Querung und einer Linkskurve auf einen weiteren Hüttenzustieg, dem man nach links folgt. Nun sehr schön ein Stück über einen mit großen Steinen gepflasterten Weg bergan. Das Gelände wird lichter, der Weg wendet sich nach Süden und man sieht die Hütte, die man über einen letzten steileren Anstieg erreicht.
2 Rifugio Denza – Sella Freshfield, 3 Std. 1100 Hm ↗
Von der Hütte folgt man zunächst dem deutlichen Pfad, der nach Westen zum kleinen Laghetto Presanella hinaufführt. Hier gleich rechts (nicht den Spuren geradeaus am Ufer folgen) und kurz steiler empor. Dann an Gabelung links und immer auf dem markierten Steig (Wegweiser Passo Cercen, Weg Nr. 235) nach Südwesten bergan. Das Gelände wird felsiger und führt in einen Kessel, wo man die Gletscherreste des Vedretta Presanella bereits vor sich sieht. Weiter im gletscherfreien Gelände geht es den Markierungen folgend nach Süden bergan. Noch vor dem Passo Cercen wendet man sich nach links, um den recht spaltenarmen Gletscher zu betreten. Über einen ca. 35° geneigten Gletscherhang erreicht man nach Osten ansteigend die Sella Freshfield (3375 m), wo der Gipfel zum ersten Mal zu sehen ist. 3 Sella Freshfield – Cima Presanella, 1½ Std.
230 Hm ↗, 30 Hm ↘
Auf der anderen Seite geht es ein Stück steil in Geröllgelände bergab (Achtung: Steinschlaggefahr), dann quert man den Kessel südlich der Cima Vermiglio nach Osten, um leicht ansteigend den zunächst breiten Westrücken der Cima Presanella zu erreichen. Dieser Rücken wird zu einem schmaleren, sehr schönen Firngrat, bevor es zuletzt wieder steiler im Blockgelände (UIAA II) zum Gipfel geht. 4 Cima Presanella – Bocchetta di Monte Nero 1 ¼ Std., 20 Hm ↗, 450 Hm ↘ Vom Gipfel steigt man ein Firnfeld nach Südosten bergab und folgt dem Rücken zur rechts unterhalb
gelegenen Biwakhütte. Nun geht es ein Stück lang seilversichert erst bergab, dann quert der Weg leicht ausgesetzt ein Felsband und führt wieder steiler hinauf auf einen Geländeabsatz. Hier wendet man sich nach links und folgt im Geröll den Spuren in den Bergkessel südlich des gegenüberliegenden Monte Nero. Immer gut auf die Markierungen achtend, geht es ein Stück steiler bergab. Dann wendet sich der Steig nach Osten und führt zum Klettersteig über die Bocchetta di Monte Nero. Dieser wurde 2012 neu angelegt und überquert den Felskamm etwas südlich der Bocchetta.
5 Bocchetta di Monte Nero – Rifugio Segantini 2 ¼ Std., 750 Hm ↘
Auf der anderen Seite geht es noch ein Stück mit Stahlseil-Hilfe weiter bergab. Dann quert man ein Firnfeld und folgt nun deutlich flacher den Markierungen im Geröll und Fels nach Osten. Zuletzt führt der Weg über eine markante Moräne zu einem wunderschönen Wildbach hinab, wo man sich etwas rechts hält und über Gletscherschliff-Platten das herrlich gelegene Rifugio Segantini erreicht.
6 Rifugio Segantini – Passo Scarpaco – Ossana 6 Std., 600 Hm ↗, 1950 Hm ↘ Vom Rifugio ein Stück zurück (Beschilderung Bocchetta dell’Uomo) und über eine Brücke. Es geht steiler bergauf. Dann wendet sich der Weg nach rechts und folgt einem Tälchen nach Nordosten. Eine Querung führt mit tollen Brenta-Blicken zur Bocchetta dell’Uomo. Hier links und zum linken See der drei Laghi di Cornisello hinab. Auf breitem Weg zum Nordufer, wo links der Weg zum Passo Scarpaco abzweigt. Zunächst als Wiesenpfad, dann im Geröll führt der Steig nach Norden zum Passo Scarpacò (2617 m). Auf der anderen Seite geht es weglos bergab. Dann wird der Steig deutlicher und führt zum Lago Venezia. Weiter westlich des Westufers nach Norden, wobei Bäche übersprungen werden. Dann folgt man dem Tal nach Nordosten. Über eine Waldstufe zur Baita di Bon und weiter zu einer Wiese mit erneuter Bachquerung. Man folgt weiter dem Tal und erreicht eine Brücke, hinter der
2298
es über die Wiesen des Val Piana zum gleichnamigen Rifugio geht. Dahinter folgt man ein Stück der Straße und kann rechts in den beschilderten Fußweg nach Ossana abzweigen. Von dort mit Bus oder Autostopp nach Vermiglio.
Der Mensch zum Berg
Der englische Erstbesteiger Douglas William Freshfield (1845-1934) errichtete am
25. August 1864 zusammen mit vier weiteren Gefährten am Gipfel einen Steinmann. Sehr zur Enttäuschung nachfolgender vermeintlicher Erstbesteiger. So schrieb Freshfield in seinen Erinnerungen über Julius Payer: „Die erstaunten Bergsteiger wurden begrüßt. Nicht von einem jungfräulichen Gipfel, sondern durch einen hübschen Steinmann!“ Freshfield war von 1872 bis 1880 Herausgeber des „Alpine Journal“ und Mitglied der Royal Geographical Society.
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Dauer: 6 Tage
Max. pro Tag:
1550 Hm ↗, 1400 Hm ↘, 9 Std.
Höchster Punkt:
Großer Bettelwurf (2726 m)
Ausrüstung:
Bergwanderausrüstung, Grödel und Klettersteigset (optional)
Schwierigkeit:
Anspruchsvoll, gute Kondition, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit erforderlich
Beste Zeit:
Mitte Juni - September
Karwendel Höhenweg
Weite Kare, steile Wände
Das beeindruckende Karwendelgebirge lässt sich auf einem sechstägigen Höhenweg von allen Seiten kennenlernen. Unterwegs begeistern die schroffe Felslandschaft, die Artenvielfalt im Naturpark und die gepflegte Hüttenkultur.
Wenn das nicht reicht, kann man auf Abstechern noch den ein oder anderen Gipfel mitnehmen.
Text und Fotos: Wolfgang Ehn
angsam wird das Wasser knapp. Dabei che Aufstieg zum Stempeljoch entspannt. Zwiist es erst Vormittag. Ich schwitze und schen den langen Schatten der umliegenden
L
sehne mir etwas Abkühlung herbei. Felsgipfel entdeckten wir einige Gämsen – mit
Wie heiß es im September auf zweitausend Me- etwas Glück kann man hier auch Steinböcke, tern werden kann, hatte ich bei der Planung un- Adler, Schneehasen oder Schneehühner sehen. terschätzt. Frühmorgens beim Aufbruch an der Die felsigen und gerölligen Flanken des „Wilde-Pfeishütte war es noch angenehm kühl, der fla- Bande-Steigs“ unterhalb von Stempeljochspitze
10 DAV PANORAMA 3/2025
Die großen Schuttkare können ganz schön
und Roßkopf bieten hingegen fast keinen Schat- schlauchen: Anstieg ten. Wir freuen uns umso mehr, als wir in einer zur Eppzirler Scharte,
unten im Talboden die
Felsnische eine kleine Gumpe mit etwas fließen-
Eppzirler Alm.
dem und trinkbarem Wasser entdecken. Namensgeber für diesen Abschnitt der vierten Etappe des Karwendel Höhenwegs war eine Gruppe Bergbegeisterter, die sich Ende des 19.
KARWENDEL
Jahrhunderts auf dem Stempeljoch zusammenschloss. Die „Wilde Bande“ war viel im unwegsamen Gelände oberhalb von Innsbruck und Hall unterwegs und baute später auch die Bettelwurfhütte, das nächste Etappenziel.
Vor zwei Tagen waren wir aufgebrochen. „Wir“, das sind noch Iris, die in Amerika aufgewachsen ist und beim Naturpark Karwendel als Rangerin arbeitet, und Simon, der dort ein Praktikum absolviert. Aus Zeitmangel nutzten wir die Liftanlagen von Seefeld hinauf zum Härmelekopf. Von dort erreicht man in etwa einer Stunde die Nördlinger Hütte. Zum höchstgelegenen bewirtschafteten Stützpunkt im Karwendel (2238 m) führt auch ein schöner, im oberen Teil sehr aussichtsreicher Wanderweg von Reith. Wer mag, nimmt noch den lohnenden Abstecher auf einem schwarzen Bergweg hinauf zur Reither Spitze mit.
An der Hütte angekommen, begrüßt uns Tobi schon auf der Terrasse. Er ist gelernter Koch und zählt zu den dienstältesten Hüttenwirten im Karwendel. Simon lässt es sich nicht nehmen und bestellt einen Kaiserschmarrn, der, wie auf so vielen Hütten, legendär sein soll. In diesem Fall bewahrheitet sich allerdings das Gerücht. Eine Nacht in der Nördlinger Hütte, weit oben am Grat, mit spektakulärem Sonnenuntergang und -aufgang, ist ein ganz besonderes Erlebnis, für Hüttenneulinge ebenso wie für die alten Hasen.
Auf der zweiten Tagesetappe geht es steil bergab zum Ursprungsattel, um dann die weitläufigen Kare unterhalb der Freiungen zu queren.
3/2025 DAV PANORAMA 11
Nach dem Sonnenuntergang
über dem Inntal Hier taucht man das erste Mal so richtig ein in und einem ge- das, was das Karwendel ausmacht: endlose Kaselligen Hütten- re und mächtige Wände. Ob der Name „Karwenabend bekom- del“ auch daher stammt, ist zwar umstritten, passen würde es allemal.
men wir ein
Der folgende Anstieg im Geröll hinauf zur
Zimmer für
Eppzirler Scharte zieht sich. Von dort ist es aber
uns allein.
nicht mehr weit zum Solsteinhaus und die zweite Etappe ist geschafft. Die Sportlichen nehmen dann gerne noch die Erlspitze oder den Großen Solstein mit. Aber Achtung: Die folgende Etappe ist die längste und anspruchsvollste – die Kräfte zu sparen, kann nicht scha-
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den. Wir lassen es gut sein und genießen die große Sonnenterrasse und den Blick weit hinunter ins Inntal. Simon erzählt, dass er vor Kurzem schon mal hier war: als er mit einem Freund die gesamte Nordkette vom Solsteinhaus bis nach Hall in Tirol an einem Tag überschritten hatte – über viele brüchige und anspruchsvolle Gipfel hinweg.
Iris ist nicht nur privat, sondern auch als Rangerin viel im Gelände unterwegs, um nach Tieren zu schauen, die Natur zu kartieren oder Gäste zu informieren. Der Naturpark Karwendel, der früher einmal Alpenpark hieß, betreut das gesamte Naturschutzgebiet auf Tiroler Seite und ist seit 2018, dem offiziellen Gründungsjahr des Karwendel Höhenwegs, auch für diesen zuständig.
Bereits vorhandene Wege wurden damals neu beschildert, wesentlich auf Initiative einiger Hüttenwirtsleute, allen voran Robert Fankhauser vom Solsteinhaus. Denn das Interesse an Mehrtageswanderungen hatte stark zugenommen. Zwar gibt es im Karwendel viele Möglichkeiten dazu, aber heutzutage bevorzugen viele ein festes Angebot – garantierte Erlebnisse auf einer definierten Route. Nach erfolgreicher Bewältigung, nachgewiesen durch einen vollen Stempelpass, holt man sich am Ende sein Finisher-Geschenk, die „Karwendel Höhenweg Goody Bag“ ab. Ganz im Zeitgeist. Wer diesem hier folgt, sollte allerdings absolut trittsicher und schwindelfrei sein. Einige Übergänge wie am Frau-Hitt-Sattel, der Abstieg vom Stempeljoch, oder die – optionale – Besteigung des Großen Bettelwurfs sind nicht zu unterschätzen. Ebenso halten sich an manchen Stellen steile Schneefelder bis weit in den Juni hinein.
Im Solsteinhaus haben wir Glück: Nach dem Sonnenuntergang über dem Inntal und einem geselligen Hüttenabend bekommen wir noch ein Zimmer für uns allein. Iris und Simon nutzen die Ruhe zum Lesen, während ich mich um die Fotoausrüstung kümmere, Bilder anschaue und in Erinnerungen schwelge. Vor über zwanzig Jahren war ich hier häufig unterwegs. Damals lag in der Kamera ein Diafilm und ich fotografierte für meinen ersten und einzigen Bildband über das Karwendel.
Am nächsten Morgen geht es los zur Königsetappe, die nicht nur sehr abwechslungsreich und landschaftlich wunderschön ist, sondern sich auch ganz schön zieht. Mit offiziell neun Stunden Gehzeit für die meisten eine Herausforderung – so auch für mich. Der Weg geht zuerst bergab, dann weiter im Auf und Ab auf der Nordseite der Nordkette entlang, zuletzt seilversichert rauf zum Frau-Hitt-Sattel. Die Nordkette liegt eigentlich ganz im Süden des Karwendels. Wer jedoch von Innsbruck im Tal Richtung Norden auf die mächtigen Kalkberge schaut, begreift, warum sie so heißt. Oben angekommen werden uns diese zwei Welten wieder voll bewusst. Während in den ursprünglichen Gebieten des zentralen Karwendels meist Ruhe herrscht, blickt man nach Süden ins Inn-
KARWENDEL
xxxx
Viel Abwechslung ist
tal in die pulsierende und hektisch wirkende geboten: ausgesetzte Zivilisation unserer Zeit.
Drahtseilpassage kurz vor
Der Abstieg verlangt zuerst volle Aufmerk- dem Frau-Hitt-Sattel (l.). samkeit, dann quert der Weg zur Seegrube. Von Gemächlicher Aufbruch dort nehmen wir die Seilbahn hinauf zum Ha- zur zweiten Tagesetappe
an der Nördlinger Hütte
felekar und sparen uns gut 360 Höhenmeter
(o.). Im Hintergrund der
Aufstieg. Weit über dem Alltag im Inntal geht es
Beginn des Anstiegs zur
über den Goetheweg und später über die Mühl-
Reither Spitze.
kar- und Mandelscharte zur Pfeishütte. Anderntags setzen wir am „Wilde-Bande-Steig“, erfrischt vom kühlen Wasser der Gumpe, unseren Weg zum Lafatscherjoch fort. Eigentlich zweigt der Karwendel Höhenweg hier nach rechts zur Bettelwurfhütte ab. Iris und Simon sind aber bereits letzte Woche diesen Abschnitt gegangen, und in Anbetracht der Zeit ziehen wir weiter. Dabei ist die urige Bettelwurfhütte ein
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Mehr Infos und Bilder (opens in a new tab)
DURCH DEN TIROLER NATURPARK Der Karwendel Höhenweg ist eine aussichts- und abwechslungsreiche Mehrtagestour entlang der Nord- und der Gleirschkette. Auf sechs Tagesetappen erlebt man die Vielfalt des Gebirges zwischen Innsbruck und München. Geschlafen wird in beliebten Alpenvereinshütten (frühzeitig reservieren). Der Weg kann in beiden Richtungen begangen werden. Anspruch: Neben einer guten Kondition sind auf den teils schweren Wegen (schwarz, bis T4) Trittsicherheit und Schwindelfreiheit notwendig. Ausrüstung: Stöcke und leichte Steigeisen oder Grödel helfen über Altschneereste. Beim anspruchsvollen Aufstieg
(I) zum Bettelwurf ist ein Klettersteigset zu empfehlen. Beste Zeit: Ab Mitte Juni bis Ende September. Anfang Oktober je nach Schneelage. An- und Abreise: Mit der Bahn über München nach Garmisch oder über Innsbruck nach Reith bei Seefeld bzw. ins benachbarte Scharnitz. Karten: Alpenvereinskarten 5/1 Karwendelgebirge West und 5/2 Karwendelgebirge Mitte 1:25.000. Infos: Ausführliche Beschreibung und GPS-Tracks unter
karwendel-hoehenweg.at (opens in a new tab) Etappen:
1. Tag: Reith bei Seefeld (1120 m) – Nördlinger Hütte (2238 m), 1130 Hm ↗, 10 Hm ↘, 6,5 km, 4 ½ Std., optional: Reither Spitze (2372 m)
Abstieg vom Lafatscher Joch zum Hallerangerhaus vor den
2. Tag: Nördlinger Hütte – Ursprungsattel – Solsteinhaus
senkrechten Kalktafeln der Schnittlwände (o.). Der Goethe-
(1805 m), 370 Hm ↗, 795 Hm ↘, 6,7 km, 4 Std.
weg führt hoch über Innsbruck zur Pfeishütte (r.). Auf deren
3. Tag: Solsteinhaus – Frau-Hitt-Sattel – Seegrube –
Terrasse lässt sich ein lauschiger Abend genießen (u.).
Hafelekar – Pfeishütte (1922 m), 1550 Hm ↗, 1400 Hm ↘, 16,5 km, 9 Std., leichtere Alternative: Abstieg zur Möslam (1262 m) und durchs Gleirschtal bis zur Pfeishütte
- Tag: Pfeishütte – Stempeljoch – Wilde-Bande-Steig – Lafatscherjoch – Bettelwurfhütte (2077 m), 590 Hm ↗, 390 Hm ↘, 8,9 km, 4 ½ Std.
- Tag: Bettelwurfhütte – Lafatscherjoch – Hallerangerhaus (1768 m), 800 Hm ↗, 1100 Hm ↘, 9 km, 6 Std., optional: Großer Bettelwurf (2726 m)
- Tag: Hallerangerhaus – Kastenalm – Scharnitz (964 m), 30 Hm ↗, 835 Hm ↘, 19,3 km, 5 ½ Std.
Was sonst noch geht:
Baden: Rund um Mittenwald und Krün finden sich einige schöne Bergseen (wie Lautersee, Geroldsee oder Barmsee). Mountainbike: Die langen Karwendeltäler eignen sich sehr gut zum Biken, z.B. für einen Ausflug von Scharnitz aufs Karwendelhaus (1765 m). Klettersteig: Der Mittenwalder Höhenweg bietet moderate Gratkletterei (B). Inkl. Auffahrt mit der Karwendelbahn eine lange, spannende Tagestour (7 Std.).
14 DAV PANORAMA 3/2025
überaus lohnendes Ziel, für einen Tagesausflug vom Inntal aus genauso wie als Stützpunkt auf dem Karwendel Höhenweg. Sie thront wie ein Adlerhost über dem Hall- und dem Inntal und wer will, kann am nächsten Tag noch den fünfthöchsten Karwendelgipfel, den Großen Bettelwurf (2726 m), über Felspassagen und einen leichten Klettersteig mitnehmen. Iris und Simon schwärmen außerdem von dem leckeren und nachhaltigen Essen, auf das die Wirtsleute Katrin und Michael sehr viel Wert legen, und vom Brot, das im Außenofen immer frisch gebacken wird.
Wir überqueren das Lafatscherjoch und steigen ab zum Hallerangerhaus. Direkt neben uns ragen die senkrechten Kalktafeln der Schnittlwände in die Höhe. Faszinierend und bewundernswert, wie ein Freund von mir, der Kletterer und Fotograf Heinz Zak und auch andere, seit den 1980er Jahren hier anspruchsvollste Klettertouren erschlossen haben.
Von der Terrasse des Hallerangerhauses, der letzten Hütte am Höhenweg, blickt man auf den benachbarten Lafatscher mit seiner eleganten
Wer will, kann noch den Großen Bettelwurf über Felspassagen und einen leichten Klettersteig mitnehmen.
Wolfgang Ehn ist Fotograf und Filmer (opens in a new tab), arbeitet für Firmen und Tourismusverbände und veranstaltet die Bergsteiger-Fototage (opens in a new tab). wolfgang-ehn.de (opens in a new tab)
KARWENDEL
Nordverschneidung. Die Gegend am Halleranger ist mit die schönste und beeindruckendste im gesamten Karwendel. Thomas, der Hüttenwirt, erzählt von dem Klettergarten „Durchschlag“, der vor einiger Zeit mit Unterstützung der Sektion Schwaben unweit der Hütte eingerichtet wurde. Neben den Kletter*innen kommen aber vor allem Tagesgäste aus Scharnitz herauf, von denen sich nicht wenige entspannt auf E-Bikes hochradeln lassen. Unsere letzte Hütte kann auch die erste sein, wenn man den Karwendel Höhenweg andersherum geht, was zunehmend beliebter wird. Für uns bleibt nur noch der lange Abstieg vorbei an den Isarquellen bis nach Scharnitz. Iris bringt die Tour treffend auf den Punkt: ein tolles Erlebnis mit Vielem, was das Karwendel ausmacht. Das Eintauchen in die Welt der Berge über mehrere Tage hinweg, an denen zunehmend innere Ruhe einkehrt. Der Sonnenauf- und untergang, die sternenklare Nacht, die hohen Wände und weiten Kare, aber auch die Freude über eine kleine Quelle am Wegesrand – und an dem, was man geschafft hat. Was will man eigentlich mehr?
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Auf dem MADE Trek unterwegs zu den stillen Schönheiten der Karnischen Alpen – wo sich Naturerlebnis
und Weitblick vereinen.
Die Karnischen Alpen
Das Glück des Wanderns neu erleben
Der MADE Trek: Ein grenzüberschreitender Weg, der Italien und Österreich verbindet – zwei Länder, zwei Kulturen, die eine gemeinsame alpine Geschichte teilen. Eine Liebeserklärung an die Berge und an das, was sie vereint.
Zking-Fans höherschlagen lässt, der dem Lärmeine Route, die das Herz jeden Trek-wischen Sappada und Tarvisio verläu�t (opens in a new tab)
des Massentourismus ent�liehen möchte (opens in a new tab). Denn der MADE Trek ist so viel mehr als ein Weitwanderweg: Er ist eine Einladung zum langsamen Reisen, zum bewussten Erleben der Natur und zur Begegnung mit echter alpiner Kultur. Wer hier unterwegs ist (opens in a new tab), durchquert nicht nur spektakuläre Landscha�ten (opens in a new tab), sondern auch die großartigen Traditionen zweier Alpenländer (opens in a new tab).
Die Route (opens in a new tab)
Der MADE Trek �olgt dem Kamm der Karnischen Alpen und verbindet Italien mit �sterreich au� eine ganz besondere Art und Weise. Was ihn einzigartig macht (opens in a new tab), ist seine Modularität: Die Route lässt sich in individuelle Etappen von drei bis �ün� Tagen gliedern (opens in a new tab). Jede Teilstrecke �ührt durch beeindruckende Naturlandscha�ten und ermöglicht unvergessliche Einblicke in die kulturelle Viel�alt der Region – sei (opens in a new tab)
Eingebettet zwischen Himmel und Bergen (opens in a new tab), lädt die malerische Hütte zu einer genussvollen Rast ein (opens in a new tab).
es au� einsamen Almwegen, in historischen Dör�ern oder entlang stiller Bergseen (opens in a new tab). Gebucht werden kann die Tour �lexibel über Dolomist.com und Dolomist-Partner PromoTurismoFVG (opens in a new tab), wahlweise als Sel�-Guided-Erlebnis oder mit quali�izierter Wander�ührung (opens in a new tab).
Das Erlebnis (opens in a new tab)
Warum diese Tour (opens in a new tab)
Für viele ist der MADE Trek genau die Antwort au� die Suche nach Sinn und (opens in a new tab)
ANZEIGE (opens in a new tab)
Substanz beim Wandern (opens in a new tab). Er steht �ür Naturverbundenheit (opens in a new tab), Authentizität und nachhaltigen Tourismus. Wer die Hektik des Alltags hinter sich lassen möchte (opens in a new tab), �indet hier nicht nur Ruhe, sondern auch eine tie�e Verbindung zu Land und Leuten (opens in a new tab). Der MADE Trek ist kein Ort, sondern ein Erlebnis – und genau deshalb eine Emp-�ehlung �ür alle, die bewusst unterwegs sein wollen (opens in a new tab).
Wer den MADE Trek geht, wird belohnt – nicht nur mit grandiosen Ausblicken (opens in a new tab), sondern mit dem Ge�ühl, wirklich angekommen zu sein. Es ist eine Wanderung, die lange nachwirkt und zeigt, wie er�üllend nachhaltiges Reisen in den Alpen sein kann (opens in a new tab).
AUF ENTDECKUNGSTOUR DURCH DIE ALPEN FRIAUL-JULISCH VENETIENS (opens in a new tab)
kombinieren lassen, bietet er sich auch für verlängerte Wochenenden an (opens in a new tab). Beste Wanderzeit: Juni bis Oktober (opens in a new tab). Übernachtungen in Almhütten und kleinen Gasthäusern am besten frühzeitig reservieren (opens in a new tab).
Schlechte Luft in Boulderhallen?
Chemikalien in Kletterschuhsohlen
Eine 2024 veröffentlichte Studie der Universität Wien hat terschuhherstellern, die ihrerseits bereits an alternativen in mehreren Boulderhallen chemische Additive im Abrieb Materialien arbeiten. Außerdem will der DAV den Druck auf von Kletterschuhen entdeckt – insbesondere in luftgetra- die Industrie erhöhen, um eine rasche Umstellung auf genen Gummipartikeln, welche potenziell eingeatmet additiv freie Produkte zu fördern. werden können.
Lüftungsanlagen gegen Staubbelastung
Bei diesen Partikeln handelt es sich um Zusatzstoffe, die Die meisten DAV-Kletterhallen sind mit leistungsfähigen dem Gummi bestimmte Eigenschaften wie Flexibilität oder Lüftungsanlagen ausgestattet, die eine Querlüftung ermög-Haltbarkeit verleihen. Ob diese Stoffe gesundheitsschäd- lichen und wirksam die Staubbelastung senken. Reinigungs-
Ob auf großen Tritten oder auf Reibung: Die Sohlen von
lich sind, ist bislang ungeklärt. Nun soll eine wei-
Kletterschuhen enthalten Chemikalien, die über den Abrieb in die Lunge gelangen können.
terführende Studie klären, ob und in welchem Maß diese Additive vom Körper aufgenom-
Im Kletterbereich
men werden. Dem Alpenverein ist diese
pläne richten sich nach der Besucherfre-
kann für Kleinkinder
Thematik seit längerem bekannt: Bereits
quenz – in großen Hallen erfolgt die Boden-
und vulnerable Grup-
2007 und 2008 wurden Studien zur pen Belastung durch reinigung täglich und auch Tritte und Griffe Feinstaubbelastung in Kletterhallen durch- Feinstaub auftreten. im unteren Wandbereich werden regelmäßig geführt, deren Ergebnisse zur Entwicklung
abgesaugt. Damit lässt sich die Feinstaub-
heutiger Vorsorgemaßnahmen führten. Dennoch nimmt belastung auf ein vertretbares Niveau senken und erfordert der DAV die neue Studie ernst und bekräftigt das Vorsorge- derzeit keine Anpassung der Lüftungs- oder Reinigungskonprinzip: Auch ohne nachgewiesene Gesundheitsgefahr sind zepte. Um Beschäftigte zu schützen, werden Empfangsbe-Schutzmaßnahmen für Mitarbeitende und Sporttreibende reiche durch Lüftungsanlagen mit Überdruck von der Kletgeboten. Die Verantwortung für die problematischen terhalle abgetrennt. Außerdem wird in der Ausbildung das Gummimischungen liegt wiederum vor allem bei den Klet- Tragen von Schutzmasken bei Routenbauarbeiten vermit-
18 DAV PANORAMA 3/2025
BERG & TAL
telt. So soll verhindert werden, dass Mitarbeitende schädlichen Partikeln ausgesetzt sind.
Chalk in der Luft
Ein weiteres Thema, das die Luft in Kletterhallen beeinflusst, ist der Umgang mit Magnesia (Chalk). Es gilt zwar nicht als toxisch, kann aber in großer Menge zur Überschreitung von Feinstaub-Grenzwerten führen. Deshalb rät der DAV empfindlichen Personengruppen so-
wie Kleinkindern, Stoßzeiten zu meiden. Generell gelten Grenzwerte pri-
Hightech: Lüftungsanlage des DAV Kletter- und Boulderzentrums
mär für Arbeitsplätze – Hallennut- in München-Thalkirchen. zer*innen sind üblicherweise nur kurzzeitig exponiert. Eine Verpflichtung zur Nut- Fazit: weitere Studien notwendig Das ausführliche (opens in a new tab) zung von flüssigem Magnesia lehnt der DAV ab, Die Studie liefert wertvolle Hinweise, ist aber noch nicht Statement vom (opens in a new tab) denn auch die Klettercommunity bevorzugt wei- abschließend bewertbar. Der DAV setzt weiterhin auf be-
DAV-Experten (opens in a new tab)
terhin Chalk in Pulverform, da dieses in der Regel währte Schutzmaßnahmen, fordert gleichzeitig mehr En-
Elias Hitthaler (opens in a new tab)
gibt es online auf (opens in a new tab) mehr Grip bietet. Entsprechend gering ist die Ak- gagement vonseiten der Hersteller von Kletterschuhen und alpenverein.de (opens in a new tab). zeptanz für ein Verbot von offenem Magnesia.
wird neue Erkenntnisse aktiv kommunizieren.
red
T A T O N K A (opens in a new tab) .
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OUTDOOR EQUIPMENT SEIT 1993 (opens in a new tab)
PRODUKTION (opens in a new tab)
BERG & TAL
Frei geklettert, rot markiert
50 Jahre Rotpunkt
Vor fünfzig Jahren hat Kurt Albert, die Kletterlegende aus dem Frankenjura, die erste Route mit einem roten Punkt markiert, nachdem er sie „frei“, also in einem Zug und ohne Hochziehen an Haken oder Ins-Seil-Setzen, klettern konnte. Ein kleiner Punkt am Felsen mit einer riesen Auswirkung auf die gesamte Kletterwelt.
Im Frühjahr 1975 malte Kurt Albert an den Einstieg des Adolf-Rott-Gedächtnisweges (VI+) am Streitberger Schild in der Fränkischen Schweiz einen großen, roten Punkt. Dass er damit eine neue Ära im Klettern startete, konnte ihm in dem Maße nicht bewusst gewesen sein. Ab Ende der 1950er Jahre war das technische Klettern in Mode gekommen: Felshaken, Klemmkeile und Seil wurden nicht nur zur Sicherung, sondern auch zur Fortbewegung genutzt. Im Zeitalter der Direttissimas nagelten sich die Seilschaften so mit dem Einsatz von zahllosen Haken und Trittleitern in Falllinie des Gipfels durch riesige Wände. Kurt Albert war auf seinen Kletterreisen aber von etwas anderem wesentlich mehr beeindruckt: der Kultur des Freikletterns im Elbsandsteingebirge und im kalifornischen Yosemite Valley, mit einem sportlichen Ansatz und klaren Regeln. Allein die Felsstruktur gab vor, wo man klettern konnte, nicht die geschlagenen Haken, die den „Mord am Unmöglichen“ begingen, wie es Reinhold Messner 1968 formulierte.
Neue Kletterhorizonte
Um „befreite“ Routen zu markieren, also Touren, die ohne Zuhilfenahme von Haken zur Fortbewegung genutzt wurden, rückte Kurt Albert ab 1975 mit Farbe und Pinsel aus.
BUCHTIPP
Die ausführliche Biografie des einflussreichen und charismatischen Kletterers Kurt Albert hat Alpinautor Tom Dauer verfasst. Empfehlenswert für alle, die Interesse an Klettergeschichte und einen Sinn für schöne Fotos haben.
Kurt Albert, Die Biografie des Pioniers des Freikletterns, von Tom Dauer, Tyrolia Verlag, € 29,95
20 DAV PANORAMA 3/2025
Umweltverträglich an den Felsen (opens in a new tab)
Die Ecopoint-Community möchte nachhaltige Mobilität im Kletter-ECOPOINT sport gestalten. Bewusst und entschleunigt. Klimagerecht und zukunftsfähig (opens in a new tab). Das Wort „Ecopoint“ beschreibt das Klettern einer Route, bei der die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln, zu Fuß und/oder mit dem Rad erfolgt. Den Begriff haben Lena Müller und Sofie Paulus geprägt (opens in a new tab), in Anlehnung an den „Rotpunkt“ von Kurt Albert (opens in a new tab). Auf der Community-Website ecopointclimbing.com gibt es neben einer Reihe von Ecopoint-Routen im deutschsprachigen Raum auch Routen in beliebten Kletterregionen beispielsweise in Frankreich (opens in a new tab), Spanien oder Griechenland. Alle, die selbst dazu beitragen möchten (opens in a new tab), Toureninfos im Sinne des Ecopoint-Gedankens beizutragen, sind herzlich willkommen (opens in a new tab). Auch in der Ausbildung im DAV fasst Ecopoint 2025 Fuß: Die Zusatzqualifikation Sportklettern Outdoor wird erstmals als Bike & Climb-Kurs angeboten – die Teilnehmenden sollen öffentlich anreisen und werden vor Ort nur mit dem Fahrrad zwischen Unterkunft und Kletterfelsen unterwegs sein. Das ist zwar organisatorisch aufwendiger, trägt aber zum positiven Klima-Hand- (opens in a new tab)
abdruck des Bundesverbands bei (opens in a new tab).
Ein roter Punkt an der Wand: Damit fing die Etablierung eines neuen Kletterstils an, der heute Standard ist.
In der Zeitschrift „Alpinismus“ blickt er gemeinsam mit Reiner Pickl zurück auf ein Jahr
Rotpunkt im Frankenjura: „Rotpunkt am Beginn eines Kletterweges bedeutet, es ist möglich, den Anstieg ohne Benutzung der Haken als Griffe oder Tritte oder sonstiger Hilfsmittel, die der Schwerkraft entgegenwirken, in freier Kletterei zu bewältigen. Haken, Legeschlingen, Klemmkeile usw. dienen also nur zur Sicherung, es darf auch nicht daran ausgeruht werden, gleich wenn man danach in die alte Kletterstellung zurückkehrt!“ Der letzte Satz bezieht sich auf die Sächsischen Kletterregeln, die ein Ruhen an Haken und Schlingen erlauben, und stellt somit sportlich gesehen eine Verschärfung dar. Auch verschiedene Variationen des Rotpunkts entwickelten sich in der Folge, verloren aber bald wieder an Bedeutung: Rotkreis (nach Sturz darf man ab dem letzten Stand oder No-Hand Rest), Rotkreuz (freier Durchstieg im Toprope ohne Rasten), Pinkpoint (freier Durchstieg einer Tour, in der die Expressschlingen schon eingehängt sind). Bis heute ist das freie Klettern der weltweite Standard im Sportklettern, den Kurt Albert und seine Gefährten damals etabliert haben. Ende September 2010 stürzte Kurt Albert in einem Klettersteig in der Fränkischen Schweiz ab und erlag wenige Tage später seinen schweren Verletzungen. Sein Idee des freien Kletterns wird im Klettern aber auf ewig weiterleben. red
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Darf ich das?
MORALFRAGEN AM BERG
Ich bin der Meinung, dass die Seilschaft neben mir grobe Fehler macht oder dass eine Gruppe in einen lawinentechnisch unsicheren Hang einfahren möchte. Sollte ich einschreiten? Die Befürchtung ist, dass man der anderen Seite bevormundend Schutz aufzwingt, den diese gar nicht möchte. In der Philosophie gibt es eine lange Tradition, die sich mit diesem sogenannten Paternalismus-Problem herumschlägt: Schon der Philosoph John Stuart Mill schreibt im 19. Jahrhundert, dass es nur in Ordnung ist, anderen gegen ihren Willen zu helfen, um Schäden an Dritten zu verhindern. Andere Philosophen wie Gerald Dworkin gehen nicht ganz so weit. Er argumentiert, dass man andere auch dann bevormunden darf, wenn man davon ausgehen kann, dass sie selbst anders handeln wollen würden, wenn sie besser informiert wären. Ob und wann die jeweiligen
Bedingungen erfüllt
sind, ist natürlich
schwer zu sagen –
abgesehen davon, dass umstritten ist, welche Kriterien die richtigen sind. Allerdings läuft unsere Frage in einem wichtigen Punkt disanalog zur traditionellen Paternalismus-Debatte: Niemand von uns ist in der Lage, anderen Bergsteiger*innen ihr Tun zu verbieten. Beim Paternalismus hingegen ist es zentral, dass man andere bevormundend in ihrer Handlungsfähigkeit einschränkt. Das heißt, dass eine bloße Nachfrage gar nicht im problematischen Sinne paternalistisch sein kann. Freundlich nachzufragen, ob die andere Seilschaft bewusst einen falschen Knoten verwendet, „zwingt“ ihr keinen Schutz auf. Wenn sie es mit Absicht gemacht hat, kann niemand sie davon abhalten, es weiter so zu handhaben – und wenn es unabsichtlich war, dann rettet Nachfragen im Zweifel Leben.
Lena Güldner hat in München Philosophie studiert. Wenn sie nicht beim Klettern oder auf Skitour ist, denkt sie gerne über philosophische Hintergründe des Bergsports nach.
22 DAV PANORAMA 3/2025
Berge fürs Wohnzimmer (opens in a new tab)
KALENDER UND JAHRBUCH – Die zwei Klassiker für alle Bergfexe sind demnächst wieder erhältlich: Das Alpenvereinsjahrbuch „Berge 2026“ und der Kalender „Welt der Berge 2026“ (opens in a new tab). Das Jahrbuch wird von gleich drei Alpenvereinen herausgegeben: dem Österreichischen Alpenverein, dem Alpenverein Südtirol und dem DAV. Ein schönes Projekt mit unseren direk- (opens in a new tab)
ten und indirekten Nachbarn. Das Gebietsthema ist dieses Jahr der Großvenediger, ein großer Berg mit großem Namen und großartigen Geschichten. Es ist die 150 (opens in a new tab). Ausgabe des Alpenvereinsjahrbuchs (opens in a new tab): 1865, als der erste Band erschien (opens in a new tab), ging die Kleine Eiszeit gerade zu Ende. Heute verkörpern die rasant schmelzenden Gletscher den Beginn einer neuen Epoche. Der Jubiläumsband steht darum ganz im (opens in a new tab)
Das Jahrbuch gibt es für € 25,- (für Mitglieder inkl (opens in a new tab). DAV-Karte Großvenediger im Bündel) und den Kalender (Preis für Mitglieder € 32,90) im DAV Shop unter dav-shop.de (opens in a new tab)
Deutsche Meisterschaft Para Climbing
DIE ERSTEN DEUTSCHEN MEISTER*INNEN Am 5. Juli 2025 wurde das DAV-Kletterzentrum Augsburg zum Zentrum des in-
klusiven Leistungssports: Dort fand die erste offizielle offene Deutsche Meisterschaft im Para Climbing statt – an den Start gingen insgesamt über 50 Athlet*innen aus zehn Nationen in zwölf verschiedenen Klassen. Das Routenbauteam war ganz besonders gefordert: Die Routen mussten so geschraubt sein, dass die Startenden mit ganz unterschiedlichen Einschränkungen,
Die Deutsche Para-Meisterin
von Sehbehinderungen über Amputatio-
in der Klasse AU2 Corinna
nen bis hin zu neurologischen Beeinträch-
Wimmer.
tigungen – zum Teil die gleichen Linien klettern konnten. Eine echte Herausforderung, die richtig gut aufging. „Die Touren waren perfekt! Wir haben verschiedene Highpoints und Tops in den unterschiedlichen Klassen gesehen, genau so, wie es sein soll“, freute sich Bundestrainer Christoph Reichert. Nach dem Finale zeigte sich auch DAV-Athlet Sebastian Depke begeistert: „Es war supergenial. Wir hatten ein großes internationales Starterfeld. Letzte Woche war ja noch der Weltcup in Innsbruck und da sind einige noch hiergeblieben. Wir haben Athlet*innen aus der ganzen Welt, aus Brasilien, aus Australien, aus den USA. Wir kennen uns alle gut, das ist jedes Mal eine große Party mit freundschaftlicher Stimmung.“ red
BERG & TAL
Edelrid – Rückruf Klettersteigset Cable Comfort Tri
rück. Bei Prüfungen der Metallkomponenten des Drei-EDELRID ruft das Klettersteigset Cable Comfort Tri zu-
fachwirbels wurden vereinzelt Festigkeitsschwankungen festgestellt. Die Benutzung des Sets muss umgehend ein-
gestellt werden, ein defekter Drehwirbel kann zu einem Absturz mit Todesfolge führen. Eine eigenständige Prüfung durch die Nutzer*innen ist nicht möglich. Betroffen
M-Pasing München M-Ost
Rosenheim
Die Mitfahrzentrale für Eure Sektion (opens in a new tab).
Fahrgemeinschaften für Touren (opens in a new tab),
Öffi Netzplan 2025 (opens in a new tab)
Kurse oder Veranstaltungen eurer (opens in a new tab)
Traunstein
Grafing
Bad Endorf
Prien
Übersee
sind alle aktuell ausgelieferten Sets bis zur Charge Y-2024-0364. Die Chargennum-
Kreuzstraße MVV Bergbus Ost
Kolbermoor
Bergbus DAV Rosenheim
MVV Bergbus Westmer ist in der Produktkennzeichnung des Falldämpfers enthalten. Diese befindetHolzkirchen Bergen Siegsdorf
Starnberg
Weyarn Bad Aibling
Rohrdorf
sich unter der Klettverschlusslasche der grünen Tasche des Falldämp-
m
Tutzing
Warngau
Irschenberg
Raubling
Frasdorf
Achenmühle
Marquartstein
fers. Die Sets müssen zu Edelrid eingesendet werden, Edelrid über-Wolfratshausen
Bad Feilnbach
Hochplatte
Hochfelln (opens in a new tab)
Bad Tölz
Schaftlach
Miesbach
Grainbach
Aschau
red Hochgern (opens in a new tab) Ruhpolding
nzberg nimmt die Versandkosten. Wörnsmühl
Törwang
Kampenwand
Blomberg
Waakirchen
Hundham
Wanderbus Samerberg Schleching (opens in a new tab)
ad Heilbrunn
Alle Infos und das genaue Vorgehen aufHausham Eßbaum edelrid.com (opens in a new tab)
Unternberg (opens in a new tab)
Bad Wiessee
Rauschberg
Schliersee
Duftbräu
Weitlahnerkopf
C H I E M G A U E R A L P E N
Gmund
Breitenstein
Nußdorf
Ettenhausen
Fockenstein
Unterwössen
Birkenstein
Tegernsee
Neuhaus
Brannenburg
Lenggries
Gindelalm
Wendelsteinbahn
Geigelstein
eckbahn
Rottach-Egern
Fischbachau
Josefstal (opens in a new tab)
Hohenburg
Seegatterl (opens in a new tab)
Fischbachau Bf / Aurach (opens in a new tab)
Enterrottach (opens in a new tab)
Reit i. Winkl (opens in a new tab)
wand
Fleck
Flintsbach (opens in a new tab)
Winklmoosalm (opens in a new tab)
Scharling NETZPLAN 2025Wallberg Brecherspitze Mitteralm (opens in a new tab)
scheid
Hirschberg
Spitzingsattel (opens in a new tab)
Wendelstein (opens in a new tab)
I N N T A L (opens in a new tab)
Dürrnbachhorn (opens in a new tab)
Seekarkreuz
Bodenschneid Aiplspitze (opens in a new tab)
Streicher
Hochstaufen (opens in a new tab) Bar Reichenhall (opens in a new tab)
Thumsee
Bischofswiesen (opens in a new tab)
Sektion ganz einfach über Moobly (opens in a new tab)
Freilassing (opens in a new tab)
Berg-& Wanderbus · Hüttentaxi (opens in a new tab)
organisieren (opens in a new tab)!
Umstiegspunkte (opens in a new tab)
Salzburg Relevante Linien & Haltestellen sind dargestellt (opens in a new tab)
Untersberg (opens in a new tab)
Marktschellenberg Wieserhörndl (opens in a new tab)
Hintergern (opens in a new tab)
Adnet Gaißau (opens in a new tab)
Hallein Schmittenstein (opens in a new tab)
Schneizlreuth
au
Sonntagshorn (opens in a new tab)
Taubenstein (opens in a new tab)
Wildalpjoch (opens in a new tab)
Schönberg
S T E I N P L A T T E (opens in a new tab)
Niederndorf (opens in a new tab)
nsteinsee
Wendelsteinseilbahn (opens in a new tab)
Roß-& Buchstein
Plankenstein (opens in a new tab)
Osterhofen (opens in a new tab)
Lacherspitz (opens in a new tab)
Schnappenstein (opens in a new tab)
och
Spitzingsee (opens in a new tab)
Klamm Wildbad Kreuth (opens in a new tab)
Risserkogel (opens in a new tab)
Kohlental (opens in a new tab)
Rosskopf Rotwand (opens in a new tab)
Oberaudorf (opens in a new tab)
n
Sudelfeld (opens in a new tab)
Brünnstein (opens in a new tab)
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Achenkirch
Griesenau (opens in a new tab)
Berchtesgaden (opens in a new tab)
Bad Dürnberg (opens in a new tab)
Trattberg (opens in a new tab)
St. Koloman Trattberg (opens in a new tab)
Mautstelle Nord (opens in a new tab)
Kehlstein Golling-Abtenau (opens in a new tab)
Hintersee
M A N G F A L L G E B I R G E (opens in a new tab)
Hechtsee Kiefersfelden (opens in a new tab)
Mitterhorn (opens in a new tab)
Ursprungtal (opens in a new tab)
Pyramidenspitze (opens in a new tab)
istlum
Steinberg am Rofan (opens in a new tab)
Gr. Traithen (opens in a new tab)
Zipflwirt (opens in a new tab)
St. Ulrich (opens in a new tab)
L O F E R E R (opens in a new tab)
Kaiserhaus (opens in a new tab)
K A I S E R G E B I R G E (opens in a new tab)
Hinterbrand Hoher Göll (opens in a new tab)
Stadelhorn Hochkalter (opens in a new tab)
Unnütz R O F A N (opens in a new tab)
Bäckeralm (opens in a new tab)
Trainsjoch (opens in a new tab)
S T E I N B E R G E (opens in a new tab)
Jennerbahn (opens in a new tab)
Almerlebnisbus
Scheffauer Ellmauer Halt (opens in a new tab)
Rofanspitze (opens in a new tab)
MVV Bergbus Ost (opens in a new tab)
Hochiss
Wochenbrunner Alm (opens in a new tab)
ntscheinspitze
B R A N D E N B E R G E R A L P E N Hinterhiersee (opens in a new tab)
Tiefenbachklamm (opens in a new tab)
Hirschbichl
Eisriesenhöhle (opens in a new tab)
Königssee (opens in a new tab)
T E N N E N G E B I R G E Werfen (opens in a new tab)
S T E I N E R N E S M E E R (opens in a new tab)
Hintersteiner See (opens in a new tab)
au
Maurach
Brandenberg (opens in a new tab)
Seespitz Eben
Kirchdorf (opens in a new tab)
Achenseebahn
nkopf
Brixlegg Rattenberg (opens in a new tab)
I N N T A L (opens in a new tab)
Hohe Salve (opens in a new tab)
Fieberbrunn Hochfilzen (opens in a new tab)
Rauher Kopf (opens in a new tab)
W I L D S C H Ö N A U (opens in a new tab)
St. Johann (opens in a new tab)
Fügen
Hopfgarten (opens in a new tab)
Kirchberg (opens in a new tab)
Schönfeldspitze
Saalfelden
Maria Alm (opens in a new tab)
Pfarrwerfen (opens in a new tab)
Hochkönig Hochkeil (opens in a new tab)
Werfenweng (opens in a new tab)
Arthurhaus (opens in a new tab)
Bischofshofen Hüttau (opens in a new tab)
Hundstein St. Johann i. Pongau (opens in a new tab)
A L P B A C H T A L (opens in a new tab)
Kitzbühel (opens in a new tab)
Gilfert
Zillertalbahn (opens in a new tab)
Inneralpbach (opens in a new tab)
Hirzer
Melkstatt (opens in a new tab)
Hochfügen
K I T Z B Ü H E L E R A L P E N (opens in a new tab)
Lengau Hinterglemm (opens in a new tab)
Zell am Ziller (opens in a new tab)
Großer Beil (opens in a new tab)
Rastkogel
Lämpersberg (opens in a new tab)
Kreuzjoch (opens in a new tab)
ertux
Zell am See (opens in a new tab)
Pass Thurn (opens in a new tab)
Mayrhofen (opens in a new tab)
Tux
Ahornspitze (opens in a new tab)
Wasserfälle Krimml Neukirchen a. Großvenediger Bramberg (opens in a new tab)
Uttendorf Fürth-Kaprun (opens in a new tab)
ten Überschreitungen und Durchquerungen planen. Der aktuelle Netzplan (opens in a new tab)
see Schlegeis Ginzling
Pinzgauer Lokalbahn (opens in a new tab)
Mittersill (opens in a new tab)
Königsleiten (opens in a new tab)
Zillergrund (opens in a new tab)
Krimmler Tauernhaus (opens in a new tab)
Hüttentaxi (opens in a new tab)
Habachtal H O H E T A U E R N (opens in a new tab)
L E R T A L E R A L P E N
Schneiderau (opens in a new tab)
fitsch Hochfeiler
Kürsinger Hütte Materialseilbahn (opens in a new tab)
Großvenediger (opens in a new tab)
Enzingerboden (opens in a new tab)
Größer Löffler (opens in a new tab)
Hocheiser (opens in a new tab)
Großer Geiger (opens in a new tab)
Maishofen
Bruck-Fusch (opens in a new tab)
Taxenbach (opens in a new tab)
Ferleiten
Tauernhaus (opens in a new tab)
Schareck
Dientenbachtal (opens in a new tab)
Schwarzach-St. Veit (opens in a new tab)
Grundlehen (opens in a new tab)
Arlspitze (opens in a new tab)
Dorfgastein (opens in a new tab)
Draugstein (opens in a new tab)
Hüttschlag (opens in a new tab)
Bad Hofgastein (opens in a new tab)
Spielkogel (opens in a new tab)
Gamskarkogel (opens in a new tab)
Bad Gastein Ankogel (opens in a new tab)
Weißenbachsanft und klimaschonend in die Berge reisen können. Es ist beeindruckend zuMatrei G O L D B E R G (opens in a new tab) G R U P P E (opens in a new tab)
Großer Möseler
Klausberg St.Jakob Kasern Dreiherrnspitze (opens in a new tab)
Prägraten (opens in a new tab)
e
A H R N T A L (opens in a new tab)
Lasörling (opens in a new tab)
V I R G E N T A L (opens in a new tab)
Lappach
Großglockner (opens in a new tab)
Pfunders
Schneebiger Nock (opens in a new tab)
Antholzer See (opens in a new tab)
Jochtal Weitental
Taufers Sand (opens in a new tab)
Antholz Mittertal (opens in a new tab)
gart, Salzburg, den Tauern bis zum Schweizerischen Chur gut mit öffentlichenStaller Sattel St. Jakob St. Veit Verkehrsmitteln erschlossen ist, und diese sogar in entlegene Täler hineinfahren (opens in a new tab). Ein Bergsommer reicht bei Weitem nicht aus, um das alles zu erkunden (opens in a new tab). In der aktuellen Version ist die Karte deutlich nach Osten, Süden und Westen gewachsen. Sie zeigt nun das Angebot der öffentlichen Verkehrsmittel in den (opens in a new tab)
meisten Bergregionen der Ostalpen (opens in a new tab).
FREIE NACHT FÜRS KLIMA: ÖFFENTLICHE (opens in a new tab) Neu dazugekommen sind wichtige (opens in a new tab) Tei-ANREISE WIRD BELOHNT – (opens in a new tab) DAV-Mitglieder le im Salzburger Land, Südtirol (opens in a new tab), Vorarlerhalten 2025 eine kostenlose Übernachtung (opens in a new tab) berg, Engadin und Graubünden. Ein (opens in a new tab) auf teilnehmenden Hütten, wenn sie mit öf- (opens in a new tab) dichtes Geflecht aus Bahnen und (opens in a new tab) Busfentlichen Verkehrsmitteln anreisen. Der Gut- (opens in a new tab) sen durchzieht die Berge und lädt zu (opens in a new tab) schein ist noch bis September buchbar. Bei (opens in a new tab)
einem kreativen Unterwegssein ohne (opens in a new tab)
der Ankunft bitte den Gutschein und die Fahr- (opens in a new tab) eigenes Auto ein. Ergänzt werden die (opens in a new tab) karte vorlegen: Ab dem Wohnort müssen min- (opens in a new tab)
regulären Linien der Verkehrsbetriebe (opens in a new tab)
destens 90 Prozent der Reise mit öffentlichen (opens in a new tab) durch Bergbusse und Hüttentaxis in Verkehrsmitteln zurückgelegt werden. Auch den jeweiligen Gemeinden (opens in a new tab).
das Deutschland-Ticket wird akzeptiert (opens in a new tab).
Den neuen Netzplan, Tipps & Tricks zum sanften Reisen und die besten (opens in a new tab)
Alle Infos zur Aktion gibt es hier (opens in a new tab):
Apps für die Tourenplanung gibt es (opens in a new tab)
freie-nacht-fuers-klima.de (opens in a new tab)
unter alpenverein.de/thema/anreise (opens in a new tab)
3/2025 DAV PANORAMA 23
Sportgastein
Raineralm (opens in a new tab)
Hochalmspitze (opens in a new tab)
Jamnigalm (opens in a new tab)
Einbindung auf Sektionswebseiten (opens in a new tab)
Einfach. Digital (opens in a new tab).
Mehr Informationen für Eure Sektion (opens in a new tab)! E-Mail: kontakt@moobly.de Tel: +49 89 642 40 125 (opens in a new tab)
DEN GENDER GAP ÜBERKLETTERN
schwerste Route: „Elefantenspaziergang“Mit 51 Jahren klettert Ines Papert ihre (8b+) an den Barmsteinen. Ihre Erfahrung gibt sie an Amelie Kühne (DAV-Expedka-
In wenigen Sportarten wirkt sich der statistische physische Vorteil durch Testosteron so
der 2023) weiter, unter anderem mit Infos
wenig aus wie beim Klettern. So nahe wie heute in einigen Disziplinen waren die Frauen den
über ihre Route „Schwarze Madonna“ (180 m, 8a+) am Untersberg. Chiara Hanke gelang, begleitet von Amelie, ein freier Durchstieg von unten an einem Tag. Adam Ondras Flash von „Lexicon“ (E11 / 8b+ R) ist der erste E11-Flash überhaupt. „Rainshadow“ (9a), eine legendäre Route des britischen Sportkletterns, geht an Anak Verhoeven. Und Janja Garnbret klettert in Osp zwei weitere 8c-Routen onsight – und an einem Tag.
Quartalsbericht von Benjamin Védrines: In fünf Februartagen ein gesichertes Solo von „BASE“ (1000 m, M8+, 7a) in der Dru-Westwand, über die immer wieder Felsstürze abgehen. Im April in sechs Tagen, zusammen mit Léo Billon, die Nordwände von Eiger (Heckmair, 4:10 Std.), Matterhorn (Schmid, 5:40 Std.) und Grandes Jorasses (Colton-MacIntyre, 4:20 Std.); die Verbindungen zu Fuß, per Rad und Gleitschirm. Im Mai mit Nicolas Jean eine dreitägige Überschreitung des Montblancmassivs mit elf Steilabfahrten, unter anderem Brenvaflanke, Couloir Gervasutti, Couloir Couturier und die Nordwände von Aiguille de Bionassay und Dann verbessert er KilianAiguille d’Argentière.
den Mont Blanc ab und bisJornets Rekord von 2013 für Kirche Chamonix um drei Minuten auf 4:54:41 Stunden; eine Woche später schafft es William Boffelli in 4:43:24 Stunden. Die Bestmarke
Highlights des für Frauen korrigiert Élise modernen Berg- Poncet derweil auf 6:54 sports präsentiert Stunden; hier ist der Gender von Andi Dick Gap noch etwas breiter.
24 DAV PANORAMA 3/2025
Männern noch nie.
Dabei soll hier kein Wettbewerb der Geschlechter konstruiert, sondern die Inspiration gefeiert werden, die starke Frauen ausstrahlen können. So verringerte Brooke Raboutou (o. r.) den Gender Gap durch ihre Wiederholung von „Excalibur“ (9b+) in Arco auf nur noch eine Stufe. Sie ist der neunte Mensch, der diesen Grad klettern konnte, die besten drei Männer kletterten 9c (XII). 2023 hatte Raboutou den zweithöchsten Bouldergrad 8C+ geklettert, nach Katie Lamb – wertete aber diesen Boulder („Box Therapy“) auf 8C ab. Lamb schaffte nun einen „anerkannten“ 8C+ Boulder mit „The dark side“ im Camp 4 im Yosemite Valley.
9A boulderten derweil im letzten Quartal sechs Männer; Hamish McArthur schaffte zwei, Sung Suu Lee kletterte „Burden of Dreams“ zweimal, weil in der Videodokumentation seines ersten Durchstiegs beim Start das hängende T-Shirt die Matte berührte. Nicht nur wegen ihrer ersten 9a+, „Bombardino“ in Arco, zählt Babsi Zangerl für die Website 8a.nu zu den fünf erfolg-
reichsten Kletter*innen, egal welchenGeschlechts. Im Herbst 2024 hatte sie
mit „Freerider“ (900 m, 7c+) als erster Mensch eine Route am El Capitan flashen können. Jetzt setzte Will Moss noch eins drauf und flashte die Route in einem Tag; 22:16 Stunden nach dem Einstieg stand er am Gipfel. Auch in wildem Neuland waren die Frauen unterwegs: Caro North (DAV-Exped-
kader 2013), Belén Prados, Rocío Rodríguez Guiñazú, Fay Manners und Julia Cassou eröffneten „Apollo 13“ (600 m, 13 SL, 7b+) im Valle del Turbio IV in Chile (o. l.). Und Anna Pfaff ergänzt ihre Neutourenliste um „Journey Through the Castle of Providence“ (1000 m, WI4, M5, 5.10) am Mount Providence (3350 m) in Alaska, zusammen mit Andres Marin und Tad McCrea. Nives Meroi, eine 14-Achttausender-Frau, legt mit ihrem Mann Romano Benet und mit Peter Hámor eine neue Route durch die Westwand des Kabru (7412 m); der Name „Himalayan Trad“ (D, 50-60°) steht für ihren leichten Stil ohne Fixseile und Unterstützung. Der erste deutsche Mensch, der alle vierzehn Achttausender ohne Sauerstoffhilfe erreicht (immer mit professionell geführten Expeditionen), könnte Anja Blacha werden. Bei ihrer dritten Everest-Besteigung kam sie „ohne“ aus (als elfte Frau der Geschichte) und hatte am Saisonende den Gipfel ganz allein für sich. Vorher im Jahr hatte sie Annapurna und Dhaulagiri bestiegen; nun fehlen ihr nur noch Lhotse und Shishapangma.
Stimmen aus der Wand
„Du hast mir alles abverlangt, aber noch mehr zurückgegeben.“ Brooke Raboutou zu „Excalibur“. „Think big (trau dich) – Show grit (bleib dran = „ostwestfälische Sturheit“) – Stay fit (hör auf deinen Körper).“ Anja Blachas Erfolgsrezept.
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Leistungssport im DAV
W er über sanfte Almen wandert,wird sicher nicht denken: Das Engagement
hätte ich auch schneller schaf-
fen können! Und doch, wer ganz ehrlich zu sich ist, hat sich bestimmt auch schon einmal mit
für die Besten
dem Thema Leistung am Berg beschäftigt. Und sei es nur für die Tourenplanung: 1500 Höhen-
Leistungsgedanke und Bergsport – für die einen Widerspruch, für die
meter hat die Bergtour, schaffe ich das? Auch
anderen ganz selbstverständlich. Im DAV sind viele Leistungs- und
historisch betrachtet ist der Leistungsaspekt
Spitzensportler*innen organisiert, wir geben einen Überblick.
tief im Bergsport verankert. Wir kennen die dramatischen Wettrennen um Erstbesteigungen von Paradegipfeln wie dem Matterhorn in
Text: Philipp Radtke
den 1860er oder die in der Eigernordwand in den 1930er Jahren – Wettkampf pur, um Ruhm und Ehre ging es, um Ehrgeiz und um einen Eintrag in die alpinen Geschichtsbücher. Auch Schwierigkeitsgrade beim Klettern dienen letztlich der Vergleichbarkeit von Leistung. Und bis heute ist der indirekte Wettkampf um die schwersten Routen ein wichtiger Motor für Spitzenleistungen am Fels.
1985 fand der erste Kletterwettkampf im italienischen Bardonecchia statt. Heute unvorstellbar, damals an echtem Fels mit angeklebten Griffen und geschlagenen Tritten. Auch das Skitourengehen hat schon lange einen Leistungsaspekt, praktisch jeder Hausberg hat eine inoffizielle Bestzeit eines Locals, die Ursprünge der Skimo-Wettkämpfe (Skimo steht für Skimountaineering, zu deutsch Skibergsteigen) gehen zurück auf Patrouillenläufe des Schweizer Militärs.
Spitzensport ist nicht gleich Leistungssport Es ist wie beim sprichwörtlichen Eisberg: Wirklich sichtbar ist vor allem die kleine Spitze. Die Spitze, das sind im Wesentlichen die Athlet*innen der DAV-Bundeskader, die zu Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen fahren. Und darunter? Dort befindet sich „das breite Kreuz“ des Leistungssports: in speziellen Klettergruppen oder bei Trainingsgruppen im Skimo, beim Mountainbiken oder Trailrunning ist das nicht anders. Wettkämpfe finden auf allen Ebenen statt: von regional bis international. Organisiert sind die Athlet*innen von Sektionskadern über Landeskader bis zum Nationalkader,
26 DAV PANORAMA 3/2025
THEMA: LEISTUNGSSPORT
DAV-Vizepräsidentin Burgi Beste
„Die Stimme des DAV im Leistungssport wird gehört – auch international!“
Leistungssport und DAV, warum passt das gut zusammen? Erstbesteigungen, neue Kletterrouten, Bestzeiten – schon immer haben sich Bergsportler*innen Ziele gesetzt. Leistungsorientiertes Sporttreiben ist daher auch Teil unserer Alpenvereins-DNA. Im Laufe der Jahrzehnte änderten sich die sportlichen Spielarten, neue kamen hinzu, der Leistungsgedanke aber blieb.
Ohne Breitensport gibt es keinen Spitzensport und Spitzensport wirkt immer auch in die Breite. Wie macht sich das im DAV bemerkbar? Einmal angesteckt von einer faszinierenden Sportart wie dem Klettern, zum Beispiel durch Idole wie Alex Megos, spielt die Leistung eine Rolle und ist auch tief
im Breitensport verhaftet. Hier kristallisieren sich dann diejenigen heraus, die, intrinsisch motiviert, mehr Leistung anstreben. Sie werden durch die Trainingsstrukturen in den Sektionen und den Landesverbänden gefördert. Der Spitzensport
Burgi Beste ist seit 2015
kommt dann noch obendrauf, eine erfolg-
DAV Vizepräsidentin und
reiche Nachwuchsförderung ist dafür die
seit April 2025 Mitglied im
Basis.
Präsidium des Internationalen
Wie kann sich der DAV als Fachverband im Kletterfachverbands IFSC. Leistungssport positionieren, um seinen Einfluss bei Natur- und Umweltschutzfragen und für einen zukunftsfähigen Leistungssport geltend zu machen?
Der DAV ist der drittgrößte Sportverband im DOSB, seine Stimme wird gehört. Geht es um Naturschutzregeln für das Skibergsteigen oder um den Ausbau eines nachhaltigen Event-Konzepts für
Kletterwettkämpfe, wird auf den DAV und seine Expertise geschaut, auch international. Das macht den DAV zu einem wichtigen Verbündeten, über die deutsche Sportwelt hinaus, auch
Die unterschiedlichen Disziplinen
Richtung Politik und Gesellschaft.
unserer Nationalkader-Athlet*innen:
Wie der Leistungssport im DAV strukturiert sein muss, um lang-
Para Kletterer Kevin Bartke (DAV Erlangen);
fristig und nachhaltig erfolgreich sein zu können, ohne die Werte
auf Leadklettern und Bouldern spezialisiert
des DAV aus den Augen zu verlieren, wird derzeit geprüft. Für
sind Christoph Hanke (DAV Ringsee) und
den Leistungssport soll eine Struktur mit bestmöglichen Rahmen-
Lucia Dörffel (DAV Chemnitz); Skiberg
bedingungen geschaffen werden, auch die für die Nachwuchs-
steigerin Anna Maria Michel (DAV Berch
arbeit zuständigen Landesverbände werden hierbei eingebunden.
tesgaden); SpeedExpertin Franziska
Die Athlet*innen werden eine Stimme in einem Führungsgremi-
Ritter (DAV Düsseldorf).
um bekommen, zudem wird ein durchdachtes Finanzierungskonzept aufgestellt werden.
3/2025 DAV PANORAMA 27
NACHWUCHSFÖRDERUNG MIT SYSTEM
Skibergsteigen (Skimo) ist nicht nur auf dem Weg den Nachwuchs systematisch zu fördern, gibt zu Olympia 2026, es entwickelt sich auch inner es – wie auch beim Klettern – bundesweit halb des DAV mit großen Schritten weiter. Der gültige Nachwuchskaderkriterien, die klare Fokus rein auf Wettkampfergebnisse und früh Strukturen für die Zusammenarbeit auf Landes zeitige Erfolge wäre allerdings zu kurz gegriffen, und Bundesebene schaffen. Ein weiterer entscheidend sind auch leistungssportfreundli wichtiger Schritt, um die Förderung nachhaltig che Rahmenbedingungen. Im Hinblick auf die zu sichern: bundesweit geeignete Trainings Athlet*innen gilt es Entwicklungspotenziale zu stützpunkte, wo es bereits eine starke Skimo erkennen und die psychische Stabilität sowie Szene, engagierte Landesverbände und geeig eine saubere Technik im Blick zu haben. Um nete Trainingsstätten gibt. Im September wird
PARTNER DES LEISTUNGSSPORTS Die passenden Partner – allen voran die Aus rüstungspartner – sind ein unverzichtbares Puzzleteil, um optimale Rahmenbedingungen für die Athlet*innen zu schaffen und haben auch für die Sportartentwicklung eine große Bedeutung. Denn die finanzielle Unterstützung der Partner fließt direkt in die Nachwuchsarbeit und kommt damit der Entwicklung des Sports an der Basis zugute. Das Ziel sind langfristige Partnerschaften mit einem möglichst nachhalti gen Ansatz – von der Auswahl der Ausstattung über Absprachen zu möglichen langfristigen Weiterverwendungsmöglichkeiten der Aus stattungsgegenstände bis zur bedarfsgerechten Ausstattung.
28 DAV PANORAMA 3/2025
der erste Stützpunkt des Bundesverbands in Berchtesgaden eröffnet – mit Anbindung an die Eliteschule des Sports und optimalen Trainings möglichkeiten. Auch die duale Karriereförderung ist wichtig: Junge Athlet*innen sollen nicht zwischen Sport und Berufsausbildung wählen müssen. Und Programme der Deutschen Sport hilfe und Förderstellen bei Bundeswehr, Bundes polizei oder Landespolizei schaffen Perspektiven für die Zeit nach der sportlichen Karriere.
Trotz hoher Anforderungen sind Gesundheit und Freude an der Sache auch im Leistungssport elementar.
FÜR GESUNDEN UND SICHEREN LEISTUNGSSPORT Die Präventionsarbeit im DAV Leistungssport verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, im Fokus steht das Wohl der Athlet*innen. Deshalb gibt es im DAV ein interdiszipli näres Beratungsteam aus den Bereichen Sportmedizin, Ernährung, Psychologie, Physiotherapie und Trainingswissenschaft, das alle gesundheitlich relevanten Prozesse begleitet. Klettern und Essstörungen: Das so genannte RED S Präventionskonzept des DAV erweitert die Richtlinien des internationalen Fachverbands für Wettkampfklettern IFSC und stellt neben kurzfristigen Schutzmaßnahmen (u. a. BMI Kontrollen bei Wettkämpfen oder Schutzsperren) vor allem die langfristige Behandlung in den Vordergrund: Dazu gehört unter anderem der Aufbau von Ernährungskompetenzen. Weitere Voraussetzung sind eine vertrauensvolle Atmosphäre und ein geschützter Rahmen, um über persönliche, gesundheitliche Sorgen und Probleme zu sprechen. RED S steht für Relative Energy Deficiency in Sport (Relativer Energiemangel im Sport) und beschreibt einen Zustand, der auftritt, wenn Sportler*innen über längere Zeit nicht genügend Energie aus der Nahrung aufnehmen, um den Energie bedarf für Training und Wettkampf wie für die grundlegenden Körperfunktionen zu decken. Der DAV ist Teil des Netzwerks „Gemeinsam gegen Doping“ der Stiftung Nationale Anti Doping Agentur Deutschland (NADA), das sich insbesondere um die frühzeitige Doping Prävention von Nachwuchsathlet*innen kümmert. Im Hinblick auf die Prävention sexualisierter Gewalt arbeitet der DAV aktiv daran, ein sicheres Umfeld zu schaffen. Zur Sensibilisierung und Aufklärung innerhalb des Verbands gehören Schulungen für Mitarbeitende und Ehrenamtliche sowie Ansprechpersonen, die bei Vorfällen Unterstützung bieten.
Seit 2024 ist Mammut offizieller Ausrüstungspart ner des Climbing Team Germany und unterstützt die Deutschen Meisterschaften sowie mehrere regionale Kletter Events des DAV mit Material und Ausstattung für Jury, Routesetting und Helfer*innen. Das Schweizer Outdoor Unternehmen sieht sich in der Verantwortung, den Einfluss seiner Produkte und Prozesse auf die Umwelt stetig zu überprüfen und zu optimieren und hat sich dazu verpflichtet, bis spätestens 2050 ein Netto Null an Emissionen zu erreichen. Seit 2008 ist Bänfer Partner im Kletterwand Pool des DAV, T Wall stellt als Partner Wettkampfwände für die Bouldercups zur Verfügung.
THEMA: LEISTUNGSSPORT
unterstützt werden sie von den Bundestrainer*innen bis zu den vielen ehrenamtlichen Trainer*innen. Aktuell gibt es im Sportklettern etwa fünfhundert aktive ehrenamtliche Leistungssport-Trainer*innen, die Athlet*innen in den Sektionen und an den Stützpunkten trainieren. Ohne sie gäbe es keine Nachwuchsarbeit – hauptberufliche Trainer*innen sind bislang die absolute Ausnahme. Sie schaffen das Fundament, auf dem sich junge Talente für den Spitzensport entwickeln können. Umgekehrt liegt in der Präsenz der DAV-Sportarten auf großen Bühnen wie Olympia eine große Chance, die Bekanntheit für das Klettern, das Para Climbing und das Skibergsteigen zu steigern, den Sport damit auf eine neue Ebene zu bringen und mehr Menschen für das Engagement des DAV zu begeistern.
DAV goes Olympia
Ganz oben, das sind für viele Athlet*innen die Olympischen Spiele. In Tokio 2021 war Sportklettern erstmals olympisch, nach Paris 2024 werden die Teilnehmer*innen 2028 in Los Angeles antreten. 2028 wird Para Climbing außerdem erstmals bei den Paralympischen Spielen vertreten sein (s. auch S. 58 ff.), ein toller Erfolg für die relativ neue Sportart. 2011 nahmen DAV-Athlet*innen an den ersten internationalen Para-Climbing-Wettkämpfen teil, seit 2015 gibt es einen Bundestrainer und Ansprechpartner für alle wettkampforientierten Para Kletter*innen. Und schon nächsten Februar werden bei den Spielen von Mailand und Cortina d’Ampezzo im Skimo erstmals olympische Medaillen vergeben.
Der DAV ist damit der einzige Sportverband, der Athlet*innen sowohl zu den Olympischen Winter- wie Sommerspielen entsenden wird. Und eine weitere Sonderrolle hat der Alpenverein in der Verbändelandschaft: Er ist eben nicht nur Sport- sondern auch Naturschutzverband. Mit entsprechender Verantwortung. Und die fängt im Leistungssport bei der Emissionsbilanzierung an, reicht über möglichst klimaschonende Veranstaltungen und Trainingsmaßnahmen bis hin zur Aufgabe, als zuständiger sportlicher Fachverband in Natur- und Umweltschutzfragen bei Großveranstaltungen wie Olympia Einfluss zu nehmen.
3/2025 DAV PANORAMA 29
Was bedeuten dir die Spiele?
Die olympischen Ringe sind ein Kindheitstraum, die jetzt zum Greifen nahe sind. Wer final dabei sein wird, das steht allerdings erst im Januar 2026 fest. Hoffentlich zu den Spielen fahren zu dürfen, gibt mir einen riesigen Moti-
Skimo Athlet Finn Hösch
vationsschub.
(DAV Bergland München,
Skimo auf hohem Niveau, Deutscher Meister Sprint da kommt es sicher auf je- 2024) möchte mit seinerTeampartnerin Tatjana
des Detail an?
Paller, Deutschlands bester
Absolut. Wir üben zum Skibergsteigerin, bei
Olympia 2026 erfolgreich
Beispiel die Wechselpha-
sein.
se wie eine eigene Disziplin, damit sich die Handgriffe automatisieren und keine Zeit verloren geht. Bei einem Sprintrennen, das nur dreieinhalb Minuten dauert, zählt jede Sekunde sehr viel.
Spitzensport
Gesichter und Geschichten
Was erfüllt dich in deinem Job?
Es ist ein Geschenk, zu sehen, wie Athlet*innen sich entwickeln: von der B-Jugend über die Junioren- bis zur Seniorenklasse. Und an der einen oder anderen Stelle auch Einfluss auf die Per-
Friederike (Fritze) Kops sönlichkeitsentwicklung ist Teil des DAV Trainer*in zu haben. Unsere Athnenteams für den deut
let*innen werden stark
schen Kletter Nationalka der. Dort arbeitet sie am vom Leistungssport Stützpunkt Köln unter an gefordert und müssen derem mit Yannick Flohé,
sich absolut committen,
der bei den Olympischen
das sind ganz starke Per-
Spielen in Paris 2024 startete.
sönlichkeiten!
Michael Wilms, DAV-Leistungssportreferent
Leistungssportstrukturen: Von der Basis an die Spitze
Wie kommen junge DAV-Mitglieder auf die Leistungssport-Schiene?
In der Regel über das gemeinsame Klettern oder Skitourengehen mit den Eltern, eine leistungsorientierte Trainingsgruppe oder einen Talentkader in den Sektionen. Über erste Wettkampferfahrungen führt der Weg dann häufig weiter in die Kader der Landesverbände. Dort gibt es je nach Landesverband spezielle Talentsichtungs- und Leistungszentren. Die letzte Stufe ist dann eine Nominierung in den Bundeskader, der sich wiederum in Nachwuchskader, DAV-Kader, Perspektiv- und Olympiakader unterteilt.
30 DAV PANORAMA 3/2025
Wie fördert der DAV seine Athlet*innen? Förderungen in den Sektionen gehen u. a. in regelmäßige Trainings, qualifizierte Trainer*innen, die Organisation eigener (kleinerer) Wettkämpfe und die Nachwuchsarbeit. Auf Landesebene gibt es dann erste Lehrgangsmaßnahmen wie Trainingspläne und Trainingslager. Die Unterstützung der Bundesathlet*innen umfasst zusätzlich die Betreuung durch hauptberufliche Trainer*innen, die (teilweise) Kostenübernahme für die Entsendung zu Wettkämpfenden,
Michael Wilms ist als DAV Leistungssportrefe
Zugang zu Olympiastützpunkten für Physio-
rent das Bindeglied
therapie und Sportmedizin, Ausrüstung durch zwischen DAV Bundes
geschäftsstelle und den
DAV-Partner und Unterstützung bei der Verein-
Nationalmannschaften.
barkeit von Sport und Ausbildung/Beruf.
Welche Bedeutung hat das Para Climbing für dich in sportlicher Hinsicht?
Für mich sind die Erfahrungen, die ich bei den Wettkämpfen mache, als auch die bei den Teamtrainings, unbezahlbar und unglaublich wertvoll. Ich lerne super viel über mich selbst, mein Handicap und den Umgang damit.
Und im Hinblick auf Inklusion in der Gesellschaft? Inklusion im Klettersport bietet in meinen Augen sehr viel Potenzial, da jede*r die Möglichkeit hat, eigene Grenzen zu überwinden und über sich hinauszuwachsen. Auf internationaler Ebene ist enormes Wachstum zu verzeichnen und durch
Aldrik Bethke (DAV
die Teilnahme an den
Oldenburg), Boulder
Paralympischen Spielen Trainer, Para Climbing
Beauftragter für das Land
2028 wird der Sport si-
Niedersachsen und Mitglied
cherlich einen enormen
im DAV Nationalkader
Zuwachs bekommen. (Starterklasse AU3).
Wie finanziert sich das?
Der DAV erhält im Gegensatz zu den meisten anderen olympischen Verbänden in Deutschland keine Förderung vom Bund und finanziert sich allein aus Eigenmitteln. Das ist eine große Herausforderung für die Struktur und das Training. Allein bei der Kletter-Infrastruktur ist das komplizierter als bei anderen Sportarten: Wir brauchen neben der Kletterwand an sich einen sehr spezifischen, weil alters- und leistungsgerechten Routenbau. Eine parallele Nutzung von Infrastruktur durch Leistungs- und Breitensport ist oft nicht möglich. Dazu kommen steigende Reise- und Wettkampfkosten.
THEMA: LEISTUNGSSPORT
Warum brennst du für den Leistungssport? Im Wettkampf geht es vor allem darum, mit Druck umzugehen und im entscheidenden Moment alles abrufen zu können. Genau das reizt mich: trotz Stress und Zeitdruck ruhig und konzentriert zu bleiben. Wenn ich
Afra Hönig (DAV Landshut),
dann meine Leistung zei-
Europacup Gewinnerin
gen kann und alles zu- 2025 (Bouldern), hat sammenpasst, fühlt sich regelmäßig in der
Sportklettergruppe der
das unglaublich befriedi-
Sektion trainiert. Mit
gend an.
ungefähr acht Jahren hat sie ihren ersten Wettkampf
Was bedeutet es für dich,
bestritten – und ab da war
auf internationaler Bühne klar: Das ist ihr Sport. Deutschland zu vertreten, und was kannst du deinem Publikum zurückgeben? Für Deutschland zu starten, ist für mich eine große Ehre – aber auch eine große Verantwortung. In jedem Wettkampf gebe ich mein Bestes, nicht nur für mich selbst, sondern auch für die Menschen, die hinter mir stehen und mich unterstützen. Ich hoffe, dass ich Menschen inspirieren kann, dranzubleiben und ihre eigenen Ziele zu verfolgen. Ich möchte zeigen, dass es sich lohnt, für etwas zu brennen und niemals aufzugeben.
WETTKAMPFSPORT-HIGHLIGHTS Wer sich einmal im Stream, im TV oder vor Ort ansehen möchte, wie sich die Besten beim Klettern und bei Ski tourenrennen messen, hat dazu bei einigen der anstehenden Wettbewerbe die Möglichkeit: X 20. 25.9. Para Climbing Weltmeisterschaft Seoul X 21. 28.9. Weltmeisterschaft Sportklettern Seoul X 11.12.10. Deutsche Meisterschaft Lead, Neu Ulm, Übertragung im Livestream
sportdeutschland.tv/alpenverein (opens in a new tab)
X 7. 8.2.26 Der Klassiker unter den bayerischen Skitouren
rennen ist der Jennerstier in Berchtesgaden.
jennerstier.de (opens in a new tab)
X 19./21.2.26 Skimo bei Olympia, Bormio.
milanocortina2026.olympics.com (opens in a new tab)
DAV-TEAMS AUF SOCIAL MEDIA: @dav.wettkampfklettern, @paraclimbing_team_germany, @SkimoTeamGermany
Leistungsbergsteigen im DAV-Expeditionskader
Gemeinsam stark fürs Unbekannte
Seit 25 Jahren ist der DAV-Expeditionskader eine Anlaufstelle für junge Menschen, die sich dem ambitionierten, explorativen Alpinismus widmen wollen. Ein sich selbst verstärkendes Erfolgsmodell, obwohl (oder gerade weil?) Höchstleistung dabei nicht im Vordergrund steht.
Text: Andi Dick
an muss die Pferde nicht zum Saufen tragen“, wetterte Bernd Kullmann,
M
gestandener Extrembergsteiger, in
den 1990er Jahren bei einer Diskussion über die Förderung des ambitionierten Alpinismus durch den DAV. Doch dass man wie „Kulle“ zu seiner Zeit durch die Sektions-„Jungmannschaft“ ins wilde alpine Gelände sozialisiert wurde, diese Zeit war damals vorbei, wie Jan Mersch konstatierte. Er hatte an einer der letzten „Trainingsexpeditionen“ teilgenommen und festgestellt, dass die junge Generation zwar schwer klettern konnte – ein wichtiges und wertvolles Fundament für jeden Alpinismus –, dass aber die Routine im „alpinen Rödelgelände“ fehlte. Deshalb schlug er ein dreijähriges Ausbildungsprogramm vor, in dem motivierten Jung-Alpinisten die dafür nötigen Skills vermittelt werden sollten. Unter dem Namen „DAV-Expedkader“ startete das erste Team von 2000 bis 2002, Mersch leitete die ersten zwei Gruppen. Die Abschlussexpedition verlief zwar eher glücklos, doch die Kaderzeit war für viele der Teilnehmer Rückenwind für die Bergführerausbildung oder alpine Karrieren, als Profi oder im DAV. Bis heute geben ehemalige Kadermitglieder ihre Erfahrungen als Trainer oder in DAV-Lehrteams weiter – ein Engelskreis, alpines Mentoring mit System.
Der DAV-Kader war nicht der erste und blieb nicht der letzte: Heute gibt es rund ein Dutzend Teams zwischen Spanien, Slowenien und Großbritannien. Manche setzen ihre Schwerpunkte auf das soziale Miteinander im Team, andere streben nach Spitzenleistungen; manche Teams
32 DAV PANORAMA 3/2025
mischen Männer und Frauen, andere (wie im DAV) trennen die Geschlechter.
Die DAV-Expedkader sind keine Nationalmannschaft der Allerbesten, sondern ein Trainings- und Coachingprogramm für ambitionierte und begabte junge Menschen. Ergänzend dazu gibt es Nachwuchscamps für Jugendliche. Wie es der Alpinismus bedingt, ist „Leistung“ dabei eine komplexe Größe. Dabei steht nicht wie im Wettkampf der Vergleich im Fokus. Beim Bergsteigen im „wilden“ Gelände ist man als Seilschaft unterwegs, vereint die individuellen Stärken im Team, lernt voneinander und bringt sich ein, um gemeinsam Ziele zu erreichen.
Bewährte Gemeinschaft
Wie inspirierend und motivierend dieser Ansatz ist, sieht man vor allem beim Frauenteam. Schon bei einem der ersten Abschluss-Vorträge war das Alpine Museum überfüllt, bei jeder neuen Auswahlrunde steigen die Zahl und das Niveau der Interessentinnen. Fast alle Frauen in der deutschen Bergführerausbildung kommen aus dem Kader, und wenn das Frauenbergsteigen auf hohem Niveau in Deutschland boomt, ist das sicher dem Kaderprogramm mit der Leitfigur Dörte Pietron zu verdanken, die seit dem ersten Frauenteam 2011 ihre Rolle als Trainerin lebt.
Was den Alpinismus zum Beispiel vom Wettkampfklettern unterscheidet: Er kann leichter zum Tod führen, wie einst Dr. Michael Olzowy die DAV-Hauptversammlung warnte, als ehrenamtlicher Ausbildungsreferent für die ersten Kader verantwortlich. In den letzten zehn Jahren kamen leider einige Teilnehmer der Männer-
THEMA: LEISTUNGSSPORT
DAV-EXPEDITIONSKADER
Die Mitglieder des DAV-Expeditionskaders erhalten eine fundierte alpinistische Ausbildung. In mehreren Trainingscamps werden unter anderem die Fähigkeiten im Bigwall-, Trad- und Eisklettern geschult und verbessert. Außerdem steht die Persönlichkeitsbildung und die Förderung von Teamkompetenz im Zentrum. Das zusammengewachsene Team begibt sich schließlich auf eine selbstorganisierte Abschlussexpedition, bei der Erstbesteigungen und -begehungen auf dem Programm stehen. X Aktuelle Kader: Männerteam 2023-2025, Frauenteam 2024-2026 X Interessierte können sich für spezielle Sichtungs-
camps bewerben. Die nächsten Camps finden 2026 (Männer) und 2027 (Frauen) statt. Mehr zum DAV Expeditionskader: alpenverein.de/expedkader-teams (opens in a new tab)
Die DAV Expeditionskader werden unterstützt von:
Online exklusiv: Freiheit, Risiko, Verantwortung – darüber sprechen Dörte Pietron, Trainerin des Frauenkaders, und Sebastian Brutscher, Trainer des Männerkaders, im Interview (QR-Code). DAV-Expeditionsförderung: Der Deutsche Alpenverein fördert Expeditionen nach bestimmten Richtlinien, auch ambitionierte, alpine Felskletterprojekte können gefördert werden.
alpenverein.de/verband/bergsport/leistungsbergsteigen/expeditionsfoerderung (opens in a new tab) Alpinistische Nachwuchsförderung auf Landes- und Sektionsebene – Beispiele: X DAV-Alpinkader NRW: Förderprogramm des DAV-Landesverbands Nordrhein-Westfalen im Bereich Bergsteigen und Alpinklettern. alpinkader.nrw (opens in a new tab) X Auch in einzelnen Sektionen gibt es verschiedene Projekte zur alpinistischen Nachwuchsförderung, über zwei Beispiele aus den Sektionen Reutlingen und Tübingen sowie Berchtesgaden berichten wir auf S. 84f.
kader ums Leben – wenn auch bei privaten Unternehmungen. Und dennoch stellte der DAV das Kaderkonzept nicht grundsätzlich in Frage; versucht allerdings, durch psychologische Betreuung und Motivations-Management den inneren Leistungsdrang zu moderieren, der gerade junge Männer oft an oder über Grenzen treibt. Umso besser ist es für sie zu wissen, dass es in diesen Teams, bei dieser Facette von DAV-Leistungsförderung nicht um Spitzenerfolge oder Profi-
„Discofox“ – nicht nur der Freuden-
karrieren geht. Sondern um essenzielle Erleb-
tanz der Expedkader-Frauen bei ihrer Abschlussexpedition 2023, sondern
nisse, die einem Leben Linie geben können: sich
auch der Name der gelungenen erst-
bestens vorbereitet ins Unbekannte wagen; am
begangenen Route in Grönland.
Unerwarteten über sich hinauswachsen; als bewährte Gemeinschaft starker Teamplayer zu- Andi Dick nahm an
der DAV-Trainingsex-
rückkommen.
pedition 1988 teil, war
Jungen Menschen die Türen zu dieser Welt zu ehrenamtlich für das
DAV-Leistungsbergstei-
öffnen und sie reifen zu lassen für die Bewäh-
gen zuständig, Trainer
rung, darf der Alpenverein zu seinen edelsten beim Sichtungscamp
2003 und begleitet die
Aufgaben zählen. Ohne sich dem Vorwurf aus-
Teams begeistert als
zusetzen, Pferde zum Saufen zu führen.
Journalist.
3/2025 DAV PANORAMA 33
DAV-Wettkampfdisziplinen
Nach der Premiere 2021 und 2024 ist das Sportklettern bereits fest als olympische Sportart etabliert. 2026 folgt das Skibergsteigen (Skimo), seit 2002 internationale Wettkampfsportart. Und 2028 wird Para Climbing olympisch, 2011 starteten die ersten DAV-Athlet*innen international. Zuständiger deutscher Fachverband für alle drei Sportarten ist der DAV – wir stellen die einzelnen Disziplinen vor. Mehr Infos: alpenverein.de/verband/wettkampf (opens in a new tab)
Skimo
Skimo (Skimountaineering) ist die Wettkampfform
Die Disziplinen:
des klassischen Skitourengehens. Seit 2001 betreibt
Sprint: Ein kurzer Kurs mit Aufstieg, Abfahrt und einer Trage-
der DAV Skimo als Leistungssport und stellt die Deut-
passage. Entscheidend sind auch Wechselphasen zwischen
sche Nationalmannschaft auf. Neben regelmäßig
Aufstieg und Abfahrt, denn im Sprint zählt jede Sekunde.
stattfindenden Welt- und Europameisterschaften ist
Mixed Staffel (männlich/weiblich): Gemischter Teamwettbe-
Skimo erstmals auch bei den Olympischen Winter-
werb. Es werden jeweils zwei Runden bewältigt mit jeweils
spielen Milano Cortina 2026 dabei. Ausgetragen wer-
zwei Aufstiegen und zwei Abfahrten.
den die Disziplinen Sprint und Mixed Staffel (s. r.)
Vertical: Ein durchgehender Aufstieg auf Ski, ohne Abfahrt. Hier zählt hauptsächlich die Ausdauerleistung (nicht olympisch).
Individual: Mindestens drei Aufstiege und Abfahrten im freien Gelände und damit die längste Wettkampfdistanz mit bis zu 1900 Höhenmeter
bergauf (nicht olympisch).
Para Climbing
Es gibt mehrere Startklassen, je nach Art und Grad der Einschränkung (1-3 hinter den Kürzeln). Alle Routen werden mit Toprope-Sicherung geklettert. B Blinde Athlet*innen AL Athlet*innen mit Beinamputation AU Athlet*innen mit Armamputation RP Athlet*innen mit neurologischer Beeinträchtigung 2028 wird Para Climbing erstmals Teil der Paralympischen Spiele in Los Angeles sein.
Bouldern
Bouldern bezeichnet das Klettern ohne Seil in Absprunghöhe (maximal 4,5 Meter). Das Ziel besteht darin, eine bestimmte Anzahl von „Problemen“ in möglichst wenigen Versuchen zu lösen.
Lead
Beim Leadklettern geht es darum, innerhalb von 6 Minuten eine Route so weit wie möglich zu klettern. Erreichen mehrere Athlet*innen das „Top“, zählt das Ergebnis aus den vorherigen Runden und dann die Zeit für die Platzierung.
AUF EINEN BLICK
Speed
Jeweils zwei Athlet*innen treten gegeneinander an, um eine weltweit genormte, 15 Meter hohe Wand mit immer gleicher Griffabfolge so schnell wie möglich nach oben zu klettern. Gesichert wird mit einem Selbstsicherungsautomaten.
3/2025 DAV PANORAMA 35
Alpenüberquerung mit Krebserkrankung
Da geht noch was
Jedes Jahr bringt der Verein „20000Höhenmeter“ Menschen mit und nach Krebserkrankungen über die Berge. Der Freiburger Bergwanderführer Johannes Hepting hat dafür eine spezielle Route ausgetüftelt. Sie ist eine machbare Herausforderung – und eine schöne Tour zum Nachwandern.
Text: Andrea Mertes, Fotos: Enno Kapitza
ie eine Prüfung aus Fels und Ge
haben wir die Vorbereitung gemacht.“ Seit April
röll überragt der Scharnitzsattel
haben sie alle für diesen Moment hier trainiert,
W
in den Lechtaler Alpen die letz
auch für die Schlüsselstelle auf dieser ganz spe
ten Latschenkiefern. Grau und steil erhebt sich Bei manchen ziellen Alpenüberquerung. Alle fünf Teilneh seine Wand, Eisentritte und Seilversicherungen liegt die letzte merinnen haben Krebs. Bei manchen liegt die glänzen in der Sonne. Der Sattel selbst, hoch
letzte Chemotherapie erst ein paar Monate zu
Chemotherapie
oben auf 2441 Metern, ist von der Einstiegsstelle
rück. Zwei von ihnen tragen noch einen Port Ka
erst ein paar
aus nicht zu sehen. Auch dann nicht, wenn man
theter unter der Haut, jenen dauerhaften Zugang
Monate zurück.
den Kopf weit in den Nacken legt. „Traust du uns
zur Vene, der eingesetzt wird, um Medikamente
das zu?“, fragt jemand aus der Gruppe vorsich
direkt ins Blut zu bringen, ohne dass immer wie
tig. „Ja“, sagt Hannes klar und einfach. „Deshalb
der in die Armvene gestochen werden muss. Die
36 DAV PANORAMA 3/2025
Die Gruppe erreicht am letzten Tag der Alpenüberquerung die Schneebergscharte; anspruchsvoller Aufstieg zum Scharnitzsattel (u.).
Ports sind auch ein Symbol: Mag sein, dass die eine oder andere noch nicht über den Berg ist. Doch über die Berge wollen sie, und das gemein sam. Um sich zurückzuholen, was ihnen der Krebs gestohlen hat: das Vertrauen in den ei genen Körper. Und das Vertrauen auf ein gutes Leben trotz der Diagnose.
Deshalb sind Ariane, Anke, Astrid, Angelika und Gabi an einem Sonntag Ende Juli von der Ge meinde Stanzach im unteren Lechtal aus losge wandert, geführt von Johannes Hepting, einem leidenschaftlichen Bergsportler und Bergwan derführer aus dem Schwarzwald. Hannes, wie alle ihn rufen, ist vor vielen Jahren selbst an Krebs erkrankt. Er kennt das Gefühl, wenn ei nem Chemo und Operationen die letzte Kraft aus den Knochen saugen. „Als ich nach der Therapie das erste Mal wieder auf dem Feldberg stand, fühlte sich das an, als hätte ich den Mount Ever est erklommen“, erinnert er sich. Dieses Erlebnis will er mit anderen teilen. Und so hat er den Al pencross für Krebserkrankte ersonnen, eine Route ausgetüftelt, gemeinsam mit seiner Frau Renate einen Verein zur Finanzierung gegründet. Mit einem Team aus den Bereichen Sportmedizin, Sportwissenschaft, Physiotherapie, Onkologie und Wanderexpertise haben sie die Teilneh merinnen über drei Monate hinweg vorbereitet, den großen Weg über die Alpen zu nehmen.
Und doch kann einen nichts darauf vorberei ten, das erste Mal im Leben vor einem vierhun dert Meter hohen Aufstieg voller Geröllschutt zu stehen, aus dem Eisentritte herausragen. „Es hat wahnsinnig viele Ketten drin, da könnt ihr euch überall gut festhalten“, beruhigt Hannes ein paar blank liegende Nerven, dann teilt er die Gruppe auf. Die Stärkeren steigen mit Wander führerin Kirstin Rütschle vor, den Rest der Gruppe nehmen Hannes und seine Frau Renate in ihre Mitte. Schritt für Schritt arbeiten sie sich hoch. Langsam, vorsichtig, doch immer stetig. Bejubelt werden sie von jenen, die bereits auf dem Sattel angekommen sind, das Pfeifen des
Mag sein, dass die eine oder andere noch nicht über den Berg ist. Doch über die Berge wollen sie, und das gemeinsam.
ALPENÜBERQUERUNG
Windes im Ohr, wild flatternde Tibet Flaggen über den Köpfen. Als schließlich alle oben ste hen auf dem kleinen felsigen Plateau, fallen sie einander in die Arme, so manche Träne fließt. „Wir schaffen das gemeinsam“: Das alte Berg steigermotto, dass eine Gruppe exakt so schnell ist wie ihr langsamstes Mitglied und man sich gegenseitig hilft, wird hier gelebt.
Die Kraft der Gemeinsamkeit verbindet die Gruppe von Anfang an. Sie zeigt sich nach der ersten Nacht im Almdorf Fallerschein, als Ari ane, die Jüngste in der Gruppe, ihren Geburts tag feiert und zum Frühstück ein symbolisches Sträußchen Bergblumen überreicht bekommt. Die Alpenüberquerung hat sich die 34 Jährige nach ihrer Brustkrebserkrankung selbst ge schenkt, als Belohnung: „Wenn ich es schaffe, ein Jahr ohne Rückfall zu leben, dann laufe ich da mit“, hat sie sich gesagt. Früher hätte Ariane so etwas nie gemacht: „Auf das Duschen zu ver zichten oder nur zwei T Shirts mitzunehmen, das wäre gar nicht gegangen.“ Die Krankheit hat den Blick verändert für das, was wirklich wichtig ist im Leben.
Die Anhalter Hütte ist am zweiten Tag des Al pencross das Tagesziel, knapp 1200 Höhenme ter geht es dafür bergan. Schon nach einer Drei viertelstunde kleben Haare verschwitzt auf der Stirn, der eine oder andere Rucksack liegt zum ersten Mal schwerer als gedacht auf den Schul tern. Besonders anspruchsvoll ist es für die 55 jährige Astrid, deren Körper in ihrem Leben schon gegen vieles erfolgreich gekämpft hat: Die Ergotherapeutin hat Multiple Sklerose, Brust krebs, Leukämie. „Früher war ich voller Power“, wird sie irgendwann in diesen Tagen erzählen, „doch ich kann das nicht mehr leisten.“ Und das muss sie auch nicht. Es gibt genügend Hände in der Gruppe, die ihr im Anstieg Richtung Putzen joch einen Teil des Gepäcks abnehmen, Zip Beu tel mit Shirts oder Snacks in die eigenen Ta schen umpacken. Astrids Rucksack ist leichter, die Schritte werden es auch. Da geht noch was.
Nieselregen hängt am nächsten Morgen über der Hütte, Regenjacken werden aus den Tiefen des Rucksacks gekramt. Neugierig schaut eine Schar frei lebender Pferde der Gruppe zu, die durch den Nebel über die tiefgrünen Hänge zum Steinjöchle aufsteigt. Später geht es zum Hahntennjoch hinab und über die Passstraße weiter zum Scharnitzsattel. Dahinter sind es nur noch zwei Stunden bis zur Muttekopfhütte oberhalb von Imst. Dort wirft die Sonne am Nachmittag einen Blick aus den bleigrauen Wolken und lächelt. Es gibt auch allen Grund dazu: In der Gruppe lässt zum ersten Mal die Aufregung gegenüber der Aufgabe spürbar nach. Stolz und Erleichterung zeigen sich auf den Gesichtern, als Hannes beim Abendessen das Feedback Gespräch anstößt. Wie der Tag war, will er allabendlich von jeder wissen, und auch: Was hast du auf dem Herzen?
Diese Gesprächsrunden sind ein Mix aus dem, was das Leben mit sich bringt. Mal geht es um schlaflose Nächte (die Schnarchgeräusche im Matratzenlager!), mal um das Gehtempo, mal um die Nachrichten von den Lieben da heim. Vor allem geht es ums Zuhören: „Vor vier Jahren bin ich kaum ein paar Schritte aus dem
38 DAV PANORAMA 3/2025
Gruppenbild mit Hund: Johannes, Anke, Kirstin, Gabi, Angelika, Ariane, Renate, Astrid und Cicco; viele Emotionen nach dem letzten Anstieg der Tour; der Port von Teilnehmerin Astrid; am Imster Gruebigjöchl, kurz vor dem letzten Aufstieg zur Anhalter Hütte (o. r.).
Dorf rausgekommen“, erzählt die 49 jährige Anke, bei der ein Mammakarzinom entdeckt
„Vor vier Jahren wurde. Was sie bis heute kaum jemandem au bin ich kaum ßerhalb ihrer Familie erzählt hat. „Und jetzt
gehe ich über die Alpen“, ergänzt sie voller
ein paar Schrit-
Stolz. Die Gruppe nickt. Jede kennt solche Ge
te aus dem Dorf
schichten.
rausgekommen,
Nicht nur die Abende haben ihre Rituale, son
jetzt gehe ich
dern auch die Morgen: Sie gehören dem Yoga.
über die Alpen.“
Alpenüberquererin Gabi, eine erfahrene Yoga lehrerin, leitet durch kurze, fünfminütige Se quenzen, mit Atmen und Dehnen, mit Medita tion und Balance Übungen. Einmal sagt die
61 Jährige dabei: „Unten trägt mich die Erde, gibt mir Stabilität. Nach oben sind wir ganz frei und offen für alles das, was da kommen mag.“ Alle wackeln auf dem steinigen Untergrund, während sie einbeinig und in schweren Berg stiefeln in der Haltung des Baums stehen. Doch sie fühlen, dass es stimmt, was Gabi sagt, die selbst einen schwarzen Hautkrebs überwun den hat und mehrere Transplantationen. Wer so etwas durchlebt und dennoch von Offenheit gegenüber dem Leben spricht, dem nimmt man das ab.
Als ob das Leben die Botschaft ebenfalls ge hört hätte, zeigt es sich die nächsten Tage von der leuchtenden Seite. Auf dem Weg von der Muttekopfhütte über den Drischlsteig nach Imst werden die Regenjacken ein letztes Mal ausgepackt, ab Sölden (den Weg dahin kürzt ein Bus ab) beginnt das T Shirt Wetter. Der Tag ist als Ruhetag geplant, am frühen Nachmittag er reicht die Gruppe Fiegl’s Hütte im Ötztaler Windachtal oberhalb von Sölden. Hier beginnt das Reich der Bartgeier. Für die kommenden zwei Tage werden sie immer wieder über der Gruppe auftauchen, mit ihrer Spannweite von bis zu drei Metern ihre Kreise ziehen, wie Er scheinungen aus einem anderen Zeitalter.
„Vor dem Tag morgen habe ich Bammel“, sagt Angelika beim abendlichen Feedback. Sie ist nach ihrer Brustkrebserkrankung zum zweiten Mal beim Alpencross dabei und kennt die rund
Details zum Tourenverlauf
Den Verein 20000Höhenmeter e.V. gibt es seit 2018, das Team um Johannes und Renate Hepting führt regelmäßig Alpenüberquerungen für Patient*innen mit oder nach Krebserkrankung durch.
Mehr Infos: 20000hoehenmeter.de (opens in a new tab)
Für Andrea Mertes und Enno Kapitza war diese Alpenüberquerung ein besonderes Erlebnis, der Mut der Teilnehmerinnen hat sie sehr beeindruckt.
ALPENÜBERQUERUNG
achthundert Höhenmeter, die am nächsten Tag aufs Brunnenkogelhaus führen. „Voriges Jahr bin ich unterwegs an Corona erkrankt, da hat’s mir den Stecker gezogen.“ Auch bei den ande ren kehrt noch einmal die Anspannung zurück. Noch drei Tage, noch drei Hütten: Werden sie es schaffen? Müdigkeit macht sich breit, bei man chen werden die Neuropathien in Händen und Füßen quälender: Die Nervenschädigungen sind eine häufige Begleiterscheinung von Che motherapien und führen unter anderem zu Taubheitsgefühlen.
Der nächste Tag kommt, und mit ihm ein neu es Tempo: Geradezu mönchisch langsam, jeden kleinen Schritt achtsam setzend, führt Renate Hepting die Gruppe durch einen silbrig glänzen den Bergwald. Immer weiter in Serpentinen hi nauf über Steinplatten und Felsen, an einer aus gesetzten, mit Ketten versicherten Stelle vorbei hinauf aufs Brunnenkogelhaus, das exponiert und mit grandioser Weitsicht in 2738 Metern Höhe in den Stubaier Alpen thront. Es ist der höchste Punkt der Tour. Nur 24 Menschen finden hier ein Bett. Sie alle erleben von diesem Logen platz aus einen grandiosen Sonnenuntergang.
Am nächsten Morgen geht es vorbei an Scha fen und Hühnern tief hinab ins Tal, gut tausend Höhenmeter hinunter nach Zwieselstein und von dort teilweise mit Busunterstützung übers Timmelsjoch nach Italien. Im Gasthaus Hoch first wartet ein Cappuccino, allmählich wird klar: Wir schaffen das wirklich! Und mit der Schutzhütte Schneeberg im Passeiertal wartet noch einmal eine unwirklich schöne Unter kunft auf die Gruppe, ehe mit der Schneeberg scharte (Kaindljoch) der wirklich letzte Anstieg vor ihnen liegt. Dahinter führt der Weg ins Rid nauntal. „Auf der Scharte wird viel geweint“, hatte Hannes prophezeit. Und so kommt es dann auch. Es sind Tränen der Erleichterung nach dieser ultimativen, letzten Prüfung. „Je des Gepäckstück, das ich hier hochgetragen habe, steht für das Gepäck der letzten Jahre“, sagt Anke, und wischt sich die feuchten Augen trocken. „Jetzt kann ich das loslassen.“ Dann schultert sie gemeinsam mit den anderen ihren Rucksack. Ab jetzt wird es leichter.
3/2025 DAV PANORAMA 39
Wie viel hilft das Gerät?
Bremsassistenten
Die letzten Versuche und Veröffentlichungen zum Thema Sichern mit Gewichtsunterschied liegen mittlerweile acht Jahre zurück, seitdem hat sich einiges getan. Zeit für die DAV-Sicherheitsforschung, neue Entwicklungen unter die Lupe zu nehmen.
Text und Fotos: DAV-Sicherheitsforschung Illustrationen: Georg Sojer
Espressi: Das Gerät vom Ohm: Die neue Auflage Ohmega: Neues Konzept, Zaed: Vom Hersteller Raed Assist: Der neue Brems Hersteller Bauer hat nun des bereits seit einigen hebelbasiert und mit einge Climbing, seit 2024 auf assistent von der Firma eine Schlinge und einen Jahren erhältlichen Brems bauter Seilrolle sowie drei dem Markt mit drei ein Mammut, voraussichtlich Bolzen zum einfacheren assistenten Ohm der Firma einstellbaren Kompensatio
stellbaren Stufen.
Anfang 2026 auf dem
Einhängen und zwei unter Edelrid hat nun einen Dreh nen. Von Edelrid, ab August
Markt, konnte von uns aber
schiedliche Bremsscheiben.
wirbel verbaut.
auf dem Markt erhältlich.
schon jetzt getestet werden.
rühere Untersuchungen haben gezeigt, dass beim zogen, kann dies zu Quetschungen oder zur Aufhebung der
FGewichtsunterschied in einer Seilschaft bei +/-5 Kg liegteinem geraden Seilverlauf in der Halle, der optimaleSichern in einem reibungsarmen Umfeld, etwa bei kletternde Person verlängert sich der Bremsweg, was mitBlockierfunktion des Sicherungsgerätes führen. Für dieVerletzungen durch Aufprall/Kollision und im schlimmsten
(bit.ly/3SXkg6j (opens in a new tab)).
Fall in einem Bodensturz enden kann. Ein großer Ge-
Ist die kletternde Person schwerer, wird die sichernde wichtsunterschied erschwert zudem das gleichmäßige Person im Sturzfall hochgerissen. Dadurch erhöht sich das Ablassen und es kann eher zum Kontrollverlust des Verletzungsrisiko durch Anprall oder Kollision und Kont- Bremsseils kommen. Je nach Situation und Erfahrung der rollverlust des Bremsseils. Wird man an die erste Exe ge- sichernden Person ist es daher sinnvoll, ab einem gewis-
40 DAV PANORAMA 3/2025
sen Gewichtsunterschied Maßnahmen zu ergreifen, um das Unfallpotenzial zu verringern. Eine Möglichkeit ist die Verwendung von Geräten, die im Seilverlauf an der ersten Exe angebracht werden, um den Gewichtsunterschied innerhalb einer Seilschaft auszugleichen. Aktuell gibt es mehrere Geräte auf dem Markt – vielfältig sind auch die Bezeichnungen, die im Umlauf sind: Reibungsverstärker/-erhöher, Vorschaltwiderstände, Seilbremsen, Bremshilfen usw. Im Rahmen der Erarbeitung einer Norm in der UIAA Safety Comission hat man sich auf den englischen Begriff „Brake Assistants“ geeinigt. Im weiteren Verlauf des Artikels wird daher von Bremsassistenten gesprochen.
Untersuchung
Im Rahmen einer wissenschaftlichen Studienarbeit haben wir Messungen mit Sturzreihen am Versuchsturm durchgeführt und diese durch praxisnahe Tests in der Kletterhalle ergänzt. Folgende Geräte (s. links) haben wir auf ihre Funktion und das Handling untersucht: Zorro (ohne Abb.), Espressi Basic sowie Lite (Bauer), Ohm 2, Ohmega (Edelrid), Zaed (Raed Climbing), Assist (Mammut voraussichtlich Anfang 26 auf dem Markt).
Wie funktionieren Bremsassistenten? Derzeit gibt es verschiedene Gerätetypen, die auf Basis von unterschiedlichen Funktionsprinzipien die Seilreibung erhöhen und damit die Kraft verringern, die bei der sichernden Person ankommt:
1. Reibungserhöhung durch Umschlingungswinkel (Espressi und Zaed): Das Seil läuft um ein oder mehrere feste Elemente mit Radius. Umso größer der Umschlingungswinkel, umso höher die Reibung. Beim Zaed (Bild u. r.) lassen sich durch das Verstellen eines Bolzens drei unterschiedliche Positionen und somit unterschiedliche Umschlingungswinkel einstellen.
SICHERHEITSFORSCHUNG
- Reibungserhöhung durch Quetschen mit Schlitzführung (Ohm): Das Seil wird im Sturzfall in den Schlitz gedrückt, die Kontaktpressung erhöht die Reibung.
- Quetschung durch Hebel (Ohmega, Assist): Der Seilzug versetzt einen gefederten Hebel in Bewegung, der das Seil gegen eine Fläche drückt. Die Stärke, mit der der Hebel auf das Seil drückt, ist abhängig vom Hebelarm und dem Abstand zum Haken, aus diesem Grund gibt es drei Bremskraftstufen beim Ohmega. Der Abstand zum Haken beeinflusst den Umschlagweg des Geräts und damit die Wirkdauer der Quetschung (zwei Stufen beim Assist, siehe Abb.).
Ohmega: Verschiedene Einhänge Assist: Wird eine Exe (max. positionen des Karabiners in den 30 cm) in das Gerät eingehängt, Schlaufen ergeben unterschied ist die Kompensation geringer liche Kompensationen (3 Stufen, als direkt im Karabiner (Boost markiert am Gerät).
Mode, s. o.).
Wie viel Gewichtsunterschied gleichen die Geräte aus?
Hersteller geben in ihrer Gebrauchsanleitung an, für welchen Gewichtsunterschied ihr Gerät geeignet ist (s. Tab. S. 41). Worauf genau diese Angaben beruhen, ist nicht bei allen Herstellern offensichtlich. In der Normungsgruppe der UIAA wird momentan ein Testaufbau (Abb. 1) diskutiert, um einen objektiven Kompensationswert zu ermitteln.
3/2025 DAV PANORAMA 41
Testaufbau
80kg m2
1 m
6,0 m
80kg
m2
165°
3,10 m
80kg
m1
1,40 m
m1 80kg
Der Kompensationswert wird wie folgt bestimmt: In einem ersten Schritt wird ein Referenztest durchgeführt. Dafür wird bei einem Gewichtsverhältnis von 1:1 der Sicherungsmasse zur Sturzmasse (z.B. 80 kg zu 80 kg) gemessen, wie hoch die Sicherungsmasse bei einem standardisierten Sturz gezogen wird. Anschließend wird der Bremsassistent auf Höhe der ersten Exe eingehängt und die Sturzmasse so weit erhöht, bis die Sicherungsmasse dieselbe Referenzhöhe erreicht. Beispiel bei einem Sicherungsgewicht von 80 kg: Wird die Referenzhöhe bei einem Sturzgewicht von 95 kg erreicht, beträgt der ermittelte Kompensationswert 15 kg. Dieser Wert sagt aus, wie viel Kilogramm Gewicht durch das Gerät ausgeglichen werden kann. Diesen Test führten wir mit verschiedenen Seildurchmessern und Gewichtsmassen durch, die Ergebnisse sind in Tabelle 1 (rechts) dargestellt.
Was fällt auf?
Bei den Tests mit dickerem Seil fallen die Kompensationswerte bei den meisten Geräten deutlich höher aus als mit dünnem Seil. Das muss in der Praxis unbedingt berücksichtigt werden. Bei einem „zu geringen“ Gewichtsunterschied bremsen die Geräte dann entsprechend „stark“, was bei einem passiven Sicherungsverhalten dazu führt, dass die Stürze für die kletternde Person sehr hart werden!
42 DAV PANORAMA 3/2025
Abb. 1: Der Testaufbau ergibt sich aus folgender Überle gung: Steht die sichernde Person 1 m entfernt von einer senkrechten Wand (Vorgabe in der Gebrauchsanleitung der Bremsassistenten) und ist das Gerät in 3,10 m Höhe eingehängt (Norm für die Höhe der ersten Exe), ergibt sich ein Winkel von 165 ° zwischen dem in das Gerät einlaufen de und auslaufende Seil. Um den Einfluss eines Anpralls
105kg
der Sicherungsmasse an der
m2
Wand zu vermeiden, wurde der Winkel durch eine Auslenkung der Sturzmasse erzeugt.
80kg
m1
1,40 m
Achtung: Bei einem Sturz direkt in das Gerät weist nur das Zaed keinerlei Kompensation auf, wobei gerade in Bodennähe das Bodensturz- und Kollisionsrisiko hoch ist. Während beim Ohmega der Kompensationswert ähnlich wie beim Sturz in eine nachfolgende Zwischensicherung ist, gleichen Ohm 2 und Assist hier sehr viel mehr Gewicht aus. Das heißt: Ein Sturz direkt in das Gerät wird sehr hart gebremst – priorisiertes Ziel beim Sturz in die erste Zwischensicherung ist hier allerdings, einen Grounder zu verhindern.
Labor vs. Kletterhalle
Zusätzlich zu den Laborversuchen haben wir die Geräte in Praxisversuchen in der Kletterhalle getestet. Wie hoch wird die sichernde Person bei konstantem Sturzgewicht gezogen? Lassen sich die im Labor ermittelten Kompensationswerte mit Personen bestätigen? Dafür haben wir den Gewichtsunterschied in der Seilschaft mit Hilfe einer Gewichtsweste angepasst. Die Ergebnisse aus dem Labor spiegeln sich in der Praxis größtenteils wider und das, obwohl mehr unkontrollierbare Variablen als im Laborversuch im Spiel waren. Wir gehen davon aus, dass man bei den im Labor ermittelten Werten mit dünnem Seil von einem Mindestmaß an er-
SICHERHEITSFORSCHUNG
Kompensationswert (kg)
Gerät
Seildurchmesser
Espressi lite
Espressi basic & Zorro
Zaed St. 1
Zaed St. 2
Zaed St. 3
Ohmega St. 1
Ohmega St. 2
Ohmega St. 3
Ohm 2
Mammut Assist (mit Exe)
Mammut Assist Boost Mode (mit Karabiner)
Sturz in Zwischensicherung (passiv)
Ø 8,9 mm
10
10
0-5
10
15
10-15
20-25
30
25
20
30
Sturz in Zwischensicherung (passiv)
Ø 10,5 mm
10
15
10
10-15
25
20-25
35
>40*
40
35
50
Sturz ins Gerät Angaben des Herstellers (aktiv)
zum Gewichtsunterschied
Ø 8,9 mm
10
max. 1,6-fache
10
max. 2-fache
0
max. 18-22 kg
0
max. 28-35 kg
0
max. 40- 49 kg
10
min. 10 kg
20
min. 20 kg
20
min. 30 kg
>40
25 kg
>50
20-35 kg
>50
30-50 kg
Tab. 1: Ermittelte Kompensationswerte der Geräte im Testaufbau (Abb. 1). Die Versuche wurden mit einer gleichbleibenden Sicherungsmasse von 80 kg durchgeführt. Mit einer Sicherungsmasse von 40 kg waren die ermittelten Kompensationswerte gleich, teilweise geringfügig weniger.
* Ohmega > 40. Die Sturzmasse wurde nicht auf mehr als 120 kg erhöht (bei Sicherungsmasse 80 kg), mit Sicherungsmasse 40 kg war der
Kompensationswert 60 kg.
AUS DEM HERZEN DER DOLOMITEN (opens in a new tab)
Abb. 2: Praxistests in der Kletterhalle: Gewichtsunterschied 29 kg, passives Sicherungsverhalten, Seildurchmesser 9 mm. Die unterschiedlich starke Bremswirkung der Geräte wird durch die Höhe der sichernden Person verdeutlicht. Von l. n. r.: nur mit Karabiner, Zaed Stufe 2, Ohm. Roter Kreis: eingehängte Zwischensicherung bzw. Gerät.
reichbarer Kompensation ausgehen kann und diese in der Praxis teilweise etwas höher ausfallen kann.
Aktiv-dynamisch sichern!
Mit den Bremsassistenten kann also bei einem Gewichtsunterschied (je nach Gerät und Einstellung in unterschiedlich hohem Maße) erfolgreich die Sturzweite reduziert werden – die sichernde Person wird weniger hochgerissen. Doch was bedeutet das für die stürzende Person? Je stärker ein Gerät bremst, umso härter und unangenehmer wird der Sturz – so die Logik. Das wurde auch durch Kraftmessungen in den Versuchen bestätigt. Für die Praxis bedeutet das: Um den Sturz angenehm zu gestalten, sollte
Funktion & Handling
Genauer auf die Erkenntnisse zu Funktion und Handling der Bremsassistenten wird im Onlineartikel (QR-Code) eingegangen. Hier ein paar kurze Hinweise: Auf korrektes Einlegen des Seils beim Partnercheck achten.
Falsche Seilrichtung kann von außen unbemerkt bleiben und die Funktion aufheben. Fehlauslösung durch Seilzug des Kletternden ist bei neueren Geräten weniger Thema. Achtung beim Ablassen auf Aktivierung des Gerätes. Setzt sich die kletternde Person langsam ins Seil, kann das die sichernde Person an die Wand ziehen und die Gerätefunktion aufheben. Bremsassistenten sind unter Last nicht einfach entfernbar. Methoden zum Abbau sind:
Sich an Exe festmachen, Seil aus Gerät nehmen, Gerät an Materialschlaufe hängen (Achtung, keine Bremsfunktion auf den letzten Metern). Sich an Exe festmachen und Gerät am Anseilring befestigen (Bremsfunktion bleibt erhalten, Pendelgefahr beachten). Gerät von unten ungesichert (niedrige Exe) oder durch Partnerwechsel im Toprope (leichter Kletternde) aushängen.
44 DAV PANORAMA 3/2025
man aktiv weich sichern, so wie es auch für einen hohen Gewichtsunterschied bei einer schweren sichernden und leichten kletternden Person empfohlen wird. In unseren Praxisversuchsreihen konnte mit allen Bremsassistenten weich gesichert werden. Die gemessene Kraft an der Umlenkung reduzierte sich bei allen Geräten durch aktiv-dynamisches Sichern auf einen ähnlichen Wert. Zu beachten: Durch den Umschlagweg des Gerätes kann sich das richtige Timing zum köperdynamischen Sichern gegenüber dem Sichern ohne Bremsassistent verändern. Das sollten Seilschaften mit dem jeweiligen Gerät üben.
Auf den Winkel kommt es an! Alle Geräte benötigen einen bestimmten, minimalen Seileinlaufwinkel, damit sie die Bremsunterstützung aufbauen können. In allen Gebrauchsanleitungen steht deswegen, dass die sichernde Person mindestens einen Meter Abstand zum eingehängten Gerät einhalten soll – nicht nur zur Wand (wichtig, wenn die erste Exe im Überhang hängt;
s. Abb. 3). Im Sturzfall wird die sichernde Person hochgezogen, was den Winkel verkleinert und somit (minimal später) auch zur Aktivierung führen kann. Starker Überhang oder Platten haben Auswirkungen auf Seileinlauf- und -auslaufwinkel und somit die Aktivierung der Geräte. Das Zaed beispielsweise entfaltet nur in einem kleinen Winkelbereich die volle Bremswirkung. In der Gebrauchsanleitung steht, dass das Gerät nur bis zu einem maximal 55 Grad steilen Überhang verwendet werden darf. Beginnt die Route mit einer Platte oder kommt am Anfang ein Quergang, sind die Winkelverhältnisse wieder anders. Alle Eventualitäten konnten wir noch nicht ausführlich un-
SICHERHEITSFORSCHUNG
tersuchen – wichtig demnach ein bewusster und situativ-aufmerksamer Einsatz
Inspirieren (opens in a new tab).
der Geräte vor allem draußen am Fels.
FaktorenBeeinflussende
!
Im Prinzip muss eine Seilschaft all die Dinge berücksichtigen, die das Sichern sonst auch beeinflussen! Ob die Verwendung eines Bremsassistenten angebracht ist, muss für jede Situation/Route neu analy-
Abb. 3: Kritisch kann es werden,
siert werden. Handelt es
wenn die sichernde Person (aufgrund
sich zum Beispiel um eine
eines Überhangs) unter dem Gerät durchschwingen kann.
Route am Fels, die durch eine „Zickzack“-Linienfüh-
rung viele Seilknicke und dadurch mehr Seilreibung erzeugt, kann es sein, dass ein Bremsassistent nicht notwendig ist, zu harten Stürzen führt, oder dazu, dass man die kletternde Person nicht mehr ablassen kann. Diese Thematik wird durch eine hohe Luftfeuchtigkeit, Seildicke und Seilbeschaffenheit (abgenutzt, aufgepelzt) noch verstärkt.
Beispiel: Besteht ein Gewichtsunterschied von 15 kg in einer Seilschaft am Fels bei einer nicht geraden Linienführung mit einem aufgepelzten dicken Seil, ist der Einsatz eines Brems assistenten nicht unbedingt sinnvoll.
Zusammenfassung
Bremsassistenten können das Sichern schwererer Kletterpartner*innen spürbar erleichtern und die Sicherheit erhöhen. Die ermittelten Kompensationswerte bieten dabei einen objektiven Vergleich der Bremswirkung der verschiedenen Geräte. Dennoch sind diese Werte nicht als absolut zu verstehen – Seil-
Mit Öffis zum Berg (opens in a new tab)
dicke, Seilbeschaffenheit, Routenverlauf und sogar Luftfeuch-
Layer öffentliche Verkehrsmittel (opens in a new tab)
tigkeit beeinflussen die Bremswirkung und sollten bei der Anwendung berücksichtigt werden. Den größten Einfluss hat jedoch die sichernde Person selbst: Gutes Sichern ist anspruchsvoll, gerade leichte Sichernde, die aktiv-dynamisches Sichern nicht gewohnt sind, sollten mit Julia Janotte und Lorenz
Berker arbeiten in der DAV-
Bremsassistenten ihr Siche-
Sicherheitsforschung,
rungsverhalten ganz gezielt an- Marina Krabatsch hat im
Rahmen ihrer Masterarbeit
passen, Feedback einholen und
zu Bremsassistenten an den
üben.
Versuchen mitgewirkt.
3/2025 DAV PANORAMA 45
Herzgesund in die Berge
Prävention, Warnzeichen, Therapie
Das Herz ist die Pumpe, die uns jede Bewegung in den Bergen ermöglicht. Deshalb ist es besonders wichtig, Warnzeichen für Probleme dieses Organs frühzeitig zu erkennen und ent sprechend zu reagieren. Besser noch: Man sorgt präventiv dafür, das Herz gesund zu erhalten.
Text: PD Dr. Dr. med. Isabelle Schöffl
46 DAV PANORAMA 3/2025
FITNESS & GESUNDHEIT
aut der aktuellen Unfallstatistik des Österreichi- der Grunderkrankung. Eine koronare Herzerkrankung äu-
Lden Bergen. Die Gründe für einen plötzlichen Herztod beimKreislauf-Versagen die häufigste Todesursache inschen Kuratoriums für Alpine Sicherheit ist Herz- nem Ausstrahlen in den linken Arm, vor allem unter Belas-ßert sich typischerweise mit Stechen in der Brust und ei-tung. Diese klassischen Merkmale können allerdings auch
Sport sind vielfältig und oftmals auch von regionalen, gene- völlig fehlen oder sich anders darstellen. tischen Faktoren bestimmt. In Deutschland zeigt sich in Eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis) kann ebenfalls einer nationalen Registerstudie, dass die Ursache oft mit mit einem Stechen in der Brust auffallen. Typischerweise dem Alter zusammenhängt. Ab einem Alter von 35 Jahren geht diesen Beschwerden ein viraler Infekt vorweg. Oftsteht die koronare Herzerkrankung im Mittelpunkt, wäh- mals werden auch Atemnot und ungewöhnliche Müdigkeit rend jüngere Menschen eher an einer Herzmuskelentzün- im Sinne eines Fatigue-Syndroms beschrieben. Doch auch dung sterben. Andere mögliche Ursachen sind seltener hier können die Zeichen sehr unterschiedlich ausfallen. und verteilen sich auf Herzrhythmusstörungen und struk- In jedem Fall ist eine neu aufgetretene Belastungseinturelle Erkrankungen des Herzmuskels – teilweise konnte schränkung mit oder ohne vorangegangenen Infekt imdie Ursache auch nicht aufgeklärt werden. Interessanter- mer ein Warnzeichen und rechtfertigt eine kardiologische weise liegt das größte Risiko weniger im Hochleistungs- Abklärung. als im Freizeitbereich. Insgesamt scheinen Männer häufiger vom plötzlichen Herztod betroffen zu sein als Frauen. Kardiologische Abklärung
Wenn der Verdacht auf eine Herzerkrankung im Raum
Warnzeichen einer Herzerkrankung
steht, ist eine kardiologische Abklärung unbedingt not-
Woran lässt sich erkennen, dass etwas mit dem Herzen wendig. Hier sollte zumindest ein EKG geschrieben sowie nicht stimmt? Prinzipiell richten sich die Symptome nach eine Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardio-
WUNDUM VERSORGT (opens in a new tab): UNSERE ALL-IN-ONE WUND-DESINFEKTION (opens in a new tab).
BEKÄMPFT 99,9 %* DER RELEVANTEN KEIME 1 (opens in a new tab)
- Desinfiziert Wunden zuverlässig
- Schützt vor Infektionen
- Unterstützt die Wundheilung
* Das Wirkprinzip von Povidon-Iod (opens in a new tab), Betaisodona® Salbe 100 mg/g / Lösung 100 mg/ml, Wirkstoff (opens in a new tab): Povidon-Iod (opens in a new tab). Anwendungsgebiete: Salbe (opens in a new tab): Betaisodona® dem Wirkstoff von BETAISODONA® (opens in a new tab), Salbe ist ein keimtötendes Mittel (Antiseptikum) zur Anwendung auf Haut und Wunden. Betaisodona® Salbe wird wiederbegründet eine umfassende Wirksam- holt zeitlich begrenzt angewendet zur antiseptischen Wundbehandlung bei geschädigter Haut (opens in a new tab), z.B. Druckgeschwüre (opens in a new tab),
keit gegen ein breites Spektrum humanpathogener Mikroorganismen. In vitro, das bedeutet Unterschenkelgeschwüre, oberflächlichen Wunden und Verbrennungen, infizierten und superinfizierten Hauterkrankungen (opens in a new tab). in Untersuchungen im Labor, reduziert Povidon-Iod ausgewählte Erreger (u.a (opens in a new tab). Staphylococcus Lösung (opens in a new tab): Betaisodona® Lösung ist ein keimtötendes Mittel (Antiseptikum) zur Anwendung auf Haut, Schleimhaut und aureus, MRSA, Streptococcus pyogenes, Candida albicans, Escherichia coli und Pseudo- Wunden. Betaisodona® Lösung wird einmalig angewendet zur Desinfektion der intakten äußeren Haut oder Antiseptik der monas aeruginosa) innerhalb von 30 Sekunden um mehr als 99,9 %. Bakteriensporen und Schleimhaut wie z.B. vor Operationen, Biopsien, Injektionen, Punktionen, Blutentnahmen und Blasenkatheterisierungen (opens in a new tab). einige Virus-Spezies werden im Allgemeinen erst nach längerer Einwirkzeit in ausreichen- Betaisodona® Lösung wird wiederholt zeitlich begrenzt angewendet zur antiseptischen Wundbehandlung (z.B (opens in a new tab). Druckdem Maße inaktiviert. Povidon-Iod kann mit Eiweiß und verschiedenen anderen organischen geschwüre, Unterschenkelgeschwüre) bei Verbrennungen, infizierten und superinfizierten Hauterkrankungen sowie zur Substanzen, wie z. B. Blut- und Eiterbestandteilen reagieren, wodurch seine Wirksamkeit chirurgischen Händedesinfektion (opens in a new tab). Warnhinweise (opens in a new tab): Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren (opens in a new tab). Zu Risiken und beeinträchtigt werden kann. | 1 Tan EL et al. GMS Hygiene and Infection Control 2021, Vol. 16 Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke. 11-24 (opens in a new tab)
FITNESS & GESUNDHEIT
Bergsport gibt Hoffnung
Für viele Menschen ist der Zugang zu den Bergen, aber auch zum Sport generell erschwert. Menschen mit angeborenen Herzfehlern werden oftmals schon als Kinder vom Sport abgehalten und eher ermutigt, passiv durchs Leben zu gehen. Insbesondere die Sauerstoffarmut in der Höhe schreckt viele Ärzt*innen sowie Betroffene und deren Angehörige davon ab, die Schönheit der Berge live zu erleben. Dabei ist die Höhenluft für Menschen mit angeborenen oder erworbenen Herzerkrankungen genauso gesund wie für andere. Um Aufklärungsarbeit leisten zu können und Eltern wie Betroffenen eine Plattform zu bieten, wo sie Fragen und Sorgen besprechen können, ist die Etablierung einer kindersportkardiologischen
dierter Trainingsplan helfen. Einhei-
Beratungsstelle an der Universitätsklinik Erlangen geplant. Um diese Stelle zu
ten mit kurzen intensiven Interval-
finanzieren, unternehmen Sandra Spörl, eine Patientin mit angeborenem Herzfehler, und Isabelle Schöffl, ihre Ärztin und Verfasserin dieses Artikels, mit Unterstüt-
len scheinen besonders effektiv zu
zung der Stiftung Kinderherzen den Transalpine Run 2025 als Charity Run.
sein. Am Berg kurz mal außer Puste
Alle Infos und Spendenkonto:
zu kommen, ist also eher zu emp-
kinderherzen.de (opens in a new tab)
fehlen, als dass von Bergsport generell abgeraten werden sollte. Bei einer Entzündung des Herzmuskels verhält sich die Rückkehr zum Sport allerdings anders. Hier ist ent-
sprechend dem Schweregrad der Herzbeteiligung eine Pause von drei oder sechs Monaten angesagt. Bevor es zurück in den Bergsport geht, sollte eine Belastungsuntersuchung sicherstellen, dass bei höheren Herzfrequenzen keine Rhythmusstörungen auftreten, da diese einen plötzlichen Herztod zur Folge haben können. Sobald aus kardiologischer Sicht das
Eine Ultraschalluntersuchung lässt bei Verdacht auf eine Herzerkrankung
Okay da ist, spricht nichts dagegen,
Rückschlüsse auf die Ursache zu.
den Sport wieder genauso auszuüben, wie man dies vor der Erkrankung ge-
graphie) und eine Labordiagnostik durchgeführt werden, tan hat. Natürlich immer angepasst an die eigenen Fähigum die Ursache und das Ausmaß des potenziellen Scha- keiten und das Fitness-Level. dens abschätzen zu können. Je nach Ursache erfolgen dann eventuell weitere Untersuchungen. Möglicherweise Prävention von Herzerkrankungen ist auch eine Katheter-Untersuchung des Herzens notwen- Die Stärke des Sports liegt nicht nur in der Regeneration dig. Eine Belastungsuntersuchung sollte erst durchgeführt nach einer Herzerkrankung, sondern auch in deren Prävenwerden, nachdem eine entzündliche Ursache ausge- tion. Bereits im Kindesalter entstehen Risikofaktoren, die schlossen werden konnte. Im Anschluss an die Untersu- später zu kardiovaskulären Problemen führen können. Das chungen wird eine entsprechende Therapie unter kardio- sind vor allem Bluthochdruck, Übergewicht logischer Betreuung eingeleitet.
und Insulinresistenz sowie das „böse“ Cholesterin. Sportliche Aktivität beein-
Rückkehr in den Bergsport
flusst all diese Faktoren über verschiedene
Viele Studien belegen die Bedeutung von sportlicher Ak- Mechanismen positiv und senkt damit das tivität nach einer Herzerkrankung. Auch hier hängt das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.
Als Kinderkardiologin
weitere Vorgehen von der Ursache ab. Bei einer Erkran- Hier gilt eindeutig: je früher, desto besser. an der Universitätsklinik kung der Herzkranzgefäße ist bekannt, dass jede Form Sportliche Aktivität sollte von klein auf zur Erlangen ist die Förde
rung sportlicher Akti
von Sport die Lebenserwartung verbessert. Hier gilt: je Normalität gehören. Doch auch später gibt vität von Kindern und mehr, desto besser. Allerdings sollte das Training graduell es keinen Grund zu verzagen: Sport hält in Erwachsenen mit Herz
fehlern das Hauptan
erfolgen und sich über einen bestimmten Zeitraum lang- jedem Alter das Fortschreiten kardiovas-
liegen von PD Dr. Dr.
sam steigern. Hier kann ein sportwissenschaftlich fun- kulärer Erkrankungen auf.
med. Isabelle Schöffl.
48 DAV PANORAMA 3/2025
DAS MAGAZIN DER JUGEND DES DEUTSCHEN ALPENVEREINS
25/3
BANKROTT
IN DIE BERGE?
GELD, GELD, GELD
– ohne geht’s halt nicht, gell … Die Knotenpunkt-Redaktion hat Spartipps für die nächste Bergtour gesammelt. Ob Secondhand-Funktionskleidung oder das wohl komplizierteste Fahrradticket der Republik, hier ist sicher für alle etwas dabei! Leistungssport auf der anderen Seite ist vermutlich nicht für alle etwas. Raoul Taschinski aus unserer Bundesjugendleitung legt dar, wie das Gremium aktuell zum Thema Leistungssport steht und was dieses Jahr noch passieren wird. Unter anderem wird es dazu nämlich einen Antrag auf der Bundesjugendver-
sammlung vom 10. bis 12. Oktober geben – und wie das genau funktioniert, erfahrt ihr von „Andi, der Antrag“ in Wort und Comic.
Ein Gedanke in unserem Heft liegt mir besonders am Herzen: Jonathan kommentiert, ob wir wirklich alle alles immer brauchen – oder ob nicht auch Verzicht an sich wertvoll sein kann. Und was kaputte Bänke mit Zahlungsausfall zu tun haben, erfahrt ihr in Sepps Wortschatz.
Ich wünsche euch viel Spaß mit dieser Ausgabe des Knotenpunkts, genießt den Rest des Sommers!
NIKO
bankrottWORTSCHATZ
In der Renaissance wurde so manchem unglücklichen Geldwechsler das „Cash“ knapp (abgeleitet vom italienischen „Cassa“, in Italien gab es bereits im Mittelalter die ersten Banken). Konnte einer dieser ersten Bänker seine Zahlungen nicht mehr leisten, wurde kurzerhand sein Holztisch („banca“) auf dem Markt symbolhaft zerschlagen („rotta“)
– er war bankrott. SH
Selbstgemachtes spart Bares – und auf der Leine getrocknet auch Strom.
Sepp Hell
UNTERWEGS MIT WENIG GELD
VOM PLEITEGEIER ZUM SPARFUCHS
Ferienwohnung statt Campingplatz: Die Zeiten, in denen Campen spottbillig war, sind in vielen Regionen leider vorbei. Ist man in einer größeren Gruppe unterwegs, kann es sich lohnen, die Preise von Ferienwohnungen zu checken, manchmal ist das pro Nase günstiger als der Campingplatz!
Verbundkarten sind bei Übernachtungen in der Region oft kostenfrei, damit lassen sich öffentliche Verkehrsmittel der Tourismusregion und manchmal sogar Bergbahnen gratis nutzen.
Das Problem der letzten Meile vom Bahnhof zum Berg – mit dem Fahrrad lässt sich das oft gut lösen! Das Ticket BaSti(R) ist ein Fahrradticket für einen Euro für eine beliebige Strecke im bayerischen Nahverkehr. Der Haken: Es gibt zahlreiche Einschränkungen. Nicht gültig ist das Ticket in Schulferien, an Feiertagen und an den Sommerwochenenden. Außerdem gilt es erst ab 9 Uhr und auf manchen Strecken sogar gar nicht. Ein weiteres Problem: Leider sind die Züge häufig überfüllt und für Fahrräder ist eh kein Platz mehr. Sollte man aber doch einmal an einem Mittwochmittag mit dem Rad in die Berge fahren wollen, dann ist das BaSti(R) perfekt.
Eine gemeinsame Verpflegung bietet sich gerade bei (Jugend-)Gruppen an. Bei der Gipfelbrotzeit wird alles auf einer großen Picknickdecke geteilt. Am besten macht ihr das schon vorher aus oder kauft Gruppenverpflegung.
Frag am Bauernhof nach Obst: Keine Lust, die Äpfel im Supermarkt zu kaufen und Würmer oder Druckstellen
Spartipp Jugendleitervorteile nutzen: →5 + 1-Regel: Mit einer Gruppe von 5 Jugendlichen ist die Jugendleiter-Übernachtung kostenlos. →Bei privater Übernachtung ist auf einer DAV-Hütte nur der Jugendpreis zu zahlen. →Zuschüsse über Kreis-/Stadt-Jugendringe
z. B. 20 €/Tourentag für Leiter*innen und 10 € für Teilnehmer*innen. →Zuschüsse für mit der Gruppe durchgeführte Touren über die Sektion, z. B. für Fahrtkosten, Verpflegung, Ausrüstung. →JL-Ausbildungen/Fortbildungen in der Regel auf Sektionskosten. Spartipp Mitgliedsvorteile auf DAV-Hütten nutzen: →Mindestens 12 € günstigere Hüttenübernachtung gegenüber Nichtmitgliedern. →Recht auf Selbstverpflegung (5 € Infrastruktur-Beitrag) auf DAV-Hütten. →Angebot eines mindestens vegetarischen Bergsteigeressens für maximal 11 €. →Angebot für ein alkoholfreies Getränk – mindestens 40 Prozent billiger als Bier in gleicher Menge.
→Teewasser für 3 €/Liter
(inkl. 2 Tassen)
Das Leben ist teuer, das merkt man besonders als junger Mensch, wenn die finanziellen Mittel oft noch sehr begrenzt sind. Und wer dann das nächste Outdoor-Abenteuer plant, wird sehr schnell mit der Frage konfrontiert sein: Kann ich mir das leisten? Der Trip zum nächsten Kletterfelsen oder auf die Hütte zum Wandern, die Übernachtung, Verpflegung, eventuell sind auch eine neue Jacke oder ein Paar Kletterschuhe fällig – das alles kostet Geld. Die Knotenpunkt-Redaktion hat ihre persönlichen Lieblingstipps zusammengestellt, wie man möglichst günstig
unterwegs sein kann. REDAKTION KNOTENPUNKT
stören dich nicht? Dann frag doch mal in der Nachbarschaft oder beim Bauernhof in deiner Umgebung oder im Tal vor der Tour, ob sie nicht ein paar Äpfel entbehren können – vorzugsweise dann, wenn die Wiese unter dem Baum sowieso voller Fallobst ist.
Erdnusscrunchy. Vergiss Powerriegel, Trockenobst und Nüsse. Wenn du kurz vorm Umfallen bist, hilft nur Erdnusscrunchy. Am besten schmecken Mischungen aus 99 Prozent Erdnüssen und 1 Prozent Salz, erhältlich in den meisten Bioläden und vielen Supermärkten für ca. 5-7 Euro pro 500 Gramm. Der Preis lohnt sich. Mit über 650 kcal/100 g hat das Ding dreimal mehr Energie als der durchschnittliche Müsliriegel.
Foodsharing.de: Die Organisation setzt sich für das Retten von Lebensmitteln ein. So könnt ihr euch von anderen Nutzer*innen auf der Plattform in der Nähe so genannte „Essenskörbe“ anzeigen lassen und abholen. Auch Betriebsabholungen sind möglich. Davor bitte die Richtlinien checken und einhalten! Über toogoodtogo.
ALLE TIPPS (opens in a new tab)
com findet ihr ebenfalls gute und günstige Lebensmittel,
KÖNNT IHR (opens in a new tab)
die sonst in der Tonne landen würden.
ONLINE NACHLESEN (opens in a new tab)
Alpinflohmärkte werden regelmäßig von vielen Sektionen veranstaltet. Hier lassen sich oftmals echte Schnäppchen machen und man kann Rucksäcke, Jacken oder Tourenski zu guten Preisen ergattern. Finger weg von gebrauchter Sicherheitsausrüstung, man weiß nie, was Seile oder Gurte schon so alles hinter sich haben.
Finde Kleidung: Noch sparsamer als Flohmarktbesuche ist das Finden von Kleidung. Oft liegen T-Shirts, Mützen und Co. am Wegesrand und vegetieren vor sich hin. Wenn sie schon vom Regen durchnässt sind, kann man guten
Titelbild
Gewissens davon ausgehen, dass sie schon länger da lie-
Ganz ohne Moos ist auch
gen. Nach einer kurzen Wäsche sind die Klamotten wie am Berg nix los.
Adobe Firefly/E. Zacherl
neu und die Umwelt freut sich gleich doppelt.
LEISTUNGSSPORT IN DER JDAV
DAS GANZE (opens in a new tab)
„DER MENSCH STEHT
VOR DER MEDAILLE“
Wie lassen sich die Werte der JDAV mit dem leistungsorientierten System des Wettkampfkletterns vereinbaren? Ein Gespräch mit Raoul Taschinski aus der Bundesjugendleitung über Sponsoring-Listen, gesundheitliche Risiken und warum gerade die JDAV Verantwortung übernehmen muss.
VON SOLVEIG EICHNER
Schon vor den Olympischen Spielen 2021 in Tokio war Wettkampfklettern in der JDAV präsent – welche Fragen standen damals wie heute im Mittelpunkt?
Für die JDAV waren und sind über all die Jahre die Grundsätze und Bildungsziele die leitenden Werte. Dabei kam die Frage auf: Passt das zum Leistungs- und Wettkampfsport? Beim Bundesjugendleitertag 2013 in Köln wurde ein Positionspapier dazu beschlossen. Wir haben das Leistungsstreben als eine Form der Betätigung in der JDAV anerkannt und gleichzeitig mögliche Interessenkonflikte zur Jugendarbeit adressiert. Wenn ich den Geist der JDAV beschreibe, schlagen in unserer Brust zwei Herzen. Das eine sagt: Werte gehen vor Leistung. Das andere: Junge Menschen sollen den Leistungsgedanken ausleben können. Trotzdem wollten wir die Entwicklung des Klettersports bei Olympia und im Wettkampfbereich generell kritisch begleiten.
Was sind die größten Kritikpunkte am Leistungssport innerhalb der JDAV?
Wenn man sich mal eine Liste macht, was alles problematisch ist: hoher CO2-Ausstoß durch internationale Flüge, psychische Belastung, gesundheitliche Risiken – Stichwort Essstörungen
– und der Umgang mit den jungen Menschen, die keine Medaillen gewinnen … Das sind Punkte, bei denen wir als Jugendverband sagen müssen: Wenn es darum geht, dass es Menschen gut geht – und auch dem Planeten –, dann dürfen wir da nicht einfach wegsehen, nur des Erfolgs wegen.
Wie wird die Zukunft des Leistungssports innerhalb der JDAV diskutiert?
Wir stehen gerade vor der Bundesjugendversammlung, wo wir genau diese Linie miteinander ausloten wollen. Wir haben eine Projektgruppe gegründet, in der wir mit Vertreter*innen der verschiedenen Anspruchsgruppen diskutiert haben. Es geht um einen konstruktiven Austausch und gegenseitiges
ist. Unser Fokus richtet sich eben auf alle jungen Menschen in derJDAV.
Welche aktuellen Themen besprecht ihr in der Projektgruppe? Besonders das Sponsoring kommt immer wieder auf: Es gab etwa die Diskussion, ob wir unsere Sponsoring-Richtlinien aufweichen, um mehr Geld für den Leistungssport zu bekommen – also z. B. mit Fluglinien zu kooperieren. Da war unsere Antwort ganz klar: Nein, das wollen wir nicht. Wir sind eben nicht nur ein Sportverband, sondern auch ein Jugend- und Naturschutzverband. Deshalb sagen wir: Selbst wenn es wehtut, selbst wenn es hart ist, und selbst wenn es für die Athlet*innen und die Sektionen bedeutet, dass sie mehr zahlen müssen – wir halten an unseren Werten fest und suchen nach Kompromissen. Wir wollen eine Umgebung schaffen, in der junge Menschen Leistung bringen können, aber nicht auf Kosten von Klima, Gesundheit oder Gerechtigkeit. Bei den Ausschlusslisten des DAV und der JDAV im Sponsoring bleiben wir hart und verzichten lieber, auch wenn es um hohe
Summen geht.
Inwieweit unterscheidet sich der DAV von anderen Sportverbänden? Der DAV hat in der Hinsicht einen Vorteil: Wir bekommen keine Mittel vom Bundesinnenministerium – bei einer staatlichen Förderung würde man diese erfolgsorientiert nach Medaillen und Platzierungen bekommen. Das macht zwar an anderer Stelle Probleme, aber einen Vorteil hat es: Es kann uns somit im
Thorben Perry Bloem bei der DM Bouldern 2024 (o.); Raoul Taschinski, Bundesjugendleiter*in.
Thomas Schermer, privat
Kern gleich sein, ob wir eine Medaille bekommen oder nicht. Wir
Verständnis für Positionen, Methoden und Haltungen. Es ist
können andere Werte in den Mittelpunkt stellen: den gesunden
uns ein großes Anliegen, Verantwortung für junge Menschen
Menschen. Die Menschen, die im DAV Leistungssport betreiben,
zu übernehmen. Aber auch Leistungssportler*innen in der
sollen reflektiert reingehen und gesund wieder rauskommen –
JDAV müssen sich bewusst sein, dass es ein Spannungsfeld
dafür fühlen wir uns verantwortlich.
AUF DER BUNDESJUGENDVERSAMMLUNG
Andi, der Antrag startet durch
Hallo, ich bin Andi, der Antrag. Ich nehme euch heute Dann ist der große Moment gekommen! Gemeinsam mit auf meinen Weg zur Bundesjugendversammlung mit den Änderungsanträgen wird ein letztes Mal über (BJV), um Selbstversorgungsrechte zu stärken! Hoffentlich mich diskutiert und dann abgestimmt. Alles läuft gut und bist auch du schon für deine Sektion delegiert und ange- eine große Mehrheit der Teilnehmenden stimmt für mich. meldet, dann können wir gleich gemeinsam fahren.
Jetzt bin ich angenommen und damit für die ganze JDAV gültig! Das heißt, die JDAV wird sich von nun
Aber von vorne: Angefangen habe ich als Idee von einer
an stärker für bessere Selbstversorgungsrechte
Gruppe JDAVler*innen. Vielleicht saßest du schon mal mit
einsetzen.
deiner Jugendgruppe vor der Hütte im Regen, um eure mitgebrachte Brotzeit zu essen? Die Gruppe hat sich über- Doch was mache ich eigentlich jetzt? Eigentlegt, dass es wohl auch anderen Leuten in der JDAV so lich geht es dann erst richtig los. Die Bungeht und sie lieber in der warmen Stube sitzen würden. desjugendleitung kümmert sich darum, Daraufhin haben sie mich, den Antrag, geschrieben, um dass ich auch umgesetzt werde. Dadie Selbstversorgungsrechte auf Hütten zu stärken.
für hat sie verschiedene Möglichkeiten. Innerhalb der JDAV kann die
Als Nächstes habe ich mich auf den Weg zur Bundesjugend-
BJL direkt für Veränderung sorgen.
leitung (BJL) gemacht. Die BJL spricht dann mit meinen An-
Für viele Anträge spricht sie auch
tragsteller*innen und kann Hilfe anbieten. Sie hat schon viele
mit dem DAV, das hat sie auch bei
Anträge wie mich getroffen und weiß, was wichtig ist, damit
mir getan. Zum Beispiel hat die Bun-
Mehr zu Andi,
ich gut vorbereitet auf der BJV ankomme. Dann wird angekün-
desjugendleitung beim DAV einen An-
dem Antrag gibt's
digt, dass ich bei der BJV dabei bin, indem ich auf die Tagesord-
im Comic auf S.54.
trag gestellt, wie die Selbstversor-
nung, sozusagen das Programm, geschrieben werde.
Erbse
gungsrechte in Zukunft besser werden
Jetzt kann ich mich auf den Weg zur Bundesjugendver- können. Außerdem trifft sich die BJL mit politischen Entsammlung machen. Als Erstes stelle ich mich gemeinsam scheidungsträger*innen, um die Position der JDAV nach mit meinen Antragsteller*innen in der großen Runde vor. innen wie nach außen zu tragen. Da aber ziemlich viele Menschen dort sind, gibt es auch
Jetzt habe ich einen ganz schön langen Weg hinter mir,
eine kleine Runde, wo die Leute uns besser kennenlernen
aber zum Glück war der gar nicht so schwer, weil so viele
können und über mich diskutieren und ins Gespräch kom-
Leute mitgemacht haben. Hoffentlich sitzen bald auch alle
men können. Vielleicht entstehen auch noch Änderungsan-
Jugendgruppen bei der Brotzeit im Trockenen.
träge, die einzelne Stellen in meinem Text anpassen wollen. Die kommen dann mit mir gemeinsam auf die Bühne.
ANNIKA QUANTZ, SIMON LANGEBRAKE
Sepp Hell
Biwaktour in Slowenien
Hütten in Slowenien? Fehlanzeige! Den abenteuerlustigen
Jungs der JDAV Mühldorf gefiel es aber sogar noch besser in den Biwakschachteln, wo sie den Herausforderungen von schwerem Gepäck, anspruchsvollen Etappen und Wassermangel trotzten und die un-
ZUM GANZEN BERICHT (opens in a new tab)
glaublich schöne Einsamkeit der slowenischen Alpen genossen. SEPP HELL
UND VIDEO DER AUSSERGEWÖHNLICHEN (opens in a new tab)
Für die nächste großartige Tour unterstützt der JDAV-Partner Globetrotter die Jugend-
JUGENDFAHRT GEHT’S (opens in a new tab)
gruppe gerne mit einem Einkaufsgutschein im Wert von 100 Euro.
WAS UNS BEWEGT
VERZICHT
Ein kleines enges Fenster, durch das die Sonne ihre Strahlen schickt – die einzige Verbindung zur Außenwelt. Und dementsprechend drängen sich die Hüttenbesucher*innen nach dem Drei-Gänge-Abendessen und einer warmen Dusche hier auf der
Jonathan Lidl
Suche nach Internetempfang. Verzichten muss niemand mehr.
Was sehr schade ist. Der Münchner Soziologe Max Weber prägte den Begriff der Askese. Seiner Meinung nach bildeten sich Kapitalismus und unsere westliche Lebensweise erst durch eine bewusste Zurückhaltung, die zur Erlangung von Tugenden oder eben Geld führte. Ein Streben danach geht immer einher mit Kreativität. Nur im Verzicht auf Altes kann Neues entstehen. Verzicht ist also gewissermaßen Fortschritt. Und trotzdem ist das Wort Verzicht verrufener denn je – nicht nur in der Politik, auch am Berg. Doch Verzicht wird erst dann böse, wenn man darin ein nerviges Muss zur Erlangung irgendwelcher Ziele sieht. Ich muss auf Schokolade verzichten, damit ich nicht dick werde. Verzicht wird dann gut, wenn man in ihm selbst das schöne, befreiende Gefühl des inneren Genusses fühlt. Ist nicht das der Grund, warum Menschen anfingen, in die Berge zu streben? Wegen des Einfachen, des Freiheitsgefühls und der Herausforderungen des Gebirges, denen sie ohne große technische Errungenschaften gegenüberstanden? Wer schon einmal aus dem feuchten Schlafsack in den Sonnenaufgang gekrabbelt ist und im Schein der ersten Sonnenstrahlen Haferschleim genossen hat, weiß, was wirklich zählt. JONATHAN LIDL
IMPRESSUM An dieser Ausgabe arbeiteten mit: Solveig Eichner, Jo Godt, Sepp Hell (SH), Simon Langebrake, Jonathan
Herausgeber: Jugend des DeutschenLidl, Niko Lindlar (NL), Annika Quantz.Alpen vereins. Bundesjugendleiter*in:
Annika Quantz, Raoul Taschinski. Redaktion: Christine Frühholz (verantwortl.), Philipp Radtke in Zusammenarbeit mit dem KNOTENPUNKT-Redaktionsteam. Beiträge in Wort und Bild an den DAV, Redaktion KNOTENPUNKT, Anni-Albers-Str. 7, 80807 München. Die Beiträge geben immer die Meinung der Verfasser*innen, nicht die der Jugend des Deutschen Alpenvereins wieder. Diese Publikation wird gefördert aus Mitteln des Kinder- und Jugendplans des Bundes. Nachdruck nur mit Genehmigung der Redaktion. Gestaltung und Produktion: Sensit Communication, sensit.de (opens in a new tab). Wir verwenden den Genderstern, um alle Menschen anzusprechen. Mit dem * möchten wir dabei auch Personen gerecht werden, die sich in den Kategorien weiblich oder männlich nicht wiederfinden.
Mehr dazu unter jdav.de/gender (opens in a new tab)
Thema Naturschutz –
ganisationen zu benennen, die sich
Felsfreiheiten
in den deutschen Mittelgebirgen um
Panorama 2/2025, S. 36f.
Klettern & Naturschutz kümmern:
Fremde Federn? – Ich lebe und alpenverein.de/naturvertraeglichklettere (opens in a new tab) schon einige Jahrzehnte klettern (opens in a new tab). Einer der Gründe für die in der Fränkischen. Ich bin eben- Zusammenfassung der Beteiligten so schon knapp 50 Jahre Mitglied unter Interessensgemeinschaften im Alpenverein und bilde Trainer und NGOs ist der geringe Platz, den aus. Aber auch, wenn ich den Al- wir in Panorama zur Verfügung hapenverein sehr schätze – hier in ben – bei komplexen Themen wie Franken hat nicht der DAV, son- dem Naturschutz ringen wir um jedern insbesondere die IG Klet- des Zeichen. Uns ist auch bewusst, tern dafür gesorgt, dass wir an dass dieser Beitrag das Thema Naden meisten Felsen noch klettern turverträgliches Klettern nur oberdürfen. Wenn man Geschichte und flächlich abdeckt, daher war unser Gegenwart so betrachtet, verwun- Anliegen, den Leser*innen generell dert es, dass ihr in euerem Artikel die Konzepte und daraus resultierennur nebulös von „lokalen Interes- de Erfolge nahezubringen. sengemeinschaften“ schreibt. In einer DAV-Publikation wird ohne explizite Nennung und Würdigung gesucht/gefunden (opens in a new tab) der wirkkräftigen Institutionen bzw. Personen auf Erfolge verwiesen, die
– wenn überhaupt – nur zu kleinen Teilen dem Handeln von DAV-Repräsentanten zuzuschreiben sind.
Fundstücke & Suchanzeigen online (opens in a new tab):
So schmückt sich – so lese ich es
alpenverein.de/gesucht-gefunden (opens in a new tab)
jedenfalls – der DAV unterschwellig mit fremden Federn. Für mich wäre es angemessen gewesen, diejeni- Tourenvorschläge Ü65 – Leider gen explizit zu nennen, deren Werk stelle ich fest, dass es für mich imes ist, dass wir Kletterer Gehör fan- mer weniger interessante Artikel den und finden, dass die Natur in gibt. Klettern und Mountainbiken enger Abstimmung mit Behörden nehmen viele Seiten ein, DAV-Aus- und anderen Verbänden geschützt bildung erfragt man sicher besser wird und Klettern parallel möglich aktuell, und die Summit-Traumzielebleibt.
A. Hofmann (Fernreisen-)Werbung passt so gar
nicht zu Ihren Artikeln zu Klima-
Anmerkung der Redaktion: Vielen schutz und Nachhaltigkeit. Auf den Dank für die berechtigte Kritik. Wenn Hütten treffen wir immer wieder der Eindruck entstanden ist, dass Wanderer über 65 Jahre an. Wir der DAV sich mit fremden Federn würden uns über Tourenvorschläge schmückt, möchten wir uns dafür für die sicher zahlreichen und aktientschuldigen. Daher haben wir on- ven Mitglieder in dieser Altersgruppe line versucht, die verschiedenen Or- freuen. Schwerpunkt vielleicht kürze-
Hinweis zu DAV Panorama 2/2025
S. 35 – Infografik „Natürlicher Klimaschutz in Gefahr“: Die aufgeführten Zahlen lassen den Schluss zu, dass der Wald als Kohlenstoffspeicher gegenüber Böden relativ unbedeutend ist. Dem ist nicht so. Die angegebenen 6 Tonnen beziehen sich nicht auf die gesamte Speichermasse, sondern, wie dargestellt, darauf, wie viel CO2 der Wald pro Jahr binden kann. Auf Basis der aktuellen Zahlen der Bundeswaldinventur liegt die gesamte Speichermasse des Waldes bei ca. 207 Tonnen Kohlenstoff pro Hektar und damit über derjenigen von Grünlandflächen (181 t) und Ackerböden (95 t).
POSTEINGANG
re Wanderzeiten von Hütte zu Hütte? Wege mit weniger als 1000 Höhenmeter Auf-/Abstieg am Tag? Sicher bekämen Sie, auf Nachfrage im Heft, auch hilfreiche Tourenvorschläge von Ihren Mitgliedern. S. Ruhbaum
Panorama 2/2025
Aktiv werden – Ausgabe 2 von Panorama hat mir außerordentlich gut gefallen. Die Artikel zu den Themen Kunst in/mit der Natur, der Notwendigkeit des Naturschutzes und die tollen Wanderbeiträge haben das Magazin für mich zu einer schönen Lektüre am Wochenende gemacht. Vor allem der leicht politisch angehauchte Beitrag mit der Möglichkeit zur Unterzeichnung der Petition [S. 35, „Stopp den Ausbau des Kraftwerks Kaunertal!“, Anm. d. Red.] war erfrischend und hat mich aufgefordert, aktiv zu werden. S. Şahin
„München-Zentrismus“ –Ichlese gerne eure Zeitschrift, insbesondere weil mir die Ausrichtung auf Nachhaltigkeit und Respekt allen Menschen gegenüber zusagt. Was mich allerdings ein wenig stört, ist der „München-Zentrismus“, was die ökologisch vertretbare Anreise zu den Bergen angeht. Ich bin selbst in München geboren und weiß, dass man von dort aus ohne Weiteres öffentlich Richtung Alpen kommt. Nun wohne ich allerdings mit meiner Familie in Reutlingen. Wir engagieren uns hier in einer Familiengruppe und natürlich ist die Anreise immer wieder Thema. Wenn ich die Wahl habe, fünf oder neun Stunden mit Zug oder Flixbus oder zweieinhalb Stunden mit dem Auto z. B. nach Füssen zu fahren, ist die Entscheidung einfach. Ich würde mir wünschen, dass ihr diese Problematik mehr thematisiert. Vielleicht mit Ideen, wie man das angehen kann, aber auch mit politischem Druck. Der Wille ist da, aber es wird einem wirklich schwer gemacht ...
F. Hördegen
Hinweis: Die Zuschriften geben die Meinung der Einsendenden wieder. Die Redaktion behält sich die Auswahl und das Recht der sinnwahrenden Kürzung vor.
3/2025 DAV PANORAMA 55
Tragen und getragen werden
Kinderkraxen
„Was ist los mit dir? Alle überholen uns!“ Wer das Schleppen von Kindern als eigene Disziplin am Berg begreift, lässt sich von solchen Zurufen aus der Kinderkraxe auf dem Rücken nicht so leicht verunsichern. Dennoch muss die Kraxe Tragendem und Kind passen. Sonst ist schnell Schluss mit lustig.
Text: Martin Prechtl
Tipps:
Illustration: Georg Sojer
X Wem Nachhaltigkeit am Herzen liegt, wählt einen Hersteller, der auf PFAS verzichtet und einen unkomplizierten Reparaturservice anbietet, wie zum Beispiel Deuter. X Tourentipps für Familienwanderun gen gibt es zum Beispiel bei alpen vereinaktiv.com: bit.ly/4kfu6fj (opens in a new tab)
Worauf kommt es beim Kindersitz an?
X Das Bundeslehrteam Familienberg
X Die Sitzfläche 7 sollte stufenlos in der Höhe verstellbar und nicht mit
steigen des DAV bildet Familiengrup
dem Stauraum der Trage verbunden sein. Das ermöglicht dem Kind
penleiter*innen aus. Diese bieten in
eine bequeme und sichere Sitzposition unabhängig von seiner Körper
den Sektionen geführte Familientou
größe.
ren an und stehen mit Rat und Tat
X Damit das Kind genügend sieht, aber dennoch ausreichend geschützt
zur Seite.
ist, muss der Sitz richtig eingestellt werden. Optimal eingestellt ist der
alpenverein.de/verband/bergsport/ (opens in a new tab)
Sitz, wenn sich das Kinn des Kindes knapp oberhalb des abnehmbaren
familienbergsteigen (opens in a new tab)
und waschbaren Kinnpolsters 4 befindet.
X Alle Links und wei
X Besonders praktisch sind Modelle, bei denen der Stauraum 6 als se
tere Tipps gibt es
parater Tagesrucksack entnommen werden kann.
online auf
X Ein leicht verstellbarer Vier oder gar Fünfpunktegurt 3 mit Polsterung
alpenverein.de (opens in a new tab)
bewahrt das Kind vor dem Herausfallen. X Fußstützen oder Steigbügel 5 wirken dem Einschlafen der kleinen Beine entgegen.
Was zeichnet ein gutes Tragesystem aus?
X Ähnlich einem Trekkingrucksack für Mehrtagestouren muss passen. Abwechslung entlastet! Dafür muss die Rücken das Tragesystem der Kraxe die Last gut über einen breiten länge der Kraxe schnell und einfach über eine weite Span Hüftgurt 14 auf den Beckenkamm übertragen. Zum einen ne verstellbar sein 10 . Idealerweise liegt der Ansatz der werden die Kinder mit fortschreitendem Alter immer schwe Schulterträger zwischen den Schulterblättern knapp unter rer, zum anderen soll auf Proviant, Wechselwäsche, Wickel dem markanten 7. Halswirbel auf. Gleichzeitig müssen zeug und Lieblingsstofftier nicht verzichtet werden. Schnell sich die Hüftflossen des Hüftgurtes mittig auf dem Be kommen da 20 Kilogramm zusammen. Da ist es gut, wenn ckenkamm verschließen lassen.
die Kraxe einen stabilen Rahmen 12 aus Aluminium hat.
X Der Standbügel 13 ist am Rahmen der Kraxe befestigt und kann ausgeklappt werden. Das erleichtert das Ein
X Oft sind je nach Tour unterschiedliche Menschen mit der tragenden Aufgabe des Nachwuchses betraut, das Trage und Aussteigen des Kindes. Auch das Be und Entladen
des Stauraums wird dadurch einfacher.
system muss daher unterschiedlich großen Personen
56 DAV PANORAMA 3/2025
Kindersitz:
6 Stauraum (evtl. als Tagesrucksack) 7 Sitzfläche
Wie gelingen Touren mit Kind und Kraxe?
X Regelmäßig Pausen machen! X Kinder kühlen in der Kraxe leicht aus.
Deshalb: warme Kleidung für die Kleinen! X Vorsicht im Sommer. Kinder sind weniger robust als Erwachsene: Dehydrierung, Überhitzung, Sonnenbrand, Sonnenstich! X Trekkingstöcke geben mehr Stabilität, v. a.
wenn sich die Kinder in der Kraxe abrupt bewegen. Auch kleine Stolperer können zu Stürzen führen, die gilt es unbedingt zu vermeiden! X Tourenauswahl mit Sicherheitsreserven:
Technisch anspruchsvolles Gelände ist tabu. Ein Sturz kann v.a. für die Kinder unkalkulierbare Konsequenzen haben, schwere Verletzungen können nicht aus geschlossen werden. X Tourenauswahl mit Augenmaß: Belas tungsgrenzen des Kindes unbedingt beachten! Weniger ist mehr!
Kindersitz:
1 Sonnendach 2 Kopfstütze 3 Sicherheitsgurte 4 Kinnpolster 5 Fußstütze
Tragesystem:
8 Lageverstellriemen 9 Schultergurte 10 Rückenlängenanpassung 11 Brustgurt 12 Rahmen (z. B.
aus Aluminium) 13 Standbügel 14 Hüftgurt
Welches Zubehör lohnt sich?
Im Zweifelsfall gilt wie so oft: Besser haben als brauchen! X Sonnendach 1 : schützt vor Sonnenbrand und Hitzekollaps. An sonnigen Sommer tagen kann es den Kids natürlich schnell sehr heiß werden, Schatten ist daher es sentiell. Sonnencreme und regelmäßige Pausen verstehen sich von selbst. X Regenschutz: lässt sich häufig als eine Art Poncho über das Sonnendach span nen. So wird aus dem Sonnendach ein Regendach. X Fleecesack mit Aussparung für die Beine:
verhindert an kalten Tagen das Auskühlen mangels Bewegung. Im Zweifelsfall die Temperatur der Kinderbeine regelmäßig überprüfen! X Kissen / Nackenkissen: stabilisiert den Kopf, erleichtert das Schlafen. X Spiegel: griffbereit am Schulterträger, um den Nachwuchs im Blick zu behalten.
WIE FUNKTIONIERT DAS?
Achtung
Damit Kinder kraxentaug lich sind, müssen sie frei sitzen können und eine gute Kopfkontrolle haben. Sonst lassen sich Er schütterungen nur schwer ausgleichen. Wiegen Kinder über 20 Kilo gramm, können sie meistens selbst mit dem Wandern beginnen. X Wintertouren mit Kin derkraxe sind hoch problematisch: Kinder können schwere Er frierungen speziell an Füßen und Beinen er leiden. Außerdem ist das Risiko hoch, auf vereisten Passagen auszurutschen und zu stürzen. X Kinder nie länger als eine Stunde am Stück in der Kraxe transpor tieren! X Vorsicht bei Hinder nissen: Der Kopf des Kindes liegt höher! X Bedienungsanleitung des Herstellers be achten. Gerade die Hinweise zum Einstel len von Tragesystem und Kindersitz variie ren ja nach Hersteller und Modell.
Martin Prechtl ist Staatlich geprüfter Berg- und Skiführer und Mitglied des DAV-Lehrteams Bergsteigen.
3/2025 DAV PANORAMA 57
Bergsteigen – ein Kinderspiel!
Bergwandern mit Kindern
Text: Max Bolland Illustration: Georg Sojer
ie nölenden Kinder im Schlepptau, die Eltern ge- um genug Zeit für Pausen, fürs Spielen und Erkunden zu
Ddas obligate „ich kann nicht mehr“. Der familiäre Ausflugtönt das erste Mal der Ruf nach einer Pause undstresst vorneweg, nach fünf Minuten Gehzeit er- haben, ohne in Dunkelheit oder Schlechtwetter zu geraten.Ausrüstung
ins Gebirge kann schnell zum nervigen Anti-Erholungstrip Auch Kinder freuen sich über funktionelle und leichte für alle Beteiligten werden. Doch es geht auch anders, Bergsportausrüstung. Gut profilierte, dennoch flexible, wenn Planung, Erwartungen und Durchführung den Be- nicht zu feste Trekking- oder Zustiegsschuhe und Funkdürfnissen der Kleinen gerecht werden.
tionskleidung im Zwiebelprinzip mit ausreichender Wärmefunktion sind die Basisausrüstung. Kinder wollen häufig
Konträre Erwartungshaltung
einen eigenen Kinderrucksack, der sollte sinnvoll und nur
Die „erwachsene“ Vorstellung einer Bergwanderung ist in mit leichten Dingen bepackt sein. Zudem nützlich ist ein der Regel stark zielorientiert geprägt: Zum Gipfel soll es Fernglas zur Tierbeobachtung, eine Lupe zum Untersugehen, der Weg dahin soll schön und abwechslungsreich chen von Gestein und Gewürm und ein Taschenmesser sein. Die kindliche Erwartung hingegen ist auf spieleri- zum Schnitzen. Für die Standardausrüstung (Notfall, Brotsches Entdecken, Erkunden, Steigen, Laufen, Kraxeln aus- zeit, Kälte- und Sonnenschutz) stehen natürlich die Eltern gerichtet. Die Kunst liegt darin, beide Ziele zusammenzu in der Verantwortung. bringen. Die richtige Tourenwahl und -planung spielt dabei eine zentrale Rolle. Die gewählte Tour muss in Länge und Durchführung Schwierigkeit dem koordinativen und konditionellen Kön- Bergwandern ist Ausdauerbelastung. Man marschiert in nen der Kinder (und natürlich der Eltern) entsprechen. Wo- gleichmäßig gemächlichem Tempo über mehrere Stunden bei zu leicht (z. B. breite Forstwege) schnell als langweilig dahin, um die oben beschriebene Gipfel-Zielsetzung zu erempfunden wird. Es gilt: fordern ohne zu überfordern. Ideal reichen. Kinder von dieser Art der kontemplativen Fortbesind kleinere Steige ohne Absturz- oder
wegung überzeugen zu wollen, ist ähnlich
ernsthafte Verletzungsgefahr. Abwechs-
erfolgversprechend wie eine Schnecke
SPIELTIPP
lungsreiche Untergründe wie Wiesen,
zum Sprint animieren zu wollen.
Tannenzapfen
Wurzeln, Blöcke, Geröll und Fels we-
Kinderwandern läuft im Stop-and-Go
Ob in der Pause, als Staffelwett-
cken schnell das Interesse der Kinder kampf oder als Motivation für die ab, ständige Pausen zum Entdecken, am koordinativen Spiel mit dem Gelän- nächsten 100 Meter:
Anschauen oder Anlangen von Steinen,
Jedes Kind (und jeder Erwachse-
de. Gibt es zudem Interessantes am
Tieren oder Blumen müssen eingeplant
ne?) klemmt sich einen Tannen-
Wegesrand zu entdecken wie Flora, zapfen zwischen die Beine, dieser und möglich sein, ebenso viel Zeit zum Fauna, Seen oder Wasserfälle sind dies wird ohne Festhalten bis zu einem Spielen oder Erkunden und natürlich
festgelegten Ziel (z. B. nächste
ideale Voraussetzungen für eine gelun- Wasserrinne, Pfütze, Loch o. Ä.)
braucht es öfters Snack- und Trinkpau-
gene Tour. Tourenlänge, Zeitplan, Wet- transportiert. Hier muss der
sen. Als Eltern kann man versuchen, das
Tannenzapfen treffsicher in das
ter und Wegeverhältnisse müssen mit
Interesse der Kinder an den unter-
Ziel „abgeworfen“ werden – was
ausreichendem Puffer geplant werden, durchaus lustig aussieht.
schiedlichen Attraktionen am Weges-
58 DAV PANORAMA 3/2025
Nicht wir nehmen die Kinder mit ins Gebirge, sie nehmen uns mit! Wer diesen Wechsel der Blickrichtung wagt, kann die Bergwelt ganz neu erleben.
Links oder rechts?Links oder rechts?
rand wie Tieren, Blumen, Wasserfällen und Seen zu wecken, häufig reicht es aber auch, Kindern Zeit und Raum zu geben, um interessante Dinge zu erkunden und zu entdecken. Im Rahmen dessen, was sicherheits- und naturverträglich vertretbar ist, sollte Kindern auch der Ausflug ins weglose Gelände ermöglicht sein, um Natur zu befühlen und zu erleben. Die Eltern definieren dabei klar die Grenzen und setzen deren
Einhaltung auch durch.
Mehr zum Thema (opens in a new tab)
Dies ist insbesondere an
familienfreundliche (opens in a new tab)
steileren oder ausgesetz-
Hütten, Bergferien und (opens in a new tab)
ten Passagen nötig, an de-
Familienbergsteigen gibt es online (opens in a new tab).
nen Gefährdung für Kinder und andere besteht. An
solchen Passagen gehen die Erwachsenen vorneweg, geben den idealen Weg vor und unterstützen gegebenenfalls. An leichteren Wegpassagen ist es für Kinder oft motivierender, selbst als Wegfinder*in oder Bergführer*in vorneweg zu gehen und auch das erste Orientieren mit der Karte kann da dazugehören. Rollenspiele und kleine Herausforderungen können zusätzlich helfen, von Etappe zu Etappe die Motivation aufrechtzuerhalten (siehe Kasten). Die besten Ideen haben dabei oft die Kinder selbst. Wenn auf der Wanderung eine Hütte oder ein Gipfel als Ziel gesetzt ist, kann das auch für Kinder motivierend sein, insbesondere wenn oben eine Belohnung (Einkehr, Brotzeit) wartet. So faszinierend für uns Fernsicht und Gipfelpanorama sind, so wenig interessiert es Kinder, ob das da drüben der
SO GEHT DAS!
Großvenediger ist. Viel spannender ist es hingegen, im Tal das geparkte Auto, das eigene Haus oder den Bahnhof zu sehen.
Hüttenübernachtungen
Hüttenübernachtungen sind mit der richtigen Vorbereitung für Kinder ein tolles Erlebnis. Die Nacht im Gemeinschaftslager, Wäsche und Toilette im Waschraum mit anderen, ist erst mal etwas befremdend. Auch die Einhaltung von Hüttenregeln und das Vermeiden übermäßigen Lärmens sollte von den Eltern vermittelt werden. Hilfreich sind Hütten, die verstärkt auf Kinder ausgelegt sind, oder deren Hüttenwirtsleute selbst Kinder auf der Hütte haben. Hier gibt es häufig genügend Spielmöglichkeiten in und um die Hütte. Der DAV verleiht geeigneten Hütten das Siegel „Mit Kindern auf Hütten“. Hier sind unter anderem altersgemäße Touren-, Erlebnismöglichkeiten, Zustieg, Hüttenumfeld und Verpflegung kindertauglich und auch die Ausstattung ist kindgerecht (Spiel- und Lesematerial, Tagesraum für Familien, Hochstühle etc.). Ob bei Planung, Durchführung, Pausengestaltung oder Spielideen: Eltern sollten die Kinder miteinbeziehen und Wünsche und Bedürfnisse berücksichti-
Max Bolland (opens in a new tab)
gen. Auch wenn die Entschei-
arbeitet als Berg- (opens in a new tab)
dungshoheit und Verantwortung führer und Ausbil- (opens in a new tab)
der in der Trainer- (opens in a new tab)
letztendlich natürlich immer bei
ausbildung des DAV (opens in a new tab).
den Erwachsenen liegt.
erlebnis-berg.com (opens in a new tab)
3/2025 DAV PANORAMA 59
Bei der Europameisterschaft in Villars 2024 trat Sebastian Depke das sechzehnte Mal für das Paraclimbing Team Germany an.
60 DAV PANORAMA 3/2025
MENSCHEN
Sebastian Depke
Mit Liebe zur Sache
An der Wand, als Kommentator und hinter den Kulissen – der Para Kletterer Sebastian Depke ist in vielen Bereichen des Klettersports zu Hause. Einer seiner größten Erfolge ist die Mitarbeit bei der erfolgreichen Bewerbung der Sportart Para Klettern für die Paralympischen Spiele 2028.
Text: Jo Godt
ls am 12. Juni 2024 vom Internatio-
Heute lebt der gebürtige Kemmenauer auf
nalen Paralympischen Komitee die
Mallorca. Das mediterrane Klima mildert die
A
Sportart Para Klettern für die Spiele
Symptome seiner Erkrankung. Mit 21 erhielt
2028 vorgeschlagen wird, steht Sebastian Depke
Sebastian die Diagnose Morbus Bechterew, eine
nach einem steilen Aufstieg mit dem Solarbike
Form von entzündlichem Rheuma. Der selbst-
am Scheitelpunkt des Malojapasses (1815 m).
ständige Webmaster und Systemadministrator
Für ihn erreichen in diesem Moment gleich
hat durch die chronische Krankheit starke Ein-
zwei Herzensprojekte ihren Höhepunkt: seine
schränkungen in der Beweglichkeit von Wirbel-
erste Solo-Tour mit dem selbst gebauten Solar-
säule und Hüfte. „Ich gehöre schon eher zu den,
„Ich habe in
bike von Mallorca bis nach Innsbruck und die
sagen wir mal, relativ schwer funktionell Einge-
erfolgreiche Bewerbung des Para Kletterns bei alle möglichen schränkten in meiner Startklasse, der RP1.“ den Spielen in Los Angeles 2028.
Bereiche des
Sebastian nahm 2017 das erste Mal an einem
Sebastian Depke ist Mitglied bei der Sektion Klettersports Para Climbing World Cup teil. Erst kurz zuvor Konstanz und Teil des Paraclimbing Team Ger- mal die Nase
war er auf Mallorca mit dem slowenischen
many. Der 40-Jährige klettert schon seit seiner reingesteckt.“ Sportkletterer Jernej Kruder ins Gespräch ge-Teenagerzeit. Auf den Geschmack gekommen
kommen. „Jernej erzählte mir vom Paraclim-
ist er 1998 dank eines Freundes, der ihn mit an
bing und daraufhin habe ich mich umgehört
die Wand genommen hat. „Ich habe alles Mög-
und die Dinge nahmen ihren Lauf.“ Und zwar
liche gemacht und in alle möglichen Bereiche
Richtung Briançon in Frankreich, wo er direkt
des Klettersports mal die Nase reingesteckt.“
auf dem fünften Platz landete.
Von der Erschließung von Neutouren in den Ba-
Seitdem ist er bei fast zwanzig Wettkämpfen
saltsteinbrüchen bei Ettringen über den Platz
für das Paraclimbing Team Germany an den
in der Kommentator*innen-Box bei diversen
Start gegangen. „Ich weiß, wie es ausschaut,
IFSC Para Climbing Wettkämpfen bis zum Deep
wenn man auf dem Podium steht. Ich weiß
Water Soloing, dem Free-Solo-Klettern über
auch, wie es ausschaut, wenn man Letzter
tiefem Wasser – Sebastian brennt für den Klet-
wird.“ Egal mit welchem Endergebnis: Die Moti-
tersport.
vation zieht Sebastian aus seiner Leidenschaft.
3/2025 DAV PANORAMA 61
„Für mich bedeutet Klettern die Auseinandersetzung mit sich selbst und der Wille, die Grenzen immer weiter zu verschieben. Ich nehme die gegebenen Grenzen an und drücke sie weiter. Ich denke, das gilt für viele Paras.“ Mit der wachsenden Beliebtheit des Para Kletterns wird auch die Konkurrenz bei Wettkämpfen für Sebastian immer spürbarer. In seiner Startklasse klettern häufig Menschen, die weniger funktionell eingeschränkt sind als er. Für Sebastian ist das Teil des Wettkampfs. „Wenn ich keine Hüftbeweglichkeit habe und andere haben sie zum Beispiel, dann spielt man einfach grundsätzlich in einer anderen Liga.“ Für sich selbst bewertet er seine Leistung unabhängig von den anderen: „Was ich hier erreicht habe, ist das Maximum, das für mich drin ist, und damit muss man dann auch leben können und zufrieden und glücklich sein.“ Seine Leidenschaft für den Klettersport bewegt Sebastian auch dazu, Vorsitzender des Para Climbing Komitees der International Federation of Sportsclimbing (IFSC) zu werden. Während der Corona-Pause im Jahr 2020 überarbeitet das Komitee das Klassifizierungsregelwerk. Zwei Jahre später übermittelt es die Bewerbung an das Internationale Paralympische Komitee.
Danach heißt es erst mal warten. Dass die Bewerbung direkt beim ersten Mal angenommen wird, halten viele Mitglieder des Komitees für unwahrscheinlich. Sebastian bleibt optimistisch. „Ich habe immer gesagt, solange es kein Nein gibt, arbeitet noch jemand und glaubt auch jemand daran. Das ist ein gutes Zeichen.“ Zum Ende des Prozesses stößt Sebastian trotz Hingabe für das Thema jedoch an seine Grenzen. „Nach der Abgabe der Bewerbung war definitiv erst mal die Luft raus. Man darf nicht vergessen, dass ich das alles nur nebenher mache.” Zeitgleich trainiert Sebastian für Wettkämpfe, arbeitet und tüftelt an einem Prototyp für sein erstes selbst gebautes Solarfahrrad.
Ursprünglich hatte Sebastian die Idee für ein eigenes Solarbike auf einer Fährüberfahrt. Die Bootsflagge schlug im Fahrtwind wild hin und her. Neben ihm lag zugeschlagen das Buch „Aufrecht mit Bechterew“ von Muna Strobl, in dem sie auch auf Sebastian verweist. „Das Buch
62 DAV PANORAMA 3/2025
„Geht nicht gibt’s nicht!“ – Auf seinem Blog schreibt Sebastian unter anderem über Segeln, sein Solarbike und seinen Lebensalltag. In einem Tourenbericht erzählt er, wie IFSC-Präsident Marco Scolaris das Solarbike testet, mit dem Sebastian anschließend weiter nach Innsbruck fährt.
war zu Ende, es war noch ziemlich viel Zeit übrig und es gab kein Internet“, erklärt er platt. Sebastian erträumt sich gegen die Langeweile ein Fahrzeug, mit dem man aus eigener Kraft möglichst weit kommt. Er basiert seine Idee auf Solarautos. „Das fand ich extrem spannend, weil ich mit der ganzen Technologie sowieso schon zu tun habe und damit auch rumspiele. Diese Idee musste ich aufs nächste Level bringen, einfach für mich persönlich.“ Dass alle Wege für Sebastian zum Klettern führen, merkt man auch an seinem gewählten Ziel für seine erste Solo-Biketour mit dem selbst gebauten Solarfahrrad. „Ich brauchte ein sinn-
HIGHLIGHTS
Sowohl an der Wand und auf dem Fahrrad als auch hinter den Kulissen hat Sebastian Depke einiges erreicht:
2017: Weltcup-Premiere in Briançon 2019: Wahl zum IFSC Athletensprecher und Vorsitzender des Para Climbing Kommittees 2022: Veröffentlichung des Buches „Paraclimbing – Nach dem Absturz kommt der Aufstieg“ in Zusammenarbeit mit vier anderen Kletter*innen 2023: 3. Platz IFSC Para Climbing World Cup Innsbruck, 4. Platz bei der WM in Bern 2025: Teilnahme am Fahrradrennen SunTrip Marokko
Über bisherige und zukünftige Highlights schreibt Sebastian auf seiner Website
sebastian-depke.de (opens in a new tab)
volles Ziel und habe gedacht: Okay, warum nicht einfach zum Weltcup nach Innsbruck fahren?“ So vereint er zwei seiner großen Leidenschaften und startet Anfang Juni 2024, fast zwei Jahre nachdem die Bewerbung für LA28 von der IFSC abgeschickt wurde, die über tausend Kilometer lange Tour nach Innsbruck. „Ich habe mich auf den Weg gemacht, unwissend ob das klappen wird.“ Seine Reise dokumentiert er in Videos und Fotos auf seinem Instagram-Account.
Unterwegs legt Sebastian bei der Durchfahrt in Turin spontan einen Zwischenstopp im IFSC-Büro ein. Für ihn ist sein Besuch dort „ei-
gentlich nur ein Gag“, um sein Solarfahrrad seinem langjährigen Bekannten, dem IFSC-Präsidenten Marco Scolaris, zu zeigen. Bevor der eine Probefahrt mit dem Fahrrad unternimmt, sitzt Sebastian kurz nach seiner Ankunft in einem Besprechungsraum – unwissend, dass sich in wenigen Momenten seine Anstrengungen der letzten fünf Jahre auszahlen werden: Para Klettern wird 2028 erstmals olympisch!
Obwohl er andere motiviert hat, die Hoffnung nicht zu verlieren, gibt er zu: „So ganz habe ich selbst nicht dran geglaubt. Das war wie im falschen Film.“ In diesem Moment ist die Nachricht noch vertraulich. Sebastian erfährt als einer der Ersten davon. Bevor er Turin verlässt, probiert Marco Scolaris sein Solarfahrrad aus. „Auf dem Bürgersteig in Turin ist er zwanzig Meter gerollt und hat dann beschlossen, dass er nichts kaputt machen will.“ Kurz vor dem Ende seiner Tour wird die Nachricht von der erfolgreichen Bewerbung für die Spiele LA28 veröffentlicht. Einen Tag später rollt Sebastian nach sieben Etappen und über 12.000 Höhenmetern auf die Weltcup-Kletterwand in Innsbruck zu. Eine befreundete Kletterin aus dem österreichischen Paraclimbing-Kader fährt die letzten Meter mit ihm. Seine Ankunft bleibt mehr oder weniger unbemerkt. Für Sebastian geht eine spektakuläre Reise ins Ungewisse zu Ende. „Wenn man dann am Gipfel angekommen ist, dann fragt man sich schon: Was kommt jetzt?“ Dass noch etwas kommt, weiß Sebastian gewiss. Von möglichen Grenzen lässt er sich nicht aufhalten. „Bei allem, was das Leben mir gibt, versuche ich einfach, das Beste draus zu machen. Das Leben gibt mir wie auch immer geartete Beschränkungen und mein Job ist es, das Maximum innerhalb der Grenzen für mich möglich zu machen – oder sie noch weiter zu verschieben.“ Was für konkrete Pläne er zukünftig mit dem Rad und in der Kletterwelt hat, verrät Sebastian noch nicht. „Wie heißt das, ungelegte Eier sollte man nicht vor die Kamera halten oder so?“ Sicher ist: Egal was es wird, er wird es leidenschaftlich tun. Ganz nach seinem Motto „Mit Liebe zur Sache und Schritt für Schritt.“
MENSCHEN
„Wenn man dann am Gipfel angekommen ist, dann fragt man sich schon: Was kommt jetzt?“
Jo Godt aus der Panorama-Redaktion bekommt beim Klettern schon beim Zuschauen schwitzige Hände – beim drüber Schreiben aber zum Glück nicht.
3/2025 DAV PANORAMA 63
Dauer: 5 Tage
Max. pro Tag: 920 Hm ↗
Höchster Punkt:
Hinterbergjöchle (2203 m)
Ausrüstung:
Normale Bergwander ausrüstung
Schwierigkeit: Mittel (bis T3 laut SAC Wanderskala)
Beste Zeit:
Mitte Juni Oktober
PrimaKlima-Tour mit dem DAV Kaufbeuren-Gablonz
Einfachheit statt Fülle
Öffi statt Individu
m Alpinismus konnte man schon immer alanreise, Selbstver versorgerhütten einbauen, ausdrücklich keinen zwei unterschiedliche Grundmotivatio-
sorgerhütten und
Gipfel erklimmen (es geht stattdessen vor allem
I
nen wahrnehmen. Es gibt jene, die sich ausdrücklich keinen über Joche), überhaupt Einfachheit statt Fülle.
Gipfel erklimmen –
stets durch die höchsten Gipfel einer Region he-
Und er hat dafür eine fünftägige Tour konzipiert,
unter diesen Vorzei
rausgefordert sehen und sich über Leistung defi-
die den ersten Abschnitt des von ihm ersonne-
chen wanderten sechs
nieren. Und auf der anderen Seite gibt es immer Mitglieder der Sektion nen „Lech-Joch-Wegs“ von Deutschland nach auch jene, die vor allem den Naturgenuss, das Kaufbeuren Gablonz Österreich umfasst. Langsamsein, das Fernsein von der urbanen auf wenig begangenen
Die Wanderung startet folgerichtig an einem
Wegen von Füssen
Welt suchen. Zwei Fraktionen also, die sich stets
Bahnhof, genauer gesagt am Bahnhof von Kauf-
zum Hahntennjoch.
auch unter den DAV-Mitgliedern finden lassen.
beuren, einer kreisfreien Stadt im Ostallgäu.
Markus Stumpe von der DAV-Sektion Kaufbeuren-
Dort finden sich die sechs Sektionsmitglieder
Gablonz im Allgäu hat nun versucht, die Traditi-
Text: Markus Bär
zusammen, um ins rund vierzig Kilometer wei-
on des Genusswanderns mit Nachhaltigkeit zu Fotos: Markus Stumpe ter südlich gelegene Füssen zu reisen, wo es verbinden. Unter Nachhaltigkeit sei hier verstan-
dann in die Höhe gehen soll. Also ohne Auto.
den: ausschließliche Nutzung von öffentlichen
Jetzt mag beispielsweise ein Hamburger Sekti-
Verkehrsmitteln, eher nah als fern schweifen, ab-
onsmitglied trefflich einwerfen, dass man es im
seitige Routen finden, in die Logistik auch Selbst-
Allgäu natürlich einfach hat, das mit der flotten
64 DAV PANORAMA 3/2025
Reise ins Zielgebiet. Diese Kritik ist nicht unberechtigt, aber zumindest möglich ist die Öffi-Anreise aus Hamburg auch: Der ICE fährt mehrfach am Tag von der Alster nach Augsburg, von wo es problemlos über Kaufbeuren nach Füssen geht.
Der erste Tag führt nach der Ankunft am Füssener Bahnhof auf eher ruhigen Wegen auf die Fritz-Putz-Hütte, eine Selbstversorgerhütte in der Bleckenau oberhalb von Schwangau und Füssen. Vielen ist die Bedeutung des Königswinkels im südlichen Ostallgäu wohlbekannt. Millionen von Menschen besuchen jedes Jahr die Königsschlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau unterhalb ebenjener Bleckenau. Doch zunächst beschreitet die Gruppe den Einstieg zu einem Teil der bereits vor rund zwei-
Durch das abgelegene Rotlechtal geht es am dritten Tag bei bestem Wanderwetter zur Tarrenton Alm.
AUF TOUR MIT DER SEKTION
tausend Jahren durch die Römer angelegten Via Augusta kurz hinter der Landesgrenze Tirols. Ein Weg, zweitausend Jahre alt? Irgendwie eine irre Vorstellung.
Wir ziehen am idyllischen Lechufer entlang, gewinnen an Höhe und kommen an einem Schacht vorbei. Er ist Zeugnis dessen, was über Jahrhunderte in dieser Bergregion beheimatet war: nicht nur Almwirtschaft, auch der Abbau von Eisenerz in Stollen in der Höhe. Das dann heruntertransportiert werden musste. Es wird eine entsetzliche Plackerei gewesen sein, mit hoher Verletzungsgefahr und einem plötzlichen Unfalltod, der stets lauerte.
Der weitere Weg führt für eine Weile wieder über deutschen Boden in Sichtweite der weltberühmten Königsschlösser. Unüberhörbar sind
3/2025 DAV PANORAMA 65
Kaum zu fassen: Auf fast 1900 Metern Höhe gibt es auf dem Hahntennjoch eine Bushaltestelle. In der FritzPutz Hütte in der Bleckenau ist die Stimmung am Abend entspannt. Später, vor den charakteristischen Felsriegeln der Heiterwand nur unweit der deutsch österreichischen Grenze, fühlt man sich fast wie in den Dolomiten.
dabei die Touristenmassen aus den USA, China, aus Japan, immerwährend von den beiden Bauwerken angezogen. Wir schreiten ebenfalls in Steinwurfnähe am Schloss Neuschwanstein vorbei – sind dabei auf unserem Weg aber weitgehend allein. Abseitig, kaum bekannt, dennoch ein offizieller Weg. Nichts wird also kaputtgetrampelt, kein Schritt findet statt, wo der Mensch besser nichts zu suchen hätte.
Und irgendwann tut sich dann das Hochtal der Bleckenau auf, das in enger Verbindung mit der Geschichte des bayerischen Königshauses steht. Vor rund 150 Jahren war hier Marie von Preußen unterwegs, eine gebürtige Berlinerin. Sie wird bis heute manchmal auch die „erste bayerische Bergsteigerin“ genannt. Sie hatte mit sechzehn den damals dreißigjährigen Maximilian II. geheiratet, der später bayerischer König wurde. Sie wurde überdies die Mutter des weltberühmten Märchenkönigs Ludwig II., der das schon genannte Schloss Neuschwanstein errichten ließ, und sie war eine begeisterte Liebhaberin der Berge. Im Sommer wohnhaft im Schloss Hohenschwangau unweit von Füssen, brauchte sie von dort über die Bleckenau auf den 2047 Meter hohen Säuling, den Hausberg Schwangaus, dreieinhalb Stunden. Keine schlechte Zeit. Das war damals für eine Königin sicher ein eher ungewöhnliches Verhalten. Sie ließ sich sogar extra Kleidung für das Bergwandern anfertigen.
Die von der Sektion Füssen betriebene Fritz-Putz-Hütte in der Bleckenau auf 1185 Metern Höhe ist zwar eine Selbstversorgerhütte, doch als solche reichlich komfortabel. Sie dient uns als Unterkunft für die erste Nacht. Jüngst erst für 300.000 Euro renoviert, sauber, modern – und dank des rührigen Hüttenteams, das oft nach dem Rechten sieht, mit einem umfangreichen Getränkeangebot ausgestattet, so dass das Feierabendbier am ersten Abend kein Problem darstellt. Am nächsten Morgen darf man die
66 DAV PANORAMA 3/2025
An manchen Stellen des Plansees, umgeben von beeindruckenden Bergen und weitläufigen Wäldern, bekommt man das Gefühl, in Kanada zu sein.
Stube ausfegen, aber das passt ja in das Konzept der Einfachheit, das der Haltung dieser Tour entsprechen soll.
Gemütliche sechshundert Höhenmeter geht es dann hinauf aufs Kuhkarjoch, kaum jemand begegnet uns. Anschließend geht es gleich wieder hinab zu einer Haltestelle, die sich direkt neben dem Hotel Ammerwald befindet, um mit dem Bus zum herrlichen Plansee zu fahren. Wer diesen knapp drei Quadratkilometer großen, zweitgrößten natürlichen See Tirols nicht kennt: Umgeben von beeindruckender Bergwelt und weitläufigen Nadelholzwäldern, bekommt man an manchen Stellen des Sees das Gefühl, irgendwo in Kanada zu sein. Es gibt einsame Stellen – und dann wieder steigt man aus dem Bus und befindet sich im Strandbad Plansee mit Hunderten von anderen Menschen, die an diesem heißen Tag ebenfalls Abkühlung in dem Gewässer suchen. Der Sprung ins Wasser sei ausdrücklich empfohlen.
Mit Öffis geht es dann gleich weiter, doch diesmal zu Wasser: Regelmäßig verkehren Boote auf dem See und wir genießen eine selige Stunde des Fahrens bis ans westliche Ende des Heiterwanger Sees, der sich direkt an den Plansee anschließt. Der Kontrast an diesem Tag ist erheblich. Während auf dem Kuhkarjoch kaum Menschen anzutreffen waren, ist unten am See die Hölle los. Zeit, zu verschwinden. Wieder geht es mit dem Bus weiter, wieder an Höhe gewinnend, zum Gasthaus Bergblick in den Berwanger Ortsteil Brand (hier leben lediglich 48 Menschen) auf 1350 Metern Höhe mit sehr sympathischen Wirtsleuten und einer herrlichen Aussichtsterrasse samt Blick in die mächtige Heiterwand im milden Licht der Abendsonne. Die imposante Wand soll das Ziel des nächsten Tages sein. Die Haltestelle am Gasthaus ist übrigens die Endhaltestelle der Busverbindung, danach geht es definitiv nicht mehr weiter.
Gibt es im Gasthaus Bergblick noch Bewirtung, natürlich fließend Wasser und Duschen, so wird der nächste Tag deutlich rustikaler. Der Weg führt zur Tarrenton Alm auf 1500 Metern, die idyllisch in dem Hochtal liegt. Schon von Weitem kann man die Rauchspuren des Holzofens ausmachen und auf der Hütte wartet nettes Geplauder mit einem jungen Hirten mit Tiroler Hut, der einem Klischeefilm entsprungen sein könnte, sowie dem Alm-Betreiber, auch
AUF TOUR MIT DER SEKTION
VON FÜSSEN ZUM HAHNTENNJOCH Die beschriebene Tour ist der erste Teil des von DAV-Wanderleiter Markus Stumpe konzipierten „Lech-Joch-Wegs“. Die Idee ist, von Füssen über Joche und Pässe auf mittelschweren Bergwanderwegen (bis T3 auf der Schweizer Wanderskala) bis zum Lechursprung zu laufen. Der zweite Teil soll vom Hahntennjoch zum Formarinsee führen. Infos unter lechjoch weg.de (opens in a new tab).
Anreise: Planbar über
bahnland bayern.de/de/moby (opens in a new tab), bahn.de (opens in a new tab), vvt.at (opens in a new tab)
Übernachtung:
X Fritz-Putz-Hütte, 1185 m,
alpenverein fuessen.de/huetten/fritz putz huette (opens in a new tab) X Gasthaus Bergblick, 1350 m, bergblickbrand.at (opens in a new tab) X Heiterwandhütte, 2017 m, dav obererneckar.de/ huetten/Heiterwand Hutte/33463 (opens in a new tab) X Anhalter Hütte, 2038 m, dav obererneckar.de/ Huetten_Wege/Anhalter%20Huette (opens in a new tab)
Etappen:
1. Tag: Anreise nach Füssen, Tageswanderung über Lechfall, Via Claudia, Bergwerkschacht und Schlossblick zur Fritz-Putz-Hütte, 6 Std., 600 Hm, Schwierigkeit T2
Hotel Ammerwald, 4 Std., 600 Hm, Schwierigkeit T2.2. Tag: Über das Kuhkarjoch und Schützensteig zum Öffentlich weiter zum Gasthaus Bergblick in Berwang Brand. Proviant einkaufen in Bichlbach.
- Tag: Über Mitteregg und die Tarrenton Alm vorbei an alten Abbauhalden zur Heiterwandhütte, 5 Std., 850 Hm, Schwierigkeit T2, Einkehrmöglichkeit auf der Tarrenton Alm. Möglichkeit, direkt weiter zur Anhalter Hütte zu gehen.
- Tag: Über Heiterwand Nordweg zur Anhalter Hütte, ca. 5 Std., 920 Hm, Schwierigkeit T3.
- Tag: Zum Hahntennjoch (1 ½ Std.), mit dem Bus 155 nach Elmen und über Reutte mit dem Bus zurück nach Füssen. Oder über Kreuzjoch nach Bschlabs, 4 ½ Std., 500 Hm, Schwierigkeit T4.
WAS SONST NOCH GEHT X Canyoning, z. B. über canyoning tour.de (opens in a new tab) X Naturpark Tiroler Lech entdecken, naturpark tiroler lech.at (opens in a new tab)
3/2025 DAV PANORAMA 67
AUF TOUR MIT DER SEKTION
wenn der Tiroler Dialekt für die Wandergruppe aus Deutschland ein aufmerksames Ohr erfordert. Doch bei einem Glas herrlicher Buttermilch versteht man sich bestens. Und der Wirt schenkt uns sogar noch Butter und Zwiebeln, die später noch mit eigenhändig gesammelten Schwammerln zum Einsatz kommen sollen.
Es geht sodann hinauf zur auf 2017 Metern gelegenen Heiterwandhütte, die von der Sektion Oberer Neckar mit Sitz in Rottweil betrieben wird. Im Vergleich zur Fritz-Putz-Hütte in der Bleckenau erhält das Wort Selbstversorgung auf der Heiterwandhütte noch einmal eine weitergehende Bedeutung. Es gibt kein fließendes Wasser, es muss aus einer Quelle vorm Haus geholt und auf dem Herd des Holzofens abgekocht werden, dessen Feuer man zunächst entfachen darf. Am frühen Abend schlägt das Wetter um, es donnert, es regnet, Schafe schauen zum Fenster herein, zum Essen gibt es unter anderem die gesammelten Pilze. Anschließend wird gewürfelt und es geht früh ins Lager, das mit Fug und Recht als spartanisch bezeichnet werden kann.
Die Sektion Oberer Neckar betreibt neben der Heiterwandhütte auch noch die Anhalter Hütte, die das Dach für die kommende vierte und letzte Nacht bereitstellen soll. Der Marsch dorthin erweist sich wegen des matschigen Bodens zwar als etwas mühsam, aber machbar. Vorbei
68 DAV PANORAMA 3/2025
Mystisch und verhangen: Der Weg von der Anhalter Hütte nach Bschlabs unterhalb vom Hahntennjoch ist kaum begangen.
geht es an Ziegen, Schafen, Murmeltieren. Und dann kommt uns noch ein Trupp Jäger entgegen. Auf die wenig einfallsreiche Frage, was die Herren denn so schießen wollen, gibt es umgehend die Antwort: „Bären. Bären … und Wölfe“
– ausdrücklich mit freundlichem, routiniertem Sarkasmus. Nun ja, dazu muss man sagen: Bären wurden in diesem Teil Tirols tatsächlich schon registriert. Zu sehen bekommen haben wir den scheuen Meister Petz freilich nicht.
Die Anhalter Hütte auf 2038 Metern kommt so ganz anders daher als ihre Sektionsschwester, die Heiterwandhütte. Sie ist umfangreich renoviert und 2021 wiedereröffnet worden, topmodern, bietet Essen auf Restaurantniveau und kann sich auch energietechnisch sehen lassen. Hüttenwirt Sebastian Wolf hat erst am Vortag das Umweltgütesiegel des Deutschen Alpenvereins in Empfang genommen. Und der studierte Prozessoptimierer zeigt stolz seine Haustechnik samt Batterien, PV-Anlage und Blockheizkraftwerk. Zur Hütte führt keine Straße und auch keine Materialseilbahn, weshalb sie zu Saisonbeginn einmal mit einem Hubschrauber versorgt wird. Doch der Flug, so Hüttenwirt Sebastian Wolf, dauert nur wenige Minuten – die Ökobilanz kann sich daher trotzdem sehen lassen, wie er meint.
Der nächste Tag ist nach dem Abstieg auf die Passstraße des Hahntennjochs eine leichte Übung. Denn oben auf dem Joch auf fast zweitausend Metern Höhe befindet sich tatsächlich eine überdachte Bushaltestelle. Sogar mit einer Toilette. Und der Bus bringt uns über Elmen und Reutte nach Füssen, von wo aus der Zug zurück nach Kaufbeuren geht. Wer Wert auf Öffis legt, ist bei unseren südlichen deutschsprachigen Nachbarn deutlich besser aufgehoben, wie diese Tour zeigte. Empfehlenswert für die Öffi-Anreise in Österreich ist die App VVT.
Damit hat die Erwanderung des ersten Teils des „Lech-Joch-Wegs“ ihren Abschluss gefunden. Der zweite Teil soll dann vom Hahntennjoch bis an die Lechquelle führen.
Am Abend schlägt das Wetter um, es donnert und regnet, Schafe schauen zum Fenster herein.
Markus Stumpe ist DAV-Wanderleiter, Grafiker, Künstler und Fotograf.
Markus Bär ist seit vielen Jahren DAV-Mitglied und Redakteur bei der „Augsburger Allgemeinen Zeitung“.
Ausgabe 3/2025
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Bruneck gibt es jede Menge sich im Alpenvereinsjahrbuch seen, kaum eine Region ist so MTB-Traumtrails.
und im Kalender „Welt der Berge“. vielfältig wie die Steiermark.
Bike Bruneck
Genussbiken im Herzen
des Pustertals
Wer Berge liebt, wird Bruneck lieben! Im Norden ragt der Alpenhauptkamm in den Himmel, im Süden das UNESCO-Welterbe Dolomiten, und mittendrin liegt, gut versteckt, die Bike-Homebase Bruneck. Hier fährt man mit dem Bike nicht nur in alle vier Himmelsrichtungen, sondern am Hausberg Kronplatz auch auf 18 Traumtrails. Von leicht bis legendär, denn hier oben wartet der Südtiroler Signature-Trail Herrensteig neben zahlreichen weiteren Touren durchs grüne Pustertal.
835 Meter über dem Alltag liegt Bruneck, um- he Hausberg ist der Downhill-Erlebnisspielplatz rahmt von hohen Bergketten im breiten Talbe- der Region, wo das legendäre Messner Mountain cken des Pustertals. Im Norden sieht man die Museum MMM Corones und das LUMEN Fotoösterreichischen Zillertaler Alpen und im Sü- grafie-Museum für das richtige Mindset sorgen. den die bleichen Gebirgsspitzen des UNESCO- Dazu läutet jeden Tag pünktlich um zwölf Uhr die Welterbes Dolomiten. Dem Südtiroler Alpen- Concordia 2000, die imposante Friedensglocke charme kann man sich hier kaum entziehen. am Kronplatz. Vom mittelalterlichen Stadtkern Mit dem Plan de Corones (Kronplatz) vor der aus erlebt man nicht nur lebendige Kultur mit alpinen Haustür geht es beim Downhill auf 18 zahlreichen Museen und alpin-mediterraner Ku-Trails auf Adrenalinjagd, während rund um die linarik, sondern kann auch ein ausgeprägtes mittelalterliche Kleinstadt Bruneck zahlreiche Mountainbike-Wegenetz nutzen, das sich in alle Genusstouren durchs grüne Pustertal führen. Himmelsrichtungen erstreckt. Hier finden alle ihren Lieblings-Trail.
Abseits bekannter Pfade
Bike-Homebase Bruneck
Ob ins Ahrntal, entlang des Pustertals oder hin-
Von welcher Seite man sich Bruneck im Herzen auf zu idyllischen Almen – die Region Bruneck des Pustertals auch nähern mag, immer erblickt bietet ein vielseitiges Streckennetz für alle, die man zuerst das Schloss Bruneck. Es thront auf mit dem Mountainbike unterwegs sind und abdem Gipfel eines grünen Hügels und zieht damit seits des Bikeparks auf Entdeckungstour gehen die Blicke auf sich. In der Ferne sieht man den wollen. Umgeben von den Zillertaler Alpen und höher gelegenen Kronplatz. Der 2275 Meter ho- den Dolomiten schlängeln sich die Routen durch
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Ob herzhafte Knödel, hausgemachte Gnocchi, deftige Schlutzkrapfen oder frische Pasta – jede Einkehr wird hier zur Genusspause.
dichte Wälder, weite Almwiesen und malerische Täler. Vom sanften Cruisen auf dem Pustertaler Radweg bis hin zu fordernden Bergtouren bietet Bruneck für jedes Fahrniveau das richtige Terrain. Besonders lohnenswert sind die Routen zu den alpinen Bergseen wie dem Antholzer See oder dem Pragser Wildsee. Hier finden sich traumhafte Panoramen und kristallklares Was-
INFOBOX
BESTE REISEZEIT April bis Oktober
WISSENSWERTES
Bruneck wurde erstmals 1256 urkundlich erwähnt. Um das Jahr 1250 erbaute der Brixener Bischof Bruno Graf von Wullenstetten und Kirchberg auf dem Schlossberg eine Burg und legte damit auch den Grundstein für die Stadt. Durch den lebhaften Handel wurde Bruneck bald der wirtschaftliche Mittelpunkt des Pustertals und entwickelte sich in der Folgezeit zu einem lebendigen Kulturzentrum.
GEHEIMTIPP
Die überdimensionale Schaukel am Gipfel des Kronplatzes ist ein Erlebnis. Mit ausreichend Schwung katapultiert man sich hoch in die Luft und genießt einzigartige Dolomiten-Weitblicke.
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ser. Die Genusstour zur Plattner Alm begeistert mit moderaten Anstiegen und großartigen Ausblicken, während die sportliche Runde zur Pitzinger Alm mit steilen Uphills und einer anspruchsvollen Abfahrt aufwartet. Wer eine kürzere, aber nicht minder reizvolle Tour sucht, findet diese auf der Route zum Gasthof Kofler am Kofel, die mit idyllischen Waldabschnitten und einer gemütlichen Einkehrmöglichkeit überzeugt.
Genussmomente in Bruneck Auch der kulinarische Genuss kommt hier nicht zu kurz – immerhin sind wir in Italien! Die Region verbindet bodenständige alpine Küche mit der mediterranen Leichtigkeit, was sich vor allem in den traditionellen Gerichten widerspiegelt. Ob herzhafte Knödel, hausgemachte Gnocchi, deftige Schlutzkrapfen oder frische Pasta – jede Einkehr wird zur Genusspause. Besonders lohnenswert für Gourmets sind die Kulinarik-Touren, die zu urigen Almen und Hütten führen, wo es zu den regionalen Spezialitäten auch noch traumhafte Ausblicke gibt. In Bruneck selbst kann der Tag genussvoll ausklingen. In der historischen Altstadt, wo mittelalterliches Flair auf urbanes Leben trifft, genießt man das bunte Treiben und plant schon die nächste Tour. Restaurants wie der Ansitz Sichelburg beeindrucken mit regionalen Zutaten und kreativem Handwerk oder interpretieren alpine Küche neu wie das mit einem Michelin-Stern ausgezeichnete Schöneck. Das sind kulinarische Erlebnisse der Extraklasse (opens in a new tab). Ganz gleich, ob auf der Alm oder im Sternerestaurant – in Bruneck sind MTB- und Genussmomente untrennbar miteinander verbunden (opens in a new tab).
Info (opens in a new tab): bruneck.com (opens in a new tab)
REISENEWS
Kaum eine Region ist so vielfältig wie die Steiermark (opens in a new tab)
Zwischen schroffen Gipfeln, klaren Bergseen, sanften Hügeln und Almwegen mit tollen Panoramen findet sich für jede Kondition die passende Tour. Besonders reizvoll (opens in a new tab): das Wandern entlang der Flüsse und durch Naturparks wie Almenland, Zirbitzkogel-Grebenzen oder Sölktäler. Ob aussichtsreiche Tagesetappe am Wanderweg „Vom Gletscher zum Wein“ oder genuss- (opens in a new tab)
volle Rundwanderung mit Einkehr (opens in a new tab): In der Steiermark gehen Naturerlebnis, Bewegung und Kulinarik Hand in Hand. Wer sich Zeit nimmt, entdeckt weit mehr als schöne Landschaft – nämlich das Lebensgefühl einer Region, in der Wandern nicht nur Fortbewegung, sondern Heimat ist. Und wo man nach dem Gipfelglück mit Käferbohnensalat, Kürbiskernöl und einem Glaserl Welschriesling belohnt wird. Zahlreiche ausgewiesene Weitwanderwege, familienfreundliche Touren und bestens gepflegte Hütten runden das steirische Wandererlebnis ab (opens in a new tab).
Info (opens in a new tab): steiermark.com (opens in a new tab)
Naturvielfalt zwischen Gipfelglück und Wasserwegen (opens in a new tab)
Der Klostertaler Bergsommer (opens in a new tab)
für Naturbegeisterte, sondern auch geschützter Lebensraum (opens in a new tab): In den Natura-2000-Gebieten bleibt die Natur, wie sie ist: wild (opens in a new tab), vielfältig, geschützt. Ob zu Fuß (opens in a new tab), mit dem Bike oder auf Klettertour – der Klostertaler Bergsommer ist eine Einladung, die Berge mit allen Sinnen zu erleben (opens in a new tab).
Info (opens in a new tab): klostertal.travel (opens in a new tab)
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Fünfmal pures Herbstglück in Fügen-Kaltenbach
Zwischen Gipfeln und Genuss
Wenn sich der Sommer verabschiedet, beginnt im vorderen Zillertal eine der schönsten Zeiten des Jahres. Fünf gute Gründe, warum die Ferienregion Fügen-Kaltenbach gerade im Herbst zur Lieblingsdestination für Outdoor-Fans, Familien und Genießer wird.
1. Wandern mit Weitsicht
2. Radwege zum Entdecken und Genießen
Am Taleingang zeigen sich die Bergriesen der Die Sonne im Gesicht, den Fahrtwind im Haar Zillertaler Alpen von ihrer sanften Seite. Wer und unzählige Stopps, die sich lohnen: Auch hier im Herbst auf mehr als vierhundert Kilo- auf zwei Rädern lässt sich der Herbst in der metern Wegen wandert, wird mit einer mär- Ferienregion Fügen-Kaltenbach unbeschwert chenhaften Naturkulisse und grandiosen Pa- genießen. Am Talboden lädt z. B. der familinoramablicken belohnt. Gut zu wissen: Viele enfreundliche Zillertalradweg zum entspann-Hütten haben bis in den Oktober hinein geöff- ten Dahingleiten ein. Weiter oben am Berg net – ideal für Pausen mit Ausblick. Geführte freuen sich Geübte (und dank E-Bikes auch Wanderungen verbinden Naturerlebnis mit weniger Geübte) über beeindruckende MTB-Einkehr und regionalem Genuss.
Panoramastrecken.
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- Mühelos in die Gipfelzone Zehn Sommerbergbahnen ermöglichen im gesamten Zillertal den raschen und bequemen Aufstieg. Wer dieses Angebot von vorne bis hinten auskosten möchte, greift zur Zillertal Activcard. Mit ihr ist täglich eine Berg- und Talfahrt sowie die Benutzung der meisten öffentlichen Verkehrsmittel der Region u.v.m. inkludiert. Gut zu wissen: Kaufen Eltern zwei Activcards, fahren deren Kinder bis einschließlich Jahrgang 2010 kostenlos!
- Erlebnisse für kleine Gäste Kein Wunder, dass die Ferienregion Fügen-Kaltenbach besonders bei Familien als Traumziel für den Herbsturlaub gilt. Naturspiel-
INFOBOX
Herbstglück abseits des Trubels Fügen-Kaltenbach beweist, dass Herbsturlaub weit mehr sein kann als „Nebensaison“. Hier ist der Herbst eine Einladung – zum Innehalten, zum Entdecken, zum Genießen. Sicher ist: Wer diesen Zauber einmal erlebt hat, möchte wiederkommen. Vielleicht im nächsten Jahr. Vielleicht sogar schon früher.
Mehr Infos und Angebote (opens in a new tab):
best-of-zillertal.at (opens in a new tab)
plätze, Streichelzoos, Themenwege und kleine Bergabenteuer lassen Kinderaugen strahlen (opens in a new tab). Hier dürfen Kinder einfach Kind sein – und Eltern einfach durchatmen (opens in a new tab).
5. Darf’s ein bisschen mehr sein (opens in a new tab)? Egal bei welchem Wetter: Langeweile hat im Zillertal keine Chance. Ob Wasserspaß in der Erlebnistherme Zillertal, Action im Freizeitzentrum Kabooom, Kletterabenteuer im Kraftreich in Aschau oder eine entspannte Runde am Golfplatz in Uderns – die Ferienregion Fügen-Kaltenbach begeistert mit einem umfangreichen Freizeitangebot für Groß und Klein (opens in a new tab).
Info (opens in a new tab): best-of-zillertal.at (opens in a new tab)
REISENEWS
Die passende Attraktion für Gäste jeden Alters ist die Erlebnistherme Zillertal. Fun und Action für Kids gibt es am Spieljoch.
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PRODUKTNEWS
Zwei bewährte Begleiter (opens in a new tab)
jedes Zuhause. Ergänzend dazu erscheint dieses Jahr die 150 (opens in a new tab). Ausgabe des Alpenvereinsjahrbuchs BERG 2026, die sich dem Wandel der Alpen widmet. Im Zentrum steht der Großvenediger als Symbol (opens in a new tab), das Vergangenheit und Gegenwart der Bergwelt verbindet. Beide Publikationen sind ab Spätsommer erhältlich: Kalender ab Ende August (opens in a new tab), Jahrbuch ab Mitte September (opens in a new tab).
PREISEMPFEHLUNG (opens in a new tab): € 25,- (Jahrbuch), € 32,90 (Kalender), dav-shop.de (opens in a new tab)
Bora® (opens in a new tab)
die Schuhe eingeblasen, das wirkt desinfizierend und beseitigt Geruch (opens in a new tab).
PREISEMPFEHLUNG (opens in a new tab): ab € 377,40, oskari.at (opens in a new tab)
XENITH-SCHLAFSÄCKE (opens in a new tab)
PREISEMPFEHLUNG (opens in a new tab): ab € 399,90, mountain-equipment.eu (opens in a new tab)
74 PANORAMA promotion 3/2025
Speziell für Frauen (opens in a new tab)
SPORTIVER WANDERRUCKSACK MIT KOMFORT-NETZRÜCKEN Der Hike Pack 20 Women von Tatonka ist mit seinem komfortablen, belüfteten Netzrückensystem ein optimaler Begleiter für Tageswanderungen. Die Schultergurte sind an den weiblichen Körperbau angepasst. Neben 20 Litern Volumen im Hauptfach bietet der Rucksack ein Deckelfach sowie elastische Seitentaschen und eine Fronttasche zum Verstauen der Ausrüstung, dazu eine Reißverschlusstasche auf dem Hüftgurt (opens in a new tab), etwa fürs Smartphone (opens in a new tab). Trinksystemvorbereitung (opens in a new tab), Wanderstockhalterung und Regenhülle sind dabei (opens in a new tab). Der Rucksack ist PFAS-frei imprägniert. Das Unisexmodell in diesem Größen bereich ist der Hike Pack 22 (opens in a new tab).
PREISEMPFEHLUNG (opens in a new tab): € 140,-, tatonka.com (opens in a new tab)
DIE BESTEN TOUREN VOM ROTHER BERGVERLAG (opens in a new tab)
Für Panorama-Leser*innen gibt es jetzt 40 Prozent Rabatt auf die Rother Gold App für ein ganzes Jahr (opens in a new tab). PREISEMPFEHLUNG (opens in a new tab): für Panorama-Leser*innen nur € 20,99 für ein Jahr (statt € 34,99), jederzeit kündbar (opens in a new tab). Einzulösen bis 31.12.2025 auf rother.de/panorama2025 (opens in a new tab)
MIT AUSSICHT (opens in a new tab)
WANDERN IN NEUSEELAND (opens in a new tab)
KorsiKa - Gr20 (opens in a new tab)
N e u s e e l a N d (opens in a new tab)
Jubin Zuckerlösung (opens in a new tab)
Jubin Pharma Vertrieb Rombacher Hütte 10 · 44795 Bochum www.jubin-pharma.de (opens in a new tab)
OUTDOORWORLD
REISE
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ALPINSCHULE (opens in a new tab)
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OBERSTDORF (opens in a new tab)
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Casa Justina (opens in a new tab)
150 Touren (opens in a new tab)
in Deutschland und den Alpen (opens in a new tab)
Wandern ohne Auto (opens in a new tab)!
NaturGenuss im Passeiertal, Südtirol (opens in a new tab)
www.alpinschule-oberstdorf.de (opens in a new tab)
Bergerlebnis auf 1300 m, prämierte Naturküche (opens in a new tab),
Genießer- und Wanderhotel Jägerhof (opens in a new tab), Tel. +39 0473 656250, www.jagerhof.net (opens in a new tab)
Romantisches Licht (opens in a new tab)
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KLEINANZEIGEN
IMMOBILIEN
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BERGurlaub in der STILLE www.gruiba.com (opens in a new tab)
Dalmatien (Kroatien): Appartment in Makarska, 49qm, f 2 Pers., super Kombi vom Berg & Meer. Vielleicht im Herbst 🙂 ? Tel: 01577-395 1331
Wunderschönes Ferienhaus im Großen Walsertal bis 7 Personen: www.saege8.at (opens in a new tab)
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Wanderurlaub mit Esel im Bayerischen Wald. www.esel-touren.de (opens in a new tab)
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Bodensee, 59, 178, Akad., suche Masseur, Reparateur, etc. ;), politisch u. kulturell interess. UND kommunikativ. Bin legerer, jugendl.Typ, politisch aktiv, liebe meinen Beruf und meine 2 erw. Kinder, radle gerne, spiele Tennis, fahre Ski, aber klettere nicht ... auchmalkultur@freenet.de
39, Berlinerin. Bergsteigen, Trekken, Campen, Paddeln, Snowshoeing, Klettern, Biken, Boofen, CrossFit. Am liebsten draußen, extrem und fern der Massen, auch mit Genießeranteil oder mal international - und dabei hätt ich gern zur Abwechslung zu meinen Solotouren empatische, humorvolle, tiefgründige Begleitung. Seilschaft-Buddies oder doch eher Beziehungspotential? Finden.wir.es.raus@gmail.com 🙂
Abenteuerlustige, spontane, tierliebe, vorzeigbare, sportliche Frau ( 1.78, 74, 67 J) sucht nicht zwangsläufig Beziehung. Eher erstmal wachsende Freundschaft bei Wanderungen, Ebiken, Skifahren, LL, Golfen, Weinchen am Abend und mehr. Südlich Muc. BMB grainau55@gmail.com
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Rm 44: lebensfrohe Frau (69/155/schlank/ NR) unkonventionell, mit Alleinsein vertraut, doch für Zweisamkeit und gemeinsames Erleben offen: Wandern, Reisen, Natur, Kultur, Zärtlichkeit, Humor,und mehr..... duene45@freenet.de
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PLZ 76: Für lebendige Beziehung mit Leichtigkeit &Tiefe suche ich (Akad., 60J, 164, 58, sportl., humorv., empath., refl ekt., viels. interess., (Rad,Trekking,Kultur,Reisen) abenteuerlustigen Mann, der meine Seele berührt. BmB: Lebenspartner23@gmx.de
RM 89-Ulm/Stgt., 58 Jahre, 175 cm Die Berge sind für mich Lebenselixier. Wenn Du dies genauso siehst, dann einfach melden. Meine größten Leidenschaften sind Skifahren ( alpin) und Wandern.. Manchmal auch in der Luft ( Paragleiten). Alles im ganz normalen Rahmen und stets mit einer großen Portion Humor. Bin weltoffen und suche jemanden der dies gerne mit mir teilt. Ich freue mich auf Deine Nachricht: xy1020@gmx.de.
Rm FR: schlanke, attraktive, sehr sportl. Anfang 60J. sucht klugen, warmherzigen, auch kult. interessierten Begleiter für Wandern, Joggen, e-MTB, Skifahren etc. und vielleicht auch mehr?! BmB mail: fi tunddraussen@t-online.de
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Auch Frauen zwischen 60 und 70 können ansehnlich, frohgemut, lustig und nett sein. Bin 66, 174 cm groß, NR, lebe im Raum 85... und freue mich auf Email mit Bild an Butterblume1996@outlook.com
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Südpfalz Ich, Lisa, 39J./1,47m/38kg, suche einen lieben, rücksichtsvollen Partner für gemeinsame Abenteuer beim Wandern, Klettern und im Leben. Bitte Nachricht mit Bild an waldliebe2302@web.de
PLZ 6/7. Bin 74 J., schlank, ansehnlich lt. anderen, Akad., gerne in der Natur und bewegungsfreudig. Suche einen Gefährten, mit dem ich seelische und körperliche Nähe, Gespräche, Reisen und mehr teilen kann. suedpazifik@web.de
Rm 85: Lieblingsmensch gesucht! Bin 59, sportlich, attraktiv, fesch und stehe mit beiden Beinen im Leben. Ich liebe die Natur, Berge, Kunst, Kultur und gute Gespräche. Wandern, Skifahren, Radtouren, oder bei einem Glas Wein den Sonnenuntergang genießen? Du hast das Herz am richtigen Fleck – lachst gern. Freue mich auf dich! BmB an starting_over@web.de
PLZ 55, 56, 60-69: Ich (w/Akad./36/163), naturverbunden, sportlich, zuverlässig, mag Wandern, Klettern, Fahrrad fahren, Klettersteige, Kultur, draußen sein. Wenn Du eine lebendige Beziehung auf Augenhöhe suchst, tiefe Gespräche magst und eigene Kinder haben willst, melde dich gerne: ak.woe@web.de
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OUTDOORWORLD
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RM VB/FB Sportliche Mittfünfzigerin (1,70/55) sucht Partner für gemeinsame Erlebnisse in der Natur, in den Bergen und am Meer (Wandern, Radeln, Skilanglauf, evtl. Klettersteige). Opern, Theater, Kabarett, Rock- und Popkonzerte sowie Thermenbesuche oder einfach nur lesen und relaxen sind auch schön! Ich freue mich auf Zuschriften BmB an Joba66@freenet.de
RM76 KA/RA: Sie, 69J, schlank,NR sucht Lebenspartner zw.65-70 J. Hobbies: Wandern, Radfahren, Paddeln, Tennis. Mail: inkarowo@gmx.de
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Gibt es unter all den suchenden Bergkameraden auch noch fitte, junggebliebene 80-ziger, die noch immer Freude am Wandern, LL, Radeln, Tennis, Reisen weltweit haben? Natürlich sollte auch das Kulturelle nicht zu kurz kommen – Konzerte, Theater. Selbst jahrelange WOMO-Fahrerin, Kanu, Trekking- und Wanderführerin. Seit Jahren verwitwet, es fehlt mir der treue, verläßliche Kumpel für die Unternehmungen des Alters. Freue mich über einen Anruf 015753003249 oder Whats App.
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Berge, Skifahren, leckeres Essen und eine warmherzige, kluge, humorvolle Frau sind meine (45) große Leidenschaft. Deine auch? Dann lass uns gemeinsam unsere
Leben! kitzski@gmx.deLiebesspur ziehen - in den Bergen und im
Ich 47/178 aus dem Saarland liebe die Natur,Berge,Wandern und MTB(E–Bike) Suche nette Sie für gemeinsame Abendteuer. Freue mich über Antwort. mj78@gmail.com 01774627793
PLZ 94 Sympathischer Mann 52,der gerne wandert, Wellnessen u Sauna mag,sucht eine natürliche, fröhliche Frau,im Alter von 44 bis 55,. BmB an...chrisbmw1@gmx.de
Rm9, „Grauer Wolf“ beisst nicht… küsst lieber! Sportlich + schlank (69, 185), kommunikationsfreudig mit Herz + Hirn + Humor, bewegungsaffin im Draußen, genießerisch im Drinnen, unabhängiger „Freestyle-Dancer“. Magst DU mein „Gesamt-Paket“ weiter öffnen? BmB an maxalbert11@gmx.de
RM39/MD; 50j. Bergfex (180/76) sucht heiteres Pendant für gemeinsames Wander- & Gipfelglück u. mehr, k751@gmx.de
RM9! Bist Du interessiert am Wandern, Sport, Kultur, Ehrenamt, Reisen und vielleicht an mehr? Ein jung gebliebener, unkomplizierter, zuverlässiger, sportlicher und schlanker Oberpfälzer (50, oK) wartet auf Dich. Trau Dich! BmB an Nicholas.Sparks@t-online.de
Muc +100 km. Ich, 46, 186, 85, möchte mit Dir das nächste Kapitel gestalten. Mit Natur und Abenteuer, körperlicher und emotionaler Wärme. Im Patchwork, mit beiden Beinen im Leben - bin gespannt auf Dich. el.piedra@posteo.com
Wer lernt mit mir segeln, freut sich auf die Stille der Fjorde und steigt gerne auf Berge? Köln, 48J, NR, wiss. cgn_berge@gmx.de
RM OA bis OAL Sportlich jung gebliebener Bergfex, 67, schlank, kommunikativ, empathisch, humorvoll, positiv sucht Sie, 55-60, sportlich, schlank und attraktiv für gemeinsame Aktivitäten wie Bergwandern, Trekking und Reisen. Kultur und das Leben zu genießen sind mir nicht fremd. Vielleicht wird aus gemeinsamen Aktivitäten ja auch eine Partnerschaft fürs Leben. Stelle mir eine Beziehung auf Augenhöhe, ehrlich, empathisch und offen vor. Wollen wir es herausfinden? Habe ich Dich ein wenig
usgipfelglueck@gmail.comneugierig gemacht? Dann schreib BmB an:
Rm 88/87: Er, 38, NR, empathisch und humorvoll, liebt wandern und radeln, kochen und backen, Handwerk und Musik... Du wünschst dir auch eine eigene Familie? Dann trau dich: BergDate@web.de
OA. I bi schlank, sportlich, 58 J biologisch. I gang gern üf Ski-Berg-MB-Touren. Goahts dir au so und bisch so zwieschè 50 ünd 60 dann meld di gern. (BmB) juntos.suerte@gmail.com
München: Ich mag die Berge und die See(n), reise auch gerne mal in die Ferne, aber immer auf eigene Faust. Ich habe zwei erwachsene Söhne, jeder lebt sein Leben, aber wir unternehmen viel zusammen. Ich mag Yoga, HP8, die Blumen und Kräuter in meinem Garten und bin zu jeder Jahreszeit in den Bergen: mit dem MTB, den Ski oder zu Fuß. Ich wohne in einem schönen Haus in München Solln und bin zeitlich und fi nanziell unabhängig. Hört sich gut an? Das Wesentliche fehlt mir, eine achtsame, sportliche Partnerin zwischen Ende 50 und Mitte 60 für alles, was das Leben wirklich schön macht. Zu mir: 1.83 m. 80 kg. Mitte 60, sportlich, studiert. Zuschriften BmB an bergeundseen2025@gmx.de
Rm. Mfr./Ofr./Südthüringen: Ortsgebundener ER ist seit Jahrzehnten in den Bergen zwischen 2.000 m und 4.000 m unterwegs. Mangels dortigen Gelegenheiten will ER sich hier veröffentlichen. SIE ( 55 J. bis 68 J.), unter 165 cm, nicht ortsgebunden (!) will einen festen künftigen Lebenspartner in die Berge und auf Reisen begleiten wo es Berge gibt. Gute Voraussetzungen für ein Leben zu zweit. gransasso@t online.de
Rm 87/88 56/1,80/72/ Akad./ gesch./ 4 Ki (26,24/24,20) Unzufrieden, nie, dankbar, ja Realistischer Optimist Draußen-Sein, Berge im So u Wi, ST, MTB, LL, Schwimmen, Kunst, Musik, Theater begeistern mich. Dich auch? Das Wichtigste: Herzensbildung BmB! nikolauseckle@gmail.com
Sportlicher naturverbundener Bergliebhaber zuverlässig, mit dem Herz am rechten Fleck, 54 Jahre jung, sucht sympathische aktive Sie mit Herz und Familienwunsch. Ich freue mich auf dich. bergfamglueck@gmx.de BmB, Region Mfr. Opf. Obfr.
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am 26.9.2025
PANORAMA 4/25 erscheint
am 11.11.2025
3/2025 PANORAMA promotion 77
Anreise: Im Zug bis Locar
Auf der Via Alta Vallemaggia
Region:na zurück nach Locarno.Maggia mit seinen zahlreiDas Tessiner Valle Durchs wilde
no, weiter mit dem Bus nach Loco, Paese. Zurück mit dem Bus von der Talsta tion San Carlo im Val Bavo
chen Seitentälern ist das größte Tal der italienischen Schweiz, der gleichnamige Fluss mündet im Lago Mag giore.
Übernachtung:hütten und Talunterkünfte.Bergsteigerdorf SchutzPartner
betriebe mit Ermäßigungen werden in den kommendenfür Alpenvereinsmitglieder Monaten ausgezeichnet (bergsteigerdoerfer.org (opens in a new tab)).
78 DAV PANORAMA 3/2025
Tessin
Schroffe Gipfel, wilde Täler, luftige Grate, Bergseen und alte Steinhütten zum Übernachten: Auf der Via Alta Vallemaggia lässt sich das Tessin in seiner ganzen Ursprünglichkeit erleben.
Text und Fotos: Bernd Jung
as kann ja nicht wahr sein, so war ter nach Norden zieht und in über dreitausend das aber nicht angekündigt!“, sagt Meter hohe Berge gipfelt. Bekannt für seine
D
Eric. Völlig exponiert befinden wir stiebenden Wasserfälle, die vielseitige Flora,
uns zu viert am Morgen auf einem ausgesetzten die hoch aufragenden Felswände – und für sein Grat am Pizzo Cramalina. Blitze gehen nieder, dichtes Wanderwegenetz. 2009 wurde die Via Hagel prasselt auf uns ein. Dabei hat die Wet- Alta Vallemaggia eröffnet, auch VAVM abgetervorhersage dieses Schauspiel erst für den kürzt. Ein Hüttentrekking, das in sechs Tagen Nachmittag angekündigt. Erst als sich Wetter von der Bergstation Cimetta über die ostseitig und Nerven wieder beruhigt haben, können wir vom Maggiatal gelegene Bergkette bis nach Fuauch wieder die großartige Landschaft wahr- sio, die Ortschaft zuhinterst im Tal, führt. Das nehmen, in der wir unterwegs sind.
Wanderkonzept ging sogar noch weiter. Zehn
Wir sind weit oberhalb des Maggiatals im Jahre später wurde die Weitwanderrunde „Trek-Sonnenkanton Tessin. Das Tal, welches sich king dei laghetti“ eröffnet, welche die Stirnseite von Locarno am Lago Maggiore fünfzig Kilome- im Talschluss durchläuft. In einem weiteren
Kraftakt – mit dem Anbringen von Drahtseilen und Ketten und unzähligen Wegmarkierungen
– wurde dann 2021 der letzte Teil der VAVM erschlossen, der durch die westseitige Bergkette des Maggiatals verläuft.
Im Unterschied zur ausgewiesenen Route auf der Webseite der VAVM (viaaltavallemaggia.ch) wandern wir in umgekehrter Richtung. Das hat den Vorteil, die höheren Berge stets vor der Nase zu haben und jeden Tag einen etwas höhe-
Im Juli 2024 kam es nach heftigen Unwettern im Maggiatal zu einem verheerenden Erdrutsch mit massiven Schäden und mehreren Toten.
Aussichtsreich ist die dritte Etappe der Mehrtagestour mit der Cima di Catögn (2397 m) als höchstem Punkt des Tages. Übernachtet wird auf der Capanna Ribia, einer einfachen Selbstversorgerhütte.
TESSIN
ren Gipfel zu überschreiten. Zudem haben wir für den Tourstart Loco gewählt, den historischen Hauptort des Valle Onsernone. Schon die Fahrt dorthin ist etwas Besonderes. Ein wildes und ursprüngliches Tal mit tiefen Schluchten und schäumenden Wildwassern. Eine atemberaubende Landschaft mit kleinen Dörfchen, die wie Inseln an den ansonsten bewaldeten und unberührten Berghängen stehen. Die Ursprünglichkeit des Valle Onsernone, die hochwertige Natur- und Kulturlandschaft, haben dazu geführt, dass das Tal 2024 den „Bergsteigerdörfern“ beigetreten ist. Die 2008 ins Leben gerufene Initiative der Alpenvereine zeichnet
3/2025 DAV PANORAMA 79
Zu Gast im Bergsteigerdorf (opens in a new tab)
die Alpenvereine Orte aus (opens in a new tab), dieAls „Bergsteigerdörfer“ zeichnen (opens in a new tab)
Bergsteigerdorf
Valle Onsernone und neben Erlebnis- undihre alpinistische Seele pflegen (opens in a new tab)
Bergsportmöglichkeiten auch authentischen Charme bieten (opens in a new tab),
Das Onsernonetal im Kanton Tessin mit
naturorientiert und ohne inteneinfach gut.sive Erschließung. Klein, fein (opens in a new tab),
Bergsteigerdorf Campo Vallemaggia imseinen zwölf kleinen Dörfern ist wie das
bergsteigerdoerfer.org (opens in a new tab)
Nachbartal eine versteckte Ecke der Schweiz, die Landschaft ist von dichten Wäldern und tiefen Schluchten geprägt.
BERGNATUR
Berge, Wasser, Wald
Seit 2002 gibt es das Naturschutzgebiet Onsernone, mit 781 Hektar eines der größten Waldreservate der Schweiz mit überwiegend
Weißtannen, Fichten, Buchen und Lärchen. Es erstreckt sich vom Pizzo Ruscada bis hinunter zu den Schluchten des Flusses Isorno. Im Reservat ist jegliche wirtschaftliche Nutzung ausgeschlossen, nur Pilze sammeln, Beeren pflücken und die Jagd sind erlaubt. Durch das Naturschutzgebiet führen zahlreiche Wanderwege. Der Wald ist seiner natürlichen Entwicklung überlassen und beherbergt viele verschiedene Pflanzen- und Tierarten. Das Valle Onsernone ist ein wildes Naturparadies und dabei ganz in der Nähe von Lago Maggiore und geschäftigen Städten wie Ascona und Locarno.
80 DAV PANORAMA 3/2025
BERGKULTUR
Inspiration und Tradition
Die malerischen Dörfer mit ihren typischen Steinhäusern schmiegen sich wie Schwalbennester an die steilen Hänge des Tals. Im Laufe der Zeit hat das Valle Onsernone viele Kunstschaffende angezogen, darunter Max Frisch, Golo Mann und Alfred Andersch, die
Werken inspirieren ließen.sich in diesem paradiesischen Winkel zu ihren
Im „Museo Onsernonese“ gibt die Dauerausstellung einen Einblick in
die Geschichte, die Natur und die Kultur des
Tals (museonsernonese.ch (opens in a new tab)).
Das Valle Onsernone war für Roggenanbau und die Herstellung von Strohhüten bekannt. Diese Tradition hat bis heute in Berzona überlebt, wo man die farbigen Hüte kaufen kann.
Eine lokale, traditionelle Spezialität ist das „farina bona“, ein Mehl aus geröste-
tem, gemahlenem Mais. Es wird in der historischen Mühle von Loco erzeugt und verkauft.
Grün ist die Landschaft um den Lago Alzasca und herzlich der Empfang auf der gleichnamigen Hütte (l.); Abstieg vom Pizzo Cramalina nach dem Unwetter (u.); Hochgebirgsambiente im Anstieg zum Basòdino (o.).
BERGSPORT
Einsame Touren, griffige Routen
Zahlreiche leichte bis mittelschwere Tagestouren, z. B. auf den Spuren von
Max Frisch oder zu bewirtschafteten Almen wie der Alpe Salei (alpesalei.ch (opens in a new tab)).
Mehrere Klettergebiete wie z. B. Paleria, Russo oder am Pizzo della Croce mit Sportkletter- und Mehrseillängen
in unterschiedlichen Schwierigkeiten in kompaktem Gneis.
TESSIN
Kaum eine Etappe ist unter T4 nach der Wanderskala des Schweizer Alpenclubs.
kleine Ortschaften aus, die sich dem naturnahen Tourismus verschrieben haben, und zählt inzwischen über vierzig Orte und Regionen in Österreich, Deutschland, Italien, Slowenien und der Schweiz. Seit Juni dieses Jahres gehört auch Campo Vallemaggia mit den weiteren Ortschaften Niva, Pian di Campo, Cimalmotto im hinteren Rovanatal zum Kreis der Bergsteigerdörfer.
Nach der unerwarteten Wetterkapriole am zweiten Tourentag steigen wir hinab zum Lago Alzasca. Ein Traum von einem Bergsee, perfekt in die Landschaft eingebettet. Badewetter herrscht leider immer noch nicht, vom Regen vollgesaugt wie ein Schwamm wandern wir mit schmatzenden Schuhen das letzte Stück zur schönen Capanna Alzasca. Natürlich sind wir die Einzigen auf der Hütte. Warmherzig empfängt uns das Hüttenwirtspaar, das diese Woche die Hütte bewartet. Dank eines zur Wäscheleine degradierten Seils sind unsere Klamotten mit der Ofenwärme schnell getrocknet.
Am nächsten Morgen wandern wir bei Sonnenschein zum Lago Alzasca hinauf und holen nach, was wir am Tag vorher verpasst haben: ein herrliches Bad in dem See, der in der Sonne glänzt wie ein überdimensionaler Smaragd. Zeit haben wir, schließlich erwartet uns heute nur eine kurze Etappe und durchwegs stabiles Wetter. Wieder mit üppiger Flora, dann über einen wunderbaren Grat geht es aussichtsreich weiter. Und wieder blau-weiß-blau markiert. Denn so gut wie alle Etappen sind durchaus anspruchsvoll. Kaum eine Etappe ist unter T4, dem Schwierigkeitsgrad für „schwere Bergwe-
3/2025 DAV PANORAMA 81
ge“ nach der Wanderskala des Schweizer Alpenclubs. Also Gelände, in dem man die Hände aus den Hosentaschen nehmen muss, wie Eric gern zu sagen pflegt. Wie schon die erste Nacht auf der Alpe Canna verbringen wir die dritte Übernachtung auf einer Selbstversorgerhütte, der Capanna Ribia. Gasherd, Getränke, Nudeln, Reis, Gewürze, ein Kamin mit Holz – es ist alles da, was es braucht. Ruckzuck zaubert Eric aus den vorhandenen Zutaten ein herrliches Safranrisotto inklusive wildem Thymian vom Wegesrand.
Landschaftlich eine Augenweide ist die nächste Etappe, welche an mehreren Seen vorbeiführt. Wäre die Etappe kürzer, würde man sich am liebsten an jeder dieser einladenden Bademöglichkeiten niederlassen. Mit der Ankunft in Cimalmotto treffen wir erstmalig seit vier Tagen wieder auf eine kleine Ortschaft. Gerade mal fünfzig Menschen leben in der ehemaligen Walsersiedlung. Im Spätmittelalter hatte sie eine beachtliche Größe, vor 350 Jahren lebten hier über tausend Menschen. Ein Zeugnis dieser vergangenen Zeit ist das fast dreihundert Jahre alte Fresko des italienischen Malers Giuseppe Mattia Borgnis im Außenbereich der kleinen Dorfkirche. Eine ähnliche Vergangenheit und heutige Einwohnerzahl hat auch der malerische Ort Bosco Gurin im Nachbartal. Die fünfte – und einzig wirklich leichte – Etappe der VAVM zwischen den beiden Ortschaften wollen wir am gleichen Tag noch anhängen. Da das zu Fuß ein arger Gewaltmarsch wäre, nehmen wir in Cimalmotto den Bus und lassen uns in kurzer
82 DAV PANORAMA 3/2025
Typisch für das Tessin sind die Steinhäuser im Val Bavona; auf dem aperen Basòdino-Gletscher; kontrastreich: einer der vielen Seen im Valle Maggia.
Gerade mal fünfzig Menschen leben in der ehemaligen Walsersiedlung.
Fahrt bequem nach Bosco Gurin bringen. Das Aufwachen am nächsten Morgen wird begleitet von lautstarkem Regenprasseln. So fahren wir erst gegen Mittag mit dem Sessellift zur Bergstation nahe der Grossalp, die aktuell bis auf Weiteres geschlossen ist. Wir sind ent-
Detaillierte Etappenbeschreibung online (opens in a new tab)
AUF DER VIA ALTA VALLEMAGGIA
Ausrüstung: Bergwanderausrüstung. Für die Überschreitung des Basò dino sind je nach Schneebedeckung eine komplette Gletscherausrüstung (Seil!) und entsprechende Hochtourenerfahrung nötig. Beste Saison: Juni bis September.
Die Etappen:
- Loco (679 m) – Madone (2018 m) – Alpe Canaa (1842 m) T4 , 1560 Hm ↗, 400 Hm ↘, 5 ¼ Std.
- Alpe Canaa – Pizzo Cramalina (2322 m) – Capanna Alzasca (1733 m) T4+, 670 Hm ↗, 780 Hm ↘, 3 ¾ Std.
- Capanna Alzasca – Cima di Catögn (2397 m) – Capanna Ribia (1996 m) T4, 900 Hm ↗, 640 Hm ↘, 4 Std.
Variante: Etappen 2 und 3 können auch zusammengelegt werden (1390 Hm ↗, 1230 Hm ↘, 7 Std.).
- Capanna Ribia – Rosso di Ribia (2546 m) – Cimalmotto (1403 m) T4+, 990 Hm ↗, 1590 Hm ↘, 6 ½ Std.
- Cimalmotto – Capanna Grossalp (1906 m, Hütte b. a. W. geschlossen) T2, 950 Hm ↗, 450 Hm ↘, 3 ½ Std.
Variante zu Etappe 5 ohne Hüttenübernachtung: Mit dem Bus von Cimalmotto nach Bosco Gurin, am nächsten Tag Auffahrt mit dem Sessellift zur Grossalp.
6. Capanna Grossalp – Pizzo Cazzòla (2756 m) – Capanna Piano delle Creste (2107 m)
T5 , 1410 Hm ↗, 1210 Hm ↘, 7 9 Std.
7. Capanna Piano delle Creste – Tamierhorn (3087 m) – Basòdino (3273 m)
– Robièi (1890 m) – Seilbahn nach S. Carlo T6/II/WS, 1340 Hm ↗, 1540 Hm ↘, 8 10 Std. Leichtere Variante in 2 Stunden: Von der Capanna Piano delle Creste direkt zur Bushaltestelle in S. Carlo absteigen (1170 Hm ↘, T2).
Karten:
X LK 1:25.000, Blätter 1312 Locarno, 1292 Maggia, 1291 Bosco Gurin, 1271 Basodino X LK 1:50.000, Blätter 276T Val Verzasca, 275T Valle Antigorio, 265T Nufenenpass
Unterkünfte: X Alpe Canaa, valledilodano.ch (opens in a new tab) X Capanna Alzasca, sac-cas.ch (opens in a new tab) X Capanna Ribia, se-im.ch/capanna-ribia (opens in a new tab) X Capanna Grossalp, capannagrossalp.ch (opens in a new tab) X Capanna Piano delle Creste, sav-vallemaggia.ch (opens in a new tab) X Rifugio Maria Luisa, rifugiomarialuisa.it (opens in a new tab) X Capanna Basodino, capanna-basodino.ch (opens in a new tab)
TESSIN
spannt, da es pünktlich, wie vom Regenradar prognostiziert, aufreißt und unser Planungstool uns gute sechs Stunden Wegzeit angegeben hat. Etwas stutzig werden wir allerdings, als wir bei der Bergstation die Angabe von neun Stunden sehen. Und tatsächlich: Aufgrund von weiten Strecken über ausgedehntes Blockgelände erreichen wir erst nach über acht Stunden in durchaus zügigem Tempo beim letzten Tageslicht die hübsche Capanna Piano delle Creste.
Wollten wir die VAVM bis zum Ende weitergehen, hätten wir noch volle zehn Tage vor uns, da der gesamte Höhenweg siebzehn Etappen aufweist. Insgesamt zweihundert Kilometer auf anspruchsvollen Wegen und deutlich über tausend Höhenmeter pro Tag. Wir haben allerdings nur noch einen Tag Zeit, bis wir uns wieder auf den Heimweg begeben müssen. An diesem letzten Tag könnte man in zwei Stunden gemütlich zum Talschluss des Valle Maggia absteigen. Und damit den ultimativen Höhepunkt des Tals verpassen – den Basòdino, mit 3273 Metern der höchste Berg des Tessins. So machen wir uns auf und verlassen die VAVM alsbald. In wunderbarer Kraxelei geht es über den Südgrat auf den Gipfel und im Abstieg auf dem Normalweg über den bereits Ende Juni aperen Gletscher. Bleibt man stattdessen auf der VAVM, gibt es keinen Gletscherkontakt.
Abschließend geht es knieschonend mit der Gondel hinab ins Maggiatal, wo schon der Bus wartet. Die kleinen Ortschaften mit den alten Tessiner Steinhäusern, den staubenden Wasserfällen und gewaltigen Felswänden, das wilde Bachbett der Bavona und der Maggia: Trotz unserer Müdigkeit hängen wir gebannt an den Fenstern, die mehr als einstündige Fahrtzeit verfliegt im Nu. Ein letztes Bad in der Maggia lassen wir uns nahe der Ponte Brolla nicht nehmen. Eine dringend nötige Erfrischung der Füße, bevor wir den Heimweg antreten – mit
Bernd Jung lebt im
verschwitzter Wäsche
Berner Oberland und
und jeder Menge un- ist dort wie anderswo
am liebsten auf
vergesslicher Eindrü-
verwegenen Pfaden
cke im Gepäck.
unterwegs.
3/2025 DAV PANORAMA 83
Pioniergeist für den Nachwuchs
Ausbildung in den Sektionen
Die Förderung des Bergsteigens in den Alpen wie auch die Nachwuchsförderung im Allgemeinen sind satzungsgemäße Ziele des DAV. Dennoch gibt es sowohl auf Sektions- als auch auf Landes- und Bundesebene nur wenige Angebote für ambitionierte Nachwuchs-
alpinist*innen. Verschiedene Projekte schaffen Abhilfe.
Reutlingen und Tübingen
Sektionsübergreifende Nachwuchscamps
Text: Arnold Kaltwasser, Markus Springer, Fritz Miller, Michael Groh, Emilia Weissenborn
Aus Erfahrung wissen wir, wie wichtig eine gute Ausbildung im Alpinismus ist. Daher sind die erklärten Ziele des sektionsübergreifenden Nachwuchscamps der Sektionen Reutlingen und Tübingen, Ausbildungsinhalte aus alpinen Sommer- und Winterdisziplinen zu vermitteln und Grundlagen als Vorstufe und Ergänzung zu den Nachwuchscamps des Bundesverbands aufzubauen, kurz: mehr jungen Menschen den Einstieg ins Leistungsbergsteigen zu ermöglichen. Das Format soll eine Lücke zwischen dem klassischen Ausbildungsprogramm und dem DAV-Expeditionskader schließen. Die Teilnehmenden werden in den Bereichen Hochtouren und Alpinklettern ausgebildet, außerdem werden Techniken und Taktiken des modernen Alpinismus vermittelt, die in klassischen Kursen keine Rolle spielen. Die Teams sind teilweise ganz eigenständig unterwegs, ohne die Möglichkeit, dass Ausbildende Einfluss nehmen können. Entsprechendes Können und entsprechende Erfahrung müssen im Vorfeld per Tourenbericht nachgewiesen werden. Bei der Auswahl der maximal vier Teilnehmenden werden Alter und Geschlecht berücksichtigt. Die großen Erfolgsaussichten der Camps zeigen die bisher durchgeführten Maßnahmen: Alpinklettern mit den Inhalten Materialkunde und Sicherungstechnik, zum Beispiel an der Wildhuser Schafbergkante im Schweizer Alpstein (zwölf Seillängen bis 6a) und eine Überschreitung der acht Kreuzberge. Eisklettern im Sertigtal mit Eisfällen bis WI 5- und Winterbergsteigen am Rubihorn, Drytooling in der Starzlachklamm sowie eine Winterbegehung der Haffroute in der Aggenstein-Nordwand runden die Ausbildung ab. Begeistert von den Camps zeigen sich die Teilnehmer: „Definitiv waren diese Tage sehr lehrreich. Wir machten alle gute Erfahrungen, bekamen hilfreiche Kniffe gezeigt und verbesserten stetig unser Können. Die neuen Techniken, die wir an diesen vier Tagen gelernt haben, eröffnen ein ganz neues Spektrum an Routen, die innerhalb eines Tages möglich sind. Einfache Seillängen können schnell und trotzdem sicher bewältigt werden und die berechnete Zeit pro Seillänge hat sich deutlich verändert.“
84 DAV PANORAMA 3/2025
Das Programm ist in zwei Module unterteilt: ein Sommerblock mit Fokus auf klassisches alpines Felsklettern und Hochtouren und ein Winterblock, in dem Eisklettern und winterliches Bergsteigen im Mittelpunkt stehen. Dabei profitieren die Teilnehmenden nicht nur von einer intensiven, praxisnahen Schulung durch erfahrene Bergführer*innen, sondern auch vom Austausch mit Gleichgesinnten aus verschiedenen Sektionen. Mit finanzieller Unterstützung und einem klar strukturierten Auswahlverfahren stellt das Camp sicher, dass talentierte und motivierte Nachwuchsalpinist*innen optimal gefördert werden.
Mehr Infos: dav-reutlingen.de (opens in a new tab) und dav-tuebingen.de (opens in a new tab)
Kletterkader Berchtesgaden
Fels statt Halle
Text: Malte Roeper
Als Leiter des Wettkampfkaders der Zwölf- bis Achtzehnjährigen war Bernhard Wolf eigentlich ein glücklicher Mann. Regelmäßig nahm er sich die Zeit, mit seinen Berchtesgadener Schützlingen auch draußen zu klettern, was für Wettkampfgruppen ja gar nicht so selbstverständlich ist. Die „kleinen Fluchten“ an den Fels musste er also dem Wettkampfkalender und der entsprechenden Vorbereitung anpassen, aber irgendwann blieb für diese Exkurse in die Natur keine Zeit mehr. Dann kam etwas hinzu, was ihn so sehr schmerzte, dass er etwas ändern musste: Aus den Kadern hörten viele einfach wieder auf – vor allem diejenigen, die nicht zur Spitze zählten – weil sie ab achtzehn nicht mehr gefördert wurden. „Die hatten dann einfach keine Ziele mehr“, erinnert er sich. „Aber wenn du draußen kletterst, hast du immer Ziele, hast du immer Träume –, du läufst ja ständig an anderen schönen Touren vorbei oder siehst die alpinen Wände im Abendlicht.“ Warum gibt es in der kletteraffinen Sektion Berchtesgaden dann so viele Wettkampfkader, Kinder- und Jugendklettergruppen, aber keinen Felskletterkader? In dem man Jugendliche ans sportlich orientierte, „richtige“ Klettern heranführt, in einem Umfeld und auf eine Art und Weise, dass sie dem Sport langfristig verbunden bleiben?
ALPENVEREIN AKTUELL
Max Pfann aus dem Nachwuchscamp bei der Überschreitung der Kreuzberge in der Schweiz. Feuer und Flamme: der Felskletterkader Berchtesgaden.
Weil es das auch sonst nirgendwo gab, suchte Bernhard Wolf sich in Alexander Huber und Ines Papert erst einmal prominente Unterstützung, bevor er das Projekt bei der Sektion vorstellte. „Aber eigentlich hab ich da offene Türen eingerannt“, strahlt er, „die waren sofort Feuer und Flamme.“ Entsprechend schnell war der Kader gegründet, seit 2024 betreut er ihn: sechs Teilnehmende zwischen vierzehn und achtzehn, Beherrschung des oberen siebten Grades ist Voraussetzung. Zweimal die Woche wird trainiert, die Förderung ist die gleiche wie bei den Wettkampfgruppen. Interessierte dürfen ein Jahr mitmachen, bevor sie fest in den Kader einsteigen, wobei die Mitgliedschaft anders als im DAV-Expedkader nicht auf drei Jahre begrenzt ist. „Ein bisschen sind wir noch in der Findungsphase, aber dass wir damit weitermachen, das ist ganz sicher“, freut sich der 55-Jährige. Neben den Trainern Bernhard Wolf und Emanuel Papert gehört auch die Pädagogin Roxy Stechie zu dem Projekt, dem man viele Nachahmer wünscht.
Mehr Infos zur Sektion: dav-berchtesgaden.de (opens in a new tab)
3/2025 DAV PANORAMA 85
Mountainbiken vor der Haustür
Zukunftsfähige Projekte in den Sektionen
Wohnortnaher Bergsport, auch wenn die Alpen nicht vor der Haustür liegen: eine Vision, die nicht nur im Leitbild des DAV tief verankert ist. Neben dem stetig wachsenden Angebot an Kletteranlagen bieten auch immer mehr MTB-Trails und Bikeparks deutschlandweit die Möglichkeit, dass Bergsportfans ihre Leidenschaft ohne lange Anreise in die Berge ausleben können. Wie’s funktioniert, zeigen exemplarisch die Sektionen Augsburg und Neumarkt i.d. Oberpfalz.
Toleranz in der Pfalz
JURATRAILS – In der Oberpfalz, zwischen Mariahilfberg und Weißmarter, schlängeln sich fünf legale Mountainbikestrecken durch das abwechslungsreiche Gelände – die Juratrails. Was wie selbstverständlich wirkt, ist das Ergebnis jahrelanger Arbeit, intensiver Gespräche und kluger Kompromisse. So haben die Verantwortlichen in der Sektion Neumarkt es geschafft, ein Streckennetz zu etablieren, das nicht nur
Mountainbike-Fans begeistert, sondern auch von Grundeigentümer*innen, Behörden, Jäger*innen und Wandernden mitgetragen wird. Für die Trails wird das natürliche Geländerelief ausgenutzt, Anlieger, Kurven und Sprunghügel werden ausschließlich durch vorhandene Naturmaterialien realisiert. Von fünf Strecken bleiben vier weitgehend naturbelassen, nur eine, der Diavolo Snake Trail, wurde gezielt ausgebaut. Neue Wege entstehen nicht – stattdessen wird das bestehende Wegenetz genutzt.
Für die Juratrails, z. B. den beliebten Diavolo Snake, wurden das natürliche Geländerelief und vorhandene Naturmaterialien genutzt. Die Eröffnung des Bikeparks in Augsburg ist für das Frühjahr 2026 geplant.
86 DAV PANORAMA 3/2025
Ein wichtiger Baustein des Projekts: Kommunikation. Gemeinsam mit dem örtlichen Tourismusbüro entwickelte die Sektion das „Trailtoleranz“-Schild, das an kritischen Stellen Wandernde und Biker*innen für ein respektvolles Miteinander sensibilisiert – ein deutliches Signal für gelebte Rücksicht statt Konfrontation. Weitere Pluspunkte: Die Sektion Neumarkt verjüngt sich spürbar, denn die Trailbau-Crew identifiziert sich inzwischen fest mit dem Verein. Vier neue MTB-Trainer*innen ermöglichen zusätzliche Kursformate, die lokale Bike-Szene wächst zusammen – und das alles mit dem Ziel, Bergsport auch ohne lange Anfahrt zu ermöglichen.
Info: juratrails.de
Ein Angebot, das verbindet
BIKEPARK AUGSBURG – Mit dem ersten Spatenstich im Juni 2025 rückte im Augsburger Stadtteil Göggingen ein MTB-Traum in greifbare Nähe: ein Bikepark auf 7500 Quadratmetern, initiiert und getragen von der Sektion Augsburg. „Das ist wie ein großer Spielplatz für Mountainbike-Begeisterte, bei dem es vom Biken zur Naherholung nur ein Pedalkick ist, eine Chill-Area lädt mit Bänken unter Bäumen die ganze Familie ein“, erläutert Peter Nachtrub, Abteilungsleiter MTB in der Sektion, das ganzheitliche Konzept. „Wir wollen ein naturnahes Outdoor-Gelände für die unterschiedlichsten Zielgruppen schaffen.“ Das Besondere: Der Bikepark
bildet typische Situationen und Anforderungen aus dem alpinen Raum im Kleinen ab. Damit bringt das Gelände nicht nur Spaß und Bewegung, es bietet auch Raum für Trainings und Kurse, um sicheres, naturverträgliches und konfliktfreies Fahren zu schulen. Möglich wird das Projekt durch eine breite finanzielle Basis: Die Stadt Augsburg, der Bayerische Landtag, der DAV-Bundesverband und die Sektion selbst bringen einen Großteil der Mittel auf, Spenden sind weiterhin willkommen. Ohne viele ehrenamtliche Stunden, die bereits in Planung und Umsetzung geflossen sind, wäre das Vorhaben dennoch nicht umsetzbar. Der neue Park richtet sich ausdrücklich an alle Generationen. Kinder, Jugendliche, Familien und ambitionierte Mountainbiker*innen finden hier ein niederschwelliges Angebot, das verbindet: eine geeignete und bestens ausgebaute MTB-Infrastruktur, Gemeinschaft und Naturnähe – direkt vor der Haustür.
red
Gemeinsam über Grenzen hinweg
SEKTION AACHEN: DUTCH MOUNTAIN FILM FESTIVAL – Was haben die Niederlande mit einem Bergfilmfestival zu tun? Eine ganze Menge – das beweist das Dutch Mountain Film Festival (DMFF) seit nunmehr fünfzehn Jahren. Was als augenzwinkernde Idee begann, ist heute ein grenzüberschreitendes Kultur- und Outdoor-Event rund um Aachen und Heerlen für alle, die sich für Berge, Kultur, Filme und Gemeinschaft begeistern. Seit 2015 verankert die Sektion Aachen das DMFF mit großem ehrenamtlichem Engage-
ment auch fest auf deutscher Seite – insbesondere durch Veranstaltungen im Apollo Kino Aachen sowie zahlreiche Wander-
und Begleitangebote. Unter dem Motto „Die Seilschaft“ steht das Festival 2025 vom 4. bis 9. November für das, was es seit Jahren ausmacht:
grenzüberschreitende Zusammenarbeit, gemeinsame Visionen und gemeinschaftliches Erleben. Das internationale Filmprogramm, die Ausstellungen, Vorträge, Wanderungen und Radtouren drehen sich um Begegnung, das Miteinander und die Liebe zu den Bergen. Highlights sind 2025 zum Beispiel das Buch „Mapping the Mountains“ über die Geschichte der Bergkartografie, der DAV Climate Award für Filme, die sich mit dem Klimawandel und Umweltveränderungen in den Bergen befassen, und der Aachener Gipfelsteig, eine neue, rund 55 Kilometer lange Wanderroute, die im Rahmen des Festivalprogramms bei verschiedenen Sektionswanderungen vorgestellt wird.
red
Mehr Infos und das vollständige Programm unter: dmff.eu/de (opens in a new tab)
ALPENVEREIN AKTUELL
Außergewöhnliches Sektionsprojekt (opens in a new tab)
30 JAHRE DENKMALPFLEGE IN WEISSENBURG – Dass sich eine Alpenvereinssektion nicht zwingend (nur) in den Bergen engagieren muss, zeigt der DAV Weißenburg eindrücklich. Dort kümmern sich Sektionsmitglieder ehrenamtlich um die Hohenzollernfestung Wülzburg, die am besten erhaltene Renaissancefestung Deutschlands, hoch über den Dächern des bayerischen Weißenburgs. Die Gruppe befreit unter anderem die Burgmauern von Schwachholz (opens in a new tab), pflegt die Erdwälle und reinigt den tiefen Brunnen sowie etliche Zisternen der Burg von Müll. Im Juni feierte die Denkmalpflegegruppe der Sektion dreißigjähriges Jubiläum (opens in a new tab). red Mehr Infos (opens in a new tab): dav-weissenburg.de/denkmalpflegewuelzburg.html (opens in a new tab)
ALPENVEREIN AKTUELL
Für Frieden, Miteinander und Toleranz
GEMEINSAM WANDERN AUF DEM SENTIERO DELLA PACE – Der Friedensweg (Sentiero della Pace) führt über siebenhundert Kilometer entlang der ehemaligen italienisch-österreichischen Frontlinie des Ersten Weltkriegs in den Alpen. Seit den Kriegshandlungen sind über hundert Jahre vergangen und die einstigen Gegner leben in Frieden miteinander mitten in Europa. Dass dies nicht selbstverständlich ist, zeigen uns die aktuellen Kriege gleich in unserer Nähe: Geografisch gesehen sind die Ukraine und der Nahe Osten nicht weit von uns entfernt. Aus diesem Grund hat die Sektion Passau sich zum 150-jährigen Gründungsjubiläum entschieden, am Projekt „Friedensweg“ teilzunehmen – initiiert von Rainer Brandl, dem Ersten Vorsitzenden der Sektion Pfarrkirchen, und heute eine grenz-
übergreifende Kooperation der DAV-Sektionen Pfarrkirchen, Bad Griesbach und Passau sowie der ÖAV-Sektionen Leogang und Schärding. Jede der beteiligten Sektionen organisiert Touren, an denen die Mitglieder teilnehmen können. Mitglieder anderer Alpenvereinssektionen sind ebenfalls willkommen, wenn noch Plätze frei sind.
Die erste Tour fand Anfang Juni statt: Sechs Mitglieder der Sektion Passau wanderten unter Führung von Axel Maier in fünf Tagen von Vetriolo Terme nach San Martino di Castrozza. Dass der grenzüberschreitende Gedanke funktioniert, zeigte schon der Empfang durch die Mitglieder der Sektion Feltre des Club Alpino Italiano (CAI). Über das Jahr hinweg bieten die Sektionen genauso wie in den kommenden Jahren geführte Touren mit unterschiedlichen Etappen an.
red
Immer wieder kommt man an ehemaligen
Alle Informationen mit Hintergründen zum Friedensweg, zu den Etappen
Festungen vorbei, wie hier in den Fleimstaler Alpen.
und angebotenen Touren auf der Webseite friedensweg-alpenverein.eu (opens in a new tab)
Umweltschutz Hand in Hand
Neben dem Kärlingerhaus oder der Blaueishütte gibt es seit diesem Jahr mit der Wasseralm eine weitere DAV-Umweltgütesiegelhütte im Nationalpark Berchtesgaden. Warum das eine gute Entwicklung ist, erklärt Nationalparkchef Dr. Roland Baier im Interview.
Was bedeuten die prämierten Alpenvereinshütten für den National- spielsweise der Erhalt der Wege und Steige, gemeinsame park Berchtesgaden?
Schwendaktionen oder Maßnahmen zu Besucherlenkung, Um-
Die DAV-Hütten auf dem Gebiet des Nationalparks nehmen eine
weltbildung und Kommunikation.
Vorreiterrolle ein. Die drei Hütten liegen in besonders sensiblen Be-
Wirken sich Auszeichnungen wie das Umweltgütesiegel auf das Gäste-
reichen des Schutzgebiets, teilweise sogar in der Kernzone – einer
verhalten aus?
von menschlichen Eingriffen weitgehend unbeeinflussten „vertika-
Glaubwürdige Gütesiegel und nachvollziehbares Engagement für
len Wildnis“. Mit ihrem Engagement für mehr Nachhaltigkeit setzen
mehr Nachhaltigkeit werden künftig eine wichtige Rolle spielen.
die ausgezeichneten Hütten ein wichtiges Zeichen, dass Umwelt-
Auch die Nationalparkverwaltung Berchtes-
schutz in allen Bereichen eines Betriebs
gaden hat sich als gesellschaftlich verant-
mitgedacht werden muss – allem voran in
wortliche Organisation mit der Einführung
Schutzgebieten.
des EMAS-Umweltmanagementsystems
Nationalpark und Alpenverein arbeiten
strenge Vorgaben gegeben. EMAS ist ein
Hand in Hand. Wie sieht das konkret aus?
weltweit gültiges und effektives Instrument,
Sowohl mit der Sektion Berchtesgaden als
um das eigene betriebliche Umweltverhalten
auch mit dem DAV-Bundesverband arbei-
auf ökologischer, ökonomischer und sozio-
ten wir seit vielen Jahren intensiv, ver-
kultureller Ebene messbar zu machen. Wir
trauensvoll und konstruktiv zusammen.
wissen, wie viel Aufwand ein Engagement für
Für die DAV-Hütten auf Nationalparkge-
mehr Nachhaltigkeit mit sich bringt. Aber
biet bedeutet das beispielsweise eine
wir wissen auch, dass sich dieser Einsatz
enge Abstimmung bei allen anstehenden
Dr. Roland Baier (M.) bei der Überreichung des Umwelt- lohnt! Und daher freut es mich besonders, gütesiegels mit DAV-Vizepräsident Ernst Schick, Staats-
Infrastrukturmaßnahmen. Und auch an-
dass mit dem Umweltgütesiegel der Natur-
minister Thorsten Glauber, der Sektionsvorsitzenden
dere Projekte erfordern fortlaufend Zu-
schutzgedanke in den Hütten des DAV deut-
Gabi Schieder-Moderegger, DAV-Präsident Roland
sammenarbeit und Abstimmung, bei-
Stierle und MdL Michael Koller (v.l.n.r.).
lich sichtbar wird.
red
88 DAV PANORAMA 3/2025
WIR SIND DAV!1 Verein /// 356 Sektionen /// über 1,5 Millionen MitgliederALPENVEREIN AKTUELL
Harmonisch
1
Verena Stitzinger
DAV Pfronten – Verena Stitzingers gesamtes Leben scheint sich um Berge und Bergsport zu drehen: als Mitglied in den DAV-Lehrteams Mountainbike und Umweltbildung, in ihrem Ehrenamt als Tourenleiterin und Naturschutzreferentin in ihrer Sektion, beruflich als freie Journalistin, Texterin und Sport-Coach. Be-
sonders beschäftigt sie das Thema Wegenutzung: Es sollte doch möglich sein, Freizeit in den Bergen zu verbringen und die Wege dabei harmonisch und ohne Hierarchie zu teilen. Diesen Wunsch bringt Verena auch in ihre Tätigkeit, insbesondere bei Lehrgängen und Fortbildungen für die Lehrteams, ein. Dabei sind die Möglichkeit, draußen zu sein und die Arbeit mit all den anderen ehrenamtlich Tätigen für Verena die größte Motivation für ihr Engagement.
„Im Bergsport geht ja so einiges: zusammenhalten statt polarisieren, ausdauernd sein statt gleich aufgeben, auf Luxus verzichten statt Komfort priorisieren. Ich glaube, genau das brauchen wir heute für die großen, weltweiten Krisen.“
Facettenreich
3
Margot Kraus
DAV Bergbund Würzburg – Breit aufgestellt ist Margot Kraus in vielen Bereichen des Lebens. Mit ihrem Bruder ging es schon früh zum Klettern und Skifahren, aber auch für Klettersteige und Wanderungen ist sie immer zu haben – am liebsten mit der
Familie, heute sind auch die fünf Enkelkinder schon Bergsportfans. Zum Ehrenamt hingegen kam Margot eher aus der Not heraus, es hat sich einfach niemand zur Wahl gestellt, und irgendjemand musste es ja machen. Und so war sie zwischen 1994 und 2013 Erste Vorsitzende, wurde anschließend als Ehrenvorsitzende benannt. „Nebenbei“ war sie Mitglied im Frauengremium, in der Arbeitsgruppe und der Kommission Ehrenamt sowie in der Projektgruppe Leitbild. Insbesondere die Unterstützung durch ihren Ehemann hat ihr geholfen, die Ämter auszufüllen, die ihr selbst viele neue Erfahrungen eingebracht und Mut für anderes gemacht haben. red
„Als ich die Arbeit im Frauengremium begonnen hatte, gab es nur wenig Frauen, die Vorsitzende in den Sektionen waren. Die Notwendigkeit wurde mir da erst bewusst. Generell gilt fürs Ehrenamt: So viel Zeit man investiert, so viel Freude und neue Erkenntnisse bekommt man zurück.“
Mit Herz und Seele
23
Rainer Guse
DAV Hochland – Schon im Berufsleben hat sich Rainer Guse im Bayerischen Staatsministerium mit Themen rund um Umwelt- und Klimaschutz befasst. Seit er im Ruhestand ist, stellt er seine Kenntnisse dem Alpenverein ehrenamtlich zur Verfügung. Was läge da näher als eine Position in der Jury des Umweltgütesiegels, mit dem be-
sonders nachhaltig bewirtschaftete Hütten ausgezeichnet werden? Dabei freut es ihn immer, wenn die bei den Prüfungen erfassten Energie- und CO2-Werte zeigen, dass sich die Belastung durch die Hütte weiter verringert und sich die Beschäftigten mit Herz und Seele für eine ökologisch vorbildliche Alpenvereinshütte einsetzen. Seine Funktion als Sprecher der Jury füllt er auch heute mit achtzig Jahren noch mit großer Leidenschaft aus.
„Für die Teilnahme an der Umweltgütesiegel-Jury braucht es ein besonderes Engagement für Klima- und Umweltschutz – am besten auch mit entsprechenden fachlichen Vorkenntnissen. Bei den Terminen auf den Hütten sollte man auch bereit sein, die Wirtsleute zu beraten und gegebenenfalls Lösungsmöglichkeiten aufzuzeigen.“
4 DAV Passau 150-jähriges Sektionsjubiläum alpenverein-passau.de (opens in a new tab)
5 Augsburger Hütte (Lechtaler Alpen, DAV Hamburg) 140-jähriges Hüttenjubiläum augsburgerhuette (opens in a new tab). jimdoweb.com (opens in a new tab)
6 DAV Mindelheim 125-jähriges Sektionsjubiläum alpenvereinmindelheim.de (opens in a new tab)
3
4
2
6 1
5
189 DAV-Arbeitsgebiete gibt es in den Alpen, Sektionen haben dort ihre Hütten und kümmern
sich um Bergwege und alpine Steige.
3/2025 DAV PANORAMA 89
VORSCHAU & IMPRESSUM
Im nächsten DAV Panorama ab 11. November:
Bergurlaub im Unterengadin Skitouren und Genuss lassen sich wunderbar in den Bergsteigerdörfern im Osten Graubündens verbinden.
Magazin des Deutschen Alpenvereins
77. Jahrgang, Nr. 3, September - November ISSN 1437-5923
Inhaber und Herausgeber Deutscher Alpenverein e.V. Anni-Albers-Str. 7, 80807 München Tel.: 089/140 03-0 Fax: 089/140 03-98 dav-panorama@alpenverein.de alpenverein.de/panorama (opens in a new tab)
Redaktion
Christine Frühholz (verantwortlich, Adresse siehe oben) – cf (Thema, Reportage) Philipp Radtke – pr (Berg & Tal, Klassiker, Thema, Auf einen Blick, Sicherheitsforschung, Wie funktioniert das, So geht das, Knotenpunkt) Julia Behl – jb (Reportage, Fitness & Gesundheit, Posteingang, Alpenverein aktuell, Panorama-Magazin auf alpenverein.de) Jonas Kassner – jk (Reportage, Panorama-Magazin auf alpenverein.de) Hauke Bendt – hb (Panorama-Magazin auf alpenverein.de) Jo Godt – jo (Menschen, Panorama-Magazin auf alpenverein.de)
Die Redaktion des DAV redigiert und produziert DAV Panorama. Inhalt, Layout und Themenauswahl von „Knotenpunkt.“ obliegen dem JDAV-Redaktionsteam in Zusammenarbeit mit der Redaktion des DAV (s. Impressum „Knotenpunkt.“). Die Beiträge geben die Meinung der Verfasser*innen, nicht des Deutschen Alpenvereins wieder. Die Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind geschützt.
90 DAV PANORAMA 3/2025
Thema: Berge in Bewegung
Weitere Themen:
Die Folgen des Klimawandels
Ötztal: Bergsteigen „auf neuen Wegen“
für den Bergsport und die alpi-
Porträt: Sektionschefin Gabi Schieder-Moderegger
ne Infrastruktur sind drastisch.
Sicherheitsforschung: Lawinenprobleme
Gefragt sind Strategien zur An-
September: Vjosa – Europas letzter Wildfluss (opens in a new tab)
passung und Prävention.
Oktober: Hildegard-von-Bingen-Pilgerweg Online (opens in a new tab): alpenverein.de/zwischendurch (opens in a new tab)
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Bergtouren und andere Outdooraktivitäten sind mit Gefahren
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verbunden, die Sie eigenverantwortlich einschätzen müssen, bevor Sie einem Tourenvorschlag folgen. Informieren Sie sich vor Druck allem über Wetter, örtliche Gegebenheiten, die aktuelle Situation
Mohn Media Mohndruck GmbH, 33311 Gütersloh
vor Ort, aktuelle und rechtliche Zugänglichkeit usw. und berück-
Verbreitete Auflage, IVW Quartal 1/2025: 918.713,
sichtigen Sie bei allen Angaben u.a. die eigene Verfassung und
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Fähigkeiten, Erfahrung, Kenntnisse und Ausrüstung. Bitte be-
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rücksichtigen Sie mögliche Fehler von etwaigen GPS-Trackings.
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Gestaltung und Produktion von DAV Panorama
Der Bezugspreis ist für A-Mitglieder, Kinder/
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Jugendliche mit Einzelmitgliedschaft,
Gestaltung und Layout des JDAV-Magazins „Knotenpunkt.“
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sind eine Eigenent wicklung der JDAV; es wird getrennt von DAV
durch den Mitgliedsbeitrag abgegolten.
Panorama produziert (s. Impressum „Knotenpunkt.“).
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beigefügt. Aktueller Paketinhalt unter vinos.de/panorama (opens in a new tab). Weitere Produktinformationen (Lebensmittelkennzeichnung) finden Sie unter vinos.de (opens in a new tab)
sich inkl. MwSt. Büro Wein & Vinos GmbH, Hardenbergstr. 9a, 10623 Berlin, 030 330 855 05 (Mo-Fr 9:00-17:30 Uhr (opens in a new tab)). Vorteilsnummer: 40886 (opens in a new tab)
