Schnee satt
Das Magazin des Deutschen Alpenvereins /// 77. Jahrgang /// 1/2025
Julische Alpen auf Ski
THEMA
BERGURLAUB
HÜTTENWANDERN
AUSRÜSTUNG
(Aus-)Bildung im Alpenverein Deutsche Bergsteigerdörfer Die Alta Via 1 im Aostatal Lawinenschaufel und -sonde
MIT NATÜRLICH VIEL (opens in a new tab)
SCHMECKT (opens in a new tab)
IM (opens in a new tab)
ANGENEHM (opens in a new tab)
SCHMECKT (opens in a new tab)!
Bergader – Käsegenuss aus Alpenmilch (opens in a new tab).
EDITORIAL
Neues und Bewährtes
Falls Sie sich wundern, warum Sie die erste Ausgabe 2025 von DAV Panorama einen knappen Monat später als in den vergangenen Jahren erhalten haben: Das Magazin erscheint künftig alle drei Monate statt sechsmal pro Jahr, infolgedessen ist die Veröffentlichung von Ausgabe eins etwas nach hinten gerutscht. Zurück geht das auf einen Beschluss der DAV-Hauptversammlung und zahlt ein auf einen verantwortungsvollen Umgang mit Kosten und Ressourcen. Ein guter Anlass für unser Redaktionsteam, noch intensiver als bislang crossmedial zu denken und zu produzieren – angefangen bei Weiterentwicklungen des digitalen Bezugs des Mitglieder-
den Zeitraum zwischen den gedruckten Ausgaben mit bewährtem Lesestoff be-magazins über exklusive Online-Artikel bis zum neuen DAV Magazin Newsletter, der
reichert (alpenverein.de/magazin-newsletter (opens in a new tab)).
Was die inhaltliche Ausrichtung betrifft, schöpfen wir natürlich weiterhin aus den reichlich vorhandenen Ressourcen, die uns die Berge und der Bergsport bieten. Und schärfen dabei gleich noch ein wenig das Profil in Richtung Alpenvereins-DNA: Künftig bereiten wir in jeder Ausgabe eine der vielen großen Aufgaben unseres Verbands in einem achtseitigen Thema auf – den Anfang macht die (Aus-)Bildung (S. 26). Ab der kommenden Ausgabe berichten wir dann auch regelmäßig über die Früchte, die das DAV-Bildungswesen hervorbringt: Wir begleiten ehrenamtlich geführte Sektionstouren und stellen die vielseitigen Facetten dieses umfangreichen Angebots vor. Eine neue Rubrik ist auch der Bergurlaub (S. 36), der Anregungen für einen mehrtägigen Aufenthalt und Einblicke in die Natur- und Kulturlandschaften der Bergsteigerdörfer bietet. Über vierzig gibt es bereits, das Ziel dieser Initiative der Alpenvereine: sanfter, ressourcenschonender Tourismus im Einklang mit der Alpenkonvention. Und selbstverständlich gibt es auch jede Menge weiterer Sehnsuchtsziele für kommende Saisons – in dieser Ausgabe sind das Frühjahrsskitouren in den Julischen Alpen (S. 10) und eine Mehrtagestour hoch über dem Aostatal (S. 64).
Viel Freude beim Lesen wünscht
Christine Frühholz Redaktion DAV Panorama
1/2025 DAV PANORAMA 3
Deine Mitfahrzentrale (opens in a new tab)
für die Berge (opens in a new tab).
Schützen (opens in a new tab), was wir lieben (opens in a new tab)
Einfach (opens in a new tab), digital, sicher (opens in a new tab)
Am besten gleich anmelden und gemeinsam losfahren (opens in a new tab).
Inhalt
Editorial
Augenblicke
Klassiker
Stüdlgrat – Himmelsleiter auf das Top of Austria
Berg & Tal
Auf einen Blick Ausbildung im DAV
Bergurlaub
Bergsteigerdörfer zwischen Tegernsee und Königssee
Fitness & Gesundheit Muskeln & Gelenke
Knotenpunkt „Junge Wilde?“
Posteingang
Sicherheitsforschung Standplatz in Schnee und Eis
Wie funktioniert das? Lawinensonde und -schaufel
So geht das!
Hallenklettern: Besser werden mit System
Promotion Reisenews Produktnews Outdoorworld
Alpenverein aktuell
Vorschau und Impressum
Titelbild: Boris
Das Magazin des Deutschen Alpenvereins /// 77. Jahrgang /// 1/2025
Storz. Die letzten Aufstiegsmeter zur Forca del
Schnee sattJulische Alpen auf Ski
Palone auf 2242 Metern.
THEMA
BERGURLAUB
HÜTTENWANDERN
AUSRÜSTUNG
(Aus-)Bildung im Alpenverein Deutsche Bergsteigerdörfer Die Alta Via 1 im Aostatal Lawinenschaufel und -sonde
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In den schroffen Kalk10 Julische Alpen –-
stöcken um das italienische Sella Nevea findet man anspruchsvolle und spannende Frühjahrsskitouren.
26 Thema – Alles, was
86 Lise Billon –
man können muss. Wie funk-
Ihr gelang als Erste die freie
tioniert (Aus-)Bildung im DAV?
Variante der Maestri-Route auf den Cerro Torre in einer Frauenseilschaft.
alpenverein.de
WINTER-SALE (opens in a new tab)
DAV-Hütten – Fast zweihundert Hütten besitzen unsere Sektionen in Österreich – warum eigentlich (opens in a new tab)? alpenverein.de/246-1 (opens in a new tab)
Selbstversorgungshütten – Wir erklären das Konzept am Beispiel der Hauerseehütte in den Ötztaler Alpen (opens in a new tab). youtube.com/@alpenverein (opens in a new tab)
PRODUKT DES (opens in a new tab)
MONATS (opens in a new tab)
KLEAN KANTEEN Reflect (opens in a new tab)
HALTI Pallas X-Stretch lite (opens in a new tab)
Trekkinghose Damen und Herren „DAV-Edition“ (opens in a new tab)
MALOJA FullunsM Strickmütze „DAV-Edition“ (opens in a new tab)
64 Aostatal – Unterwegs Skitouren – Umringt von bekannauf (opens in a new tab) der Rückseite von Mont ten Namen wie Civetta oder Pelmo (opens in a new tab) Blanc, Grand Combin und
liegt das Val di Zoldo im friedlichen (opens in a new tab)
Matterhorn.
Dornröschenschlaf (opens in a new tab). alpenverein.de/251-2 (opens in a new tab)
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DAV Wanderrucksack 26L/24L (opens in a new tab)
... mehr unter dav-shop.de (opens in a new tab)
Gestrandet (opens in a new tab)
Die Sache mit dem Plastikmüll ist aber trotzdem nicht ganz verkehrt (opens in a new tab), die Bilder der verdreckten Lager sind bekannt (opens in a new tab).
Das Bild ist Teil des Porträts über den Alpinfotografen Robert Bösch im Alpenvereinsjahrbuch BERG 2025 (opens in a new tab), erhältlich im dav-shop.de für € 25,- (opens in a new tab).
AUGENBLICKE
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Zentrale Infos
Großglockner: 3798 m Stüdlgrat: 16 SL, III+ A0, Zustieg ab Stüdlhütte: 530
(Hüttenzustieg 2 Std.)Hm (Gletscher), 1,5 Std.
Abstieg Normalweg: I-II, PD+, 1900 Hm,
Großglockner (3798 m) Stüdlgrat
Himmelsleiter auf das Top of Austria
3 Std.
Datencheck
Talort: Kals am Großglockner Stützpunkt: Stüdlhütte
(2802 m) Führer: Klassiker – 50 Klettertouren, erhältlich ab Frühjahr 2025 auf stefanstadler.com (opens in a new tab) Beste Zeit: Juni bis September, früh in der Saison empfehlenswert Ausrüstung: 50 m Einfachseil, 6 Expressschlingen, KK-Grundsortiment, Friends 0,4 - 0,75, Bandschlingen, Helm, Steigeisen, Pickel, Eisschrauben
Erstbegehung: Josef Kehrer und Peter Grodner am
10. September 1864 Film zur Tour:
8 DAV PANORAMA 1/2025
Er ist der höchste Berg Österreichs: der Großglockner. Aber nicht nur deshalb ist er ein begehrtes Gipfelziel. Egal von welcher Seite man den Großglockner betrachtet – er ist ein formschöner und imposanter Berg. Die schönste Linie auf das Top of Austria ist zweifelslos der Stüdlgrat.
Der Stüdlgrat ist auf über vierhundert Höhenme tern eine gleichmäßig ansteigende Linie. Stufe um Stufe klettert man die Leiter gen Himmel und er reicht so den höchsten Punkt von Österreich. Ei nen solchen Blockgrat findet man kein zweites Mal. Die Kletterei ist so, wie es der Anblick erwar ten lässt: Ab dem Frühstücksplatz geht es in an
haltenden Schwierigkeiten aufwärts, der vierte Grad wird nie erreicht. Die Kletterei ist mannig faltig: Es gibt luftige Querungen und die eine oder andere Platte muss überschlichen werden. Die Hanglplatte vereint beides und ist die schönste Stelle, die frei geklettert werden kann. Immer wie der arbeitet man sich spreizend in Verschneidun gen aufwärts. Als Einzelstelle darf das Klapfl nicht vergessen werden: Dort fehlt eine Leitersprosse. Doch einmal kräftig am Seil anziehen reicht und
schon ist der Weg zum Gipfel frei. Der Fels der ge samten Route ist gut. Die Kratzer der Steigeisen am Fels erleichtern es, die leichteste, logische Li nie um die Türme herum zu finden. Der Grat ist exponiert. Exponiert bedeutet aber nicht nur eine Herausforderung. Exponiert kann auch schön sein
– die Ausblicke sind überwältigend, sobald die Sonne aufgegangen ist. Es bleibt auch beim Abstieg bis zum Glocknerleitl noch sehr luftig. Auf dem Stüdlgrat wird man, zu mindest bei annehmbaren Bedingungen, nicht al lein sein. Und auf dem Normalweg im Abstieg ist dann noch einmal deutlich mehr los – es geht zu wie in der Fußgängerzone. Noch mehr als an an
deren Bergen gilt am Stüdlgrat die Empfehlung an tizyklisch, etwa unter der Woche unterwegs zu sein. Auch sollte man die Tour früh in der Saison unternehmen. Die Gletscher und besonders das Glocknerleitl sind bei Firn angenehmer zu bege hen als auf Eis oder im ausgeaperten Zustand. Mit guter Planung ist der Stüdlgrat eine klare Emp fehlung. Bergsportlich Ambitionierte sollten den Mythos Großglockner einmal selbst erlebt haben.
Stefan Stadler
Stüdlgrat – Stück für Stück
1 Der Hüttenzustieg 2 Std., 860 Hm vom Lucknerhaus (1918 m)
Vom Lucknerhaus auf dem schön angelegten Fuß weg rechts des Baches taleinwärts. So gelangt man auf einen Wirtschaftsweg, auf diesem bis zur Lucknerhütte weiter ansteigen. Hinter der Hütte betritt man den Nationalpark Hohe Tauern und folgt dem markierten Weg 702 B weiter talein wärts. In einigen Serpentinen, aber ohne Schwie rigkeiten geht es zuletzt auf dem Weg mit der Nummer 713 zur Stüdlhütte (2802 m).
2 Der Zustieg 1 ½ Std., 530 Hm bis zum Einstieg
Von der Stüdlhütte auf einem Steig nach Norden entlang eines Rückens auf das Teischnitzkees. Weiter angeseilt auf den flachen Gletscher und westlich (links) vom Luisengrat bis in den Bereich der Luisenscharte (3175 m). Immer in gleicher Himmelsrichtung gelangt man schließlich an den Einstieg an einer leicht grünlichen Rampe mit zwei Stangen (3350 m). Eine Randkluft ist bislang nicht vorhanden.
3 Die Kletterei 4-5 Std., ca. 16 SL, über 400 Klettermeter bis III+ A0, zusätzlich ca. 600 Klettermeter seilfrei bis zum Frühstücksplatz und im Abstieg Der erste Abschnitt über die so genannte Peters stiege ist brüchig und die Orientierung im Blockge lände nicht einfach. Wie auf der gesamten Tour weisen aber auch hier schon massive Eisenstan gen den Weg. Durch den gespaltenen Turm er reicht man den Frühstücksplatz auf 3550 m. Nach diesem sind die ersten Stellen im 3. Grad zu be wältigen. Deshalb klettern von hier an viele Seilschaften ge sichert. Es gibt viele Stangen und solide Haken, an denen Stand gemacht werden kann. Die einzelnen Seillängen sind nicht fix vorgegeben. Empfeh lenswert sind tendenziell kür zere Seillängen, um große Seil reibung zu verhindern und die Kommunikation zu erleichtern. Es geht an der so genannten Kanzel vorbei und es wird zu nehmend exponiert. Die Tour führt nicht gerade nach oben, dennoch ist die Routenführung um die Türme herum meist lo gisch. Mit etwas alpinem Spür
sinn sollte die Wegfindung keine größeren Proble me bereiten. Als markante Stellen sind noch die luftige Hanglplatte und das Klapfl zu nennen. Dann ist der Weg auf das Top of Austria frei.
Tipp: Der Fels in der Tour wird durch die vielen Begehungen mit Steigeisen immer besser und gewinnt weiter an Struktur. Einzig an der Petersstiege ist der Fels nicht wirklich fest.
4 Der Abstieg 3 Std., 1900 Hm auf Normalweg Vom Gipfel geht es in leichter Kletterei circa fünf zig Meter (I II, BH) hinunter in die obere Glockner scharte (Sicherungsstange). Hier mündet von Nor den die Pallavicinirinne. Man überquert vorsichtig die sehr exponierte Scharte und geht jenseits da von am Fixseil entlang hinauf zum Kleinglockner. Jetzt in leichter Kletterei (I II) den Sicherungs stangen folgend immer am sehr exponierten Grat entlang. Zuerst noch flach und dann teils über Platten steil abwärts bis auf die Schulter. Hier dreht man nach Osten (links) ab und steigt das ehemalige Glocknerleitl weiter ab. Bei Firn und Eis können nur noch oben an der nördlichen (lin ken) Begrenzung ein paar Bohrhaken zum Si chern verwendet werden. Bei zunehmender Aus aperung im Jahresverlauf kommen neu instal lierte Trittbügel zum Vorschein. Ein Fixseil hilft, eine glatte Verschneidung die letzten Meter hin ab auf den Gletscher zu bewältigen. Bis hierher kann bei viel Betrieb und ungeübtem Seilhand ling viel mehr Zeit als angegeben benötigt wer den. Dann auf dem immer flacher werdenden Gletscher in südöstlicher Richtung hinab zur Ad lersruhe (Erzherzog JohannHütte, 3451 m). Wei
ter geht es über den drahtseil gesicherten Mürztaler Steig hinunter auf das Ködnitzkees. Auf diesem wieder angeseilt anfangs mäßig steil und dann im flachen Gletscherbecken bis auf die Moräne. Weiter in südwestlicher Richtung (leicht rechts) weisen zunächst Stein männer die Route, bis man auf einen Steig gelangt. Auf die sem weiter hinab zur Stüdl hütte. Man muss nicht zurück zur Hütte, sondern kann auf dem Mürztaler Steig bleiben und in fast direkter Linie zur Luckner hütte absteigen.
KLASSIKER
Der Mensch zum Berg
Vor hundert Jahren, am 29.1. 1925, starb Johann Stüdl in Salzburg. Der Sohn einer Prager Kaufmannsfamilie war 1869 eines der Gründungsmitglieder des Deutschen Alpenvereins, zudem erbaute er auf eigene Kosten die erste Hütte des DAV, die Stüdlhütte. Er gilt als Pionier des alpinen Hütten- und Wegebaus und ist der Begründer des organisierten Bergführerwesens der Ostalpen. Zudem war er maßgeblich an der touristischen Erschließung der Glockner- und Venedigergruppe beteiligt. 1924 sprach er sich energisch gegen den Ausschluss der jüdischen Sektion Donauland aus – leider vergeblich.
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Dauer:
Tagestouren Höhenmeter pro Tag: 600 bis 1060 Hm Schwierigkeit: Mittelschwere bis anspruchsvolle Skitouren Höchster Punkt:
Prestreljenik-Fenster/Foro del Monte Forato (2391 m)
Beste Zeit:
Dezember bis April
Bereit für die Abfahrt in die Sonne? Von der schattigen Forca del Palone (2242 m) geht es über Firnhänge zu den weiten Almflächen unterhalb des Montasio/Montasch.
JULISCHE ALPEN
Skitouren in den Julischen Alpen
Zwischen Montasch und Kanin
Die schroffen Kalkstöcke um das italienische Sella Nevea bieten spannende Frühjahrsskitouren. Wer routiniert auf den Ski steht, findet im Rifugio Celso Gilberti einen geeigneten Stützpunkt.
Text: Claus Lochbihler, Fotos: Boris Storz
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Drohnen-Selfie im Felsenfenster des Monte Forato, durch das man die Südseite des Montasio-Massivs sieht (l.). Sonniger, flacher Aufstieg zu den steilen Karen und Rampen des Montasio (M.). Die Grappa- und Kuchentheke im Rifugio Celso Gilberti und der Hüttenstammtisch (r.).
n Sella Nevea (1190 m) kann man vergleichsweise günstig pisteln und sehr schöne Ski-
I
touren gehen. Bei meist guter bis sehr guter Schneelage, denn durch die Nähe zur Adria gehört der Gebirgsstock um den Großen Kanin (2587 m) zu den schneereichsten Gebieten der Alpen. Wie praktisch, dass es dort eine der wenigen Hütten in den Julischen Alpen gibt, die auch Im Winter im Winter geöffnet hat: das Rifugio Celso Gilber- 2013/14 waren ti (1850 m). Marco Milanese, Bergführer und Pa- in Summe ralpinist aus Udine, hat uns auf die Schatten- 15,67 Meter und auf die Firnseite von Sella Nevea geführt. Schnee gefal-Mit steilen Abstechern nach Slowenien, einem len, mit einer Grenzübertritt durch ein Felsloch und Ragout
maximalen
vom Pistenhirsch.
Schneedecke
Wenn man mit Marco unterwegs ist, deutet er
von 6,7 Metern.
mit dem Skistock gern auf Gipfel und Felsna-
Was für ein
deln, Scharten und Rinnen: Dann geht es um
Schneeloch!
Abfahrten hier, um Basejumps dort, um Kletterrouten, um Highlines und ganz besonders um Wingsuit-Flüge. Denn Marco ist ein wahrer Multisportler. Einer, der von sich sagt, dass er die Berge gern „interpretiert“: fliegend oder kletternd, auf Ski oder mit dem Gleitschirm. Mit uns, Torsten, Boris und mir, wird Marco die Julischen Alpen bei Sella Nevea auf Ski interpretieren. Bei uns fliegt höchstens Boris’ Drohne, die allerdings manchmal mit dem Nebel und
JULISCHE ALPEN
den Felswänden nicht so gut klarkommt. Wir selbst fliegen von Sella Nevea mit der Gondel hinauf zum Rifugio Celso Gilberti, unserem Quartier für die nächsten Tage.
Steil und neblig, felsig und weiß präsentiert sich der Kaninstock als langgezogener Grat hinter dem Rifugio mit seinen blau-weißen Fensterläden. Bei unserer Ankunft Mitte März herrscht großes Gewusel: Die Trainer der paralympischen Ski-Teams, die im Skigebiet trainieren und Rennen fahren, essen zu Mittag. Die Bergretter von der Finanzpolizei und die Pistenraupenfahrer schauen auf einen Espresso vorbei. Tagsüber ist das Rifugio Gilberti eine Art Cafébar für das ganze Skigebiet. Und das Tourengebiet darüber. Mittendrin: die Hüttenwirtsleute Fabio Tschurwald und Irene Pittino mit ihrem Pane Nero – dem Hüttenhund, schwarz wie Schwarzbrot, der freundlich allen zuwedelt. Fabio trägt ein Käppi im Patagonia-Design mit der Aufschrift „Julian Alps“, Irene präsentiert sich als freundliche Hütten-Hippiefrau: langer Zopf, Wollweste über einem buddhistisch angehauchten Heavy-Metal-T-Shirt, Halskette und mehrere Armreifen.
Unsere Eingehtour führt am späten Vormittag auf die Sella Ursič (2280 m), die kurz hinter der Hütte mit einer steilen Querung beginnt und dann über Mulden und Hänge durch den nebligen Karst führt. Auf dem Sattel fellen wir ab und erhaschen einen Blick zum Großen Kanin. Marco erzählt, dass man hier bei dichtem Nebel besser gar nicht loszieht, weil man sonst riskiert, in Dolinen und Schächte zu fallen, die auch im Winter offen sein können. Der vom Nebel ge-
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kühlte Schnee fährt sich in der Abfahrt erstaunlich flott. Pulver? Nicht wirklich. Heruntergekühlter Firn? Egal, er fährt sich gut und griffig.
Am Nachmittag geht es nach einer Panini-Pause – Käse und Schinken, mit oder ohne Zwiebeln – nochmals nach draußen. Von der Prevala-Scharte (2067 m) steigen wir in einer Rinne zum Sattel Ovčja škrbina, von dem nicht einmal Marco einen italienischen Namen kennt. Und wo uns die letzten Aufstiegsmeter im Nebel so steil vorkommen, dass wir nicht wissen, ob es wirklich so steil ist oder ob uns das nur der Nebel so empfinden lässt. In der Abfahrt geht es steil in ein trogförmiges Tal, das nach Bovec/ Flitsch führt. Und im Aufstieg wieder zur Prevala-Scharte. Weil der Nebel nochmals dichter geworden ist, beschließen wir, es gut sein zu lassen.
Im Rifugio duftet es nach Abendessen: Minestrone und Ragout von einem Hirsch, der im Bereich der mittleren Piste gelebt haben soll,
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Durch dieses Kunstwerk der Erosion kann man von der slowenischen Seite auf die italienische wechseln – oder umgekehrt.
wie Fabio versichert. Von den vielbehangenen Wänden blickt ein Porträtgemälde von Celso Gilberti auf das Hüttengeschehen, dem Kletterhelden aus dem Friaul, der 1933 im Alter von 22 Jahren tödlich an der Paganella verunglückte und nach dem die 1934 eröffnete Hütte benannt ist. Als wir die üppige Schneelage um die Hütte diskutieren, zückt Fabio eine historische Aufstellung der gemessenen Schneehöhen. Den Rekord hält der Winter 2013/14: In Summe waren damals auf 1850 Metern 15,67 Meter gefallen, mit einer maximalen Schneedecke von 6,7 Metern. Was für ein Schneeloch!
Abends kehrt in und vor der Hütte Ruhe ein. Wir sind die einzigen Übernachtungsgäste, draußen flattert die italienische Flagge im Wind, dahinter zeichnen sich die Umrisse des Bila-Pec-Gipfels ab. Pane Nero massiert sich den Rücken an den Rillen der frisch präparierten Piste. Gegenüber – hinter der Bergstation der Gondel, zu der man gehen muss, wenn man
Marco Milanese im Firn der Forca del Palone (l.). Das Rifugio Celso Gilberti unterhalb des Kanin-Massivs mit v.l.n.r. der Sella Prevala, der felsigen Einkerbung des Canale delle Pecorelle und dem Prestreljenik-Fenster/Foro del Monte Forato (o.). Hüttenwirt Fabio Tschurwald begrüßt neue Gäste (r.). Schattenpulver auf harter Unterlage: in der Abfahrt vom Prestreljenik-Fenster (u.).
JULISCHE ALPEN
Handyempfang sucht – lockt der mächtige Montasch mit seinen Firnhängen.
Am nächsten Morgen ist das landschaftlich eindrucksvollste Skitourenziel im Kaningebiet unser Ziel: der Monte Forato, der perforierte Berg mit seinem Felsenfenster (Foro del Monte Forato, 2391 m), das nach dem slowenischen Namen des Berges auch als Prestreljenik-Fenster bekannt ist. Man kann es von der Hüttenterrasse gut sehen, dieses Kunstwerk der Erosion, durch das man von der slowenischen Seite des Felskammes auf die italienische – oder umgekehrt – wechseln kann. Wir steigen von der Sella Prevala zur Sella Forato, wo wir eine slowakische Tourengruppe treffen. Die geschlossenen Anlagen des Skigebiets von Bovec stehen nebulös in der Landschaft herum. Nach dem Ausfall der Tal-Gondel ist unklar, wann das Skigebiet von Bovec wieder öffnen wird. Bis dahin freuen sich die Skitourenfans über die Ruhe auf der slowenischen Seite des Kaninstocks. Zuerst fahren wir in einem Wechsel aus Brutzel-Sonne und Nebel nach Südosten, Richtung Slowenien ab. Am besten laufen die Ski in alten Lawinenbahnen, weil dort kein eingeweichter Pulver bremst. Im Wiederaufstieg zum Felsenfenster erleben wir, wie sich ein italienischer Tourengeher von einem Freund per Handy durch die Rinnen und den Nebel einer Steilwand lotsen lässt, die er von oben im Nebel nicht richtig einsehen kann. Wir sind froh, als er unten heil angekommen ist.
Am Felsfenster steigen wir die ersten Meter zu Fuß Richtung Italien ab. Marco erinnert noch einmal an seine wichtigsten Tipps für steile
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Hänge: „Die Stöcke kürzer als sonst. Checkt noch mal, ob ihr richtig in der Bindung seid. Und macht bitte Jump-Turns!“ Und schon saust er nach unten. Der Schnee ist im Schatten der Felswand so pulvrig, wie er auf der slowenischen Seite feucht war, nur auf kleine Steine, die der Wind aus den Felsbändern geblasen hat, muss man aufpassen. Und auf die Siktourengeher*innen, die von der italienischen Seite aufsteigen.
Am Nachmittag geht es noch mal zur Sella Prevala. Dann queren wir über flaches Gelände zum Einstieg in den Canale delle Pecorelle Basse. Eng und verdammt steil sieht die so genannte Felsrinne der Schäflein aus, die wir abklettern müssen, um in die Abfahrt zu gelangen. Für alle Fälle haben wir Steigeisen in die Rucksäcke gepackt. Als Marco die Rinne in Augenschein nimmt, meint er, dass es gut auch ohne gehen könnte. Der Bergführer will aber erst mal den Schnee testen und klettert ein paar Meter ab.
Kurz nachdem wir Marco aus dem Blick verloren haben, ruft seine sonore Stimme auf Italo-Englisch nach oben: „Guter Stapfschnee. Geht ohne Steigeisen. Ihr könnt kommen!“ Es klingt ein wenig, als ob er uns, seine Schäflein, zum Essen rufen würde. Ich folge Marcos steilen Tritten im Schnee als Erster, dann mit Abstand Torsten. Schon lange habe ich meine Skistiefel nicht mehr so konzentriert in den Schnee gehauen: Zuerst mit zwei, drei Stößen den rechten, dann den linken. Dann die Ski und Stöcke auf der kalten Schneeoberfläche ein Stück nach unten ziehen. Kurze Pause: ein schneller Blick nach oben und einer durch die Beine nach unten. Rechter Fuß. Linker Fuß. Pause. Rechter Fuß. Linker Fuß. Pause. Als kurz vor dem Ende der steilen Rinne die Schneeauflage plötzlich dünner und härter wird, bekomme ich nur noch die äußerste Spitze der Skischuhe in den Schnee. Mein Puls geht nach oben. Doch bevor ich den Gedanken ausformuliere, dass Steigeisen vielleicht doch keine so schlechte Idee gewesen wären, ist die Rinne auch schon zu Ende. Ein paar Meter rechts unterhalb steht Marco auf Ski im steilen Hang. Ich platziere Stöcke und einen Ski in den Spalt zwischen Felswand und Schnee, bin Marco dankbar, dass er eine so schöne Plattform zum Anschnallen hinterlassen hat, ramme das hintere Ende des Talskis so gut es geht in den Schnee und steige – Klick – in
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Weitere Infos und Bilder (opens in a new tab)
SKITOUREN UM SELLA NEVEA
Schwierigkeit:
Anspruchsvolle Skitouren in teilweise sehr steilem Gelände (Scharten/Hänge in der Nordseite des Kanin), routinierter Umgang mit der Ausrüstung inkl. LVS, gute Skifahrkenntnisse und Planung sind Voraussetzung; Harscheisen, Pickel und Steigeisen mitnehmen.
Günstige Tourenzeit:
Dezember bis April, ab März oft gute Firnverhältnisse. Die Pistenabfahrt von Sella Nevea ist in schneereichen Wintern bis Anfang Mai möglich.
Anreise:
Bei Bahnanreise Salzburg – Villach – Tarvisio Boscoverde (Bahnhof) eine Nacht in Tarvisio einplanen oder in Sella Nevea übernachten. Transfer Bahnhof – Tarvisio – Sella Nevea organisieren (derzeit keine Busverbindung). Option: den Bergführer in Tarvisio treffen.
Touren:
X Sella Ursic (2280 m), ab Rifugio Gilberti, 600 Hm, 1 ½ Std. X Prestreljenik-Fenster/Foro del Monte Forato (2391 m), zur Verlängerung der Tour bietet sich eine Zwischenabfahrt in das Kar/Tal südöstlich des Felsenfensters an, anschließend Wiederaufstieg und sehr steile Abfahrt auf der italienischen Seite. X Canale delle Pecorelle, steile und schmale Rinne unterhalb der Cime Pecorelle/Prestreljeniški vršici (2262 m), die man zuerst von der slowenischen Seite her abklettern muss. X Forca del Palone (2242 m, Montasio-Gruppe), im Hochwinter ab Sella Nevea (1190 Hm, 3 Std., bei höherem Startpunkt über die Almstraße kürzer). Unterkünfte: Rifugio Celso Gilberti (1850 m, CAI Friuli Venezia Giulia, Winteröffnung Dezember bis April), turismofvg.it/de/berg365/rifugio-celso-gilberti (opens in a new tab). Weitere, auch günstige Unterkünfte in Sella Nevea; Unterkünfte in Tarvis: Hotel Nevada, Tarvisio, hotelnevadatarvisio.it (opens in a new tab); Hotel Haberl, Tarvisio, hotelhaberl.com (opens in a new tab)
Literatur/Karte:
X Paul Ganitzer, Christian Wutte, Robert Zink: Skialpinismus in den Julischen Alpen West. 100 Skitouren. Montasio, Wischberg, Kanin, Mangart, Versante Sud 2013 X Christian Wutte: Kärnten Süd. Julische Alpen – Karawanken – Steiner Alpen.
50 Skitouren mit GPS-Tracks, Rother Skitourenführer 2023 X Tabacco Karte 19, Alpi Giulie Occidentali – Tarvisiano 1:25.000 mit Skirouten Bergführer: Marco Milanese, marcomilanese.com (opens in a new tab) Tourentipps: alpenvereinaktiv.com (opens in a new tab); gerhardhohenwarter.at/schitouren/julische-alpen (opens in a new tab); philippsteiner.eu/category/skitouren+julische-alpen (opens in a new tab)
TIPPS FÜR DEN BERGURLAUB
X Auf dem Weg von Tarvisio nach Sella Nevea kann man in der ehemaligen Bergwerkssiedlung Cave del Predil/Raibl eine geführte Tour durch einen Bergwerksstollen unternehmen, mit Abstecher ins dazugehörende Museum; im Winter Fr-So geöffnet, explorerfvg.com/luoghi/de/grotte/miniera-cave-del-predil/ (opens in a new tab) X Die Laghi di Fusine/Weißenfelser Seen sind im Sommer ein Tourismusmagnet; im Winter lässt sich bei geeigneter Schneelage eine schöne Winterwanderung unternehmen,
turismofvg.it/de/berg365/fusine-seen (opens in a new tab) die Bindung. Als ich auch noch den Bergski unter den Füßen spüre, kommt mir alles sehr viel weniger krass vor als ein paar Minuten zuvor. Was haben Stahlkanten doch für eine beruhigende Wirkung …
Am Abend zeichnet sich sternenklar eine kalte Nacht ab. Gute Bedingungen für die Firn-Tour am nächsten Tag auf der Südseite des Montasch (italienisch: Jôf di Montasio, 2754 m). Nach dem Frühstück und dem Abschied von Fabio, Irene und Pane Nero, der nur ungern den Tennisball herausrückt, mit dem ich die Spitze meines Pickels entschärfe, rattern wir mit vollen Rucksäcken über die hart gefrorenen Pisten ins Tal. Kurzes Umpackeln, dann geht es mit Marcos Auto über die steile Almstraße in Richtung Altipiano di Montasio: schneebedeckte, leicht geneigte, von losen Baumgruppen unterteilte Almwiesen, die schon langsam auffirnen. Darüber die Südkette des Montasch-Stocks, der an einen noch höheren Wilden Kaiser erinnert. Zwischen Lawinenkegeln arbeiten wir uns nach oben, in Richtung der Forca del Palone (2242 m). Marco erzählt, dass das die erste Skitour seines Lebens war, auf die ihn sein Vater mitgenommen hat. Ganz schön anspruchsvoll für eine Premiere
denke ich mir, als es Richtung Scharte merklich steiler wird und der Schnee noch hart gefroren ist, weil die Sonne erst seit wenigen Minuten draufscheint. Gut, dass wir die Harscheisen aufgezogen haben. Über uns sind zwei Skialpinisten vom Kar aus auf eine breite, steile Rampe hinübergequert. Die stapfen sie, zwei kleine Punkte mit Ski am Rucksack, Richtung Modeon di Montasio (2573 m) hinauf.
An der Palonescharte angekommen, blicken wir ins kalte, schattige Herz der Montasch-Gruppe hinab: in die Spragna, das Ende des Saiseratals tausend Meter tiefer. Darüber mächtig aufragend der große östliche Nachbar des Montasch, der Jôf Fuart (Wischberg, 2666 m) mit seinen berühmten Scharten (Mosesscharte, Bärenlahnscharte etc.). Weil es in unserer Scharte noch sehr zapfig ist, verschieben wir die Pause in den Firn und machen uns flott auf die Abfahrt in die Sonne. Hinter uns der Montasch, unter uns der Firn und gegenüber wie im Breitwandkino die Kaningruppe. Zurück in Tarvis schlemmen wir uns bis zur Abfahrt des Zuges durch den Ort. Und kaufen essbare Souvenirs ein. So fährt auch der Montasio mit nach München zurück
– als wohlduftender Bergkäse.
JULISCHE ALPEN
Kleiner Zwischenstopp in der Abfahrt mit andächtigem Blick von der Montasio-Seite hinüber zu den Gipfeln der Kanin-Gruppe.
Darüber die Südkette des Montasch-Stocks, der an einen noch höheren Wilden Kaiser erinnert.
Claus Lochbihler ist häufig und gerne auf Tourenski unterwegs. Die Berge im Friaul haben es ihm besonders angetan.
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Jedes Gramm zählt – Die Leichtigkeit im Skimo
Wettkampfskibergsteigen und Ausrüstung
Wenn Finn Hösch aus dem SkimoTeamGermany seine Ski anschnallt, ist alles auf Effizienz getrimmt. Jedes Gramm zählt, jede Bewegung muss sitzen. In den Disziplinen des Wettkampf-Skibergsteigens (kurz Skimo) entscheiden über Sieg oder Niederlage oft kleinste Details. Doch was genau macht das Profi-Equipment so besonders, und warum legen Athleten wie Finn so viel Wert auf jedes Bauteil?
Text: Markus Grübl
Zwischen Sicherheit und Gewichtsersparnis Im Wettkampf steht die Zeit im Mittelpunkt. Egal ob Sprint, Individual, Vertical oder Mixed Relay – bei allen Disziplinen müssen die Athlet*innen maximalen Einsatz bringen. „Unsere Rennen verlangen, dass wir extrem schnell aufsteigen und deshalb müssen wir so wenig Gewicht wie möglich mit uns tragen“, erklärt Finn. Die gesamte Ausrüstung, von den Ski über die Bekleidung bis hin zum Rucksack, ist daher auf Leichtigkeit und Schnelligkeit getrimmt – mit fest vorgegebenen Sicherheitsstandards, versteht sich. Hier gibt es klare Vorgaben für das Material: Zu den verpflichtenden Ausrüstungsgegenständen zählen natürlich Ski, Bindungen, Schuhe und Handschuhe, Stöcke, Felle und ein Rennanzug. Aber je nach Disziplin auch zusätzliche Sicherheitsausrüstung wie Rucksack, Helm, LVS-Gerät, Sonde und Schaufel. Nicht gerade wenig, besonders wenn man bedenkt, dass es um Topzeiten geht. Genau deshalb wird um jedes Gramm gefeilscht. Zum Beispiel bei den Ski: Das Reglement des internationalen Skimo-Verbands, der ISMF, schreibt für Männer eine Mindestlänge von 160 cm vor, für Frauen 150
cm. Die Skimitte misst etwa schmale 60- 65 Millimeter – optimiert für Wendigkeit und geringsten
18 DAV PANORAMA 1/2025
Widerstand. Mindestens 780 Gramm pro Ski samt Bindung müssen es sein. Der Wettkampfski von Finn wiegt mit 800 Gramm nur 20 Gramm mehr – und damit gerade einmal die Hälfte von so manchen Allroundmodellen für „Normalos“. Das liegt auch an den Bindungen, denn die sind echte Leichtgewichte: „Bei unseren Pin-Bindungen gibt es kein Gramm mehr, das unnötig wäre“, erklärt Finn. Komfortextras wie Steighilfen gibt es meist nicht. Klassische Rennbindungen bringen gerade mal zwischen 100 und 130 Gramm auf die Waage. Aber auch hier gilt: Trotz des geringen Gewichts müssen sie den ISMF-Anforderungen entsprechen und sollen sicher auslösen. Auch die Felle sind anders als bei Hobby-Tourengeher*innen. Sie sind schmäler und kürzer. „Das Fell wird nicht verspannt, sondern nur verklebt und endet schon kurz nach der Bindung. Das hintere Ende des Belags ist nicht bedeckt“, erklärt Finn.
Für den ungünstigen Fall, dass ein Fell mal nicht mehr klebt, ist immer ein Ersatz im Gepäck. Bei Tragepassagen oder der Abfahrt verschwinden die Felle blitzschnell im Rennanzug. Bei den Stöcken und den Schuhen ist das Material der
Wahl „Carbon“. Es lässt extremen Leichtbau zu, auch wenn man in Punkto Stabilität vielleicht ein wenig einbüßen muss. Gerade die Stöcke mit ihren je 150 Gramm gehen schon mal zu Bruch. Ein Risiko, das die Athletinnen und Athleten für die Gewichtsersparnis gerne eingehen: „Man könnte natürlich auch Alu-Stöcke nehmen, die sind robuster, das macht aber natürlich keiner.“ Etwa 500 Gramm kommen dann noch mal pro Ski-Schuh auf das Gesamtgewicht – zum Vergleich: Herkömmliche Stiefel kommen leicht auf das Doppelte bis Dreifache. Die Profi-Varianten sind dabei auf maximale Beweglichkeit beim Aufstieg ausgelegt, zwei spezielle Verschlusssysteme sind Pflicht und ermöglichen den schnellen Wechsel zwischen Aufstiegs- und Abfahrtsmodus.
Praktisch, bequem und funktional Die meisten schwören beim freizeitmäßigen Tourengehen bei ihrer Bekleidung ja auf
das bekannte Zwiebelprinzip – beim Skimo sucht man danach vergebens: Ein Wettkampf-Rennanzug sitzt wie eine zweite Haut, darunter ist nur eine dünne zweite Lage zu finden. Alles, um maximale Bewegungsfreiheit zu bieten. Der Anzug besteht aus flexiblen, atmungsaktiven Materialien, die den Schweiß schnell nach außen leiten und möglichst wenig einschränken. „Wir müssen große Ausfallschritte machen können und die Arme frei bewegen“, sagt Finn. Ein typischer Rennanzug wiegt maximal 500 Gramm und bietet integrierte Taschen für Felle oder vielleicht mal einen Energieriegel. Alles, was nicht im Rennanzug Platz hat, wandert in den Rucksack, der ist aber auch für mehr gut: „Es gibt Passagen, bei denen wir die Ski tragen müssen – der Rucksack muss das schnell und sicher ermöglichen.“ Ein guter Rennrucksack darf nicht mit mehr als 300 bis 500 Gramm ins Gewicht fallen und muss clevere Features wie eine Skihalterung oder ein schnell zugängliches Fach für ein handelsübliches LVS-Gerät, Sonde und Schaufel bieten.
Hat die Leichtigkeit auch ihre Kosten? Das geringe Gewicht und der Leichtbau müssen doch auch einen Haken haben, oder? Nicht unbedingt meint Finn: „Viele denken, dass das leichte Equipment weniger sicher ist, aber das Gegenteil ist der Fall. Weniger Gewicht bedeutet weniger Belastung auf Gelenke und Bänder – das reduziert das Verletzungsrisiko.“ Trotz der extremen Gewichtsreduktion ist das Material außerdem erstaunlich robust. „Ein Wettkampfski hält mehrere Saisons durch, wenn man pfleglich damit umgeht.“ Und auch dem Fahrgefühl tut das scheinbar keinen Abbruch: „Wer einmal mit Profi-Equipment unterwegs war, merkt sofort
den Unterschied. Man ist einfach schneller und effizienter – nicht nur im Wettkampf, sondern auch bei normalen Touren“, sagt Finn. Das leichte Material ermöglicht eine andere Geschwindigkeit, Beweglichkeit und
Ski mit Bindung, Helm
Effizienz im alpinen Gelände. Andere Geschwindigkeit, was heißt
und Rennanzug sind,
das? Freizeittourengeher*innen rechnen grob mit etwa einer
wie die gesamte SkiMo-Ausrüstung, auf extre-
Stunde Aufstiegszeit für 500 Höhenmeter. Die Profis erledigen
me Leichtigkeit ge-
das in unter 20 Minuten.
trimmt – und trotzdem
Aber: Das Profi-Material ist anspruchsvoll und will vernünftig be-
robust und sicher.
herrscht werden. Am Ende ist es schließlich die Kombination aus dem richtigen Equipment, ausgefeilter Technik und hartem Training, das über den Erfolg entscheidet. Freizeitsportler*innen, die ihren Fokus mehr auf das Erleben und die Entschleunigung im Schnee legen, dürfen dann doch getrost zu den etwas schwereren und dafür komfortableren und einfacher zu fahrenden Alternativen greifen.
BERG & TAL
Entspanntes Skitourenrennen (opens in a new tab)
Zieleinlauf im Team ist gefragt beim Skitourenrennen „Soul of the Mountains“ (opens in a new tab).
Faschingssonntag, den 2. März, statt (opens in a new tab), zwei Anstiege und eine Abfahrt gilt es zu bewältigen. Das Rennen findet ohne Zeitnahme statt, es geht um Spaß an der Bewegung und das gemeinsame Naturerlebnis, jeder kann sein eigenes Tempo gehen. Die einzige Vorgabe lautet, mit mindestens vier Team-Mitgliedern (inklusive mindestens einer Frau oder einem Mann) gleichzeitig im Ziel anzukommen (opens in a new tab). Traditionell sind Teilnehmer*innen jeglicher Couleur vertreten: Ultraleichte Ski der Rennprofis sind ebenso am Start wie breite Freeridelatten, Splitboards und Telemarkski. Auch zahlreiche Kinder und Jugendliche sind stets mit von der Partie (opens in a new tab). Jedes Team bekommt eine kleine Holzschindel mit eingraviertem Mannschaftsnamen (opens in a new tab). Diese wird im Ziel aufgehängt und verrät am Ende die Platzierung (opens in a new tab).
Termin (opens in a new tab): 2. März 2025, 10:30 Uhr (opens in a new tab), Ort (opens in a new tab): Unternberg, Ruhpolding Distanz (opens in a new tab): 3 km, 800 Höhenmeter (opens in a new tab)
Infos und Anmeldung (opens in a new tab): soul-of-the-mountains.com (opens in a new tab)
Forderungen des DAV (opens in a new tab)
Bildungsoffensive für den gemeinnützigen Sport starten (opens in a new tab)
Mehr finanzielle Unterstützung für Hütten und Wege Die Folgen des Klimawandels gefährden unsere Hütten und Wege. Sie stehen der Allgemeinheit zur Verfügung und werden größtenteils in ehrenamtlicher Arbeit erhalten. Wir fordern deutlich mehr finanzielle Unterstützung bei den dringend notwendigen Sanierungs- und Anpassungsmaßnahmen (opens in a new tab), damit diese für die Erholung der Menschen existenzielle Infrastruktur bestehen bleiben kann (opens in a new tab).
20 DAV PANORAMA 1/2025
Biodiversitätsverlust stoppen und alpine Lebensräume schützen (opens in a new tab)
Optimale Rahmenbedingungen im Leistungssport schaffen (opens in a new tab)
Ehrenamt stärken – Ehrenamtspauschale für Vereinsaufgaben anheben (opens in a new tab)
Ehrenamtliche in Verwaltungs- und Vorstandsaufgaben von gemeinnützigen Vereinen können für diese Tätigkeiten nur 840 Euro pro Jahr steuerfrei erhalten – im Unterschied zu Trainer*innen und anderen im Bildungsbereich von Vereinen (opens in a new tab), denen 3000 Euro pro Jahr gewährt werden. Wir fordern eine deutliche Erhöhung dieser steuerlichen Freibeträge und eine Gleichbehandlung aller Ehrenamtlichen (opens in a new tab).
Neues im DAV-Shop (opens in a new tab)
GELDBEUTEL AUS DAV-KARTE – Jetzt gibt es ihn, den ultimativen Geldbeutel für alle Bergbegeisterten! Funktionell ist er und schön schlank, damit er nicht aufträgt auf Tour. Doch das Highlight: Er ist aus alten DAV-Karten gefertigt. Um die Alpenvereinskarten immer auf dem neuesten Stand zu halten (opens in a new tab), werden sie in regelmäßigen Abständen überarbeitet und neu aufgelegt, noch vorhandene Restexemplare der alten Ausgabe werden dann als Altpapier recycelt. Da die Karten für das Recycling aber eigentlich viel zu schade sind, entstand die Idee zur neuen DAV Mapcycling Collection. Die Karten werden zunächst laminiert, um sie robust und wasserabweisend zu machen. Danach wird das Muster ausgestanzt und die Geldbeutel werden zusammengenäht. Das alles passiert in Handarbeit in Berlin. Jedes Teil ist ein Einzelstück, denn jeder Geldbeutel zeigt einen etwas anderen Kartenausschnitt (opens in a new tab).
Preis (ohne Inhalt) € 19,95 (opens in a new tab),
dav-shop.de (opens in a new tab)
BERGE AUF LEINWAND (opens in a new tab)
BANFF FILMTOUR – Ab Mitte Februar tourt das BANFF Mountain Film Festival wieder (opens in a new tab)
in ganz Deutschland werden in einem runddurch die Republik. An über 60 Terminen (opens in a new tab)
nende und unterhaltsame Filme über ver-zweistündigen Programm inspirierende, span- (opens in a new tab)
schiedenste Draußen-Abenteuer gezeigt. Dazu gibt es eine Moderation und ein Gewinnspiel (opens in a new tab). Wer sich sein Ticket jetzt schon sichern will (es gibt auch zahlreiche Termine in Nachbarländern) kann das online unter banff-tour.de tun (opens in a new tab). DAV-Mitglieder erhalten drei Euro Ermäßigung (opens in a new tab).
AUSBILDUNGSKURS – Der jährlich stattfindende Ausbildungs- (opens in a new tab)
kurs: „Klettern in der Psychotherapie, Indoor“, findet vom 19.9.- (opens in a new tab)
21.9.2025 in Simbach/Inn statt, in Zusammenarbeit mit der (opens in a new tab)
DAV-Sektion Simbach und der Ameosklinik Simbach. Alle Infos (opens in a new tab)
unter dr-lukowski.com (opens in a new tab)
1/2025 DAV PANORAMA 21
BERG & TAL
Nachruf: Thomas Tivadar
GOODBYE, LOST BUTTERFLY – Thomas Huber und die US-Locals verließen den Wandfuß, weil sie nicht mit ansehen wollten, wie Tom Tivadar (*1960) seine „Guillotine Pitch“
erstbeging: Fünfzig Meter Technokletterei vom Boden weg ohne einen Sicherungspunkt, der mehr als das Körpergewicht gehalten hätte. Die entstandene Route „Highway to Hell“ war mit „New Wave“ (A5) die damals (1999) schwerste im Yosemite Valley. Auch am Großen Trangoturm legte der gebürtige Ungar einen Husarenritt hin mit „Lost Butterfly“: Kompromissloses Aidklettern in einem Streifen, den zwei kurz vorher angekommene Teams noch übriggelassen hatten, 25 Wandtage und 44 Seillängen bis A4+. Trotz seiner atemraubenden Erstbegehungen rund um die Welt – darunter ein halbes Dutzend Winterlinien in der
Nordwand der Zugspitze
– fand der freiberufliche Gebäudekletterer Zeit für die ehrenamtliche Betreuung der Fritz-Pflaum-Hütte seiner Sektion Bayerland. Mitte November endete ein intensives Leben.
ad
M†DE FOR MISSIONS (opens in a new tab)
HIGHTECH OUTDOOR-KLEIDUNG FÜR JEDES DEINER ABENTEUER (opens in a new tab).
SCAN MICH (opens in a new tab)
BERG & TAL
„Ich wollte nicht zum Softmover werden.“ (opens in a new tab)
Interview mit Irmgard Braun (opens in a new tab)
Treffpunkt mit Irmgard Braun ist die DAV-Kletterhalle Freimann. Irmgard, schmale, aber durchtrainierte Figur (opens in a new tab), pumuckelrote kurze Haare, wartet schon im Bistro. Sie nimmt sich Zeit für das Gespräch, danach geht es in die Kletterhalle (opens in a new tab): Wintertraining ist angesagt. Die 72-jährige Münchnerin zählte in den 1980er Jahren zu den besten deutschen Sportkletterinnen. Aber auch heute noch punktet sie schwere Touren: In diesem Sommer kletterte sie „Le String à Fredo“, eine 40 Meter lange Route in der Tarnschlucht im neunten Schwierigkeitsgrad (UIAA) – ein Jahr nach einem Radunfall und einer langen Zwangspause (opens in a new tab).
Interview: Gudrun Regelein (opens in a new tab)
Irmgard, hast du dich mit dieser Neun selbst überrascht (opens in a new tab)? Nee, gar nicht. Ich hatte zuvor in der Türkei eine VIII+/IX-geklettert und dort noch wegen meinem lädierten Knie etwas Angst … aber das hat mitgespielt. Meine Schon- (opens in a new tab)
Du kletterst im Vergleich zu den meisten anderen Älte- (opens in a new tab)
ren noch mit 72 Jahren sehr schwer. Woran liegt’s (opens in a new tab)? Ich bin jemand, der gerne an seine Grenzen geht und mein Körper macht das zum Glück mit (opens in a new tab). Außerdem projektiere ich gerne schwere Routen (opens in a new tab)
Irmgard Braun (72) klettert seit den 1980er (opens in a new tab) Jahren sehr schwer. Letzten Sommer gelang ihr eine und bouldere darin, das (opens in a new tab) weitere Route im neunten Schwierigkeitstgrad (opens in a new tab).
macht mich stärker. Rum- (opens in a new tab)
zuknobeln und Lösungen für Stellen zu finden, die zu Beginn nicht kletterbar erscheinen, fasziniert mich (opens in a new tab), das ist für mich die Essenz des Kletterns. Der Kopf spielt dabei auch eine Rolle, ich habe nie daran geglaubt, dass mein Alter mich daran hindert, schwer zu klettern. Aber ich bin definitiv kein Trainingsmonster (opens in a new tab)
Wie hast du das Klettern für dich entdeckt (opens in a new tab)?
Deine erste Klettertour im neunten Grad hast du dann aber erst relativ spät gemacht (opens in a new tab)?
Im Jahr danach hast du dann aber wieder eine Neun geklettert. Wie hast du es geschafft, dich zurückzukämpfen (opens in a new tab)? Ich wollte nicht zum Softmover werden, ich hasse Platten! Nach dem Unfall habe ich so bald wie möglich speziell meine Fingerkraft trainiert. Ich habe mir auch selbst Druck gemacht, weil ich auf den sozialen Medien meinen Plan angekündigt habe, im nächsten Jahr, im Alter von 66 Jahren, eine Neun klettern zu wollen. Das Echo darauf war gewaltig – und ich habe es zum Glück hingekriegt. 2018 gelangen mir zwei glatte Neuner und mehrere im Grad Neun minus. Mit 69 Jahren schaffte ich dann eine Neun plus „Open Box“ in der Tarnschlucht (opens in a new tab).
Wie geht es weiter mit Irmgard Braun? Welche weiteren (opens in a new tab)
Ziele hast du (opens in a new tab)?
Das komplette (opens in a new tab)
Ich bin schon als Teenager Hochtouren gegan- (opens in a new tab)
Mehr über Irmgard und ihr Leben unter (opens in a new tab)
Interview gibt (opens in a new tab)
gen und über Grate gekraxelt, das war der Be- es hier (opens in a new tab).
22 DAV PANORAMA 1/2025
irmgard-braun.de (opens in a new tab)
Ihre Gesundheit ist es wert (opens in a new tab)
stabiles Immunsystem22 – (opens in a new tab)
Ganz viel Natur und Wissenschaft in einer Flasche (opens in a new tab)
* Grundlage: Dietl/Ohlenschläger: Handbuch der orthomolekularen Medizin (opens in a new tab)
Wissenschaft lich bestätigt – von vielen Kunden geliebt (opens in a new tab).
Eine international veröffentlichte Studie* (opens in a new tab)
4.94/5.00 (opens in a new tab)
hat bewiesen: Bei täglicher Anwendung (opens in a new tab)
47.276 Bewertungen (opens in a new tab)
von LaVita verbesserten sich alle gemessenen Vitaminwerte im Blut. Die (opens in a new tab)
Wissenschaftler bestätigten: Die wertvollen Inhaltsstoffe von LaVita kommen dort an, wo sie gebraucht werden – in den Zellen. Mehr als 45.000 Menschen haben LaVita schon eine 5-Sterne Bewertung im Internet geschenkt. Über 80 % der Anwender** berichten entweder von mehr Energie1 im Alltag, einem stabilen Immunsystem2 (opens in a new tab), einem insgesamt fi tteren Gefühl2 oder äußern sich positiv hinsichtlich des Erscheinungsbildes von Haut, Haaren und Nägeln4 (opens in a new tab).
ringerung von Müdigkeit und Ermüdung beitragen.Energie (opens in a new tab): LaVita liefert reichlich Eisen, Folsäure, Magnesium, Niacin, Vitamin C, Vitamin B2, B12 und B6, die zur Ver-2 Immunsystem (opens in a new tab): LaVita enthält mit Eisen, den Vitaminen C, A, D (opens in a new tab),
B6, B12, Folsäure, Kupfer, Selen und Zink alle relevanten Mikronährstoffe, die die normale Funktion des Immunsystems unterstützen (opens in a new tab). 3 Leistungsfähig eit (opens in a new tab): Niacin, Vitamin B2, Vitamin B1, Vitamin B12, Pantothensäure und Vitamin B6 tragen zu einem normalen Energiestoffwechsel bei (opens in a new tab). 4 Haut, Haare und Nägel (opens in a new tab): Biotin, Niacin und Zink tragen zur Erhaltung normaler Haut bei. Selen und Zink tragen zur Erhaltung normaler Haare und zur Erhaltung normaler Nägel bei (opens in a new tab).
Magdalena Neuner (opens in a new tab), ehemalige Weltklasse-Biathletin und Olympiasiegerin (opens in a new tab)
Einfach loslegen – mit dem LaVita Startpaket (opens in a new tab)
Ideal zu Beginn ist die 75-Tage-Kur (opens in a new tab): Insgesamt 3 Flaschen LaVita, 3x automatisch alle 25 Tage ohne Versandkosten. Ohne Risiko, ohne weitere Verpfl ichtungen (opens in a new tab).
Mehr dazu auf lavita.com (opens in a new tab)
Highlights des modernen Bergsports präsentiert von Andi Dick
An der schönen und vielbegangenen Ama Dablam (6812 m) stellt Laura Dahlmeier eine Frauen-Bestzeit auf:
8:24 Stunden vom Basislager zum Gipfel, 12:01 Std. für den Rundtrip. Tyler Andrews schafft das in 3:52 bzw. 6:20 Stunden –
in Pangboche, war nachund Chris Fisher startete BABSI IST DIE BESTE
6:44 Std. am Gipfel und nach 11:20 Std. zurück.
Barbara „Babsi“ Zangerl hat wieder einmal ihre unglaubliche Stärke – körperlich wie mental –
Schön und schwer klet-
bewiesen: Als erster Mensch konnte sie eine Bigwall am El Capitan flashen, also ohne
tern Mykyta Balabanov und Mykhailo Fomin in der
vorheriges Einüben frei klettern.
Westwand des Berges: „Chegi“ (1600 m, EDm M5, AI 4, 80°) ist einem im Krieg
Babsi Zangerl und Jacopo Larcher sind ei-
gefallenen ukrainischen Freund gewid-
nes der stärksten Paare der Kletterszene.
met. An Ondrej Húserka erinnert die Ostwand (2500 m) des Langtang Lirung
Spätestens mit dem Onsight von „Eternal
(7227 m); gemeinsam mit Mark Holecek
Flame“ am Trangotower 2022 schrieben sie
war ihm die Erstbegehung gelungen,
Alpingeschichte. Nun hat Babsi einen wei-
beim Abseilen brach eine Eissanduhr aus und er stürzte tödlich in eine Gletscher-
teren Markstein gesetzt: Seit 1997 haben
spalte. Seinem Andenken widmen
Topkletterer wie Yuji Hirayama, Leo Houl-
Michał Król, Maciej Kimel und Mariusz
ding, Pete Whittaker oder Adam Ondra
Madej ihre Route „Butterfly effect“ (1300 m, M6, 6b) am Kyajo Ri (6187 m).
versucht, eine der Riesentouren am „Big
Große alpine Erstbegehungen als Frau-
Stone“ des Yosemite onsight zu klettern,
enteam sind immer noch relativ selten.
scheiterten aber teils extrem knapp. Zan-
Die Sloweninnen Anja Petek und Patricija Verdev machen eine mit „Here comes
gerl und Larcher verbrachten den Herbst
the sun“ (2000 m, ED, M6+, AI5+) bei der
im Valley und wiederholten beide die
Erstbesteigung des Lalung I (6243 m) im
„Magic Line“ (8c+, Bild re.), einen der
indischen Himalaya. Und der Achttausender-Tourismus hat
weltweit schwersten Risse, kurz nach
2024 die Liste der
Connor Hersons vierter
14-Achttausender-
Begehung. Dann widme-
Sammlungen um 16
Stimmen aus
Namen verlängert, da-
ten sie sich dem „Freeri-
runter sieben Frauen.
der Wand der“ (900 m, IX+) am El
Die Chinesin He Jing
Capitan (Bild links). Die
und der Italiener Mario
„Genau als mein Fuß nach dem Ninjakick
Vielma sollen das ohne
erste Cruxpassage, den
die Wand berührte, rutschte mir die Hand
Hilfssauerstoff ge-
„Monster Offwidth“, stieg
macht haben, obwohl vom Griff – wie durch ein Wunder blieb
Babsi als Erste, Jacopo
China diesen neuer-
ich dran.“ Barbara „Babsi“ Zangerl über
dings oberhalb 7000
flashte sie nach ihr. Dafür
Metern vorschreibt. Der die Crux des „Freerider“. „Ich war so
war er am „Boulder Pro-
jüngste Sammler ist der überwältigt von Emotion und Dankbar-
blem“ zuerst dran – und
Nepali Nima Rinji
keit, dass ich das erste Mal seit vielleicht
Sherpa (18); Anja
traf einen entscheiden-
Blacha ist mit mittler- zehn Jahren weinen musste.“ Tanner
den Griff nicht richtig. Mit
weile zehn Achttausen-
Wanish über den Empfang durch 20 seiner Information konn-
dern die erfolgreichste Deutsche.
Freunde auf dem Half-Dome-Gipfel. te Zangerl die Stelle klet-
24 DAV PANORAMA 1/2025
tern und später mit der „Endurance Corner“ den Flash komplettieren; für Larcher bleibt die Bitterkeit des Fehlversuchs, aber die Freude am Team-Erfolg. Babsi sagt deshalb auch, sie habe ihren Erfolg Jacopos Unterstützung zu verdanken, und urteilt bescheiden, sie habe „richtig, richtig viel Glück“ gehabt – „typisch weibliches“ Understatement? Eher auf Tempo gingen Tanner Wanish und Mike Vaill: Sie verbesserten die Rekordzeit für die Yosemite-Triple-Crown – ein Enchainement der Bigwalls an Half Dome, Mount Watkins und El Capitan (Nose) – um 35 Minuten auf 17:55 Stunden. Nach einer Woche Erholung wiederholten sie die Aktion, erweitert um die Südwand des Washington Column – 21:50 Stunden für 77 Seillängen, 2450 Klettermeter und 30 Kilometer Laufdistanz. Nach einer enttäuschenden Olympiateilnahme dreht Laura Rogora am Fels auf: zweimal 9a+ (Trofeo dell’Adriatico, Bombardino), dreimal 9a, dazu 8c im flash und onsight. Auch Chaehyeon Seo onsightet 8c, schon zum zweiten Mal, während Jessica Pilz mit „Papichulo“ als eine von wenigen Frauen 9a+ klettert. Derweil eröffnet Seb Bouin mit „Wolf Kingdom“ eine neue 9b+, die wohl das Zeug zum Klassiker hat. Sean Bailey eröffnet den 9A-Boulder „Shaolin“ und legt mit der fünften Wiederholung von „Alphane“ nach. Für Will Bosi ist „Spots of time“ der vierte 9A-Boulder
– die Spitze wird immer breiter.
ndorf
Weilheim
zberg
Bad Heilbrunn
ktbeuern neckbahn
eck
raxllift
gscheid
chenau
Juifen platte
enkirch tlum
itze
Pertisau arwendellift
Bärenkopf
Wattens
berg
Hirzer
E N
Hintertux
rer Hoher Riffler
BERG & TAL
Klimafreundlich zum (opens in a new tab)
ÖFFI-NETZPLAN WINTER 2025Wintersportschuhwandern (opens in a new tab), Langlaufen, Skifahren oder einfach nur einen– Skitourengehen, Schnee- (opens in a new tab)
schönen Winterspaziergang machen – das geht auch in der kalten Jahreszeit wunderbar ohne eigenes Auto. Ein dichtes Netz aus Bahnen und Bussen sorgt dafür, dass wir fast jede Region in den Alpen sanft und klimafreundlich erreichen können. Dabei können wir uns einen der größten Vorteile zunutze machen, den die öffentlichen Verkehrsmittel bieten: Wir müssen nicht zum Ausgangspunkt zurückkehren, sondern können einfach an einer anderen Haltestelle wieder einsteigen (opens in a new tab). Ganz neue Erlebnisse in den Bergen werden nun erst möglich. Diese Freiheit hat den schönen Namen „Bergsafari“ bekommen. Dank des wachsenden Tarifgebiets und günstiger Ticketangebote zumindest um München steht einer nächsten Tour mit Öffis eigentlich nichts mehr im Weg (opens in a new tab).
M-Ost Grafing (opens in a new tab)
Rosenheim (opens in a new tab)
Bad Endorf Prien Übersee (opens in a new tab)
Kreuzstraße Bad Aibling (opens in a new tab)
Holzkirchen (opens in a new tab)
DAV Rosenheim (opens in a new tab)
Bergen (opens in a new tab) Siegsdorf
Tutzing Starnberg (opens in a new tab)
Irschenberg (opens in a new tab)
Achenmühle Marquartstein (opens in a new tab)
Hochfelln
Wolfratshausen (opens in a new tab)
Bad Feilnbach (opens in a new tab)
Hochplatte (opens in a new tab)
Frasdorf Aschau (opens in a new tab)
Ruhpolding (opens in a new tab)
Kampenwand (opens in a new tab)
Wörnsmühl (opens in a new tab)
Schaftlach (opens in a new tab)
Waakirchen (opens in a new tab)
Weitlahnerkopf (opens in a new tab)
Unternberg (opens in a new tab)
Bad Wiessee (opens in a new tab)
Breitenstein (opens in a new tab)
Schleching (opens in a new tab)
Rauschberg
Schliersee (opens in a new tab)
Unterwössen (opens in a new tab)
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Brannenburg Ettenhausen (opens in a new tab)
Fockenstein (opens in a new tab)
Birkenstein (opens in a new tab)
Tegernsee Neuhaus (opens in a new tab)
C H I E M G A U E R A L P E N (opens in a new tab)
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Fischbachau Wendelsteinbahn (opens in a new tab)
Hohenburg (opens in a new tab)
Rott.-Egern (opens in a new tab)
Josefstal (opens in a new tab)
Fischbachau Bf (opens in a new tab)
Enterrottach (opens in a new tab)
Reit i. Winkl (opens in a new tab) Seegatterl
Scharling (opens in a new tab)
Mitteralm (opens in a new tab)
Flintsbach (opens in a new tab)
Spitzingsattel (opens in a new tab)
Wallberg Brecherspitze (opens in a new tab)
Hirschberg (opens in a new tab)
Tanzeck Wendelstein (opens in a new tab)
I N N T A L (opens in a new tab)
Dürrnbachhorn (opens in a new tab)
Seekarkreuz (opens in a new tab)
Bodenschneid (opens in a new tab)
W I N K L M O O S A L (opens in a new tab) M
Taubenstein (opens in a new tab)
Wildalpjoch (opens in a new tab)
Schönberg Röthenstein (opens in a new tab)
S T E I N P L A T T E (opens in a new tab)
Hochplatte (opens in a new tab)
Rosskopf Auerspitz (opens in a new tab)
Osterhofen Lacherspitz (opens in a new tab)
Unken
Schnappenstein (opens in a new tab)
Grubereck (opens in a new tab)
Spitzingsee (opens in a new tab)
Oberaudorf (opens in a new tab)
Stümpfling (opens in a new tab)
Brünnsteinschanze (opens in a new tab)
Kohlental (opens in a new tab)
Klamm Wildbad Kreuth (opens in a new tab)
Waidring
Sudelfeld (opens in a new tab)
M A N G F A L L G E B I R G E (opens in a new tab)
Bayrischzell (opens in a new tab)
Kiefersfelden (opens in a new tab)
Griesenau (opens in a new tab)
Skihörndl
Steinberg Rofanlift (opens in a new tab)
Vogelsang (opens in a new tab)
Pyramidenspitze (opens in a new tab)
L O (opens in a new tab) F E R E R
Bäckeralm Großer Traithen (opens in a new tab)
Brentenjoch (opens in a new tab)
S T E (opens in a new tab) I N B E R G E
R O F A N (opens in a new tab)
K A I S E R G E B I R G E (opens in a new tab)
St. Ulrich (opens in a new tab)
Seekarlspitze (opens in a new tab)
B R A N D E N B E R G E R A L P E N Landl Thiersee (opens in a new tab)
Weißbach
Ellmauer Tor (opens in a new tab)
Rofanspitze (opens in a new tab)
Birnhorn
I N N T A L (opens in a new tab)
Hochfilzen
Tipps & Tricks (opens in a new tab): alpenverein.de/thema/anreise (opens in a new tab)
Fieberbrunn (opens in a new tab)
Hohe Salve Rauher Kopf
W I L D S C H Ö N A U
Fügen
Alpbach
St. Johann
Hopfgarten
Kirchberg
Gilfert
Auffach
Lengau
A L P B A C H T A L
Saalbach
Inneralpbach
Hochfügen
Melkstatt
Kitzbühel
Joel
K I T Z B Ü H E L E R A L P E N
Hinterglemm
Zell a. Ziller
Feldalphorn
Brechhorn
Mittagskogel
Großer Beil
Aschau Kuhkaser
Rastkogel
Kreuzjoch Großer Galtenberg
Lämpersberg
Lodron
Kelchsau
Pass Thurn
Gerstinger Joch
Mayrhofen
Gerlos
Krimml Neukirchen a. Großvenediger
Gedenkveranstaltung AusschlussKönigsleiten
Ahornspitze
Busverkehr wegen Wiederaufbau
Ginzling
Torhelm
Kürsinger Hütte
Mittersill
Hüttentaxi
H O H E T A U E R N
G L O C K N E R G R U P P E (opens in a new tab)
Sektion Donauland 1924Z I L L E R T A L E R A L P E N Krimmler Tauernhaus Materialseilbahn
ERINNERUNG UND APPELL – Am 14. Dezember 2024 jährte sich der Ausschluss der vorwiegend jüdischen Sektion Donauland aus dem Deutschen und Österreichischen Alpenverein (DuOeAV) zum hundertsten Mal. In einer gemeinsamen Veranstaltung gedachten die Alpenvereine der Ausgeschlossenen. Dem mit viel Beifall bedachten Vortrag des renommierten Historikers und Direktors des jüdischen Museums Hohenems Dr. Hanno Loewy zur Geschichte Donaulands schloss sich eine prominent besetzte Podiumsdiskussion mit DAV-Präsident Roland Stierle, Bundesjugendleiterin und DAV-Vizepräsidentin Annika Quantz sowie ÖAV-Vizepräsidentin Nicole Slupetzky und Hanno Loewy an. „Wir fragen nicht nach Bekenntnis und Überzeugung, nicht nach Rang und Stand – wir fragen nach dem Menschen, der zu uns kommt.“ Mit diesem Zitat des Sektionsvorsitzenden der Sektion Donauland Karl Hanns Richter spannte Roland Stierle den Bogen von der Vergangenheit des Alpenvereins als Täterorganisation hin zur heutigen Positionierung für Akzeptanz, Offenheit und Vielfalt, wo es „keine Toleranz für Intoleranz“ geben darf, wie Annika Quantz betonte.
red
1/2025 DAV PANORAMA 25
Inspirieren (opens in a new tab). Planen. Erleben (opens in a new tab).
Der ATHM-Layer von Skitourenguru zeigt in 2D/3D (opens in a new tab), wo das Gelände eine Lawinenauslösung begünstigt (opens in a new tab).
Traunstein (opens in a new tab)
Freilassing (opens in a new tab)
Streicher (opens in a new tab)
Bad Reichenhall (opens in a new tab)
Predigtstuhl (opens in a new tab)
Bischofswiesen (opens in a new tab)
Hintergern (opens in a new tab)
Schneizlreuth (opens in a new tab)
Berchtesgaden (opens in a new tab)
Ramsau Lofer (opens in a new tab)
Hintersee Kinder (opens in a new tab)
Buchenhöhe (opens in a new tab)
Steintalhörnl (opens in a new tab)
Jennerbahn (opens in a new tab)
Schneibstein (opens in a new tab)
S T E I N E R N E S M E E R (opens in a new tab)
Saalfelden (opens in a new tab)
Arthurhaus (opens in a new tab)
Maria Alm Mühlbach (opens in a new tab)
Ahornstein (opens in a new tab)
Bischofshofen (opens in a new tab)
Transparent: kein Lawinengelände (opens in a new tab)
Grün: atypisches Lawinengelände (opens in a new tab)
Blau: typisches Lawinengelände (opens in a new tab)
Rot: sehr typisches Lawinengelände (opens in a new tab)
Ausbildungen beim DAV
Alles, was man können muss
Wer als Trainer*in Kurse geben und Touren führen möchte, benötigt mehr als die sportlichen Fähigkeiten. Beim DAV gibt es ein spezielles Ausbildungswesen, in dem die notwendigen Kompetenzen erworben werden. Was steckt dahinter?
Text: Jonas Kassner
s begann vor über sechzig Jahren: Im
E Winter 1962/63 starteten beim Deutschen Alpenverein die ersten Ausbil
dungskurse, und zwar im alpinen Skilauf und Skibergsteigen. Das oberste Ziel: Unfälle beim Bergsport reduzieren. Wer einen Blick in die Bergunfallstatistiken der letzten Jahre wirft, erkennt, dass Unfälle in den Bergen auch heute keine Seltenheit sind. Gründe dafür gibt es vie le, ein wichtiger aber sind mangelnde Kennt nisse: In brenzligen Situationen fällen Berg sportler*innen dann falsche Entscheidungen, sie schätzen die Bedingungen am Berg, ihre Fähigkeiten und Kondition nicht richtig ein oder sind schlecht ausgerüstet. Wissen und Können am Berg erwirbt man nicht ausschließ lich durch eigene Erfahrungen. In den DAV Sek tionen gibt es ausgebildete Expert*innen, die alles Wichtige anschaulich in Theorie und Pra xis vermitteln: Wie man Touren plant und was man dabeihaben muss. Wie man einen Kletter
Expertise am Berg: Wer Touren in alpinem Gelände unterneh-
gurt anlegt und sich ins Seil einbindet. Wie
men will, benötigt fundiertes
man den Bergwetter und den Lawinenlagebe
Wissen und Können.
richt liest. Wie man mit Steigeisen geht und sich in Notsituationen verhält. Diese Trainer*in nen, Wanderleiter*innen oder Kletterbetreu er*innen auszubilden, ist im Laufe der Jahr zehnte eine der wichtigsten Aufgaben im DAV geworden. „Wir müssen den Leuten das Know how vermitteln, um ihnen zeigen zu können, wie sie selbstständig ihre Touren machen kön nen“, fasst Hans Hocke vom Bundeslehrteam Bergsteigen zusammen.
GEMEINSCHAFT ERLEBEN BEI KURSEN UND TOUREN
Heute werden Jahr für Jahr fast sechshundert Aus und Fortbildungen für Trainer*innen beim DAV angeboten. Nach der Ausbildung füh ren sie in ihrer Sektion Touren, vermitteln Bergsportwissen in Kursen oder leiten Grup pen. Das Kurs und Tourenprogramm kann man auch als „das Herzstück des Sektionsle bens“ bezeichnen, wie DAV Vizepräsidentin Burgi Beste betont. Hier lernen sich die Mitglie der untereinander kennen, gründen Gruppen und es entstehen Freundschaften – oft ein Le ben lang. Ohne gemeinsame Veranstaltungen würde sich schließlich kein Zusammengehö rigkeitsgefühl in der Sektion entwickeln.
Deshalb gehen die Ziele einer Ausbildung beim DAV weit über das rein sportliche Fachwis sen hinaus. Wer mit Menschen arbeitet, Grup pen gar in alpinem Gelände führt, benötigt per sonale und soziale Kompetenzen. Man muss Verantwortung tragen können, reflektiert, kri
BUNDESLEHRTEAMS (opens in a new tab)
Die elf Bundeslehrteams des DAV leiten die Aus- und Fortbildungen und konzipieren sie gemeinsam mit den Bildungsreferent*innen. In den Lehrteams Bergsteigen, Bergwandern (opens in a new tab), Mountainbike, Familienbergsteigen, Umweltbildung, Skilauf, Sportklettern Breitensport, Sportklettern Leistungssport, Routenbau, Bergsport inklusiv und persönliche (opens in a new tab)
Schutzausrüstung (PSA (opens in a new tab)) arbeiten 160 Ausbilder*innen. Sie verfügen über hohe Expertise im jeweiligen Sport- bzw (opens in a new tab). Fachbereich und der (opens in a new tab)
Erwachsenenbildung (opens in a new tab). Am größten sind die Bundeslehrteams Sportklettern mit knapp 60 (opens in a new tab)
Die DAV-Bundes- Mitgliedern und lehrteams wer- (opens in a new tab)
Im Bild das Lehrteam Umweltbildung (opens in a new tab).
Bergsteigen mit (opens in a new tab)
den ausgerüstet (opens in a new tab)
Mehr unter alpenverein.de/verband/ (opens in a new tab)
50 Bergführer*in- (opens in a new tab)
von VAUDE (opens in a new tab).
THEMA: BILDUNG AM BERG
„Die ehrenamtliche Tätigkeit unserer Trainer*innen in den Sektionen bildet das Herzstück unseres Vereins. Durch ihr Engagement bei den vielfältigen Kursen und Touren wird erst möglich, was schon im DAV-Leitbild verankert ist: Wir möchten unsere Mitglieder dabei unterstützen, kompetente, verantwortungsvolle und naturverträgliche Bergsportler*innen zu werden.“
Burgi Beste, DAV-Vizepräsidentin
tikfähig und empathisch sein. Und natürlich mit den Gefahren und Risiken am Berg angemessen umgehen. „Wir integrieren die Werte des DAV Leitbilds in unsere Bildungsangebote“, erklärt Caroline Chaillié, Leiterin des Ressorts Bildung in der Bundesgeschäftsstelle des DAV. „Und wir fördern eine Atmosphäre, in der sich alle will kommen fühlen und respektvoll und wertschät zend miteinander umgehen.“ Was im Skisport seinen Anfang nahm, ist heu te eine weitläufige Ausbildungslandschaft, die den Bergsport im Sommer und im Winter, den Klettersport und das Mountainbiken abdeckt. Für jeden Lehrgang gibt es detaillierte Ausbil dungskonzepte. E Learning Module bereichern das Angebot, einzelne Fortbildungen finden kom plett digital statt.
Immer wichtiger wurde in den Lehrgängen die Umweltbildung, seit einigen Jahren steht beson ders der Klimaschutz im Fokus. „Wir sind Berg sportund Naturschutzverband und leben Natur und Klimaschutz auch in unseren Ausbildun gen“, betont Caroline Chaillié.
Was motiviert Menschen, eine Ausbildung beim DAV zu beginnen? Trainer*innen sind eh renamtlich für die Sektion tätig. Es ist der Spaß
1/2025 DAV PANORAMA 27
am Engagement, daran, Wissen und Begeiste rung zu teilen und andere dabei zu unterstüt zen, verantwortungsvoll in die Berge zu gehen. Wer Trainer*in werden oder eine ähnliche Auf gabe übernehmen möchte, benötigt die Zustim mung der Sektion, die auch einen Teil der Kosten für die Ausbildung übernimmt. Neben einem Mindestalter von in der Regel achtzehn Jahren muss man ausreichend Erfahrung in der jewei ligen Sportart mitbringen. Diese wird etwa im Bergsport mit einem Tourenbericht belegt. Wer beispielsweise eine Ausbildung zum*zur Wan derleiter*in machen möchte, muss im Touren bericht mindestens zwanzig Bergwanderungen mit jeweils um die 800 Höhenmeter nachweisen. Außerdem ist neben Grundkenntnissen in Ori entierung, Wetterkunde und alpinen Gefahren auch der Nachweis über einen absolvierten Ers teHilfe Kurs notwendig.
Die Voraussetzungen der Ausbildung zum* zur Trainer*in B Skihochtour sind um einiges umfangreicher. „Da wollen wir nur updaten, die Best of Methodik vermitteln und noch ein paar Tipps und Tricks draufsetzen“, erklärt Hans Ho cke vom Bundeslehrteam Bergsteigen. Manche Teilnehmer*innen haben sich allerdings Prakti ken angewöhnt, die nicht der Lehrmeinung ent sprechen. „Sie müssen alte Bewegungsmuster aufbrechen. Das ist oft schwerer, als wenn sie es von vornherein neu lernen würden“, berichtet Chris Semmel vom Bundeslehrteam Bergstei gen. „Außerdem sollte man bereit sein, lebens lang zu lernen“, betont Caroline Chaillié. Denn während der Tätigkeit in der Sektion besteht in der Regel alle vier Jahre die Pflicht, Fortbildun gen zu besuchen.
24.000 LIZENZEN – TENDENZ STEIGEND Viele Teilnehmer*innen behalten die Kurse noch lange in guter Erinnerung. So sagt auch Simone von der Sektion Ulm nach dem Lehrgang Ski hochtour auf der Franz Senn Hütte: „Den Kurs fand ich total klasse, weil ich viel gelernt und die ganze Woche mit supernetten Leuten verbracht habe. Eigentlich würde ich jetzt noch gern länger hierbleiben.“ Und, Prüfungsstress hin oder her, „wann hat man schon mal die Chance, mit Berg führern unterwegs zu sein und alle Fragen, die man zum Bergsport hat, loswerden zu können?
28 DAV PANORAMA 1/2025
ÜBERBLICK: AUSBILDUNGEN BEIM DAV
BERGSPORT
Trainer*in
Trainer*in Schneeschuh-
WINTER
Skibergsteigen
bergsteigen
Trainer*in
DAV Freeride Guide
Skihochtour
Fachübungsleiter*in
Trainer*in
Skilauf
Eisklettern
BERGSPORT
Wanderleiter*in
Familiengruppenleiter*in
SOMMER
Trainer*in Bergwandern
Trainer*in Klettersteig
Übungsleiter*in
Trainer*in Alpinklettern
Bergwandern Prävention
Trainer*in Bergsteigen
Trainer*in Hochtouren
Trainer*in MTB/
Trainer*in Plaisirklettern
Mountainbikeleiter*in
Trainer*in Klettern
KLETTERSPORT
Kletterbetreuer*in
für Menschen mit Behinderungen
Trainer*in Sportklettern
Trainer*in Sportklettern
Breitensport indoor
Leistungssport
Trainer*in Bouldern
Routenbau Breitensport/
Breitensport indoor
Leistungssport
Zusatzqualifikationen: Outdoor-Sportklettern/ -Bouldern
BERGFÜHRER*IN, TRAINER*IN – WAS IST WAS (opens in a new tab)?
DAV-Trainer*innen werden vom DAV ausgebildet und sind ehrenamtlich in den Sektionen tätig. Staatlich geprüfte Berg- und Skiführer*innen werden beim Verband Deutscher Berg- und Skiführer e.V. (VDBS) in Deutschland oder ähnlichen Verbänden in anderen Ländern ausgebildet. Wer die Ausbildung abgeschlossen hat, macht oft seine Leidenschaft zum Beruf und arbeitet danach selbstständig oder für Alpinschulen. Im VDBS sind 700 Bergführer*innen organisiert, davon arbeitet ein Drittel hauptberuflich. Die wichtigste Aufgabe (opens in a new tab): Gäste auf anspruchsvollen Touren sicher und mit Freude hinauf- und wieder hinunterbringen (opens in a new tab).
Mehr unter vdbs.de (opens in a new tab)
Das fand ich schon sehr besonders“, freut sich Moritz von der Sektion München.
Wer seine Prüfungen erfolgreich abgelegt hat, erhält die ersehnte Lizenz. Im Januar 2024 gab es im gesamten DAV 24.000 Lizenzen. Die meisten davon werden mittlerweile im Klettersport verge ben. Die eigentliche Zahl der Trainer*innen ist aber etwas kleiner, denn es gibt Personen, die mehrere Ausbildungen abgeschlossen haben. Der Frauenanteil liegt bei rund einem Drittel.
Wer ins Online Kursprogramm schaut, wird überwältigt von dem riesigen Angebot. Was man nicht sieht, ist der große Aufwand, der dahinter steckt. Die Maxime „Vermeiden vor Reduzieren vor Kompensieren“ der DAV Klimastrategie gilt auch für den Ausbildungsbereich. „Wir werben nicht nur für die öffentliche Anreise und unter stützen Fahrgemeinschaften, sondern legen auch die Ausbildungsstandorte möglichst gut erreichbar oder in Bergsteigerdörfer und wäh len nachhaltig wirtschaftende Stützpunkte aus“, erklärt Martina Bogner vom Ressort Bildung.
THEMA: BILDUNG AM BERG
Die Planung hat sich in den letzten Jahren nochmals verkompliziert. Stichwort Klima wandel: Dort, wo früher zuverlässig Schnee lag, gibt es jetzt keinen mehr, oder zu anderen Zei ten. Durch häufigeren Starkregen gehen mehr Muren ab als früher: Wege, Hänge oder Rinnen werden unpassierbar. Die Gletscher schmel zen, es wird immer schwieriger, überhaupt Stützpunkte für Hochtourenkurse zu finden. Dies alles fordert Flexibilität. „Manchmal müs
Wie überwindet man am sichersten eine
sen Kurse kurzfristig verlegt werden, damit sie
Gletscherspalte (o.)?
stattfinden können“, erzählt Martina Bogner.
Gemütlicher Ausklang
Ein großes Aufgabenpaket für die zwölf Mit
des Kurstages (u. l.).
arbeiter*innen in der DAV Bundesgeschäfts
Die meisten Trainer*in-
stelle, die sich nicht nur um die Kursplanung
nen-Lizenzen werden im und buchungen kümmern, sondern auch die
Klettersport vergeben
gesamte Bildungskonzeption und die Koordi
(u. r.).
nation der Lehrteams übernehmen. Das kommt nicht nur den Sektionen zugute, sondern auch allen Bergsportler*innen im DAV.
BILDUNG BEI DER JDAV (opens in a new tab)
Die Ausbildung von Jugendleiter*innen, die in den Sektionen Kinder- und Jugendgruppen leiten, übernimmt das vierzigköpfige Bundeslehrteam Jugend. Jährlich finden über hundert Schulungen mit unterschiedlichen bergsportlichen Schwerpunkten statt. Die JDAV bietet auch auf Bundesebene ein Jugendkursprogramm an. Dieses wird von rund dreißig Teamer*innen geleitet, die neben ihrer fachsportlichen Ausbildung auch eine pädagogische Qualifikation besitzen (opens in a new tab). Die Jugendbildungsstätte Bad Hindelang der JDAV bietet mit einem Trainer*innen-Team bergsportliche Erlebnisse für Schulklassen und weitere Gruppen an (opens in a new tab). Das Projekt Check Your Risk, das Entscheidungskompetenz und Verantwortungsbewusstsein bei Wintersport und Mountainbiken vermittelt, wendet sich ebenfalls an Schulklassen und Jugendgruppen (opens in a new tab).
Mehr unter jdav.de (opens in a new tab)
1/2025 DAV PANORAMA 29
s ist ein wenig kalt und ungemütlich im
E alten Teil der Kletterhalle von Berch
DAVSektion AllgäuKletterhallen!). Und für Heike Göller von dertesgaden (übrigens die älteste allerImmenstadtgeht es schon früh
am Morgen zur Sache: Heute, am vierten Tag der Ausbildung Kletterbetreuer*in, stehen die Lehr übungen für die Aspirant*innen an. Lehrproben, das bedeutet, dass alle Teilnehmenden zu einem bestimmten Thema eine Kurseinheit halten müssen. Im Vorfeld haben sie Zeit bekommen, sich inhaltlich vorzubereiten und Übungen zu entwickeln. Die Restlichen aus dem Kurs mimen die Ahnungslosen, damit es wie in einer echten Kurssituation wirkt. Das Thema von Heike Göller ist: Karabiner einhängen, im Fachjargon „clip pen“ genannt. Sie baut Übungsstationen auf, ver
„Ich wollte Wanderleiterin werden, weil man zwar wunderbar allein wandern kann, das gemeinsame Erleben der Berge aber viel mehr Freude bereitet. Dieses Erlebnis möchte ich mit anderen teilen und gemeinsam mit dem DAV Lindau ermöglichen.“
Stephie Dally, 36 Jahre,
Wanderleiterin in der Sektion Lindau
teilt kurze Seilstücke an alle, hängt in Augenhö he Expressschlingen in die Wand und demons triert geduldig: So hängt man das Seil mit der rechten Hand ein, so mit der linken, so über Kreuz und so überstreckt. Die anderen nicken und üben, das Klicken der Karabiner schallt durch die sonst leere Halle.
30 DAV PANORAMA 1/2025
Ausbildung Kletterbetreuer*in
Lernen fürs Lehren
Um Trainer*in beim DAV zu werden, muss man einiges lernen: Fachlich und didaktisch ist ein bunter Strauß an Fähigkeiten gefragt, um später in den Sektionen sicher und kompetent Kurse veranstalten zu können.
Ein Blick hinter die Kulissen bei einer DAV-Ausbildung.
Text und Fotos: Philipp Radtke
Wer Kletterkurse für den DAV geben möchte, muss viel lernen. Die Kletterhalle wird dann zum Ausbildungsstandort, bei Feedback-Runden werden die Leistungen der Teilnehmer*innen in Augenschein genommen.
HALLENKLETTERN BOOMT
Die Ausbildung Kletterbetreuer*in ist eine der gefragtesten im DAV. Der Boom beim Hallenklet tern ist ungebrochen, der Bedarf an Trainer*in nen, die Kurse für den Kletterschein und andere Einstiegskurse abhalten, ist bei den Sektionen im ganzen Land dementsprechend hoch.
Nach Heikes Lehrübung wird alles detailliert durchgesprochen. Die anderen Teilnehmenden loben viel und kritisieren einige wenige Punkte konstruktiv. Ausbilder und Bergführer Hans Hocke ergänzt mit Tipps aus seiner langjähri gen Kurstätigkeit: „Das kannst du vergessen, dass das ein durchschnittlicher Kurs so schnell versteht und umsetzen kann! Das musst du im mer und immer wieder üben lassen …“ Den Fokus legt Hans Hocke bei den Ausbil dungen ganz klar auf „gut sichern und das gut vermitteln“. Sicherheit steht auch bei dem zweiten Ausbilder dieses Kurses, Jürgen Witt mann, an erster Stelle. Er fasst das Thema aber wesentlich weiter: „Die Teilnehmer*innen sollen sich hier gut aufgehoben fühlen, physische, aber auch psychische Sicherheit ist mir besonders wichtig. Natürlich darf sich hier keiner körper lich verletzen, aber auch dass sie nicht zu sehr unter dem Prüfungsstress leiden und wir hier alle richtig ansprechen, liegt mir am Herzen.“
PRÜFUNGSSITUATION IN DER KLETTERHALLE
Später wechselt die Gruppe in den neuen Teil der Kletterhalle und siehe da, das Ambiente wird
FILM: AUSBILDUNG IM HOCHGEBIRGE Das Video aus der Reihe DAV.dok begleitet einen Skihochtourenlehrgang auf der und rund um die Franz-Senn-Hütte in den Stubaier Alpen (opens in a new tab). Von der Seiltechnik übers Steigeisentraining bis zur Spaltenrettung, überall ist die Kamera mit dabei (opens in a new tab).
THEMA: BILDUNG AM BERG
„Während der Ausbildungskurse lernt man auch sehr viel über sich selbst. Nicht nur was das Mountainbiken angeht, sondern auch auf menschlicher Ebene – vor allem in Situationen, in denen man an seine Grenzen stößt.“
Torsten Veiock, 41 Jahre,
Trainer C MTB Guide in der Sektion Pirmasens
sofort wesentlich freundlicher: Die Frühwinter sonne scheint und durch das Fenster ist der frisch verschneite Hochkalter zu sehen, bei der Kaffeepause vor der Halle ist es der Watzmann, der die Szenerie beherrscht. Das ist für die meis ten Teilnehmer*innen ein ungewohnter und be eindruckender Anblick: Aus ganz Deutschland sind sie angereist, die Heimatsektionen sind von Hamburg über Franken bis ins Allgäu weit über die Republik gestreut.
Eine Woche Ausbildung haben die Teilneh mer*innen hier zu absolvieren. Ein wenig auf geregt sind einige angesichts des letzten Tages, da stehen die Theorieprüfung und die Prüfung des persönlichen Kletterkönnens an. Doch um es vorwegzunehmen, alle werden die Ausbil dung bestehen, auch die Prüfungstour im Schwierigkeitsgrad V+ bewältigen sie natürlich souverän.
Hans Hocke zollt diesem Engagement großen Respekt: „Wer später Kletterkurse am Fels ge ben möchte, ist in der Regel drei Wochen auf Ausbildungen. Das ist schon eine Menge Ur laub, die man da investieren muss.“ Als Nächster ist Michael Braune von der Sek tion Erlangen dran. „Sichern mit dem Grigri im Vorstieg“ ist sein Thema. Das Spiel beginnt von vorne, er erläutert kompetent und geduldig, führt vor, alle anderen legen Seile ein, sichern und lassen ab, alles in Bodennähe, so dass im
1/2025 DAV PANORAMA 31
„Ernstfall“, dem Kursbetrieb mit echten Neulin gen, riskante Situationen ausgeschlossen sind.
EHRENAMT ALS MOTIVATION Julian Krätzmann ist am weitesten angereist zu diesem Kurs. Er ist für die Sektion Hamburg und Niederelbe hier. Dort absolviert er sein Freiwilliges Soziales Jahr. Im Rahmen dieser Tätigkeit wird er zukünftig auch Kletterkurse in der Halle geben, das entsprechende Hand werkszeug bekommt er hier mit. Seine Lehr übung: Der Achterknoten – so wird er geknüpft, so wird er zum Einbinden genutzt, so wird er zurückgefädelt. Eifrig stehen alle mit ihren Seilstücken im Kreis, bestimmt zehn Mal müs sen sie es in die Einbindeschlaufen fädeln, ste cken, festziehen, vorzeigen – ist das Seilstück, das herausragt, lang genug?
Die Motivation der Teilnehmenden ist vielfäl tig, aber eines ist ihnen allen gemein: Sie haben Lust, sich ehrenamtlich in ihrer Sektion zu en gagieren. Heike Göller möchte zukünftig in der Klettergruppe für Menschen mit Behinderun gen mitarbeiten, Michael Brauner hat beruflich mit suchtkranken Menschen zu tun und konnte
„Bei meiner Tätigkeit als Trainerin gefällt mir am meisten, dass sich die Leute so freuen, wenn man eine Ausbildung in der Sektion anbietet und sie so dankbar sind für alle Infos, Techniken, Tipps und Tricks!“
Ramona Glasl, 31 Jahre, Trainerin C Skibergsteigen und Klettern (mit Zusatzqualifikation Outdoor)
in der Sektion Wasserburg am Inn
32 DAV PANORAMA 1/2025
AUSBILDUNG KLETTERBETREUER*IN
Die Kletterbetreuer*in-Ausbildung richtet sich an ehrenamtlich Engagierte, die Spaß am Unterrichten von Kletterneulingen haben. Zusätzlich ist die Ausbildung Voraussetzung für die Lehrgänge Trainer*in C Sportklettern Breitensport und Trainer*in C Klettern mit Menschen mit Behinderungen. Im einwöchigen Lehrgang werden die grundlegenden Sicherungstechniken und -methoden in Theorie und Praxis in künstlichen Kletteranlagen (Indoor) vermittelt.
Tätigkeitsfelder Ein*e Kletterbetreuer*in X vermittelt Wissen und Können für das selbstständige Sichern im Toprope und Vorstieg Indoor. X betreut Kletterveranstaltungen in der Halle (regelmäßige Klettertreffs von Kinder-, Jugend- und Erwachsenengruppen, Einführungsveranstaltungen). X nimmt die DAV-Kletterscheine Indoor (Vorstieg und Toprope) ab.
schon erleben, was für einen großartigen positi ven Einfluss das Klettern haben kann, und möchte diese Form der Therapie nun intensivie ren. Jakob Schlagenhaufer von der Sektion Re gensburg hat schlicht Freude daran, den Spaß am Klettern an andere weiterzugeben und ihnen den Einstieg in diesen Sport zu ermöglichen.
Lehrteamer Hans Hocke denkt eine Weile nach bei der Frage, was ihm denn am meisten Spaß macht bei seinen Trainings. „Das Pushen der Teilnehmer, das Verschieben der Grenzen, was ihre persönlichen Fähigkeiten angeht, und Persönlichkeiten zu entwickeln, indem man sie in eine Führungsrolle bringt – das gefällt mir gut“, führt er aus. „Vor allem bei den Ausbildun gen draußen im Gebirge macht das schon Spaß, einfach mal was Schwereres zu probie ren, etwas, das die Leute sich sonst vielleicht
Das Einhängen des Seiles
nicht zutrauen würden, das ist schon toll“, er will gelernt sein, und zwar klärt er. Gleich im Anschluss fällt ihm noch ein: in Trockenübungen auf „Natürlich ist es aber auch immer schön, drau dem Boden stehend. Der ßen in der Bergwelt arbeiten zu können.“ Die souveräne Umgang mit echte Bergwelt ist hier in der Kletterhalle na verschiedenen Siche-
rungsgeräten ist wichti-
türlich bestenfalls zu erahnen, es bleibt nur der
ger Ausbildungsinhalt.
Blick aus dem Fenster – seiner Motivation tut das aber keinen Abbruch, die Abwechslung macht’s. Denn eine Ausbildung draußen be deutet schon auch viele kalte Stunden auf ei nem Gletscher in dicker Daunenjacke – da ist die beheizte Kletterhalle schon komfortabler als Arbeitsplatz.
Die Komfortzone müssen alle Teilnehmer*in nen bei dieser Ausbildung in Berchtesgaden jetzt verlassen, denn der nächste Ausbildungs punkt steht an: Sturz und Sicherungstraining mit Reibungsverstärker. Die Kletterschuhe wer den angezogen und es geht los.
THEMA: BILDUNG AM BERG
Mitglied aus dem Lehrteam Umweltbildung im Interview
Natur erleben …
… ist Axel Malinek am wichtigsten bei seiner Naturschutzarbeit. Er ist seit rund dreißig Jahren im Lehrteam Umweltbildung und erarbeitet dort Bildungskonzepte für die Sensibilisierung der Trainer*innen
und der Lehrteams. Interview: Johanna Felber
Axel, du bist seit der Gründung Anfang der 1990er Jahre Mitglied im Lehrteam Umweltbildung. Warum bist du immer noch dabei? Für mich ist es eine sehr große Motivation, dass ich da Multiplikatoren vor mir habe, die dann mit dem, was ich ihnen vermittle und mit der Begeis terung, die ich ihnen vielleicht ein bisschen mit geben kann, in ihre Sektionen zurückgehen.
Wie hat sich der Alpenraum seit deinen ersten Erfahrungen als Jugendlicher verändert? Das erste Bild, das mir in den Kopf kommt, sind die schwindenden Gletscher. Ich werde in Kürze sechzig Jahre alt und das Krasse ist ei gentlich, dass ich das in dieser vergleichsweise kurzen Zeit miterleben konnte. Ich bin im Berchtesgadener Land aufgewachsen und der schwindende Blaueisgletscher – da war ich letztendlich live dabei.
Wie hat dich diese Beobachtung verändert? In den letzten fünf bis zehn Jahren bin ich dann eher zum überzeugten Bahnfahrer ge worden. Gerade zum Skitourengehen sucht man sich schneesichere Ziele. Und da haben sich bei mir in den letzten Jahren Touren nach Norwegen mit der Eisenbahn eingespielt, das hätte ich sicher früher nicht gemacht.
Gehst du das bei deinen Kursen auch so an? Ja, das ist in den vergangenen Jahren immer mehr geworden: Man trifft sich oft schon am Bahnhof und reist gemeinsam an. In den letz ten zwei Jahren waren bei manchen Kursen tatsächlich alle dabei. Die Bereitschaft ist auf jeden Fall da.
Du vermittelst also auf deinen Kursen auch ganz handfeste Verhaltenstipps?
Die Leute bekommen keine Checkliste, was sie dürfen und was nicht. Ich versuche eher mei
ne Begeisterung für das Besondere, was man draußen finden kann, weiterzugeben und da mit bei den Leuten das eigene Denken anzu stoßen. Ich habe letztens zum Beispiel alte Bil der gefunden, auf denen ein Kursteilnehmer
mit einem Gamskrickerl (Gamsgeweih) vor uns hergelaufen ist und über die Gams refe riert hat. Toll, wenn die Leute mit Begeiste rung und Offenheit zum Kurs kommen.
Was erwartet mich denn heute, wenn ich bei
Axel Malinek will in seinen
einem deiner Kurse dabei bin?
Kursen Begeisterung
Ich versuche, an die Alltagserfahrungen der
wecken und knüpft an die
Teilnehmenden anzuknüpfen. Wir verwenden Alltagserfahrungen der
Teilnehmenden an.
zum Beispiel ganz gerne so ein CO2Maßband. Damit misst die Teilnehmerin den Baumum fang im Bergwald und sieht dann, wie viel CO2 dieser Baum ungefähr gebunden hat. Das ver gleichen wir dann zum Beispiel damit, wie vie le Tassen Kaffee man dafür trinken oder wie lange man mit der Bahn fahren könnte.
Was sollten die Teilnehmenden deiner Ansicht nach am Ende von diesem Kurs mit nach Hause nehmen?
Dass du auf nichts verzichten musst, also auf nichts in Gänze. Sondern, dass du durch Wissen deine Aktionen erlebnisreich gestalten und schon allein dadurch deinen Umwelteinfluss reduzieren kannst. Also noch mal ganz einfach: Wenn du mit eingefahrenen Gewohnheiten brichst, indem du nicht ins Auto springst, das vor der Tür steht, sondern dich erst mal zurücksetzt und überlegst, was macht dir Spaß, gibt es nicht vielleicht eine Alternative, die mir das Erlebnis genauso ermöglicht?
1/2025 DAV PANORAMA 33
Ausbildung im DAV (opens in a new tab)
Alle Infos (opens in a new tab): ausbildung.alpenverein.de (opens in a new tab)
1. Anmeldung
Im Gespräch mit der Sektion Zwar werden die Kurse für die angehenden Trainer*innen zentral angeboten, doch der Weg zur Lizenz läuft ausschließlich über die Sektionen: Wer Lust hat, für eine Sektion ehrenamtlich Touren zu führen und aus zubilden, wendet sich zunächst an die jeweilige Geschäftsstelle und führt ein Vorgespräch: Dort werden Erfahrungen abgefragt, der weitere Weg erklärt und die Aufgaben in der Sektion umrissen. Auch kann es sinnvoll sein, als Aspirant*in bei geführten Touren oder Ausbildungen in der Sektion dabei zu sein. Egal für welchen Ausbildungsweg man sich dann entscheidet, wichtig sind die Vor kenntnisse: Wer andere Menschen führen und ausbilden möchte, muss überdurchschnittliche Erfahrung in der jeweiligen Disziplin vor weisen können. Genaue Infos zur Vorerfahrung findet man im Kurs programm. Die Anmeldung erfolgt dann online. Hat man erfolgreich einen Platz im Kurs bekommen, muss die Sektion noch final zustim men – und bei Ausbildungen, die einen Tourenbericht erfordern, dieser durch den Bundesverband anerkannt werden.
34 DAV PANORAMA 1/2025
2. Ausbildung
Auf dem Berg
Sind alle Formalitäten erledigt, kann man den Kurs besu chen. Je nach Ausbildung dauern die Kurse unterschied lich lange. In der Regel benötigt man für die C Lizenz zwei Kurse, die je eine Woche dauern. Auch verschiedene The orie und Praxisprüfungen sind Teil der Ausbildung. Vor dem ersten Kursteil muss man außerdem einen Erste Hilfe Schein vorweisen.
Beim Klettern
Ähnlich laufen die Ausbildungen in der Vertikalen ab. Die Grundlehrgänge bis zur C Lizenz finden in der Halle statt, erst über Zusatzqualifikationen geht es an den Fels. Prü fungen und ein Erste Hilfe Schein sind auch hier notwen dig, um die C Lizenz zu erhalten.
AUF EINEN BLICK
3. Fortbildung
Lebenslanges Lernen
Lebenslanges Lernen gehört auch im DAV dazu. Die Trainer*innen müssen in der Regel alle vier Jahre eine Fortbildung besuchen, um sich in ihrer Sportart weiterzubilden und auf den neuesten Stand zu bringen. Die meisten Fortbildungen dauern zweieinhalb bis drei Tage. Wer seine Kompetenzen nach der C Lizenz vertiefen möchte, kann eine Ausbildung auf B Ebene anschließen. Diese gibt es in den Bereichen Hochtour, Skihochtour, Alpin oder Plaisir
klettern, Gesundheitsprävention und im Sportklettern Breiten und Leistungssport.
Übersicht der Kurse
Der DAV deckt alle Bereiche seiner Kernsportarten ab – und das in verschiedenen Kompetenzebenen, von der Rolle als Leiter*in bis zu den vom Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) anerkannten Lizenzstufen C, B, und A:
- Winter: Skilauf, Skibergsteigen, Schneeschuhgehen, Eisklettern, Skihochtouren
- Sommer: Bergwandern, Bergsteigen, Klettersteigge hen, Mountainbiken, Alpin oder Plaisirklettern, Berg wandern als Prävention, Familiengruppen, Hochtouren
- Klettersport: Sportklettern und Bouldern als Breiten sport – indoor wie outdoor, Sportklettern als Leistungs sport, Routenbau sowie Klettern inklusiv
1/2025 DAV PANORAMA 35
Anreise: Alle Bergsteiger dörfer sind von München drei Stunden erreichbarmit Bus & Bahn in zwei bis
Region: Bayerische Vor alpen, Chiemgauer und Berchtesgadener Alpen mit Gipfeln bis 2713 Meter
(Watzmann) Übernachtung: DAV Hütten,
triebe mit Ermäßigungenfür AlpenvereinsmitgliederBergsteigerdorf Partnerbe
Bergurlaub in den Bergsteigerdörfern zwischen Tegernsee und Königssee
Highlight Oberbayern
Zauberhafte Landschaften wie hier oberhalb von Schleching findet man in den Bergsteigerdörfern zu jeder Jahreszeit.
OBERBAYERN
Leonhardstein, Kampenwand, Geigelstein, Watzmann – niedrige und höhere, unbekanntere und bekanntere Gipfel gibt es im Süden Deutschlands genug. Erleben kann man sie – und vieles mehr – bei einem Urlaub in den deutschen Bergsteigerdörfern.
Text: Julia Behl
ngefangen im Jahr 2015 mit Ramsau sau im Berchtesgadener Land versprechen. Oder, bei Berchtesgaden, sind mit Sachrang oder, oder … Natürlich geht es auch ums Berg-
A
und Schleching im Chiemgau sowie steigen. Und deswegen ist ein weiteres Kriterium
Kreuth zwischen Tegernsee und Achenpass bis für die Bergsteigerdörfer: Der Höhenunterschied heute zwei weitere hinzugekommen – das Kon- zum höchsten Gipfel im Umkreis muss mindeszept der Bergsteigerdörfer ist jedoch weitaus tens tausend Meter betragen. größer: Insgesamt vierzig (Stand: 11/2024) gibt
Übernachtungsmöglichkeiten gibt es zahlrei-
es mittlerweile über den ganzen Alpenbogen che. Bergsteigerdorf-Partnerbetriebe sind mit verteilt. Vom Namen „Bergsteigerdorf“ sollte frühen Frühstückszeiten, Tourentipps, manchman sich dabei nicht in die Irre führen lassen – mal auch Leihausrüstung und vielem mehr spe-Kenntnisse im klassischen Bergsteigen oder Al- ziell auf die Bedürfnisse eines Bergurlaubs ausgepinklettern braucht es für den Aufenthalt in den richtet. Und: Alpenvereinsmitglieder bekommen Orten nämlich nicht zwingend. Vielmehr steckt zehn Prozent Ermäßigung auf das Standardanin der ganz eigenen Bergsteigerdörfer-Philoso- gebot. Wer mal eine Nacht in der Höhe verbringen phie eine Mischung aus unverfälschter alpiner möchte, ist auf einer der Alpenvereinshütten gut Landschaft und Natur, gelebten Traditionen, aufgehoben. Auch kulinarisch kann man sich dort hochwertigen und regionalen Produkten, At- und bei den Bergsteigerdorf-Partnerbetrieben traktivität für den Bergsport und einer Bevölke- verwöhnen lassen. rung, die genau diese Werte lebt und unterstützt.
Die Gemeinden setzen sich für eine Verbesse-
Und so findet man hier Dorfläden mit vor Ort rung des öffentlichen Personenverkehrs ein und hergestelltem Käse und Milch statt großer Su- so sind alle Bergsteigerdörfer auch ohne eigenes permarktketten, vielfältige Skitourenmöglich- Auto erreichbar. Kreuth zum Beispiel von Norkeiten statt Rummel am Lift, Tradition und den mit Bahn & Bus via Holzkirchen und Tegern-Brauchtum statt schneller, weiter, höher. Perfekt see, Schleching über Prien oder Übersee, und also, um runterzukommen, mal auf die Pause- nach Sachrang reist man am besten über Bernau taste zu drücken und sich auf das wirklich Wich- im Chiemgau an. Nach Ramsau dauert es etwas tige zu besinnen. Zum Beispiel auf die artenreiche länger über Freilassing und Berchtesgaden, da-Flora, die dem Geigelstein zwischen Sachrang für lässt sich aus dem Zugfenster die wunder- und Schleching zu seinem Beinamen „Blumen- schöne Voralpenlandschaft genießen. berg“ verholfen hat. Oder auf die Wanderung zur
Nun widmen wir uns ganz der Entschleuni-
Tegernseer Hütte, die oberhalb von Kreuth wie gung, wandern auf Spuren großer alpinistischer ein Adlernest zwischen Ross- und Buchstein Persönlichkeiten, begeben uns auf die Suche thront. Oder auf den Genuss, den die vielen tra- nach dem würzigsten Almkäse und bewundern ditionell bewirtschafteten Almen rund um Ram- blühende Bergwiesen.
1/2025 DAV PANORAMA 37
Chiemsee
und neben Erlebnis- und Bergsportmöglichkeiten auch authentischen Charme bieten (opens in a new tab), naturorientiert und ohne inten- (opens in a new tab)
D E U T S C H L A N D
sive Erschließung. Klein, fein (opens in a new tab), einfach gut (opens in a new tab).
bergsteigerdoerfer.org (opens in a new tab)
Salzburg
SCHLECHING
ÖSTL.
Bad Reichenhall
GEIGELSTEIN
CHIEMGAUER ALPEN
Tegernsee
Schliersee
SACHSACHRANGRANG
Spitzingsee
Berchtesgaden
KREUTH
Walchsee
RAMSAU
Kufstein
KAISERGEBIRGE
Inn
Königssee
Ö S T E R R E I C H
Highlights auf einen Blick
Alle Hütten und Touren- (opens in a new tab)
Die Bergsteigerdörfer bieten alle ein breites Spektrum an Möglichkeiten für den
beschreibungen (opens in a new tab)
Bergurlaub. Kurz und knapp, dafür nicht erschöpfend, finden sich hier ein paar Höhepunkte der einzelnen Regionen.
KREUTH
SACHSACHRANG/SCHLECHINGRANG/SCHLECHING
RAMSAU
Klettern: Roß- und Buchstein bieten
Wandern: Verbindendes Element der
Bergsteigen & Alpinklettern: Die
Sportkletterrouten und gut abgesicherte
beiden Bergsteigerdörfer ist der
Watzmann-Überschreitung ist hier
Mehrseillängen in kompaktem Kalk. Am
Geigelstein, den man auf aussichtsrei-
der Tourenklassiker. Die Gegend
Wahrzeichen Kreuths, dem markanten
chen Wanderungen – zum Beispiel auf
rund um die Blaueishütte ist
Leonhardstein, finden Kletterfans
einem der Freundschaftswege „Gipfel“
wiederum als Top-Alpinkletterge-
gemäßigtere südseitige und perfekt
oder „Tradition“ erkunden kann.
biet (und Bouldergebiet) bekannt.
eingebohrte Mehrseillängen.
Museum: Durch seine umfangreiche
Landschaft: Im Nationalpark
Genuss: Um die Verantwortung für die
Bildung soll er zeit seines Lebens
Berchtesgaden befindet sich der
regional erzeugte Milch wieder selbst in die
(1766-1843) zu einem neuen,
wohl wildeste Teil der Bayerischen
Hand zu nehmen, wurde 2007 die genos-
fortschrittlichen Bayern beigetragen
Alpen. Aber auch die Almwirtschaft
senschaftliche Naturkäserei Tegernseer
haben. Heute ist dem Organisten,
hat hier eine lange Tradition und
Land gegründet. Seit fast zweihundert
Chorleiter, Komponisten und Laienarzt
prägt das Landschaftsbild.
Jahren gibt es die Herzogliche Fischzucht
Müllner Peter sogar ein Museum
Kultur: In Ramsau kann man in
in Kreuth: Saibling und Forelle werden
gewidmet.
Alpingeschichte eintauchen: Eine
hier noch von Hand geräuchert.
Biken: Konditionsstarke MTB-Fans
Gedenkplatte auf dem alten
Wandern: Ein lohnendes Ziel ist die
kommen vermutlich auf der „MTB 23
Friedhof erinnert an den legendären
Tegernseer Hütte mit ihrer spektakulären
Geigelstein Umrundung“ auf ihre Kosten.
Bergsteiger Hermann Buhl. Auch
Lage zwischen Roß- und Buchstein. Die
Sie verbindet die beiden Bergsteigerdör-
das Grab und Denkmal des bekann-
Überschreitung des Blaubergkamms mit
fer und lädt immer wieder zu Einkehr-
ten Ramsauer Bergsteigers Johann
Halserspitze (1862 m) ist nicht zu unter-
oder Badepausen ein.
Grill, genannt Kederbacher, ist hier
schätzen, aber jeden Schritt wert.
zu finden.
Sportklettern: Schleching hat zwei
Familie: Für bikebegeisterte Kids ist der
spannende Kletterspots zu bieten: die
Skitouren: In Ramsau gibt es eine
Hirschi-Trail das perfekte Übungsgelän-
Zellerwand und den Klobenstein. In
Fülle von Skitouren in allen Schwie-
de. Und das „Naturschauspiel Kreuth“
Sachrang ist die Spitzstein-Ostwand
rigkeiten für den Hochwinter bis zu
ist ein Erlebnisweg mit Wasser- und
dank vieler Neuerschließungen zu einem
attraktiven Frühjahrstouren.
Kletterspielplatz im Landschaftsschutz-
der besten Sportklettergebiete der
gebiet der Weißachauen.
Bayerischen Voralpen geworden.
38 DAV PANORAMA 1/2025
OBERBAYERN
AUF ENTDECKUNGSREISE
Tierwelt: Der Nationalpark Berchtesgaden ist seit einigen Jahren besonders bekannt für die Auswilderung von Bartgeiern. Auch sonst ist dort mit etwas Glück alles zu beobachten, was in den Alpen Rang und Namen hat: Von Gams über Murmeltier und Steinadler bis zum König der Alpen, dem Steinbock, aber auch seltene Arten wie Auer und Haselhuhn oder der bunt schillernde Eisvogel leben hier. Flora: Frauenschuh, BrandKnabenkraut und die Kugelige Teufelskralle findet man selten, am Geigelstein wachsen sie jedoch noch. Auf dem Themenweg „Waldapo theke“ erfährt man alles über Bäume und Sträucher in ihrer biologischen Vielfalt sowie deren Heilwirkung. Geologie: Zahlreiche Versteinerungen in den Wänden der Wimbachklamm bei
BERGNATUR
Von Almwirtschaft und Naturschutz
Wo Zivilisation und wilde Bergwelt aufeinandertreffen, ist die Landschaft bis in Lagen von rund zweitausend Metern oft von Almwirtschaft (allgäuerisch: Alpwirtschaft) geprägt. Wer in den Bergen unterwegs ist, freut sich meist über den Anblick einer bewirtschafteten Almhütte, verspricht sie doch ein kühles Getränk und oft auch eine leckere Brotzeit. Doch wie wirken sich die rund 1400 bayerischen Almen mit ihren Kühen, Schafen und Pferden auf diese wilde Ursprünglichkeit aus, die wir doch eigentlich in den Bergen suchen? Tatsächlich tragen Almen je nach Lage und abhängig von der Bewirtschaftungsform zum Erhalt von Biodiversität und Artenreichtum bei. Der Wechsel zwischen offenen und geschlossenen Flächen führt zu einer großen Vielfalt von unterschiedlichen Lebensräumen – und dadurch letztlich auch zu einer hohen Artenvielfalt. Zusätzlich werden mit der Produktion von Milch, Käse und Fleisch regionale Kreisläufe gefördert. Rund um Ramsau wurden die dort als „Kaser“ (von lateinisch casa) bezeichneten Al-
Ramsau zeugen davon, dass hier einst ein Meer bestanden haben muss. Auf nur zweihundert Metern durchwandert man viele Millionen Jahre Erdgeschichte – neben der Schönheit der Klamm ein guter Grund für einen Besuch.
Winterzauber im Ramsauer Klausbachtal, Blumenpracht am Geigelstein, rauschende Bäche in der Wimbachklamm – die Natur in den Bergstei-
men wohl sogar schon in vorchristlicher Zeit be-
gerdörfern hat einiges zu
wirtschaftet.
bieten.
Nicht nur mit der Beweidung greift der Mensch in die Natur der Alpen ein: Zur Förderung des Tourismus sollte in den 1960er Jahren eine Seilbahn auf den Watzmann gebaut werden, im gleichen Jahrzehnt sollte der Geigelstein ein Skigebiet bekommen. Dank der Ausweisung als Nationalpark gilt die Gegend rund um den Watzmann heute als eine der wildesten der Bayerischen Alpen. Auch dass man den Geigelstein zwischen Sachrang und Schleching noch in weitgehend unberührter Form erleben kann, verdanken wir Naturschutzbestrebungen: Der Alpenplan, der den bayerischen Alpenraum in drei Zonen aufteilt (in der Ruhezone sind Erschließungen wie Seilbahnen, Pisten oder öffentliche Straßen verboten), verhinderte 1991 den Seilbahnbau. Aufgrund seiner Flora und Fauna ist auch das Areal der Weißachauen bei Kreuth bereits seit 1953 als Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen. Und nicht nur der Wassererlebnisweg des Naturparks ist einen Besuch wert.
1/2025 DAV PANORAMA 39
BERGKULTUR
Tradition, Genuss & Alpingeschichte
Kultur, Tradition und Genuss werden in den Bergsteigerdörfern großgeschrieben. Die Dorfgemeinschaften halten alte Bräuche am Leben, nutzen Festtage, um zusammenzukommen, schwören auf die Verarbeitung und den Genuss nachhaltiger und regionaler Lebensmittel. Bei einem Urlaub in der Region kann man hautnah dabei sein.
Tradition: Zum Beispiel bei der ältesten Leonhardifahrt Bayerns: Für den Umzug, der seit bald sechshundert Jahren immer am 6. November in Kreuth stattfindet, werden Rösser und Wagen reich verziert, die Einheimischen holen ihre beste Tracht aus dem Schrank. Mit der Leonhardifahrt wird dem Schutzpatron der landwirtschaftlichen Tiere, insbesondere der Pferde, gedacht, im Anschluss werden diese gesegnet. Im Bergsteigerdorf-Duo hat die Musik eine lange Tradition: In Schleching gibt die über fünfzigköpfige Musikkapelle, in Sachrang das Musik Forum regelmäßig Konzerte. Tierisch wird es vor allem im Herbst auch in Ramsau: Beim Almabtrieb wird das geschmückte Vieh von der Salet- und der Fischunkelalm in Booten über den Königssee transportiert.
Genuss: Wer Käse mag, wird Kreuth lieben. Die knapp zwanzig Käsesorten der
Naturkäserei Tegernsee werden mit tagesfrischer Heumilch von den Nachbarhöfen (bei maximal fünfzehn Kilometern Entfernung darf man das so nennen) hergestellt – bei einer Führung durch die Schaukäserei kann man sich davon selbst überzeugen. Regionale Produkte aus Vieh- und Milchwirtschaft haben auch im knapp siebzig Kilometer weiter östlich gelegenen Chiemgau schon immer einen hohen Stellenwert. So gibt es heute in Sachrang und in Schleching wieder Dorfläden, die neben Wurst und Käse auch Eier, Honig, Marmeladen, Säfte, Liköre und Eingemachtes aus den umliegenden Dörfern verkaufen. Die Berchtesgadener Alpen sind reich an Salz. Bereits früh im 19. Jahrhundert transportierte eine 29 Kilometer lange Soleleitung das salzhaltige Wasser vom Salzbergwerk Berchtesgaden über Ramsau
40 DAV PANORAMA 1/2025
Reiche Kultur, reiche Traditio nen: von der äl testen Leonhar difahrt Bayerns über regionalen Käse im Dorf laden bis zu spannender Al pingeschichte.
bis zur Saline in Reichenhall. Heute kann man entlang der Trasse wandern und sich über die Geschichte des weißen Goldes informieren.
Alpingeschichte hautnah: Den Spuren gleich zwei bekannter Bergsteiger kann
man in Ramsau folgen. Die Watzmann-Ostwand, die höchste Felswand der Ostalpen, hat Johann Grill, genannt „Kederbacher“, bereits 1881 als Erster durchstiegen. Der Kederbacher war nicht nur eines der ersten Mitglieder des Deutschen Alpenvereins, sondern auch erster autorisierter Bergführer Deutschlands. Wer es nicht gleich mit der Ostwand aufnehmen möchte (mit ihren rund 2500 Metern Kletterlänge und der schwierigen Wegfindung erfahrenen Alpinist*innen vorenthalten), kann in Ramsau das Grab und ein Denkmal des bekannten Bergsteigers besuchen. Der Wahl-Ramsauer Hermann Buhl erlangte besonders durch seine Erstbesteigung zweier Achttausender (Nanga Parbat, Broad Peak) im Himalaya Berühmtheit – ähnlich weit entfernt von der Heimat an der Chogolisa im Karakorum verliert sich seine Spur im Jahr 1957. Eine Gedenkplatte auf dem alten Friedhof in Ramsau erinnert an ihn.
OBERBAYERN
Genuss wird großgeschrieben in der Naturkäserei in Kreuth. Hier werden auch Traditionen wie die Leonhardifahrt gepflegt. Tierisch geht’s auch bei den Almabtrieben zu, hier in Schleching. Dem bekannten Bergsteiger und Wahl-Ramsauer Hermann Buhl wird mit einem Denkmal gedacht.
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BERGSPORT
Von gemütlich bis ambitioniert
Man muss keine alpinistischen Ambitionen haben für einen Urlaub in den Bergsteigerdörfern. Dennoch machen sie ihrem Namen alle Ehre und bieten eine breite Palette an nachhaltigen Bergsportmöglichkeiten. In Kreuth mit seinem breiten Tal zwischen Tegernsee und Achenpass ist mit Blumenwiesen und Flussauen, sanften Berghängen, spektakulären Felswänden und anspruchsvollen Gipfeln für jeden Geschmack etwas dabei. Sachrang und Schleching liegen eingebettet in die Chiemgauer Alpen direkt an der Grenze zu Tirol. Der Geigelstein trennt und verbindet die beiden Orte gleichermaßen und ist ein beliebtes Wandergebiet. Das Bergsteigerdorf Ramsau ist dank des berühmten Watzmannmassivs besonders für seine alpinistischeren Tourenziele bekannt. Der höchste Gipfel, die Watzmann-Mittelspitze, ragt 2713 Meter über dem Königssee in die Höhe – seine Ostwand ist die längste durchgehende Wand der Ostalpen.
RAMSAU
Skitourengehen: Dank hoher Gipfel sind Skitouren hier meist bis in den Frühling hinein möglich. Neben der Tour ins Watz-
mannkar und auf das 3. Watzmannkind sind die langen und einsameren Touren auf Hocheisspitze und Ofentalhorn oder die bekannte Große Reibn im Herzen des Nationalparks wahrhafte Schmankerl für das Frühjahr. Kondition und viel Erfahrung sollte man mitbringen für die Touren mit mehr als 1500 Höhenmetern.
Bergsteigen: Die Watzmann-Überschreitung (alpenverein.de/watzmann (opens in a new tab)) ist eine landschaftlich einmalige Grattour mit
überwältigenden Tiefblicken. Viele Stellen im Schwierigkeitsgrad II und teils unversicherte Passagen erfordern neben Trittsicherheit und Schwindelfreiheit alpinistische Erfahrung und Kletterkenntnisse.
42 DAV PANORAMA 1/2025
An Roß- und Buchstein findet man großartige Sportkletterrouten. Alpin geht es auch bei der Watzmann-Überschreitung zu. Der Wassererlebnisweg in den Weißachauen macht auch den Kids Spaß. Im Winter lässt es sich in Schleching hervorragend rodeln, anspruchsvollere Skitouren gibt es zum Beispiel am Watzmann.
SACHRANG UND SCHLECHING
Rodeln: Wer es gemütlicher angehen möchte, ist mit einem Rodelausflug zur
Mit fast acht
Priener Hütte gut beraten. Nach dem rund zwei-
Kilometern und
einhalbstündigen Aufstieg kann man sich in der
siebenhundert
Hütte aufwärmen und stärken, bevor man zur
Höhenmetern
mit fast acht Kilometern und über siebenhun-
eine der längs
dert Höhenmetern wohl längsten Rodelabfahrt
ten Rodel
Deutschlands aufbricht.
abfahrten
Wandern: Neben dem Hausberg Geigel-
Deutschlands.
stein bietet sich der sagenumwobene
Klobenstein von Schleching aus für eine Wanderung mit der ganzen Familie an. Der ehemalige
Schmugglerweg führt über 260 Höhenmeter und eine spektakuläre Hängebrücke über die Entenlochklamm über die bayerisch-tirolerische Grenze. Am Ziel sollte man die Wallfahrtskapelle und das Gasthaus besuchen.
KREUTH
Klettern: Kreuth bietet über vierhundert Sport- und Alpinkletterrouten, die oftmals noch Raum lassen zum Experimen-
tieren und Wachsen. An der markanten Südwand des Leonhardsteins warten beispielsweise schöne und einfache Mehrseillängenrouten. Nur
OBERBAYERN
DIE SCHÖNSTEN ZIELE RUND UM DIE BERGSTEIGERDÖRFER
Gipfel
Kreuth: Halserspitz (1862 m), Leonhardstein (1452 m), Risserkogel (1826 m), Setzberg (1706 m), Hirschberg (1668 m), Ross und Buchstein (1698 m/ 1701 m) Sachrang/Schleching: Geigelstein (1808 m), Kampenwand (1668 m), Breitenstein (1661 m), Spitzstein (1598 m), Hochplatte (1586 m) Ramsau: Watzmann (2713 m), Hochkalter (2607 m), Blaueisspitze (2481 m), Kammerlinghorn (2508 m), Schärtenspitze (2153 m)
Hütten
Kreuth: Tegernseer Hütte (1650 m), Gufferthütte
(1475 m), Lenggrieser Hütte (1338 m) Sachrang/Schleching: Priener Hütte (1410 m), Spitzsteinhaus (1252 m) Ramsau: Blaueishütte (1650 m), Watzmannhaus (1930 m), Kärlingerhaus (1638 m)
wenige Kilometer westlich finden sich an Roß- und Buchstein Routen mit bis zu acht Seillängen. Ein Highlight ist dabei sicherlich die freistehende Roßsteinnadel mit Routen vom sechsten bis zum achten Grad.
Mountainbiken: Für die Runde um die Blauberge mit ihren 58 Kilometern und fast 1200 Höhenmetern braucht man
schon ein wenig Kondition – für die Mühen wird
Nach dieser Recherche
man dank lohnender Einkehrmöglichkeiten wie
lautet Julia Behls
Bayralm, Gufferthütte oder dem urigen Gasthof Vorsatz für 2025:
Warum in die Ferne
Glashütte und phänomenaler Ausblicke gebüh-
schweifen, wenn so
rend entlohnt.
viel Gutes so nah liegt.
1/2025 DAV PANORAMA 43
Wenn es zwickt und Wenn es zwackt
zwickt undMuskel- und Gelenkbeschwerden
sportzwacktMuskeln und Gelenke werden bei den meisten Bergwenn es beim Wandern im Knie zwickt oder diearten ordentlich beansprucht. Aber was tun,
Schulter nach dem Klettern schmerzt? Martin Muskel- und GelenkbeschwerdenSchlageter, Physiotherapeut der deutschen Kletter nationalmannschaft, erklärt, wie sich ein Muskelkater von ernsthaften Überlastungen oder Entzündungen unterscheiden lässt, und gibt Tipps zu optimalemMuskeln und Gelenke werden bei den meisten Bergsport Training und optimaler Regeneration.arten ordentlich beansprucht. Aber was tun, wenn es beim Wandern im Knie zwickt oder die Schulter nach dem Klet tern schmerzt?Text: Martin SchlageterMartin Schlageter, Physiotherapeut der deutschen Kletternationalmannschaft, erklärt, wie sich ein Muskelkater von ernsthaften Überlastungen oder Entzündungen unterscheiden lässt, und gibt Tipps zu optimalem Training und optimaler Regeneration.
FITNESS & GESUNDHEIT
elbst perfekt austrainierte Athlet*innen der Klet-
Sähnliche Belastungen im Training in deutlich höherem Um-gelegentlich noch einen Muskelkater zu, obwohlternationalmannschaft ziehen sich bei Wettkämpfen
fang stattfinden. Kein Wunder, dass er uns im Freizeitsport durchaus regelmäßig quält.
Muskelkater
Er entsteht meist 24 bis 48 Stunden nach ungewohnt hoher körperlicher Belastung oder auch nach intensiven Dehnungen und verschwindet nach zwei bis maximal sieben Tagen wieder. Je intensiver die Belastung beziehungsweise je untrainierter man ist, umso länger und schmerzhafter der Muskelkater. Bewegungen bei kalter Muskulatur sind dann besonders unangenehm, leichte Bewegung hingegen mildert den Schmerz. Aber was ist ein Muskelka- Generelle Tipps zur ter überhaupt? Neuere Un- Vorbeugung von Beschwerden tersuchungen sprechen von X Maßvoll trainieren kleinsten Mikrorissen in der
X Aufwärmen vor dem Training X Ausgleich durch Yoga
Muskulatur, die aber nicht
und/oder Dehnübungen
vergleichbar sind mit ei-
se Minem Muskelfaserriss. Die-krorisse gelten nicht
als Verletzung, sie sind ungefährlich und heilen nach wenigen Tagen beschwerdefrei aus. Auch wenn die Reparatur den Muskel stärkt und ihn belastbarer macht, ist die Annahme falsch, dass Training nur etwas bringt, wenn ein gewaltiger Muskelkater folgt. Stattdessen sollte der Muskel optimal ausbelastet werden, damit man nicht durch eine verlängerte Regenerationszeit nach einem Muskelkater unnötig ausgebremst wird. Wie unterscheidet sich ein Muskelkater von einem Muskelfaserriss oder einer Zerrung? Bei einem Muskelfaserriss kommt es – oft sogar mit einem Knallgeräusch – zu einem schädigenden Zerreißen von Muskelfasern. Dieser Verletzungsvorgang geschieht plötzlich, einschießend und meist extrem schmerzhaft. Eine Zerrung entsteht in der Regel durch eine einmalige Überlastung oder Überdehnung und
1/2025 DAV PANORAMA 45
Gestürzt, gestoßen (opens in a new tab), geschrammt (opens in a new tab)...
schmerzlindernd (opens in a new tab)
entzündungshemmend (opens in a new tab)
Traumaplant® Schmerzcreme Wirkstoff: Beinwell-Zubereitung (Zubereitung aus frischem Symphytum x uplandicum-Kraut) Anwendungsgebiete: Traumaplant® Schmerzcreme wird angewendet bei Prellungen und Verstauchungen (bei Sport- und Unfallverletzungen (opens in a new tab)), Muskel- und Gelenkschmerzen infolge stumpfer Verletzungen. Warnhinweise: Enthält Sorbinsäure und Propylenglycol. Packungsbeilage beachten. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker (opens in a new tab).
bei stumpfen Verletzungen, auch mit begleitenden Schürfwunden (nach Wundschluss (opens in a new tab))
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fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke (opens in a new tab).
Ein Unternehmen der Klosterfrau Healthcare Group (opens in a new tab).
FITNESS & GESUNDHEIT
Muskelkater: Weitermachen oder pausieren? Was kann man vorbeugend tun, was, wenn der Muskelkater sich schon bemerkbar macht? X Sorgfältiges Aufwärmen hilft, den Muskel auf die kommende Belastung besser vorzubereiten, wodurch er höhere Intensitäten verkraftet. X Die Belastung sollte auf den aktuellen Trainingszustand angepasst sein. X Cool-down: Nach der Belastung sollte man die Muskulatur durch leichte Bewegung lockern und damit die Durchblutung erhöhen. Dies hilft, die durch den Sport angefallenen Abbauprodukte aus der Muskulatur abzutransportieren. X Dehnen nach dem Training nimmt die Spannung aus dem Muskel, verbessert die Durchblutung und beschleunigt somit die Regeneration. X Bei starkem Muskelkater tut Bewegung gut (z.B.
Schwimmen, Radfahren), wenn möglich unterhalb der Schmerzschwelle. X Der Regeneration zuträglich sind außerdem ausreichend Schlaf, ausgewogene und hochwertige Ernährung, Wärme und leichte Massagen. X Pausieren oder Nichtstun hingegen verlangsamt den Regenerationsprozess und ist nicht zu empfehlen. Achtung: Verschlimmern sich die Beschwerden trotz der oben genannten Tipps, sollte man sich ärztliche Unterstützung suchen.
Wie wirken Kälte und Wärme grundsätzlich?
Kälte:
X Kälte mildert den Schmerz, eignet sich somit zum Beispiel gut bei Prellungen und stumpfen Verletzungen. X Entgegen gängiger Meinungen führen die ersten Minuten einer Eisanwendung zu einer lokalen Mehrdurchblutung. Das heißt, dass Kälte – außer in Kombination mit Kompression – zum Beispiel bei einem Bänderriss kontraproduktiv wäre. Denn die gerissenen Bänder bluten in den Körper ein, was zur Schwellung führt. Eis ohne Kompression würde diese verstärken. X Um Kälte zur Mehrdurchblutung zu nutzen, sollte sie eine Temperatur von circa 0 Grad Celsius haben und feucht sein. Empfehlenswert sind eiswassergetränkte Bandagen oder Eiswürfelmassagen.
Wärme:
X Wärme erweitert die Blutgefäße und erhöht so die Durchblutung und den Nährstofftransport im betroffenen Gewebe. Dies unterstützt die Heilung von geschädigtem Gewebe. X Wärme löst Muskelverspannungen, sie verbessert die Flexibilität der Muskeln und Bänder. X Wärme setzt die Empfindlichkeit der Schmerzrezeptoren herab, was insbesondere bei chronischen Schmerzen oder Verspannungen eine wohltuende Wirkung hat. X Die erhöhte Temperatur fördert den Zellstoffwechsel, was die Heilung unterstützt.
Achtung: Wärme sollte nicht vor dem Sport, sondern als therapeutische Maßnahme danach angewendet werden.
46 DAV PANORAMA 1/2025
kommt zwar schleichender als der Muskelfaserriss, aber doch spätestens in der Umkleidekabine.
Gelenkschmerzen nach Überlastung Gelenkschmerzen können vielfältige Ursachen haben: Das Gelenk selbst kann wehtun, wenn es Stöße oder Stauchungen abbekommen hat. Stabilisierende Bänder schmerzen, wenn sie über ihr physiologisches Maß hinaus gedehnt werden. Das gilt auch für die Kapsel, die ebenfalls Probleme bereiten kann, wenn das Gelenk beziehungsweise der Knorpel überlastet wurde. Sehnen entwickeln oft Reizungen, wenn der Muskel sehr hohen oder wiederholt ruckartigen Belastungen ausgesetzt ist. Schleimbeutel dienen im Körper dazu, Reibung zu minimieren. Bei zu starkem Druck auf den
Mehr Hinter- (opens in a new tab)
Schleimbeutel, kombiniert mit vielen Wieder-
gründe und Tipps (opens in a new tab)
holungen, kann eine schmerzhafte Entzündung entstehen. Die wahre Ursache der Beschwerden herauszufinden, ist oft nicht leicht. Generell gilt: Verschwinden die Beschwerden trotz reduzierter Belastung nicht, sollte man sich ärztlichen oder physiotherapeutischen Rat einholen. Denn sobald die Ursache gefunden ist, kann auch eine geeignete Therapie in die Wege geleitet werden.
Entzündungen
Entzündungen sind ein Warnsignal des Körpers, unser Verhalten zu überdenken und gegebenenfalls zu ändern. Oft ist eine Fehlbelastung oder Überlastung der Grund des Übels. Aber auch eine falsche Ernährung kann den Körper schwächen und somit bei einer Belastung, die er ansonsten gut weggesteckt hätte, zu einer Entzündung führen. X Häufig betroffen: Schleimbeutel, Kapseln, Sehnen X Woher? Überlastung oder grundsätzliche Fehlstellungen X Was tun? Schonen, trotzdem leichte Bewegung
Beschwerden mit Kälte oder Wärme behandeln? Kälte und Wärme haben unterschiedliche Auswirkungen auf den Körper und werden oft eingesetzt, um bestimmte physiologische Reaktionen im Körper hervorzurufen. Beides kann den Heilungsprozess bei Verletzungen oder Schmerzen positiv beeinflussen.
Als grobe Faustregel gilt: X Verspannungen: Wärme X Entzündungen: Kälte
Fazit
Zumindest leichte Bewegung ist in allen Fällen das A & O. Nichts tun hingegen, um Mus-
Martin Schlageter ist
kelkater oder andere Beschwerden zu ver- seit 1997 Physiothera
peut des DAV National
meiden, ist für einen gesunden und aktiven
kaders im Wettkampf
Lebensstil keine Lösung.
klettern.
DAS MAGAZIN DER JUGEND DES DEUTSCHEN ALPENVEREINS
25/1
„JUNGE WILDE?“
WORTSCHATZ
HAPPY WINTERZEIT EUCH ALLEN!
Und, wart ihr schon im Schnee unterwegs? Gerade im Winter geschehen ja auch immer wieder Bergunfälle, aber wem passieren die? Sind das eher junge Men schen, die einfach risikobereiter sind als ältere Bergfexe? Niko hat sich darüber Gedanken gemacht. Und wenn ihr es (noch) nicht in die Berge geschafft habt bis jetzt – kein Problem, wir bringen die Berge zu euch! Jonathan hat sich ein paar ganz beson dere GipfelExemplare angeschaut, die ziemlich kuriose Namen haben (wer von euch war denn schon einmal auf dem Mist
Anraum
haufen?) und euch seine Highlights als kleines Rätsel
Wer sich an eisigen Tagen nach
verpackt. Wir wären aber ja nicht euer Knotenpunkt
draußen wagt, kann dieses
Team, wenn wir euch nicht auch noch ein bisschen mit
Schauspiel entdecken: Raureif,
hinter die Kulissen nehmen würden. Zum Bei
Schnee oder Eis baut sich entgegen
spiel wenn es um die Aus und Fortbildung
der Windrichtung an Grashalmen,
der Jugendleiter*innen geht. Unser Autor
Bäumen oder Gipfelkreuzen auf
Sepp ist selbst Jugendleiter und kann
und schafft bezaubernde weiße
euch, praktisch aus dem Nähkästchen,
Gebilde. Eine wunderschöne
berichten, wie seine letzte Schulung zum
Darstellung dieses Naturschauspiels
Thema Antirassismus ablief.
wurde in dieser Ausgabe beim
Viel Spaß beim Lesen und im Schnee!
Bergmoment (siehe S. 51) zum
Eure Franzi
Gewinner gekürt. SH
LAWINENUNFÄLLE
DIE JUNGEN WILDEN – WERDEN ALT?
Junge Männer unter 35 Jahren sterben am häufigsten in Lawinen, die sie in den allermeisten Fällen auch selbst auslösen. Damit könnte der Artikel zu Ende sein, das ist ja eine klare Aussage: selber schuld, mehr gibt’s nicht zu sagen. Sicher? NIKO LINDLAR
as Bild ist etwas komplexer. Die meisten Lawi- winenopfer-Verteilung. Das spräche dafür, dass es keine Skitour und Risikomanage
ment gehören untrennbar
nenopfer in der Datenbank des Schweizer Insti- oder nur geringe Unterschiede bezüglich des Risikos
zusammen.
D tuts für Schnee- und Lawinenforschung sind zwischen den Altersgruppen gibt.
Niko Lindlar
tatsächlich männlich: ca. 80 Prozent. Auch sind die meisten Lawinenopfer im Alter von ca. 18-35 Jahren, der Me- Die Südtiroler Studie zeigte allerdings auch, dass die dian liegt bei ca. 30 Jahren.
Geschlechterverteilung bei Skitouren bei 66 Prozent männlich gelesen und 34 Prozent weiblich gelesen liegt.
Das war aber nicht immer so: So ist der Median des Al- Setzt man das ins Verhältnis mit den 80 Prozent zu 20 ters der Lawinenopfer von 27 Jahren im Zeitraum 1950 Prozent Unfallzahlen, kommt man zu dem Schluss: bis 1989 auf 33 Jahre im Zeitraum 1990 bis 2018 gestie- Männer sind wohl gefährdeter. gen. Außerdem ist die einzige Altersgruppe, die heute
häufiger in einer Lawine stirbt als früher, die der 30- bis Nun kann man fragen, woher es kommt, dass ältere 50-Jährigen. Die mittelalten Wilden also? Klingt jeden- – und damit vermeintlich auch erfahrenere – Tourenfalls mal nicht so catchy.
geher*innen öfter in Lawinen landen als die „jungen Wilden“? Es mag unter anderem an der Ausbildung liegen,
Außerdem muss man die Unfallzahlen natürlich mit den denn im Risikomanagement Lawine hat sich in den ver-Begehungszahlen in Relation setzen, um eine echte In- gangenen Jahrzehnten viel getan. Die Ausbildung der junformation über das Risiko zu erhalten. Solche Bege- gen Leute ist wohl häufiger näher am aktuellen Stand der hungszahlen sind allerdings schwer zu bekommen. Wissenschaft, was sicher helfen kann, Lawinenunfälle zu Eine Befragung aus einem nordamerikanischen Skige- vermeiden. Daher ein Appell: Am Ball der Gefahreneinbiet kommt zu dem Ergebnis, dass ca. 50 Prozent zwi- schätzung und des Risikomanagements zu bleiben schützt schen 25 und 40 Jahre alt sind, eine Südtiroler Studie sicher nicht nur die Jungen, sondern auch die mittelalten ergab eine ähnliche Altersverteilung wie die obige La- Wilden und die alten Hasen und Häsinnen.
GIBT’S DIE WIRKLICH?
AMÜSANTE GIPFEL
Findest du heraus, welche der Berge es tatsächlich gibt? Und wo liegen sie wohl? Die Auflösung steht am Ende des Artikels Kopf. RED
a) Misthaufen, 2436 m
e) Lacher, 760 m
Die Form des Berges gab ihm seinen Namen:
Warum der Lacher so heißt, ist nicht bekannt.
Er sieht wie ein sorgfältig aufgeschichteter
Vielleicht rührt der Name von der Bezeich-
Misthaufen aus.
nung „Lache“ (kleiner See) her. Auf jeden Fall sorgt er für Lacher.
b) Dummkopf, 2791 m
Der oft in den Wolken hängende Gipfel wurde f) Arschlochwinkl, 1860 m nach dem altdeutschen dheubh (vernebelt)
Die einheimischen Bauern durften im Auf-
benannt. Später entwickelte sich aus dheubh
trag des Erzherzogs von Österreich den Ber-
auch die Bedeutung des vernebelten Verstan-
gen Namen geben, die die Beamten des Erz-
des, unser heutiges dumm.
herzogs ungerührt übernahmen.
c) Kackenkopf, 1560 m
g) Lustiges Kegerl, 674 m
Kommt vom altdeutschen Wort Kag, was
Der lustigste Berg in unserem Rätsel. Eine
Baumstumpf oder auch Krautstrunk bedeu-
wissenschaftliche Untersuchung über den
tet. Der Name weist wohl auf die flache, we-
Ursprung des Namens gibt es nicht. Dafür ist
nig spektakuläre Form hin.
er wohl zu niedrig.
d) Dreckfink, 545 m
h) Kuchenberg, 2519 m
Liegt knapp an der Grenze zu Sachsen in der
Wenig bekannt und deshalb auch nicht er-
Böhmischen Schweiz. In der Nähe des Klet-
forscht. Der beliebte Wander- und Skitouren-
tergipfels liegen übrigens auch Kröte, Gabel
berg macht vielleicht einfach Lust auf einen
und Kartoffelsack.
Kuchen nach der Tour …
Screenshot alpenvereinaktiv.com
Orte:
1 Oberösterreich 2 Vorarlberg, Montafon 3 Tschechien, Böhmische Schweiz 4 Allgäuer Alpen bei Oberstdorf 5 Oberösterreich 6 Österreich, Wilder Kaiser 7 Bayerischer Wald 8 Berchtesgadener Alpen
Titelbild
Im winterlichen Gebirge unterwegs zu sein ist ein wunderbares Erlebnis. Doch wie steht es um die Sicherheit in Sachen Lawinen?
Niko Lindlar
ENGAGEMENT IN DER JDAV
Name: Hanna Ernst,
DIE BUNDESJUGEND- Lieblingsaktivität in den Bergen?Sektion: Kaufbeuren-GablonzPulverschneeAbfahrt und anschließendSkitour mit
Holunderlimo auf der Hütte.
LEITUNG
Liebstes Hüttenessen?: Egal. Haupt
sache ohne Käse.
Wofür stehst du/Was motiviert
Die Bundesjugendleitung besteht aus einer Doppelspit-
dich? Empowerment von Frauen
ze und fünf Stellvertreter*innen. Die beiden Positio-
am Berg.
Was hast du schon in der BJL
nen der Doppelspitze der Bundesjugendleitung (BJL)
erreicht? Leider noch nicht den
werden auf vier Jahre gewählt, die stellvertretenden
BahnbonusGoldStatus.
Bundesjugendleiter*innen auf zwei Jahre. Die Doppel-
Name: Simon Langebrake,
spitze vertritt die Interessen der JDAV im Präsidium
Sektion: Erlangen
des DAV und im Verbandsrat des DAV. RED
Lieblingsaktivität in den Bergen? Wandern
und Sportklettern.
Hier stellen sich nun die Mitglieder der BJL einmal persönlich vor!
Tollstes Erlebnis in den Bergen? Als Helfer die Erlanger Hütte für die Eröffnung fit machen.
Name: Franzi Mayer, Sektion: Oberland
Wofür stehst du/Was motiviert
Lieblingsaktivität in den Bergen? Unent
dich? Mir ist wichtig, dass sich
schieden zwischen Hochtour und Alpinklettern.
alle in der JDAV wohlfühlen und
Tollstes Erlebnis in den Bergen? Meine
Ehrenamtliche in ihren Ämtern
Jugendgruppenkids beim Erwachsenwerden
bereichernde Erfahrungen
begleiten zu dürfen.
machen können.
Wofür stehst du/Was motiviert dich? Unseren (baldigen) Jugendleiter*innen so coole, quali
Name: Bastian Hilbig, Sektion: Berlin
tativ hochwertige Schulungen anbieten zu
Lieblingsaktivität in den Bergen? Radfahren
können, wie ich sie schon erleben durfte!
im Sommer und Skifahren im Winter.
Was hast du schon in der BJL erreicht?
Liebstes Hüttenessen? Käsespätzle.
Ich habe die strukturelle und inhaltliche Weiterentwicklung der
Wofür stehst du/Was motiviert dich?
JDAVLehrteams begleitet, den
Gemeinsam mit anderen tollen
Austausch mit dem DAVLeis
Menschen an Themen arbeiten und
tungssportbereich intensiviert
die JDAV weiter voranbringen.
und die Evaluation und Reflexion
Was hast du schon in der BJL
unserer Wertschätzungspraxis in
erreicht? Selfie mit dem
der JDAV vorangebracht.
Bundespräsidenten, Position der JDAV zum Thema Freiwilligen dienste entwickelt.
Name: Annika Quantz, Sektion: Kaufbeuren-Gablonz Lieblingsaktivität in den Bergen? Skitouren
Name: Raoul Taschinski,
an Powderdays und Klettersteige.
Sektion: Mainz und GOC
Tollstes Erlebnis in den Bergen? Gemütlicher
Lieblingsaktivität in den Bergen? Zelt und
Hüttenabend mit der Jugendgruppe.
Hüttentouren, ansonsten Alpinklettern.
Wofür stehst du/Was motiviert dich? Ich
Tollstes Erlebnis in den Bergen? Der
möchte, dass andere Menschen eine
Sonnenaufgang auf der Glungezerhütte und
genauso tolle Zeit in der JDAV haben,
viele mehr.
wie ich sie erleben darf.
Wofür stehst du/Was motiviert dich?
Was hast du schon in der BJL
Dass wir als Bergsteiger*innen stets
erreicht? Laut meinem eigenen
miteinander ins Gespräch kommen.
Aufgabentool bereits 926 Dinge!
Was hast du schon in der BJL
Insbesondere die Vertretung der
erreicht? Ich habe die neue
JDAVInteressen im DAV und in
Dauerausstellung des Alpinen
weiteren Gremien.
Museums mitgestaltet und dabei geholfen, die Solidarfinan zierung einzuführen.
DAV/Tobias Hase, Archiv Hanna Ernst, Archiv Simon Langebrake
INTERVIEW BDAJ
Antirassismusseminar der JDAV
Der Autor hat in Würzburg an einer Jugendlei die tief in der Kolonialgeschichte und dem dort ter*innenSchulung der JDAV teilgenommen: einer verbreiteten systematischen Sklavenhandel ver-Antirassismus Schulung mit Trainer*innen des Bun wurzelt ist. Der zweite Vortrag thematisiert den
des der Alevitischen Jugendlichen. Önder Kaya von
Alltagsrassismus, also die subtilen, oft unbewuss-
der Arbeitsgemeinschaft (AG) Rassismuskritik die
ten Formen von Rassismus, die im Alltag auftre-
ses Jugendverbands beantwortet ein paar Fragen
ten. Der dritte Vortrag befasst sich mit antialeviti-
dazu. SEPP HELL
schem Rassismus.
Sepp: Welche Inhalte vermittelt ihr in einer
Sepp: Wie schätzt ihr die Entwicklung des
Antirassismus-Schulung?
Rassismus in Deutschland ein?
Önder: Wir bieten drei zentrale Vorträge an. Der
Önder: Leider beobachten wir, dass sich die Situa-
erste beleuchtet die Geschichte des Rassismus,
tion verschärft, besonders im Zusammenhang mit rassistisch motivierten Attentaten. Die Radikalisierung und Verbreitung rassistischer Ideologien sind besorgniserregend. Rassismus ist kein Problem der Vergangenheit, sondern eine akute Bedrohung, die unser gesellschaftliches Zusammenleben gefährdet.
Önder Kaya klärt bei AntirassismusSchulungen auf, was die aktuellen Probleme sind.
Sepp Hell
Rätselhafte Schneeformationen
Familie Denk war unterwegs auf winterlicher Tour am Seekarkreuz, als ihnen diese „Schneefahnen“ an den Zaunpfosten einer Alm ins Auge fielen. Es folgte eine Familiendiskussion, aus welcher Richtung wohl der Wind kam, als sich diese Formation bildete. Fahnen drehen sich ja schließlich mit dem Wind, also kam er von links! Sicher? Wer mehr über „Anraum“ erfahren möchte, liest
Das schöne Bild prämiert
sich noch mal unsere Rubrik
der JDAV-Partner Glo-
„Wortschatz“ auf Seite 47
betrotter mit einem Ein-
durch. Dort erfährt man
kaufsgutschein im Wert
dann etwas mehr von „ge-
von 100 Euro.
gen den Wind wachsen“.
Bund der Alevitischen Jugendlichen (BDAJ) e.V. Die eigenständige Jugendorganisation dieser Religionsgemeinschaft (Wurzeln in der Türkei) vertritt die Interessen von rund 78.000 Kindern und Jugendlichen in 130 deutschen Mitgliedsvereinen. Sie engagieren sich u.a. in außerschulischer Bildungsarbeit und Freizeitgestaltung. Jugendliche sollen zu kritischem Denken und Handeln sowie zu demokratischer Mitgestaltung motiviert werden.
DAS GANZE INTERVIEW KÖNNT IHR HIER NACHLESEN (opens in a new tab)
Und dein Bergmoment? Schicke deinen Beitrag – Erlebnis, Ärger, Zwischenfall, was auch immer – an bergmoment@alpenverein.de; als Text (280 Zeichen lang) oder als Foto mit Text (140 Zeichen lang). In jedem Knotenpunkt prämieren wir eine Einsendung.
Bergkinder
QUIZFRAGEN
Für die kleine Portion Berg zwischendurch haben wir euch ein kleines Rätsel mit Facts über die Berge und ihre Bewohner gebastelt. Am Ende kommt ein Lösungswort raus – mal sehen, ob ihr draufkommt, ein paar Fragen sind nämlich gar nicht so leicht. Die Lösung steht unten wieder Kopf. Ganz viel Spaß! FS
Welche Lawinenart gibt es nicht?
Lockerschneelawine (W) Gleitschneelawine (M) Trockeneislawine (S)
Welches Tier hält Winterschlaf? Hirsch (A) Murmeltier (C) Dohle (U)
Wie hoch ist der Mt. Everest? 8840 m (R) 8864 m (S) 8848,86 m (H)
Wie ist die Grundform von Schneeflocken?
Immer unterschiedlich (S) Immer sechseckig (N) Immer neuneckig (M)
Welchen Vogel gibt es nicht in den Alpen? Weißkopfseeadler (E) Bartgeier (F) Gänsegeier (R)
Was lieben wir bei der JDAV?
Die Berge (E) Langweilige Forstweg-Zustiege (L) Bergsteigeressen (H)
IMPRESSUM An dieser Ausgabe arbeiteten mit: Sepp Hell, Jonathan Lidl, Niko Lindlar
Herausgeber: Jugend des Deutschen(NL), Franziska Simon (FS).
Annika Quantz, Raoul Taschinski.Alpen vereins. Bundesjugendleiter*in:
Hohenester (verantwortl.), Philipp RadtkeRedaktion: Christine Frühholz, Georg
in Zusammenarbeit mit dem KNOTENPUNKT-Redaktionsteam. Beiträge in Wort und Bild an den DAV, Redaktion KNOTENPUNKT, Anni-Albers-Str. 7, 80807 München. Die Beiträge geben immer die Meinung der
Deutschen Alpenvereins wieder. DieseVerfasser*innen, nicht die der Jugend des
Publikation wird gefördert aus Mitteln des Kinder- und Jugendplans des Bundes. Nachdruck nur mit Genehmigung der Redaktion. Gestaltung und Produktion: Sensit Communication,
sensit.destern (opens in a new tab), um alle Menschen anzusprechen.. Wir verwenden den Gender-
Personen gerecht werden, die sich in denMit dem * möchten wir dabei auch Kategorien weiblich oder männlich nicht wiederfinden. Mehr dazu unter
Politisches Interesse
Panorama 6/2024, Knotenpunkt Wachsam auf beiden Augen – Es ist immer begrüßenswert, wenn sich (junge) Leute für Politik interessieren und für den Schutz der Demokratie engagieren. Wer nur nach rechts schaut, ist allerdings zu kurz gesprungen. Linksextreme und religiöse Fanatiker sind mindestens genauso gefährlich. Es ist gerade mal 35 Jahre her, dass in Deutschland Kommunisten einen undemokratischen Unrechtsstaat bildeten. Und heutige Mitglieder oder Gründer einer Partei, die 1989 kurz vor der Wende noch in die DDR-Einheitspartei eingetreten sind, zeigen deutlich ihre antidemokratische Gesinnung. Seid also bitte wachsam auf beiden Augen und übertreibt es nicht. Worte wie „Berg Heil“ oder „Mannschaft“ sind nicht von den Nazis gepachtet.
W. Heinze
Positionierung–IchwollteEuch/ Ihnen hiermit nur meine Freude darüber ausdrücken, dass ihr in der Ausgabe 6/2024 das Sonderheft Knotenpunkt der JDAV zu rechtsextremen Umtrieben im Umweltschutz und Bergsport, so wie auch der kritischen Auseinandersetzung mit der Geschichte des DAV und Sprache allgemein aufgenommen habt. Das finde ich super und auch immer wichtiger hinsichtlich des weltweiten Rechtsrucks in der Politik. Auch dass dies nicht die erste Positionierung der DAV Panorama gegen Rechtsextremismus ist, finde ich toll! Danke dafür.
L. Kauz-Zeller
Darf ich das?
Rücksichtslosigkeit und Dominanzgehabe – Ich möchte ein Thema ansprechen, das mir schon lange auf dem Herzen liegt: das Manspreading. Damit gemeint ist die breitbeinige, platzverschwendende und dominante Art vieler Männer, sich hinzusetzen. Auch oder gerade auf vielen Alpenvereinshütten ist das ein Thema. Manspreading ist aber nicht nur ein Platzproblem. Es zeigt zusätzlich zur Rücksichtslo-
sigkeit ein Dominanzgehabe, das sich in der Öffentlichkeit so nur cis Männer rausnehmen können. Dazu zählt auch, dass Männer auf der Straße seltener ausweichen oder Platz machen. Oder dass sie im Sommer gedankenlos oben ohne rumlaufen (können). Oder einfach irgendwo hinpinkeln. Keine Frage: Im Patriarchat gehört der öffentliche Raum den Männern. Frauen, Trans-Personen und nicht-binäre Menschen nehmen viel weniger Platz ein. In einem bunten, weltoffenen Verein ist kein Platz für althergebrachte Rollenbilder und Verhaltensweisen. Der Alpenverein sollte hier bei seinen Mitgliedern bewusstseinsbildend tätig werden.
T. Schumpentreiber
Widersprüchliches Verhalten
DAV Panorama 6/2024 Zweifel – Der Alpenverein setzt sich – im Vergleich zu anderen Umweltverbänden wie dem BUND und NABU – vorbildlich für eine nachhaltige, klimaschützende, generationengerechte Lebensweise ein. Wie weit hier und da auf allen Ebenen die Erkenntnis und die guten Absichten im Widerspruch zum Verhalten stehen, ist dem Magazin zu entnehmen. Wenn wir alle unseren ökologischen Fußabdruck kleiner werden lassen wollen, sollte das DAV-Magazin dann nicht werbefrei, insbesondere ohne Promotion, gestaltet werden und eher einen Markt für gebrauchte Produkte im Sinne einer nachhaltigen Kreislaufwirtschaft aufbauen? Und: Ist es mit den Werten des DAV noch zu vereinbaren, dass der Summit Club Flugreisen für eher kurze Urlaubstrips in die entlegensten Orte der Welt anbietet? Ich habe da meine Zweifel ... H. Tiedt
Trockene Toiletten
DAV Panorama 6/2024, S. 36 Transformation – Erfreulich, dass die Ressource Wasser auf den Alpenvereinshütten eine der bekannten Problematik angepasste Lösung findet. Natürliche Abfallstoffe verwandeln sich in
hochwertige, recycelbare Stoffe. Der zeitgemäße Umgang mit Trinkwasser sollte jedoch auch „im Tal“ einen solchen Innovationsschub erhalten. Sowohl in gewachsenen als auch in neu angelegten Besiedlungsstrukturen resultieren aus etablierten Vorschriften aufwendige bauliche Infrastrukturen zur Fäkalienverarbeitung und Rückgewinnung von sauberem Wasser. An einem Transformationsprozess zu einer weniger komplexen Infrastruktur, welche dem natürlichen
gesucht/gefunden (opens in a new tab)
Fundstücke & Suchanzeigen online (opens in a new tab): alpenverein.de/gesucht-gefunden (opens in a new tab)
Stoffkreislauf entspricht, arbeiten bereits die Mitglieder des Netzwerks für nachhaltige Sanitärsysteme (NetSan). Mir erscheinen solche Entwicklungen höchst erfreulich.
F. J. Thalhofer
Sprache ist Macht
DAV Panorama 6/2024 u.a. Lob – Als langjähriger Leser möchte ich Ihnen gerne ein begeistertes Lob für Ihre Arbeit aussprechen, insbesondere im Hinblick auf die Integration „moderner“ Themen in das Heft. Ich kann spontan kein anderes Medium nennen, welches es schafft, so konzise über Themen wie Klimawandel und Umweltschutz, Sprache, Macht und Gewalt, vegane und vegetarische Hüttenangebote und weitere vermeintlich progressive Themen so abwechslungsreich zu berichten. Sie schaffen es, auf elegante Art und Weise über jene und weitere Themen zu berichten, diverse Expert*innenmeinungen einzuholen und wichtige Themenkomplexe aufzugreifen, ohne dass dabei ein erhobener Zeigefinger im Subtext mitschwingt. Gleichzeitig leidet darunter mitnichten die Qualität Ihrer „klassischen“ Reportagen,
POSTEINGANG
im Gegenteil, alles fügt sich zu einem harmonischen Ganzen zusammen. Hierfür sei Ihnen an dieser Stelle ganz herzlich gedankt.
M. Krogoll
Oberlehrer-Art – Bei meiner Mutter ist oft das Panorama auf dem Tisch gelegen und ich habe immer gern darin gelesen. Schließlich bin ich dem DAV hauptsächlich wegen Panorama selbst beigetreten. In der letzten Zeit ist mir allerdings die Lust am Lesen vergangen. Ständig bleibe ich an Doppelpunkten und Sternchen hängen, selbst bei Artikeln von Autoren, denen ich ein freiwilliges Gendern nicht glauben mag. Bei allen repräsentativen Umfragen sind die Gender-Befürworter in der klaren Minderheit. Trotzdem wird hier in Oberlehrer-Art das Gendern durchgesetzt. Ich bin wirklich der Letzte, der jemanden nur aufgrund vom Geschlecht diskriminieren mag. Dafür die deutsche Sprache zu vergewaltigen, geht mir und sicher der schweigenden Mehrheit zu weit und ist nur Wasser auf die Mühlen der AfD! Das wollt ihr doch sicher nicht, oder? […]
E. K.
Highlife: Alter? Steilzeit!
DAV Panorama 6/2024, S. 28 Berichtigung – Beim Lesen des Artikels „Alter? Steilzeit!“ ist es euch gelungen, die Leistungen Mick Fowlers zu würdigen. Allerdings auf Kosten seines beruflichen Status, denn dieser wilde Hund war kein Postbeamter – sondern Steuerbeamter! Das Buch heißt auch „The secret life of a taxman“. Fraglich, ob die mangelnde Kenntnis der englischen Sprache oder alpinen Wissens dazu führte ... Ich halte es für angemessen, ihn im nächsten Heft wieder zu seinen beruflichen Ehren aufsteigen zu lassen!
R. Gentsch
Hinweis: Die Zuschriften geben die Meinung der Einsendenden wieder. Die Redaktion behält sich die Auswahl und das Recht der sinnwahrenden Kürzung vor.
1/2025 DAV PANORAMA 53
Standplatz in Schnee und Eis
Ausreichend sichere Fixpunkte bauen
Beim Standplatzbau in Schnee, Firn und Eis kommt es stark auf die Qualität der gefrorenen Materie an – der Aufbau einer für die jeweilige Anforderung ausreichend festen Verankerung ist dann vergleichsweise einfach.
Text: DAV-Sicherheitsforschung Illustrationen: Georg Sojer
ie DAV-Sicherheitsforschung hat praktikable Da Eisschrauben in gutem Eis eine ähnliche Festigkeit wie
Ddas Vorgehen beim Aufbau solider Fixpunkte. Damit las-beschaffenheit zusammengestellt und erläutertFaustregeln zur Beurteilung der Schnee- und Eis- beim Standplatzbau an zwei Bohrhaken (siehe Artikel zumBohrhaken aufweisen, gelten prinzipiell die Regeln wieStandplatzbau in Panorama 4/2021). Wenn wir in Wech-
sen sich situativ richtig und schnell Standplätze, Zwi- selführung unterwegs sind, können wir gleich unsere schensicherungen oder Abseilstellen beim Eisklettern, an Selbstsicherung mittels Mastwurf herstellen. Firnwänden, am Gletscher oder auf Skitour errichten.
Im Abstand von etwas weniger als einer Armlänge (ca. 70- 80 cm) setzen wir dann oberhalb, leicht seitlich versetzt,
Standplatzbau im Eis
den zweiten Fixpunkt und verbinden die beiden mittels Rei-
Das Errichten eines soliden Standplatzes beim Wasserfall- henschaltung. Im oberen Fixpunkt wird dafür entweder ein klettern ist relativ einfach. In der Regel beziehen wir den Schrauber, oder noch besser eine Expressschlinge geclippt: Standplatz an Absätzen im Eis, wo wir unsere Wadenmus- Über den oberen Schnapper der Expressschlinge verbinkulatur etwas auflockern und uns mental entspannen kön- den wir die Fixpunkte mitnen. Am langen Arm verankern wir ein Eisgerät besonders einander, der untere ist zu- Tipp gut. Wer will, klippt das Seil in eine in die Öse am Pickel- gleich die erste Umlenkung Das einhändige Setzen einer Eisschrau-
be will gut geübt sein, da es neben der
schaft eingeklippte Exe, um bei plötzlichen Ausrutschern („Dummy-Runner“) für die
richtigen Ausrüstung (Schraube, Dicke
während des Eindrehens der ersten Standplatzschraube nächste Seillänge – dies gilt der Handschuhe) auch etwas Fingerdie Sturzweite zu verringern. Stand beziehen sollten wir allerdings nur im guten Eis spitzengefühl braucht. Bis die Eisschrau-
be „gebissen“ hat, muss beim Ansetzen
immer an Stellen mit ausreichender Eisdicke (> 20 cm) und (siehe Abb. 1).
mit der Handfläche nachgedrückt wer-
guter Eisqualität (wenig Lufteinschlüsse, nicht „morsch“, Im Steileis hat sich aufgrund den, erst danach kann die Eisschraube
vollständig mit der Kurbel eingedreht
dunkles Blau bis klares Weiß). An geeigneter Stelle etwas des angenehmeren Hand-
werden. Am besten am Einstieg des
abseits des Routenverlaufs der nächsten Seillänge (Schutz lings die Tube mit Plate- Wasserfalls oder im Toprope üben. vor Eisschlag) hauen oder kratzen wir aus einer stabilen Funktion zum Sichern der Grundposition wenn nötig die obersten, spröderen und mit nachsteigenden Person durchgesetzt – nicht nur bei Dreimehr Lufteinschlüssen versehenen Eisschichten mit dem erseilschaften und Anwendung der Halbseiltechnik. Die anderen Eisgerät ab. Aus der Kletterposition drehen wir Vorstiegssicherung erfolgt ebenfalls mittels Tube vom Fixeine mindestens 16 Zentimeter lange Eisschraube mög- punkt aus. Ein Toprope-Stand sollte aufgrund der Auslichst rechtwinklig bis 10 Grad hängend zur Eisoberfläche schmelzgefahr von Eisschrauben stets an zwei Abalakovein – unser erster Fixpunkt. Die Eisschraube drehen wir Eissanduhren (oder eine Abalakov und eine Eisschraube vollständig ins Eis, daher eine ebene Stelle wählen.
als kalte Redundanz; siehe „Abseilen und Rückzug“ und
54 DAV PANORAMA 1/2025
Abb. 1: Links: Bei Wechselführung dient das Kletterseil zur Herstellung der Reihen schaltung – die Partnersicherung der nachsteigenden Person liegt im Zentralkarabiner. Mitte: Bei permanenter Führung erfolgt die Herstellung der Reihenschaltung mittels vorge knüpfter Standplatzschlinge. Für den Vorstieg wird entweder die Exe im oberen Fixpunkt als DummyRunner genutzt oder ein Vorschaltkarabiner bei nicht perfekt solidem oberen Fixpunkt (rechts).
Abb. 2) aufgebaut werden – oder noch besser an zumindest oberarmdicken, lebenden Bäumen oder Bohrhaken.
Abseilen und Rückzug
Grundsätzlich bieten sich mehrere Möglichkeiten an, um beim Eisklettern (un)geplanterweise wieder nach unten zu kommen: Oft gibt es einen Fußabstieg, manchmal unterbrochen von einzelnen oder mehreren Abseilstellen (Bäume etc.). Daneben kann über Abseilpisten, entweder über die Route oder an den Begrenzungsfelsen (ggf. Bäume) abgeseilt werden. Ohne Abstiegsmöglichkeit wird materialsparend mithilfe der sog. Abalakov-Eissanduhr abgeseilt. Dafür wird eine lange (mind. 19 cm) Eisschraube im 45°-Winkel zum Eis so ein- und wieder ausgedreht, dass sich die beiden Bohrlöcher hinten „treffen“. Dieser Eiskegel hält bei ausreichendem Querschnitt und Tiefe locker der Belastung des Abseilens stand. Bei gut eingepickelten Eisfällen findet man öfters Eissanduhren von anderen Seilschaften vor. Diese müssen sorgfältig überprüft werden – im Zweifelsfall bringt man besser eine neue Eissanduhr an. Entscheidet man sich für eine vorgefundene, so kann man zum Abseilen der ersten Person der Seilschaft zwischenzeitlich eine Eisschraube als
SICHERHEITSFORSCHUNG
Abb. 2: Kalte Redundanz: zusätzliche unbelastete Eisschraube als Hintersicherung beim Abseilen über Abalakov (bei unklarer Qualität von Eis/Abalakov).
kalte Redundanz (ohne Belastung) anbringen – diese wird vor dem Abseilen der letzten Person der Seilschaft entfernt. Klar ist, dass jede zurückgelassene Reepschnur irgendwann im Bachbett/in der Natur landen wird. Es gilt also gut abzuwägen, wann wirklich eine eigene Eissanduhr gebohrt werden muss – bei kalten Temperaturen deutlich unter dem Gefrierpunkt kann auch gleich das (dünne) Zwillings- oder Halbseil direkt in die Eissanduhr gefädelt werden. Dabei sollte man sich sicher sein, dass das Seil zwischenzeitlich nicht anfrieren kann (Schmelzwasser/durchnässtes Seil) und dann ein Abziehen vom darunterliegenden Standplatz nicht mehr möglich ist.
Standplatzbau in Schnee und Firn (Hochtouren) Entweder sind die allgemeinen Tourenverhältnisse günstig (gut eingeschneiter Gletscher und geschlossene Spalten; Trittfirn) und das Anbringen von Fixpunkten (u. a. T-Anker) ist anspruchsvoll, oder umgekehrt (Blankeis, aber Eisschrauben als Fixpunkte möglich) – beides zugleich trifft man bei (anspruchsvolleren) Hochtouren eher selten an. Die Festigkeit von Sicherungspunkten wie T- oder Firnanker hängt in erster Linie von der Konsistenz des Schnees ab. Bei hartem bis sehr hartem Schnee (siehe Tabelle S. 56)
1/2025 DAV PANORAMA 55
Festigkeit von Fixpunkten bei verschiedener Schnee-/Eisbeschaffenheit,
Sicherungsmethode und Situation
Schneehärte
Vorstieg Nachstieg Stand an Eisschrauben
Wassereis bzw.
gut
gut
Gletschereis
Sehr hart „Messer“
—
—
Hart „Bleistift“
—
—
Mittel „1 Finger“
—
—
Weich „4 Finger“
—
—
Sehr weich „Faust“
—
—
Vorstieg
Nachstieg
T-Anker Pickel
—
—
o.k.
gut
o.k.
gut
fraglich*
möglich
—
fraglich; nur mit Schnee verfestigen!
—
problematisch, nicht empfehlenswert
T-Anker Ski —
— — — 1 Person
1 Person, Schnee verfestigen
* Körperdynamische Sicherung empfohlen, um Kräfte auf den Fixpunkt gering zu halten.
Je weicher der Schnee in der relevanten Tiefe ist, desto schwieriger ist es, einen soliden Standplatz zu bauen und desto eingeschränkter ist man in der möglichen Sicherungs technik (nach Sulser, Panorama 2011).
bietet ein „T-Anker“ durch einen eingegrabenen Pickel in der Regel einen soliden Fixpunkt. Umfassende Tests (u. a. Bergundsteigen 1/2012) haben gezeigt, dass die Festigkeit von Verankerungen im Schnee auf einer Kombination von Faktoren basiert, nämlich X Druck- und Scherfestigkeit des Schnees X Festigkeit, Größe und Steifigkeit des vergrabenen Objekts X „Setzwinkel“ des Objekts und der Lage der Befestigung (des Karabiners, der Schlinge o. Ä.) am Objekt X Tiefe des vergrabenen Objekts Doch wie viel muss eine Verankerung halten und welche Folgerungen für die Praxis ergeben sich dadurch? Ob der Schnee ausreichend fest für die Belastungen eines Sturzes im Nach- oder Vorstieg ist, zeigt uns der Fingertest. Wenn der Schnee sich mit einem einzelnen behandschuhten Finger nicht mehr durchbohren lässt, ist er für einen T-Anker geeignet. Wenn der Finger gerade noch so reingeht, können wir von hinten und der Seite zusätzlichen Schnee heranschaffen und an der gewünschten Stelle verdichten, um so die Festigkeit und Mächtigkeit zu erhöhen. Ansonsten gilt als Grundregel: Schnee, der sich zu einem Schneeball formen lässt, ist ausreichend feucht (aber nicht nass!), temperiert, und ist bei entsprechender Tiefe und sorgfältiger Komprimierung auch ausreichend fest für die Verankerung. Die nötige Tiefe des T-Ankers ist dabei abhängig von der
Abb. 4: Firnanker sind schnell gesetzt und bieten sich auch als Zwischen sicherung an.
Abb. 3: T-Anker mit Pickel ist die wichtigste Fix
Schneequalität – je weicher der Schnee, desto tiefer muss
punktmethode bei Firn. Wichtig: ausreichend tief,
auch der T-Anker vergraben werden. In hartem Schnee
56 DAV PANORAMA 1/2025
Auslauf der Schlinge, Schnee verfestigen.
SICHERHEITSFORSCHUNG
(„Bleistift“) gelten 30 Zentimeter Tiefe als unterste Grenze, bei weicherem Schnee muss deutlich tiefer gegraben werden, um in Bereiche von festerem Schnee zu gelangen. Der Schnee sollte über die gesamte Tiefe überprüft werden, denn die Schneebeschaffenheit kann in unterschiedlichen Schichten deutlich voneinander abweichen und unterschiedliche Festigkeitswerte aufweisen. In sehr weichem Pulverschnee, stark aufgebaut umgewandeltem („Grieß“) oder stark durchfeuchtetem bis durchnässtem Schnee bringt ein T-Anker mittels Pickel nicht mehr die benötigte Festigkeit zum Nachsichern oder Ablassen auf. Einen Überblick, in welchen Oberflächen welche Sicherungsmittel zulässig sind, liefert die links stehende Tabelle (nach Sulser, Panorama 2/2011): Für den T-Anker graben wir zunächst einen ausreichend tiefen und langen Schlitz quer zur voraussichtlichen Zugrichtung mit der Schaufel des Pickels und einen zweiten in der zu erwartenden Zugrichtung. Im Flächenschwerpunkt (Markierung) oder im Massenschwerpunkt (Ausbalancieren mit Finger) des Pickels befestigen wir mittels Ankerstich eine 120 Zentimeter lange, vernähte Bandschlinge oder Kevlarschlinge. Diese legen wir in den zweiten Schlitz, aus dem sie flach hangabwärts herausläuft. Ein eingehängter Karabiner dient als Zentralpunkt. Zum Schluss bedecken wir den Pickel (möglichst gerader Schaft; mind. 60 cm Länge) mit umliegendem Schnee, den wir durch Festtreten gut verdichten (siehe Abb. 3). Bei bestimmten Tourenbedingungen sowie bei steileren Hochtouren und Firnflanken, in denen im Firn zusätzlich Zwischensicherungen angebracht werden müssen, können sogenannte Firnanker (auch Snow Stakes) helfen. Das sind gewinkelte Aluminiumprofile, die in verschiedenen Größen erhältlich sind. Je weicher der Schnee, desto größer muss auch der Firnanker gewählt werden. Beim Setzen eines Firnankers tragen wir zunächst (falls vorhanden) die obere weichere Schneeschicht ab und stechen anschließend den Anker so tief wie möglich ein, so dass die spitz zulaufende Seite des V-Profils in Zugrichtung ausgerichtet ist. Der beste Setzwinkel ist wiederum abhängig von der Schneebeschaffenheit – tendenziell leicht zum Berg geneigt. So bekommt der Anker bei Belastung keinen Krafteintrag nach oben heraus. Die Schlinge sollte dabei mittig im Flächenschwerpunkt angebracht sein (siehe Abb. 4).
Rückzugsmöglichkeiten und Abseilen im Firn: Diese Methoden sind nur für einen Rückzug im Notfall geeignet, wenn kein Pickel als T-Anker zurückgelassen werden kann, da er im Anschluss für den weiteren Abstieg benötigt wird. Eine Möglichkeit bietet die Technik des ausziehbaren T-Ankers (siehe Panorama 2/2011). In festem Schnee/Firn lassen sich auch andere, weniger essenzielle Ausrüs-
1/2025 DAV PANORAMA 57
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Ausschmelzen von Eisschrauben
Die DAV-Sicherheitsforschung hat das Ausschmelzverhalten von Eisschrauben in einer Kältekammer und am Gletscher untersucht. Hintergrund waren folgende Fragestellungen: X Ist ein Ausschmelzvorgang allein aufgrund einer permanenten Last auf eine Eisschraube (Druckschmelze) in der Praxis feststellbar? X Welchen Einfluss auf das in der Praxis beobachtbare Ausschmelzen von Eisschrauben hat die Lufttemperatur und welche die Sonnenstrahlung? X Schmelzen Schrauben aus Aluminium aufgrund ihrer höheren Wärmeleitfähigkeit schneller aus als Eisschrauben aus Stahl? Haben unterschiedliche Farben
der Schraube oder Lasche einen merkbaren Einfluss auf das Ausschmelzverhalten?
Ergebnisse aus dem Feldtest:
X Eisschrauben schmelzen unter direkter Sonneneinstrahlung deutlich schneller aus als abgeschattete Referenzschrauben bei gleicher Lufttemperatur. X Eine Druckschmelze bei Eisschrauben unter konstanter axialer Zugkraft von 0,6kN (60 kg), wie sie zum Beispiel bei Eisschrauben an einem Standplatz auftritt, konnte nicht nachgewiesen werden. X In verschiedenen Versuchen konnte kein Unterschied zwischen den Eisschrauben aus verschiedenen Materialien und/oder von verschiedenen Herstellern beobachtet werden. Auch die Farbe der Schraube oder Lasche spielte im Test keine beobachtbare Rolle.
Schlussfolgerung:
Vollständig und korrekt eingedrehte Eisschrauben jeder Bauart können – wenn sie der Sonnenstrahlung direkt ausgesetzt sind – bereits in kurzer Zeit komplett ausschmelzen, also ohne großen Widerstand mit der Hand aus dem Eis gezogen werden: ein Großteil der Schrauben beim Test im September nach 45 Minuten, bei stärkeren Strahlungsbedingungen sicherlich noch schneller. Bei radialem Zug (90° zur Oberfläche) verklemmen die Eisschrauben im Loch und halten dennoch einem relativ hohen Lasteintrag stand.
Trotzdem: Bei Sonneneinstrahlung Eisschrauben nicht über längere Zeit (> 10 Min.) nutzen, auch nicht als Backup bei z.B. Spaltenbergeübung!
Abb. 5: Verschiedene Eisschrauben im Feldtest (o.). Abb. 6: Mit etwas Schnee abgedeckte Eisschrauben hielten länger. Vorsicht: An einem Strahlungstag im Hochsommer ist die abgebildete Schneemenge nicht ausreichend und schnell geschmolzen – besser immer Eissanduhren bei längerer Verwendung verwenden (M.)! Abb. 7: Mit Plane abgeschattete Versuchsreihe. Auch nach > 3h war kein merkliches Ausschmel zen zu beobachten (u.).
tungsgegenstände vergraben, z. B. die mit Schnee gefüllte Standplatzbau beim Ski(hoch)tourengehen Steigeisentasche. Wie beim T-Anker ist dabei auf eine ausrei- Ist der Schnee nicht genügend hart und daher kein Standchende Setztiefe und eine nach unten herauslaufende Anker- platzbau mit T-Anker und Pickel möglich, lassen sich Skistichschlinge zu achten.
verankerungen mit ausreichender Festigkeit schaffen. Unterschieden wird hier zwischen der schnellen, aber aus Festigkeitsgründen limitierten Methode des Rammskis und
Tipp
des toten Manns mit eingegrabenen Ski analog zum T-Anker.
Bevor man an noch größeren Objekten wie eingegrabenen Ski oder mit Schnee gefüllten Steigeisen-, Pack- oder Rucksäcken abseilt, die – wenn es nicht
Rammski: Der Ramm-/bzw. Steck-Ski ist perfekt für gerin-
anders geht – erstaunlich hohe Festigkeitswerte auf-
gere Belastungen, da er schnell und unkompliziert auf- und
weisen – und diese zurücklässt, sollte man alle anderen Optionen ernsthaft bedenken: Umweg, Wiederaufstieg,
wieder abgebaut werden kann. Anwendungen wie Perso-
Fußabstieg der trittsichersten Person in der Gruppe
nen ablassen, Personen nachsichern oder Spaltenbergung
nach Abseilen der anderen Seilschaftsmitglieder an redundantem Stand und zusätzliches Beschweren der
auf Gletschern mit ausreichender Schneeauflage fallen
Fixpunkte mit dem Körpergewicht. Über die Festigkeit
darunter.
entscheidet primär die Schneequalität und -mächtigkeit.
Zuerst müssen wir die Skistopper arretieren. Abhängig von
Darauf folgt, wie stark der Schnee komprimiert wurde, und erst an dritter Stelle der vergrabene Gegenstand.
den Schneeverhältnissen rammen wir von einem bis drei
58 DAV PANORAMA 1/2025
SICHERHEITSFORSCHUNG
Abb. 8: Rammski mit Pickel: Schnelle Methode zum
Abb. 9: Auch Stöcke können genutzt werden (Achtung:
Nachsichern oder Ablassen auf Ski(hoch)tour.
lieber Alu als Carbon Stöcke verwenden – Bruchge fahr!). Für bessere Flächenverteilung zwei Paar Ski verwenden.
Idealerweise bedient man die Partnersicherung aus einer sitzenden Position vor dem Aufbau. Dadurch stützt man die Rammski bei Belastung zusätzlich mit dem eigenen Körper ab.
„Toter Mann“ mit Ski: Wie beim T-Anker mit Pickel graben wir zuerst mit der Lawinenschaufel einen ausreichend tiefen, möglichst schmalen Schacht. Ein Paar Ski legen wir mit den Laufflächen zueinander und umfassen sie mit einer mindestens 120 Zentimeter langen Schlinge mittels Ankerstich in der Mitte der Bindung. Im Anschluss platzieren wir die Ski im 90-Grad-Winkel zur voraussichtlichen Zugrichtung im Loch und graben für die herausragende Schlinge
Abb.: 10: T Anker mit Ski ist ein solider Fixpunkt – auch
flach auslaufend einen Schlitz, sodass der T-Anker später
bei etwas weicherem Schnee.
keinen Zug nach oben bekommen und so aus dem Loch gehebelt werden kann. Anschließend schütten wir die Ski mit Schnee von hinten und der Seite – nicht von
Skipaaren die Ski einzeln mit der Lauffläche nach oben vorne! – zu und verdichleicht zum Hang geneigt so tief wie möglich mit minimalem ten ihn (siehe Abb. 10). Abstand nebeneinander in den Schnee.
Mit dieser Methode lässt
Zwischen Hang und Laufflächen der Ski legen sich – recht aufwendig – Die Experten der DAV-
Literatur:
Sicherheitsforschung,
wir anschließend zwei parallel liegende Skistö- auch bei weichem Schnee
X Panorama 4/2019,
Lukas Fritz, Lorenz
1/2010, 2/2011
cke oder einen Pickel und umfassen sie mittig (vier Finger) ein ausrei- Berker und Beni Trüben-
X bergundsteigen
mit einer vernähten Bandschlinge via Ankerstich. chend fester Fixpunkt bacher, haben sich nicht
1/2012
nur theoretisch mit der
Keine kurzen und leichten Skitourenpickel ver- schaffen. Bei sehr wei-
Festigkeit von Fixpunkten
wenden! Das freie Ende der Bandschlinge läuft hangab- chem Neuschnee kommt in Schnee und Eis beschäf-
tigt, sondern auch Messun-
wärts aus der Konstruktion heraus und dient als Zentral- aber auch diese Methode
gen auf dem Gletscher
punkt (siehe Abb. 8/Abb. 9).
an ihre Grenzen!
durchgeführt.
1/2025 DAV PANORAMA 59
2 von 3
Wie baut man eine Lawinensonde zusammen?
X Sonde auswerfen und dabei das oberste
Lawinensonde und -schaufel
Segment am Griff mit einer Hand festhalten. X Kabelzug mit der anderen Hand spannen, bis die Segmente ineinandergreifen und der
220 Zentimeter stehen als kleinster Wert im Display
Arretierungsmechanismus einrastet.
des Lawinenverschüttetensuchgerätes! Besser wird’s nicht. Und jetzt? Sonde und Schaufel, aber pronto! Der größte Teil der Arbeit steht nämlich noch bevor. Gemessen daran finden diese Werkzeuge für Punktortung und Ausgrabung nur wenig Beachtung. Also los!
Text: Martin Prechtl Illustrationen: Georg Sojer
Arretierungsmechanismus
Welche Merkmale zeichnen eine gute Lawinensonde aus?
Sondenkopf:
X Aus Metall, vorne spitz, pfeilartige Form
X Mindestlänge der montierten Sonde ca. 240 cm
X An der dicksten Stelle geringfügig größer im Durchmes- X Einteilung in bspw. sechs Segmente zu je 43,5 cm bei ei-
Kabelzug
ser als die einzelnen Segmente → weniger Reibung beim
ner Überlappung von je 3,5 cm → praktisches Packmaß
Sondieren
Kabelzug:
Segmente:
X Durchlaufend im Inneren der einzelnen Segmente → Ver-
X Zusammensteckbar, aus Aluminium oder Carbon
spannung (vgl. Zeltstange)
Skalierung
X Ausreichend großer Durchmesser, um beim Sondieren
X Dünnes Stahlseil als Kabelzug → mehr Stabilität + Robust-
nicht zu verlaufen → Kompromiss aus Steifigkeit und ge-
heit
ringem Gewicht
X Arretierung funktioniert zuverlässig
Segmente
X Skalierung in Zentimetern für die rasche Ermittlung der
X Dauerhafte Fixierung des gespannten Kabelzugs
Verschüttungstiefe der verunfallten Person → wichtig für
X Weitgehend resistent gegen Vereisung
die Vorgehensweise beim Ausgraben
Preis:
X Griff, z.B. Gummierung am obersten Segment → flinkes
X Ab ca. 30 € für 240 cm Alu bis ca. 100 € für 300 cm Carbon;
Arbeiten auch bei maximaler Sondierungstiefe
im Set mit LVS-Gerät und Schaufel günstiger
Sondenkopf
Wie sondiert man richtig?
X Ausgangspunkt ist die Stelle mit dem
X Ein Treffer wird am „Federn“ der
kleinsten Distanzwert im Display des Lawi-
Sonde und geringerer Schnee-
nenverschüttetensuchgerätes (LVS). Dieser
überdeckung erkannt und kommuniziert.
Distanzwert gibt Hinweise auf Verschüt-
Die Sonde bleibt als Bezugspunkt stecken!
tungstiefe und Sondierbereich.
X Elektronische Sonden (ca. 100 bis 210 €)
X Der Ausgangspunkt wird markiert (z. B.:
erfordern keinen direkten Treffer. Sie re-
Mütze).
agieren mit einem Dauerton und Lichtsig-
X Ausgehend vom markierten Punkt wird die
nalen am obersten Segment, sobald die
Sonde im Abstand von 20 bis 30 cm in den
Sondenspitze weniger als einen halben Me-
Schnee eingestochen.
ter vom sendenden LVS entfernt ist. Das
X Der Verlauf der Einstiche orientiert sich an
Ausgraben kann dann beginnen. (Mehr zur
einem Muster: entweder eckige Spirale
korrekten Anwendung elektronischer Son-
oder Koordinatensystem.
den bei H. Mittermayr in: Lawinen – Erken-
X Die Einstiche erfolgen im 90-Grad-Winkel
nen, Beurteilen, Vermeiden, Salzburg
zur Schneeoberfläche.
2021.)
60 DAV PANORAMA 1/2025
WIE FUNKTIONIERT DAS?
Welche Merkmale zeichnen eine gute Lawinenschaufel aus?
Schaufelblatt X Material: Aluminium X Ausreichende Größe – eine Verschüttungstiefe von 150 cm bedeutet eine zu schaufelnde Schneelast von ca. 1500 kg X (Leicht) hochgezogener Schaufelrand – sonst rutscht der Schnee vom Schaufelblatt X Scharfe Schaufelblattschneide zum Abstechen von hartem Schnee X Löcher oder Ausfräsungen zum Bau eines Skischlittens für verletzte Personen
Schaufelstiel
Griff
Verbindung
Preis
X Material: Aluminium X Material: Kunststoff X Passgenauigkeit → X Ab ca. 40 € X Ausziehbar – ein län- X Für rechts- und
kein Eindringen von bis ca. 125 €
gerer Stiel
linkshändische Nut- Schneekristallen
X Im Set zusammen
bedeutet einen
zung gleichermaßen zwischen den bei-
mit LVS-Gerät und
größeren Hebel →
geeignet
den Teilen des Stiels Sonde günstiger
schnelleres und ef- X Montagemöglichkeit oder zwischen Blatt fektiveres Schaufeln des Schaufelblattes und Stiel X Gummierung am un- im 90-Grad-Winkel X Senkknöpfe kombiteren Teil des Stiels
als Hacke oder
niert mit ausrei-
gegen Abrutschen
zum Abräumen von chend starken
X Ovale Form → mehr
bereits zur Seite
Flachblechfedern →
Stabilität, besseres
geschaufeltem
kein Spiel, kein
Zupacken
Schnee
Wackeln
Achtung
Wie baut man die Lawinenschaufel
zusammen?
X Schaufelstiel in die Aufnahme am Schaufelblatt einführen, dabei evtl. den Senkknopf am Stiel gedrückt halten. X Das Eindringen von Schnee in die
Schaufelstiel
Aufnahme
(teleskopierbar)
am Schaufelblatt vermeiden! X Teleskopierbaren Schaufelstiel ausfahren, dazu Senkknopf/Senkknöpfe gedrückt halten!
Wie transportiert man Schaufel und Sonde?
X Um Verlust, Vereisung und Verletzungen bei Stürzen vorzubeugen, werden Schaufel und Sonde im Rucksack transportiert. X Schaufelstiel und Sonde werden der Länge nach getrennt voneinander zur linken bzw. zur rechten Seite im Rucksack verstaut.
Das Schaufelblatt kommt mit der Schneide nach oben mittig dazu. X Diese Anordnung bildet eine Art Rahmen, der den Rückenbereich bei Stürzen schützen kann.
Wie schaufelt man richtig?
XIn einer Lawine verschüttet zu werden bedeutet
X Bezugspunkt ist die Sonde an der Treffer-
Lebensgefahr (Todesur-
stelle, die Skalierung zeigt Verschüttungs-
sachen: Ersticken,
Griff
tiefe an.
schwere Verletzungen
X Talseitig graben, Abstand mind. Ver-
etc., vgl. ÖKAS Snow
schüttungstiefe. Wenn Gelände flach,
Institute 2023). Darum
Senkknöpfe
gilt natürlich: Am besten
mehrere Rettende: Abstand 1,5-2x Ver-
gar nicht erst in eine
schüttetentiefe.
Lawine geraten!
X Bei zwei Rettenden graben beide vorne.
XDefensive Tourenpla-
X Bei drei Rettenden graben zwei vorne
nung und verantwor-
Löcher
nebeneinander, eine*r räumt dahinter.
tungsbewusstes
X Bei vier Rettenden graben zwei vorne
Risikomanagement
Senkknopf
nebeneinander, zwei räumen dahinter.
werden empfohlen.
(verdeckt)
X Ist die verschüttete Person erreicht,
XIm Fall eines Lawinen-
Loch
Kopf lokalisieren, Atemwege
abgangs: Möglichst
Schaufelblatt
nicht verschüttet
freilegen. Keine Atmung?
werden!
Fünf Atemspenden, dann
Hierbei kann evtl. ein
Reanimation beginnen!
Lawinenairbag helfen. XIm Fall einer Personenverschüttung: Priorität hat die Kameradenrettung!
Wer das Suchen, Sondieren und Schaufeln nicht übt, versagt im Ernstfall!
1,5 x Verschüttungstiefe
Martin Prechtl ist Staatlich geprüfter Berg- und Skiführer und Mitglied des DAV-Lehrteams Bergsteigen.
1/2025 DAV PANORAMA 61
Besser werden mit System
Cleveres Hallenklettern
Die einzige Alternative zu Kraft ist noch mehr Kraft? In Schweiß gebadet, der Kopf hochrot, die Beine zitternd im Stakkato einer Nähmaschine, die Unterarme aufgepumpt – alles gegeben und dennoch kläglich gescheitert. Die Ursache ist nicht nur schnell gefunden, sondern in beiden Unterarmen schmerzhaft brennend zu spüren: „Einfach nicht genug Kraft!“ Stimmt das?
Text: Max Bolland
Stumpf ist Trumpf? Das ist nur in
Illustrationen: Georg Sojer
den seltensten Fällen korrekt. Die richtige Technik und überlegtes Klettern sticht in der Regel.
ährend die Ursachenforschung simpel er- sen. Prinzipiell gilt: Wer nie eine schwere Route probiert,
WKletterleistung bei – wer an diesen Faktoren arbeitet, wirdscheint, ist die Realität eine andere: NebenKraft tragen weitere Faktoren maßgeblich zur ßig Routen, die knapp über deinem Niveau sind oder dirvom Stil wenig liegen.wird nie eine schwere Route klettern. Versuche regelmä-
sich beim (Hallen-)Klettern spürbar verbessern.
Technik – Gute Klettertechnik führt zu effizientem, kraftsparendem Klettern. Technik-Einheiten sollten obligatori-
Faktoren der Kletterleistung
scher Teil jeder Klettersession sein, idealerweise am Be-
Neben Kondition (v.a. Maximalkraft, Kraftausdauer und Be- ginn der Einheit. Klettertechnik beim Einklettern: Nimm dir weglichkeit) spielen beim Sport- und Hallenklettern Technik, in einer leichten Aufwärmroute einen Aspekt der Kletter-Taktik und nicht zuletzt die Psyche eine entscheidende Rol- technik vor und setze diesen sehr bewusst um (z.B. präle. Während man konditionelle Defizite deutlich spürt, sind zises Treten, seitliche Hüftverschiebung und Aufstehen; Schwächen in den anderen Bereichen schwieriger zu analy- Nachlassen; siehe dazu auch Panorama 3/2023), hol dir sieren, resultieren jedoch häufig in weiterem „Kraftverlust“: Feedback zur Umsetzung von außen ein. Wenn aus Sturzangst Griffe mit zu viel Kraft gehalten wer- Neue Bewegungen – Bouldern ist ideal, um neue Beweden, Rastpositionen nicht genutzt werden, Sequenzen gungserfahrungen und Techniken zu sammeln – integriere unökonomisch oder zögerlich bewältigt werden oder man- daher regelmäßig Bouldereinheiten in dein Training. Wähle gels klettertechnischer Fähigkeiten unnötig viel Kraft ver- Boulder, die du nicht auf Anhieb schaffst und die technisch geudet wird. Gerade für Kletterneulinge ist es zielführender, fordernd sind (senkrecht bis leicht überhängend). an Technik, Taktik und Psyche zu arbeiten, um die eigene Technik anwenden – Routen auschecken und Rotpunkt Kletterleistung zu steigern.
klettern trainiert unterschiedliche Leistungsfaktoren und
Das Hallenklettern bietet dafür beste Voraussetzungen. In ist daher besonders empfehlenswert: Wähle anfangs Rouder Folge sind einige Übungsvorschläge aufgeführt, die ten, bei denen parallel eine leichtere Route ein Auskneifen sich gut in eine Einheit in der Kletterhalle integrieren las- und Vorclippen ermöglicht. Versuche dennoch für jede
62 DAV PANORAMA 1/2025
SO GEHT DAS!
Rastpunkte zu nutzen, finde möglichst viele und kreative No-Hand-Rests. Versuche Rastpunkte maximal zu nutzen und gewinne ein Gefühl, wie lang du wo sinnvoll rasten kannst. Allein der Fokus auf das Ausnutzen von Rastpunkten und das richtige Pacing kann gerade für Neulinge große Fortschritte bewirken. Rastpunkte bieten neben der körperlichen Erholung auch die Möglichkeit, die eigene Psyche in den Griff zu bekommen. Nutze Rastpunkte, um tief durchzuatmen, achte auf langes Ausatmen. Genauso wie Angst häufig zu schnellem, gepresstem Atmen führt, kann bewusst
Stelle eine Lösung zu finden. Beim tiefes Atmen die Psyche beruhigen. Integriere bewusstes Ausbouldern der Schlüsselstellen Atmen regelmäßig in dein Klettern, achte besonders nach erweiterst du dein Technikrepertoire, schwierigen oder psychisch stressigen Passagen auf deine schleifst Bewegungen ein und lernst, Atmung. Übe zudem, den Fokus auf die Lösung der nächsten Stellen am Limit effizient zu klettern. Klettermeter zu legen, anstatt über einen möglichen Sturz Zudem verbesserst du deine Klettertak- nachzudenken. Auch hierfür eignen sich insbesondere Routik. Lege beim Auschecken von Routen ten, die man bereits einstudiert hat (Rotpunkt-Versuch). besonderes Augenmerk darauf, wo Den Kopf – nach Aussage von Wolfgang Güllich der wich-Rastpunkte sind, wo Schlüsselstellen tigste „Muskel“ beim Klettern – in den Griff zu bekommen, und wo eher kräftige Passagen. Ob ist ein komplexes Unterfangen. Sturzangst abzubauen, Neulinge oder Fortgeschrittene, es gibt dauert und bedarf vieler kleiner Schritte und Einheiten.
einen an sich banalen, aber weit verbreiteten Taktikman- Voraussetzung ist, dass das Halten von Stürzen, das weiche gel: fehlende Tempovariationen (Pacing)
Sichern und das richtige Fallen absolut
Tipps
und mangelhafte Ausnutzung von Rast-
beherrscht wird und Sturz-Einheiten in
u Analysiere deine Stärken und
punkten. Eine Kletterroute ist kein Dauer-
Absprache und Einvernehmen mit Seil-
Schwächen
lauf, den man in möglichst gleichmäßi-
partner*in erfolgen.
u Arbeite gezielt an Schwächen
gem Tempo absolviert. Kletterrouten u Pflege deine Stärken &
Und was ist mit Konditions- und Krafttrai-
bestehen aus leichten und schweren
erhalte deine Motivation
ning? Ohne Kraft geht nichts im Klettern, das
u Fokussiere dich auf Technik,
Passagen, aus kraftraubenden und eher
ist richtig. Jedoch steigern sich gerade im
Taktik, Psyche
technischen Abschnitten, aus Schüttel-
Einstiegsbereich die relevanten Kraftformen
u Integriere Einheiten ins
positionen oder gar No-Hand-Rests und
Einklettern
noch sehr gut allein durchs Klettern. Boul-
Passagen, an denen man sich gerade u Studiere regelmäßig Routen dern und Auschecken von Schlüsselstellen
ein und klettere sie
noch an der Wand halten kann. Darauf
zahlen auf die Maximalkraft ein, Durch-
muss man reagieren: kräftige Passagen
stiegsversuche trainieren die Kraftausdau-
schnell und effizient klettern, technische mit Bedacht, er. Wer dennoch konditionelle Aspekte bearbeiten will, sollte Schüttel- und Rastpositionen nutzen und das Klettertempo regelmäßiges Beweglichkeitstraining (Stretching) und Training entsprechend anpassen.
der weniger belasteten Muskeln (Ausgleichstraining) in den
Nach dem Auschecken einer Route sollte man diese in un- Vordergrund stellen. terschiedliche Etappen unterteilt und für jede Passage einen Generell gilt es einige Prinzipien zu berücksichtigen: Nähere groben Plan haben. Zumindest für die Schlüsselsequenz dich neuen Aspekten im frischen Zustand und in für dich sollte man Griff- und Trittabfolge präsent haben und abrufen einfachen Routen. Nimm dir Zeit. Achte auf viele Wiederhokönnen. Wichtig: Nach dem Auschecken ausreichend Pause lungen und steigere Anspruch und machen und versuchen, die Route Rotpunkt zu klettern. Nur Schwierigkeiten nur langsam. Hole so lernt man die Umsetzung von taktischen Überlegungen dir Feedback von Freund*innen und eingeschliffenen Bewegungssequenzen. Richtiges Pa- oder Profis zu deinen Stärken und cing und Rastpunkte zu nutzen, kann bereits ins Einklettern Schwächen. Arbeite an deinen
Max Bolland (opens in a new tab)
integriert werden: Übe zügiges bis schnelles Klettern in un- Schwächen und pflege deine Stär-
arbeitet als Berg- (opens in a new tab)
terschiedlichen, auch anspruchsvolleren Passagen, raste an ken. Erhalte deine Motivation und führer und Ausbil- (opens in a new tab)
der in der Trainer- (opens in a new tab)
großen Griffen und schüttle die Arme aus (auch wenn du es akzeptiere Stagnation und Rück-
ausbildung des DAV (opens in a new tab).
in der Route nicht brauchst), versuche möglichst effiziente schritte.
erlebnis-berg.com (opens in a new tab)
1/2025 DAV PANORAMA 63
Dauer: 7 Tage
Max. pro Tag: 19 km, 1490 Hm ↗, 1570 Hm ↘
Höchster Punkt: Col de Malatra (2925 m)
Der Zieleinlauf auf der Alta Via in
Ausrüstung:
Normale Bergwander
Richtung Courmayeur ist grandios:
ausrüstung
Stundenlang wandern wir mit Blick
Schwierigkeit:
Erfahrung, Kondition und
auf die Grandes Jorasses und den
Trittsicherheit erforderlich
Mont Blanc (links).
Beste Zeit: Juli bis August
ie Alta Via 1, oder auch der „Weg der
D Giganten“, ist gewissermaßen dassüdliche Gegenstück zur beliebten
Walker’s Haute Route, wird aber viel weniger begangen. Offiziell beginnt der Weitwanderweg in Donnas am Eingang des Aostatals und führt in siebzehn Etappen bis in den bekannten Bergsteigerort Courmayeur. Wir nehmen uns die etwa hundert Kilometer lange Strecke ab Paquier vor.
Die Vorbereitung gestaltet sich schwierig. Spezielle Wanderkarten? Gibt es eigentlich nicht. Gar nicht so leicht ist auch das Klima einzuschätzen. Immerhin sind wir in Italien: Für den Hauptort Aosta sind Temperaturen von über dreißig Grad vorausgesagt, andererseits liegen die Berghütten oft auf gut zweitausend Metern. Also packen wir besser die leichten Steppanoraks ein. Und da in der Saison manche Hütten bereits seit Wochen ausgebucht sind, kommt auch das Zelt mit.
Über Turin geht es zunächst mit der Regionalbahn in eineinhalb Stunden bis Châtillon-Saint Vincent, wo wir in einen Bus in Richtung Valtournenche umsteigen. Im Ortsteil Paquier ist die Alta Via 1 dann gut ausgeschildert. Anfangs geht es durch Wald, doch bald steigen die Talwände steil an. Die Sonne brennt, und wir fragen uns etwas beklommen, ob wir all die warmen Kleidungsstücke wirklich über die Berge schleppen müssen. Familien mit Tagesrucksäcken kommen uns von einem Ausflug zum Stausee entgegen. Inzwischen ist es später Nachmittag und kaum noch jemand wandert in
64 DAV PANORAMA 1/2025
AOSTATAL
Im Schatten der Giganten
Von Deutschland aus liegt das italienische Aostatal gefühlt „hinter den sieben Bergen“. Und tatsächlich wandert man hier auf der weniger bekannten Rückseite von Gipfeln wie Mont Blanc, Grand Combin und Matterhorn – und das meist auf einsamen Bergwegen.
Text und Fotos: Isa Ducke und Natascha Thoma unsere Richtung. Zeitgleich mit einer italienischen Familie erreichen wir das Rifugio Barmasse und kommentieren mit einigem Mitgefühl den enormen Rucksack des Vaters. „It’s for the faaamily“, seufzt er. Und tatsächlich hören wir später mit Erstaunen Föhngeräusche aus dem einfachen Bad der Hütte.
Das italienische Hüttenfrühstück ist nicht besonders üppig. Ein paar Scheiben Weißbrot mit Marmelade und Nutella, dazu Cornflakes und Schokopops – und immerhin kräftigen Kaffee. Um acht sind wir schon unterwegs auf dem langen, eher seichten Anstieg zum Fenêtre du Tsan (2736 m). Dahinter fällt ein Schuttkar supersteil in den nächsten Talkessel ab. Nach unserer Wegbeschreibung sollten wir da runter und auf der anderen Seite wieder hoch, doch erfreut stellen wir fest, dass die Alta Via mittlerweile knieschonender auf halber Höhe seitlich um den Talschluss herumführt. Dafür geht es etwas anspruchsvoller durch felsiges Terrain. Und sogar Blaubeeren gibt’s am Wegesrand. Gegen fünf stellen wir uns schon am Rifugio Cuney für die kalte Dusche an.
Gegessen wird an zwei langen Tischen. Um uns herum schwellen die italienischen Unterhaltungen an und ab, während alle erwartungsvoll die Tür zur Küche im Auge behalten. In der Regel besteht Der Camping das Hüttenessen aus einem Primo, platz liegt ma meist Suppe oder Pasta. Der Secon-
lerisch am See
do ist dann Fleisch mit Gemüse.
und verfügt
Und ein Dessert gehört auch dazu.
über alle An
Beim ersten Gang wird am Tisch
nehmlichkeiten
gekichert – „Pasta Pipi!“ Wir lernen,
der Zivilisation.
dass Pasta Pipipi ein typisches Kinderessen ist: drei Ps für Prosciutto (Schinken), Piselli (Erbsen) und Panna (Sahne). Hier ist der Primo zur allgemeinen Erheiterung nur Pasta Pipi: mit Schinken und Sahne. Schade eigentlich, als Vegetarierinnen hätten wir lieber Pasta Pipi mit Erbsen und Sahne gehabt. Für uns gibt es aber eine Gemüsesuppe. Überhaupt ist es mit dem Essen und speziell dem vegetarischen so eine Sache in Italien. Die Hütten liegen alle recht einsam, die Lebensmittel werden per Auto, Seilbahn und zu Fuß herauf-
66 DAV PANORAMA 1/2025
Um das Rifugio Barmasse spiegeln mehrere kleine Bergseen die Alpenland schaft wider (o.). Wild, einsam und karg liegt das Rifugio Cuney (u.).
gebracht. Für die seltenen vegetarischen Gäste gibt es meist statt Fleisch eine oder zwei dickere Scheiben Käse. Wir nehmen noch einen Nachschlag Suppe – egal, ob das gierig wirkt. Immerhin bekommen wir zum Nachtisch Mousse au Chocolat.
Am nächsten Morgen sind wir früh unterwegs. Heute geht es vor allem viel bergab, insgesamt fast 1800 Meter. Blaubeeren und später unterhalb der Waldgrenze Himbeeren bieten willkommene Pausen. In einem Talkessel stoßen wir auf eine Wandergruppe, die gerade ihre Zelte zusammenpackt. Zelten ist in den Bergen in Italien hier und da erlaubt. Die Hütten sind oft sehr klein, und es ist mit Erlaubnis der Wirtsleute in Ordnung, neben der Hütte sein Zelt aufzuschlagen. Üblich ist es dann, zumindest die Mahlzeiten in der Hütte einzunehmen.
Unten im Valpelline überqueren wir die historische Steinbrücke von Betenda und sind bald am Campingplatz. Der liegt malerisch am See und verfügt über alle Annehmlichkeiten der Zivilisation: warme Duschen, ein Lädchen und Wäschewaschbecken!
Die steilen Hänge um das Tal sind von Murenabgängen durchzogen, die aussehen wie Bäche aus Beton. Wegen eines Hangrutsches ist auch die reguläre Route der Alta Via 1 auf der nächsten Etappe gerade gesperrt. Statt über den Pass führt die Alternativroute auf halber Höhe um den Berg herum. Den ganzen Tag geht es auf schlecht gewarteten Wegen durch einen Nadelwald, unerwartet anstrengend. Am Nachmittag trotten wir durch Ollomont auf der Suche nach dem Zeltplatz, den die Online-Karten zeigen. Dort stehen schon einige Zelte; die Rezeption scheint geschlossen, dafür fordern uns etliche Gäste auf, abends zum gemeinsamen Essen zu kommen. Später sitzen wir bei Zuppa Valpelline-
AOSTATAL
INFO
ABWECHSLUNGSREICHE MEHRTAGESTOUR ÜBER DEM AOSTATAL Die Alta Via 1 ist eine anspruchsvolle Höhentour auf wenig begangenen Bergwegen. Die Südhänge von Matterhorn und Mont Blanc sind erstaunlich wenig erschlossen. In den wenigen urigen Berghütten auf der Strecke wird praktisch nur Italienisch gesprochen.
Anspruch: Solide Bergwandererfahrung, Trittsicherheit und eine gute Kondition sind erforderlich.
Anreise: Mit der Bahn von Turin nach Châtillon-Saint Vincent, dann mit dem Bus bis Valtournenche, insgesamt ca. 3 Std., seltene Verbindungen
Rückreise: Ab Courmayeur Direktbus nach Turin
Beste Zeit: Juli bis August
Karten:
X Escursionista, Alta Via 1 della Valle d’Aosta guida+carta 1:25.000, escursionista.it (opens in a new tab) X Fraternali Editore, Karten 29, 30, 31, 1:25.000, fraternalieditore.com (opens in a new tab)
Etappen:
X Tag 1: Valtournenche/Paquier – Rifugio Barmasse (2170 m), 5 km, 730 Hm ↗, 200 Hm ↘ X Tag 2: Rifugio Barmasse, Fenêtre d’Ersaz (2290 m) – Fenêtre du Tsan (2736 m)
- Rifugio Cuney (2655 m), 17 km, 1450 Hm ↗, 960 Hm ↘ X Tag 3: Rifugio Cuney – Col de Chaleby (2653 m) – Col de Vessonaz (2794 m)
- Lac Lexert (1552 m), 17 km, 670 Hm ↗, 1760 Hm ↘ X Tag 4: Lac Lexert – Col de Brisson (2480 m) – Ollomont (1356 m), 12 km, 640 Hm ↗, 790 Hm ↘ X Tag 5: Ollomont – Rifugio Champillon (2406 m) – Col de Champillon (2709 m) – Bezet (1629 m) – Étroubles (1270 m), 19 km, 1490 Hm ↗, 1570 Hm ↘ X Tag 6: Étroubles – St-Léonard (1512 m) – Tsa de Merdeux (2285 m) – Rifugio Frassati (2547 m), 16 km, 1430 Hm ↗, 120 Hm ↘ X Tag 7: Rifugio Frassati – Col de Malatra (2928 m) – Rifugio Bonatti (2026 m) – Planpincieux bei Courmayeur (1594 m), 14,5 km, 550 Hm ↗, 1440 Hm ↘
Info: Tourismusverband Aostatal, lovevda.it (opens in a new tab)
TIPPS FÜR DEN BERGURLAUB
X Courmayeur liegt unterhalb des Mont-Blanc-Massivs und ist nach der einsamen Bergwanderung ein angenehm lebhafter Touristenort. X Eine Alternative ist der Fernwanderweg Tour du Mont Blanc (TMB), der zeitweise parallel zur Alta Via 1 verläuft. Die TMB wird allerdings viel begangen, auch von organisierten Touren mit Gepäcktransport. X Die Berge auf der Südseite des Aostatals gehören zum Gran-Paradiso-Nationalpark. Hier gibt es nicht nur Steinbock-Kolonien, sondern auch wesentlich mehr touristische Infrastruktur.
1/2025 DAV PANORAMA 67
AOSTATAL
Der Col de Malatra ist der höchste Punkt der Route. Hinter dem Felsenfenster wartet der Mont Blanc auf uns (l.). Ein Glückstreffer: das Dorffest von Étroubles (r.).
se, einer regionalen Spezialität mit Weißbrot, Wirsing und viel Käse und reichlich Wein und Genepy, einem lokalen Kräuterlikör, zusammen. Da stellt sich heraus, die Wiese ist gar kein öffentlicher Campingplatz, sondern ein privates Zeltlager des Alpenvereins von Paina nördlich von Mailand. Ein bisschen peinlich ist es uns schon, dass wir uns quasi eingeladen haben – aber gleichzeitig großartig, so in die italienische Wander-Community integriert zu werden.
Anderntags geht es bergauf, bergauf und bergauf – knapp 1600 Höhenmeter bis zum Col de Champillon auf 2709 Metern. Von hier oben hat man das erste Mal Blick auf den Mont Blanc. Müde und glücklich sitzen wir eine Weile in der Wiese und genießen die Aussicht. Und das direkt neben einem dicken Büschel Edelweiß, wie wir erst beim Aufstehen feststellen. Beim Abstieg schleppen wir uns missmutig in langen Kehren über Forstwege durch den Wald, am Schluss mehrere Kilometer auf der Straße, weil der eingezeichnete Fußweg von Dessous nach Vachéry nicht mehr existiert.
Als wir endlich vor dem Campingplatz stehen, wackeln die Knie, die Schulter sticht höllisch und zum Kochen haben wir keine Lust mehr. Was für ein Glück, denn sonst hätten wir das Dorffest wahrscheinlich vor Erschöpfung ausgelassen. Bei der Fete La Veillá ist das ganze Dorf mit von der Partie. Es gibt Kostümumzüge,
68 DAV PANORAMA 1/2025
Gut ausge schlafen wird der Anstieg durch ein Schuttkar zum Col de Malatra (2925 m) mit Elan bewältigt.
westwards.de (opens in a new tab)
Marktstände mit traditioneller Handwerkskunst, Tanz und Musik. Wir stellen uns für Käseplatten und heimischen Rotwein an, schlemmen frische Beeren mit Sahne und beobachten mit großen Augen die Festlichkeiten. Abends sinken wir wohlig ins Zelt, völlig erschöpft, aber satt und glücklich.
Hinter Étroubles geht es ein Stück parallel zur alten Pilgerroute Via Francigena. Erst gegen Mittag lassen wir die Straßenkehre zum Großen-Sankt-Bernhard-Pass hinter uns und steigen über saftig grüne Almwiesen auf. Vorbei geht es an verlassenen Almhütten und blühenden Alpenblumen. Hier ist kaum jemand unterwegs und das Bergpanorama ist überwältigend.
Das recht neue Rifugio Frassati liegt auf 2550 Metern. Das Essen ist gut und reichlich und statt Bettenlager gibt es gemütliche Zimmer mit Stockbetten – nach Geschlechtern getrennt, denn das Rifugio wird von einer christlichen Organisation betrieben.
Gut ausgeschlafen wird der Anstieg durch ein Schuttkar zum Col de Malatra mit Elan bewältigt: 2925 Meter, der höchste Punkt auf der Route! Vortrefflich choreografiert führt der Weg auf eine schmale Felsscharte zu, und ab da kommt der Mont Blanc wieder in den Blick. Ein grandioser, ausgedehnter Zieleinlauf: Die meiste Zeit ist es nicht allzu steil, der Ausblick wechselt hinüber zu den spitzgipfeligen Grandes Jorasses. Nach und nach treffen wir mehr Ausflügler*innen aus dem touristischen Courmayeur. Und ab dem Rifugio Bonatti wird es richtig voll. Plötzlich schnaufen Grüppchen mit riesigen Leihrucksäcken über den Höhenweg – hier verläuft auch die bekannte Tour du Mont Blanc.
Nach hundert Kilometern und fast siebentausend Höhenmetern ist es Zeit, bei einer Pizza mit einem Glas Rotwein auf die gelungene Tour anzustoßen. Wir kommen wieder!
Ausgabe 1/2025
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Loipentraum Oberstdorf
Das Hochgefühl der Alpen erleben
FÜR ALLE BERGSPORT-BEGEISTERTEN
Auf den folgenden Seiten finden Sie attraktive Produkte, Reiseangebote und Kleinanzeigen unserer Kunden
AUF DIE RÄDER, FERTIG, LOS! AUS FRISCHER ALPENMILCH Die Bodenseeregion mit ihren Die Bergader Privatkäserei gut ausgebauten Wegen ist ein erweitert ihr Sortiment um Paradies für Fahrradbegeisterte. drei neue Schnittkäse.
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Das Hochgefühl der Alpen erleben
Loipentraum Oberstdorf
Im Allgäuer Kur- und Wintersportort Oberstdorf muss man die Langlaufkompetenz nicht lange suchen. Immerhin trifft sich hier Jahr für Jahr die internationale Elite zur Vierschanzentournee und zu den FIS Nordischen Ski-Weltmeisterschaften.
An der legendären 72 Meter hohen Heini-Klopfer-Skiflugschanze ist die nordische Begeisterung überall zu spüren.
Auf 813 Metern über dem Alltag ist Oberst rührten Winterlandschaft kann man sich am dorf nicht nur Kurort und die südlichste Ge Fuße der Allgäuer Alpen im Langlaufurlaub in meinde Deutschlands, sondern auch ein Lang Oberstdorf einfach nicht entziehen. laufdorado sondergleichen. Sonnig und ge schützt am Otterrohr, am abwechslungsrei Nordischer Genuss in den Allgäuer Alpen chen Oberstdorfer Rundkurs oder auf der Kristallklare Luft, verschneite Tannen, wun Runde in Rohrmoos: Für welche Loipe man derschönes Alpenpanorama und tiefblauer sich hier auch entscheidet, dem Panorama Himmel: Das Loipennetz bietet nicht nur idylli der schneebedeckten Gipfel und der unbe sche Routen inmitten der Oberstdorfer Natur,
sondern ist auch kostenlos. Um die unzähli gen Einstiegsstellen zu erreichen, nutzt man einfach mit dem Allgäu Walser Premium Pass kostenfrei die Linienbusse. Die meisten Stre cken sind miteinander verbunden und umfas sen die gesamte Gemeinde, einschließlich der idyllischen Seitentäler. Wer noch mehr möchte, verbessert bei den Einstiegskursen sein Können, erobert die Höhenloipe Rohr moos auf 1058 Metern, probiert sich beim Bi athlon oder macht auf der beleuchteten Nachtloipe zweimal wöchentlich die Nacht zum Tag.
70 PANORAMA promotion 1/2025
Weltmeisterlich langlaufen Einsteiger*innen wie auch Fortgeschrittene gleiten hier auf den 71 Kilometer umfassenden Loipen für klassische Technik und 67 Kilometer im Skating Stil entspannt durch die winterliche Landschaft oder begeben sich im Nordic Zen trum auf die Spuren von Weltmeister*innen und Skiadlern. Zwischen Tal und Höhenloipe finden sich Top Trainingsbedingungen, so weit das Auge reicht und die Beine tragen. Das Nor dic Zentrum ist und bleibt das ungeschlagene Langlauf Highlight in Oberstdorf. Als Austra gungsort von Weltcups und Weltmeisterschaf ten warten hier nicht nur die WMLoipen, son
dern auch die einzigartige Nachtloipe oder die südlichste Langlaufloipe Deutschlands tief im Stillachtal. Auf den Pfaden der Profis werden die Cross Country Ziele hier gleich mal höher gesteckt!
INFOS ZUR REGION
Tourismus Oberstdorf: oberstdorf.de (opens in a new tab)
Weitere Infos & Tipps für den nächsten Langlaufurlaub:
Cross Country Ski Holidays: langlauf-urlaub.com (opens in a new tab)
Oberstdorf ist ein Langlaufdorado sondergleichen. Egal für welche Loipe man sich hier entscheidet, das Panorama der schneebedeckten Gipfel und der unberührten Winterlandschaft kann man überall genießen.
Ein Eventkalender der Superlative Immer wieder trifft man im äußersten Süden Bayerns auf den ein oder anderen nordischen Superstar im Schnee. Neben einer Vielzahl an hochkarätigen SportEvents ist diese Möglich keit für viele Fans ein guter Grund, jedes Jahr ein paar aktive Wintertage hier zu verbringen (opens in a new tab). Stars zum Anfassen gibt es immerhin nicht überall. Die Saison beginnt dabei traditionell spektakulär mit dem Auftaktspringen der Vier schanzentournee im Dezember und setzt sich fort mit dem FIS Weltcup Nordische Kombina tion und dem FIS Weltcup Skifliegen. Welt klasseleistungen und spannende Wettkämpfe stehen hier auf der Tagesordnung. Langlauf (opens in a new tab)
Info (opens in a new tab): langlauf-urlaub.com (opens in a new tab)
REISENEWS
Individuelle Radwoche mit Gepäcktransfer (opens in a new tab)
Bodensee-Radweg zum Sensationspreis (opens in a new tab)
Auf die Räder, fertig, los! Die Bodenseeregion ist ein Paradies für Fahrradbegeisterte. Gut ausge baute, meist ebene Radwege führen entlang des Sees zu Burgen, Schlössern und Naturschutzge bieten. Die Reise beginnt in der Festspielstadt Bregenz und führt weiter über das Schweizer Ufer nach Konstanz, Meersburg, Friedrichshafen und in die malerische Inselstadt Lindau. Täglich drei bis vier Stunden gesunde Bewegung auf dem Rad, während das Gepäck ins nächste Hotel trans portiert wird. „Alles ist organisiert – nur in die Pedale treten Sie noch selbst.“ Die Rundumsorg losRadwoche gibt es ab nur € 549 pro Person inklusive sechs Über nachtungen mit Frühstück in Drei und Viersternehotels, Gepäcktrans fer (opens in a new tab), Infopaket mit Karten und GPS Daten sowie einer Schifffahrt (opens in a new tab). Anreise täglich 11.4.18.10. Leih rad + € 95 / EBike + € 210. Extra (opens in a new tab): DAV Aktion mit Code DAV30: bis zu € 30 Rabatt bei OnlineBuchung bis zum 15.3.2025 (opens in a new tab).
Buchung & Info (opens in a new tab): dav.donautouristik.de (opens in a new tab)
In die Stille eintauchen (opens in a new tab)
Die Schönheit des Augenblicks genießen, den eigenen Wanderrhythmus finden, Schritt für Schritt die wachsende Alltagsbelastung hinter sich lassen und die innere Gelassenheit wiederfinden. Seit 35 Jahren bieten die Bergwanderkurse und Trekkingreisen des Spezialveranstalters „Roman Muel ler Treks & Meditation“ die Gelegenheit, beim Wanderurlaub in die Einsamkeit der Gebirgswelt ein zutauchen, Natur intensiv zu erfahren und eine positive Gruppenatmosphäre zu erleben. Auf diese Art im Gebirge unterwegs zu sein, macht Spaß und hat einen großen Erholungswert. 2025 werden zwei 12 bzw (opens in a new tab). 13tägige Alpenkurse angeboten: Beim Kurs „Unterwegs auf dem GTA im Piemont“ (1.7.12.7.) starten die Touren von vier Quartieren aus mit meist leichtem Tagesgepäck. Der zweite Kurs „Alpenüberquerung Teil 2“ (16 (opens in a new tab). 28.7.) ist eine anspruchsvollere Hüttentour. Kosten: jeweils ca (opens in a new tab).
€ 1.400 inklusive Halbpension. Nepal/ Tibet: Die Reise „Faszinierendes Dolpo“ führt in eine abgeschiedene, ursprüngli che Gebirgsregion in WestNepal mit un zerstörter (opens in a new tab), tibetischbuddhistischer Kultur (8.5.1.6.), Kosten: € 3.775 inklusive Ho tel und Trekkingkosten (ohne Flug). Die Pilgerreise zum Mt. Kailash in Tibet ist für viele Menschen ein Lebenstraum und ge hört zu den beeindruckendsten Reisen der Erde (18.9.18.10.), Kosten: € 7.890 inklusive Flug, Hotel und Trekkingkosten (opens in a new tab).
Info (opens in a new tab): bergwandern-meditation.de (opens in a new tab)
1/2025 PANORAMA promotion 71
REISENEWS
Die Magie des Nordens erleben (opens in a new tab)
Info (opens in a new tab): Alle Skandinavien-Wanderführer auf rother.de und unter kurzlinks.de/59yu (opens in a new tab)
Die Welt zu Fuß entdecken (opens in a new tab)
Zwischen Alpen und Patagonien: Die Wanderabenteuer beginnen hier (opens in a new tab)!
Ankommen, erholen, bergwandern und genießen (opens in a new tab)
Wer träumt nicht von beeindruckenden Wanderungen durch die Alpen (opens in a new tab), Bergsommer in Galtür (opens in a new tab) wilden Abenteuern in den schottischen Highlands oder spektakulären (opens in a new tab)
So abwechslungsreich wie die Flora der Almwiesen: In den traumhaften (opens in a new tab)
Trekkingtouren in Patagonien? Auf gohiking.net gibt es eine sorgfältig (opens in a new tab)
Bergen der Silvretta rund um Galtür locken Wanderungen und Bergtouren (opens in a new tab)
zusammengestellte Auswahl der besten geführten Wanderreisen weltweit (opens in a new tab).
vorbei an duftenden Blumen zu urigen Almen und stattlichen Gipfeln. Hier (opens in a new tab)
Von entspannten Touren in Deutschland bis zu anspruchsvollen Trails in (opens in a new tab)
sind Wandergäste gern unterwegs. Es gibt viele Gründe, die gute alte Som merfrische neu kennenzulernen: eine angenehme Atmosphäre, gesunde (opens in a new tab), frische Bergluft, blühende Wiesen. Dazu Zimmer mit traumhafter Aussicht und gutes Essen, geführte Wanderungen zu den schönsten Aussichts punkten (inkl. kleinem Wander Lunchpaket), eine Silvretta Card Premium je Gast, um alle Bergbahnen und Wanderbusse im Tal beliebig oft kosten los nutzen zu können (opens in a new tab). RelaxEinrichtungen wie Sauna, Whirlpool und Dampfbad im Haus, ein Paar Leki Wanderstöcke zum richtigen Bergwan dern (je Zimmer) und eine Ermäßigung von fünf Prozent auf die Halbpen sionspreise für DAVMitglieder sind inbegriffen. So schön kann das per (opens in a new tab)
Nepal – hier ist für jedes Fitnesslevel und jeden Geschmack etwas dabei (opens in a new tab). Ziel des Webportals ist es, unvergessliche Erlebnisse zu ermöglichen. Des halb wird mit erfahrenen und renommierten Reiseveranstaltern zusam mengearbeitet, die höchste Qualität und perfekte Organisation garantie ren. Ob Neulinge oder erfahrene Wandernde – die Touren sind so vielfältig wie die Wünsche der Reisenden. Neben der großen Auswahl werden eine Bestpreisgarantie und persönliche Beratung geboten. Das erfahrene Team von go hiking.net hilft, die ideale Reise zu finden. So wird der nächste Trip ganz entspannt geplant: Die Profis kümmern sich um Beratung und Buchungsabwicklung, damit die Reisenden sich voll und (opens in a new tab)
sönliche Bergglück sein! Die Unterlagen „Sommerfrische in Galtür“ für (opens in a new tab)
ganz auf die Natur und das Erlebnis konzentrieren können. Absolut inspi (opens in a new tab)
den Bergsommer vom 15.6. bis 28.9.2025 werden jederzeit zugesandt (opens in a new tab).
rierend: Das nächste Wanderabenteuer wartet schon (opens in a new tab)!
Info (opens in a new tab): alpenhotel-tirol.com (opens in a new tab)
Info (opens in a new tab): go-hiking.net (exklusiv für DAV-Mitglieder (opens in a new tab):
€ 100 Cashback, bitte Gutscheincode DAV100 angeben (opens in a new tab))
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PRODUKTNEWS
Blockhäuser – made by (opens in a new tab)
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Die Shigri Jacket ist eine Lieblingsjacke für alle Wintertouren. Die (opens in a new tab)
HOHE LEBENSQUALITÄT UND (opens in a new tab)
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erleben und zu genießen. Sie sind modern (opens in a new tab),
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ein hervorragendes Raumklima aus. Jedes der (opens in a new tab)
und einer Innentasche lässt sich einiges verstauen (opens in a new tab),
Häuser ist langlebig und extrem widerstands (opens in a new tab)
wasserabweisende Reißverschlüsse halten Feuchtigkeit auf Abstand. Die Jacke ist mit einer PFC freien Imprägnie rung ausgestattet. Für Männer und Frauen erhältlich (opens in a new tab). PREISEMPFEHLUNG (opens in a new tab): € 579,90, mountain-equipment.de (opens in a new tab)
Die Rother App (opens in a new tab)
FÜR DEN PERFEKTEN WANDERURLAUB Urlaubsplanung? Spektakuläre Küsten, wildes Hinterland, spannende Berge: Die Rother App zeigt die besten Touren an Urlaubszielen weltweit (opens in a new tab). Wie wäre es mit unvergesslichen Wandererlebnissen auf Korsika oder Sardinien? Ob sportlich oder genussvoll: Die 13.000 Touren weltweit sind sorgfältig geprüft. Die digitalen Karten mit genauer Geländedarstel (opens in a new tab)
fähig. Lindenlauf baut nach höchstem Qualitäts (opens in a new tab) lung von herausragender Qualität sind auch offline nutzbar. Die Basis (opens in a new tab) standard – zukunftsorientiert und mit hervor (opens in a new tab) version der App aus dem Rother Bergverlag ist kostenlos. Für den Zugriff (opens in a new tab) ragender Ökobilanz. Jedes Blockhaus ist ein (opens in a new tab) auf alle Touren und zum Anlegen eigener Listen nutzt man das Gold Abo (opens in a new tab) zigartig, da die Firma nach Kundenwunsch baut (opens in a new tab). – für PanoramaLeser*innen mit 40 Prozent Rabatt für ein Jahr (opens in a new tab). Lindenlauf steht mit ausgewiesener Expertise (opens in a new tab)
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INFO + BERATUNG (opens in a new tab): blockhaus-lindenlauf.de (opens in a new tab)
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ExpeditionsDaunenjacke maximalen Schutz vor extre (opens in a new tab)
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frischer Alpenmilch. Der Bergader Gip (opens in a new tab)
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Konstruktion verhindert Kältebrücken und för (opens in a new tab)
puren Genuss als auch zum Kochen. Der Bergader Brot (opens in a new tab)
dert eine gleichmäßige Wärmezirkulation (opens in a new tab).
zeitkäse überzeugt durch seine angenehme Würze. Der (opens in a new tab)
Das robuste Cordura® Außenmaterial schützt (opens in a new tab)
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vor Abrieb und scharfen Kanten. Die wasser (opens in a new tab)
Bergsteigerkäse verdankt seinen besonders vollmundigen, leicht würzigen (opens in a new tab) abweisende DWRBeschichtung hält Nässe (opens in a new tab) Geschmack einer dreimonatigen Reifezeit. Alle drei Schnittkäse sind in (opens in a new tab) ab. Die Jacke ist funktional ausgestattet mit (opens in a new tab) recyclingfähiger Verpackung erhältlich und ermöglichen so einen nach (opens in a new tab) rucksackkompatiblen Taschen, einer helm (opens in a new tab) haltigen Konsum (opens in a new tab).
tauglichen Kapuze und Fleecefutter (opens in a new tab).
PREISEMPFEHLUNG (opens in a new tab): € 1,99 (125 Gramm), bergader.de (opens in a new tab)
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125 Jahre Plauener Hütte – und ein neues Gipfelkreuz
SEKTION PLAUEN-VOGTLAND – Die in den Jahren 1898/99 erbaute Plauener Hütte liegt in den östlichen Zillertaler Alpen auf 2363 Metern im Kuchelmooskar. Zum 125-jährigen Jubiläum hat die Sektion Plauen-Vogtland eine würdige Feier ausgerichtet und den Anlass genutzt, um das Gipfelkreuz auf dem Hausberg der Hütte, dem Rainbachköpfl, zu erneuern und die historische Sperkenstube zu renovieren. Das neue Gipfelkreuz aus Lärchenholz mit einer Höhe von 4,25 Metern und einer Breite von 1,25 Metern wollte aber natürlich nicht nur hoch auf den Berg gebracht, sondern auch geweiht werden. Und so begab sich im August 2024 eine stattliche Abordnung der Sektion gemeinsam mit Pfarrer Martin Kochalski von der Plauener Pfarrei Herz Jesu ins schöne Zillertal, um die Feierlichkeiten angemessen zu begehen. Am Abend kümmerte sich das Hüttenteam rund um Martin Eberharter perfekt um das leibliche Wohl der Gäste. Live-Musik
sorgte für eine ausgelassene Stimmung in der Hütte und so wurde bis tief in die Nacht gefeiert. Dennoch fanden sich am nächsten Morgen neben den Träger*innen schnell zahlreiche Menschen unter den Gästen, die nur zu gerne mit anpackten, um das Kreuz auf das über dreihundert Meter höher gelegene Rainbachköpfl zu befördern. Wie Rädchen im Getriebe hat alles perfekt ineinandergegriffen und gegen Mittag konnte das neue Kreuz mit einem zünftigen Gipfelschnaps gefeiert werden. Vermutlich war der Sonntag der Tag mit der höchsten Anzahl von Menschen auf dem Rainbachköpfl, alle wollten das neue Kreuz sehen und das Wetter war perfekt. Die
Feierlichkeiten am Sonntag mündeten dann in die offizielle Einweihung der frisch renovierten Sperkenstube. Sie wurde bei der Saisoneröffnung 2024 komplett entkernt und mit Zirbenholz in einen Traum von einem Raum verwandelt. Die Plauener Hütte wurde dadurch aufgewertet und ist nunmehr aus einem weiteren Grund einen Besuch wert. Die Sektion Plauen-Vogtland möchte all ihren Spender*innen ein herzliches Dankeschön für die Unterstützung aussprechen.
red
Zum 125-jährigen Hüttenjubiläum wurde dem Hausberg Rainbachköpfl ein neues Gipfelkreuz spendiert.
Infos: plauener-huette.at (opens in a new tab), dav-plauen-vogtland.de (opens in a new tab)
BERGFERIEN
MIT KIDS IN DIE BERGE – Der Traum vieler Familien: Urlaub mit den Kindern fern vom Alltagstrubel in schönster Berglandschaft. Und genau das bieten die Bergferienwochen! Egal ob beim Wandern, Klettern,
am Lagerfeuer, beim Slacklinen oder Entdecken alpiner Tier- und Pflanzenarten – die Hüttenwirtsleute überlegen sich ein abwechslungsreiches Programm, das Spaß und Abenteuer für Groß und Klein garantiert. Wer doch lieber individuell plant, findet bei der Initiative „Mit Kindern auf Hütten“ (alpenverein.de/mitkindernaufhuetten (opens in a new tab)) passende Standorte für einen gelungenen Aufenthalt.
Neugierig geworden? Alle Infos gibt es unter alpenverein (opens in a new tab). und auch die Eltern entdecken oft noch Neues.Die Natur und die Berge sind wichtige Orte für die kindliche Entwicklung –
de/bergferien (opens in a new tab). Um sich die Zeit bis zu den nächsten Ferien bestmöglich zu vertreiben, geben wir zahlreiche Tipps für gelungene Familienabenteuer. Unter anderem haben wir eine breite Liste an „Mikroabenteuern“ zusammengestellt. Ob man mit den Kleinen zusammen die Welt erhört, erbaut oder Eisbilder gestaltet – mit unseren Tipps wird es draußen nie langweilig.
red
alpenverein.de/raus-ins-echte-leben (opens in a new tab)
1/2025 DAV PANORAMA 79
DAV-Hauptversammlung 2024
Intensive Debatten und wichtige Weichenstellungen
Vergangenen November fand die DAV-Hauptversammlung in Würzburg statt. Inhaltliche Schwerpunkte der Arbeitstagung, zu der etwa sechshundert Delegierte aus rund 270 Sektionen angereist waren, bildeten die Bereiche Leistungssport, MTB sowie Natur- und Klimaschutz.
Zu Beginn der Hauptversammlung nahm die intensive Debatte um die Digitalisierung im Alpenverein viel Raum ein. Im Zentrum standen Fragen nach den Gründen der Verzögerung und damit verbundenen deutlichen Kostensteigerungen des
Rund sechshundert Delegierte aus den Sektionen füllten den Saal im Congress Centrum Würzburg im November 2024.
2018 gestarteten, umfassend angelegten Projekts. Der DAV hat sich als erster großer Verband auf den Weg gemacht, seine gesamten Strukturen flächendeckend zu digitalisieren. Ziel ist es, alle wichtigen Abläufe wie die Mitgliederverwaltung, interne Kommunikation und wichtige Software zentral und aus einer Hand zur Verfügung zu stellen. Rund 15.000 Menschen aus der gesamten Sektionenlandschaft sind inzwischen im System aktiv, allein die hohe Zahl zeigt bereits die großen Herausforderungen, die mit dem Projekt verbunden sind. Ursprünglich war vorgesehen, mit allen Bestandteilen bis Ende 2022 fertig zu sein. Im Zuge einer eingeleiteten Phase der Neuorientierung legten DAV-Präsidium und Projektleitung auf
80 DAV PANORAMA 1/2025
der Hauptversammlung einen Fahrplan für die folgenden notwendigen Schritte vor, der im Saal auf breite Zustimmung traf.
Leistungssport
Weltklasseleistungen erbringen, professionelle Strukturen ausbauen, für die Werte des DAV einstehen und einen sicheren Leistungssport mit körperlich wie psychisch gesunden Athlet*innen ermöglichen: Für diese zentralen Ziele des DAV-Leistungssports sind entsprechende Investitionen notwendig, die die Delegierten in Würzburg identifizieren
und über deren Finanzierung sie auf der kommenden Hauptversammlung beschließen wollen. In den letzten Jahren hat sich der Leistungssport bereits deutlich professionalisiert: Klettern ist dauerhaft Teil des olympischen Programms und wird ab 2028 Teil der Paralympics sein. Das Skibergsteigen wird 2026 erstmals olympische Disziplin sein, passend dazu verankerten die Delegierten die traditionelle Kernsportart als olympische Wettkampfsportart im DAV: Sie bestätigten die Vereinbarkeit mit Leitbild und Satzung.
Mountainbike
Bei der Kernsportart MTB und der entsprechenden Infrastruktur wurde die Grundlage für eine richtungsweisende
ALPENVEREIN AKTUELL
PREISE UND AUSZEICHNUNGEN
DAV-Ehrenamtspreis – Mit dem Ehren-
DAV-Sportpreis – Die erfolgreiche Qualifi- Grünes Kreuz für besondere Verdienste
amtspreis würdigt der DAV herausragende kation gleich dreier DAV-Athlet*innen für der Bergrettung – Traditionell verleiht der Leistungen im Verband. In diesem Jahr fiel die Olympischen Spiele in Paris 2024 steht DAV auf seiner Hauptversammlung das Grüdie Wahl auf das lokale Organisationsteam sinnbildlich für die hervorragende Arbeit ne Kreuz, eine der renommiertesten Aus-LOC „Jennerstier“ für die Ausrichtung des des DAV-Leistungssports. Der DAV-Preis in zeichnungen im ehrenamtlich organisierten
1. Jugendweltcups im Skibergsteigen, der der Kategorie Sport ging an das gesamte Bergrettungswesen. 2024 geht die Aus-2024 stattfand. Den Preis nahm Gabi Schie- deutsche Team: Lucia Dörffel, Alex Megos zeichnung an die Bergwacht Mittenwald, der-Moderegger von der Sektion Berchtes- und Yannick Flohé, die in Paris starteten, Christoph Auer nahm sie stellvertretend für gaden stellvertretend entgegen. „Die aus- das Trainer*innenteam Friederike Kops,
die gesamte Einsatzmannschaft entgegen.
schließlich ehrenamtliche Organisation ei- Sagi Damti und Ingo Filzwieser sowie Phyner professionellen Outdoor-Wettkampfver- siotherapeut Martin Schlageter. „Sportlicher Umweltgütesiegel für Alpenvereinshütten anstaltung im winterlichen Gelände ist in Erfolg ist nie ein Einzelprodukt, sondern
– Seit 1996 vergeben die Alpenvereine das
besonderem Maße vorbildlich“, würdigte immer die Summe des Zusammenwirkens Umweltgütesiegel an Schutzhütten, die im DAV-Vizepräsidentin Melanie Grimm das
ganz vieler Akteur*innen“, stellte DAV-
Hüttenbetrieb den Umweltgedanken beson-
bemerkenswerte Engagement des ehren- Vizepräsidentin Burgi Beste die großartige ders konsequent umsetzen. Sechs Hütten amtlichen Organisationsteams.
Teamleistung in ihrer Laudatio heraus.
des Deutschen Alpenvereins sind bereits im Sommer mit dem Umweltgütesiegel ausgezeichnet worden: Anhalter Hütte (Lechtaler Alpen), Berliner Hütte und Gamshütte (beide Zillertaler Alpen), Braunschweiger Hütte und Hauerseehütte (beide Ötztaler Alpen), Heinrich-Schwaiger-Haus (Glocknergruppe).
Der Sportpreis ging an das Team des DAV-Leistungssports: v.l. Sagi Damti, Ingo Filzwieser, Martin Schlageter, Friederike Kops und Lucia Dörffel mit Laudatorin Burgi Beste.
Entwicklung innerhalb des Verbands geschaffen: Eine auf Klima- und Naturschutz der Hauptversammlung verabschiedete Richtlinie ermög- Als größter deutscher Naturschutzverband hat der DAV eine licht die Förderung von Trails und MTB-Anlagen im urbanen besondere gesellschaftliche Verantwortung und setzt mit Raum und in wohnortnahen Regionen. Immer mehr Sekti- seinem Klimaschutzprojekt ambitionierte Ziele. Um weitreionen engagieren sich beim Aufbau und Erhalt von MTB-In- chendere Veränderungen anzustoßen und öffentliche Defrastruktur auch außerhalb der Alpen und beteiligen sich batten aktiv mitzugestalten, muss der Alpenverein allerdings damit an notwendigen Lenkungskonzepten vor Ort. Sie bie- gezielter auf die Bundes- und Landespolitik zugehen. Darin ten ihren Mitgliedern außerdem attraktive sportliche Ange- waren sich die Delegierten einig und beschlossen eine verbote im Nahbereich und leisten einen wertvollen Beitrag stärkte Interessenvertretung im politischen Berlin. Adressiezur Kinder- und Jugendförderung und bei der Sensibilisie- ren konnte der DAV einige Punkte wie die Forderung nach rung für Natur- und Umweltschutz. Neben der finanziellen einem Tempolimit von 120 km/h an Staatssekretär Hartmut Unterstützung schaffen die neuen Fördermöglichkeiten Höppner, der in Vertretung des Bundesministers für Digitales auch die Grundlage für eine kompetente Beratung der Sek- und Verkehr die Hauptversammlung besucht hatte. Weiterer tionen und Unterstützung in der Öffentlichkeitsarbeit.
prominenter Gast war der Bayerische Staatsminister des Innern, für Sport und Integration Joachim Herrmann, der auf
WAHLEN ZUM VERBANDSRAT
die wichtige Präventionsarbeit des DAV in Sachen Sicherheit
Zur Hauptversammlung 2024 endete die Amtszeit von Jens Fröhlich
am Berg einging. Bei dem für den DAV wichtigen Thema In-
(DAV Aschaffenburg), der den Nordbayerischen Sektionentag im Ver-
klusion unterstrich Herrmann die Bedeutung der staatlichen
bandsrat vertrat und dessen langjähriges Engagement die Delegierten
strukturellen Förderung sowohl im Breitensport Klettern als
würdigten. Zum neuen Regionenvertreter wurde Manfred Endres (DAV
auch in der Weiterentwicklung des Parakletterns als Leis-
Schweinfurt) gewählt.
tungssport.
cf/tb
1/2025 DAV PANORAMA 81
PANORAMA QUARTALSWEISE
NOCH MEHR QUALITÄT (STATT QUANTITÄT) – Wie auf der Hauptversammlung 2023 beschlossen, erscheint Panorama ab diesem Jahr nur noch viermal, jeweils Mitte Februar, Mai, August und November. Um die steigenden Energie-, Bau- und Übernachtungskosten in Tätigkeitsfeldern wie Kursbetrieb, Hüttensanierung, Hütten- und Kletterhallenbetrieb zu
decken, wurden neben der ver-
ringerten Erscheinungsweise
von Panorama weitere Spar-
maßnahmen beschlossen. An der Qualität der Inhalte hingegen wird nicht gespart.
Mit der neuen Rubrik „Berg-
urlaub“ (S. 36) möchten wir Leser*innen in hinsichtlich der Bergsportmöglichkeiten und des Naturerlebnisses besonders faszinierende und lohnende Regionen entführen. Außerdem möchten wir die Welt des DAV näherbringen
und werden dafür regelmäßig einen Kurs oder eine Tour einer Sektion begleiten – für die zweite Ausgabe 2025 sind wir mit der Sektion Rheinland-Köln vom Großen Walsertal ins Kleinwalsertal gewandert.
red
Wer auch zwischen den Panorama-Ausgaben immer auf dem neuesten Stand sein möchte (opens in a new tab), kann unter alpenverein.de/magazin-newsletter schon jetzt den DAV Magazin Newsletter abonnieren – dazu gibt’s einen Fünf-Euro-Gutschein für den DAV-Shop. Der neue Newsletter liefert ab März in den Panorama-freien Monaten spannende Reportagen, aktuelle Bergsportinfos und vieles mehr direkt ins Postfach (opens in a new tab).
82 DAV PANORAMA 1/2025
Klettern im flachen Brandenburger Land (opens in a new tab)
SEDLITZER TURM – Schön ist er anzusehen im flachen Süden Brandenburgs (opens in a new tab), ein künstlicher Kletterfelsen mit fantastischen Weitblicken über das Lausitzer Seenland. Die DAV-Sektion Sedlitzer Bergfreunde e.V. erfüllte sich einen langersehnten Traum. Denn in der an natürlichen Erhebungen eher armen Region bedeutete Klettern und Trainieren am Fels bis dato immer eine mindestens fünfzig Kilometer lange Fahrt zum einzigen natürlichen Kletterfelsen in Brandenburg (opens in a new tab), dem Rothsteiner Felsen, oder in die weiter entfernte Sächsische Schweiz. Das in Senftenberg auf dem Sportgelände des SV Blau-Weiß – im Ortsteil Sedlitz – gelegene Areal mit dem Namen „Landmarke Sedlitzer Turm“ bringt eine spürbare Verbesserung der Trainingsbedingungen für alle Kletterbegeisterten. Für die Kinder- und Jugendgruppen des Vereins bieten sich nun nahezu unbegrenzte Möglichkeiten zur Vorbereitung auf die ,,richtigen“ Felsen. Auf einer Gesamtkletterfläche von 570 Quadratmetern finden sich 41 Kletterwege mit Varianten (opens in a new tab). Diese verteilen sich auf die bereits im August 2023 fertiggestellte dreizehn Meter hohe „Schulter“ und den knapp zwanzig Meter hohen „Turm“, der im August 2024 eingeweiht wurde. Die Routen liegen in den Schwierigkeitsgraden sächsisch III - IXa (3+ bis 8- UIAA). Aber warum wird speziell auf die sächsische Skala Bezug genommen? Hier kommt das Alleinstellungsmerkmal der Kletteranlage zum Tragen: Die Spritzbetonoberfläche wurde handwerklich so gestaltet (opens in a new tab), dass sie natürlichen Sandsteinfelsen nachempfunden ist und ohne angeschraubte, künstliche Klettergriffe auskommt. Wer die Route bis nach oben geschafft hat, kann sich in eines der beiden Gipfelbücher eintragen und sich an original sächsischen Abseilringen wieder auf festen Boden ablassen. Doch zuvor genießt man kurz die Zweisamkeit mit der „Heiligen Barbara“, einer eineinhalb Meter hohen Gipfelfigur aus Cortenstahl. Sie ist die Schutzheilige der Bergleute (opens in a new tab)
und steht für die Verbundenheit der Region mit dem Bergbau. An den drei Boulderfelsen kann man seine Kraft erproben, spezielle Züge ausbouldern oder einfach nur zum Spaß ein bisschen herumklettern. An der angrenzenden Boulder- und Trainingswand mit ca. fünfzig Quadratmetern Kletterfläche können mehr oder weniger schwierige Griffkombinationen ausprobiert werden. Das rund 500.000 Euro teure Projekt wurde mit Fördermitteln der Europäischen Union (opens in a new tab), des Landes Brandenburg, einer Beihilfe des Alpenvereins, Vereinsmitteln und großzügigen Spenden von Unternehmen aus der Region und von Privatpersonen realisiert. Die derzeit 550 Mitglieder stellen einen der größten Vereine des Landkreises Oberspreewald-Lausitz. Ein besonderes Event können die Sedlitzer Bergfreunde für (Jugend-)Gruppen anbieten. Für ein mehrtägiges Klettererlebnis mit Badespaß an einem der umliegenden Badeseen der weltweit größten durch Menschenhand geschaffenen, künstlichen Bergbaufolgelandschaften besteht die Möglichkeit eines preiswerten Biwaks mit Selbstversorgung in der nahegelegenen alten Feuerwache (opens in a new tab).
Weitere Informationen unter sedlitzer-bergfreunde.de (opens in a new tab)
Schlafplatz per Mausklick
HUT RESERVATION: NEUES RESERVIERUNGSSYSTEM FÜR HÜTTEN GESTARTET – Pünktlich zur neuen Saison haben die Alpenvereine das bisherige Hütten-Reservierungssystem durch Hut Reservation abgelöst – eine moderne Plattform mit frischem Design, verbesserten Funktionen und einer intuitiven Bedienung. Die neue Lösung macht das Reservieren und Verwalten von Hüttenschlafplätzen einfacher und effizienter. Seit über einem Jahrzehnt erleichtert das Online-Hütten-Reservierungssystem Gästen die Buchung von Schlafplätzen in über fünfhundert Hütten im Alpenraum. Jährlich werden rund 1,5 Millionen Reservierungen über die Plattform getätigt, die von den vier großen Alpenvereinen – Deutscher Alpenverein (DAV), Österreichischer Alpenverein (ÖAV), Schweizer Alpen-Club (SAC) und Alpenverein Südtirol (AVS) – gemeinsam betrieben wird. Nun wurde die bewährte
Plattform alpsonline.org (opens in a new tab) durch das modernisierte
Eine intuitivere Bedienung ist nur einer von vielen Vor-
Reservierungssystem Hut
teilen des neuen Reservierungssystems.
Reservation ersetzt. Vor der Umstellung schon bestehende Reservierungen bleiben selbstverständlich erhalten. Seit Ende 2024 stellen Hüttenwirtsleute ihre Hütten und freie Betten schrittweise online – sollte eine Hütte also noch nicht verfügbar sein, ist es nur eine Frage der Zeit. Das neue System bietet technische Verbesserungen und zahlreiche neue Funktionen wie einen vereinfachten Login für schnellen Zugriff auf vergangene und zukünftige Reservierungen und eine benutzerfreundliche Oberfläche für ein intuitives Buchungserlebnis. In einem ausführlichen FAQ werden außerdem alle Fragen rund um das neue Reservierungssystem beantwortet. Der Service Last-Minute-Hüttenbett (alpenverein.de/last-minute-huettenbett (opens in a new tab)) ist mit dem Reservierungssystem verknüpft und zeigt, welche Hütten kurzfristig in den drei folgenden Nächten noch freie Plätze haben.
red
In der Nähe des Gletscherausstiegs wurde ein alter Schlitten mit 400 Kilo Schindeln geborgen, der nun fachgerecht entsorgt wurde.
ALPENVEREIN AKTUELL
Umweltgütesiegel Brandenburger Haus
ERFOLGREICHE MÜLLSAMMELAKTION DER SEKTION BERLIN – Bereits im Jahr 2008 wurde das Brandenburger Haus in den Ötztaler Alpen mit dem Umweltgütesiegel der Alpenvereine (UGS) ausgezeichnet. Um die begehrte Auszeichnung zu erhalten, müssen die Hütten Kriterien im Bereich Energieeffizienz und -versorgung, Abwasserklärung, Abfallvermeidung und -entsorgung erfüllen. Nach Erhalt des Siegels wird die Hütte alle fünf Jahre überprüft. Im Fall des Brandenburger Hauses wurde 2023 bei dieser Prüfung der zumeist versteckte Müll im Umfeld des Hauses bemängelt. Die UGS-Jury empfahl, die Führung des Siegels für das Brandenburger Haus offiziell für die Zeit bis zur Beseitigung des Mülls auszusetzen. Und so führte die Sektion Berlin mit sechzehn ehrenamtlichen Helfer*innen einen konzentrierten Arbeitseinsatz zur Müllbeseitigung rund um das Brandenburger Haus durch. Dabei sammelten die Teilnehmenden in den drei Arbeitsgebieten auf dem Kesselwandferner, im Osthang und im Westhang des Hauses in Summe 4,5 Tonnen Müll aus der Zeit vor 1980. Damals wie heute ist es ein schwieriges Thema, den anfallenden Müll auf Berghütten zu entsorgen. Die gängige Praxis in den Bergdörfern wie auf den Hütten bestand bis in die 1980er Jahre darin, den anfallenden Müll zu verbrennen und nicht Brennbares in einer offenen Deponie im Gelände abzuladen. Am Brandenburger Haus war der Gletscher mit der im Sommer entstehenden Randkluft zwischen Fels und Eis ein willkommener Abladeplatz. Nun verstärkt sich der Gletscherrückgang und der über Jahrzehnte in der Randkluft deponierte Müll wird wieder freigegeben. Auch wenn dort seit über vierzig Jahren kein Müll mehr entsorgt
wird, befördert das zurückgehende Eis noch immer Unrat an die Oberfläche – diesem wurde auch in der Vergangenheit immer wieder mit Sammelaktionen begegnet. Um diesen Abfall aus früheren Zeiten zu entsorgen, brauchte es eine reine Arbeitszeit von 320 Stunden, hinzu kamen viele Stunden für Planung, Organisation, An- und Abreise etc. Dem tatkräftigen Einsatz der Ehrenamtlichen ist es zu verdanken, dass das Brandenburger Haus auch künftig das Umweltgütesiegel führen darf. red
1/2025 DAV PANORAMA 83
ALPENVEREIN AKTUELL
MITGLIEDERZAHLEN 2024
DIE FAMILIE WÄCHST – Auch 2024 ist die DAV-Familie wieder gewachsen – über 50.000 Menschen sind neu dabei, ein Zuwachs von 3,3 Prozent. Insgesamt zählt der Alpenverein nun 1.570.602 Mitglieder. Dass der Begriff Familie dabei genau richtig ist, zeigt auch unsere Neumitgliederbefragung aus dem Jahr 2024: 69 Prozent gaben an, über Familie, Freund*innen oder Bekannte auf den DAV aufmerksam geworden zu sein. red
Gut vernetzt für die Natur
DAV UND DACHORGANISATIONEN – Als Deutschlands mitgliederstärkster Naturschutzverband setzt sich der DAV für eine nachhaltige und naturverträgliche Entwicklung des Alpenraums und der Mittelgebirge ein. Dazu gehören ne-
ben der Förderung von naturverträglichem Bergsport und dem Erhalt unerschlossener Räume und Schutzgebiete auch die Umsetzung
von Maßnahmen für einen effektiven Klimaschutz. Die Anerkennung des DAV als Naturschutzverband – seit 2008 auch in Österreich – ermöglicht es ihm, sich mit Stellungnahmen an umweltrechtlichen Verfahren zu beteiligen. Entscheidend für das naturschutzfachliche Engagement ist außerdem die enge Kooperation mit anderen Verbänden und die Organisation in Dachverbänden, um mit mehr Gewicht für den Natur- und Umweltschutz eintreten zu können. In zwei Dachorganisationen ist der Alpenverein aktuell vertreten: DAV-Vizepräsidentin Melanie Grimm ist Beisitzerin im Präsidium des Deutschen Naturschutzrings (DNR): Der Dachverband der deutschen Natur-, Tier- und Umweltschutzorganisationen macht sich stark für eine bessere Welt von morgen. Und DAV-Vizepräsident Wolfgang Arnoldt ist Beisitzer im Vorstand der Alpenschutzorganisation CIPRA Deutschland, eine wichtige Stimme im Bereich Naturschutz und nachhal-
tiger Entwicklung im bayerischen Alpenraum. Letzten Oktober ist der DAV außerdem der Klima-Allianz Deutschland beigetreten. Das breite gesellschaftliche Bündnis für den
Klimaschutz setzt sich für eine ambitionierte und sozial gerechte Klimapolitik auf lokaler, nationaler, europäischer und internationaler Ebene ein. Hinter den mehr als 150 Mitgliedsorganisationen der Klima-Allianz stehen rund 32 Millionen Einzelmitglieder.
red
84 DAV PANORAMA 1/2025
Jugendbildungsstätte Bad Hindelang
PERSÖNLICHKEITSENTWICKLUNG UND UMWELTBILDUNG FÜR KIN-DER & JUGENDLICHE – Angebote für Schulklassen, die soziale Kompetenzen stärken und Spaß machen, Seminare für Azubis und Studierende, Ferienprogramme mit Biwaktouren, Winterabenteuern oder Umweltbaustellen für alle von acht bis 27 Jahren und Weiterbildungen im Bereich der alpinen Erlebnispädagogik für pädagogische Fachkräfte und Multiplikator*innen – die Jugendbildungsstätte in Bad Hindelang (Jubi) bietet für fast jedes erlebnispädagogische Programm den perfekten Rahmen. Generell hat sich das Team der Bildungsstätte ganz der Unterstützung der Persönlichkeitsentwicklung junger Menschen, dem Erwerb von Kompetenzen für eine verantwortungsvolle Ausübung des Bergsports und dem Erwerb von unvergesslichen Erfahrungen in den Bergen verschrieben. Weitere zentrale Bildungsziele sind das Erfahren von Mitwirkung und die Motivation zum Engagement sowie die Ermutigung junger Menschen, für Vielfalt und Gerechtigkeit einzustehen und Verantwortung für sich selbst und andere,
Die Jubi bietet zu allen Jahreszeiten tolle Bergsportmöglichkeiten.
aber auch unsere Umwelt und zukünftige Generationen zu übernehmen. Für all das stehen in den schönen Allgäuer Alpen gut hundert Betten, Seminar- und Gruppenräume, ein Boulderraum sowie ein Außengelände mit Hochseilgarten, Kletterwand, Slackline und vielem mehr zur Verfügung. Und das nicht nur DAV-Mitgliedern – auch alle anderen können in den Genuss der Angebote kommen. Seit Kurzem erstrahlen Jugendbildungsstätte und JDAV auch online in neuem Glanz. Unter jdav.de (opens in a new tab) und jubi-hindelang.de (opens in a new tab) bekommt man Dank übersichtlichem Design und großen Bildern einen ersten Eindruck und alle Infos zu Buchung und Angeboten.
red
NEUERUNGEN BEIM ALPINEN SICHERHEITS-SERVICE (ASS (opens in a new tab)) Zum 1.1.2025 haben wir beim ASS einen der Versicherer gewechselt (opens in a new tab), was mit Leistungsverbesserungen verbunden ist (opens in a new tab): X Der neue Versicherer ist die Union Krankenversicherung UKV (Partnerunternehmen der Versicherungskammer Bayern (opens in a new tab)). X Such-, Rettungs- und Bergungsmaßnahmen bis 50.000 € (bisher 25.000 € (opens in a new tab)). X Bei tödlichen Unfällen betragen die Bergungskosten jetzt 10.000 € (bisher 5.000 €), wenn der Eintritt des Todes bereits vor Beginn der Bergungsmaßnahmen bekannt war, ansonsten gilt auch hier künftig eine Versicherungssumme von 50.000 € (opens in a new tab). X Die Notruf-Hotline 089/306 570 91 bleibt unverändert (siehe Mitgliedsausweis (opens in a new tab)). X Beim Unfallschutz sowie bei der Haftpflichtversicherung gibt es keine Änderungen (opens in a new tab). X Die Todesfallleistung aus der Unfallversicherung beträgt wie bisher 5.000 € (opens in a new tab).
WIR SIND DAV!1 Verein /// 356 Sektionen /// über 1,5 Millionen MitgliederALPENVEREIN AKTUELL
Herzensangelegenheit
1
Gabi Schieder-
Moderegger
DAV BERCHTESGADEN – Gabi Schieder-Moderegger wurde schon früh mit dem Bergvirus infiziert. Von Kindesbeinen an hat sie viel Zeit auf dem Matrashaus am Hochkönig verbracht, wo sie ihrem Vater, der dort als Koch arbeitete, in der Küche half. Auch sonst ging es regelmäßig
mit den Eltern in die Berge; kein Wunder, dass Gabi seit vierzig Jahren Mitglied in ihrer Sektion und auch ehrenamtlich engagiert ist. Angefangen hat sie als Jugendreferentin, später war sie Referentin für Bergsteigen und Leistungssport. Inzwischen ist sie seit fünfzehn Jahren im Vorstand ihrer Sektion
– seit 2024 sogar als Erste Vorsitzende – und nahm auf der DAV-Hauptversammlung 2024 (s.S. 81) stellvertretend für das lokale Organisationsteam LOC „Jennerstier“ den Ehrenamtspreis für die Organisation des 1. Jugendweltcups entgegen. Außerdem leitet die gelernte Förder-Lehrerin Kinderklettergruppen – das Thema Inklusion liegt ihr dabei besonders am Herzen.
„Ehrenamt macht das Leben auf jeden Fall bunter. Es bereichert, knüpft Kontakte, lenkt einen auf neue Wege.“
Alpenverbundenheit
3
Volker Schmidt
DAV GOSLAR – Volker Schmidt hat die Alpen das erste Mal mit sechzehn Jahren im Rahmen einer Konfirmandenfreizeit gesehen – bis heute geblieben ist aus dieser Zeit die Tradition, mit der Bahn vom Norden Deutschlands in den Norden Ita-
liens zu reisen. Dass es auch aus eigener Kraft geht, bewies er 2024, als er von seinem Heimatort Goslar zu Fuß in fünf Wochen nach St. Johann im Ahrntal gelaufen ist – private Übernachtungsmöglichkeiten ergaben sich durch Anfragen bei den Sektionen am Weg. Mitglied im DAV ist Volker bereits seit einer Ausbildung an Fels und Eis in den 1980er Jahren, seit 2018 ist er ehrenamtlich als Redakteur des Mitteilungshefts der Sektion tätig. Hier schafft er aus dem Zusammenspiel der verschiedenen Arbeitsbereiche, die durch das Engagement aktiver Sektionsmitglieder abgedeckt werden, ein stimmiges Bild seiner Sektion.
red
„Die umweltpolitische Ausrichtung des Hauptverbandes befürworte ich sehr, als Mahner zu mehr Rücksichtnahme darf er ruhig stark auftreten.“
Begeisterungsfähigkeit
23
Lia Weber
DAV TEGERNSEE – Lia Weber ist breit aufgestellt am Berg – ob Skitouren, Alpin- oder Sportklettern, Hochtouren oder Wandern, sie kann sich für vieles begeistern. Das verdankt sie auch dem DAV, genauer: ihrer Jugendgruppe und ihrer Jugendreferentin, die diese Begeisterung erst in ihr geweckt haben. Davon
möchte Lia etwas weitergeben und so denkt sie sich heute selbst als Jugendleiterin neue Touren und Abenteuer für Kinder aus und unterstützt die Sektion als Klimaschutzkoordinatorin auf dem Weg zur Klimaneutralität. Motivation ist neben leuchtenden Kinderaugen und neuen Freundschaften sicher auch, dass sie selbst noch vieles lernt: Tourenplanung, das Führen von Gruppen, Verantwortung übernehmen. Lias Botschaft:
„Macht es einfach! Ich habe über den DAV so viele tolle Leute kennengelernt, dass ich allen Interessierten dazu raten würde, mit dem Ehrenamt anzufangen.“
4 Geraer Hütte (Zillertaler Alpen, DAV Landshut) 130-jähriges
5
Hüttenjubiläum geraerhuette.at (opens in a new tab)
5 DAV Hamburg und Niederelbe
150-jähriges Sektionsjubiläum
3
dav-hamburg.de (opens in a new tab)
6 DAV Eichstätt-Neuburg
125-jähriges Sektionsjubiläum dav-eichstaett.de (opens in a new tab)
6
2
1
189 DAV-Arbeitsgebiete gibt es in den Alpen, Sektionen haben dort ihre Hütten und kümmern
sich um Bergwege und alpine Steige.
1/2025 DAV PANORAMA 85
Vorfreude ist die schönste Freude: fast ganz oben, aber das Abenteuer ist noch nicht vorbei. Lise Billon am Cerro Torre.
Lise Billon
Über Expeditionen, Prägung und frei sein
86 DAV PANORAMA 1/2025
MENSCHEN
Das Selfie von Lise Billon mit Maud Vanpoulle und Fanny Schmutz am Gipfel des Cerro Torre ging viral: Als erste Frauenseilschaft waren sie im März 2024 die klassische Maestri-Route geklettert. Die Spitzenalpinistin und Bergführerin gewann 2016 den Piolet d’Or und ist seit 2019 Leiterin der Équipe Nationale d’Alpinisme Féminin, dem französischen Pendant zum DAV-Expeditionskader der Frauen. Lise Billon, Jahrgang 1988, lebt in Chamonix, den größten Teil des Jahres aber ist sie unterwegs.
Interview: Malte Roeper
Mit diesem Selfie vom Cerro Torre bist du in ziem lich vielen Zeitungen gelandet, unter anderem in der BILD, der auflagenstärksten deutschen Tages zeitung. Wie kam das zustande? Wir haben ein paar normale Fotos gemacht und dann dachten wir, okay, jetzt noch irgendwas
Beklopptes. Wir waren dann völlig überrascht, dass sich die Medien so auf dieses Bild gestürzt haben.
Die Headwall am Cerro Torre wurde 2012 gründlich ausgenagelt, ihr musstet also nicht nur frei klettern, sondern auch selbst absichern. Der Fels dort oben dürfte ziemlich mürbe sein. Die Sicherungen sind also zweifelhaft, und das im achten Grad. Exakt! Man musste sich trauen, ich habe nicht gezögert und bin drauflos geklettert.
When in doubt, run it out?
Ganz genau!
In Frankreich gibt es einen großartigen Berg steiger namens Léo Billon. Ist er dein Bruder? Ja, das ist mein „kleiner“ Bruder.
Euer Vater ist oder war Bergführer? Er hat nicht als Bergführer gearbeitet, aber er hat das Diplom, das Know-how. Und er war bei der Bergrettung.
Die HuberBrüder waren als Kinder und Jugendli che Rivalen um die Aufmerksamkeit ihres Vaters. Wie war das bei euch?
Wir haben beide mit dem Bergsteigen angefangen, um die Aufmerksamkeit unseres Vaters zu bekommen, ganz klar. Bergsteigen ist mit einem so großen Risiko verbunden, dass die Antwort auf die Frage, warum wir das machen, meistens mit der Kindheit zu tun hat.
Zu deinen Expeditionen habe ich die Namen aller Beteiligten gegoogelt, aber dein Bruder war nie dabei. Klettert ihr nie zusammen? Einerseits fährt er nicht so gern auf Expedition, andererseits ist er viel besser als ich. Wir haben ein paar einfachere Sachen geklettert, die nirgendwo erschienen sind. 2016 haben wir zusammen mit unserem Vater den „Freerider“ am El Capitan gemacht. Mit Léo und mir ist es wie bei den Huber-Brüdern, wir haben Zeiten, in denen wir harmonieren und Zeiten, in denen wir nicht harmonieren. Aber der Hauptgrund ist, dass er am liebsten zu Hause in Chamonix klettert, während ich lieber Expeditionen mache.
Wie wählst du deine Ziele aus? Geht es um die Lini en oder um die Leute, mit denen du unterwegs bist? Die größte Motivation für mich besteht in der Auseinandersetzung mit der Natur, mit der Wildnis. Ich war gerade zum zweiten Mal in Alaska, und da ist mir erst klar geworden, wie schön es
1/2025 DAV PANORAMA 87
dort ist. Im Gegensatz zum Himalaya sind die Täler mit Eis gefüllt, das ist das Besondere. In Patagonien bist du im Tal, eigentlich ist die Landschaft flach und manchmal wachsen diese Zähne in den Himmel. In Alaska ist alles riesig und alles ist gefroren.
Aber ist es nicht auch irgendwie traurig, sich so lange in einer Gegend aufzuhalten, in der es über haupt kein Leben gibt?
Aber es ist trotzdem schön. Und es gibt Leben in Alaska: Spuren von Polarfüchsen zum Beispiel. Außerdem reizt es mich natürlich, eine intensive Zeit mit meinen Partnern zu verbringen, weil ich das Gefühl habe, dass man seine menschliche Seite offenbart. Auf einer Expedition kann man sich nicht vor seinem Partner verstecken und schon gar nicht in einer solchen Landschaft.
Du bist Leiterin der Équipe Nationale d’Alpinisme Féminin, dem Pendant zum DAVExpeditions kader der Frauen. Der deutsche Kader geht zum Abschluss immer auf Expedition, wie ist das bei euch?
Das Programm ist ziemlich ähnlich: sechs Teilnehmerinnen, drei Jahre, im dritten Jahr die Expedition. Ich habe mich mit Dörte Pietron ausgetauscht, sie leitet den DAV-Kader von Anfang an, seit 2011. Ich bin sehr beeindruckt von dem, was sie erreicht hat. Es gibt diese Kader jetzt auch in Spanien und in der Schweiz. Und bei uns hat es
neunzehnten Jahrhundert mit dem Bergsteigen anfingen. Das waren kultivierte und gelangweilte Männer, die dem Rest der Welt zeigen wollten, wie überlegen sie waren. Die Romantik spielte auch eine Rolle, aber nicht im Sinne von „Romeo und Julia“, sondern im Sinne von Mensch versus Na-
tur. Eine der zentralen Ideen des Bergsteigens ist eine romantische:
LISE BILLON – HIGHLIGHTS 2014: Erstbegehung „The Odyssey” (1100 m, M7, 6b, A1, 90°), Pyramid-Peak-Westwand (Alaska). 2015: Erstbegehung „Hasta las Wuebas“ (1000 m, ED-, WI5, M5, 90°), Cerro-Riso-Patrón-Central-Ostwand-Nordostpfeiler (Patagonien), Auszeichnung mit dem Piolet d’Or 2016. 2024: Freie Variante Lama/ Ortler der „Kompressorroute“ (IX+/X-) am Cerro Torre Südostkante (Patagonien) mit Maud Vanpoulle und Fanny Schmutz.
Mehr zu Lise Billon: Instagram: @lise_billon
Ich bin eine
sich schon mal ausgezahlt, in
Männer sind stärker als die Natur.
Nomadin und
Frankreich hat sich seit der Grün-
Wir Frauen wurden dagegen im-
ein freier Geist.
dung dieses Teams 2007 die Zahl der Frauen verdoppelt, die die Bergführerprüfung abgelegt haben. Fast alle waren in diesem Team, und jetzt sind wir auf der zweiten Stufe des Prozesses, wo Frauen auf hohem Niveau unterwegs sind, die gar nicht dabei waren.
Gibt es ein typisch männliches Bergsteigen und ein typisch weibliches? Für mich als jungen Berg steiger war das Wichtigste, dass ich hart war und das auch jederzeit zeigen musste. Für mich hat es viel damit zu tun, dass der Alpinismus, wie wir ihn jetzt kennen, auf dem Alpinismus der englischen Aristokraten beruht, die im
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mer geprägt, nett und höflich zu sein und den Männern zu gefallen,
nicht zu selbstbewusst zu sein, so als wären wir immer auf der Suche nach einem Beschützer. Und Männern wird beigebracht, sich jemanden zum Beschützen zu suchen. Wir müssen uns von dieser Mentalität befreien.
Zurück zu dir. Du lebst in Chamonix, wie sieht dein Jahr normalerweise aus? Ich habe eine Wohnung in Chamonix, das ist mein Basislager, das ist ein gutes Gefühl, weil ich mehr als fünfzehn Jahre eine Nomadin war. Ich war immer unterwegs, habe für zwei Monate eine Wohnung gehabt und sie dann wieder gekündigt. Diese Wohnung habe ich jetzt seit drei Jahren und es fühlt sich sehr gut an, einen Ort zu haben, an den ich zurückkehren kann. Es ist sehr, sehr befreiend. Dieses Jahr war ich zwei Monate in Patagonien, einen Monat in den USA, einen Monat in Alaska und Kanada, jetzt bin ich seit vier Wochen hier. Nächsten Monat steige ich in meinen Van und klettere irgendwo in Europa.
Gehst du auch mit deinem Freund auf Expeditio nen oder klettert ihr lieber getrennt? Auf deiner Homepage steht, du lebst mit ihm zusammen? Nicht mehr. Wir waren in diesem Klischee, dass er der Mann ist und ich die Frau, die ihm nachsteigt – und diese Touren waren damals viel zu hart für mich. Davon musste ich mich emanzipieren. Seitdem habe ich es geschafft, selbstbewusster zu werden. Aber ich wundere mich immer noch, wie ich vor Männern reagiere: „Oh, das ist eine schwierige Länge, du machst das bestimmt schneller.“ Ich war mit richtig guten Freunden unterwegs, die haben immer gesagt: „Du kannst das, Lise, du gehörst hierher.“ Das hat mir sehr geholfen.
MENSCHEN
Links: Lise unterwegs mit dem französischen Frauenkader; Mitte und rechts: Familienausflug à la Billon – Lise und ihr Bruder schenkten ihrem Vater eine Begehung der Route „Freerider“ am El Capitan im Yosemite; unten: vereister Kamin am Cerro Torre.
Du warst auf Expeditionen mit Männern, für die Erst begehung am Riso Patrón in Patagonien habt ihr den Piolet d’Or bekommen, für eine andere Route eine No minierung, so schlecht kann es also nicht geklappt haben?
Ich bin gewachsen. Es war ein harter Weg. Ich habe diese zwei Anläufe am Cerro Torre als Frauenseilschaft gebraucht und jetzt fange ich wieder an, mit Männern zu klettern. Vielleicht auch wieder mit einem festen Freund, aber dazu müsste ich erst wieder einen haben (lacht).
„Der Kopf ist rund, damit das Denken die Rich tung ändern kann“ – beschreibt dich das Zitat des französische Künstlers Francis Picabia gut? Ja, das bin ich, mein Denken wechselt ziemlich oft die Richtung. Ich bin eine Nomadin und, ja,
ich bin ein freier Geist. In der Outdoor-Branche fühle ich mich ein bisschen wie ein Spinner, weil ich nicht so viel Wert auf Leistung lege ...
Du hast einen Piolet d’Or gewonnen und eine Nomi nierung und sagst, du legst keinen Wert auf Leistung? Letztes Jahr in Pakistan sind wir fünf Tage lang am Stück geklettert, für mich war es eines meiner Meisterstücke, aber wir haben den Gipfel nicht erreicht, es interessiert also niemanden. Aber für mich war es eine meiner besten Erfahrungen überhaupt. Hmhh … Leistung ist mir also doch wichtig und nur der Erfolg nicht so sehr. Keine Ahnung, ich bin ziemlich glücklich mit meinem Leben und glücklich, dass meine Sponsoren mir das ermöglichen. Und um auf das Thema „Freund“ zurückzukommen: Es ist schwierig, einen Kerl zu finden, der bereit ist, einen freien Geist, eine freie Frau an seiner Seite zu haben. Das ist nicht üblich. Die Bergführer hier in Chamonix haben fast alle Frauen, die zu Hause auf sie warten.
Malte Roeper nutzte die Gelegenheit, um
Wäre es für dich nicht auch schön, wenn du von
mit Lise über seine
einem harten Tag am Berg nach Hause kommst,
alte Bergheimat
Chamonix zu fachsim- und da ist ein Mann, der für dich kocht?
peln, wo ihm zahlrei-
Aber hallo! Wenn du jemanden kennst, ruf mich
che extreme Routen gelangen.
an!
1/2025 DAV PANORAMA 89
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Im nächsten DAV Panorama ab 13. Mai:
Walsertäler auf Kölsch Gemeinschaft, Blütenpracht und Genuss auf der Tour vom Großen Walsertal ins Kleinwalsertal mit der Sektion Rheinland-Köln.
Magazin des Deutschen Alpenvereins
77. Jahrgang, Nr. 1, Februar - Mai ISSN 1437-5923
Inhaber und Verleger Deutscher Alpenverein e.V. Anni-Albers-Str. 7, 80807 München Tel.: 089/140 03-0 Fax: 089/140 03-98 dav-panorama@alpenverein.de alpenverein.de/panorama (opens in a new tab)
Redaktion
Christine Frühholz, Georg Hohenester (verantwortlich, Adresse siehe oben) – cf (Menschen), gh (Reportage) Philipp Radtke – pr (Berg & Tal, Klassiker, Thema, Sicherheitsforschung, Wie funktioniert das, So geht das, Knotenpunkt) Julia Behl – jb (Reportage, Fitness & Gesundheit, Posteingang, Alpenverein aktuell, Panorama-Magazin auf alpenverein.de) Jonas Kassner – jk (Reportage, Thema, Panorama-Magazin auf alpenverein.de) Franz Güntner – fg (Auf einen Blick) Hauke Bendt – hb (Panorama-Magazin auf alpenverein.de) Johanna Godt – jo (Panorama-Magazin auf alpenverein.de)
90 DAV PANORAMA 1/2025
Villgratental
Weitere Themen:
Ein alpines Hochtal in Osttirol
Kids auf Trails: Mehrtages-MTB-Tour in Graubünden
mit zahlreichen Bergsport-
Sicherheitsforschung: Sichern am Standplatz
möglichkeiten – z.B. dem
Porträts: Berg und Kunst
Herz-Ass-Weg, der das Tal in Herzform umschließt.
März: Skitouren in der Graubündner Surselva April: Wandern auf der Via Alta Vallemaggia Online (opens in a new tab): alpenverein.de/zwischendurch (opens in a new tab)
Umgezogen (opens in a new tab)? Mitgliedschaft kündigen (opens in a new tab)? Panorama digital statt print (opens in a new tab)?
Die Redaktion des DAV redigiert und produ-
An dieser Ausgabe wirkten mit:
ziert DAV Panorama. Inhalt, Layout und The-
Lorenz Berker, Max Bolland,
menauswahl von „Knotenpunkt.“ obliegen Bitte wenden Sie sich direkt an (opens in a new tab) Thomas Bucher (tb), Andi Dick (ad), dem JDAV-Redaktionsteam in Zusammenar-
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Isa Ducke, Johanna Felber (jf),
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beit mit der Redaktion des DAV (s. Impressum
Lukas Fritz, Markus Grübl, Claus
„Knotenpunkt.“).
Lochbihler, Martin Prechtl, Gudrun
Die Beiträge geben die Meinung der Verfasser*innen, nicht des Regelein, Malte Roeper, Martin Schlageter, Stefan Stadler, Deutschen Alpenvereins wieder. Die Zeitschrift und alle in ihr
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