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Wie viel Berg gehört mir?

Contents

  1. Klettersteig-Ausrüstung Unfälle an Klettersteigen Bergurlaub im Toten Gebirge Engagement fürs Klima
    1. Saisonstart
  2. Zauberhaft?
    1. Zentrale Infos
  3. Sonnenuhr, Priel und Zuckerhut
    1. Text: Jörg Wunram
  4. Klink dich ein!
    1. Ausrüstung für den Klettersteig
  5. Mit Kopf und Stil im Eisenweg
    1. Klettersteiggehen – Technik und Taktik
  6. – by fair means
    1. ehrliche und
  7. Da ist Musik drin
    1. ÖTZTALER ALPEN
    2. DER BLICK ZUR SEITE
  8. Abenteuer für alle?
    1. Lernen aus Unfällen an Klettersteigen
  9. Sonnencreme
    1. Ganzheitlicher UV-Schutz am Berg
    2. Stark für Knochen
  10. Mit Rucksack und Regio
    1. Wolfgang Hugo (Sektion Schweinfurt)
  11. Traumtrails im Etschtal
    1. Von den Apfel

Das Magazin des Deutschen Alpenvereins /// 78. Jahrgang /// 2/2026

Freiheit – Rücksicht – Verantwortung

MATERIALKUNDE

SICHERHEIT

GRÜNAU IM ALMTAL

EHRENAMT

Klettersteig-Ausrüstung Unfälle an Klettersteigen Bergurlaub im Toten Gebirge Engagement fürs Klima

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ADVENTURE UNFOLDS WITH YOU (opens in a new tab).

Es beginnt mit einem einzigen Schritt, der zu Tausenden wird (opens in a new tab). Ein unermüdlicher Antrieb, die eigenen Grenzen zu verschieben (opens in a new tab). Wenn Dich jede Meile etwas Größerem näherbringt (opens in a new tab).

UNFOLD YOUR JOURNEY with LOWA EXPLORER GTX MID Ws (opens in a new tab).

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EDITORIAL

Saisonstart

Schneefreie Touren mit leichtem Rucksack, keine zig Zwiebelschichten, keine tropfende Thermoskanne, keine Handschuhe, die regelmäßig irgendwo liegenbleiben: Zugegeben, ich gehöre definitiv zur Fraktion „Sommersaison“ am Berg. Lange Tage für lange Touren und Kleidung, die am Körper wieder trocknet. Der ganz eigene Geruch von wilden Kräutern, feuchtem Waldboden und sonnenwarmem Fels. All das eben, was dazugehört. Was auch dazugehört, daran werde ich spätestens dann erinnert, wenn ich am Wochenende für eine schöne Tagesrunde in den Zug von München Richtung Voralpen steige. Schließlich bin ich nicht die Einzige aus der Millionenstadt, die es Richtung Berge zieht. Hin und wieder ertappe ich mich bei Gedanken wie: „Was tun die denn alle schon so früh im Zug?“ oder „Warum wollen die denn auch gerade heute an den Berg?“ Moment! Bin ich gerade abgerutscht in eine Art Tourismus-Paradoxon?

Voll ist es im Zug und am Berg wegen der anderen? Eine Abwandlung von „Touris sind immer die anderen“? Schließlich sind die Berge für alle da und niemand hat hier Vorrecht oder ist der bessere Mensch am Berg – weil erfahrener, Local oder in einer traditionelleren Bergsportdisziplin als andere unterwegs. Welchen Anspruch wir an die Berge haben, was wir in diesem sensiblen Naturraum dürfen und besser lassen sollten, beleuchtet unser Thema „Wie viel Berg gehört mir?“ (S. 30). Zum Start in Frühling und Sommer haben wir außerdem in den Rubriken Materialkunde (S. 26), Technik & Taktik (S. 28) und Sicherheitsforschung

(S. 54) Informationen und Tipps zusammengestellt, um an Klettersteigen möglichst sicher und mit Freude unterwegs zu sein. Und mit dem Bergsteigerdorf Grünau (S. 10), dem Geigenkamm (S. 42) und Traumtrails im Etschtal (S.78) finden sich einige Touren-Schmankerl für die kommende Bergsaison. Zurück in die Regionalbahn: Ansteckendes herzhaftes Lachen, raschelnde Brotzeittüten und helfende Hände beim Fahrradverstauen holen mich aus meinen Gedanken zurück in die Realität: Ob im Zug, am Gipfel oder bei der Hütteneinkehr: Was verbindet mehr als die Liebe zu den Bergen?

Christine Frühholz Redaktion DAV Panorama

2/2026 DAV PANORAMA 3

endlich gut gehen (opens in a new tab)

Footprint-Box ordern und gut gehen lassen (opens in a new tab)

www.myvale.de (opens in a new tab)

August-Vilmar-Str. 19a · 34576 Homberg/Efze info@myvale.de · Tel.: +49 5681/9366490 (opens in a new tab)

Page 4

Inhalt

Editorial

Augenblicke

Klassiker

Skitour Rotwand-Reib’n

Berg & Tal

Materialkunde

Ausrüstung für den Klettersteig

Technik & Taktik Klettersteiggehen

Thema

Wie viel Berg gehört mir?

Auf einen Blick Übernachten am Berg

7 Summits der Alpen Zu den höchsten Gipfeln – by fair means

Knotenpunkt

Die Gipfel der Leistung?

Posteingang

Sicherheitsforschung Lernen aus Unfällen an Klettersteigen

Fitness & Gesundheit Ganzheitlicher UV-Schutz am Berg

Promotion Reisenews Produktnews Outdoorworld

Alpenverein aktuell

Vorschau und Impressum

Titelbild:

Das Magazin des Deutschen Alpenvereins /// 78. Jahrgang /// 2/2026

Julian Rohn. Seilbrücke an der Von-Schmidt-

Wie viel

Zabierow-Hütte Berg gehört mir?

in den Loferer Freiheit – Rücksicht – Verantwortung

Steinbergen.

MATERIALKUNDE

SICHERHEIT

GRÜNAU IM ALMTAL

EHRENAMT

Klettersteig-Ausrüstung Unfälle an Klettersteigen Bergurlaub im Toten Gebirge Engagement fürs Klima

4 DAV PANORAMA 2/2026

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60

67 72 74

82

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10 Bergurlaub im Almtal – Das Bergsteigerdorf Grünau bietet alles für eine sportliche, naturnahe und kulturelle Auszeit.

42 Über den Geigenkamm – Hoch 64 Ehrenamtliches

über Pitz- und Ötztal findet man Hütten Engagement – Eindrucksmit Geschichte, traumhafte Bergseen

volle Gebirgsdurchquerungen

und einsame Steige.

mit den Öffis? Zwei DAV-Experten berichten aus dem Sektionsleben.

Page 5

alpenverein.de

Klettersteige für die Übergangszeit – Drei talnah und südseitig gelegene Kraxeleien im Wipptal (opens in a new tab).

alpenverein.de/262 (opens in a new tab)

Fehler auf Tour vermeiden – Ausrüstung, Planung, Timing (opens in a new tab): Worauf kommt es an (opens in a new tab)? youtube.com/alpenverein (opens in a new tab)

78 Geheimtipp

Auf in die Hüttensaison – (opens in a new tab)

Tramin – Südlich von

Viele AV-Hütten öffnen im Mai ihre (opens in a new tab)

Bozen locken knackige

Türen. Alle Öffnungszeiten unter (opens in a new tab)

MTB-Trails mit sensatio-

alpenverein.de/huetten-saisonstart (opens in a new tab)

nellem Panorama und endlosen Abfahrten.

2/2026 DAV PANORAMA 5

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AUGENBLICKE

Zauberhaft?

Draußen zu Hause: In vielen Skigebieten gleiten die Neulinge auf dem „Zauberteppich“ ein paar Höhenmeter hinauf, um mithilfe der Schwerkraft nicht nur die Pizza-(Pflugbogen), sondern auch die Pommes-Technik (Parallelfahrt) zu erlernen. Die Plexiglasröhre hält nicht nur warm und trocken und bei Laune, sie erlaubt auch eine wohldosierte Naturerfahrung in vorgefertigter Bahn. Am Ausstieg entlässt sie die Jünger*innen des Skitourismus der kommenden Jahrzehnte in die (Kunst-) Schnee welt. Ungewollter Nebeneffekt: Im Sommer mutiert das Artefakt zur „Landschaftskunst“ mit Endzeit-Flair.

Kaum jemand vermag den Auswüchsen des Tourismus eine solch schaurig-schöne Ästhetik zu entlocken, wie der Fotograf Jürgen Winkler, der seit Anfang der 1960er Jahre die Erschließung der Alpen dokumentiert.

2/2026 DAV PANORAMA 7

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Zentrale Infos

Rotwand-Reib’n Zum Gipfel der Rotwand:

2 ½ Std.

Gesamtzeit: 6 Std. Schwierigkeit: mittel Ausrichtung:

Rotwand

Skitour Rotwand-Reib’n

Megaklassiker am Spitzing

alle Expo sitionen

Datencheck

Talort: Spitzingsee, 1084 m Startpunkt: Bushaltestelle Spitzingsee Kirche Endpunkt: Bushaltestelle Taubensteinbahn Anreise: mit dem Zug bis zum Bahnhof Fischhausen-Neuhaus und weiter mit dem Bus 362 Hütte: Rotwandhaus, 1737 m Führer: Bayerische Alpen, Skitourenführer, Panico Alpinverlag Karte: Alpenvereinskarte BY 15 „Mangfallgebirge Mitte, Spitzingsee, Rotwand“ 1:25.000 Beste Zeit: Dezember bis April (je nach Schnee- und Lawinenlage)

Ausrüstung: normale Skitourenausrüstung (inkl. Notfallausrüstung) Frequentierung: hoch Video zur Tour:

8 DAV PANORAMA 2/2026

Die Berge rund um den Spitzingsee sind ein erstklassiges Revier für Skitouren. Vor allem die Münchner Bergsportgemeinde tummelt sich hier, und das schon seit Ende des 19. Jahrhunderts, nachdem die Bahnstrecke an den Schliersee in Betrieb genommen wurde. Die Rotwand-Reib’n ist, neben dem Rosskopf im Skigebiet gegenüber, die bekannteste Skitour dort oben. Und dank zahlreicher Variationsmöglichkeiten und grandiosem Panorama völlig zu Recht ein absoluter Klassiker.

Spätestens wenn das Rotwandhaus in Sicht kommt, geht einem auf dieser Tour das Herz auf. Fast schon kitschig thront die Hütte auf einem kleinen Buckel zu Füßen der Rotwand. Beim rich-

tigen Blickwinkel (und entsprechender Fernsicht) wird das Haus von gleich zwei der wohl bekanntesten Gipfel der Ostalpen eingerahmt: rechts der Großvenediger, links der Großglockner. Die Rotwand-Reib’n ist der Prototyp eines Skitourenklassikers in den Bayerischen Alpen. Die Zutaten: viel Panorama, tolle Skihänge und alpines Ambiente, besonders zu spüren beim Passieren der Felsgipfel der Ruchenköpfe. Ein großes Plus ist

zudem das Rotwandhaus, das auch zur Skitourensaison geöffnet ist und zur Einkehr einlädt. Wer möchte, kann die Tour auch auf zwei Tage aufteilen und so nicht nur die Aussicht, sondern auch den Sonnenuntergang dort oben in aller Ruhe erleben. Die Reib’n (bayerisch für „Runde“) bietet zahlreiche Variationsmöglichkeiten. Expert*innen werden sich die Nebelrinne unterhalb des Rotwandgipfels nicht entgehen lassen und Konditionsstarke nehmen noch den Abstecher zum Hochmiesing mit. Ein weiterer Vorteil dieser Tour: Sie ist perfekt mit öffentlichen Verkehrsmitteln durchführbar. Die Runde startet und endet direkt an Bushaltestellen, eine kurze Fahrt bringt einen dann zum Bahnhof Fischhausen-Neuhaus.

Die Saison für die Tour kann extrem variieren. Bei frühem Winterstart kann sie schon im November möglich sein, nach schneereichen Wintern findet man hier bis weit ins Frühjahr hinein brauchbare Verhältnisse. Wichtig: Die Rotwand-Reib’n ist nur bei sicheren Lawinenverhältnissen zu empfehlen, es müssen Passagen über 35 Grad bewältigt und Hänge in fast allen Expositionen begangen werden.

Philipp Radtke

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KLASSIKER

Skitour Rotwand-Reib’n – Stück für Stück

1 Spitzing – Rotwand – Rotwandhaus 2 ½ Std., 800 Hm ↗, 150 Hm ↘, 7,5 km Die Bushaltestelle „Kirche“ am Spitzingsee, bzw. der Parkplatz dort, ist Ausgangspunkt der Tour. Man verlässt den Ort in Richtung Valepp und folgt kurz darauf der Abzweigung links (Wegweiser Rotwand), die Forststraße ist nicht zu verfehlen. Beim Bergwachthaus die Abzweigung rechts über die Brücke nehmen und weiter der Forststraße folgen, weiter oben kann man bei guter Schneelage links über den Sommerweg und bald wieder rechts über eine freie Lichtung aufsteigen, bis die lange Querung zum Rotwandhaus und der Rotwandgipfel links oberhalb in Sicht kommen. Bei der Querung ist besonders auf die Lawinensituation zu achten. Über den breiten Gipfelhang geht es bis zum Gipfelkreuz und in der Abfahrt leicht links haltend zum Rotwandhaus – winters wie sommers ein beliebtes Ausflugsziel.

Taktiktipp: Der erste Teil der Tour bekommt sehr viel Sonne, oft ist hier der Schnee knapp. Dann macht es Sinn, die Ski an den Rucksack zu schnallen.

2

Rotwandhaus – Auerspitz – Großtiefentalalm 1 Std., 320 Hm ↘, 150 Hm ↗, 1,6 km Direkt nördlich der Hütte führt eine kurze, aber steile Abfahrt in einen flachen Boden. Hier auffellen und zum Auerspitz aufsteigen. Wer möchte, nimmt den Gipfel mit. Man kann aber auch bereits vom Sattel darunter die Abfahrt über schöne, kupierte Hänge zur Großtiefentalalm starten. Die Alm ist eingerahmt von Miesingstock, Rotwand und den Ruchenköpfen.

Taktiktipp: Sehr gute Skifahrer*innen können bei absolut sicheren Verhältnissen die „Nebelrinne“ östlich des Gipfelhangs fahren. Die Einfahrt findet man in dessen unterem Drittel. So spart man sich den Aufstieg zum Auerspitz und kann schon höher in den Aufstieg zum Miesingsattel queren, was die Tour deutlich verkürzt.

3 Großtiefentalalm – Miesingsattel – Kleintiefentalalm – Bergstation Taubenstein 2 Std., 280 Hm ↗, 200 Hm ↘, 2,3 km Nach erneutem Auffellen geht es über weite Hänge hinauf zum Miesingsattel. Je nach Verhältnissen kann man weiter links unterhalb der steilen Wände der Rotwand aufsteigen, wenn man deren Auslaufbereiche meiden möchte, kann man sich mehr rechts halten. Vom Miesingsattel sieht man schon den weiteren Routenverlauf zum Taubensteinhaus, eine schöne Abfahrt führt hinunter in Richtung Kleintiefentalalm. Man passiert diese leicht rechts oberhalb, durchquert ein kleines Waldstück (kurzes Schiebestück) und fellt abermals an zum letzten Aufstieg der Runde. Am Taubensteinhaus vorbei geht es in einer langen, flachen Querung hinüber zum Sattel unterhalb der Seilbahn-Bergstation.

Taktiktipp: Vom Miesingsattel kann man auch noch den Gipfel des Hochmiesing mitnehmen. Von dort erwarten gute Skifahrer*innen interessante Abfahrtsvarianten direkt hinunter zur Kleintiefentalalm, oder (steil und spektakulär) durch die Miesingrinne nach Nordosten, was dann einen längeren Aufstieg zum Taubensteinhaus bedeutet.

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Taubensteinsattel – Spitzing ½ Std., 510 Hm↘, 2,5 km

Vom Sattel führt die Abfahrt durchs aufgelassene ehemalige Skigebiet hinunter zur Talstation der Taubensteinbahn (im Winter geschlossen). Ein kurzes Flachstück im Mittelteil erfordert nochmal etwas Schiebearbeit. Von der Talstation in den Bus und nach Hause, oder das kurze Stück an der Straße (und durch einen Tunnel) zurück zum Parkplatz „Kirche“.

Der Mensch zum Berg

Mit der Rotwand wird für alle Zeiten der Name Josef Böcklein, Gründervater des Turner-Alpen-Kränzchens (TAK), verbunden bleiben. 1857 besucht er erstmalig die Rotwand. Im Gipfelbuch sind in diesem Jahr fünf Leute als Besucher vermerkt. 1882 wird die „Böcklein-Hütte“, die vorläufig im Besitz des Erbauers bleibt, am Gipfel feierlich eröffnet. Sie bietet als Notübernachtungsraum mit Matratzen und Wolldecken (aber ohne Feuerstelle) Schlafgelegenheit für vier Personen. 1885 feiert Josef Böcklein zusammen mit der jährlichen TAK-Sommerpartie seine 150. Rotwandbesteigung auf dem Gipfel. Dort schenkt er die von ihm erbaute Hütte in aller Form dem TAK. Damit hat die Alpenvereinssektion die erste alpine Unterkunftshütte im eigenen Besitz und setzt den Anfang einer großen Erschließungs- und Bautätigkeit. Mehr Infos: dav-tak.de

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Anreise: Mit der Bahn bis Wels, weiter mit der Almtalbahn direkt nach Grünau (Endstation). Busverbindungen zum Almsee. Region: Das oberösterreichische Bergsteigerdorf Grünau im Almtal liegt auf 528 Metern im nordöstlichen Salzkammergut im Bezirk Gmunden. Übernachtung: Vier Partnerbetriebe mit Ermäßigung für AV-Mitglieder, vier Alpenvereinshütten.

Abwechslungsreiches Grünau im Almtal

Sonnenuhr, Priel und Zuckerhut

Text: Jörg Wunram

Am Almsee zeigt sich das Almtal vielleicht von seiner schönsten Seite. Steile Felswände, dichter Wald und stille Wege prägen das dortige Bergsteigerdorf Grünau, das konsequent auf sanften Tourismus setzt. Der Blick reicht vom See bis hinauf zur markanten Almtaler Sonnenuhr, deren Gipfel seit Generationen als Zeitmesser dienen. Ein idealer Ausgangspunkt, um die Gegend in ihrer Vielfalt kennenzulernen.

10 DAV PANORAMA 2/2026

abina Haslinger atmet tief ein. Dann

S entlädt sich der Luftstrom in einem

kräftigen „Jodilö“. Von der gegen

überliegenden Uferseite, wo die Felswände steil in die Höhe ragen, schallt es zurück: „Odiiii lööö“. Wir stehen am Echo Platzerl, oberhalb des Almsees, dem smaragdgrünen Auge im Berg steigerdorf Grünau. Sabina hat viele Talente. Jodellehrerin ist sie, Märchenerzählerin, Wan derführerin und Kräuterexpertin. Und eine be geisterte Berggeherin.

Ein paar Nebelschwaden tanzen über den Almsee. Die Berge dahinter sind in Wolken ge

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XOXOXOXOXOXOXOALMTAL

Die Almtaler Sonnenuhr ist ein natürlicher Zeit-

hüllt. „Die Alm“, sagt Sabina, „ist unser Lebens ben gerufenen Initiative der Bergsteigerdörfer.

einteiler. Den Zenit

nerv. Sie entspringt hier am See und begleitet Ein Gründungsmitglied jener Vereinigung von

bildet der Zwölferkogel

uns durchs gesamte Tal bis zur Traun.“ Der ursprünglichen Orten, die für einen sanften Tou

(Bildmitte). Steht die

Name Almsee hat übrigens nicht

rismus und gelebte Nachhaltigkeit

Sonne direkt über dem

viel mit den zahlreichen Almen an

stehen. Keine riesigen Hotels und

Gipfel, ist es genau 12

Gipfel als Zeit-

den Hängen des Toten Gebirges zu

Clubanlagen, keine lauten Après

Uhr. Am Ufer des Alm-

messer: die

sees lädt das Seegast-

tun. „Er kommt von den Alben, von

Ski Tempel. Dafür kleine gemütli

Almtaler

haus zur Einkehr ein.

den Elfen“, erzählt meine Begleite

che Gasthäuser, urige Schutzhüt

Sonnenuhr.

rin und lacht. „Hier wohnen Natur

ten, viel Natur und stille Wege.

geister. Wenn’s ganz still und neblig

Bürgermeister Klaus Krames

ist, siehst und hörst du sie.“

berger sagt: „Tourismus ist bei uns ein sensib

Das oberösterreichische Grünau im Almtal ist les Thema. Wir versuchen, Besucherströme so seit 2008 Teil der von den Alpenvereinen ins Le gut es geht zu lenken.“ Gerade mit Blick auf den

2/2026 DAV PANORAMA 11

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Die Welser Hütte auf 1756 Metern ist Ausgangspunkt für Touren auf den Großen Priel oder den Schermberg. Die Pfarrkirche St. Jakobus prägt das Grünauer Ortsbild.

Almsee oder die Almtaler Sonnenuhr. Letztere ist eine Reihe imposanter „Kogel“ im nördlichen Toten Gebirge. Neuner, Zehner, Elfer, Zwölfer und Einser. Alle zwischen 1900 und 2100 Meter hoch.

„Den Bauern dient der Verlauf der Sonne ent lang der Gipfel als natürliches Uhrwerk. Zur Mittagsstunde steht die Sonne genau über dem Zwölferkogel“, erzählt Sabina. Und Stefan Schimpl, der Geschäftsführer des Tourismus verbands Salzkammergut Traunsee Almtal, er gänzt: „Wer auf die Gipfel will, sollte Orientie rungssinn haben, eine gute Kondition und alpine Erfahrung.“ Die Tour auf den Zwölferkogel etwa gilt als anspruchsvoll und schweißtreibend. Leichte Kletterei am Grieskarsteig (Seilsicherungen) im weglosen Gelände inklusive. Wer will, kann vom Gipfel zur Pühringerhütte und zum Elmsee ab steigen, oder über den Großen Rabenstein zum Ausgangspunkt zurückmarschieren. Sechsein halb Stunden dauert diese Variante mit rund 1700 Höhenmetern. Start und Ziel ist der Park platz am Almsee.

Genau dort stehen Sabina Haslinger und ich. In der Nacht hat es geschneit. Die Bäume in der Röll – so heißt der Talkessel – tragen ein weißes Kleid. Für eine lange Kraxeltour taugen die Ver hältnisse nicht, für eine Skitour gibt es noch nicht genügend Schnee. Obwohl das Tote Gebir ge für die vielen Möglichkeiten auf den Brettern bekannt ist. Zum Beispiel die Tour auf den Schermberg. Etwa acht Stunden lang und ein sam. Heute geht sich das nicht aus. „Lass uns auf den Schneiderberg gehen“, schlägt Sabina vor. „Auf dem Steig haben wir alles im Blick. Almsee, Fäustling, Rotgschirr, Sonnenuhr, den Großen Woising und noch viel mehr vom Toten Gebirge.“ Das Areal gilt flächenmäßig als das größte Kalkkarstgebiet Mitteleuropas. Der Große Priel ist mit seinen 2515 Metern der höchste Punkt der gesamten Region. Schon Erzherzog Johann schwärmte Anfang des 19. Jahrhunderts in sei nem Tagebuch von dem weithin sichtbaren Stein

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Zu Gast im Bergsteigerdorf Als „Bergsteigerdörfer“ zeichnen die Alpenvereine Orte aus, die ihre alpinistische Seele pflegen und neben Erlebnis- und Bergsportmöglichkeiten auch authentischen Charme bieten (opens in a new tab), naturorientiert und ohne intensive Erschließung. Klein, fein (opens in a new tab), einfach gut (opens in a new tab).

bergsteigerdoerfer.org (opens in a new tab)

Bergsteigerdorf Grünau

Grünau im Almtal ist Bergsteigerdorf aus gutem Grund: Eingebettet zwischen den Kalkwänden des Toten Gebirges und dem glasklaren Almsee bleibt das Tal weitgehend unverbaut. Dank der vielen Kleinwasserkraftwerke kann die gesamte Gemeinde – bei guter Wasserführung – vom Almfluss mit grünem Strom versorgt werden. Anreise mit der Almtalbahn, kleine, familiengeführte Betriebe und der Fokus auf Naturerlebnis statt Eventtourismus machen Grünau einzigartig nachhaltig.

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BERGSPORT

Was sportliche Betätigung angeht, bleiben in Grünau und im Toten Gebirge generell wenig Wünsche offen.

Wer eher eine gemütliche Wanderung im Sinn hat, macht sich zum Beispiel

auf zu den Ödseen, die sich bei Rücksichtnah me auf das dortige Landschaftsschutzgebiet auch für ein erfrischendes Bad anbieten. Hier lohnt sich auch ein Abstecher zum nahe gelege nen Almtalerhaus (714 m).

Wer ambitionierter unterwegs ist, wählt einen der zahlreichen Kletter

steige (Schwierigkeiten meist ab C), die Rot gschirr Überschreitung (Klettereien bis II) oder Klettereien am Temlberg (II IV).

Auf Tourenski kann man im Winter den höchsten Gipfel des Bergsteigerdorfs unter die Bretter nehmen – empfohlen wird die

nur bei sicheren Verhältnissen. Drei Langlauf1800 Höhenmeter Tour auf den Großen Priel

loipen garantieren, dass man auch im Tal ins Schwitzen kommt.

BERGNATUR

Eines der Wahrzeichen des Berg steigerdorfs ist die Almtaler Son

nenuhr, bestehend aus Neunerkogel (1900 m), Zehnerkogel (1929 m), Elferkogel (2040 m), Zwöl ferkogel (2099 m) und Einserkogel (1945 m).

Ein weiteres ist das Gebiet um den Almsee, das nicht nur aufgrund seiner Idylle zum Naturschutzgebiet erklärt

wurde. Hier gibt es optimale Brut und Nah rungsgebiete für eine artenreiche Vogelwelt.

Und auch die Flora ist vielfältig. Eine Be sonderheit ist der Rundblättrige Son

nentau, eine fleischfressende Pflanze.

Grünau im Almtal

Zuckerhut

Steyrer Ahornalm-Hütte

hütte

Großer u. Kleiner Ödsee

Almtaler-

Almsee

haus

Schneiderberg

Pyramidenkogel

Welser Hütte

Großer Priel

Zwölferkogel Elferkogel

Zehnerkogel Neunerkogel

OBERÖSTERREICH

STEIERMARK

BERGKULTUR

Das waldreiche Almtal wird klassisch forstwirtschaftlich genutzt. Dank der vielen Bäume konnten sich aber auch

machen, die verschiedene Aktivitäten rund umeine Waldschule und Waldness einen Namen

Wandern und Wald( baden) anbieten. Beson ders klimafreundlich: Der Almfluss wird schon seit langer Zeit als Energiequelle genutzt, frü her zum Schmieden, heute zur Produktion von elektrischem Strom.

Bemerkenswert ist die Anzahl der un terschiedlichen Vereine, die sich in der

Gemeinde engagieren, von Sportvereinen über Musik und Schützenvereine bis zum Fotoclub. Ein Highlight für den Bergurlaub ist auch das Echoblasen am Almsee: Von Mitte Juni bis An fang September (mittwochs, 19.30 Uhr, bei Schönwetter) entlockt ein Bläserquartett den Bergen vor imposanter Kulisse ein Echo.

ALMTAL

Schön

Klaus an der Phyrnbahn

Prielschutzhaus Mitterstoder

Hinterstoder

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klotz. Der Weg dorthin führt über das Almtaler haus und die Welser Hütte. „Ein lohnenswerter Hatscher“, findet Sabina. Vom Almtalerhaus dauert er rund neun Stunden. Im vergangenen Sommer hat sie die Tour mit ihrer Familie absol viert. „Mein Mann und die Kinder waren begeis tert, ich natürlich auch.“ Grünaus Bürgermeister Klaus Kramesberger sieht es ähnlich, „obwohl luftige Grate und Klet terei gar nicht so meine Welt sind.“ Mit Gratwan derungen kennt er sich dennoch aus. Zum Bei spiel mit denen, die zwischen Naturerlebnis und Erschließung verlaufen. „Mit dem Tassilo Klet tersteig – Schwierigkeit D – am Schermberg ist uns das gelungen“, freut sich Kramesberger. „Seit 2009 entlastet er die Hauptwege und zieht sportliche Gäste an, die schwierige Eisenwege mögen.“ Aber auch ohne Metallstifte und Draht seile kann man hier kraxeln. Alpines Klettern und klassische Mehrseillängenrouten gibt es zum Beispiel an der Schermberg Nordwand und am Hohen Kreuz. Zum Bouldern gibt es in den

14 DAV PANORAMA 2/2026

Genau auf tausend Metern Seehöhe befindet sich der Du-Stein.

Hetzaukögelschluchten viele Möglichkeiten. Der Bürgermeister ist inzwischen eine andere große Sorge los. Denn im Kampf um den Erhalt des Lift betriebs am Kasberg hat die Gemeinde Grünau einen Erfolg erzielt. Auch weiterhin sollen Kinder hier das Skifahren lernen, so wie Generationen vor ihnen. Oberösterreichs Regierung will den Liftbetrieb in die Seilbahn Holding des Landes aufnehmen. „Uns ist ein Stein vom Herzen gefal len“, sagt Klaus Kramesberger. Er verweist auf die Anstrengungen, die das Bergsteigerdorf in dieser Angelegenheit unternommen hat. Es wur de ein Konzept erarbeitet und ausprobiert, wie sich der Lift betriebswirtschaftlich rechnen könnte. „Das hat das Land offenbar überzeugt“, so Stefan Schimpl vom TVB erleichtert. Und Bür germeister Kramesberger ergänzt: „Jetzt finden weitere Gespräche statt, um Details zu klären. Ein Aus wäre für die gesamte Region ein schwe rer Schlag gewesen.“ Ein weiteres jähes Ende konnte die Gemeinde Grünau ebenfalls abwenden. Die Zukunft der

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Auf dem Weg der Achtsamkeit absolviert man über 96 Kilometer auf fünf Etappen. Der Pfad beginnt in Grünau im Almtal und führt ins Brunnental, Steyrtal und Kremstal.

INFO

GRÜNAU IM ALMTAL

Grünau liegt auf 528 Metern im nordöstlichen Salzkammergut im Bezirk Gmunden und zeichnet sich durch die beiden Naturschutzgebiete am Almsee und an den beiden Ödseen aus. Bergsportlich kommen hier alle auf ihre Kosten – ob beim Wandern, Klettern, Skitourengehen oder auch Langlaufen.

Fakten & Tipps

Lage: Oberösterreich, am Rand des Toten Gebirges

Einwohner*innen: ca. 2100

Fläche: 230 km² (größte Gemeinde Oberösterreichs)

Bergsteigerdorf seit: 2008

Anreise: Mit der Bahn bis Wels, weiter mit der Almtalbahn direkt nach Grünau (Endstation). Oder mit dem Bus von Gmunden. Von Grünau Busverbindungen zum Almsee.

Übernachten:

X Ferienwohnung Mittermayr, pension-mittermayr.at (opens in a new tab) (Bergsteigerdörfer-Partnerbetrieb) X Pension Wanderruh, wanderruh.at (opens in a new tab) (Bergsteigerdörfer-Partnerbetrieb) X Sportlerhof, sportlerhof.at (opens in a new tab) (Bergsteigerdörfer-Partnerbetrieb) X Pension Kasbergblick, kasbergblick.jimdofree.com (opens in a new tab)

X Hotel Almtalhof, almtalhof.at (opens in a new tab)

Einkehrmöglichkeiten:

X Seegasthaus beim Almsee, gasthof-seehaus.at (opens in a new tab) X Hochberghaus am Kasberg, hochberghaus.at (opens in a new tab) X Welser Hütte, welserhuette-gruenau.com (opens in a new tab) X Pühringerhütte, pühringerhütte.at (opens in a new tab) X Almtalerhaus, almtalerhaus.com (opens in a new tab) X Dorf-Café, dorfcafe-gruenau.at (opens in a new tab)

Tourentipps:

X Tassilo-Klettersteig (Schermberg), 5-6 Std., schwer (C-D) X Großer Priel (2515 m), 10 Std., anspruchsvoll X Welser Hütte über Almtalerhaus, 4 ½ Std., mittel X Zuckerhut (901 m), 2 Std., leicht X Rundwanderung Almsee, 1 ½-2 Std., leicht

Berg- und Skiführer:

X Helmut Mittermayr, Tel.: +43/664/383 18 02 (s. FeWo Mittermayr) X Herbert Hackl, Tel.: +43/699/10 97 48 56

Wandern & Waldpädagogik: X Sabina Haslinger, Tel.: +43/699/11 23 45 34 X Waldness, Tel.: +43/7616/82 68, waldness.info (opens in a new tab)

TIPPS FÜR DEN BERGURLAUB

X Cumberland Wildpark: ganzjährig geöffnet (70 Tierarten, u. a. Ur-Wild-

pferde); wildpark.at (opens in a new tab)

X Konrad Lorenz Forschungsstelle für Verhaltens- und Kognitionsbiologie:

z. B. Science Holidays für Kinder oder verschiedene Angebote im Rahmen des Naturschauspiels; klf.univie.ac.at (opens in a new tab) X Kids for Kids Kletterwald: Niederseilgarten mit vielen Ideen von Kindern für Kinder; gruenau.ooe.gv.at/Kids_for_Kids_Kletterwald (opens in a new tab)

ALMTAL

Almtalbahn stand lange in den Sternen. Die Züge gelten als verkehrstechnische Lebensader für das Bergsteigerdorf. Für Einheimische und Gäste. Pro teste und Einwände von engagierten Bürger*innen zeigten Wirkung bei den Österreichischen Bun desbahnen, sie lenkten ein. „Inzwischen wird sogar über einen Ausbau nachgedacht“, fügt Bür germeister Kramesberger hinzu.

Bis noch mehr Züge fahren als bislang, arbeiten die Menschen im Almtal an neuen Ideen. Grünau will sich zum Sternenpark zertifizieren lassen. „Die so genannte Lichtverschmutzung wie in gro ßen Städten wirst du bei uns nicht finden“, sagt Stefan Schimpl. „Stattdessen dunkle und sternen klare Nächte.“ Wie im Bergsteigerdorf Steinbach am Attersee. Dort haben die Verantwortlichen mit ihrem Sternenpark jedenfalls gute Erfahrungen gemacht. „Auf jeden Fall wäre das mehr als nur ein Marketinggag wie der Du Stein“, findet Schimpl.

Obwohl dieser besondere Felsbrocken ziem lich einzigartig ist. Der Du Stein befindet sich auf dem Weg zum Hochberghaus am Kasberg, genau auf tausend Metern Seehöhe. Ab dieser Marke sprechen sich alle Menschen seit jeher mit Du an. „Der Stein erinnert an dieses unge schriebene Gesetz“, schmunzelt Märchener zählerin Sabina Haslinger.

Die Wolken werden dichter, es beginnt zu tröp feln. Ich frage Sabina, was ich bei Schlechtwetter machen könnte. Sie überlegt kurz. „Den Wildpark Cumberland und die Konrad Lorenz Forschungs station kennst du schon, oder?“ Ich nicke. „Warst du schon mal am Zuckerhut?“ „Nein, in Rio de Ja neiro war ich noch nie“, entgegne ich etwas ah nungslos. Sabina lacht. „Weißt du, dass der Zu ckerhut von Grünau mit rund neunhundert Me tern gut doppelt so

Jörg Wunram lebt in

hoch ist wie der in Bra

Hamburg und arbeitet

silien? Bewaldet, wan weltweit als freier derbar und aussichts Journalist, Autor und

Podcaster. Neben den

reich, auch bei leichtem

Bergen liebt der 62-

Regen. Und garantiert Jährige das Wasser.

Bevorzugt schwimmt

ohne Seilbahn und Sou

er im Winter, auch in

venirshop.“

Almsee und Alm.

2/2026 DAV PANORAMA 15

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ANZEIGE (opens in a new tab)

UNESCO-Biosphäre der Julischen Alpen (opens in a new tab)

Wo Vielfalt Wurzeln schlägt (opens in a new tab)

Zwischen Alpen, Adria und Karst entfaltet sich im MAB-UNESCO-Biosphärenreservat der Julischen Alpen eine einzigartige Natur- und Kulturlandschaft, die Biodiversität und Bergleben verbindet (opens in a new tab)

W Gebiet mit einer absolut stillen und eindrucksvollen Kulisseer in den Julischen Alpen unterwegs ist, bewegt sich durch ein (opens in a new tab)

voller Gegensätze. Hier treffen alpine, kontinentale und mediterrane Einflüsse aufeinander. Seit 2019 ist das Gebiet, das elf Berggemeinden in der nordöstlichsten Region Italiens Friaul-Julisch Venetien umfasst, als (opens in a new tab)

UNESCO-Biosphärenreservat (MAB) anerkannt. Mit einer Fläche von über 700 km² schließt das Gebiet unter anderem die Orte Resia, Venzone (opens in a new tab),

2 (opens in a new tab)

Moggio Udinese und Gemona del Friuli ein (opens in a new tab). Im Mittelpunkt steht eine Idee, die im Alpenraum zunehmend an Bedeutung gewinnt: Schutz und Nutzung in ein ausgewogenes Verhältnis zu bringen. So versteht sich das Biosphärenreservat als Modellregion für nachhaltige Entwicklung. Es bewahrt wertvolle Lebensräume und stärkt zugleich jene Gemeinschaften, die diese Landschaft seit Jahrhun- (opens in a new tab)

derten prägen (opens in a new tab).

Mit über 1.200 Pflanzenarten und einer artenreichen alpinen Fauna zählt das Gebiet zu den biodiversitätsreichsten Räumen im gesamten Alpenbogen. Zum Reservat gehören der Parco naturale regionale delle Prealpi Giulie, die Riserva naturale regionale della Val Alba sowie mehrere Natura-2000-Gebiete*. Schroffe Kalkwände, verkarstete Hochflächen und tief eingeschnittene Täler bilden eine eindrucksvolle Bühne für selte- (opens in a new tab)

ne Arten und Naturerlebnisse (opens in a new tab).

Gleichzeitig ist die Region kulturell vielschichtig. An der Schnittstelle zwischen der lateinischen und der slawischen Welt entstand über Jahrhunderte ein Geflecht aus Sprachen, Traditionen und Handwerken (opens in a new tab). Nachhaltige Almwirtschaft, kleinstrukturierte Landwirtschaft und vier Slow-Food-Presidi** stehen exemplarisch für eine enge Bindung an das Land. Identität wird hier nicht museal bewahrt, sondern im Alltag gelebt (opens in a new tab).

Ein Meilenstein: Im Jahr 2024 erfolgte die offizielle Anerkennung (opens in a new tab)

als grenzüberschreitendes Biosphärenreservat gemeinsam mit Slowenien (opens in a new tab).

1 Bergwandernde (opens in a new tab)

2 Übersichtskarte (opens in a new tab)

Administrative Linien verlieren angesichts gemeinschaftlicher Naturräu- (opens in a new tab)

auf dem hellen (opens in a new tab)

von Friaul-Julisch (opens in a new tab)

me an Bedeutung. Die Julischen Alpen werden als zusammenhängendes (opens in a new tab)

Kalk der Julischen (opens in a new tab)

Venetien: das (opens in a new tab)

Natur- und Kulturerbe von internationalem Rang verstanden, als Labor (opens in a new tab)

Alpen – unterwegs (opens in a new tab)

Biosphärenreser- (opens in a new tab)

für Kooperation im Alpenraum (opens in a new tab).

in der weiten (opens in a new tab)

vat der Julischen (opens in a new tab)

Für Bergsportlerinnen und Bergsportler eröffnet sich damit ein (opens in a new tab)

Karstlandschaft (opens in a new tab)

Alpen – gelegen (opens in a new tab)

Terrain, das sportliche Ambition und naturkundliche Neugier verbindet (opens in a new tab).

des UNESCO-Bio- (opens in a new tab)

zwischen alpiner (opens in a new tab)

Weitläufige Karsthochflächen, aussichtsreiche Voralpengipfel und wasser- (opens in a new tab)

sphärenreservats (opens in a new tab)

Bergwelt und (opens in a new tab)

reiche Täler ermöglichen Touren in unterschiedlichen Schwierigkeitsgra- (opens in a new tab)

Adria (opens in a new tab)

den. Wer aufmerksam unterwegs ist, entdeckt nicht nur landschaftliche Kontraste, sondern auch geologische und historische Spuren (opens in a new tab).

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Zwischen Karst und Kulturlandschaft entfalten die Julischen Alpen eine stille Vielfalt, die Naturraum und gelebte Tradition verbindet (opens in a new tab)

Die besten Routen zum Kennenlernen des Reservats (opens in a new tab):

1 Der geologische Lehrpfad „Foran dal Mus“ führt in eine der eindrucksvollsten hochalpinen Karstlandschaften Europas. Die Route erschließt eine nahezu mondähnliche Szenerie aus verkarstetem Kalk (opens in a new tab), Dolinen und schroffen Felsformationen. Seit Jahrzehnten zieht das Gebiet Höhlenforscher und Geologen an, die hier die Dynamik des Karsts studieren (opens in a new tab). Je nach gewählter Variante, kurze oder lange Route, lässt sich die Tour als ambitionierte Tageswanderung gestalten. Trittsicherheit und Orientierungssinn sind gefragt, der Lohn sind weite Blicke und ein unmittelbares Erleben geologischer Prozesse (opens in a new tab).

2 Der Rundweg um den Monte Cumieli und den Lago Minisini zeigt eine andere Facette des Reservats. Auf überwiegend gut begehbaren Wegen und Schotterstraßen verläuft die Strecke durch lichten Wald und offenes Gelände. Trotz moderater Höhenlage öffnen sich weite Ausblicke über die friulanische Ebene und das Voralpengebiet. Entlang des Weges erzählen Informationstafeln von geologischen Besonderheiten und historischen Entwicklungen. Der kleine See, eingebettet in eine stille Landschaft, bietet sich als Rastplatz an. Die Tour eignet sich für genussorientierte Bergwandernde, die Naturbeobachtung und Panorama verbinden (opens in a new tab)

möchten (opens in a new tab).

3 Die Quellen des Cornappo: In den Wäldern der Torre-Täler folgt ein kurzer, eindrucksvoller Weg dem klaren Wasser des Cornappo (opens in a new tab). Zwischen kleinen Wasserfällen, smaragdgrünen Becken und schattigen Passagen tritt das Wasser immer wieder aus dem Gestein hervor. Die Route vermittelt einen intensiven Eindruck von Ursprünglichkeit. Abseits stark frequentierter Wege eröffnet sich hier ein leiser Zugang zur alpinen und voralpinen Landschaft. Die Nähe zum Wasser, das Spiel von Licht und Schatten und die Stille des Waldes prägen das Erlebnis (opens in a new tab).

ANZEIGE (opens in a new tab)

4 (opens in a new tab)

3 Knoblauch als regionale Spezialität – ein einfaches Naturprodukt, das seit Generationen Küche (opens in a new tab)

und Tradition in den Julischen Alpen prägt 4 Alpine Blütenpracht auf kargem Kalkboden (opens in a new tab): Hier zeigt sich die erstaunliche Anpassungsfähig- (opens in a new tab)

keit der Pflanzenwelt im Hochgebirge (opens in a new tab)

Für mehr Informationen den QR-Code scannen oder unter (opens in a new tab):

turismofvg.it (opens in a new tab)

* Ein Teil eines EU-weiten Netzwerks von Schutzgebieten, das seltene oder gefährdete Tier- und Pflanzenarten sowie ihre natürlichen Lebensräume langfristig erhält und schützt (opens in a new tab). ** Von der internationalen Slow-Food-Bewegung unterstützte Projekte, die traditionelle, regional verankerte Lebensmittel und handwerkliche Herstellungsweisen (opens in a new tab)

fördern und vor dem Verschwinden bewahren (opens in a new tab).

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Tipps für die Hüttensaison

Von der Buchung bis zum Bettwanzen-Check

Der Frühsommer steht in den Startlöchern – und damit haben auch die meisten Alpenvereinshütten wieder geöffnet. Das A und O für einen gelungenen Hüttenaufenthalt: flexibel planen, Rücksicht aufeinander nehmen und dem Gepäck Aufmerksamkeit schenken – auch zum eigenen Schutz.

Text: Nadine Ormo

Hüttentouren sind seit einigen Jahren beliebter denn je. Zuletzt zählte der DAV rund eine Million Hüttenübernachtungen pro Jahr. Auch 2026 deutet sich eine hohe Auslastung an: Viele Hütten – besonders die beliebten und großen – sind für die Wochenenden und Ferienzeiten bereits ausge-

Bei Bergtouren mit Hüttenübernachtungen werden Bettwanzen vor allem mit den Wanderrucksäcken verschleppt.

18 DAV PANORAMA 2/2026

bucht. Denken wir an Hüttentouren, tun sich vor unserem inneren Auge oft atemberaubende Aussichten, schmackhafte Mahlzeiten und ein entspanntes Miteinander auf. Doch es gibt auch ein weniger positiv besetztes Detail: Bettwanzen. Sie waren schon immer Teil der Zivilisation und sind weltweit aufgrund von Resistenzen und eingeschränkten Bekämpfungsmethoden auf dem Vormarsch. Im Gepäck oder in getragener Kleidung der Gäste gelangen sie einfach und unbemerkt von einem Ort zum anderen. Das Thema „Bettwanzen“ ist oft schambehaftet, dabei hat ein Befall absolut nichts mit mangelnder Hygiene zu tun, er ist überall möglich. Berghütten mit viel Holz, verwinkelten Räumen und schwer zugänglichen Bereichen bieten einen besonders günstigen Lebensraum und Rückzugsort für Bettwanzen.

Bettwanzen: (K)Ein Tabuthema

Der DAV geht offen mit dem Thema um und die Hüttenteams tun alles, um ihre Gäste zu schützen. Und falls sich ein Befall bestätigt, beginnt sofort eine professionelle Bekämpfung. Danach folgt eine Monitoring-Phase, um sicherzustellen, dass sich keine Tiere mehr im Gebäude befinden. Gleichzeitig sind die Hütten sehr stark auf die Unterstützung der Gäste angewiesen, die ebenfalls alles tun sollten, um Bettwanzen nicht weiter zu verbreiten. Schon mit kleinen Handgriffen und Aktionen lassen sich Befälle vermeiden oder früh erkennen – und damit nicht zuletzt auch die eigenen vier Wände besser schützen:

DIGITALE TOOLS

Wer kurzfristiger eine Tour plant, bringt idealerweise Flexibilität bei Termin, Route oder Hüttenziel mit. Der DAV empfiehlt, eher Touren unter der Woche und außerhalb der Ferien zu planen und gegebenenfalls auf weniger frequentierte Hütten auszuweichen. Die Suche nach freien Schlafplätzen und deren Buchung wird deutlich erleichtert mit:

u Hut Reservation (hut-reservation.org (opens in a new tab)): Das zentrale Online-Reservierungssystem für über 500 Alpenvereinshütten in Deutschland, Österreich und Südtirol – sowie in der Schweiz.

u Last Minute Hüttenbett (alpenverein.de/last-minutehuettenbett (opens in a new tab)): ein mit Hut Reservation verknüpftes Tool, auf dem bis zu drei Tage im Voraus freie Schlafplätze für spontane Bergtouren zu finden sind.

u Bettencheck (caa.alpenverein.at/service/bettencheck (opens in a new tab). html (opens in a new tab)): Zeigt auf einen Blick die Verfügbarkeit mehrerer Hütten entlang eines Wegs – ideal für Mehrtagestouren.

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BERG & TAL

FREIE NACHT FÜRS KLIMA

Alle DAV-Mitglieder, die öffentlich zu ihrer Tour anreisen, können sich wieder Gutscheine für eine kostenlose Übernachtung auf teilnehmen-

u Hüttenschlafsack und Kleidung regelmäßig waschen

den Hütten sichern. Die Aktion gilt nur für die Sommer-

bei mind. 40 °C (besser 60 °C) im längsten Waschpro-

saison 2026. alpenverein.de/freie-nacht (opens in a new tab)

gramm mit viel Waschmittel. u Nicht waschbare Gegenstände (z. B. Rucksack) in der

u Gepäck vor und nach der Tour gründlich kontrollieren, ide-

Tiefkühltruhe bei -18 °C für drei Tage einfrieren.

alerweise durch Ausleeren in Badewanne oder Dusche.

u Hitzeunempfindliche Gegenstände im Backofen bei

u Fest verschließbare Beutel für Rucksack bzw. Gepäckin-

mind. 55 °C eine Stunde erhitzen.

halt nutzen; vor allem getragene Wäsche möglichst fest

u Verdachtsfälle sofort melden.

verschlossen und separat (Plastikbeutel, Pack-

Bislang ist nicht bekannt, dass Bettwanzen Krankheiten

sack) aufbewahren.

übertragen, ihre Stiche sind in der Regel schmerzfrei.

u Präventionsmaßnahmen auf Hütten beach-

Der Speichel der Bettwanzen

ten und umsetzen (Gepäckaufbewahrung,

kann allerdings starken Juck-

ausgegebene Schlafsäcke).

reiz auslösen, manchmal auch

Mehr Infos (opens in a new tab)

u Rucksäcke nicht mit in die Schlafräume nehmen

mit roten Quaddeln oder Bla-

online (opens in a new tab)

bzw. verschlossen in größtmöglicher Entfernung

sen. Die unangenehmen Symp-

zum Schlafplatz lagern (z. B. an Kleiderhaken, im

tome können bis zu zehn Tage und Nadine Ormo

schreibt für DAV

Rucksack-Depot).

mitunter länger anhalten, die Be-

Panorama und

u Rucksack nicht auf die Matratze stellen und so wenig

schwerden lassen sich aber mit alpenverein.de

regelmäßig zu

eigene Gegenstände und Textilien wie möglich in Kon-

kühlenden Gels oder juckreizmin-

Hütten- und an-

takt bringen.

dernden Cremes behandeln.

deren Bergthemen.

T A T O N K A (opens in a new tab) .

FAIRE & (opens in a new tab)

ENTDECKE DIE (opens in a new tab)

TRANSPARENTE (opens in a new tab)

TATONKA - OUTDOOR EQUIPMENT SEIT 1993 (opens in a new tab)

PRODUKTION (opens in a new tab)

NORIX - SERIE (opens in a new tab)

Page 20

Große Aufgaben – großer Zusammenhalt

PODIUM

Weiterentwicklung im Verband

Von den drastischen Folgen des Klimawandels über die Notwendigkeit einer modernen IT-Infrastruktur bis zu strukturellen Anpassungen: Auf den DAV kommen große Herausforderungen zu, um auch in Zukunft die führende Rolle im Bergsport- und Naturschutzbereich zu behalten. DAV-Präsident Roland Stierle erläutert die Hintergründe.

Klimawandel und die Folgen

Gletscherschmelze, Murgänge, Wasserknappheit: Die Klimawandelfolgen für den Bergsport und unsere alpine Infrastruktur sind drastisch und machen Anpassungen bei den Ausbildungsinhalten und kostenintensive Hütten- und Wegesanierungen unumgänglich. Heruntergebrochen auf jedes einzelne DAV-Mitglied, auf alle, die begeistert in den Bergen unterwegs sind, bedeutet Klimawandelanpassung aber auch: Die Anforderungen an Eigenverantwortung und Risikomanagement, fundamentale Prinzipien im Alpinismus und Bergsport, sind groß. Sich im Zweifelsfall allein auf die Fürsorge der Bergwacht zu verlassen, ist dagegen der falsche Weg.

Natur nutzen, ohne zu zerstören

Alpine Natur-, Landschafts- und Lebensräume für die Zukunft zu bewahren, das ist eine weitere satzungsgemäße Kernaufgabe des DAV. Der Natur- und Umweltschutz ist damit wesentlicher Bestandteil unseres Engagements auf allen Ebenen. Als anerkannter Naturschutzverband ist der DAV berechtigt, sich mittels Stellungnahmen an Planungsverfahren zu beteiligen, wir treten darüber hinaus öffentlich und im politischen Bereich für unsere Positionen ein. „Naturschutz ist nicht verhandelbar!“ – gemeinsam mit anderen Naturschutzorganisationen hat der DAV gegen den Versuch der EU protestiert, unter dem Vorwand der „Entbürokratisierung“ zentrale Naturschutzgesetze auszuhöhlen. Der Alpenverein unterstützt Maßnahmen zur Modernisierung, spricht sich aber vehement gegen die Reduzierung von Um-

weltstandards aus, die speziell die Einflussmöglichkeiten eines anerkannten Natur- und Umweltschutzverbandes reduzieren.

An einem Strang für die Zukunft des Vereins Dass wir den großen Aufgaben des Alpenvereins gemeinsam begegnen und gangbare Lö-

Ausbildung, Aufklärung und Sensibilisierung für die Gefahren am Berg bleiben damit eine Kernaufgabe des Alpenvereins. Einmal mehr hat uns das der vergangene Winter mit seinen

sungen suchen, das macht die Stärke, die Solidarität und den Zusammenhalt unseres Vereins aus. Gezeigt hat sich das einmal mehr auf der außerordentlichen Hauptversamm-

Der leidenschaftliche Berg-

problematischen Lawinenverhältnissen ge- steiger Roland Stierle ist seit lung im Februar. Dort konnten wir mit großer

2022 DAV-Präsident.

lehrt. Trotz des wenigen Schnees zu Beginn der Saison gab es zahlreiche Lawinentote. Neben der Anpassung an die klimawandelbedingten Auswirkungen sind die Vermeidung und Reduzierung von Emissionen zentrale Grundlage der DAV-Klimaschutzstrategie. Es zeigen sich erste Erfolge bei der Reduzierung des CO2-Ausstoßes, er konnte trotz gestiegener Mitgliedszahlen erstmals reduziert werden. Und dies, obwohl die aktuellen gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen durchaus erschwerende Faktoren sind. Ein zentraler Hebel bei der Vermeidung von Emissionen ist und bleibt die An- und Abreise vor allem zu Bergsportaktivitäten, rund 72 Prozent der Mobilitätsemissionen im Alpenverein entstehen durch private Pkw mit Verbrennungsmotor. Bei unseren Hütten gibt es Einsparpotenzial bei Energieversorgung und Verpflegung. Regenerative Energiequellen und ein angepasstes Speiseangebot mit regionalen Zutaten sind ein wichtiger Pfeiler, unsere Hütten nachhaltig, klima- und ressourcenschonend zu erhalten und zu betreiben.

20 DAV PANORAMA 2/2026

Mehrheit den Weg zu einer belastbaren Finanzierung der IT-Landschaft beschließen, die

ersten Schritte der Weiterentwicklung kommen vor allem den Mitgliedern und Sektionen im Bereich der Mitgliederverwaltung zugute. Die Delegierten haben außerdem ausführlich ein neues Strukturkonzept diskutiert und verabschiedet. Was die Veränderung unserer Strukturen, aber auch unseres strategischen Vorgehens notwendig macht? Der gesellschaftliche Wandel stellt neue Anforderungen an Ehrenamt und Hauptberuf. Und die Heterogenität und unterschiedlichen Bedürfnisse unserer Sektionen – groß/klein, alpennah/alpenfern, mit oder ohne Hütte(n) – stellen immer größere Anforderungen an den Bundesverband. Kern des Strukturkonzepts: Durch eine Verschiebung operativer Aufgaben in Richtung Bundesgeschäftsstelle werden die ehrenamtlichen Führungsgremien entlastet und erhalten damit mehr Raum, strategische Richtungsentscheidungen für den Verband zu treffen. Ehrenamtliches Engagement prägt damit auch weiterhin unsere Identität und bleibt das Herzstück des Alpenvereins.

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BERG & TAL

Hommage an die Alpwirtschaft

Allgäuer Hochalpen

Der emeritierte Professor für Kulturgeografie Werner Bätzing über die Bedeutung des neuen Buches „Allgäuer Alpwirtschaft in Bad Hindelang – immaterielles Kulturerbe in Deutschland“ im alpenweiten Kontext.

In der Öffentlichkeit dominieren meist Klischeebilder über das harmonische Miteinander von Mensch, Tier und Natur hoch oben auf der Alp. Vieles von dem, was Städter und Touristen als archaisch bewundern, ist gar nicht so alt, was den

Wert keinesfalls mindert, sondern nur falsche Romantizismen verhindert. Ergänzt wird dies durch die Darstellung des Original Braunviehs, also der traditionellen Rinderrasse auf der Alp, und durch eine Geschichte der Käseverarbeitung im Allgäu, die gar nicht so alt ist, wie viele glauben. Ein weiteres Themenfeld ist die enge Beziehung zwischen

der Alpwirtschaft und der Artenvielfalt auf den Alpweiden. Für die Älpler ist dies völlig selbstverständlich: Eine gut genutzte Alpweide, die weder zu intensiv noch zu extensiv genutzt wird, weist eine sehr große Vielfalt an Pflanzen – und damit auch an Insekten und anderen Lebewesen – auf. Wenn man eine Weide jedoch nicht mehr nutzt, verschwindet die Artenvielfalt in kurzer Zeit. Hinein spielen auch Aspekte der Klimaerwärmung, die der Alpwirtschaft große Sorgen bereiten. Das neue Buch spannt einen großen Rahmen auf: Es zeigt die Welt der Alpwirtschaft in ihren vielfältigen Facetten, und es macht damit deutlich, dass Alpwirtschaft wesentlich mehr ist als nur eine Wirtschaftsform.

wb

INFORMATIONEN ZUM BUCH – Drei Jahre arbeiteten Autorinnen und Autoren an dem Band, darunter Expert*innen aus Frankreich, der Schweiz und Österreich. Entstanden ist ein Werk mit 256 Seiten und 230 Fotografien, das – getragen vom täglichen Einsatz der Älplerfamilien und Bergbauern – alle 46 anerkannten Alpen der Gemeinde Bad Hindelang auflistet. Preis: € 29,90, context verlag Augsburg

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BERG & TAL

Bergwetter (opens in a new tab)

MEHR DATEN, BESSERE PLANUNG, MEHR SICHERHEIT – Das Bergwetter auf alpenverein.de ist seit über zwanzig Jahren ein Dauerbrenner. Täglich werten Meteorolog*innen der GeoSphere Austria in Innsbruck Datenmaterial aus, um die Vorhersagen passend für die Bergsportgemeinde auszuformulieren. Seit Mai werden die Texte für siebzehn Alpen-Regionen, eingeteilt nach meteorologischen Gesichtspunkten, durch umfassende Daten zum Wettergeschehen ersetzt (opens in a new tab).

Die Daten in der jeweiligen Region wurden sorgfältig in Kooperation mit den Bergsportabteilungen des DAV und ÖAV ausgewählt. Sie umfassen neben gängigen Angaben zu Niederschlag und Sonnenscheindauer nicht nur Temperaturen für verschiedene Höhenlagen, sondern auch Wahrscheinlichkeiten für gute Sicht oder Sturmböen. Die Vorteile des neuen Modells sind nicht nur ein schnellerer Überblick über das Wettergeschehen, sondern auch detailliertere Angaben für die Tourenplanung. „Auch wenn manch einer die ausformulierten Texte vermissen mag, wir Meteorologen und Meteorologinnen sehen die Neuerungen positiv. Wir können jetzt nicht nur effizienter arbeiten, sondern werden weiterhin die gleiche Qualität für die beste Wettervorhersage im Alpenraum liefern“, versichert Manfred Bauer, Leiter der GeoSphere. Zudem wird die West- und Ostalpenprognose weiterhin ausformuliert und steht wie gewohnt als PDF zum Download bereit (opens in a new tab). red (opens in a new tab)

alpenverein.de/bergwetter (opens in a new tab)

SCHULPROJEKT IN DEN BERGEN OBERÖSTERREICHS – (opens in a new tab)

MTB-INFRASTRUKTUR IM DAV: PROJEKTE, BAU (opens in a new tab)

Unterricht nur im schnöden Klassenzimmer? Dass es (opens in a new tab)

UND FÖRDERUNG – Vom 18.-19. September 2026 (opens in a new tab)

auch anders geht, beweist das Projekt „Klassenzimmer (opens in a new tab)

findet in Günzburg die MTB-Tagung des DAV statt (opens in a new tab).

auf der Alm“. Dreieinhalb Monate Unterricht der 10. oder (opens in a new tab)

Die Tagung widmet sich der Infrastruktur, die wir (opens in a new tab)

11. Klasse finden dann für Schüler*innen zwischen 15 (opens in a new tab)

fürs Biken brauchen. Welche Rollen haben wir als (opens in a new tab)

und 17 Jahren auf einer bewirtschafteten Alm am Rande des National- (opens in a new tab)

DAV bei der Entwicklung wohnortnaher Angebote (opens in a new tab),

parks Kalkalpen statt. Interdisziplinäres Lernen, praktische Kompetenz- (opens in a new tab)

welche Möglichkeiten zu Finanzierung und Ko- (opens in a new tab)

vermittlung und Persönlichkeitsentwicklung – das ist das Grundkonzept (opens in a new tab)

operation gibt es? Beispiele aus den Sektionen zei- (opens in a new tab)

dahinter. Neben klassischem Unterricht kommen dort oben auch Sport- (opens in a new tab)

gen, wie Projekte erfolgreich umgesetzt werden (opens in a new tab)

und Naturerlebnisse nicht zu kurz, praxisnahe Inhalte werden ebenso (opens in a new tab)

können, und Expert*innen geben Starthilfe für (opens in a new tab)

vermittelt wie Natur- und Klimaschutz. Dazu kommen die Aufgaben, wel- (opens in a new tab)

Maßnahmen in der eigenen Sektion. Die Veran- (opens in a new tab)

che die Bewirtschaftung einer ech- (opens in a new tab)

staltung richtet sich an alle Vorsitzenden und eh- (opens in a new tab)

ten Alm vorgibt: Angefangen von (opens in a new tab)

renamtlich Engagierten, wie z (opens in a new tab). B. Ansprechperso- (opens in a new tab)

Küchen- und Putzdiensten bis hin (opens in a new tab)

nen MTB, Trainer*innen und Gruppenleiter*innen (opens in a new tab)

zu Instandhaltungsmaßnahmen (opens in a new tab)

sowie Naturschutzreferent*innen der Sektionen (opens in a new tab)

und der täglichen Versorgung der (opens in a new tab)

sowie Landesverbände des DAV (opens in a new tab).

red (opens in a new tab)

Tiere, denn auf der Alm leben (opens in a new tab)

Kontakt: mountainbike@alpenverein.de (opens in a new tab)

Kühe, Schafe, Hühner, Ziegen und (opens in a new tab)

Infos (opens in a new tab): alpenverein.de/verband/bergsport/ (opens in a new tab)

Kaninchen (opens in a new tab).

red (opens in a new tab)

sportentwicklung/mtb-tagung2026 (opens in a new tab)

Infos (opens in a new tab): klassenzimmeraufderalm.de (opens in a new tab)

Mit den Öffis in den Bergsommer (opens in a new tab)

DER NEUE NETZPLAN IST ONLINE – Wo soll es in dieser Saison zum Bergsteigen hingehen (opens in a new tab)? Am liebsten klimafreundlich und stressfrei ohne Auto? Vielleicht mal auf eine spannende Bergsafari? Dann ist der neue Netzplan genau das richtige Werkzeug. Denn die besten Touren sind nicht trotz, sondern genau mit den Öffis möglich. Freiheit und Flexibilität sind inklusive (opens in a new tab), wer geht schon gerne den gleichen Weg wieder zum Wanderparkplatz zurück? Viel spannender sind Durchquerungen und Überschreitungen von einer Haltestelle zur nächsten. Egal ob als Tagestour oder gleich mehrere Tage durch eine ganze Gebirgsregion (opens in a new tab). Bergsafaris liegen voll im Trend und wer es einmal ausprobiert hat, wird es immer wieder tun (opens in a new tab)

– das Suchtpotenzial ist hoch. Ein dichtes Geflecht von Bahnen und Bussen im Alpenraum macht es möglich und jedes Jahr kommen neue Linien dazu, wie der „Alpenbus“. Diese Expresslinie quer zu den Bergen verbindet Rosenheim mit Murnau an allen Tagen der Woche im Stundentakt. Mit mehreren Umsteigepunkten zu den Regionalbahnen im Oberland ergeben sich jetzt viele neue, interessante Tourenkombinationen, die vorher nicht möglich waren (opens in a new tab). red Den aktuellen Netzplan Sommer von Michael Vitzthum mit vielen Tipps & Tricks für die Tourenplanung mit Öffis gibt es hier (opens in a new tab): alpenverein.de/oeffi-sommer (opens in a new tab)

22 DAV PANORAMA 2/2026

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BERG & TAL (opens in a new tab)

DU SAGST WOHIN (opens in a new tab). WIR SAGEN WOMIT (opens in a new tab).

BESTENS BERATEN VOM OUTDOOR-PROFI (opens in a new tab).

Gemeinsam planen, ausrüsten, reparieren (opens in a new tab)

2/2026 DAV PANORAMA 23 (opens in a new tab)

Page 24

BERG & TAL

SOMMER ODER WINTER?

Die fünfte Route, die mit 9c (XII) bewertet ist, stammt von Sean Bailey – er sollte es wissen, denn er hat „Bibliographie“ wiederholt, die mittlerweile als „nur“ 9b+ gilt.

Wenn in den Alpen Winter herrscht (oder herrschen sollte …), ist es in Patagonien Sommer. So

Für „Duality of Man“ im Dry Canyon (Ari-

können Alpin-Aficionados wählen, ob sie eher eisig oder felsig unterwegs sein wollen – und am

zona) brauchte er vier Jahre und „Geduld wie für keine andere Route“. Wie schwer das legendäre Uralt-Projekt „Le Bombé Bleu“ in Buoux zu bewerten ist, wird wohl noch länger umstritten bleiben; die erste Begehung schaffte nun Erwan Legrand (Sohn der Wettkampflegende François Legrand) – barfuß. Und Yannick Flohé tritt mit „Excalibur“ dem Club 9b+ bei. Im Bouldern, das bei kühlen Wintertemperaturen Hochsaison hat, sind 9A-Begehun-

gen mittlerweile fast schon Tagesordnung. Zach Galla klettert gleich zwei in einer Woche: „Shaolin“ und „Return of the sleepwalker“. Und Adam Ondra macht seine nächsten zwei 8C-Flashes innerhalb von drei Tagen: „The Lion’s Share“ in Brione und „Celestite“ im Val Bavona.

Ein Trad-Highlight setzt Connor Herson mit „Drifter’s Escape“ (9a+) in Squamish; den nicht mobil absicherbaren Zustieg zum entscheidenden 20-Meter-Risslein sichern allerdings zwei Bolts ab. „Ich bezeichne sie nicht als Tradroute … für mich war es einfach ein spaßiges Projekt“, sagt der Erstbegeher. Die 9a-Tradroute „Bon Voyage“ bekommt Begehungen von

Jacopo Larcher und Esteban Daligault. Den Kletter-Overtourismus spürt das nordspanische Dörfchen Margalef: Geschätzt 89.000 Menschen sollen das Gebiet jährlich besuchen. Nun hat die Gemeinde Schranken an den zwei Zufahrtsstraßen aufge-

Highlights des stellt, um die Besuche auf modernen Berg- 210 und 190 zu begrenzen,

sports

präsentiert und verlangt 5 Euro Tagesge-

von Andi Dick bühr für die Instandhaltung.

24 DAV PANORAMA 2/2026

Fels schaffen kühle Temperaturen guten Grip.

Eine der schönsten Aktionen in diesem verhältnismäßig mäßigen Winter gelang Charles Dubouloz: Per Rad von und bis Annecy kletterte er drei anspruchsvolle Routen: zuerst die „Divine Providence“ (ED4, 7b, A3, Foto l.) am Grand Pilier d’Angle solo – in sechs Wandtagen verlor er dabei acht Kilo. Dann mit Antoine Bouqueret die „Directe Gamma“ (1100 m, V, X4, P4, also brüchig und schlecht gesichert) an der Barre des Ecrins in vier Tagen. Nach einer mehrwöchigen Schneefallphase klappte noch die Westwand (600 m)

des Pic d’Ossau (2884 m) in den Pyrenäen, wieder im Solo. Die Bedingungen machten es auch Silvan Schüpbach schwer für sein Langzeitprojekt mit „sechs vergessenen Nordwänden“. Nach Neutouren am Nesthorn und der Punta Pioda im Februar/März 2025 klappte immerhin Mitte Dezember eine neue Variante zu „Jin-Go-La-Ba“ in der Triolet-Nordwand: „You didn’t ask“ (750 m, M7+, 80°) gelang mit Filippo Sala und Tom Livingstone und wurde direkt danach durch Amaury Fouillade, Olivier Kolly und Philippe Bruley wiederholt. Mit Kolly und Sala eröffnete Schüpbach später an der Dent Blanche „Le clin d’œil“ (850 m, M7, WI 3). Fouillade fand Ende Dezember mit Léo Billon, Nicolas Jean und Enzo Oddo in vier Tagen die Linie „Basique“ (1100 m, V+, A2, M5) an der Pointe Whymper der Grandes Jorasses. Die erste Winterbegehung des „Schutzengelwegs“ (800 m, M7+) an der Sagwand, durch Martin Sieberer und Lukas Wald-

ner in siebzehn Stunden vom Tal aus, war die erste Wiederholung der Route nach 34 Jahren. Vor gut fünfzig Jahren wurde die „Südafrikanerroute“ am Zentralen Paineturm in Patagonien technisch erstbegangen, die erste freie Begehung (1200 m, IX, Foto r.) gelang 2009, eine weitere 2023. Nun haben Tommy Caldwell und Siebe Vanhee mit einer freien Begehung in 24 Stunden die Maßstäbe verschoben und neue Perspektiven eröffnet, was mit schnellen Freiklettertaktiken beim volatilen Patagonienwetter machbar ist. Zwei Versuche waren im schlechten Wetter gescheitert; nach der erfolgreichen Begehung erwischte sie der Schneesturm „erst“ am Gipfel und machte die achtstündige Abseilfahrt spannend. Winter an den Achttausendern ist ein besonders hartes Spiel – und nun auch schon Thema für geführte Touren: Die zweite Winterbesteigung des Makalu (8485 m) endete mit zwei Toten, nachdem ein Sherpa tödlich abgestürzt war, zwei Kollegen nach ihm suchten und der derweil allein absteigende Gast verschollen blieb.

Stimmen aus der Wand

„Ich habe gefunden, was ich gesucht habe: die extreme Erschöpfung, die den Menschen aufs Wesentliche reduziert.“ Charles Dubouloz zum Pilier d’Angle. „Das Geheimrezept für Erfolg in Patagonien ist die Fähigkeit, zu lachen und die Moral aufrechtzuhalten, wenn es hart aussieht.“ Tommy Caldwell über die Paine-Erfahrungen.

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BERG & TAL

Skimo-Wettkampfsaison

Premiere und Erfolg in mehreren Etappen

Im Februar feierte Skimo bei den Olympischen Winterspielen 2026 in Bormio Premiere. Für Team Deutschland starteten Tatjana Paller (DAV Tölz), Helena Euringer (DAV Berchtesgaden) und Finn Hösch (DAV Bergland München). Auf dem Programm standen der Sprint und das Mixed Relay. Beim Sprint lieferte Tatjana Paller ein starkes Rennen ab und landete auf Rang vier; Helena Euringer und Finn Hösch erreichten Platz 15 und Platz 13. Im Staffelformat Mixed Relay erreichten Paller und Hösch Rang sieben; insgesamt legte das Skimo-Team damit einen soliden Auftritt hin, der Kampfgeist und Form für die kommenden Saisonhighlights zeigte.

Anfang März fand in Shahdag (Aserbaidschan) die Europameisterschaft in den Disziplinen Sprint, Mixed Relay, Individual und Vertical statt. Stolze zehn Medaillen konnte sich das DAV-Team sichern. Beim Sprint besonders herausragend war die Leistung von Helena Euringer, die den Titel der Jugend-Europameisterin (Sprint) in der U20-Wertung holte. In der Jugendstaffel setzte das deutsche Team direkt ein weiteres Ausrufezeichen: Helena Euringer und Moritz Bauregger (DAV Berchtesgaden) sicherten sich mit deutlichem Vorsprung den Sieg. Bei den Erwachsenen gingen Tatjana Paller und Finn Hösch für Deutschland an den Start und konnten sich ebenfalls über einen Podestplatz freuen – Rang drei. In der Jugend konnte das deutsche Team erneut überzeugen: Helena Euringer gewann das Rennen der Juniorinnen. Bei den Junioren setzte sich Silas Walter (DAV Memmingen) vor seinem Teamkollegen Moritz Bauregger durch und sicherte sich den Sieg, während Bauregger Zweiter wurde. Zum Abschluss der Europameisterschaft stand das Vertical-Rennen auf dem Programm. Hier sorgte Silas Walter mit seinem Sieg erneut für einen Höhepunkt aus deutscher Sicht. Der nächste erfolgreiche Saisonhöhepunkt folgte Ende März in Puy-Saint-Vincent (Frankreich): Bei der Jugend-Weltmeisterschaft knüpfte das Team an die starken Ergebnisse der Europameisterschaften an, gewann drei Weltmeistertitel und überzeugte mit weiteren Podiums- und Top-Ergebnissen. Im Individual-Rennen der U20-Herren feierten Silas Walter und Moritz Bauregger einen Doppelsieg, Moritz Bauregger holte ebenso Silber beim Vertical.

Abseits der sportlichen Erfolge beschäftigt ein interner Skimo-Konflikt den Verband; die Aufklärung läuft derzeit. Aktuelle Infos gibt es auf (opens in a new tab)

alpenverein.de (opens in a new tab)

Helena Euringer gewann den Weltmeistertitel im U20- Sprint und bestätigte ihre starke Form zudem mit Platz vier im Individual und Rang fünf im Vertical. Zum Abschluss der Wettbewerbe sicherte sich Deutschland auch im Mixed Relay die Goldmedaille: Helena Euringer und Moritz Bauregger gewannen das Rennen und krönten damit die erfolgreiche Nachwuchs-WM. In der Nationenwertung belegte Deutschland damit Rang drei.

red

MEDAILLEN BEI DER EUROPAMEISTERSCHAFT Gold: Helena Euringer (Sprint U20, Individual Jugend), Helena Euringer/Moritz Bauregger (Mixed Relay Jugend),

Silas Walter (Individual Jugend, Vertical Jugend) Silber: Finn Hösch (Sprint U23), Moritz Bauregger (Individual Jugend) Bronze: Tatjana Paller (Sprint Damen), Moritz Bauregger (Sprint Jugend), Tatjana Paller/Finn Hösch (Mixed Relay)

MEDAILLEN BEI DER SKIMO-JUGEND-WM Gold: Helena Euringer/Moritz Bauregger (Youth Mixed Relay), Helena Euringer (Sprint U20), Silas Walter (Individual U20) Silber: Moritz Bauregger (Individual U20, Vertical U20)

Jugend-WM: Silas Walter (M.) und Moritz Bauregger (l.) bei der Siegerehrung; Bauregger bei der EM in der Abfahrt; Tatjana Paller im olympischen Sprint-Rennen (u.).

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Klink dich ein!

Ausrüstung für den Klettersteig

Langjährige Klettererfahrung? – Nicht nötig! Klettersteige ermöglichen einem breiten Publikum Erlebnisse in der Vertikalen. Doch leider kommt es auch bei dieser Spielform des Bergsports häufig zu Notfällen aufgrund mangelnder Ausrüstung.

Text: Martin Prechtl Illustrationen: Georg Sojer

Was gehört zur Standardausrüstung auf Klettersteigen?

� Helm: Einen Unterschied zwischen Kletterhelm und Klettersteighelm gibt es nicht. Kopfverletzungen ergeben sich nicht nur durch herabfallende Gegenstände, sondern vor allem durch das Anprallen am Fels oder an der Steiganlage. Deshalb lohnt sich die Anschaffung eines Inmold-Helms, der komplett aus geschäumtem Kunststoff besteht. � Gurt: Alle Hüftgurte, die beim Sport- oder Alpinklettern verwendet werden, können auch auf Klettersteigen benutzt werden. Da ein langes Sitzen im Gurt und der Transport vieler Sicherungsmittel nicht vorgesehen ist, beschränken sich die von den Herstellern als Klettersteiggurte ausgewiesenen Modelle auf simple Polsterungen und wenige Materialschlaufen. Infolgedessen ergibt sich ein kleines Packmaß und ein relativ günstiger Preis. Kindern und allen anderen Personen mit einem hohen Körperschwerpunkt (Übergewicht) ist ein Brustgurt als Ergänzung zum Hüftgurt anzuraten. � Klettersteigset: Tödliche Unfälle auf Klettersteigen ereignen sich besonders dann, wenn das Klettersteigset nicht verwendet wird. Auch wenn dem Klettersteigset eine zentrale Rolle zukommt, ist es doch immer nur als Notfallausrüstung zu betrachten – ähnlich einem Airbag beim Auto. Anders als beim Sportklettern sind Stürze am Klettersteig in das Klettersteigset nicht kalkulierbar. Denn die Sturzumgebung ist denkbar ungünstig. Stahlseil, Verankerungen sowie Griff- und Trittelemente machen massive Verletzungen sehr wahrscheinlich.

Der Bandfalldämpfer eines Klettersteigsets nimmt im Falle eines Sturzes einen Großteil der Energie auf. Trotzdem ist das Set ein reines Notfallsystem.

Wie funktioniert ein Bandfalldämpfer?

Stürze sind – anders als beim Sportklettern – tabu!

Der Bandfalldämpfer besteht meist aus zwei mehrfach gefalteten Bändern, die mit Bindfäden zu einem Schlaufenpaket vernäht sind. Kommt es zum Sturz, reißen die Bindfäden kontrolliert auf. Dadurch wird

Wann macht die zusätzliche Seilsicherung

Energie abgebaut und der Sturz gedämpft.

am Klettersteig Sinn?

� Eine zusätzliche Seilsicherung reduziert das Sturzrisiko in technisch an-

Wichtig:

spruchsvollen oder sehr steilen Passagen. Menschen, die zum ersten Mal

Alle zulässigen Klettersteigsets sind aus

auf einem Klettersteig unterwegs sind, aber auch Kinder fühlen sich damit

gelegt für ein Gesamtgewicht aus Körper

deutlich wohler.

gewicht und Ausrüstung von 40 bis 120 kg.

� Personen unter 40 Kilogramm sind konsequent mit Seil nachzusichern. Dafür

Sie müssen damit der Norm EN958:2017

muss die notwendige Sicherungstechnik beherrscht werden. Erleichterung

entsprechen. Sets für Kinder haben kleinere

beim Nachsichern schaffen hier spezielle Kits bestehend unter anderem aus

Karabiner und kürzere Lastarme.

einem 15-20 Meter langen Seil, einem Stopfsack und einer Rücklaufsperre.

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MATERIALKUNDE

30-cm-Bandschlinge

Verschlusskarabiner

Aus welchen Bauteilen besteht ein zeitgemäßes Klettersteigset?

� Klettersteigkarabiner mit großer Schnapperöffnung und Verschlusssicherung gegen versehentliches Aushängen: Ideal sind intuitive Konzepte wie z. B. der Handballenverschluss. Klettersteigkarabiner halten den Belastungen am Klettersteig stand, sie sind getestet auf Längs-, Quer- und Knickbelastung.

Drehgelenk

� Lastarme aus elastischen Bandkonstruktionen für körpernahes Handling: Die Klettersteigkarabiner sind in die Lastarme eingenäht. � Drehgelenk am Ansatz der Lastarme: Durch das Gelenk soll verhin-

Lastarm

dert werden, dass sich die beiden Lastarme ineinander verdrehen.

Klettersteigkarabiner

� Einbindeschlaufe für die Verbindung zum Klettergurt: Die Einbindeschlaufe wird mittels Ankerstich in den Ring des Klettergurtes eingelegt.

Öse (u. a. zum Einhängen der Rastschlinge) Bandfalldämpfer

� Bandfalldämpfer als Herzstück des Klettersteigsets: Ohne Band-

Einbindeschlaufe

falldämpfer käme es zu Materialversagen bzw. schweren Verletzungen an der Wirbelsäule.

Welche Ausrüstungsgegenstände erleichtern

Welche Situationen musst du

das Begehen von Klettersteigen zusätzlich?

unbedingt vermeiden?

� Rastschlinge: Vor kraftraubenden Passagen macht es Sinn,

� Zu geringer Abstand zwischen den einzelnen Kletternden:

sich in eine Rastschlinge zu setzen, um Schlüsselstellen zu

Im Sturzfall kommt es sonst zu einem Dominoeffekt.

erkennen und sich mental zu sammeln. Auch wer andere mit

� Kurzschließen des Bandfalldämpfers: Am besten immer beide

einem Seil nachsichert, ist meist froh um die Rastschlinge:

Lastarme ins Stahlseil einhängen! Auf keinen Fall darf der zweite Lastarm in den Ring des Klettergurts eingehängt werden. Die

� Wenige Sets haben eine statische Rastschlinge fix installiert

Mechanik des Bandfalldämpfers ist sonst außer Kraft gesetzt.

zwischen den beiden längeren, elastischen Lastarmen.

Somit ergeben sich schwere Verletzungen bei einem Sturz.

� Einige Modelle haben dagegen zumindest eine Öse am Bandfalldämpfer, an der man eine kurze, 30 Zentimeter lan-

� Klettern mit eingehängter Rastschlinge: Ist die Rastschlinge

ge Bandschlinge mit Karabiner einhängen kann. Der Vorteil

am Ring des Klettergurts angebracht, wird bei einem Sturz eben-

beider Varianten liegt darin, dass der Bandfalldämpfer

falls der Bandfalldämpfer ausgeschaltet. Die Folgen wären fatal.

funktionstüchtig bleibt.

Rastschlinge daher immer straff und unter Last halten.

� Anders die weithin gebräuchlichste Variante: Eine 60 Zenti-

� Instabiles Wetter: Noch schlimmer als Vereisung und Regen

meter lange Bandschlinge direkt eingebunden mittels An-

sind Gewitter. Mit dem Drahtseil am Klettersteig hältst du

kerstich in den Ring des Klettergurtes, am anderen Ende ein

einen Blitzableiter in der Hand.

großer Karabiner, der in die Verankerung der Steiganlage

� Herabfallendes Material: Trinkflaschen, die wie beim Wan-

geklippt wird.

dern in der seitlichen Netztasche des Rucksacks verstaut

� Eine Sonderform stellen Sets mit Stahlseilklemme dar.

sind, können herausfallen.

Diese Klemmen ermöglichen es nicht nur zu rasten, sondern verhindern sogar allzu weite Stürze. Die Bedienung ist aber

� Psychische Blockaden: Weniger ist mehr! Bist du die Ausge-

etwas gewöhnungsbedürftig.

setztheit nicht gewohnt, solltest du langsam anfangen. Es gibt auch kurze, leichte Klettersteige in Talnähe!

� Klettersteighandschuhe: Eng anliegende Handschuhe mit

� Körperliche Überforderung: Hast du viel Gewicht und im Ver-

festem Handgelenksabschluss verrutschen nicht und schüt-

hältnis dazu wenig starke Arme, wähle lieber einen kurzen

zen die Hände z. B. vor ausgefransten Litzen am Stahlseil.

Klettersteig ohne athletische Passagen.

Spezielle Klettersteighandschuhe haben zusätzlich eine Oberflächenstruktur auf der Handinnenseite, die für bessere Reibung sorgen soll. Es gibt verschiedene Ausführungen, darunter Fingerhandschuhe und fingerlose Varianten, hergestellt aus Leder, Synthetik oder einem Materialmix.

Was kostet eine Klettersteig ausrüstung ungefähr?

� Geeignete Schuhe: Die Palette der Bergschuhe, die sich

Helm (Inmold):

80,00 €

besonders für Klettersteige eignen, reicht vom soliden

Gurt:

60,00 €

Approach-Halbschuh bis hin zum bedingt steigeisenfesten

Klettersteigset:

120,00 €

Leichtbergschuh. Bei der Wahl des richtigen Schuhs sind neben der Schwierigkeit des Klettersteigs auch der Zustieg, der

Bandschlinge (30 cm):

7,00 €

Martin Prechtl ist Staatlich geprüfter

Abstieg, die Jahreszeit und die aktuellen Witterungsverhält-

Verschlusskarabiner:

15,00 €

Berg- und Skiführer

nisse zu berücksichtigen. Personen mit hohem Körpergewicht

Handschuhe:

28,00 €

und Mitglied des

greifen lieber zu Schuhen, die über den Knöchel reichen. Das

DAV-Lehrteams

gesamt:

310,00 €

sorgt für mehr Stabilität.

Bergsteigen.

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Mit Kopf und Stil im Eisenweg

Klettersteiggehen – Technik und Taktik

Klettersteiggehen erfreut sich großer Beliebtheit. Vom drahtseilversicherten, alpinen „Wanderweg“ bis hin zum talnahen Sportklettersteig inklusive Flyingfox, Seilbrücke oder vergleichbaren „Attraktionen“ reicht die Palette. Entsprechend unterschiedlich sind die Anforderungen. Neben gründlicher und defensiver Planung ist kluge Taktik und gute Technik für die Stahlseilturnerei unerlässlich.

Text: Max Bolland Illustration: Georg Sojer

Technik

Wie fast immer im Bergsport gilt: möglichst viel Gewicht

der Fuß belastet und durch Streckung des Beins „Höhe“

und Hubarbeit auf die Beine und weg von Armen und Hän-

gewonnen. Je kleiner horizontaler und vertikaler Abstand

den bringen. Leichter gesagt als getan, denn das Stahlseil

zwischen den Tritten ist, umso leichter kann die Gewicht-

bietet so verführerisch Halt, dass nur allzu gern mit Leibes-

verlagerung aus der Hüfte und ohne Krafteinsatz der Arme

kräften daran gezogen und unnötig viel Kraft verschleudert

erfolgen. Kleine Schritte machen und alle Trittmöglichkei-

wird. Entscheidend ist es, den Blick auf die Füße zu fokus-

ten nützen! Im Idealfall dienen Arme, Hände und Stahlseil

sieren – nur so lassen sich Trittmöglichkeiten erkennen und

nur der Balance. Je größer die Trittabstände sind, umso

die Füße platzieren. Offensichtliche Trittmöglichkeiten wie

mehr muss mit den Armen gezogen werden – vergleichbar

Stahlbügel, -platten und künstliche Stufen bieten selten

mit einer Leiter, bei der man immer drei Sprossen auslässt.

Probleme. Das Ausnutzen natürlicher Tritte wie Felskanten und -absätze oder Reibungstritte hingegen erfordert einiges

Technik für entspannte Arme

an Übung. Gelegentliches Klettertraining in leichten Fels-

Auch mit versierter Fuß- und Tritttechnik ist in steileren

routen ist eine sinnvolle Vorbereitung, insbesondere für

Passagen Armbelastung nicht komplett vermeidbar. Um

sportliche und steile Klettersteige. Die Tritte im

diese gering zu halten, ist das Klettern am

Fels werden bevorzugt mit den Vorder-, oder

„langen Arm“ eine wirkungsvolle Methode.

(je nach Situation) Innen- oder Außenkanten

Dabei ist wichtig, dass die Arme möglichst lan-

der Schuhe belastet. Auf maximale Ausnüt-

ge in gestreckter Position sind. Dafür müssen

zung des Trittes und eine waagrechte Fußpo-

die Beine gebeugt sein. Erst wenn der Hub

sition achten. Reibungstritte werden mit dem

aus dem Bein erfolgt, wird der Arm gebeugt

Fußballen und leicht hängender Ferse „getre- Als offizieller Ausrüster stattet Vaude – Arme und Hände unterstützen nur die Ar-

die DAV-Bundeslehrteams aus und

ten“. Dann ist das Belasten des Trittes und der

beit der Beine.

unterstützt den Alpenverein dabei,

Hub aus dem Bein entscheidend. Durch Ge-

Abwechslung tut gut: alle unterschiedlichen

seine Mitglieder für nachhaltigen und

wichtsverlagerung auf den jeweiligen Tritt wird sicheren Bergsport zu sensibilisieren. Griffmöglichkeiten des Klettersteigs nützen.

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Sauber treten, auch auf Felstritten, die Klettersteigkarabiner über der Hand laufen lassen, viel am „langen Arm“ klettern – mit der richtigen Technik ist man sicher und effizient unterwegs.

Neben Stahlseil bieten Befestigungsstangen, Stahlbügel, Leitersprosse und natürliche Griffe im Felsen oder an Wurzeln und Bäu-

men eine erwünschte Abwechslung zur monotonen Stahlseilzieherei. Auch das Stützen mit den Händen (z. B. zum Hochsetzen des Fußes) bietet eine willkommene Variation. Überlegte Taktik trägt dazu bei, um auch in fordernden Klettersteigpassagen einen kühlen Kopf zu bewahren, sicherer unterwegs zu sein und damit mehr genießen zu können. Rastpunkte nutzen: Wer rastet, der rostet nicht fest am Stahl, sondern gibt sich die Möglichkeit, Körper und Geist zu erholen und Folgepassagen vorzuplanen. Um solche Rastpunkte zu erkennen und zu nutzen, braucht es etwas Erfahrung und Übung. Experimentierfreudigkeit und Kreativität sind erlaubt. Natürliche Rastpunkte sind Absätze und Bänder oder Spreizpositionen in Verschneidungen oder Kaminen. Rasten ist aber auch mit der so genannten Rastschlinge direkt

Max Bolland (opens in a new tab)

am Stahlseil möglich – moderne Klettersteigsets arbeitet als (opens in a new tab) Berghaben diese bereits integriert. So geht’s: Rast- führer und Ausbil- (opens in a new tab)

der in der Trainer- (opens in a new tab)

schlinge oberhalb eines Befestigungspunktes ein-

TECHNIK UND TAKTIK

des Sets dehnt sich die Rastschlinge nicht und man bleibt nahe am Seil. Das Vertrauen in das Material muss unbedingt geübt werden – z. B. an bodennahen Stellen oder Übungsklettersteigen. Insbesondere in sehr langen athletischen Passagen ist die Verwendung der Rastschlinge eine gute Hilfe. Vorsicht: Wer eine Bandschlinge als Rastschlinge benutzt, muss diese unbedingt vor dem Weiterklettern wieder aushängen. Vor allem vor und nach ausgesetzten oder furchteinflößenden Passagen sollte man Rastpunkte und leichtere Passagen nutzen, auch zum Vorausplanen von Schlüsselpassagen, um diese möglichst zügig und effizient zu bewältigen.

Taktik Sichern

Das Umhängen des Sets in vertikalen Passagen ist sicherungstechnisch der heikelste Moment, hier besteht das höchste Sturzpotenzial und die größte Verletzungsgefahr. Dies kann insbesondere in steilen Passagen nervenaufreibend und kraftraubend sein. Die Bedienung der Klettersteigkarabiner muss man unbedingt beherrschen, das Umhängen muss zügig erfolgen. Laufen die Klettersteigkarabiner über der Hand entlang des Stahlseils, sind die Karabiner jederzeit griffbereit und man vergisst im Eifer des Gefechts das Umhängen nicht. Zum Umhängen stabile und kraftsparende Positionen wählen: Spreizposition, guter Stand oder zumindest am langen Arm. In brenzligen Situationen gegebenenfalls erst nur einen Karabiner umhängen, um schon mal sicher zu sein. Dann in gewechselter Position den zweiten. Geht die Kraft zur Neige, hilft es, den ganzen Arm und/oder das Bein hinter Befestigungsstange und Stahlseil einzuhängen und dann umzuhängen

– in solchen Situationen unbedingt erst die Rastschlinge verwenden, bevor man weiterklettert. Quergänge sind oft gefürchtet, doch sicherungstechnisch sind sie deutlich harmloser, denn das Sturzpotenzial ist gering und das Verwenden der Rastschlinge fast überall möglich. In steilen Quergängen hilft die Rastschlinge, so bleibt man eng am Quergangsseil und kann fast nicht fallen. Auch

hier hilft das Vertrauen ins Material. Technik und Taktik bedingen sich gegenseitig – wem die Tritttechnik fehlt, wird sich schwertun, Rastpositionen zu finden. Und wer planlos in Steilpassagen startet und Rastpositionen ungenützt lässt, wird sich auch mit Technik nicht dauerhaft „retten“ können. Es lohnt sich daher auf jeden Fall, in beide Aspekte glei-

ausbildung des DAV (opens in a new tab).

hängen und belasten, anders als die „Einhängarme“ erlebnis-berg.com (opens in a new tab)

chermaßen zu investieren.

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Über Respekt und Verantwortung in den Bergen

Wie viel Berg gehört mir?

Wie bitte? Was soll die Frage – mir gehört doch kein Berg? Nun, je nachdem, wie man es betrachtet. Wir betreten die Berge wie selbst verständlich. Dabei denken wir wenig darüber nach, was eigentlich dahintersteckt. Und wie sich das, was wir tun, auf die Berge auswirkt.

Zeit für einen „Deep Dive“.

Text: Jonas Kassner und Janina Schimschar

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lar: In den Bergen wollen wir uns er

K holen, Sport machen, die frischeLuft und das Panorama genießen.

Manche fliehen vor dem grauen Alltag, suchenHerausforderungen oder einfach nur Spaß,

andere nach Antworten auf wichtige Fragen des Lebens. Oder alles zugleich. Wie Menschen die Berge sehen, warum sie auf Gipfel steigen, was sie sich dort versprechen, wandelte sich über die Jahrhunderte. Wir können nicht von dem einen Verhältnis zwischen Mensch und Berg sprechen. Eher von einer Vielzahl an Mo tiven, die im Lauf der Zeit aufkamen, sich über schnitten, nebeneinander bestanden – und auch heute noch existieren.

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Heimat der Götter

Zweifelsohne fühlen wir uns heute den Bergen verbunden. Noch vor drei Jahrhunderten wur den sie als ferne, hässliche Riesen verschmäht. Unwirtlich, lebensfeindlich, ein Hindernis. Und das über Tausende von Jahren. Die Menschen besiedelten zuerst die Täler der Alpen, nach und nach auch die höheren Lagen, wie der Fund des Ötzi zeigt – denn unten lauerten viele Gefahren und der Platz war begrenzt. Die Berge wurden zur Heimat, behielten aber eine geheimnisvolle Aura. Vielen Völkern und Religionen weltweit galten sie als spirituelle Orte. War man dort oben den Göttern näher? Wie es der Innsbrucker Bi schof und Bergsteiger Reinhold Stecher einmal formulierte: „Viele Wege führen zu Gott, einer führt über die Berge.“ Auf allen Kontinenten gibt es heilige Berge, beispielsweise der Kailash in Tibet, in Japan der Fujiyama, in Australien der Uluru, der Machu Picchu in Peru, der Olymp in

Griechenland. Auch der Machapucharé in Nepal gehört heute noch den Göttern: Seit den 1960er Jahren gilt ein Besteigungsver bot. Heilige Berge sol len unantastbar sein. Das sind die anderen bei Weitem nicht ge blieben.

Berge werden schön Spätestens ab dem

Der heilige Kailash (6638 m) in Tibet wurde –

18. Jahrhundert ge

soweit man weiß – noch nie bestiegen.

wannen die Alpen an

Attraktivität. Mit der Entstehung der Industrie gesellschaft suchte man sie auf, „um eine nicht von Menschen beherrschte Natur erleben und bewundern zu können“, wie es der Alpenfor scher Werner Bätzing ausdrückt. Die Bergwelt mutierte zum „schönen“ Gegenentwurf des städtischen Lebens der frühen Industrialisie rung. So interpretiert es auch der britische Schriftsteller Robert Macfarlane: „Im Verlauf von drei Jahrhunderten hat sich […] in der westlichen Welt ein tiefgreifender Wandel in der Wahrneh mung der Berge vollzogen. Jene Eigenschaften, derentwegen die Berge einst gemieden wurden

– Steilheit, Einsamkeit, Gefährlichkeit – wurden nun als ihre größten Attraktionen gepriesen.“

THEMA: WIE VIEL BERG GEHÖRT MIR?

Das Erhabene spüren

Damit einher ging eine neue ästhetische Er fahrung, in der sich Schauer und Bewunderung gegenüber den Bergen mischte. Während der Romantik entdeckte man in ihnen das „Erhabe ne“: eine Kraft, die größer ist als der Mensch, in der er sich selbst spüren und erkennen kann. Die überwältigende Natur wird zum Spiegel – festge halten in berühmten Ge mälden, wie dem bekannten „Wanderer über dem Nebel meer“ von Caspar David Friedrich. Die halb verbor gene Berglandschaft steht in vielen Interpretationen für die Tiefe der menschlichen Seele und die Suche nach Sinn. Sicherlich ein Motiv, das unsere Sehnsucht nach den Bergen bis heute prägt.

Berge machen Menschen Raus aus der Stadt zu zie hen, Natur zu erfahren, soll te aus dem Blick des aufstre

Sinnsuche über dem Nebelmeer:

benden Bürgertums etwas Mensch und Berg in der Romantik.

Gutes mit dem Menschen machen, gar zur Bildung der Persönlichkeit bei tragen. Gleichzeitig versprach man sich einen Effekt auf die Gesellschaft: „Die Idee war, dass Individuen durch das Bergsteigen zu besseren Menschen werden und nach ihrer Rückkehr positiv auf die gesellschaftliche Entwicklung einwirken sollten. Das Selbstverständnis des Al penvereins als kultureller Verein mit Sendungs bewusstsein spiegelt dies wider“, erklärt Max Wagner, Historiker am Alpinen Museum in Mün chen. Die Berge wurden zum Kontrast der mo dernen Zivilisation, die als technisiert und ein engend empfunden wurde – „Auf den Bergen ist Freiheit“, lautet ein berühmtes Zitat. Anderer seits sind sie bei Weitem keine Spielwiese und bergen viele Gefahren. Wer sich diesen stellte, tat das auch im Streben nach höheren Idealen – und konnte viel Bewunderung ernten, wenn er sie „überwand“. Ein solches kämpferisches Mo tiv erhielt immer stärkere Bedeutung.



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Gipfel erobern

Nach dem verlorenen Ersten Weltkrieg wur den neue Helden gesucht – und der Alpenverein brachte das Bergsteigen ins Spiel. Mit dem auf kommenden Nationalsozialismus hatte er viel ge mein. Die Erstbegeher der gewaltigen Nordwän

de von Matterhorn, Eiger und Grandes Jorasses – damals die „letzten Probleme der Alpen“ genannt – stammten aus den nationalsozialistisch bzw. fa schistisch geprägten Ländern Deutschland und Österreich. Nicht verwunderlich, können doch Parallelen gezogen wer den zwischen der Kampfideo logie und dem damaligen Ethos des Alpinismus. Kühne Männer, heroische Taten, Vor bilder für die Jugend: Das war es, was der Zeitgeist – und der Alpenverein – forderte. Der Berg wurde von der Propagan

Tod als ständiger Begleiter: Sterben

da ausgeschlachtet. Heinrich

(für einen höheren Zweck) wird

Harrer, einer der vier Erstbe

einkalkuliert.

geher der Eiger Nordwand, ab

1933 Mitglied der SA und ab 1938 der SS, schrieb: „Wir haben die Wand durchklettert, über den Gipfel hinaus bis zu unserem Führer.“

Berge für alle?

Reisen in die Alpen wurden populärer. Kein Wunder, konnten sie nicht nur immer leichter er reicht, sondern auch begangen werden. Das Hüt ten und Wegenetz wurde dichter. Der Alpenver ein beförderte dabei nicht nur die touristische Infrastruktur in den Bergen, sondern auch in den Tälern. Und das, obwohl frühzeitig vor dem An sturm auf die Alpen und einer Verwässerung bergsteigerischer Ideale gewarnt wurde. So kom mentierte Hans Gottfried im Jahr 1927 den Ab stieg vom Gipfel der Marmolata über den von der Sektion Nürnberg angelegten Klettersteig: „Von Bergsteigen ist da natürlich keine Rede mehr. Ich kam mir vor wie ein Schornsteinfeger […]. Jam merschade ist es um diesen Grat, den man da in Eisen gelegt hat.“ In den Tölzer Richtlinien hatte man sich bereits 1923 zur Zurückhaltung beim Wege und Hüttenbau verpflichtet. Doch der Zug war ins Rollen geraten und die Diskussionen da rüber dauern bis heute an.

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Profit machen und Spaß haben Wer hätte damals geahnt, wie stark sich ab den 1960er Jahren die alpine Landschaft verändern würde? Nirgends zeigt sich das Besitzstreben deutlicher als in der Umgestaltung in Freizeit parks und im Expansionswillen der Skigebiete

– „der Berg gehört mir“ scheinen die Liftmasten und Drahtseile quer über die Hänge zu schreiben. Mit dem Skitourismus wurden die Alpen zum Ur laubsziel für die Massen. Verschwunden ist die Angst vor den Naturgewalten. An deren Stelle tritt das Vergnügen, für das die Berge zur Kulisse wer den. „So wird das einstige Naturerlebnis zu Acti on und Funaktivitäten aufgepeppt, weil die Natur allein aus Sicht der Touristiker eben längst nicht mehr genügt“, schreibt der Journalist Georg Bay erle in seinem Buch „Der Alpen Appell“. Wer für seinen Spaß bezahlt, denkt, es gebe ein Recht da rauf – und letztlich die Erlaubnis, Natur zu zerstö ren. Der Hedonismus regiert und „so etwas wie Respekt vor den Bergen erscheint jetzt als über holt und unzeitgemäß“, lautet Werner Bätzings bitteres Resümee. Die touristisch geprägte Land schaft würde vielmehr in den Augen vieler Menschen zum „New Normal“, beklagt Ge org Bayerle. Stille und Naturschönheit, das war eigentlich mal et was anderes.

Berge erfahren Leiden wir wirklich unter einem solchen

Widerstand zwecklos: schweres Geschütz

Realitätsverlust? Wel

für den Skitourismus.

cher Zugang zu den Bergen ist der richtige, wie viele Zugänge darf es geben? Zumindest abseits touristischer Zentren sind die Berge weiterhin ein Kontrast zur moder nen Zivilisation. Sie öffnen einen Erfahrungs raum mit beeindruckender Topografie und einer vielfältigen Flora und Fauna. Diese zu schützen und eine Balance zwischen Bergsport und Natur schutz zu finden, machen sich viele Alpenver einsmitglieder und aktive zur Aufgabe. Die Frage „Wie viel Berg gehört mir?“ ist nicht nur kultur historisch, sondern auch rechtlich und moralisch beantwortbar. Denn es ist nicht nur wichtig zu wissen, was ich tun darf, sondern auch zu fragen, was ich tun soll – oder eben gerade nicht.

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Was darf ich?

Rechtlich gesehen gehört uns ganz schön viel vom Berg: Wir dürfen die freie Natur betreten. In Deutschland ist das Betretungs recht verankert im Bundesnatur schutzgesetz und im Bundes waldgesetz mit seinen Regelun gen in den Ländern: „Das Betreten des Waldes zum Zwecke der Erho lung ist gestattet“, wie es in § 14 (1) heißt. Und auch die Bayerische Verfassung (Art. 141) und das Bay erische Waldgesetz (§ 13) erlau ben das Betreten des Waldes zur Erholung – unentgeltlich und auf eigene Gefahr. In ganz Österreich gilt im Wald gemäß § 33 des Österreichischen Forstgesetzes die Wegefreiheit. Im Waldbereich dürfen sich Wandernde überall, also auch abseits der Wege aufhalten, mit Einschränkungen wie zum Beispiel in Jungwuchsflächen bis drei Meter Höhe. Das ist kein „Jedermannsrecht“ wie in Skandinavien, wo auch Zelten und Feuerma chen (mit Einschränkungen) erlaubt sind. Eine vergleichbare Handhabung wie in Europas wil dem Norden würde zu chaotischen Zuständen führen – schließlich sind in den Alpen mehr Menschen unterwegs. Viele folgen dem Ruf, tief in die Natur einzutauchen, einsame Abenteuer in ursprünglicher Bergwelt zu erleben und be wegen sich abseits der Wege.

Doch wir müssen wissen, dass wir „zu Gast“ in einem hochsensiblen Ökosystem sind. Und dort nicht allein: Empfindliche Pflanzengesell schaften verlangen unsere Aufmerksamkeit und Rücksicht. In Felswänden nisten seltene Vogelarten, deshalb müssen die Sperrzeiten fürs Klettern beachtet werden. Unser Freiraum ist gleichzeitig Lebensraum für zahlreiche Tie re, der Bergwald deren Rückzugsort. Wald Wild Schongebiete sollen deshalb im Winter beim Wandern oder auf Skitour nicht betreten werden. Ein Biwak im Notfall ist in allen Alpen ländern erlaubt. Für andere Fälle gibt es eine Reihe von lokalen Regelungen, die man kennen muss. So viel ist zumindest eindeutig: Eine ro mantische Zeltnacht auf einer Almwiese un terhalb der Baumgrenze ist überall verboten. Wem andererseits das Lager in einer Alpenver einshütte zu viel Zivilisationsnähe ist, kann

THEMA: WIE VIEL BERG GEHÖRT MIR?

Tourenplanung mit Verantwortung

Rücksicht auf Schutzgebiete: Tourenportale wie alpenvereinaktiv.com und skitourenguru.com bieten Layer mit Schutzzonen wie Wald-Wild-Schongebiete, die bei der Planung berücksichtigt werden müssen. Natürlich auf Tour: Die Kampagne bietet 500 Ski- und 250 Schneeschuhrouten für naturverträglichen Wintersport. DAVFelsinfo: Über 3000 Kletterfelsen mit örtlichen Regeln und Infos über zeitliche Sperrungen wegen Vogelbrut. Natürlich Biken: Regeln und Infos zur naturverträglichen Tourenplanung beim Mountainbiken.

Was macht der DAV?

Schutz unerschlossener Räume: Der DAV setzt sich ein für den Schutz unerschlossener Naturräume und Ökosysteme vor touristischen und energiewirtschaftlichen Erschließungen, aktuell unter anderem im Kauner- und Platzertal.

Ohne Worte

EU Wiederherstellungsverordnung: Der DAV unterstützt

wirksam: Berge

diese Verordnung, die geschädigte Ökosysteme wieder fit

gelten als Ge

machen soll. Bis 2030 müssen auf zwanzig Prozent der Land- und Meeresfläche, die in einem schlechten Zustand

genentwurf zur

sind, Maßnahmen ergriffen werden.

Zivilisation.

Besucherlenkung: Der DAV entwickelt Maßnahmen zur Besucherlenkung, wie z.B. durch Wald-Wild-Schongebiete. Landschaftspflege: Der DAV unterstützt die Pflege von Biotopen wie Moore und Almen sowie die Sanierung von Schutzwäldern durch Aktionen mit Freiwilligen.

sein Abenteuer vielleicht in einer Selbstversor gerhütte oder einer Biwakschachtel erleben (siehe auch „Auf einen Blick“, S. 38/39).

Was soll ich?

Wie viel Berg gehört uns nun? Offensichtlich eine ganze Menge. Aus dem Recht, die Natur zu betreten, erwächst aber gleichzeitig der Impera tiv, sie respektvoll zu behandeln, Verantwortung zu übernehmen. Verstehen wir „Besitz“ einmal immateriell: Unser Wissen über die Berge lässt uns mit offeneren Augen durch die Natur gehen und sie viel intensiver erleben. Wer neue Erfah rungen sucht, sollte nicht vorgefertigten Sche mata folgen, sondern bereit sein, immer wieder Neues zu entdecken. Nach Robert Macfarlane liege der wahre Segen der Berge darin, dass sie uns staunen lassen: „Sie fördern unsere Bereit schaft, Wunder anzuerkennen.“ Darin könnte

Jonas Kassner und

eine Antwort liegen: Im Staunen über diese über Janina Schimschar wältigende Landschaft und Natur treten wir ein gehören die Berge

glücklicherweise auch

paar Schritte zurück und nehmen respektvollen ein wenig beruflich. Abstand zu dem ein, was wir uns einmal genom Aber nicht nur am

Schreibtisch geraten

men haben. Uns gehört der Platz, auf dem wir

sie immer wieder ins

stehen. Nicht mehr und nicht weniger.

Staunen.

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Neutouren und die „Ressource Fels“

Genug Fels für alle?

Für Hans Dülfer war’s einfach: Wo Wille auf Fels traf, war ein Weg zu finden. Heute nehmen wir die „Ressource Fels“ als begrenzt wahr. Damit stellen sich für Alpinkletter*innen, die das Abenteuer „Erstbegehung“ erleben möchten, vielerlei Fragen – nicht auf alle sind die Antworten vorgegeben. Eine Liste, ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Text und Foto: Andi Dick

Darf ich das? Das „freie Betretungsrecht der Natur“ gilt in den meisten Alpen ländern und umfasst auch das Alpinklettern samt den dazu nötigen Sicherungsmit teln. Bei Erstbegehungen sind die lokalen Gegebenheiten, Aspekte des Natur und Umweltschutzes und gegebenenfalls gesetzliche Vorgaben zu beachten.

Bin ich haftbar für die Absicherung? Die Wegehalterhaftung greift

in der Regel nicht bei der Erstbegehung alpiner Routen. Wer eine Kletterroute wie derholt, muss die Absicherung eigenverantwortlich einschätzen. Noch wichtiger als die rechtlichen Perspektiven sind ethische, sportliche und touristische Aspekte.

Was war vor mir? Bohrhaken oder Abseilstände von Neutouren, die klassi sche Routen kreuzen oder passagenweise mitbenutzen, können deren sportlichen Charakter und Anspruch mindern.

Braucht es das? Ins Unbekannte steigen ist spannend. Aber nicht jede Neu tour oder Variante ist ein großer Schritt für die Menschheit.

Verträgt es das? Wer Routen anlegt, wird Kletterverkehr ernten. Wie viel

Mit der „Tirol Deklaration“ gibt es für die Klettercommunity einen

Zulauf ist hier zu erwarten? Und kann dadurch die Natur über Gebühr geschädigt

Vorschlag, wie Verantwortung ge

werden? Oder gar (bei Plaisirrouten) eine Art Overtourism erzeugt werden?

genüber der Ressource Fels in der

gen Kletterregionen haben sichPraxis aussehen könnte. In eini

Für wen tue ich das? Will ich „by all means“ mein Abenteuer ausleben? Oder etwas Schönes für andere Menschen hinterlassen?

die Locals geeinigt, wie sie es mit Neutouren (und Sanierungen) halten möchten. Ausnahmsweise

Welche Haken braucht das Land? Bohrhaken in engen Abständen

gelten auch für alpine Routen Re

machen Touren konsumfreundlich – aber auch jedes Stück Fels bezwingbar. Manche

gulierungen aus Naturschutz

bevorzugen beim Klettern die anspruchsvolle Variante mit Normalhaken oder mobi

gründen; es werden vielleicht

ler Absicherung. Auch für sie – und ihre Kinder und Enkel – sollten lohnende Ziele

nicht die einzigen bleiben.

übrig bleiben.

alpenverein.de/tirol deklaration (opens in a new tab)

Wie findest du das? Die Orientierung in der Route kann man anspruchsvol

Trotz allem – oder deswegen? –

ler machen, wenn man clean arbeitet oder „removable bolts“ verwendet. Am anderen gibt es einen Pluralismus der Ende der Skala stehen Markierungsschlingen oder Farbpunkte. Und für manche ist

Stile mit unterm Strich ganz ver nünftigem Verhalten der Erst

schon ein Routenname am Einstieg ein Naturfrevel.

begehenden. Und es gibt immer

Wie veröfFentlichen? Beschreibung und Topo sollten ehrlich und trans

noch viel zu entdecken in „unseren“ Alpen. Zu diskutieren am

parent die Ansprüche klären und den Weg weisen. Um Konflikte mit Naturschutz,

Hüttentisch, im Hallenbistro

Forst oder Einheimischen zu vermeiden, sollte eine Veröffentlichung auch auf beson

oder am Lagerfeuer gibt es noch

dere Schutzaspekte hinweisen und Rücksicht auf Grundeigentümer empfehlen.

viel mehr. Ist wohl ganz gut so.

34 DAV PANORAMA 2/2026

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Digitale Tourenplanung

THEMA: WIE VIEL BERG GEHÖRT MIR?

Smart unterwegs

Projekte wie Open Street Map und Community getriebene Tourenportale bieten gegenüber klassischer Führerliteratur einen viel umfassenderen Zugriff auf den alpinen Raum – bequeme GPS Navigation inklusive. Welche Chancen und Risiken birgt das? Und wie gelingt die Übertragung der digitalen Informationen in die reale Bergwelt?

Outdoor Apps machen Tourenplanung einfach: Start und Zielpunkt festlegen, Tourentyp aus wählen und die App schlägt eine passende Route vor. Dazu gibt es vielfältiges Kartenmaterial, aktu elle Wetterprognosen, Lawinenlage oder Infos zur Wegbeschaffenheit. Neben selbständig geplanten Touren gibt es darüber hinaus jede Menge Touren vorschläge, gezielt gesucht werden kann nach Bergsportdisziplinen, Schwierigkeitsgraden und Regionen. Damit Tourenplanung unter Natur schutz wie Sicherheitsaspekten gut gelingt, gilt es ein paar Dinge zu beachten. Wir haben am Beispiel unseres Portals alpenvereinaktiv.com einige Fra gen und Antworten zusammengestellt.

In den Bergen gibt es viele sensible Naturräume. Wie lassen sie sich erkennen? Alpenvereinaktiv.com und viele weitere Apps er leichtern die Planung, indem Wegpunkte automa tisch entlang des bestehenden Wegenetzes zu einer Route verbunden werden. Informationen über lokale Gegebenheiten und aktuelle Weg sperrungen (Artenschutzsperrung, Wegearbeiten etc.) lassen sich über die Funktion „Hinweise & Sperrungen“ anzeigen. Auf alpenvereinaktiv.com sind, wie in den klassischen Papierkarten des Alpenvereins, Naturschutzgebiete, Wald Wild Schongebiete oder auch Wildschutzgebiete aus gewiesen, damit Nutzer*innen ihre Touren na turverträglich planen können. Wichtig ist das vor allem bei Skitouren, die teilweise abseits einge zeichneter Wege verlaufen (off grid). Im Rahmen der Kampagne „Natürlich auf Tour“ stehen auch zahlreiche passende Ski und Schnee schuhtou ren zur Verfügung. Die speziell ausgewiesenen alpenvereinaktivQualitäts touren – zu erkennen am gelben alpenvereinaktiv Logo – berücksichti gen allesamt die „Natürlich auf Tour“ Kriterien.

Wie gewährleistet alpenvereinaktiv.com, dass Touren solide beschrieben sind? Zum einen gibt es die Touren von ausgewiese

SCHUTZGEBIETE

Naturschutzgebiete: streng geschützt, dienen sie dem Schutz der Artenvielfalt und wertvollen Lebensräumen. Das Betreten ist erlaubt, jedoch sind lokale Regelungen wie Wegegebote zu beachten.

Landschaftsschutzge biete: i.d.R. großflächiger und mit geringeren Nutzungseinschränkungen verbunden. Sie dienen dem Schutz des Naturhaushalts samt der Erholungsfunktion für den Menschen. Wildschutzgebiete: amtliche Betretungsverbote (i.d.R. zeitlich befristet), um dem Wild Rückzugsräume zu bieten. Wald Wild Schonge biete: empfohlene Schutzgebiete, die vom 15.12.- 30.4. nicht betreten oder befahren werden sollten. Der DAV hat in Zusammenarbeit mit lokalen Interessensgruppen rund 500 Routenempfehlungen für den bayerischen Alpenraum und den Bayrischen Wald erarbeitet.

nen alpenvereinaktiv Autor*innen, größtenteils Mitglieder, die in ihrer Sektion aktiv sind. Sie werden speziell geschult und müssen sich an vorgegebene Qualitätsstandards halten. Sie müssen die Touren selbst gegangen sein und genaue Kenntnis der örtlichen Gegebenheiten besitzen, insbesondere über Gefahrenstellen,

Schwierigkeiten und Länge der Tour. Sehr wich tig sind außerdem die Aspekte Naturverträg lichkeit und Legalität: Zu den Standards gehört, dass Touren die Naturräume nicht über Gebühr belasten und lokale Gegebenheiten oder Len kungsmaßnahmen respektiert werden sollen. Touren, die diese Ansprüche nicht erfüllen, werden nach Rücksprache abgeändert, ange passt oder ausgeblendet. Das Portal ermutigt darüber hinaus die gesamte Community, sich an diesen Standards zu orientieren. Bei der An zeige von Community Touren – Touren ohne alpenvereinaktiv Logo – gibt es für den Alpen raum ein Punktesystem, das bestimmte Quali tätskriterien widerspiegelt. Damit Touren auf alpenvereinaktiv.com überhaupt angezeigt werden, braucht es eine Mindestpunktzahl.

Wer am Berg „blind“ dem Navi folgt, kann schnell in eine Notlage geraten. Wie lässt sich das vermeiden? Kartenlesen und Orientierung bleiben essenzi elle Fähigkeiten am Berg. Lernen kann man das in Basiskursen, die viele Sektionen anbieten. Grundsätzlich sollte immer eine Papierkarte als Backup im Rucksack sein. Unerlässlich ist darüber hinaus, sich über aktuelle Wetterbe dingungen im Vorfeld zu informieren und auch während der Tour im Auge zu behalten. Die eigenen Fähigkeiten und mögliche schwierige Stellen, die es unterwegs zu meistern gilt, muss man einschätzen können. Vor Ort also nicht nur der Navigation folgen, sondern die Umgebung aufmerksam wahrnehmen und bei ersten Schwierigkeiten alternative Wegführungen oder auch die Umkehr in Betracht ziehen. red

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Alpine Infrastruktur pflegen und bewahren

„Der schönste Arbeitsplatz der Welt“

250 Hütten in den Alpen gehören den DAV Sektionen, die 189 Arbeitsgebiete mit fast hundert Quadratkilometern Fläche in Bayern und im westlichen Österreich betreuen. Als Wegehalter kümmern sie sich damit um ein weit verzweigtes Netz aus Bergwegen und alpinen Steigen. Viele ehrenamtlich Engagierte sorgen dafür, dass wir alle sicher und naturverträglich in den Bergen unterwegs sein können.

arum steht die Berliner Hütte ei gentlich mitten in den Zillerta

W

ler Alpen? Wer das zum ersten

Mal hört, fragt sich vielleicht: Was hat Berlin mit Tirol zu tun? Tatsächlich ziehen sich die Namen vieler deutscher Städte und Regionen durch die Ostalpen. Sie stehen für DAV Sektio nen und ihre Arbeitsgebiete, in denen Mitglie der Hütten und Wege pflegen. Jeder Steig er zählt seine eigene Geschichte von den Men Als Wegereferent entfernt schen, die hier ehrenamtlich aktiv sind.

Stefan (DAV Leutkirch)

Menschen wie Stefan Wagegg. Wenn er in den manchmal defekte Seile Bergen unterwegs ist, wandert sein Blick über statt sie zu reparieren – die Wege: Steht das Schild richtig? Ist die Siche ganz bewusst. So können

die Menschen wieder

rung noch intakt? Während viele den Gipfel an

lernen, das zu nutzen,

visieren, achtet er auf Markierungen, Stufen und

was bereits natürlich

Drahtseile. Seit Jahren ist er Geschäftsführen

vorhanden ist.

der Vorstand Wege & Hütten bei der Sektion Leutkirch. Mit über vierzig weiteren Ehrenamt

Annika Haak (DAV Mühldorf): „Berge geben so viel Energie zurück“, schwärmt die Hüttenwartin der Guffert

hütte. Seit 2024 organisiert die Bauingenieurin Arbeitseinsätze und Baumaßnahmen. Durch eine Kooperation mit der Stiftung Ecksberg, einer Ein richtung für Menschen mit Behinderung, erhält die Sektion tatkräftige Hilfe. Annikas Highlight: „Nach getaner Arbeit sehen, was wir gemeinsam für die Berge geschaffen haben.“

36 DAV PANORAMA 2/2026

Der DAV erhält für den Unterhalt der alpinen Wege finanzielle Unterstützung vom Freistaat Bayern, von den

dern Kärnten, Salzburg, Tirolösterreichischen Bundeslän-und Vorarlberg sowie von der

Versicherungskammer Bayern.

lichen pflegt er ein sechzig Kilometer umfassen des Wegenetz rund um die Leutkircher Hütte und das Kaiserjochhaus in den Lechtaler Alpen.

Insgesamt 446 solcher Arbeitsgebiete vertei len sich über den deutschen und österreichi schen Alpenraum. 189 betreut der DAV, zu ihnen gehört ein Wegenetz von etwa 30.000 Kilome tern. Ehrenamtliche markieren und beschil dern Routen, reparieren Sturm oder Lawinen schäden, kontrollieren Drahtseilsicherungen und renaturieren Abkürzungen. Der Einsatz ist notwendig, damit die Wege begehbar bleiben und um zu verhindern, dass Wander*innen in ungesichertes Gelände geraten. Mehr als 50.000 Stunden unentgeltlicher Arbeit fließen jedes Jahr in dieses Netz; zusätzlich investiert der DAV rund eine Million Euro in die Pflege und den Ausbau der Wege. Das Ergebnis: ein Wege netz, das allen offensteht, gleichzeitig die Besu cher*innen lenkt und die Sicherheit erhöht.

Für Stefan Wagegg beginnt die ehrenamtliche Arbeit oft lange bevor andere den ersten Schritt auf den Weg setzen. Im vergangenen Jahr ver legte er einen drei Kilometer langen Steig, nachdem wiederkehrende Hangrutsche einen Abschnitt zerstört hatten. Stundenlang prüfte Stefan mögliche Routen: unterhalb zu steil, oberhalb zunächst aussichtslos. Ganz oben wurde er schließlich fündig: „Da habe ich einen alten Weg entdeckt, mit hundert Jahre alten, in takten Steinstufen.“ Das war die ideale Grund lage, den neuen Abschnitt hierhin zu verlegen.

Wegewart*innen wie Stefan gibt es seit über 150 Jahren. Der 1869 gegründete DAV bot Berg begeisterten die Möglichkeit, ihre Leidenschaft zu teilen. Schnell entstanden selbstständige Sektionen, die Hütten bauten und Wege anleg ten, oft in Regionen, die ihnen bereits vertraut waren. Die meisten Sektionen trugen die Na men deutscher Städte – und benannten danach ihre Hütten. Ab 1879 gab es die erste Hütten bauordnung, 1895 die erste Arbeitsgebietsein

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Die Arbeitsgebiete der DAV Sektionen in den Ostalpen, erstellt von der DAVKartographie. Quelle: Airbus, USGS, NGA, NASA, CGIAR, NCEAS, NLS, OS, NMA, Geodatastyrelsen, GSA, GSI and the GIS User Community

teilung. In dieser Pionierzeit arbeiteten die Al penvereine eng mit der dankbaren, lokalen Bevölkerung zusammen; Hütten und Wege tru gen entscheidend zur Erschließung der Alpen bei. Heute sorgt ein gemeinsames Wegekon zept von DAV und ÖAV für einheitliche Beschil derung.

Bei der Sektion Leutkirch gibt es für jeden Weg Pat*innen, die ihre Abschnitte ein bis zweimal jährlich kontrollieren. Entlang der Pfade stehen Schilder, die zeigen, wer sich hier engagiert. Ste fan koordiniert die anstehenden Aufgaben: Trep pen bauen, Entwässerungsrinnen anlegen, Mar kierungen erneuern oder Sicherungen setzen. Meist gibt es drei gemeinsame Arbeitseinsätze pro Jahr, bei denen er selbst immer dabei ist.

Damit all diese Aufgaben reibungslos ablau fen, regelt die Arbeitsgebietsordnung, welche Verantwortung die Sektionen in ihren Gebieten tragen – von der Instandhaltung der Wege über den Schutz der Natur bis zur Abstimmung mit den Menschen vor Ort. Der DAV sieht die Er schließung der Alpen als grundsätzlich abge

THEMA: WIE VIEL BERG GEHÖRT MIR?

SEKTION MÜHLDORF Wege: ~ 264 km Fläche: 197 km2 Hütte: Gufferthütte

SEKTION LEUTKIRCH Wege: ~ 65 km Fläche: 51 km2

Hütten: Leutkircher Hütte, Kaiserjochhaus

SEKTION KIEL Wege: ~ 18 km Fläche: 14 km2

Hütte: Kieler Wetterhütte

Jens Keen (DAV Kiel):

„Die Kinder sind erwachsen, da bleibt Zeit für Neues“, dachte Jens 2018 – und

wurde bei der Sektion Kiel Hütten und Wegewart sowie Naturschutzreferent. Für sein Arbeitsge biet im Verwall reist er jedes Jahr aus dem Nor den in seine alpine Heimat. Dort pflegt er Wege, betreut die Kieler Wetterhütte und unterstützt Bauprojekte. „Der Wechsel von Meereshöhe auf über 2800 Meter ist jedes Mal beeindruckend.“

schlossen. Hütten werden bei Bedarf saniert, die Sektionen konzentrieren sich damit auf die Pflege vorhandener Infrastruktur.

Stefan Wageggs Ehrenamt ist vielseitig, bean sprucht aber auch viel Zeit. Auf die Frage nach dem Warum antwortet er: „Seit Jahrzehnten bin ich in den Bergen unterwegs, das ist einfach meine Leidenschaft. Besonders schön ist, wenn Wanderer vorbeikommen, sehen, dass wir die Wege pflegen, und sich bedanken. Viele denken ja, das erledigt der Tourismusverband oder es bezahlt jemand dafür.“ Für Stefan ist dort oben „der allerschönste Arbeitsplatz der Welt“.

Ein bisschen Berlin in den Zillertaler Alpen, ein wenig Duisburg in den Hohen Tauern – die Arbeitsgebiete des DAV spiegeln jahrzehnte

Clara Willmann liebt lange ehrenamtliche Arbeit wider. Beim nächs

Mehrtagestouren in

den Alpen. Sie ist den ten Aufstieg lohnt es sich, daran zu denken:

Ehrenamtlichen

Wege und Hütten sind keine Selbstverständ

besonders dankbar

lichkeit. Menschen investieren ihre Freizeit,

– ohne die intakten Wege und Hütten

damit die Berge zugänglich bleiben, Sicherheit

wären ihre kleinen

gewährleistet ist und sensible Naturräume

Abenteuer nicht möglich.

durch gezielte Lenkung bewahrt werden.

2/2026 DAV PANORAMA 37

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Übernachten am Berg

Beobachten, wie der Nebel aus dem Tal aufsteigt und die ersten Lichtstrahlen die Hänge erhellen. Frühmorgens das Panorama genießen und nach einem erfüllten Tourentag den Abend auf der Hüttenterrasse ausklingen lassen – Übernachten in den Bergen ermöglicht unvergessliche Erlebnisse. Hütten, Biwakschachteln oder Trekkingplätze machen kleine Abenteuer möglich. Dabei gilt: Landschaft, Mitmenschen und Wildtiere respektieren, Müll mitnehmen und sorgsam mit den Ressourcen umgehen.

Alpenvereinshütte

Mitten in den Bergen bieten Alpenvereinshütten Schutz, einen Ausgangspunkt für längere Touren und einen Ort zum Einkehren oder Übernachten. Meist gibt es Matratzenlager oder Mehrbettzimmer. Hüttenschlafsack, Bargeld und ein Müllsack gehö ren ins Gepäck. Für empfindliche Ohren sind Ohren stöpsel zu empfehlen. Wasser und Strom gibt es meist nur begrenzt, also sparsam verwenden. Viele Hütten bieten Halbpension an, in der Regel auch das günstigere Bergsteigeressen. Für ein angeneh mes Miteinander ist es wichtig, die Hüttenruhe zu beachten, da viele Gäste früh aufbrechen. Außer halb der Saison gibt es auf vielen Hütten einen Win terraum zur Selbstversorgung, der Schutz und eine einfache Übernachtungsmöglichkeit bietet.

Selbstversorgerhütte

Ohne Hüttenwirt und Speisekarte wird alles selbst organisiert: kochen, heizen und Wasser holen. Hier zu übernachten bedeutet, selbst mit anzupacken. Viele Selbstversorgerhütten liegen ruhig und abgeschieden mitten in den Bergen. Wer das liebt, verpflegt sich selbst, packt seinen Müll wieder ein und verlässt die Unterkunft sau ber und aufgeräumt. Zugang gibt es nach Anmel dung bei der hüttenbesitzenden Sektion mit dem Hüttenschlüssel.

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Notbiwak

Biwakieren bedeutet, im alpinen Gelände unter freiem Himmel zu übernachten – ohne Zelt. In Deutschland ist geplantes Biwakie ren außerhalb offizieller Plätze verboten. Ein Notbiwak dage gen ist – wie der Name sagt – eine ungeplante Übernachtung in einer Notsituation, etwa bei Verletzung oder Schlecht wettereinbruch, wenn der Rückweg ins Tal keine Option mehr darstellt. Dann ist es erlaubt, im Biwaksack oder unter einer Plane Schutz zu suchen. Eine solche Not fallausrüstung, wie auch eine Stirnlampe, gehört mit auf jede Bergtour. Oberhalb der Baumgrenze ist ein Notbiwak in allen Alpenländern erlaubt. Die Regeln zum Biwakieren unterscheiden sich ansonsten je nach Land oder Bundesland. alpenverein.de/uebernachten-am-berg (opens in a new tab)

Trekkingplatz

Mitten in der Natur zelten – legal und fernab klassischer Campingplätze. Möglich ist das auf ausgewiesenen Trekkingplätzen, die

Trekkingplatz

meist in Mittelgebirgen liegen und gut über Wanderwege zu erreichen sind. Selten gibt es sie auch in den Alpen, z.B. im National park Kalkalpen in Österreich. Die Plätze sind klein, oft mit Holzplattform, Feuerstelle, Toi lette und Sitzgelegenheiten ausgestattet. Strom und Wasser gibt es in der Regel nicht. Gedacht sind sie für eine Nacht während einer Mehrtagestour. Abends sitzen alle gemütlich zusammen, plaudern und genie ßen die Natur. Auch hier wird der Müll wieder eigenständig ins Tal gebracht.

AUF EINEN BLICK

Biwakschachtel

Kleine, sehr einfache Unterkünfte in den Bergen bieten Rast und Schlafmöglich keiten für Bergsteiger*innen auf langen, anspruchsvollen Touren oder bei plötz lich einsetzendem Schlechtwetter. Meist gibt es keinen Ofen, keinen Strom und nur minimalen Komfort. Biwakschach teln bieten Schutz und Wärme, wenn ein Abstieg ins Tal nicht mehr möglich ist. Wichtig: Türen schließen und alles sau ber hinterlassen, damit die Notunter kunft für alle nutzbar bleibt.

Mehr über die Alpen gibt es in unserem neuen (opens in a new tab), aktualisierten Alpenbuch (opens in a new tab):

dav-shop.de (opens in a new tab)

2/2026 DAV PANORAMA 39

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Von Paradiso bis Triglav

Zu den höchsten Gipfeln

– by fair means

Nach 28 Tagen fast ohne

Vom Gran Paradiso mit dem Rad Richtung Mont Blanc, weiter zur Dufourspitze, nach

Pause beglückt uns der

Liechtenstein zur Vorder Grauspitz, nach Deutschland zur Zugspitze und schließlich

Plemenice-Grat auf dem

über den Großglockner bis zum Triglav nach Slowenien – so der ambitionierte Plan

Bamberger Weg am

einer Gruppe, die sich noch aus Jugendkursen im DAV kennt.

Triglav mit strahlendem Sonnenschein.

Text und Fotos: Henri Wagner

ür mich ergibt sich der Wert einer Be- ten Schritten am Seil wurden regelmäßige Tousteigung aus der Summe dreier un- ren, aus einer Kursgruppe Freundschaft. 2025

F

trennbarer Elemente, die alle gleicher- wollen wir die höchsten Gipfel der Alpenländer

maßen wichtig sind: Ästhetik, Geschichte und verbinden – aus eigener Muskelkraft. Vier von Ethik“, fasste die italienische Bergsteigerlegende uns nehmen sich den August komplett frei, der Walter Bonatti seine Touren-Ethik zusammen. Rest begleitet einzelne Etappen. Unsere Devise war schlichter: „Immer weiter!“

Der Auftakt gelingt am Gran Paradiso. Statt des

Kennengelernt haben wir uns im Jugendpro- überlaufenen Normalwegs wählen wir einen rugramm des DAV, besonders in einem Hochtou- higen Klettersteig – perfekte Einstimmung auf rengrundkurs auf der Tierberglihütte. Aus ers- den Mont Blanc. Nur am felsigen Gipfelgrat wird

40 DAV PANORAMA 2/2026

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Beflügelt von der erfolgreichen Besteigung des Mont Blanc zwei Tage vorher fetzen wir über den Sankt-Bernhard-Pass in Richtung Schweiz und Dufourspitze.

es eng; wer die Madonna meidet und die kurze, aber ungesicherte Kletterstelle zum Hauptgipfel wählt, findet dort ein ruhigeres Plätzchen. Danach rollen wir ins Aostatal und weiter nach Courmayeur. Wir versuchen den Mont Blanc über die Cosmique-Route, weil wir das Steinschlag- Nacht. Den bebauten Gipfel der Zugspitze errei-Roulette im Grand Couloir, insbesondere so spät chen wir dann recht zügig über Wiener-Neustädim Jahr, nicht mitspielen wollen. Um 0:30 Uhr ter-Hütte und Stopselzieher. steigen wir bereits die rund sechshundert Meter

Am Brenner erwarten uns die schönsten

hohe Flanke des Mont Blanc de Tacul hinauf. Radwege der gesamten Tour. Unser Leitspruch Über einige Spalten und durch Gletscherbrüche „Immer weiter“ gilt auch für die Ernährung: eshindurch, erreichen wir die Schlüsselstelle der sen, fahren, schlafen, wieder essen. Bei der Be-Tour: eine Eis-Passage am Mont

steigung des Großglockners in

Maudit. Die Situation spitzt sich zu, Ein altes Pathos: Österreich sind wir wieder fast zwei von uns drehen um. Der Rest dem Berg auf vollzählig und stellen uns nach steht um 7:30 Uhr erschöpft und

einer Nacht in der Erzherzog-

ehrliche und

glücklich auf dem Gipfel und nach

Johann-Hütte in die Gipfelschlan-

faire Weise

zwölf Stunden wieder an der Hütte.

ge. Pro-Tipp: Wer von hier als

begegnen.

In den folgenden Tagen stram-

Letzter startet, hat trotzdem ein

peln wir über den Sankt-Bernhard-

Zeitfenster vor den ersten Seil-

Pass nach Zermatt – mitten in einer Hitzewelle, schaften der Stüdlhütte! was unsere Gruppe um eine Person reduziert.

Für den letzten Gipfel verabschieden wir uns

Auch beim Rest macht sich Erschöpfung breit wieder von der Gruppe. Wir genießen das wun- und wir quälen uns das Monte-Rosa-Massiv derbare Slowenien, die guten Fahrradwege und hoch, obwohl die Tour selbst wirklich lohnend unsere erste wetterbedingte Pause. Die Besteiist. Auch der Gipfelgrat der Dufourspitze auf gung des Triglav über den Bamberger Weg, den 4500 Meter ist ein Genuss. Wieder unten geht es anspruchsvollsten der vielen Klettersteige, ist direkt weiter; Zeit für eine Pause lässt uns das eine Wohlfühl-Tour bei bestem Wetter und ein Wetter nicht. Dank einer gastfreundlichen Alm würdiger Abschluss unserer Unternehmung. dürfen wir am Fuß des niedrigsten Gipfels un-

Bergtouren per Rad lassen ein altes Pathos

serer Unternehmung, der Vorder Grauspitz in aufleben; dem Berg auf ehrliche und faire Wei-Liechtenstein, zelten. Nach so vielen überlaufe- se zu begegnen. Highlights sind die Gipfel, genen Bergen tut die Stille gut und erinnert uns da- nauso wie die Pässe, die Schlafplätze, die Menran, warum wir in die Berge gehen. Zum höchs- schen und die Abwechslung. ten Gipfel Deutschlands brechen wir aufgrund

Und man muss nicht zwingend „die höchsten“

eines passenden Wetterfensters direkt nach der sammeln – genauso gut kann man sich ruhige Grauspitz-Besteigung auf. Beim Zwischenstopp Bergziele aussuchen. Oder man wählt vier Gipfel im Allgäu werden wir von einem Mitglied der ört- im fahrradfreundlichen Südtirol, packt seine lichen DAV-Sektion zum Familienessen im Gar- Sachen und fährt einfach los; immer nach dem ten eingeladen und verbringen dort eine ruhige Motto Ästhetik, Geschichte und Ethik.

7 SUMMITS

Detaillierte Tourenbeschreibungen (opens in a new tab)

Wichtig: Bei anspruchsvollen Unternehmungen wie den beschriebenen sind Erfahrung, technisches Können und eine sehr gute Kondition zwingende Voraussetzung.

Wichtig außerdem: Vor Tourantritt immer die aktuellen Verhältnisse erfragen.

Henri Wagner hat die Liebe zu den Alpen von seiner Mutter geerbt. Bei seinen Touren im Freundeskreis versucht er, dem Berg mit Respekt zu begegnen.

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Dauer: 5 Tage

Max. pro Tag:

1145 Hm ↗, 1495 Hm ↘, 12,5 km

Höchster Punkt:

Luibiskogel (3112 m, Gipfeloption)

Ausrüstung:

Feste Wanderstiefel, Stöcke und Grödel

Schwierigkeit:

Anspruchsvoll; Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und Kondition erforderlich

Beste Zeit: Juli-September

Über den Geigenkamm

Da ist Musik drin

Kaum bekannte Dreitausender, malerische Seen und Gletscherreste bilden die Kulisse der Mehrtagestour über den Geigenkamm. Wer genug Erfahrung im Bergwandern und eine große Portion Fitness mitbringt, darf sich auf eine spannende Durchquerung hoch über Pitz- und Ötztal freuen.

Text und Fotos: Stefan Herbke

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ÖTZTALER ALPEN

ller Anfang ist schwer. Oder zumindest wicklung von Fotografien (ja, schon damals wollmühsam und anstrengend. So wie der ten die Menschen ihre Aufnahmen „instant“,

A

mehrstündige Anstieg zur Erlanger also sofort, haben) hat man aber längst in ein

Hütte im nördlichen Bereich des Geigenkamms, kleines Lager umfunktioniert. der Ötz- und Pitztal trennt. Die Alpenvereinshütte

Früher war Christian Chefkoch in Vier-Ster-

thront aussichtsreich auf einem Felsabsatz hoch ne-Häusern, ehe er eine neue Herausforderung über dem Tal und ist ein beliebter Rastplatz auf der mit Siebzehn-Stunden-Tagen als Hüttenwirt langen Tour zum Wildgrat – und ein wichtiger annahm. „Das war immer schon mein Traum“, Stützpunkt einer mehrtägigen Durchquerung des erinnert er sich. Trotz der Lage hoch oben in Geigenkamms bis zur Rüsselsheimer Hütte. Eine den Bergen achtet er darauf, regionale und friabwechslungsreiche, aufgrund der

sche Produkte zu verarbeiten. Damit

teils langen Etappen aber konditio-

erfüllt er die Kriterien der Initiative

nell recht sportliche Tour, die alpin

der Alpenvereine „So schmecken

Lager, Zimmer

Erfahrene mit dem anspruchsvollen

die Berge“ und der Vereinigung „Ge-

und die zirben

Mainzer Höhenweg sogar noch ver-

nussplatzlen.“ Dort haben sich einige

getäfelte Stube

längern können.

Ötztaler Almen und Hütten zusam-

der Erlanger

Im Jahr 1929 begannen die Ar-

mengetan, die Regionalität mit Herz

Hütte sind noch

beiten an der Erlanger Hütte. Da-

und Seele leben. „Das Lammfleisch

im Originalzu

mals musste das ganze Material

etwa kommt aus der Landwirtschaft

stand von 1931.

mehr als 1500 Höhenmeter herauf-

von meinem Schwager“, erklärt

getragen werden. Am 23. August

Christian, „manchmal gibt es auch

1931 wurde der stattliche Steinbau

Wildgerichte wie Ragout vom Stein-

mit den rot-weiß-roten Fensterläden eingeweiht bock – nur Pommes haben wir nie.“

– und seit dem Jahr 2023 steht die Alpenver-

Aber die vermisst auch keiner der vielen Gäs-

einshütte unter Denkmalschutz. „Wir haben im- te, die bei schönem Wetter gern im Liegestuhl mer geschaut, dass die Hütte so erhalten bleibt, auf einer der beiden Terrassen relaxen oder wie sie gebaut worden ist“, erzählt Christian zum idyllischen Wettersee spazieren, der die Rimml, der seit 2008 zusammen mit seiner Frau Hütte, die auch das Umweltgütesiegel der Al-Anita die Erlanger Hütte bewirtschaftet. „Die penvereine trägt, zuverlässig mit Strom und Stühle im Gastraum haben wir getauscht, aber Trinkwasser versorgt. Abends wechseln dann ansonsten sind die Lager, Zimmer und die zir- alle in die gemütliche Stube. bengetäfelte Stube noch im Originalzustand.“

Die meisten Übernachtungsgäste sind unter-

Die einst vorhandene Dunkelkammer zur Ent- wegs über den Geigenkamm. Die Etappe zur

benachbarten Frischmannhütte ist ein schöner Einstieg in diese einsame Bergwelt. Im Auf und Ab quert man Kar für Kar, entdeckt malerische Seen, an deren Ufer man stundenlang sitzen

Unbekannte Dreitausender,

könnte, hört das Pfeifen der Murmeltiere und

endlose Weiten: im Felderkar auf

kommt beim Anstieg zum Fundusfeiler gehörig

dem Weg zur Hauerseehütte.

ins Schwitzen. Der Dreitausender ist neben

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Video: Hauerseehütte – Konzept der Zukunft (opens in a new tab)?

ÜBER DEN GEIGENKAMM

Die Tour über den Geigenkamm ist eine sportliche Herausforderung für geübte Bergwander*innen. Unterwegs passiert man Hütten mit Geschichte, traumhafte Bergseen, einsame Steige und den einen oder anderen Dreitausender, der sich „mitnehmen“ lässt. Schwierigkeit: Gute Kondition, Trittsicherheit und Schwindel freiheit unbedingt erforderlich („Schwarz“, bis T5). Ausrüstung: Stabile Bergstiefel, Stöcke, Leichtsteigeisen oder Grödel (bis in den Juli gibt es hier und da steile Schneefelder). Anreise: Zug bis Ötztal Bahnhof, Bus nach Tumpen. Rückfahrt von Plangeross mit dem Bus zum Bahnhof ImstPitztal. Beste Zeit: Juli bis September. Karten: Alpenvereinskarte 30/5, Ötztaler Alpen/Geigenkamm, 1:25.000; freytag&berndt, Blatt WK 251, Ötztal – Pitztal – Kaunertal – Wildspitze, 1:50.000. Tag 1: Tumpen (Bushaltestelle, 937 m) – Gehsteigalm (1894 m, Auffahrt mit Taxi möglich, Tel.: +43/5255/58 58) – Erlanger

Hütte (2541 m, erlangerhuette.de (opens in a new tab)) 10,7 km, 1685 Hm ↗, 80 Hm ↘, 6 Std. (inkl. Taxi 3 Std.) Tag 2: Erlanger Hütte – Wildgrat (2971 m) – Feilerscharte (2926 m)

– Frischmannhütte (2192 m, frischmannhuette.at (opens in a new tab)) 12,5 km, 1145 Hm ↗, 1495 Hm ↘, 6 ½ 7 Std., Option: Fundusfeiler (3079 m) Tag 3: Frischmannhütte – Felderjöchl (2797 m) – Hauerseehütte (2383 m, alpenverein-ludwigsburg.de (opens in a new tab))

7,7 km, 760 Hm ↗, 570 Hm ↘, 4 Std. Tag 4: Hauerseehütte – Luibisscharte (2914 m) – Sandjoch (2826 m) – Breitlehnjöchl (2637 m) – Kapuzinerjoch (auch Rötkarljoch, 2710 m) – Gahwinden (2648 m) – Rüsselsheimer Hütte (2328 m, neu.ruesselsheimer-huette.de (opens in a new tab)); 11,5 km, 1130 Hm ↗, 1185 Hm ↘, 7 ½ 8 Std., Option: Luibiskogel (3112 m) Tag 5: Rüsselsheimer Hütte – Plangeross (Bushaltestelle, 1612 m) 3,9 km, 20 Hm ↗, 735 Hm ↘, 1 ½ Std., Option: weiter zur Braunschweiger Hütte (2759 m) über den Mainzer Höhenweg (10,2 km, 1300 Hm ↗, 860 Hm ↘, T6)

WAS SONST NOCH GEHT

X Waalweg: Wanderung vom Weiler Köfels über das Köfler Schartle und einen Waalweg zur Frischmannhütte X Aufwärmen: Als perfektes Schlechtwetterprogramm bietet sich der Besuch der Bade und Wellnesslandschaft im Aqua Dome in Längenfeld an. aqua-dome.at (opens in a new tab) X Steinbock: Das Tiroler Steinbockzentrum mit Museum und Gehege in St. Leonhard widmet sich der wechselhaften Beziehungsgeschichte zwischen Mensch, Natur und Kultur

im Pitztal. steinbockzentrum.tirol (opens in a new tab)

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Die Luibisscharte (o. r.) ist ein Höhepunkt auf der Etappe zur Rüsselsheimer Hütte (o. l.). Von der Erlanger Hütte am Wettersee geht es hinauf Richtung Wildgrat (M.). Nicht zu überhören sind die Murmeltiere im Leierstal (u.).

dem Wildgrat eine der lohnenden Gipfeloptionen auf diesem Abschnitt. Der steile Abstieg durch das Funduskar erfordert Trittsicherheit, dann hat man es geschafft und wechselt auf der Sonnenterrasse der Frischmannhütte in den Erholungsmodus.

Die Hütte des Österreichischen Touristenklubs wurde bereits im Jahr 1891 fertiggestellt. Im Corona-Jahr 2021 übernahm Selina Klotz aus Sölden die Bewirtschaftung. „Ich wollte einfach mein eigener Chef sein“, erklärt sie. Im Alter von zwanzig Jahren hat sie sich beworben – und als Antwort gleich den Pachtvertrag zugeschickt bekommen. Seitdem kommen jeden Sommer mehr Gäste, was auch an der guten Erreichbarkeit liegt. Zur Hütte führt ein Fahrweg, auf dem viele für einen Tagesausflug bequem mit dem E-Bike hinaufradeln. Wer auf dem Geigenkamm unterwegs ist, steht bei der nächsten Etappe vor einem Problem. „Die Hauerseehütte ist eine Selbstversorgerhütte und hat nur fünfzehn Schlafplätze“, erzählt Selina. „Daher musst du dort rechtzeitig reservieren, weichst auf die unterhalb gelegene Innerbergalm aus oder gehst direkt weiter auf die Rüsselsheimer – dann hast du aber eine Gehzeit von zehn bis zwölf Stunden.“

Vom Felder jöchl blickt man auf selten bestiegene Gipfel, einsa me Kare und mächtige Schuttströme.

ÖTZTALER ALPEN

Wer einen Schlafplatz hat, darf sich auf der eher kurzen Etappe zur Hauerseehütte gerne Zeit lassen. Schritt für Schritt geht es gleichmäßig ansteigend hinauf in die einst vom Gletscher bedeckten Böden des Fernerkars und weiter ins Felderjöchl. Hier öffnet sich ein faszinierender Blick auf viele nur selten bestiegene Gipfel um die dreitausend Meter Höhe, deren Namen man noch nie gehört hat, auf einsame Kare und mächtige Schuttströme. Im Hintergrund zeigt sich sogar die Wildspitze, doch noch beeindruckender ist der Tiefblick. Kühn führt der schmale Steig durch eine steile Flanke hinunter zum Weißen See, dessen Name sich nicht ganz erschließt – das klare Wasser leuchtet eher in einem verlockenden Grünton. Weiter geht es hinüber zum Unteren Spitzigsee und zur Hauerseehütte. Die wurde im Jahr 1928 erbaut und zählte damals zu den modernsten Hütten im Alpenraum. Mit fließendem Wasser, Bier vom Fass, elektrischer Heizung dank eines Wasserkraftwerks und auch einer Dunkelkammer unter dem Dach. Doch im Jahr 1946 wurde das Haus von einer Lawine zerstört. Erst Anfang der 1960er Jahre hat man unter dem Schutt einen Keller ausgegraben und eine Notunterkunft hergerichtet. Später wurde noch etwas dazugebaut, damit mehr Personen übernachten können, doch das war es. „Mehr darf man nicht bauen, weil sonst ganz andere Vorschriften greifen würden“, erzählt Helmut Klotz, einer der vielen

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ÖTZTALER ALPEN

Hüttenwart*innen, die sich ehrenamtlich und im wöchentlichen Wechsel um das Haus kümmern. 1999 übernahm Helmut das erste Mal diese Aufgabe. „Damals waren wir gefühlt ganz weit weg vom Alltag“, erinnert er sich. „Da hatten wir nur ein Funkgerät als Verbindung zur Außenwelt, doch seit ein paar Jahren haben wir hier oben sogar Handyempfang.“ Nicht alle Gäste wissen, dass es sich um eine reine Selbstversorgerhütte handelt. „Einige kommen und schreien von Weitem ‚vier Weizenbier‘“, erzählt Helmut und grinst: „Wenn sie erfahren, dass es nur Tee gibt, entgleiten ihnen die Gesichtszüge.“ Ein paar Päckchen Suppe gibt es als Notreserve, doch eigentlich müssen die Gäste alles, was sie essen und trinken wollen, selbst mitbringen. Und auch für die ehrenamtlichen Hüttenwarte ist das Leben hart, weiß Helmut. „Am Anfang der Saison wird eine überschaubare Menge Bier raufgetragen. Das sind dann pro Hüttenaufsicht drei Bier – es ist wirklich ein Ehrenamt.“ Die einfache Hütte ist etwas Besonderes – und der gleichnamige See mit seinem milchigen Wasser, in dem sich die umliegenden Gipfel spiegeln, einmalig. Vorbei an dem je nach Sonnenstand in unterschiedlichen Blautönen schimmernden Wasser führt der Steig zu den Resten des Hauerferners und ohne Eisberührung weiter Richtung Luibisscharte. Den be-

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„Wenn die Gäste erfahren, dass es nur Tee gibt, entgleiten ihnen die Ge sichtszüge“, er zählt Helmut.

Stefan Herbke war begeistert von den einsamen Steigen, der wilden Berglandschaft mit eher unbekannten Gipfeln und den unglaublich schönen Bergseen – für einen Sprung ins eiskalte Wasser war es aber nicht warm genug …

Kurze Drahtseilpassage: Mit Blick auf die Reste des Hauerferners geht es Richtung Luibisscharte.

nachbarten Dreitausender Luibiskogel nehmen allerdings nur konditionell ganz Starke mit, denn die Etappe zur Rüsselsheimer Hütte zieht sich. Laut Wegweiser beträgt allein die Gehzeit von der Hauerseehütte zum Breitlehnjöchl drei Stunden, in der Realität läuft man allerdings deutlich länger. Auch, weil nach dem steilen Abstieg von der Luibisscharte durch eine düstere Rinne ein mühsames Labyrinth aus Blockfeldern ausbremst. Und der Weiterweg über Sandjoch, Breitlehnjöchl und Kapuziner Joch ist ein ewiges Auf und Ab, dicht vorbei an mächtigen Blockgletschern und mit Blick auf die schwindenden Eisriesen der Ötztaler Alpen. Nach einem letzten Anstieg zur Aussichtsloge Gahwinden wechselt man in das Reich der Steinböcke

– und die Heimat von Tabea Kirschner. Die Dreißigjährige übernahm vor fünf Jahren die Bewirtschaftung der Rüsselsheimer Hütte, die in atemberaubender Lage hoch über dem Pitztal thront – mit einem Traumblick auf die Watzespitze und ihren Hängegletscher vis-à-vis.

Ein Ausblick, den die Pitztalerin von klein auf kennt. „Ich bin hier oben aufgewachsen“, erzählt sie. „Schon meine Großeltern haben die Hütte vierzehn Jahre bewirtschaftet und im Anschluss hat’s mein Papa dreißig Jahre lang gemacht.“ Daher weiß sie auch, warum die von der Hauerseehütte kommenden Wander*innen in der Regel keinen Steinbock sehen. „Tagsüber machen sie Siesta“, erklärt Tabea, „am ehesten siehst du sie in der Früh oder abends.“ Entsprechend enttäuscht sind daher auch viele Tagesgäste, die mittags zum Essen auf die Hütte kommen und im Anschluss noch ein paar von den Tieren sehen wollen. Die Steinböcke, die gute Küche, aber auch das familiäre Klima auf der Hütte sind Grund genug, hier oben noch einmal zu übernachten. Beim gemütlichen Ausklang der Überschreitung des Geigenkamms versteht man schnell, warum Tabea von ihrem Arbeitsplatz schwärmt: „Ich bin so gerne auf der Hütte, da geht mir das Herz auf.“

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DIE GIPFEL DER

DAS MAGAZIN DER JUGEND DES DEUTSCHEN ALPENVEREINS

26/2

LEISTUNG?

WORTSCHATZ

MOTIVATION OHNE DRUCK

Leistung ist tief in unseren Köpfen und in unserem Gesellschaftssystem verankert. Schon als Kind heißt es oft: Höher, schneller, weiter! Auf dem Weg zur Uni gebe ich dann alles, um bloß nicht vom E-Bike überholt zu werden. Sich zu beweisen und mit anderen zu messen, macht Spaß. Doch mit Leistung kommt auch Druck. Wer sich ständig vergleicht oder auch von außen Leistungsdruck erfährt, riskiert, die eigenen Bedürfnisse zu ignorieren. Dabei wird oft vergessen: Leistung ist individuell – hat aber immer einen Referenzpunkt. Das neue Kind in meiner

Jugendgruppe vergleicht sich nicht mit einer Topkletterin wie Hannah Meul, und auch die olympische Speedkletterin vergleicht sich nicht bei jedem Versuch mit der Weltrekordhalterin, sondern vielleicht eher mit ihrem persönlichen Rekord. Dazu erklärt Niko gemeinsam mit einer Expertin die Psychologie von Leistung, Jonathan entdeckt unbekannte Schwierigkeitsskalen, Sepp erzählt vom Trend Everesting und zeigt, wie man gesund trainiert. Also, habt Spaß beim Leis-

tungstraining und beim Lesen. Euer

HENRI

Powernap

Ein nur wenige Minuten langer Schlaf, um dem natürlichen Bedürfnis nach Erholung nachzugeben. In Japan ist das ein fester Bestandteil des Berufslebens, hier dagegen fehlen in Schule oder Beruf die Möglichkeiten weitestgehend – noch. Forschende vermuten, dass Powernaps über einer Stunde schädlich sein können, das ist allerdings noch wenig erforscht. Deswegen – gönnt euch ruhig eine extra Mütze Schlaf für einen extra Energie-Boost. MH

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LEISTUNGSVERGLEICH

DER BLICK ZUR SEITE

Der Abgleich der persönlichen Zielzeit ist auch vielen Hobbyläufer*innen wichtig.

AdobeStock/babaroga

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Raureif bedeckt das Gras, es ist noch kalt morgens. Ich stehe mit dem Rad an der Ampel auf dem Weg zur Arbeit. Grün, weiter geht’s. Den Berg hoch, ich muss ordentlich reintreten. Plötzlich zieht ein anderes Fahrrad von hinten an mir vorbei. Mein erster Blick geht nicht zum Kopf der Person auf dem Rad – sondern zum Rahmen und zur Kurbel: E-Bike oder nicht?

NIKO LINDLAR MIT EVA-MARIA SPERGER

arum beschäftigt uns Menschen Leistung so,

Wholt wurde? Warum trainiere ich auf einen Marathonnem E-Bike oder einem normalen Rad über-warum interessiert es mich, ob ich von ei-

und möchte „unter 3:30 Stunden“ im Ziel sein? Ein Sieg ist ausgeschlossen, Hunderte oder sogar Tausende Personen werden vor mir ins Ziel laufen. Ich könnte es genauso gut ein bisschen langsamer angehen lassen – was sind schon 100 oder 200 Plätze?

Und dennoch bin ich nicht allein: Millionen Menschen laufen Marathons und orientieren sich an Zeiten wie „unter 4 Stunden“: Kurz vor einer runden Zeit steigen die Finisher-Zahlen stark an, da wollen alle noch schnell ins Ziel.

Das Bedürfnis nach Leistung ist aber nichts Besonderes, es ist vielmehr ganz normal: Leistung, so beschreibt es die Psychologin und Leistungssportlerin Eva-Maria Sperger, entsteht fast immer in Bezug auf einen Referenzpunkt. Man gleicht innerlich ab – mit Zahlen, Zeiten oder schlicht mit einem Gefühl: Wie schwer hat sich das angefühlt? War ich heute stärker als sonst?

Dieses innere Abgleichen ist tief in uns verankert. Unser Gehirn vergleicht ständig – nicht aus Eitelkeit oder Ehrgeiz, sondern weil Vergleichen Orientierung gibt: Es hilft uns einzuordnen, wo wir stehen, macht Entwicklung sichtbar und kann motivieren. Problematisch wird es erst dann, wenn wir Leistung oder Vergleich mit unserem persönlichen Wert verwechseln.

Der Blick auf den Rahmen des überholenden Fahrrads ist deshalb kein Zeichen übertriebener Konkurrenz. Er ist Ausdruck eines normalen menschlichen Mechanismus. So auch im Ausdauersport: Ein Ziel wie „unter 3:30 Stunden“ steht für sich, es vergleicht nicht mit anderen, es geht nicht ums Gewinnen. So ein Ziel kann Richtung geben und Fortschritt greifbar machen. Vergleich ist ein

EIN INTERVIEW MIT EVA-MARIA SPERGER GIBT ES ONLINE (opens in a new tab)

Eva-Maria Sperger ist Leistungssportlerin, macht Trail- und Ultraläufe und arbeitet als Diplom-Psychotherapeutin in München und Garmisch-Partenkirchen. psychotherapie-sperger.de (opens in a new tab)

Trainingspartner, sagt Eva-Maria Sperger dazu: Er fordert heraus, motiviert und kann helfen, über sich hinauszuwachsen.

Ungesund wird es, wenn dieser Trainingspartner ein Richter wird. Wenn Zahlen nicht mehr unterstützen, sondern bewerten. Wenn Leistung beginnt zu schaden: körperlich, psychisch oder sozial. Der Vergleich an sich ist normal – aber das Leiden daran nicht zwingend. Auch wenn das gesamte Selbstwertgefühl nur noch an Erfolg und Misserfolg hängt, wird es kritisch. Dann wird aus Orientierung eine Fixierung. Leistung ist kein Dauerzustand.

Gleichzeitig ist unsere Gesellschaft stark leistungsgeprägt. Zeiten und Zahlen sind emotional aufgeladen. Das kann motivieren – aber auch Druck erzeugen. Zeiten ohne Vergleich, ohne Leistungsdruck und ohne Leistungsmodus sind deshalb wichtig. Gerade in schwierigen Phasen kann der ständige Vergleich stark belasten. Hier spielt heutzutage natürlich Social Media eine große Rolle: Dort gibt es tolle, inspirierende und motivierende Inhalte – aber es kann auch ganz schön runterziehen, die ganze Zeit fitte Leute zu sehen. Eine einfache Leitfrage ist: Wie geht es mir nach der Nutzung? Wenn es mehr Energie raubt als gibt, kann Abstand hilfreich sein.

Auch jemand wie Eva-Maria Sperger, mit diversen Ultra-Trail-Siegen schaut noch an der Ampel auf das Fahrrad neben ihr. Ihr hilft, in einem ersten Schritt diesen Vergleich bewusst wahrzunehmen: „Ah, da ist wieder der Vergleich.“ Das ist kein Fehler, sondern menschlich. Vergleich ist wie ein Höhenmesser, Leistung ist wie eine Bergtour: Gipfel und Täler gehören zusammen. Entscheidend ist ein respektvoller, mitfühlender Umgang mit sich selbst – gerade an schwierigen Tagen. Leistung darf antreiben. Sie sollte

dich nicht definieren. Und viel-

Titelbild

leicht reicht es manchmal, an

Leistung im Bergsport:

der Ampel einfach normal wei- Chancen und Risiken terzufahren – egal, wer daneben

GeminiFlash/779369/ Firefly/Elisabeth Zacherl

steht.

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SCHWIERIGKEITSGRADE

ALLES DRIN AUSSER DURCHBLICK

Begleitet eine Jugendgruppe auf Tour und rechtzeitig! Also umdrehen, wieder zurück und den richtigen

Weg nehmen.

durch das Chaos der Schwierigkeitsgrade.

Die verlorene Zeit will aber wieder reingeholt werden, die erste

Denn für fast jede alpine Aktivität gibt es

Abkürzung wartet schon. Also rein in den Wald. Blöderweise

eine eigene Skala, und jedes Land kocht

ist das nur so ein blöder Boulderertrampelpfad, der an einem Block endet. Fb 6c mitnehmen und umdrehen. Nach so vielen

gerne sein eigenes Süppchen – also heißt

Verhauern ist es Zeit für eine Pause. Mit dem Rücken an die

es Obacht geben: Nicht falsch abbiegen.

Wand der Alm könnte man die Sonne genießen. Oder man kraxelt die Hüttenwand rauf und lässt diese V0 nicht unbegangen

JONATHAN LIDL

zurück.

Jetzt heißt es also: Klettersteigsets an-

Japanisches

UNGEWÖHNLICHE SKALEN

Krakau-

Yosemite

legen. Gurt anziehen, überprüfen, ob der

Ewbanks

Dankyu

Schwierig-

skala

Benesch- Eisklettern

lien) Decimal

Helm richtig sitzt und ein bisschen deh-

keitsgrad (Austra

(Bouldern)

(WI =

skala

System (USA)

nen. Denn gleich öffnen sich die Zugtüren.

Waterice)

10-kyu

(~1894)

I

11

5.1 (UIAA 3+)

Hier wartet die berüchtigte Bahnhofs-

WI1

sehr leicht

9-kyu

VII

II

5.2

12

unterführung (K1) auf uns. Also brav am

leicht

WI2

VI

…1-kyu

…(bis VI+

Geländer einhängen und ja nichts ris-

…5.10c

…

…

mittel

wie UIAA)

…

(UIAA 7)…

kieren.

1-Dan

VI.1(+)

5.15c

34

Die nächste Hürde folgt sogleich: Der

schwer

WI6

II

2-Dan

VI.2(+)

schlaglochübersäte Gehweg (T2) sorgt

5.15d

35

sehr

WI7

für die erste Selektion – wer übersteht

I

(UIAA 12)

schwer

(>90°)

ihn heil? Aber zum Glück ist selbst der schlechteste Gehweg mal zu Ende und es geht auf den blau markierten Wanderweg. Nicht mehr ganz Schon ist die Sonne weg, in der schattigen Nordseite lauert kinderwagentauglich, aber genug Platz zum Fangenspielen. tatsächlich ein Schneefeld (ZS+) auf vorbeikommende Wan-

der*innen. Und als wäre das nicht genug, ist da auch noch ein

Nächste Abzweigung: Wir folgen natürlich weiter dem blau

gefrorener Wasserfall. Mindestens WI6. Heute wagen wir uns

markierten Weg (aber warum sind da auf einmal weiße Streifen

aber dann doch nicht in das 90° steile Eis.

dabei?). Nach zehn Minuten wartet ein rutschiger, steiler Grashang mit absoluter Absturzgefahr auf uns. Oha! Auf einem Lieber zurück in die Sonne. Die versteckt sich aber hinter einem blauen Weg?

Sandsteinblock (wo kommt der denn her?). Hilft nichts, also eine menschliche Baustelle bauen mit dreizehn Mann und Frau und

Da kommt die Erkenntnis: Wir haben die Grenze zur Schweiz

die sächsische V bezwingen. Oben treffen wir dann auch auf den

überschritten und da steht blau-weiß für extrem

Rest, der einfach außen rumgegangen ist. Tja, schade!

schwierig. Uff, gerade noch

Aber jetzt, so kurz vorm Gipfel, schlappmachen wäre ja eine Schande! Mit ein bisschen Planlosigkeit wird der Gipfelaufbau schon mal zur 5.11c /A0. Erst oben bemerken wir den Wanderweg (Beneschskala VII) auf der anderen Seite. Jetzt wartet nur noch das Gipfelkreuz – unser Endgegner. Mindestens eine 34 (zumindest in Australien). Aber mit Hilfsmitteln auf A3 runterbrechen hilft und schon sitzt die ganze Gruppe oben.

Nach so einer anstrengenden Tour ist es völlig legitim, über die Rutsche (eine Rutsche am Berg? Lächerlich!) abzufahren. Erschöpft stehen wir vorm Bahnhof. Alles wäre gut – wenn da nicht noch die berüchtigte „Bahnsteigunterführung (K1/A)“ warten würde …

Blau, rot, schwarz bedeutet bei Alpenvereinswegen leicht, mittelschwer, schwierig.

Marco Kost

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LEISTUNG IM SPORT

Geht auch gesund und DON‘TS

Nur ans ferne

utopische Ziel

mit Spaß? Übertraining: Bei starkem Muskelkater, z.B. nach einem verfrühten nächstendenken. intensiven Training.

Von Sepp Hell

Quantität statt Qualität:

Immer in der gleichen mäßig anstrengenden Intensität

in sehr hohem Umfang trainieren bringt weniger, als sinnvolle Trainingsreize zu

Nach nur knapp sechs Stunden Schlaf aufstehen,

setzen.

Tablette einwerfen gegen Muskelkater, alleine die erste Trainingseinheit erschöpft mit nüchternem

Verletzung oder Krankheit:

Magen absolvieren und dann gestresst aufs

weiter zurück als ein verpasstes Training.Weniger ist oft mehr! Eine Zwangspause wirft dich

gemeinsame Training abends harren: Muss Leistung

Training allein:

im Sport so aussehen!? Um nachhaltig erfolgreich

Anstrengende Einheiten meisterst du besser gemeinsam, eine

Trainingsgruppe und ein gemeinsames Ziel helfen gegen den Schweinehund.

zu sein, gibt es einige sinnvolle Grundregeln:

DOS

Besser wird man auch durch eine gute Erholung nach dem

Regeneration: Trainingsreiz.

Regelmäßige und ausreichende Schlafenszeiten helfen nicht nur

Schlafhygiene: den Profis.

sowie

Setze auf kohlenhydrat- und proteinreiche Ernährung

Ernährung:

ausreichende Flüssigkeitszufuhr bei intensiver Belastung.

nutzen –

Regelmäßiges, geeignetes Kraft- und Mobilitätstraining

Intensität:

DAS POSITIONSPAPIER DER JDAV (opens in a new tab)

auch im Ausdauersport.

ZUM THEMA LEISTUNGSSPORT BEI IHREN MITGLIEDERN FINDET SICH (opens in a new tab)

So setzt du dich mit dem Training auseinander und die

Trainingsplan:

HIER (opens in a new tab).

Dokumentation hilft der Disziplin.

Wasserpark für Große

Ab ins Nasse hieß es an Himmelfahrt für eine Gruppe motivierter Teilnehmender der JDAV Konstanz. Es ging ins Tessin, um dem einzigen Bergsport zu frönen, bei dem Regen kein

Wir prämieren die besten Bergmomente, die ihr in eurer

Ärgernis ist.

JDAV-Jugendgruppe erlebt

Der JDAV-Partner Mountain Equipment

habt. Schickt einfach Erlebnis,

stattet die Jugendgruppe für ihre

Ärgernis, Zwischenfall – was

kommenden Touren mit Groundup

auch immer – als Text (280

Headbands aus,

Zeichen) oder Foto mit Text (140 Zeichen) an:

diese passen

bergmoment@alpenverein.de

übrigens auch unter einen Helm.

JDAV Konstanz

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AUSDAUER-CHALLENGE

EVER-REST-IN-PEACE!?

8848 Höhenmeter Everesting – wieso gibt man sich der

Sepp Hell

Qual hin, den gleichen Buckel so oft hintereinander zu

erklimmen, bis man einen vertikalen Höhenunterschied erreicht, der der Höhe des Mount Everests entspricht!? Erst einmal kurz zu den Regeln gemäß der Website „everesting.cc“: Jeder Aufstieg muss immer gleich und vollständig innerhalb einer Aktivität (ohne Schlafen und ohne Zeitlimit) absolviert werden, bis man 8848 Gesamthöhenmeter im Aufstieg erreicht. Die Spielart der Leistungsschau findet immer mehr Fans. Auch im Skimo gibt es mittlerweile organisierte Everesting-Veranstaltungen wie am Fichtelberg im Erzgebirge. Ich habe 2024 mit dem Rennrad an der Everesting-Veranstaltung auf der Panorama-Rossfeldstraße bei Berchtesgaden teilgenommen: Elf Auffahrten mit je achthundert Höhenmetern. Als jemand, der lieber etwas langsamer, dafür gerne etwas länger macht, konnte ich den Großteil des Tags tatsächlich genießen. Ich konnte mit Spezln ratschen, hatte endlich einmal ausgiebig Zeit zum Hörbuchhören und durfte guten Gewissens den ganzen Tag über gemütlich aus der Trikottasche vor mich hin schnabulieren. Klar plagte mich auch einmal eine Durststrecke, die aber nach einer Pause überstanden war. Wiederholungspotenzial? Eine Skimo-Version würde mich noch reizen! Vielleicht lasse ich danach Everesting-Ambitionen aber doch mal ruhen.

SEPP HELL

IMPRESSUM An dieser Ausgabe arbeiteten mit: Sepp Hell, Maria Holzapfel (MH), Jonathan Lidl, Niko Lindlar, Henri

Herausgeber: Jugend des DeutschenMeyer-Gauen.Alpen vereins. Bundesjugendleiter*in:

Annika Quantz, Raoul Taschinski. Redaktion: Christine Frühholz (verantwortl.), Philipp Radtke in Zusammenarbeit mit dem KNOTENPUNKT-Redaktionsteam. Beiträge in Wort und Bild an den DAV, Redaktion KNOTENPUNKT, Anni-Albers-Str. 7, 80807 München. Die Beiträge geben immer die Meinung der Verfasser*innen, nicht die der Jugend des Deutschen Alpenvereins wieder. Diese Publikation wird gefördert aus Mitteln des Kinder- und Jugendplans des Bundes. Nachdruck nur mit Genehmigung der Redaktion. Gestaltung und Produktion: Sensit Communication, sensit.de (opens in a new tab). Wir verwenden den Genderstern, um alle Menschen anzusprechen. Mit dem * möchten wir dabei auch Personen gerecht werden, die sich in den Kategorien weiblich oder männlich nicht wiederfinden. Mehr dazu unter jdav.de/gender (opens in a new tab)

HIER GIBT’S SEPPS GANZEN BERICHT (opens in a new tab).

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Klassiker „Laufsteg der Extraklasse“

DAV Panorama 1/2026, S. 8f. Achtung – Im Taktiktipp wird der Alternativabstieg vom Os terfeuerkopf zum „Heldenkreuz Eschenlohe“ empfohlen. Dieser Abstieg darf meiner Meinung nach nicht in einem bestimmt häufig gelesenen Panorama artikel angeboten werden. Es wird zwar auf trockene Verhält nisse, auf ausgesetzte Stellen und erodierte Passagen und auf „Hand anlegen“ verwiesen, das beschreibt aber nicht die Gefähr lichkeit dieser Variante. Ich bin diesen Weg im Aufstieg mit mei ner Frau (zum Glück eine trittsi chere Berggeherin) gegangen und habe an den ausgesetzten Stel len ein total mulmiges Gefühl der absoluten Absturzgefahr verspürt (man steht stellenweise sehr aus gesetzt 50100 Höhenmeter senkrecht über einer schlucht artigen Rinne). Im Aufstieg schon ein Problem, im Abstieg aber darf diese Variante in keinem Fall empfohlen werden. Danke für eure gute Arbeit über viele Jahre „Panorama“.

G.Heerdegen

Editorial „Sorgenfrei am Berg“

DAV Panorama 1/2026, S. 3 Freude am Risiko? – Auch bei bestem Risikomanagement bleibt immer eine Restgefahr, sein Le ben in den Bergen zu lassen. Wir können es nicht verstehen, dass Herr Radtke dieses Risiko als Mehrwert beim Alpinsport im Editorial der Zeitschrift Panora ma feiert. Auch wenn dies seine persönliche Meinung ist, dann ist so ein Artikel doch ein Schlag ins Gesicht für alle, die bereits einen folgenschweren Unfall im Gebirge überlebt oder einen Angehörigen bei einem Bergunglück verloren haben. Oder fragen wir mal die Bergretter, wie faszinierend für sie die Risiken bei ihren Einsät zen sind. Die Verunglimpfung des Badmintonsports finden wir ne benbei auch höchst anmaßend.

A. Lengefeld und K. Offenhäuser

Skimo bei den Olympischen Winterspielen

DAV Panorama 1/2026, S. 18f. Sportevent vs. alpine Realität

– Mit Interesse habe ich Ihren Beitrag im Panorama 1/2026 zum Thema „Skibergsteigen“ gelesen und im Anschluss die Wettkämpfe bei Olympia verfolgt. Mein Fazit: Es war durchaus interessant, aber mit Ski BERGSTEIGEN hat das rein gar nichts zu tun. Allein die Länge und Dauer des Wettkampfs in präpariertem Gelände ist kein Bergsteigen. Der Weg durch den „Diamanten“ soll eine Anlehnung an Spitzkehren sein? Nein, dazu fehlt mir die Fantasie. Auf die erforderliche Planung einer Tour mit Beurteilung des Geländes, der Lawinenlage, des Wetters, des Könnens der Teilnehmer – alles wesentliche Elemente des Skibergsteigens – kann guten Gewissens verzichtet werden. Orientierung im Gelände? Nicht erforderlich. Die beim Bergstei gen notwendige Ausrüstung mit LVS Gerät, Schaufel, Sonde, Wär meschutz, ErsteHilfe Packerl fehlt komplett. Und dann werden die Trainingshöhenmeter der Ath leten bei der olympischen Bericht erstattung noch in Everest Bestei gungen umgerechnet. Das sollte wohl neben der Verwendung des Begriffs „Bergsteigen“ diese Sportart zusätzlich künstlich he roisieren oder spannender ma chen, ist aber völlig sinnfrei. Die Teilnehmer an dieser Disziplin des Skisports mögen durchaus auch fähige Bergsteiger sein, die bei Olympia gezeigte Variante hat damit reichlich wenig zu tun.

J. Golder

Fokus auf Hauptziele

JDAV Knotenpunkt 4/2025, S. 48f. Gerecht? – Ich bin seit vielen Jah ren mit Mann und Tochter beim DAV und lese das Panorama immer sehr gerne. Heute möchte ich ein Lob für den Artikel von Niko Lindlar im Knotenpunkt 25/4 „Wildnis auf Wish bestellt?“ aussprechen: Er trifft den Nagel auf den Kopf! Aber seit längerer Zeit tauchen bei mir

immer wieder Zweifel an den In halten des Magazins auf. Ich habe den DAV als einen Verein betrach tet, der für Berge und Natur steht, somit auch für Schutz der Flora und Fauna der Berge. Ist der DAV nun hauptsächlich auf Gewinn aus, so wie jede andere Firma? Verschie denste fastprofessionelle Winter sportarten werden durch Mitglie dergelder unterstützt. Flüge und Aufenthalte in Nepal, Patagonien und sonst wo. Ist das die Aufgabe des DAV? Sollten die Gelder nicht ausschließlich für „die Berge“ ver wendet werden? Da legt der DAV die Welt zu Fü ßen der Reichen, die sich so was leisten können. Inklusion ist ein tolles Wort, aber wo bleibt die In klusion der mittleren und unteren

gesucht/gefunden (opens in a new tab)

Fundstücke & Suchanzeigen online (opens in a new tab): alpenverein.de/gesucht-gefunden (opens in a new tab)

Gesellschaftsklassen? Kaum eine vierköpfige Familie kann sich bald Wintersport leisten und oft auch nicht die Berge im Sommer. Ist das gerecht? So wird die Gesell schaft noch mehr gespalten, das Geld regiert auf Kosten der Natur und der Berge. Ich habe das Ge fühl, dass ganz anders gehandelt wird als gepredigt, auch beim DAV. Ich würde mir mehr Fokus sierung auf die Hauptziele des DAV wünschen.

Babsi

Risiko im Bergsport

DAV Panorama 1/2026, S. 26ff. Tourismusverband – Die Ab handlung im Heft 1/2026 „Risi ko im Bergsport“ findet meine vollständige Zustimmung, gut gemacht, gut argumentiert. Das entsprechende Risikobewusst sein soll nun allen Mitgliedern vermittelt werden? Ich hoffe, der DAV wird noch lange das freie ei

POSTEINGANG

genverantwortliche Bergsteigen vertreten, wobei für mich das Ri sikobewusstsein von der großen Spannweite der Risikobereitschaft abhängt. Der überwiegende Anteil der jetzigen Mitglieder hat doch eine niedrige Risikobereitschaft. Das wird durch Bergführer und Führungstouren bedient. Der DAV und die Medien machen Reklame für sorgenfreies geführtes Berg steigen. Der größte Teil der Infra strukturen am Berg, wie Hütten und Wege, ist dafür schon ausge legt. Das ist Tourismus! So bleibt ein kleinerer Teil von Bergsteigern übrig, die mit einem kalkulierten Risiko gehen wollen. Das sollte doch eigentlich die Jungmann schaft sein, aus der Bergsteiger kommen, die gemäß Ihrem Arti kel eigenverantwortlich aktiv sind. Mit einer guten Jugendarbeit ist es aus, warum weiß ich auch nicht so genau: keine Leitung, zu gro ße rechtliche Verantwortung, zu große individuelle Vielfalt? Die 18 Jährigen brauchen Partner, mit denen sie die ersten großen Schritte machen können. Ich weiß, wovon ich rede, und bin mit diesen Jungen bis im fortge schrittenen Alter geklettert, von den Tannheimern bis in die Bren ta. Die Weichen beim DAV sind schon lange gestellt, zum „Tou rismusverband“, das ist meine Meinung.

M. Heinrich

Lob an den Zeichner

JDAV Knotenpunkt 1/2026, S. 52 Selbst reflektiertes Sein – Ein fach echt klasse! Beim gründli chen Hinschauen erkennt man die Tiefe der Aussage. Auch der Text: Wenn du denkst ... erinnert mich an meine Jugendzeit. Dafür schauen wir die DAV Panorama genau an, obwohl wir beide über achtzig Jahre alt und nicht mehr bergfähig sind. Weiterhin viel Er folg wünschen A. und H. Epple

Hinweis: Die Zuschriften geben die Meinung der Einsendenden wieder. Die Redaktion behält sich die Auswahl und das Recht der sinnwahrenden Kürzung vor.

2/2026 DAV PANORAMA 53

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Abenteuer für alle?

Lernen aus Unfällen an Klettersteigen

Klettersteige sind beliebt – und gefährlich? Immer wieder kommt es zu Not- und Unfällen. Doch wie häufig passiert wirklich was? Die DAV-Sicherheitsforschung hat das Unfallgeschehen der letzten Jahre an Klettersteigen für eine laufende Verhaltensstudie analysiert. Mit Lerneffekten für alle, die auf Eisenwegen unterwegs sind.

Text: Andi Dick, Lorenz Berker und Lukas Fritz

lettersteige im Karwendel … sowohl spektakuläre

Kpinem Flair, gut gesicherten Routen und der Möglichkeit,atemberaubender Aussicht … Kombination aus al-Gratwanderungen als auch luftige Anstiege mit

viele der Steige bequem mit Bergbahnen zu erreichen.“ (Quelle: karwendel-urlaub.de) Klingt schön, die Realität kann härter sein. Etwa am Absamer Klettersteig (Schwierigkeit C, 600 Hm, gesamt 1000 Hm) zur Bettelwurfhütte: X „Alle vier Beteiligten mussten aus dem Klettersteig wegen Erschöpfung geborgen werden. Eine Beteiligte stürzte zuvor und verletzte sich am rechten Sprunggelenk.“ X „Aufgrund ihres völlig erschöpften Zustands und Schneefall mit etwa 30 cm Neuschnee, waren sie nicht mehr in der Lage, den Abstieg selbstständig zu bewältigen bzw. den Steig zu finden.“ X „Beide Kletterer gelangten an ihre körperliche Grenze, worauf sich Kreislaufprobleme einstellten.“ (Quelle: Unfalldatenbank des Österreichischen Kuratoriums für Alpine Sicherheit, kurz ÖKAS) Klettersteige mögen viel versprechen: dosierten Nervenkitzel im Steilgelände für ambitionierte Bergwandernde. Eine sichere Alternative zum Felsklettern. Abenteuer ohne Gefahr. Doch wie groß ist das Risiko an Klettersteigen tatsächlich?

Unterschätzte Gefahren?

Klettersteige führen durch Felsgelände, Drahtseile erleichtern den Aufstieg und schützen vor Absturz. Dennoch ist ein Sturz tabu – das gestufte Gelände und die herausstehenden Eisenteile bedeuten hohe Verletzungsgefahr. Das Klettersteigset ist nicht vergleichbar mit dem Seil beim Sportklettern, wo Stürze zum Spiel gehören: Es ist eine Notfallausrüstung, die den kompletten Absturz verhindert, vergleichbar mit einem Airbag. Dies scheint sich einigermaßen herumgesprochen zu haben; dennoch machen Unfälle durch Stürze ungefähr ein

54 DAV PANORAMA 2/2026

Drittel der Meldungen aus – wobei ein Teil davon auch un-

über die Hälfte der Unfallzahlen aber wird durch „Blockie-gesichert, im oft „leichteren“ Gelände passiert. Deutlichrungen“ verursacht: Die Bergrettung wird alarmiert, wenn

man nicht mehr vor oder zurück kommt – wegen Überforderung, Erschöpfung, Verirren oder schlechten Bedingungen, dabei bleiben Betroffene zumindest äußerlich meist unverletzt. Die drei Tourenplanungs-Elemente lassen grüßen: Mensch – Gelände – Verhältnisse (3x3-Schema). Der Notruf wegen Blockierung kann vernünftig sein: Lieber rausholen lassen, als einen Sturz riskieren; Handy und Hubschrauber sind aber keine Garantie für eine schnelle Rettung und sollten nur die Notlösung sein. Andererseits sind Unfallberichte oft Beleg, dass einiges schiefgelaufen sein muss, bis es zu einer Blockierung kommt. Eine Verkettung von Ereignissen, mangelnde Selbsteinschätzung, Gruppendynamiken, fehlerhafte Routenwahl, Vorbereitung, Planung oder Umgang mit Entwicklungen.

Was so alles passiert

Um einen Überblick über das Unfallgeschehen an Klettersteigen zu bekommen, hat die DAV-Sicherheitsforschung einige Quellen aus dem Alpenraum ausgewertet: Die Bergunfallstatistik von DAV-Mitgliedern, die Datenbank des ÖKAS, die „Alpine Unfalldatenbank“ der Südtiroler Landesverwaltung und Einsatzzahlen der Bergwacht Bayern. Da jede Institution ihre Daten etwas unterschiedlich erhebt, einordnet und speichert, gibt es sicherlich Überschneidungen, Diskrepanzen und Lücken. DAV-Unfallzahlen etwa werden weltweit gesammelt und beinhalten nur Unfälle von DAV-Mitgliedern, die anderen Quellen erheben ihre Zahlen regional. Absolute Gesamtzahlen für den Alpenraum sind also nicht zu bekommen. Aber die Tendenzen sind vergleichbar. In der DAV-Unfallstatistik gab es im Zeitraum 2000 bis 2024 insgesamt 778 Klettersteigunfälle mit 1056 beteiligten DAV-Mitgliedern. Dabei

Page 55

SICHERHEITSFORSCHUNG

Der Klettersteig am Tajakopf ist beliebt. Neben leichten (Foto) gibt es einige sehr herausfordernde Stellen (D/E). Im Erhebungszeitraum gerieten dort 18 DAV-Mitglieder in eine Notlage.

Kälte am Berg verzeiht wenig Fehler

– auch keine kleinen!

gab es 31 Todesfälle – 73 % durch Stürze (praktisch immer ungesichert), 23 % durch körperliche Probleme und einmal durch Steinschlag. Unfälle bilden das gesamte Spektrum von Problemen beim Klettersteiggehen ab: X Ausrüstung: Dass ein veraltetes Klettersteigset oder gar nur eine Bandschlinge verwendet wird, sieht man gelegentlich noch, wenngleich seltener. Aber auch die modernste Ausrüstung muss

man richtig anwenden. Wenn der Gurt falsch herum angezogen oder das Klettersteigset an der Materialschlaufe statt an der Anseilschlaufe befestigt wird, nützen sie wenig. Am Loser (Salzburger Land) gab es dadurch einen tödlichen Absturz. X Herz-Kreislauf- oder sonstige körperliche Probleme: Diese können entstehen, wenn Körper- und Trainingszustand nicht zu den Anforderungen der Tour passen. Ein Unterschätzen der Anforderungen führt nicht selten zu Überforderungen: „Kräfteverlust in den Armen, kein Weiterkommen aus eigener Kraft möglich“ steht dann etwa im Unfallbericht vom Tegelberg. X Zeitplan und Gehtempo: „Das Pärchen startete die Tour zu spät und kam über die Route nur sehr langsam voran, sodass es im Ausstiegsbereich des Steiges bereits dunkel war.“ (Rax) X Wetterbedingungen (Regen, Gewitter): Nässe macht die Fortbewegung schwierig und beschleunigt die Entkräftung. Ein Gewitter ist der GAU am Blitzableiter Drahtseil; es gab schon einige Rettungseinsätze deswegen. Dennoch sollte man besser im Drahtseil eingehängt bleiben, wie ein tödliches Unfallbeispiel von einem Blitzschlag zeigt, der den Betroffenen aus der Wand schleuderte. X Verhältnisse (Schnee, Nässe): Vor allem bei nordseitiger Exposition sind Menschen häufig überrascht, trotz guten Wetters anhaltenden Schnee oder Nässe anzutreffen. Besonders erdige, aber auch felsige Passagen werden dann unangenehm schmierig. X Versteigen: Ob man dem runtergefallenen Handy im Rofan ins Absturzgelände nachkraxelt oder den Abstieg von der Alpspitze nicht findet: Versteigen kostet Zeit oder bedeutet direkte Gefährdung.

2/2026 DAV PANORAMA 55

Page 56

Abb. 2: Anzahl Klettersteige Österreich

Abb. 1: Anteil Blockierungen am Gesamtunfall geschehen von DAV Mitgliedern

(Höchstschwierigkeitsgrad der Tour)

70 %

60 %

50 %

40 %

30 %

20 %

10 %

0 % 20 0 0 02 0 4 0 6 0 8 10 1 2 1 4 16 1 8 20 24

X Felsqualität: Neben Steinschlag (Menschen, Gämsen, Frostsprengung, Regen) kann auch mal ein Griff oder Tritt ausbrechen und zum Sturz führen. X Sturzfolgen (Anprall-Verletzung, Kollision mit anderen, Hängetrauma): Jeder Sturz bedeutet höchste Verletzungsgefahr, auch für Nachfolgende, die zu nahe aufrücken (in der Vertikalen mindestens ein ganzes Segment Abstand lassen!). Und Hängen im Gurt ist ungemütlich – Beispiel vom Tajakopf: „4 Meter gefallen … dabei den Knöchel gebrochen. Durch den Gurt sind meine Beine nach 5 Minuten abgeschnürt.“ X Psyche: Der Kopf ist auch am Klettersteig der „wichtigste Muskel“ – und vor allem Kinder sind schneller an der Panik-Grenze. „… nach Abfahrt der letzten Bergbahn an der Alpspitz-Bergstation angekommen … der erste Klettersteig mit meiner Tochter (9 Jahre alt) … sie war entkräftet, Verzweiflung, Blasen …“ Kinder sollten besonders behutsam herangeführt werden, zusätzliche Seilsicherungskenntnisse sind ein Muss (siehe QR-Code rechts). Es gibt auch Situationen, die schmunzeln lassen. So trauten sich am Hochjoch-Klettersteig in Vorarlberg schon zweimal Gruppen nicht an Steinböcken vorbei. Und bei einer Winterbegehung froren einem Mann die Handschuhe am Drahtseil fest; Ersatzhandschuhe hatte er nicht dabei. Zudem gibt es die bitteren Todesfälle durch Absturz – im scheinbar leichten Gelände, wie am Mindelheimer Klettersteig: „… nach Lösen des Klettergurts muss ihr ein Fehltritt oder Stolpern passiert sein …“ Zum Hauptthema des Geschehens werden aber zunehmend Blockierungen: Der Anteil an den Unfallzahlen ist tendenziell gestiegen und liegt bei 55 bis 65 %, je nach Datenquelle (Abb. 1). Selbst abschreckend schwierig gestaltete Einstiege helfen da nicht immer – Beispiel am Tajakopf: „Nach ca. 40 Höhenmetern wollte ich den Aufstieg abbrechen und umkehren. Es gelang mir nicht, wieder abzusteigen.“

56 DAV PANORAMA 2/2026

200

180

160

140

120

100

80

60

40

20

0

A

B

C

D

E

F

Wem passiert es?

Ob Mann oder Frau spielt keine große Rolle bei Klettersteigunfällen. Laut der letzten Mitgliederbefragung (Panorama 2022) sind etwa 60 % der Männer und 40 % der Frauen im DAV auf Klettersteigen unterwegs; die Verteilung an den Unfällen liegt bei 68 % gegenüber 32 %, die Tendenz geht Richtung Ausgleich. Auch das Alter wirkt sich nicht massiv aus: Die über 60-Jährigen sind etwas überrepräsentiert (13 % Aktive, 18 % Unfallanteil), die 30- bis 40-Jährigen geringer (20 zu 27 %). Auf den ersten Blick scheinen Klettersteige wenig unfallträchtig: 37 % der DAV-Mitglieder gehen sie – die drittbeliebteste Bergsportdisziplin nach Wandern und Bergsteigen. Aber 2024 machten sie nur 4 % der Unfälle aus (Platz 7). Eine Diskrepanz, die man mit der geringen „Expositionsdauer“ (s. u.) erklären könnte: 4,4 Klettersteigtage à 4,7 Stunden kommen durchschnittlich zusammen; beim Wandern und Bergsteigen ist es deutlich mehr.

Wo passiert es?

Spielt vielleicht die Schwierigkeit eine Rolle? „Der Sprung von C auf D, das ist noch mal um einiges anspruchsvoller“, sagt Regina Poberschnigg von der Bergrettung Ehrwald. Und tatsächlich gibt es an Steigen mit einer Höchstschwierigkeit D (nach Schall-Skala, siehe Abb. 3) die meisten Verunfallten. Bei den noch schwierigeren E-Steigen sind es absolut deutlich weniger, aber 80 (statt 60) % davon mit Blockierungen

– die massiv gesteigerten Schwierigkeiten überraschen wohl viele. Es gibt aber auch deutlich weniger Steige mit diesem hohen Schwierigkeitsgrad (Abb. 2). Andersrum ist es bei den Steigen mit maximal B-Schwierigkeit: Hier dürften sehr viele Begehungen stattfinden, dennoch sind die absoluten Unfallzahlen geringer – die Blockierungsquote liegt aber auch schon bei 60 %. Es wäre interessant, herauszufinden, wie viele Begehungen es pro Schwierigkeitsklasse gibt und wann und mit welcher Motivation Menschen sich in die nächste

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SICHERHEITSFORSCHUNG

Abb. 3: Anzahl Verunfallter in Österreich

Klettersteig (Höchstschwierigkeitsgrad der Tour)

1000

900

800

700

600

500

400

300

200

100

0

A

B

Anzahl Verunfallter

Abb. 1: Der Anteil der gemeldeten Unfällen vonBlockierungen an den DAV-Mitgliedern hat ten-

Abb. 2:denziell zugenommen.Verteilung der

Schwierigkeiten von Klettersteigen in Österreich, dem Land mit den meisten Unfällen von DAV-Mitgliedern. Quelle: bergsteigen.com Abb. 3: Am meisten Unfälle geschehen auf Klettersteigen der Schwierigkeit D – hier wird es richtig steil und kräftezehrend. Quelle: ÖKAS Unfalldatenbank

Tourenplanung für den Klettersteig (opens in a new tab)

Seiltechnik am Klettersteig (opens in a new tab)

Videoserie Klettersteig (opens in a new tab): So geht’s (opens in a new tab)

100 %

90 %

80 %

70 %

60 %

50 %

40 %

30 %

20 %

10 %

0 %

C

D

E

F

Anzahl Blockierter Prozentualer Anteil Blockierungen

Niveaustufe hineintrauen. Die reine Anzahl der Klettersteige in Österreich korreliert jedenfalls nicht mit den Unfallzahlen: Grad C macht den größten Anteil aus, die Zahlen dort sind aber auf mittlerem Niveau. Wichtig: Die Maximalschwierigkeit entscheidet nicht allein. Es kommt auch auf die Häufigkeit und Lage der schwierigen Stellen an, auf die Gesamtlänge, den alpinen Anspruch, die Exponiertheit, Himmelsrichtung (Hitze/Kälte), Höhenlage und mehr. Gute Infoquellen (z. B. bergsteigen.com oder Führerliteratur) liefern dazu die wichtigen Daten – sie gilt es kompetent zu verarbeiten. Die meisten Klettersteigunfälle von DAV-Mitgliedern im Zeitraum 2000-2024 ereigneten sich in Österreich (422 Fälle), in Deutschland sind es nur 195 – hier gibt es auch weniger Steige. Doch vier der „Top Ten“ mit den meisten Unfällen von DAV-Mitgliedern liegen in Deutschland. Hier dürften wieder die Begehungszahlen (die wir nicht kennen) eine Rolle spielen, angetrieben wohl durch eine Art „Bucket-List-Faktor“: Man „muss“ sie einfach gemacht haben (mag man denken): Eine Sonderrolle hat der Spitzenreiter, der Höllentalanstieg zur Zugspitze – der auch eher ein drahtseilgesicherter hochalpiner Anstieg ist und kein Sportklettersteig. Attraktiv und vielleicht auch deswegen unfallträchtig erscheinen der Tegelbergsteig in Sichtweite von Schloss Neuschwanstein, die Alpspitz-Ferrata und die Steige in Ehrwald (Seebensee und Tajakopf). Nicht verwechselt werden sollten diese Zahlen mit dem Gesamtunfallaufkommen unabhängig von einer DAV-Mitgliedschaft. Die Bergwacht Bayern zum Beispiel meldet allein am Höllentalsteig in den letzten drei Jahren jährlich über zwanzig blockierte Personen, gefolgt vom Tegelbergsteig mit rund zehn Blockierten jährlich. Soll man, um das persönliche Risiko zu senken, nun auf diese Steige verzichten? Oder auf die Monate Juli und August, wo es die meisten Unfälle gibt? Natürlich nicht – wenn viele Menschen unterwegs sind (im Sommer zur Ferienzeit), dann schlägt

2/2026 DAV PANORAMA 57

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SICHERHEITSFORSCHUNG

Klettersteige mit dem höchsten Unfall bzw. Notfallaufkommen (bei DAV Mitgliedern)

Unfälle DAV-Mitglieder

Steig

Schwierigkeit

Kraft

(2000-2024)

Zugspitze übers

39

B/C, 1350 Hm

mittel

Höllental

25

Seeben Steig

D/E, 220 Hm

hoch

24

Tegelberg

C, 350 Hm

mittel

21

Alpspitz Ferrata

B, 530 Hm

niedrig

Mindelheimer

21

C, Klettern 2, 400 Hm mittel

Klettersteig

18

Köllespitze

D, Klettern 1, 350 Hm hoch

18

Tajakante

D/E, Klettern 1, 580 Hm hoch

2 Länder Steig

15

D, 200 Hm

hoch

Kanzelwand

15

Grünstein Isidor

C, 470 Hm

hoch

14

Innsbrucker Klettersteig

C/D, 550 Hm

mittel

„Bucket- Seilbahn-Anbindung/

Kondition

Bemerkung

Faktor“

Zustiegsdauer

hochalpin, im Spätsommer Pro

hoch

hoch

ja für Abstieg / 4,5 h

bleme mit Gletscher und Randkluft

mittel

mittel

nein / 1 h

steil, oft feucht

mittel

mittel

ja für Abstieg / 1 h

oft feucht, dann schwerer

mittel

hoch

ja / 20 Min.

alpiner Abstieg

hoch

hoch

nein / 3 h

alpin, Hüttenübernachtung

hoch

gering 2,5h / 1,5h mit Seilbahn

alpiner Abstieg

ohne Hüttenübernachtung

hoch

mittel

nein / 2 h

wird’s lang

gering

gering

ja / 45 Min.

teils grasig

mittel

gering

nein / 45 Min.

schwere Varianten

mittel

mittel

ja / 10 Min.

längerer Rückweg

Auf besonders beliebten Klettersteigen sind aufgrund der hohen Begehungszahlen auch mehr Not- bzw. Unfälle zu verzeichnen. Daher wichtig: eine realistische Einschätzung des eigenen Könnens vor der Tour.

eben die Statistik häufiger zu. Aber dort, wo viele sein wollen, kommt wohl auch schnell Ehrgeiz bis Überforderung ins Spiel.

Risiko senken – nur wie?

Man könnte anmerken, dass das Risiko bei Klettersteigen statistisch ohnehin nicht sonderlich groß ist. Schließlich gibt es (ermittelt aus den DAV-Unfallzahlen und der Panorama-Leserbefragung) je nach Jahr nur ein bis drei Betroffene pro 100.000 Aktivitätstage. Das sind ähnliche Zahlen wie beim Bergwandern, deutlich geringer als beim Hochtourengehen oder Alpinklettern. Nicht messbar ist, wie häufig und wie nah Klettersteiggehende an eine Notlage herankommen. Gut wäre es, wenn bei jedem Menschen vor der Entscheidung für einen Klettersteig die richtige Einstellung stünde. Eine Studie aus Tirol von 2015 (Faulhaber et al.) belegt immerhin, dass „nur“ bei 10 % der 332 Teilnehmenden die Ausrüstung mangelhaft gewesen sei, dass 76 % einen Partnercheck durchführten und 96 % Überholma-

Andi Dick (Bergführer

növer mit den anderen Menschen ab-

im DAV-Lehrteam) hat

stimmten. Sie diagnostiziert aber auch, den Text verfasst;

lich“ aufzubereiten. Die Berge bleiben trotzdem wild – sei es beim alpinen Zu- oder Abstieg oder durch Sonne, Wind und Wetter. Klettersteige im Gebirge sollten nicht dafür da sein, körperliche oder mentale Grenzen auszutesten. Gefahren zu sehen und zu respektieren, ihnen mit realistischer Selbsteinschätzung, Demut und Reserven zu begegnen, ist der Königsweg zu nachhaltig großartigen Bergerlebnissen. Die Hauptprobleme für Blockierungen an Klettersteigen lassen sich durch Vorbereitung, passende Tourenwahl und Aufmerksamkeit kontrollieren: X Unzureichende Ausdauer: Training zur Vorbereitung, nur fit einsteigen. X Zu wenig Kraft: Technik- und Muckitraining in der Kletterhalle und zum Umhängen des KS-Sets. X Überforderte Psyche: langsames „Hineinwachsen“ durch allmähliche Steigerung der Anforderungen. Nicht von anderen mitreißen lassen.

X In die Dunkelheit kommen: früher Aufbruch, ständige

Kontrolle des Zeitplans.

X Problematische Verhältnisse: Informationsbeschaffung

vorab, Bereitschaft für Plan B. X Wetterprobleme: Information und angemessener Zeitplan, Beobachtung, Plan B.

dass viele anscheinend unzureichend Lorenz Berker (DAV-SiFo) An welchen dieser Punkte es hapert, welche Faktoren bei

hat mit Hilfe von Paul

über den Steig und seine Risiken infor-

Schmid bei der Unfallda-

miert waren.

tenanalyse das Konzept erstellt und wurde durch

Klettersteige versprechen, die Wildnis

Lukas Fritz (DAV-SiFo)

der Berge zu zähmen und „userfreund- unterstützt.

58 DAV PANORAMA 2/2026

Blockierungen tatsächlich eine Rolle spielen, und wie man rechtzeitig eingreifen kann, um Notlagen zu erkennen und zu verhindern, untersucht die DAV-Sicherheitsforschung in ihrer laufenden Verhaltensstudie.

Page 59

MitCannabidiolbereitfür dienächsteTour (opens in a new tab)

Nach einem Tag in den Bergen machen sich Muskeln und Gelenke schon mal bemerkbar (opens in a new tab). Besonders wenn ordentlich Höhenmeter zu meistern waren oder mit der Zeit der Rucksack auf den Schultern gedrückt hat. Was dann für die nächste Wanderung helfen kann (opens in a new tab).

atürliche Wirkstoffe haben oft die Thermolat® aufgetragen werden. Der speziell (opens in a new tab)

N gehört dazu. Es unterstützt dieNase vorn. Cannabidiol, kurz CBD,Regeneration der Haut dort, wo vermittelt sensorisch ein Gefühl der Wärme überentwickelte Wirkstoff in Cannaren W CBD-Geldie Haut. Dieser Effekt baut sich langsam auf und* (opens in a new tab)

Wanderstiefel anliegen. Gewonnen wird es (opens in a new tab)

hält lange vor. Verspannungen lösen sich (opens in a new tab).

aus den Blüten und Blättern der Hanfpfl anze (opens in a new tab), Eine Massage kann ihren Teil dazu beitragen (opens in a new tab), hat aber anders als Tetra- (opens in a new tab)

egal ob wärmend oder küh- (opens in a new tab)

Kühlt & vitalisiert (opens in a new tab)

hydrocannabinol (THC (opens in a new tab))

lend. Durch die manuellen (opens in a new tab)

keine berauschenden oder (opens in a new tab)

Reize werden die Muskeln (opens in a new tab)

psychoaktiven Eigenschaf- (opens in a new tab)

gelockert. Das fördert die (opens in a new tab)

ten. Stattdessen können (opens in a new tab)

Versorgung mit Sauerstoff (opens in a new tab)

CBD-Hautgele eine Wohltat (opens in a new tab)

und mit körpereigenen Nähr- (opens in a new tab)

für beanspruchte Muskeln (opens in a new tab)

stoffen zur Vitalisierung und (opens in a new tab)

und Haut sein. Denn: Hoch (opens in a new tab)

Regeneration. Dafür genügen (opens in a new tab)

dosiert kann CBD die Haut in (opens in a new tab)

meist schon sanfter Druck und (opens in a new tab)

Arme (opens in a new tab)

Beine (opens in a new tab)

Füße (opens in a new tab)

den oberen Hautschichten (opens in a new tab)

kleine kreisende Bewegun- (opens in a new tab)

pfl egen und vor freien Radi- (opens in a new tab)

Belebt. Vitalisiert. Pflegt. Auch für eine schnelle Erfrischung (opens in a new tab)

gen auf den beanspruchten (opens in a new tab)

während oder nach einer Wanderung (opens in a new tab).

kalen schützen. Im Cannaxil (opens in a new tab)

Partien, wie z. B. Beinen (opens in a new tab),

K CBD-Aktiv-Gel* wird es mit (opens in a new tab)

Schultern und Nacken. Hier (opens in a new tab)

Wärmt & regeneriert (opens in a new tab)

kühlendem Frescolat® ML (opens in a new tab)

können die CBD-Ge- (opens in a new tab)

kombiniert. Das erfrischt (opens in a new tab)

le ausgiebig je nach (opens in a new tab)

müde Beine und verspannte (opens in a new tab)

Bedarf einmassiert (opens in a new tab)

Muskeln. Ist Wärme nach (opens in a new tab)

werden (opens in a new tab).

der Anstrengung des Tages (opens in a new tab)

Mehr Infos dazu (opens in a new tab)

angenehmer, kann die (opens in a new tab)

gibt es unter (opens in a new tab):

Kombination aus CBD und (opens in a new tab)

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Entspannt. Regeneriert. Pfl egt. Eine wärmende Wohltat nach Erreichen des Etappenziels (opens in a new tab).

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Wohltuende Wärme mit Thermolat® Für verspannte Muskeln ist eine Massage genau das Richtige (opens in a new tab). Cannaren W CBD-Gel* kann dabei helfen. Denn: Der Wärmeeff ekt seines speziellen Wirkstoff s Thermolat® baut sich langsam auf und hält auch noch lange nach der Massage an. Unterstützt wird dies durch Rosmarinöl. Außerdem pflegen das enthaltene Lipid Squalan und das CBD die strapazierte Haut (opens in a new tab). Cannaren W CBD-Gel* regeneriert (opens in a new tab), pfl egt und entspannt (opens in a new tab).

Page 60

Mehr als

Sonnencreme

Ganzheitlicher UV-Schutz am Berg

Bei schönem Wetter lockt die Freude an der Bewegung in der Natur ganzjährig in die Berge. Ob Wintersport, Wandern, Klettern oder Mountainbiken – der Aufenthalt und die Bewegung im Freien fördern die körperliche Gesundheit und das emotionale Wohlbefinden. Zum Schutz der Haut sollte man auf Tour jedoch einiges beachten – selbst, wenn sich die Sonne hinter Wolken versteckt.

Text: Anett Leppert

60 DAV PANORAMA 2/2026

Page 61

FITNESS & GESUNDHEIT

as Licht und die Wärme der Sonne können wir se-

Dnesorgan. Wir können sie nicht wahrnehmen. Deshalb ist(UV-Strahlung) hingegen besitzen wir kein Sin-hen und fühlen. Für ihre ultraviolette Strahlung

es wichtig zu wissen, wie UV-Strahlung wirkt und wie man sich schützt. Die Intensität der Strahlung steigt in höheren Lagen und je klarer und reiner die Luft ist. Schnee, Eis und das Wasser der Bergseen reflektieren zusätzlich. Deshalb men erforderlich.sind gerade beim Bergsport ganzjährig Schutzmaßnah-

UV-Strahlung ist der externe Hauptrisikofaktor für die Entstehung von Hautkrebs. Dieser tritt häufig erst im höheren Alter auf, doch die Schädigung der Hautzellen geschieht wesentlich früher. Bei jedem Sonnenbrand im Kindes-, Jugend- oder Erwachsenenalter wird das Erbgut der Hautzellen angegriffen. Und schon bevor eine Rötung sichtbar wird, haben die Hautzellen erheblichen Schaden genommen. Um sich vor Hautkrebs zu schützen, ist es wichtig, über die gesamte Lebensspanne hinweg präventiv zu handeln.

Meiden, kleiden, cremen

Die so genannte primäre Prävention betrifft das eigene, entsprechend angepasste Verhalten, um das Auftreten einer Erkrankung zu verhindern oder zu verzögern. Bezogen auf das eigene Verhalten gibt es drei grundlegende Vorgehensweisen, die in Kombination und folgender Reihenfolge anzuwenden sind: Erst Sonne meiden, dann kleiden, dann cremen. Schatten suchen in den Mittagsstunden ist die wirksamste Maßnahme, sich vor starker UV-Strahlung zu schützen. Wenn man dennoch im Freien unterwegs ist, sind geeignete Kleidung, die vor allem Schultern, Dekolleté und Arme schützt, eine Sonnenbrille mit der Kennzeichnung UV 400 und ein Sonnenhut mit breiter Krempe und Nackenschutz wichtig. Auch UV-Schutzkleidung ist sinnvoll. Die Hautstellen, die man nicht mit Kleidung bedecken kann, werden mit Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor (mind. 30, besser 50 oder 50+) eingecremt. Repräsentative Umfragen zeigen, dass viele Menschen in Deutschland Sonnenschutzmittel in der Rangfolge als

Steigende Hautkrebszahlen Vorbeugen ist besser als Heilen

Innerhalb von zwanzig Jahren ist die Zahl der stationären Hautkrebsbehandlungen in Deutschland laut Statistischem Bundesamt um 87,5Prozent gestiegen. Während viele sich mit dem Auftragen von Sonnencreme in den Sommermonaten auf der sicheren Seite fühlen, ist die Empfehlung eine andere: Um sich wirksam vor Hautkrebs zu schützen, sollte man generell und insbesondere in der Mittagszeit Schatten aufsuchen und die Haut mit geeigneter Kleidung bedecken. Zusätzlich gilt gerade am Berg: Sonnencreme sollte man zu jeder Jahreszeit ergänzend nutzen!

2/2026 DAV PANORAMA 61

Die personalisierte Arthrose-Therapie (opens in a new tab)

Arthrose (opens in a new tab)? Mein Körper hat was dagegen (opens in a new tab).

Durch Arthrose schmerzende Gelenke schränken die Beweglichkeit ein und mindern die Lebensqualität (opens in a new tab). Hier kann die ACP-Therapie (Autologes Conditioniertes Plasma) Abhilfe schaffen (opens in a new tab): Eine personalisierte, natürliche und wirksame Therapieoption mit zu 100 % biologischen und körpereigenen Inhaltsstoffen (opens in a new tab).

Bye-bye Schmerz (opens in a new tab). Hallo Beweglichkeit (opens in a new tab).

Jetzt mehr erfahren (opens in a new tab): acp-therapie.de (opens in a new tab) wichtigste Maßnahme zum UV-Schutz einstufen. Aber: „Sonnenschutzmittel allein bieten keinen ausreichenden Schutz vor UV-Strahlung und ihr schützender Effekt hinsichtlich einiger Hautkrebsarten wie Basalzellkarzinom und malignes Melanom ist weiterhin fraglich“, so Dr. Inga-Marie Hübner von der Arbeitsgemeinschaft Dermatologi-

Bei der Selbstuntersuchung der Haut werden Pigmentmale auf ihre Form, Farbe und Größe sowie Beschaffenheit der Außenränder hin geprüft. Bei Veränderungen sollte eingeholt werden.immer ärztlicher Rat A

B

62 DAV PANORAMA 2/2026

Um sich wirksam vor Hautkrebs zu schützen, sind auch verhältnispräventive Maßnahmen gefragt. Dazu gehören die Überdachung von Rastplätzen oder das Aufstellen von UV-Warntafeln.

sche Prävention (ADP) e.V. Man muss eine ausreichende Menge wiederholt, alle zwei Stunden, auftragen. Es gibt keine risikofreie Zeit in der Sonne, weshalb man den Aufenthalt so kurz wie möglich halten sollte.

Gesundes Verhalten fördern

Verhältnispräventive Maßnahmen zielen darauf ab, eine Umwelt zu gestalten, die gesundheitsförderndes Verhalten unterstützt und ermöglicht. Mit Blick auf den UV-Schutz können vom Klimawandel geschädigte Waldregionen klimaresilient aufgeforstet, Rastplätze an Wanderwegen überdacht, Hütten mit Sonnensegeln und Verschattungssystemen ausgestattet und der UV-Index sichtbar gemacht werden (Infos zum Aufstellen von UV-Indexwarntafeln unter hautkrebspraevention.de (opens in a new tab)). Der UV-Index zeigt auf einer Skala von 1 (niedrig) bis 11+ (extrem) an, wie hoch die Gefahr für einen Sonnenbrand ist. Und man kann Berg- und Tagestouren so planen, dass man in der Mittagszeit eine Pause im Schatten im Wald oder einer Berghütte genießt.

Die A-B-C-D-E-Regel

Auch zu Hause im Alltag kann man etwas für die Sicherheit und Gesundheit der Haut tun. Die so genannte sekundäre Prävention strebt eine frühzeitige Erkennung vielleicht bestehender Erkrankungen an. Es lohnt sich, regelmäßig einen Selbstcheck der Haut durchzuführen – am besten einmal im Monat. Denn frühzeitig erkannte Erkrankungen der Haut lassen sich besser und erfolgreicher behandeln. Und: „Hautkrebs, insbesondere ein Melanom, entsteht nicht nur an Stellen, die der Sonne ausgesetzt sind!“, erklärt Dr. Inga-Marie Hübner. Deshalb prüft man bei gutem Licht die gesamte Haut auf Auffälligkeiten. Für besonders uneinsichtige Stellen kann man einen zusätzlichen Handspiegel nutzen oder eine zweite Person um Hilfe bitten.

5 mm

C

D

E

Page 63

FITNESS & GESUNDHEIT

Man prüft die Pigmentmale nach der A-B-C-D-E-Regel:

35. Lebensjahr zahlt diese Untersuchung die Krankenkasse alle zwei Jahre. Bei der Ganzkörperuntersuchung wird die

X A – Asymmetrie: Ist das Mal unregelmäßig geformt,

gesamte Haut von der Kopfhaut bis zu den Zehenzwischen-

nicht mehr rund oder oval?

räumen kontrolliert. Dazu gehören auch die Mundschleim-

X B – Begrenzung: Sind die Ränder unscharf, ausge-

haut und die After- und Dammregion mit den äußeren Ge-

franst oder ungleichmäßig?

nitalien bei Männern und Frauen.

X C – Color/Farbe: Gibt es mehrere Farbtöne oder hat

Die Selbstuntersuchung und die regelmä-

sich die Farbe verändert?

ßige Teilnahme am Hautkrebsscreening

X D – Durchmesser: Ist das Mal größer als 5 mm oder

vermitteln das gute und sichere Gefühl,

wächst es sichtbar?

die Gesundheit der eigenen Haut im Blick

X E – Entwicklung: Hat sich das Mal im Lauf der Zeit

zu haben. Gemeinsam mit den alltägli- Anett Leppert arbeitet

verändert in Form, Größe, Farbe oder Oberfläche?

bei der Arbeitsgemein-

chen Maßnahmen Meiden, Kleiden, Cre- schaft Dermatologische

Besonders Muttermale und Leberflecken, die neu entstehen, men schützt man die Haut rundherum Prävention (ADP) e.V.

unter anderem an der

sich verändern, jucken, nässen oder gar bluten, sind dabei zu und effektiv und kann so langfristig den

Leitlinie „Prävention von

beachten. Im Zweifelsfall ist es immer richtig, hautärztlichen Aufenthalt in der freien Natur und den Hautkrebs“ des Leitlinien-

programms Onkologie und

Rat einzuholen. Dort oder in hausärztlichen Praxen kann man Bergen als das genießen, was es ist: eine

Lebensweltorientierter

auch das Hautkrebsscreening durchführen lassen. Ab dem Wohltat für Körper und Geist.

Prävention von Hautkrebs.

Stark für Knochen (opens in a new tab)

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Page 64

Ehrenamtliches Engagement für die Öffi-Anreise

Mit Rucksack und Regio

Wer mit Bahn und Bus zur jeweiligen Tour startet, schont nicht nur das Klima, sondern kann besonders eindrucksvolle Gebirgsdurchquerungen erleben. Wir stellen zwei DAV-Experten in Sachen Bergsport mit öffentlichen Verkehrsmitteln vor, die sich in ihren Sektionen stark für das Thema engagieren.

Text: Michael Pröttel

Wolfgang Hugo (Sektion Schweinfurt)

„Ich bin über meinen Bruder Gerhard zum Berg- zwanzig Kilometer langen Touren beträgt dabei wandern gekommen. Mit Begeisterung haben maximal zweieinhalb Stunden.“ Wolfgangs Einwir ab dem Jahr 1979 an den Sektionstouren schätzung nach haben sich die Möglichkeiten des damaligen Wanderleiters Karl Groha teilge- für die Anreise mit den öffentlichen Verkehrsnommen. Karl hat damals schon die Anreisen mitteln in den letzten Jahren leicht verbessert. zu den Wanderungen mit Bus und Bahn ge-

Die Vorliebe, mit den Öffis oder mit der Bahn

plant“, erzählt Wolfgang Hugo von der Sektion und mit dem Bus unterwegs zu sein, ist dabei Schweinfurt über seine Anfänge als leiden- keinesfalls auf seine fränkische Heimat beschaftlicher Öffi-Nutzer. „Seit Einführung der schränkt. Auch die Anreise zu entfernten Zielen Pauschalangebote (zum Beispiel des „Bayern- legt Wolfgang mit Bahn und Bus zurück. Wäh-

„Mein gutes

tickets“) sind diese jedes Jahr teurer geworden. rend seiner fünfzehn Jahre als Wegewart der Zum Glück gibt es jetzt das Deutschlandticket, Sektion, in denen er für das Wegenetz rund um Leben verdanke das nutze ich ausgiebig.“

die Schweinfurter Hütte in den Stubaier Alpen ich auch der

Zwei- bis dreimal im Monat organisiert Wolf- verantwortlich war, nutzte er fast immer die Öf- Natur. Nun gang Sektionstouren beim DAV Schweinfurt: fis. „Allenfalls wenn es Material zu transportie- möchte ich „Meine Lieblingsregion ist Oberfranken. Bei ren gab, setzte ich mich mit in den von Schwein- ihr etwas meinen Wanderungen nehmen rund zehn Leute furt aus fahrenden Sektionsbus“, berichtet er zurückgeben.“ teil. Wir sind in allen Mittelgebirgen der Region und schmunzelt. „Ansonsten sind wir mit dem unterwegs. Die Touren führen von der Rhön bis ‚Bayernticket‘ bis zur Landesgrenze und in Öszum Spessart. Unsere Anreise zu den bis zu terreich mit dem ‚Einfach-Raus-Ticket‘ weiter-

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Wolfgang Hugo (M.) widmet den ihm 2021 verliehenen Ehrenamtspreis allen Menschen, die durch ihr Verhalten zum Klima- und Naturschutz beitragen. Im Zug nach Unterammergau: Bernhard Angerer ist auf dem Weg zu einer Ski-Überschreitung der drei Hörnle.

gefahren. Wir haben es immer geschafft, vor zwanzig Uhr auf der Hütte anzukommen.“ Wolfgangs Meinung nach ist noch etwas Luft nach oben, was die Bewerbung für Touren mit öffentlicher Anreise angeht: „Viele Wandertipps in den Zeitungen sind Rundwanderungen, da die Redakteure meist selber mit dem Auto anreisen. Ich tüftle aber am liebsten Touren mit unterschiedlichen Ausgangs- und Endpunkten aus.“ Eine seiner liebsten Gebirgsdurchquerungen am Alpenrand führt durch die nördlichen Ammergauer Alpen. Startpunkt ist der Bahnhof Füssen und Endpunkt der Bahnhof Oberau.

MENSCHEN

Auf die Frage, woher seine Liebe zum Umweltschutz kommt, meint Wolfgang: „Ich habe siebzig Jahre ein gutes Leben gehabt. Das habe ich sehr der Natur zu verdanken. Ich möchte etwas tun, damit sie erhalten bleibt. Also der Natur etwas zurückgeben.“ Als Wolfgang im Jahr 2021 den Ehrenamtspreis des Deutschen Alpenvereins für sein Klimaschutz-Engagement verliehen bekam, betonte er: „Diesen Preis beanspruche ich keinesfalls für mich alleine. Ich nehme die Auszeichnung stellvertretend entgegen für alle Menschen, die durch ihr Sozialverhalten und ihr Konsumverhalten zum Schutz unserer Lebensgrundlagen und zum Erhalt der Artenvielfalt beitragen.“

Bernhard Angerer (Sektion Landshut)

Passenderweise treffe ich Bernhard im Zug. Wir sind auf dem Weg zum Bahnhof Unterammergau, von wo aus er eine Ski-Überschreitung der drei Hörnle nach Bad Kohlgrub vorgeschlagen hat. Das Umsteigen in Murnau klappt auf

die Fahrplanminute, sodass wir auf der Fahrt zum Zielbahnhof gemütlich weiterplaudern können.

Bernhard ist seit 2020 bei der Sektion Landshut zum Thema Bergsport mit öffentlichen Ver-

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MENSCHEN

Bernhard Angerer steigt über der Wolkendecke bei strahlend blauem Himmel auf und genießt die klare Aussicht während seiner Ski-Überschreitung. Wolfgang Hugo mit einer Sektionsgruppe am Bahnsteig. Sie sind unterwegs zum Ausgangspunkt einer gemeinsamen Tagestour.

kehrsmitteln aktiv. „Es war die Zeit, als ich mich wieder verstärkt dem Thema Klimaschutz zugewandt habe. Anstoß waren auch die ‚Friday for Future‘-Demonstrationen. Ich erkannte, dass auch ich etwas tun muss. Und da ich schon immer mit den Öffis in die Berge gefahren bin, erschien mir das der richtige Ansatz.“ Die Reaktion des Sektionsvorstands war sehr positiv. Bernhard ist seitdem beim DAV Landshut Ansprechpartner für Touren mit klimafreundlicher Anreise. „Egal ob Tourenleiter oder einfaches Sektionsmitglied. Jedem der sich informieren möchte, wie man mit Bahn und Bus am besten in die Berge kommt, helfe ich dabei.“ Seitdem werden mehr Sektionstouren mit öffentlicher Anreise angeboten. Bernhard hatte noch nie ein Auto und war schon immer mit Bus und Bahn oder mit dem Fahrrad unterwegs. Einmal radelte er sogar bis in die Schweiz.

Das Ziel des Deutschen Alpenvereins, bis 2030 klimaneutral zu sein, begrüßt der Öffi-Experte. Und hält es gleichzeitig für ziemlich ehrgeizig. „Ich glaube, man braucht noch mehr Fortbildungen für Tourenleiter. Viele Trainer sind daran gewöhnt, ihr Mobilitätskonzept nur

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„Der Stoiker ist der beste Reisebegleiter.“

Als Vorsitzender der Umweltschutzorganisation Mountain Wilderness Deutschland bemüht sich Michael Pröttel, selbst vorwiegend mit den Öffis in die Berge zu fahren.

mit dem Auto zu planen. Das ist tief in den Köpfen drinnen. Es braucht also Leute, die gewohnte Pfade verlassen. Der Bundesverband sollte darauf hinweisen, dass die Tourenleiter eine Vorbildfunktion haben. Nicht nur in Bezug auf Schutzgebiete und Sicherheit, sondern besonders auch in Bezug auf die Anreise.“ Bernhard, der pro Jahr etwa fünfzig Bergtouren mit öffentlicher Anreise unternimmt, gibt

folgenden Tipp: „Ich informiere mich sehr gut und meide bei der Planung zum Beispiel Baustellen. Nur in Einzelfällen musste ich eine Tour auch einmal umplanen.“ Gelassenheit ist dennoch niemals verkehrt: „Wenn die Durchsage kommt ‚Wir haben eine Störung‘ löst es bei meinen Leuten oft Stress aus. Der Stoiker ist für mich der beste Reisebegleiter.“ Eine wichtige Ergänzung zu den eigentlichen Touren vor Ort ist Bernhards ehrenamtliche Autorenschaft bei alpenvereinaktiv.com, dem digitalen Portal zur Tourenplanung: „Mir macht es Spaß, meine Touren dort zu präsentieren. Der Leser findet darin auch detaillierte Tipps zur Anreise mit Bus und Bahn. Ich denke mir im Vorfeld eine Tour aus, die gut erreichbar ist, und probiere sie dann einfach mal aus.“ Wie beispielsweise die gelungene Skitouren-Überschreitung vom Bahnhof Unterammergau über alle drei Hörnle bis zur Bahnhaltestelle Bad Kohlgrub, wohin Bernhard und ich übrigens fast bis auf den Bahnsteig mit Ski abfuhren.

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Ausgabe 2/2026

Zeit zum Feiern

25 Jahre EPIC Bike Park Leogang

DIE PERFEKTE KOMBI

TAGES-UNDHALBTAGESTOUREN

Rother Wanderführer und App Auf 876 Kilometern lädt die sind ein perfektes Duo für die Wandertrilogie Allgäu zum Planung eigener Wunschtouren. Staunen und Genießen ein.

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DIE NUMMER EINS Beim Mücken- und Zeckenschutz bewertet die Stiftung Warentest Anti Brumm Forte mit „sehr gut“.

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Time to celebrate

Geburtstag feiern im Bike-Mekka

In diesem Sommer feiert der EPIC Bike Park Leogang, das Herzstück von Österreichs größter Bikeregion, sein 25-jähriges Jubiläum. Wenn das kein guter Grund ist, sich nicht nur den alpinen Pionier der Bikeparks in Europa anzuschauen, sondern gleich das länderübergreifende Streckenangebot der XXL-Bikeregion Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn unter die Lupe zu nehmen: 120 Kilometer Lines und Trails (darunter ein paar der schönsten Naturtrails der Alpen), neun Bergbahnen und sieben Berge, und das alles mit nur einem Ticket. Dieser grenzübergreifende Zusammenschluss im Salzburger Land gehört zu den Besonderheiten der Region.

Bis vor Kurzem waren im Salzburger Skicircus Jubiläumsjahr erwartet die Gäste Überranoch die Wintersportbegeisterten auf Ski und schendes, darunter neue Trails wie die X-Line Snowboard unterwegs, doch ab Mai verwandelt 3, die flowig vom Berg bis ins Tal führt, oder sich der Austragungsort der Alpinen Ski WM auch die brandneue Skill Area für die Bike-2025 wieder zum größten alpinen MTB-Aben- Newbies in Fieberbrunn. Sie erweitern das teuerspielplatz des Landes. Das Bikejahr 2026 Angebot rund um die erst im vergangenen in Saalbach Hinterglemm Leogang Fieberbrunn Jahr eröffnete Streuboden Line und die Streuist kein gewöhnliches MTB-Kalenderjahr: Ne- bodenbahn. ben all den Top-Bike-Events wie der WHOOP UCI Mountain Bike World INFO Series oder den World Games of

DESTINATION

Top-Revier für Neulinge und Fortgeschrittene Familien und Neulinge finden in der Region auf insgesamt drei Beginner-Arealen ihr perfektes Trainings- und Spaßrevier – darunter den Riders Playground im EPIC Bikepark Leogang und die Learn-to-Ride-Area auf der Turmwiese neben der Kohlmaisbahn in Saalbach: Hier lassen sich die ersten Skills auf fünf bekannten Saalbacher Trails in Miniausgabe testen – etwa auf dem Little Hacklberg, dem Little Panorama oder der Little Pro-Line. Große Glücksgefühle garantiert!

Die Klassiker der Alpen erleben Wer mehr will, wagt sich auf die schönsten Naturtrails der Alpen im Originalformat, wie etwa den Speedster, die offizielle Downhill-WM-

Strecke im EPIC Bikepark Leogang, oder die beiden Naturburschen AlteSchmiede Trail und Matzalm

Geburtstagsfeier EPIC Bike Park

Mountainbiking gibt es in diesem

24.-26.7. 2026

Saalbach Hinterglemm Leogang

Jahr ein besonderes Ereignis: Denn Fieberbrunn

BIKEEXPERTEN

in diesem Sommer feiert der EPIC bike.saalbach.com (opens in a new tab)

Trail. Und natürlich darf der Hacklberg-Trail in Saalbach Hinterglemm nicht fehlen! Die flowige Strecke ge-

Hotel THE VIEW***s, Hinterglemm,

Bike Park Leogang seinen 25. Ge-

TOP-EVENTS

the-view.at (opens in a new tab)

burtstag und damit ein Vierteljahr-

GlemmRide Bike Festival Saalbach

nießt ebenso Kultstatus wie das Geburtstagskind und gilt als einer der

Biohotel Rupertus****, Leogang,

hundert rot-weiß-rote Mountain- 9.-12.7.2026

rupertus.at (opens in a new tab)

bikegeschichte. Immerhin gilt der World Games of Mountainbiking

puradies****s, Leogang,

renommierte Bikepark als Pionier in Saalbach Hinterglemm, 11.-13.9.2026 puradies.com (opens in a new tab) Sachen alpines Mountainbiking. Im

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ältesten und schönsten Trails im Alpenraum. In einer einzigartigen Tour auf der Hinterglemmer Promenade geht es dabei 5,5 Kilometer und 600 Höhenmeter über die typischen Pinzgauer Grasberge – mit Blick aufs Kitzstein- und die Leoganger Steinberge. Man spürt da-horn, die Hohen Tauern, das Steinerne Meer bei deutlich: Genau hier muss der natürliche Flowtrail erfunden worden sein. Zum Start auf 2000 Metern geht es per Bergbahn. Wer dann noch Kondition hat, folgt am Ende dem Buchegg-Trail über Wellen und Anliegerkurven weiter bis zur Talstation. Damit sind es dann gute 10 Kilometer und 1000 Höhenmeter alpines Trailvergnügen.

Happy Birthday, Bike Park und GlemmRide!

Davor, dazwischen und danach treffen sich alle Partygäste und Biker im EPIC Bike Park in Leogang. Einer der größten Pumptracks des Landes bietet ein 30.000 Quadratmeter großes Übungsareal mit Riders Playground, Bagjump und diversen Singletrails. 2026 werden die Trail-Neuzugänge gefeiert: Gateway, Hangover, Back to the Roots und T-Line. Vor allem der schwere Hangover sticht hervor: ein steiler, schneller Trail über einen halben Kilometer und 92 Höhenmeter mit Extremgefälle, Anliegern und natürlichen Jumps – nur für Profis! Ähnlich wild geht es auf der mittelschweren

Familien und Neulinge finden in der Region auf insgesamt drei Beginner-Arealen ihr perfektes Trainings- und Spaßrevier.

T-Line zu – pures Rollercoaster-Feeling auf 1,3 Kilometern mit einer 13-Meter-Brücke, die als Sieben-Meter-Table dient. Nur Fliegen ist schöner. Viele gute Gründe zum Neuentdecken und Mitfeiern also – von 24. bis 26. Juli 2026 beim Community-Event der EPIC-Geburtstagsparty – oder Anfang Juli beim zehnjährigen Jubiläum des legendären GlemmRide Bike Festivals in Saalbach. Auf dass die Korken knallen und die Reifen rollen!

Info: bike-holidays.com (opens in a new tab)

REISENEWS

Die perfekte Kombi (opens in a new tab)

Neu: Rother Wanderführer + App (opens in a new tab)

Rother Wanderführer und Rother App – ein unschlagbares Duo: im Wanderführer in Ruhe blättern, sich inspirieren lassen und die eigene Wunschtour auswählen. Der Clou: Ab Frühjahr 2026 gibt es die Touren in der App direkt zum Wanderführer dazu. Sie lassen sich ganz einfach freischalten. So entsteht das perfekte Kombi-Produkt: die besten Touren (opens in a new tab), ausschließlich von Profis erstellt, im Buch und in einer zuverlässigen App mit Top-Karten. Statt mühsamer Recherche einfach die Tour im Buch aussuchen – und mit der App gleich loswandern. So einfach geht Wanderglück (opens in a new tab)!

Mehr unter (opens in a new tab): rother.de/app-zum-buch (opens in a new tab)

Das Wiedtal (opens in a new tab)

Komm mal runter (opens in a new tab)!

Das Wiedtal liegt mitten im Naturpark Rhein-Westerwald. Die romantische Wied mit ihrem engen Flusstal und den Höhenzügen ist die ideale Kulisse für einen Wanderurlaub. Hier gibt es verschiedene Routen wie die drei Wäller Touren und fünf Kleine Wäller als Rundwanderwege sowie den Wiedweg oder die Zwergenwege für Familien. Der Klosterweg verbindet den RheinSteig mit dem WesterwaldSteig und bildet so ein ausgezeichnetes Wanderdreieck zwischen Westerwald und Rheintal (opens in a new tab). Die staatlich anerkannten Luftkurorte im Tal bieten individuelle Urlaubsmöglichkeiten bei bester Luftqualität. Für einen Kurzurlaub eignen sich neben den Wanderungen auch der Wied-Radweg (opens in a new tab), die fünf Campingplätze am Wasser oder das Weihnachtsdorf Waldbreitbach im Winter. Ganz neu wurden vier Gravelbike-Strecken geschaffen. In den Restaurants findet man regionale Speisen aus dem Westerwald und dem Rheintal. Eine große Auswahl an Hotels, Ferienwohnungen (opens in a new tab), Gasthöfen (opens in a new tab), Campingplätzen und Wohnmobilstellplätzen rundet das Angebot ab (opens in a new tab).

Info (opens in a new tab): wiedtal.de (opens in a new tab)

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Tages- und Halbtagestouren

Lauschen, staunen und genießen beim Wandern

im Allgäu

Tagträumen geht im Allgäu ganz einfach: den Blick über die weite Landschaft mit den Gipfeln schweifen lassen, durch Wälder und an Bergquellen entlangspazieren und regionale Geschichten hören. Die Region hat sich mit dem Weitwanderwegenetz Wandertrilogie Allgäu, das auf 876 Kilometern drei Routen umfasst, einen Namen gemacht. Doch auch für Tages- und Halbtageswanderungen bietet das Allgäu eine gefüllte Schatzkiste mit attraktiven Touren. Besonders spannend für Familien sind die 37 Naturerlebniswege mit Spiel und Spaß für alle Sinne. Wer also kein Weitwanderfan ist und keinen Unterkunftswechsel mag, kommt trotzdem auf seine Kosten. Von den Hotels in den Partnerorten sind die Trilogie-Rundgänge ein per-

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fekter Einstieg in den Wanderurlaub. Im Trilogie-Raum Schlosspark in Kaufbeuren zum Beispiel steht eine sogenannte Lauschtour auf dem Programm. Hier geht es per Audioguide ein paar Jahrhunderte zurück in der Stadtgeschichte. Am nächsten Tag können Genusswandernde eine der vielen Kurztouren auswählen. So etwa den Bier.Genuss.Wanderweg. Diese Tagestour führt auf den Wächter des Allgäus, den Grünten, dessen Aufstieg oberhalb des Bier. Genuss.Dorfs Rettenberg im Trilogie-Raum Panoramalogen beginnt. Der Name hält, was er verspricht: Zur Tour gehört das sogenannte ProBiererle, ein kleines Bier von den drei dorfeigenen Brauereien und dazu ein regionales Gericht – Genuss auf allen Ebenen.

INFO

Offizielles Buchungscenter der Wandertrilogie Allgäu Hilfreiche Engel für die Wandertrilogie Allgäu. Im Buchungscenter steht Ihnen das mehrfach ausgezeichnete Team der Trail Angels für die Planung und Buchung Ihrer Wanderreise mit Rat und Tat gern zur Seite. Mehr hierzu unter:

allgaeu.de/buchungscenter (opens in a new tab)

Der stellt sich auch auf den Premiumwegen ein, wie unter anderem im Trilogie-Raum Wasserreiche. Hier gibt es die ersten zertifizierten Premium-Spazierwanderwege und Premium-Wanderwege wie den „Berg & See“ in Scheidegg: eine Panoramarunde mit Alpen- und Bodenseeblick. Spannende Abenteuer für Familien warten auf den Naturerlebniswegen im Allgäu. Hier steht das Wander- und Naturerlebnis an erster Stelle. Fesselnde Geschichten, Abenteuerspielplätze und viele Mitmachstationen gibt es hier zu entdecken.

Infos: allgaeu.de/naturerlebniswege (opens in a new tab), allgaeu.de/halbtages-tagestouren

Das Allgäu bietet eine gefüllte Schatzkiste mit Tages- und Halbtagestouren.

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Deutschlands schönster Wanderweg 2025 (opens in a new tab)

Der Bliessteig (opens in a new tab)

Vom „Wandermagazin“ als „Deutschlands schönster Wanderweg 2025“ in der Kategorie Mehrtagestouren gekürt, zählt der Bliessteig zu den eindrucksvollsten Fernwanderwegen des Landes. Der 108 Kilometer (opens in a new tab)

lange Steig ist als „Qualitätsweg Wanderbares Deutschland“ zertifiziert und trägt das Prädikat „Leading Quality Trails – Best of Europe“. In neun abwechslungsreichen Etappen führt er vom französischen Sarregue- (opens in a new tab)

mines bis nach Bexbach quer durch das UNESCO-Biosphärenreservat Bliesgau. Sanfte Hügel, artenreiche Streuobst- und Orchideenwiesen (opens in a new tab), eindrucksvolle Buntsandsteinfelsen und alte Buchenwälder prägen die Landschaft. Das Biosphärenreservat (opens in a new tab),

amtierender Sieger im Bundeswettbewerb „Nachhaltige Tourismusdestinationen“ steht für gelebten Natur- und Artenschutz. Der Bliessteig greift diesen Anspruch auf: Alle Etappen sind gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar – auch am Wochenende. So verbindet die Tour Naturerlebnis, Weitblick und nachhaltige Mobilität auf vorbildliche Weise (opens in a new tab).

Info (opens in a new tab): wandern.saarland (opens in a new tab)

Individuelle Radwoche mit Gepäcktransfer (opens in a new tab)

Bodensee-Radweg zum Sensationspreis (opens in a new tab)

Auf die Räder, fertig, los! Die Bodenseeregion ist ein Paradies für Fahrradbegeisterte. Gut ausgebaute, meist ebene Radwege führen entlang des Sees zu Burgen, Schlössern und Naturschutzgebieten. Die Reise beginnt in der Festspielstadt Bregenz, weiter über das schweizerische Ufer nach Konstanz, Meersburg, Friedrichshafen und in die malerische Inselstadt Lindau. Kostenlose Strandbäder laden zu erfrischenden Pausen ein (opens in a new tab). Täglich drei bis vier Stunden gesunde Bewegung auf dem Rad, während das Gepäck ins nächste Hotel transportiert wird. „Alles ist organisiert – nur in die Pedale treten ist noch nötig.“ Die Rundum-sorglos-Radwoche gibt es ab nur € 559 pro Person inklusive sechs Übernachtungen mit Frühstück in Drei- und Viersternehotels (opens in a new tab), Gepäcktransfer, Infopaket mit Karten und GPS-Daten sowie Erlebnispaket (opens in a new tab). Anreise täglich 17.4.-17.10 (opens in a new tab). Leihrad + € 90,- / E-Bike + € 200,-. Extra: DAV-Rabatt mit Code DAVBS: bis zu € 30,- Rabatt bei Buchung bis zum 30.5.2026 (opens in a new tab).

Buchung & Info (opens in a new tab): dav.donautouristik.de (opens in a new tab)

REISENEWS

Hotel Weisses Lamm (opens in a new tab)

Hochalpin & Grenzgenial (opens in a new tab)

Die Auswahl in der Bikeregion Paznaun-Ischgl ist schier endlos: klassische Touren, hochalpine Trails und panoramareiche E-MTB-Genussstrecken (opens in a new tab). Und mittendrin liegt auf 1050 Metern über dem Alltag das Hotel Weisses Lamm****. Mit Rad und Tat steht Chef Georg Ehrenberger, geprüfter Bikeguide, bei Tourenplanung und Technikfragen zur Seite, unterstützt von Topguide Heinz Peer, dem Freeride-Experten der Silvretta Bikeacademy. Dank der Silvretta Card nutzt man hier alle Bergbahnen kostenfrei und genießt so ma- (opens in a new tab)

ximalen Fahrspaß. In diesem Bikehotel dreht sich alles ums Rad, im Angebot sind jede Menge Trail-Abenteuer. Außerdem bietet das Haus einen umfangreichen Spa-Bereich, um nach einem actionreichen Trail-Tag zur Ruhe zu kommen. Infinity-Panorama-Pool, Rooftop-Spa und Whirlpool laden zum Entspannen ein. Kulinarisch punktet das Hotel mit regionalen (opens in a new tab), saisonalen Spezialitäten – Genuss und ausgewogene Ernährung inklusive. Ob Freeride, Downhill oder genüssliches E-Biken – hier schlägt das Herz im Takt der Berge (opens in a new tab).

Info (opens in a new tab): hotellamm.at, weitere Hotels und Regionen unter: bike-holidays.com (opens in a new tab)

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Tatonka (opens in a new tab)

GROSSER WANDERRUCKSACK FÜR ANSPRUCHSVOLLE BERGTOUREN Der Norix 34 ist vielseitig und mit einem Volumen von 34 Litern auch für Hüttentouren geeignet (opens in a new tab).

Mountain Equipment (opens in a new tab)

Dank ergonomisch gestaltetem Kontaktrücken- (opens in a new tab)

CLASSIC SCHLAFSÄCKE (opens in a new tab)

Tragesystem sitzt er fest am Rücken. Das Hauptfach ist über eine große Reißver- (opens in a new tab)

Die (opens in a new tab) Classic Daunenschlafsäcke sind seit

schlussöffnung auf der Rückseite zugäng- (opens in a new tab)

vielen (opens in a new tab) Jahren bewährte Allrounder für

lich. Elastische Außentaschen, Kompressi- (opens in a new tab)

komfortable Nächte. In drei Füllstufen sowie (opens in a new tab)

onsriemen und diverse Materialschlaufen bieten (opens in a new tab)

als (opens in a new tab) Herren- und Damenvariante erhältlich,

vielseitige Verstau- und Befestigungsmöglichkeiten (opens in a new tab).

sind (opens in a new tab) sie jetzt vollständig aus recycelten

Der Rucksack verfügt über eine Helmhalterung. Der Hüftgurt kann abge- (opens in a new tab) Materialien gefertigt. Gefüllt mit recycelter (opens in a new tab) nommen werden, um einen Klettergurt anzulegen. Der Norix ist auch mit Daune (opens in a new tab) mit 700 cuin verbinden sie Nachhal-27 Litern und als Damenrucksack mit 24 oder 31 Litern erhältlich. Er ist tigkeit (opens in a new tab) mit zuverlässiger Wärmeleistung. Ob (opens in a new tab) PFAS-frei imprägniert (opens in a new tab).

Trekkingtour, Camping oder Reise – sie bieten (opens in a new tab)

PREISEMPFEHLUNG (opens in a new tab): € 160,-, tatonka.com (opens in a new tab)

ein (opens in a new tab) angenehmes Schlafklima und dank ihres komfortablen Schnitts viel Bewegungsfreiheit (opens in a new tab). Die ideale Wahl für alle, die Wert auf Umweltbewusstsein legen, ohne Kompromisse bei Funktion und Qualität einzugehen (opens in a new tab).

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Es schützt bis zu sechs Stunden vor heimischen (opens in a new tab) LOCKER BLEIBEN BEIM (opens in a new tab)

wächst (opens in a new tab)!

und tropischen Mücken sowie bis zu fünf Stunden (opens in a new tab)

OUTDOORSPORT (opens in a new tab)

vor Zecken. Die Hautverträglichkeit ist dermato- (opens in a new tab)

WERTSACHEN IMMER GRIFFBEREIT (opens in a new tab)

Wenn sommerliche Aktivitäten uns ins Schwitzen (opens in a new tab)

logisch getestet. Bei sparsamer (opens in a new tab)

– FLEXIBEL UND KOMFORTABEL (opens in a new tab)

bringen, verliert der Körper nicht nur Flüssigkeit (opens in a new tab),

Verwendung ist das Präparat (opens in a new tab)

Ob Wandern, Klettern, Skitour oder Reise: Die (opens in a new tab)

sondern auch Elektrolyte. Empfohlen wird des- (opens in a new tab)

bereits für Kinder ab drei Jahren (opens in a new tab)

ultraleichte Flexi-Bag ist der perfekte Begleiter (opens in a new tab)

halb, viel Wasser zu trinken und den Elektrolyte- (opens in a new tab)

geeignet. Anti Brumm Forte ent- (opens in a new tab)

und bietet maximalen Komfort. Ideal für Smart- (opens in a new tab)

verlust durch eine ausgewogene Ernährung aus- (opens in a new tab)

hält 30 Prozent DEET, der von (opens in a new tab)

phone, Geldbörse, Schlüssel oder Snacks. Kaum (opens in a new tab)

zugleichen. Hierbei spielt besonders Magnesium (opens in a new tab)

der WHO für die Tropen emp- (opens in a new tab)

spürbar um die Hüfte getragen, passt sich die (opens in a new tab)

eine wichtige Rolle für die Muskeln. Daher kann (opens in a new tab)

fohlene Wirkstoff, der als (opens in a new tab)

minimalistische Stretchtasche dem Inhalt an (opens in a new tab).

gerade in der warmen Jahreszeit eine zusätzli- (opens in a new tab)

Goldstandard unter den (opens in a new tab)

Ein atmungsaktives Rückenpolster schützt vor (opens in a new tab)

che Versorgung mit diesem wertvollen Mineral- (opens in a new tab)

Mitteln zur Insektenab- (opens in a new tab)

Schweiß, das flexible Gurtband sorgt für siche- (opens in a new tab)

stoff sinnvoll sein – zum Beispiel mit dem Nah- (opens in a new tab)

wehr gilt (opens in a new tab).

ren Halt – eine innovative Alternative zur klassi- (opens in a new tab)

rungsergänzungsmittel Biolectra® Magnesium (opens in a new tab)

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PRODUKTNEWS

Lebenswichtige Nährstoffe (opens in a new tab)

VITAMIN D3, K2 UND MAGNESIUM (opens in a new tab)

An all unseren Bewegungen sind Knochen und Muskeln beteiligt. Die lebenswichtigen Nährstoffe Vitamin D und Magnesium unterstützen die Erhaltung der Muskelfunktion und zusammen mit Vitamin K den Knochenerhalt. Im Allgemeinen reicht eine abwechslungsreiche normale Ernährung aus, um alle Nährstoffe ausreichend aufzunehmen. Zu gewissen Zeiten oder Lebensumständen kann es allerdings sinnvoll sein, auf die Zufuhr von Nährstoffen wie Vitamin D3, K2 und Magnesium zu achten, etwa bei Sporttreibenden, aber auch bei unzureichender oder ein- (opens in a new tab)

seitiger Ernährung, in Stresssituationen oder im höheren Alter. Cefavit enthält Vitamin D3 in drei Dosierungen (2.000 I.E., 4.000 I.E. und 7.000 I.E.), außerdem sehr gut bioverfügbares Vitamin K2 und 300 Milligramm Magnesium. In zwei Darreichungsformen: Kapseln und Stix, die für unterwegs besonders geeignet sind (opens in a new tab). PREISEMPFEHLUNG (opens in a new tab): € 13,95 (36 Stück mit 2000 I.E. Vitamin D3), cefak.com (opens in a new tab)

Doghammer (opens in a new tab)

Alpin 34+ im DAV-Design (opens in a new tab)

BEWUSST ERLEBEN (opens in a new tab)

ZUVERLÄSSIG AUF ALLEN WEGEN (opens in a new tab)

Mit dem Terrar Rock zeigt Doghammer, dass ein Barfuß-Wanderschuh (opens in a new tab) Der Alpin 34+ ist ein vielseitiger Tourenrucksack für Bergsport zu jeder (opens in a new tab) mehr kann, als viele denken. Statt starrer Sohlen erlebst du den Unter- (opens in a new tab) Jahreszeit. Mit einem Volumen von 34 Litern, erweiterbar um acht Liter (opens in a new tab), grund bewusst – Schritt für Schritt. Die flexible Barfuß-Vibramsohle sorgt (opens in a new tab) bietet er ausreichend Platz für Ausrüstung und (opens in a new tab) dabei für sicheren Halt, während die breite Zehenbox und der Null-Absatz (opens in a new tab) Wechselkleidung. Durchdachte Funktionen (opens in a new tab) deinen Füßen natürliche Freiheit geben. Anfangs ungewohnt? Vielleicht (opens in a new tab). wie die schnell zugängliche Fronttasche für (opens in a new tab) Aber genau darin liegt der Reiz: Deine Füße werden gefordert, aktiviert (opens in a new tab) Sicherheitsausrüstung und der rückseitige (opens in a new tab)

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2/2026 PANORAMA promotion 77

Page 78

Dauer:

Touren zwischen 2-6 Std.

Höchster Punkt: Roen (2116 m)

Ausrüstung:

Fully MTB für die technischen Trails

Schwierigkeit:

Von leichten Touren über Forstwege bis hin zu technisch schwierigen Trails

Beste Zeit: April-November

Vom langen Rücken rund um den Roen-Gipfel eröffnen sich Tiefblicke ins Etschtal und Fernblicke in die Dolomiten.

78 DAV PANORAMA 2/2026

Page 79

ETSCHTAL

Mountainbiken rund um Tramin

Traumtrails im Etschtal

Mountainbike-Touren, die tatsächlich noch als Geheimtipp durchgehen. In Südtirol? Ja, so was gibt’s. Die Berge rund um den Kalterer See sind voller Trails, Auffahrten mit sensationellem Panorama und endlosen Abfahrten.

Text und Fotos: Philipp Radtke

enn der Wein kommt, tut’s weh –

1200 Höhenmeter zu bewältigen, nicht wenige

diese Lektion lernt man auf Bike

davon auf reichlich steilen Schotterrampen.

W

touren mit Start im Etschtal

Wer vom Tal rund um den Kalterer See nach

schnell: Während der flache Talboden größten

Westen, in Richtung Mendelpass und Roen,

teils von endlosen Apfelplantagen eingenommen

oder nach Osten hoch Richtung Trudener Horn

wird, ändert sich der Anbau, sobald man die

blickt, kann kaum glauben, dass es hier loh

Talflanken erreicht. In den Hanglagen machen

nende MTB Möglichkeiten geben soll. Schein

sich dann die Weinberge der Weingüter breit und

bar zu steil ragen die Talflanken empor, die fel

die Straßen dazwischen sind mit ihren Stei

sigen Gipfel lassen eher Klettersteige vermuten

Von den Apfel

gungswerten zum Biken oft mühsam. Dass hier

(die es hier tatsächlich auch gibt) als Single

plantagen geht

das E MTB weit verbreitet ist, verwundert nicht,

trails. Radfahren ist hier bisher vor allem im

es hinauf in

aber wir sind „by fair means“, nur mit Muskel

Tal populär, der Etschtalradweg ist stark fre

die Gipfelregion

kraft unterwegs. Bei der Anfahrt vom Weinstädt

quentiert, nicht wenige haben mit dem Renn

des Roen.

chen Terlan zur Talstation der Mendelbahn mit

rad den Gardasee zum Ziel, der von hier noch

22 Prozent Steigung (Weinberge links und

rund 85 Kilometer entfernt ist. Wer die „La

rechts!) verstummen die morgendlichen Gesprä

go Tour“ als Tagesausflug mit dem Rad plant,

che schnell, zu schwer geht der Atem. Ein hüb

sollte beachten, dass etwa ab Mittag der Wind in

scher Kaltstart, das Rührei vom Frühstück macht

der Regel erbarmungslos von Süden bläst. Wohl

sich bemerkbar.

denen, die dann die Tour so geplant haben,

So ganz stimmt das „nur mit Muskelkraft“

dass sie diesen als Rückenwind nützen können,

nicht, denn auf der heutigen „Königsetappe“

denn wer ihn gegen sich hat, hat schnell das Ge

zum Hauptgipfel hoch über Tramin, dem Roen,

fühl, gar nicht mehr vom Fleck zu kommen.

nehmen wir die Mendelbahn gerne in Anspruch.

Vom Mendelpass aus verläuft die Mountain

Denn selbst mit der Unterstützung der Stand

bike Tour zum Roen Gipfel über schottrige

seilbahn sind auf der Tour immer noch rund

Wege immer unweit einer markanten Hang

2/2026 DAV PANORAMA 79

Page 80

kante. Links das Etschtal mit dem türkisen Auge des Kalterer Sees, rechts fällt der Blick in Rich tung Val di Non.

Dann, auf dem Gipfel des Roen angekommen, wartet etwas, das für Trailfans kaum zu toppen ist: Die Abfahrt vom Roen auf 2116 Metern Höhe hinab nach Tramin ins Etschtal auf gerade ein mal 276 Metern sucht ihresgleichen. Immer gut fahrbar, gespickt mit ein paar kniffligen Stellen (die aber im Zweifelsfall ganz leicht schiebend zu bewältigen sind), geht es durch endlose Wäl der, die vor allem im Sommer gnädig Schatten spenden. Armin Pomella fährt in schlafwandle rischer Sicherheit vorneweg. Einen besseren Guide könnte man sich nicht wünschen. Armin ist Hotelier des Traminerhofs. Er hat sein Hotel über viele Jahre zum perfekten Basislager für Radtouren werden lassen: Alle, die hierher zum Mountainbiken, aber auch Rennradeln oder Gra velbiken kommen, werden mit Annehmlichkei ten wie Werkstatt im Radkeller, Wäscheservice für die Bikeklamotten und geführte Touren ver sorgt. Und, fast das Wichtigste, kompetente Be ratung, welche Tour am nächsten Tag die rich tige sein könnte. „Früher war ich ein Spinner, heute heißt’s Pionier“, sagt Armin.

80 DAV PANORAMA 2/2026

Eine Trailab fahrt mit rund 2000 Tiefen metern, sowas findet man nicht allzu häufig.

Felsige Abfahrtspassagen fordern technisches Können und etwas Mut. Nicht nur optisch ein Juwel: der Kalterer See, der wärmste See der Alpen.

Wenn sich der Blick hinab einmal lichtet, scheint der Talboden noch nicht wirklich näher gekommen zu sein, diese Traumabfahrt nimmt einfach kein Ende. Die Trailpassagen werden nur selten von kurzen Stücken auf Forststraßen unterbrochen, und wer bereit ist, noch einen kleinen Gegenanstieg einzubauen, kommt auf über zweitausend Tiefenmeter Traumabfahrt. Immer wieder bleibt Armin stehen und weist auf unscheinbare Details im Trail hin. Zusammen mit seinen Mitstreitern pflegt er den schmalen Weg und sorgt mit raffiniert angelegten Abflus srinnen dafür, dass er nicht von starken Regen fällen weggeschwemmt wird, „davon profitieren übrigens auch die Wanderer!“, sagt er. Konflikte mit selbigen gibt es hier keine, denn nur wenige nehmen diese wirklich anstrengende Tour auf sich. Nur rund um die flacheren Höhenwege am Roen gibt es Begegnungen, die alle gleich ablau fen: Es wird freundlich gegrüßt, man freut sich gemeinsam über den Ausblick und diesen wun derschönen Tag.

Auch auf der Talseite gegenüber warten bei spielsweise rund um das Trudener Horn Touren für technisch und konditionell starke Biker*in nen, für die Abfahrt lassen sich aber häufig auch

Page 81

ETSCHTAL

Info

Anreise: Südlich von Bozen sind die Orte rund um den Kalterer See wie Tramin für MTB-Touren und andere Radaktivitäten perfekte Ausgangspunkte. Mit dem Zug geht es bis Auer, weiter mit dem Linienbus oder dem Anschluss-Shuttle von Südtirol Transfer;

suedtiroltransfer.com (opens in a new tab).

Am An- und Abreisetag gibt es das Anschlussticket Südtirol für die Fahrten vom/zum Bahnhof. Unterkunft: Ideal für alle Radbegeisterten sind die Betriebe von Mountain Bike Holidays, bike-holidays.com (opens in a new tab), wie z.B. der Traminerhof; traminerhof.it (opens in a new tab). Tourentipps: Eine umfangreiche Sammlung an Touren in allen Schwierigkeitsgraden gibt es unter

tramin.com/radeln (opens in a new tab) und traminerhof.it/bike/touren (opens in a new tab). Was sonst noch geht: X Messner Museum Sigmundskron X Ausflug nach Bozen X Besichtigung von Weingütern X Einkehr in Buschenschänken X Klettern im Quarzporphyr X Wandern um die Montiggler Seen

leichtere Varianten finden. Familien und kin derfreundlich lässt es sich hier auch unterwegs sein, rund um den Kalterer See zum Beispiel. Der See gilt als der wärmste der Alpen, also sind hier schon früh im Jahr Stopps in einem der Seebä der möglich. Wer nur eine kurze Tour einlegen möchte, ist auf dem Bergrücken rund um die Montiggler Seen gut aufgehoben. Wie ein schla fender Drache zieht sich diese Erhebung längs durchs Etschtal, hier lässt es sich wandern und klettern im auffällig roten Quarzporphyr. Aber auch technisch spannende Traumtrails lassen sich in Talnähe und mit konditionell überschau barer Auffahrt erledigen, ideal für eine Abend runde. Paradebeispiel: der „Powertrail“. Dieser Trail bekam seinen Namen, da er direkt in der Schneise einer Hochspannungsleitung verläuft, die Autobahn mit dem endlosen Strom gen Gardasee, dem be rühmten Mountainbike Revier, Die Qualität und stets im Blick. Und die nächsten Vielfalt der Trails

haben Philipp

Meter perfekten Singletrail vor

Radtke hier beson

dem Lenker, kommt man nicht ders gefallen, ob auf

kurzen Touren im Tal,

umhin zu denken, „wenn die

oder auf tagesfüllen

wüssten …“

den Unternehmungen.

2/2026 DAV PANORAMA 81

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Wenn Tradition auf Zukunft trifft

Nachhaltiger Umbau von Schutzhütten

Wie führt man eine mehr als hundert Jahre alte Hütte in die Zukunft? Der auf der Hauptversammlung 2025 verabschiedete Wegweiser Hütten 2030 gibt als Leitlinie klar vor: nachhaltig, klima- und ressourcenschonend. Doch wie gelingt das bei einem Umbau im Gebirge, ohne Zufahrtsstraße und Talanschluss, wo Ressourcen seit jeher knapp sind? Zwei Beispiele aus den Sektionen zeigen, wie es geht.

Text: Nadine Ormo, Julia Behl

Zirkuläres Bauen auf der „Holahü“ Wacker hat sich die Hochlandhütte, auf 1623 Metern unterhalb des Wörner gelegen, über Generationen behauptet: Die „Holahü“, wie sie bei den Mitgliedern der Sektion Hochland liebevoll heißt, ist seit mehr als einem Jahrhundert ein wichtiger Stützpunkt für Bergtouren im Karwendel. 1909 erbaut, in den 1950er und 1980er Jahren ergänzt um einen Anbau, der sich seither immer wieder Schönheitsoperationen unterzog – ein Facelift hier, eine Straffung dort, um den steigenden Auflagen an Technik-, Trocken- und Lagerräume gerecht zu werden. Als zuletzt wieder neue brandschutztechnische Anforderungen erfüllt werden mussten, war klar: Statt weiterer kosmetischer Korrekturen war jetzt ein ganz grundlegendes Eingreifen in die Substanz nötig. Hinzu kam, dass es in den letzten Jahren immer schwieriger geworden war, die Trinkwasserversorgung stabil zu gewährleisten. Alpenweit ist die Wasserversorgung inzwischen eines der Hauptthemen, wenn es um das Sanieren (oder Stilllegen) von Hütten geht.

Was passiert in vierzig oder fünfzig Jahren? „Wo es möglich war, haben wir Materialien wiederverwendet und bei allen Planungsdetails vom Ende her gedacht, also eine mögliche Demontage bereits berücksichtigt“, beschreibt Sonia Branchadell, die Geschäftsstellenleiterin der Sektion, das Vorgehen. Also wurde der alte, aber erst zwanzigjährige Dachstuhl – zwar ohne tragende Funktion, dafür als Wandverkleidung – wiederverwendet. Auch mehrere alte Fenster und einzelne Massivholztüren konnten überarbeitet, instand gesetzt und im neuen Anbau wieder eingebaut werden. Vielleicht klein erscheinende, aber durchaus relevante Maßnahmen, um vorhandene Ressourcen möglichst lang zu nutzen. „Was wir immer im Hinterkopf hatten: Was passiert in vierzig oder fünfzig Jahren? Die nächste Sektions-Generation soll sich nicht mit all den Dingen belasten müssen, wie es beim aktuellen Rückbau der Fall war.“ Also: weg von Verbundmaterialien, hin zu sortenreinen Werkstoffen, die sich sauber trennen lassen.

82 DAV PANORAMA 2/2026

Anfang Juni 2026 wird die Hochlandhütte wieder eröffnet

– mit neuem Schlaflager im Dachgeschoss, Lebensmittellager und Trockenraum sowie Sanitärbereich mit zwei Waschräumen, Urinalen und vier Trockentrenntoiletten.

ZIRKULÄRES BAUEN ist ein nachhaltiger Ansatz im Bauwesen, der auf Prinzipien der Kreislaufwirtschaft basiert und Gebäude als „Materialbanken“ versteht. Statt linear zu denken – bauen, nutzen, entsorgen – zielt das Konzept auf Wiederverwenden und Recyceln ab und denkt die Trennbarkeit im Rückbau bereits mit.

Ob Bergwiese oder karges Hochgebirge: Die Herausforderungen einer nachhaltigen Sanierung sind auf der Gießener Hütte (o.) und der Hochlandhütte im Großen und Ganzen die gleichen.

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Nachhaltiger und sicherer: die „neue“ Gießener Hütte Mitten in den südlichen Hohen Tauern, auf 2215 Metern Höhe, wird seit 2025 die Gießener Hütte umfassend saniert. Die Schutzhütte ist seit über einem Jahrhundert das Tor zur Hochalmspitze – und bekommt nun ein zukunftsfähiges Fundament für die nächsten Jahrzehnte. 1913 eröffnet, 1975 durch eine Lawine zerstört, 1977 etwas tiefer und geschützter neu aufgebaut – die Gießener Hütte hat bewegte Zeiten hinter sich. Doch was vor fünfzig Jahren modern war, entspricht heute nicht mehr den sicherheitstechnischen Anforderungen. Der stetige Rückgang des Schmelzwassers am Gletscher erschwerte zuletzt zusätzlich die Energieversorgung, die bisher fast ausschließlich

ALPENVEREIN AKTUELL

„Als Verein streben wir an, bis 2030 klimaneutral zu werden. Wir wollen dabei nicht nur auf dem Papier eine Netto-Null erreichen, sondern tatsächlich so viele Emissionen wie möglich gar nicht erst verursachen. Einer der vielen Bausteine bei unseren Bemühungen betrifft Baumaßnahmen zum Erhalt der Alpenvereinshütten. Wir in der

Einfach loswandern (opens in a new tab) !

auf Wasserkraft beruhte. Nach umfassender Planung entschied sich die Sektion Gießen – mit finanzieller Unterstützung durch den Bundesverband und mit öffentlichen Mitteln von Bund und EU – für eine Kernsanierung. Nur die tragenden Wände bleiben erhalten. Der Startschuss fiel 2025 mit einer beeindruckenden Liste

an Maßnahmen: X Abriss des maroden Holzanbaus und Neubau eines massiven und damit lawinensicheren Lager-, Werkstatt- und Geräteraums X Erneuerung der Wasserleitung zur Quelle und Einbau einer modernen Zisterne X Vorbereitung einer Photovoltaikanlage am Dach X Bau einer biologischen Kleinkläranlage 2026 steht der Innenausbau im Fokus: moderne Küche, frisch gestaltete Gasträume, neue Sanitärbereiche. Wenn Wetter und Schneelage es zulassen, soll die Hütte bereits zur Eröffnung im Juli 2026 wieder in neuem Glanz erstrahlen.

Ohne Ehrenamt unmöglich

Der außergewöhnliche Einsatz der Ehrenamtlichen machte die Sanierung erst möglich. Das sechsköpfige Hüttenwart-Team sowie viele Sektionsmitglieder investierten Hunderte Stunden – oft dort, wo Fremdfirmen schlicht zu teuer gewesen wären. „Mit der Kombination aus Wasserkraft und neuer Photovoltaik, moderner Infrastruktur und optimierten Betriebsabläufen wird die Gießener Hütte künftig wesentlich nachhaltiger und sicherer sein. Sie bleibt ein unverzichtbarer Stützpunkt für den Bergsport – und ein lebendiges Beispiel dafür, wie viel möglich ist, wenn alle Beteiligten gemeinsam anpacken“, fasst das Pächter-Ehepaar Kanthima und Erwin Zuzak die Umbaumaßnahmen zusammen.

Bundesgeschäftsstelle unterstützen auf Wunsch beratend und können Fördermittel dazugeben.“ Sabine Fleischmann, DAV-Ressort Hütten und Wege

Der Bundesverband unterstützt die Sektionen durch Darlehen und Beihilfen zur Finanzierung von Baumaßnahmen. Möglich machen das größtenteils die Mitgliedsbeiträge: Pro Mitglied fließen 4,80 Euro pro Jahr in die Unterstützung von Hüttenbaumaßnahmen.

140 Jahre Sektion Gießen (opens in a new tab): Infos zu den Feierlichkeiten unter dav-giessen.de (opens in a new tab)

Nadine Ormo und Julia Behl waren besonders beeindruckt, wie viele der schweren Arbeiten auf den Baustellen ehrenamtlich erbracht wurden.

2/2026 DAV PANORAMA 83

Die perfekte Kombi: Im Wanderführer schmökern, unterwegs sich zuverlässig von der Rother App leiten lassen. Ab jetzt gibt es die Touren aus den Rother Wanderführern in der App inklusive (opens in a new tab).

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Die Kraft der eigenen Worte

Schreiben am Berg

Ob zur Reflexion, zur Inspiration oder einfach, um Erinnerungen festzuhalten – das Schreiben in den Bergen schenkt Klarheit und Kraft. Doch wie beginnt man ausgerechnet dort, wo die Luft dünn und die Gedanken frei sind? Eine Anleitung mit Tipps von Schreibcoach Daniela Esch – und der Gewissheit: Jede*r kann schreiben, man muss nur beginnen.

Text: Nadine Ormo

Wer seine Eindrücke nicht nur im Kopf bewahren, sondern greifbar festhalten möchte, findet im Schreiben ein mächtiges Werkzeug. Damit sofort, noch in den Bergen, zu beginnen, ließe sich als echter Glücksgriff bezeichnen. „In der Natur können wir das Hintergrundrauschen, vor allem auch das digitale, hinter uns lassen und uns auf das Wesentliche konzentrieren“, erklärt Schreibcoach Daniela Esch. Hinzu kommt: Was im geschlossenen Raum oft erst durch Entspannungsübungen gelingt – das Loslassen des Alltags –, ist im Aufstieg bereits geschehen, auch das körperliche Workout hat man schon hinter sich. Bewegung, vor allem in der Natur, beflügelt die Ideenfindung – das ist längst bewiesen. Und ein Gedanke wird klarer, wenn wir ihn schriftlich ausformulieren, besonders das Schreiben per Hand fördert dabei die kognitiven Prozesse.

Anhalten, nachdenken, schreiben

Mehr noch: Im Schreiben kommt der Mensch zu sich. Schreiben fördert das Denken, das Reflektieren, das eigenständige Urteilen. Dabei lässt sich in der Natur nicht nur das Erlebte reflektieren, sondern auch Neues entdecken, wenn wir uns beispielsweise fragen: Kenne ich eigentlich den genauen Begriff für das, was ich beschreiben möchte („Nebelkrähe“ oder „Alpendohle“; „Kuhschellen“ statt „Bergblumen“)? Oder was weiß ich über die Geschichte einer Hütte oder die Legenden rund um einen Gipfel? Selbstverständlich lassen sich Erlebnisse und Begegnungen auch verfremden und in fiktive Geschichten einbetten. Wer schreibt, stärkt durch die kreative Arbeit sein Selbstbewusstsein – also das Bewusstsein für sich selbst. Die größte Hürde? Der Schritt von „Ich möchte schreiben“ zu „Ich traue mich zu schreiben“. „Oft sind schlechte Erfahrungen in der Vergangenheit der Grund“, weiß die Schreibtrainerin aus ihren Beobachtungen. „Weil wir stark reglementiert werden beim Schreiben, etwa in der Schule oder im Job. Starre Vorgaben ersticken oft unsere Kreativität.“

84 DAV PANORAMA 2/2026

Auch die Dauerausstellung „Darum Berge“ im Alpinen MuseumAUSSTELLUNGSTIPP (opens in a new tab)

fälliges Detail: Wo früher in Bergtexten der „Kampf mit der Na-München schwenkt den Blick auf das Schreiben am Berg (opens in a new tab). Auftur“ dominierte, scheint „das Heroische“ zwar noch in Resten durch – die großen Themen heißen inzwischen jedoch Vielfalt und Individualität (opens in a new tab). alpenverein.de/museum (opens in a new tab)

Druck rausnehmen und Themen finden Damit der Start gelingt, hilft ein wichtiger Grundsatz: Druck rausnehmen. „Du hast ja keinen Vertrag unterschrieben, dass du genau jetzt etwas zu Papier bringen musst“, ermutigt Esch. „Genauso wenig muss es ein perfekter Text sein.“ – Wer unsicher ist, lässt den Berg einfach länger auf sich wirken. Und: Selbst geübte Schreiber*innen kennen Blockaden. Wichtig ist: für sich selbst herausfinden, was man als besonders und beschreibenswert erachtet. Möchte ich beschreiben, wie ich gestresst loslief und immer entspannter wurde? Oder soll der Berg Inspirationsquelle für eine fiktive Geschichte werden? Dann stellen sich Fragen wie: Soll es mystisch sein? Amüsant oder nachdenklich?

Ein persönlicher Schreibplatz in der Natur hilft, innerlich zur Ruhe zu kommen.

„Selbst wenn man im ersten Moment denkt, dass die eigenen Themen niemanden interessieren – oft verbirgt sich dahinter eine spannende Geschichte“, erläutert Schreibtrainerin Daniela Esch. „Vielleicht ist es einfach besonders, ein Murmeltier zu sehen, dann kann auch das wert sein, aufgeschrieben zu werden.“

Den Berg spüren

Entscheide ich mich fürs Schreiben am und über den Berg, prägt er mein Schreiben. Der Berg verändert mich – und auch meine Worte: Habe ich eine heikle Situation erlebt, dann wird das Adrenalin auch im Text rüberkommen, er wird temporeicher. Auch ein mystischer, nebelverhangener Bergtag findet seinen Weg in die Worte. – „Menschen, die keine Schreiberfahrung haben, werden mitunter überrascht sein, wie sehr sich ihre Texte voneinander unterscheiden können“, so die Schreibexpertin.

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ALPENVEREIN AKTUELL

Die Kraft, die aus dem Schreiben kommt

IM GESPRÄCH MIT DER SCHREIBEXPERTIN DANIELA ESCH

chen. Ihr persönlicher Kreativitäts-Boost: frische Luft in Verbindung mit einer schönenDaniela Esch lebt und arbeitet als Schreibexpertin sowie Mental-Health-Coach in Mün-

Naturumgebung. Oder eine Stunde Unkrautrupfen im Gemeinschaftsbeet. Wenn sie in der Natur schreibt, dann sehr gerne am Wasser oder auf einer Wiese; daheim am liebsten in der Stille der Nacht.

Gibt es für das Schreiben (am Berg) ein ideales Setting?

Weitere Infos und das komplette (opens in a new tab)

Ich würde es beschreiben als eine Stelle, an der

Interview online (opens in a new tab).

ich mich fallen lassen kann. – Natürlich bitte nur im übertragenen Sinne! Im Nature Writing, das

DEN EINSTIEG FINDEN

in den vergangenen Jahren ja einen enormen

Schreibtechniken helfen, in den Text

Zuspruch erlebt hat, kennt man den „Sit spot“,

zu finden. Dabei funktioniert nicht jede Schreibtechnik für alle Men-

also einen persönlichen eigenen Schreibplatz

schen gleichermaßen gut. Und vor

in der Natur. Letztlich brauche ich einen Platz,

allem nicht beim ersten Mal. Zwei

an dem ich innerlich zur Ruhe komme. Bei dem Schreibtechniken, die sich als beeinen gelingt das vielleicht hervorragend auf

sonders geeignet erwiesen haben:

einer Alm oder in der Hütte. Die andere braucht

1. Clustering-Technik: Zentralbegriff in die Mitte (z. B.

einen Stein oder eine Bank. Man probiert am

„Bergsee“). Assoziationen drum-

besten etwas herum. Wichtig ist: sich nicht so-

herum (Gerüche, Gefühle, Erinne-

fort entmutigen lassen, wenn der erste Versuch rungen). Verbindungen ziehen – nicht gleich gelingen will.

schon entsteht ein Rohtext! Neurowissenschaftlich gesehen dient die Methode dazu, wieder in

Was brauche ich sonst noch?

das natürliche Schreiben und For-

Die Frage ist ja im Grunde: Schreibe ich von

mulieren, das wir als Kind hatten,

Hand oder nutze ich technische Hilfsmittel?

zu kommen, also „einfach drauflos zu schreiben“, eine eigene Sprache

Unterwegs zum Beispiel ist mir persönlich das

zu finden.

Tippen auf dem Handy zu anstrengend, aber

2. „Papiergespräch“:

die Sprachnotiz funktioniert perfekt für das Festhalten von Gedanken, die mir am Berg

Führe ein fiktives Gespräch (z. B. mitdem Berg: „Was willst du mir sa-

kommen. Ansonsten habe ich einfach gerne

gen?“). Vorteile: Perspektivwech-

mein Notizheft und schreibe händisch. Auch

sel, lockerer Einstieg. Diese Technik funktioniert sehr gut,

hier gilt: ausprobieren …

um sich einem Thema anzunähern oder auch, wie im Journaling, um auf

… Themen am Berg gibt es ja viele …

persönliche Erkenntnisse zu kom-

Genau: von der größten Anstrengung, vielleicht men. Auch mit Erinnerungen lässt

sich auf diese Weise gut arbeiten.

sogar Gefahr, bis hin zur Erkenntnis, dass etwas einfach nur schön ist … wer das in Worte fassen möchte: nur zu! Am besten klärt man für sich: Was ist mir gerade wichtig? Vielleicht ist das ein Gefühl, eine schöne Aussicht, ein Erlebnis, das beeindruckend war. Vielleicht fange ich einfach an zu schreiben, vielleicht habe ich mir aber auch schon vorher ein Thema überlegt, auf das ich mich gerne fokussieren möchte. – Die An-

Schreibcoach Daniela Esch vor dem Alpinen Museum.

sätze können da ganz verschieden sein.

2/2026 DAV PANORAMA 85

Die Mitfahrzentrale für Eure Sektion.e (opens in a new tab)

Fahrgemeinschaften für Touren, Kurse oder Veranstaltungen eurer Sektion ganz einfach über Moobly organisieren (opens in a new tab)!

Bindet Moobly direkt als Element in eure Sektionshomepage ein (opens in a new tab).

Bett er together (opens in a new tab).

Fahrgemeinscha�ten für DAV-Touren (opens in a new tab)

Einbindung auf Sektionswebseiten (opens in a new tab)

Einfach. Digital (opens in a new tab).

Sicher (opens in a new tab).

Mehr Informationen für eure Sektion (opens in a new tab)! E-Mail: kontakt@moobly.de Tel: +49 89 642 40 125 (opens in a new tab)

Page 86

ÖFFI-NEULING?

AUSPROBIEREN UND GELD SPAREN! – Die-

DAV-sen Mitglieder wiederSommer können

Geld und Emissionen

Aktion „Freie Nacht fürsauf Tour sparen: Unsere

Klima“ geht dank der Förderung durch den Globetrotter Naturbonus in die dritte Runde. Wer mit den Öffentlichen anreist, übernachtet auf teilnehmenden Hütten zwischen Mai und Oktober gratis – vielleicht ein Anreiz, umzudenken und die Öffi-Anreise zur Bergtour einfach mal auszuprobieren. Für alle, die auf den Geschmack gekommen sind, gibt es dieses Jahr sogar noch eine zweite kostenfreie Übernachtung auf einer teilnehmenden Hütte. Mitmachen können alle DAV-Mitglieder, die mindestens neunzig Prozent ihrer Anreise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt haben. Dafür bucht man vor der Tour einen Gutschein auf alpenverein.de und zeigt ihn zusammen mit dem Öffi-Ticket auf der Hütte vor.

red

Alle Infos, die Gutscheinbuchung und die Liste der teilnehmenden Hütten gibt es auf alpenverein.de/freie-nacht (opens in a new tab).

EIN VEREIN, DER BEWEGT

1,64 MILLIONEN MITGLIEDER, ÜBER 36.000 EHRENAMTLICHE – Der DAV wächst – und mit ihm die Begeisterung fürs Draußensein. 1,64 Millionen Mitglieder (+ 4,3 Prozent zum Vorjahr) sind inzwischen Teil des größten Bergsportverbands der Welt. Wirklich besonders ist das Engagement dahinter: 36.640 Ehrenamtliche (+ 6,6 Prozent, verglichen mit 2023) bringen jährlich 2,6 Millionen Stunden ihrer Zeit ein. Sie führen Touren, begleiten Kinder und Jugendliche, schützen Naturräume und gestalten das vielfältige Bergsportangebot. Die aktuelle Auswertung beweist erneut: Das Ehrenamt ist Herz und Seele des DAV – und

Widerspruch gegen Boofen-Sperre

BERGSPORTVERBÄNDE FÜR ALTERNATIV-KONZEPT – Das Sächsische Umweltministerium hat entschieden, alle Boofen im Nationalpark Sächsische Schweiz jährlich vom 1. Februar bis 15. Juni zu sperren. Die örtlichen DAV-Sektionen und der Landesverband Sachsen sehen darin einen massiven Eingriff in gelebte Klettertradition und Naturerleben – und haben Widerspruch eingelegt. Aus ihrer Sicht lösen pauschale Verbote die Probleme des ausufernden Boofens nicht und könnten sogar Ausweichbewegungen in sensiblere Bereiche fördern. Stattdessen setzen die Verbände auf ein „Jahresticket auf Schulungsbasis“, das verantwortungsvolles Verhalten vermittelt und rechtssicher umsetzbar sei. Der Vorschlag entstand in der Projektgruppe „Freiübernachten“ gemeinsam mit Behörden sowie Naturschutzverbänden und findet auch in den Sektionen breite Unterstützung. Parallel zum Widerspruch wurde ein Eilantrag gegen den Sofortvollzug gestellt. Eine erste Entscheidung des Gerichts wird im Laufe des Sommers erwartet.

red

prägt das, was den Verein für viele Das ehrenamtliche Engagement fließt zu einem großen Teil in Kurse, Touren, Jugend-

Mitglieder so wertvoll macht. red und Familienarbeit.

86 DAV PANORAMA 2/2026

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ALPENVEREIN AKTUELL

Einzigartig, autark & klimaneutral

UNTERSTÜTZUNG FÜR JDAV-ZELTPLATZ ITH – Klimaschutz wird hier großgeschrieben: Der Zeltplatz bei Hannover wird von der JDAV betrieben und existiert bereits seit fünfzig Jahren. Nun sollen die Installation einer Photovoltaik- und der Bau einer Regenwasseranlage dafür sorgen, dass das Gelände auch künftig klimafreundlich genutzt werden kann. Der Zeltplatz Ith soll naturnah und attraktiv bleiben, Familien und jugendliche Kletter*innen mit Zelten haben Vorrang. Neben schönen Ausblicken, einer Zeltwiese, einer Feuerstelle und einfachen sanitären Anlagen gibt es „nur“ eine wunderschöne Umgebung und das sagenumwobene Klettergebiet bei

den Lüerdisser Klippen. Bereits 2025 starteten die Bauarbeiten für eine kleine PV-Anlage mit Warmwasserspeicher. Folgen soll eine Regenwasseranlage für die

Toilettenspülung, die diese wichtige Ressource nutzt, sowie ein Konzept für eine klimaneutrale Anreise zu den Felsen. Das Projekt wird teilweise durch den DAV-Klimafonds finanziert, weitere Förderungen kommen von

Idyllisch gelegen: der JDAV-Zeltplatz beim Klettergebiet Ith.

Klima.Sieger und der Lotto-

Sportstiftung. Um die weiteren Kosten für das insgesamt circa 27.000 Euro teure Projekt zu stemmen, haben die Verantwortlichen eine Crowdfunding-Kampagne gestartet:

bewegen-integrieren-foerdern.de/jdav-nord (opens in a new tab).

red

Große Entscheidungen für den DAV

AUSSERORDENTLICHE HAUPTVERSAMMLUNG 2026 – Zwei große Themen standen auf der Agenda der außerordentlichen Hauptversammlung des Deutschen Alpenvereins Ende Februar 2026 in Mannheim: Die rund vierhundert Delegierten aus 220 Sektionen stimmten über eine neue Struktur für den gesamten Verband sowie das Finanzierungskonzept für alpenverein.digital und die IT-Landschaft des Bundesverbands ab.

Die Ergebnisse auf einen Blick:

Mit fast 90-prozentiger Zustimmung verabschieden die Delegierten einen Antrag zur Finanzierung der Digitalisierung: Demnach wird der Verbandsbeitrag um drei Euro erhöht, um eine zukunftsfähige Digitalisierung zu garantieren. Diese Erhöhung ist an das Zwischenziel geknüpft, die neue Mitgliederverwaltung erfolgreich fertigzustellen. Bei Erreichen dieses Ziels wird der Verbandsbeitrag zum 1.1. des übernächsten Jahres, frühestens ab 2029, um den genannten Betrag erhöht. Hinsichtlich einer neuen Struktur für den DAV beschließt die Hauptversammlung, dass die juristische Verantwortung für den Verband nach §26 BGB im Ehrenamt bleibt. Nach §30 können „besondere Vertreter“ aus der hauptberuflichen Geschäftsführung berufen werden, die bestimmte Aufgaben übernehmen. Ziel der Strukturreform ist es, das Ehrenamt vom operativen Geschäft zu entlasten und damit die strategische ehrenamtliche Führung zu stärken. Der Be-

DAV-Präsident Roland Stierle

schluss wird nun für die Aufnahme in die Satzung auf der Hauptversammlung 2026 vorbereitet. Für die Nachfolge als Regionenvertreter Südbayerischer Sektionentag wird Maximilian Essler von der Sektion Berchtesgaden gewählt.

red

2/2026 DAV PANORAMA 87

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Page 88

ALPENVEREIN AKTUELL

Ein Jahrhundert und mehr

Hütten, Menschen, Geschichten

Gemeinsam unterwegs, gemeinsam gewachsen – mehrere DAV-Sektionen und -Hütten feiern 2026 große Jubiläen. Stellvertretend für viele weitere erzählen sie von Pioniergeist, Gemeinschaft und einer tiefen Verbundenheit zu den Bergen.

150 Jahre DAV Rheinland-Köln

150 Jahre DAV Würzburg – und 125 Jahre Vernagthütte

1876 gegründet, ist der Kölner Alpenverein, beziehungswei-

Ebenfalls 1876 gegründet, feiert die Sektion Würzburg ihr Ju-

se ganz offiziell die Sektion Rheinland-Köln, die älteste Sek-

biläum mit einem ganzen Jahr voller Aktionen. Ein großer

tion im Rheinland. Heute zählt sie

Erfolg waren schon im Mai die neuen

über 26.000 Mitglieder und verbindet

Stadtmeisterschaften im Kletterzent-

urbanes Leben mit alpiner Leiden-

rum Würzburg. Alle Mitglieder sind ein-

schaft; das 1929 errichtete Kölner

geladen, bei der Challenge „150 Tou-

Haus – mit dem höchstgelegenen

ren für 150 Jahre“ mitzuwirken – vom

Stadtwappen Kölns – symbolisiert

Wandern über Mountainbiken bis hin zu

seit jeher diese besondere Verbin-

Kletter- oder Skitouren. Ein Höhepunkt

dung. Das Jubiläumsjahr wird groß

ist das Hüttenjubiläum: Die Vernagt-

gefeiert – bunt, vielfältig und offen für

hütte, auch als Würzburger Haus be-

alle. Schon der Karnevalsauftritt bei

kannt, wurde 1901 in den Ötztaler Al-

den Schull- und Veedelszöch unter

pen erbaut und erstrahlt nach zwei-

dem Motto „De Birg erop – zusamme

jähriger Sanierung ab Sommer 2026 in

un jeck!“ zeigte, wie eng Köln und

neuem Glanz. Vom 10. bis 13. Septem-

Berge zusammengehören. Seit dem

ber findet die Sektionsfahrt mit ökume-

19. Februar wandern Mitglieder der

nischem Freiluftgottesdienst und musi-

Sektion in Staffeln über 1600 Kilo-

kalischen Abenden mit den „Fränki-

meter vom Kölner Dom hinauf zum

schen Jägern“ statt. Bergfreude, Ge-

Kölner Haus in Tirol. Dort gipfelt die

meinschaft und ein buntes Hüttenle-

Tour am 30. August in einem Festwo-

ben stehen im Mittelpunkt.

chenende mit Bergmesse, Musikka-

dav-wuerzburg.de/150-Jahre-DAV- (opens in a new tab)

pelle, Alphornklängen und Köstlich-

Wuerzburg (opens in a new tab)

keiten der Hüttenwirtsleute. jubilaeum.dav-koeln.de (opens in a new tab)

100 Jahre Rüsselsheimer Hütte Die heutige Rüsselsheimer Hütte wurde

100 Jahre Meißner Haus

1925/26 von der Sektion Chemnitz als

Unterhalb des Patscherkofels feiert

Neue Chemnitzer Hütte im Pitztal ge-

das Meißner Haus ein Jahrhundert al-

baut und überstand die Nachkriegswir-

piner Geschichte. 1926 errichtet, ge-

ren unversehrt. 1955 übernahm die

langte die Hütte über mehrere Statio-

Sektion Rüsselsheim die Treuhand-

nen – von Meißen über Innsbruck –

schaft, später den Besitz. Erst im Jahr

schließlich in den Besitz der Sektion

2001, zum 75. Geburtstag, erhielt die

Ebersberg-Grafing. Sie prägt die urige

Hütte ihren heutigen Namen. Seit 2020

Hütte seit den 1960er Jahren. Das

führt mit Tabea Kirschner eine junge

Jubiläumswochenende vom 19. bis

Wirtin die Tradition ihrer Familie fort. Als

21. Juni bietet Ansprachen, Musik,

krönender Abschluss verschiedener

Führungen, ein geselliges Beisam-

Festivitäten würdigt die Jubiläumsfeier

mensein und eine Bergmesse. Drei

auf der Hütte am 5. September ein Jahr-

Tage voller Austausch, Tradition und

hundert Berggeschichte im Pitztal. red

lebendiger Hüttenkultur.

dav-ruesselsheim.de/ (opens in a new tab)

meissner-haus.at (opens in a new tab)

ruesselsheimerhuette (opens in a new tab)

88 DAV PANORAMA 2/2026

Page 89

WIR SIND DAV!1 Verein /// 355 Sektionen /// über 1,6 Millionen MitgliederALPENVEREIN AKTUELL

Ambitioniert

1

Sascha Veeh

DAV Hameln – Schon mit zwölf Jahren entdeckte Sascha beim Klettern mit der Hamelner Sektionsjugend seine Leidenschaft, inzwischen gestaltet er selbst die Jugendarbeit mit: Seit 2016 ist er Jugendleiter, drei Jahre später übernahm er das Amt des Jugendreferenten, heute bringt er sich zudem als Zeltplatzreferent der

JDAV Nord ein. Die anfängliche Herausforderung, Aufgaben zu delegieren, hat sich mittlerweile zu einer Stärke entwickelt: „Ich glaube, ich bin gut darin, Menschen mit Tätigkeiten zu verbinden und ihnen Lust auf Engagement zu machen.“ Für Sascha ist das Ehrenamt Ausgleich und gleichzeitig Motor für die persönliche Weiterentwicklung. Im beruflichen Alltag befasst der Techniker sich viel mit Logik und Systemen – im Ehrenamt lernt er hingegen, wie man Menschen bewegt und Projekte gestaltet.

„Zusätzlich zum DAV-Klimaschutzprojekt starten wir im Mai eine Crowdfunding-Kampagne, um die fehlenden Gelder für eine Regenwasser-Nutzungsanlage zusammenzubekommen. Es wäre schön, wenn möglichst viele unser Projekt eines autarken Zeltplatzes unterstützen.“

Inspirierend

3

Dr. Anja Stähle

DAV Lübeck – Anja engagiert sich seit 2018 in ihrer Sektion und verbindet dabei ihre berufliche Expertise als Wissenschaftlerin und Kommunikatorin mit ihrer Leidenschaft für die Berge. Seit 2022 gestaltet sie als Vortragswartin und in der Öffentlichkeits-

arbeit das Sektionsleben maßgeblich mit. Zum Ehrenamt kam sie, als unbesetzte Ämter die Zukunft der Sektion gefährdeten – für Anja der Moment, Verantwortung zu übernehmen. Das Vortragswesen ist dabei ihre Passi-

4

on: inspirierende Referent*innen nach Lübeck holen, Menschen miteinander vernetzen und Begegnungen schaffen. Ein Höhepunkt war die erstmalige Organisation des Banff Mountain Film Festival vor Ort. Gleichzeitig fordert die Vielzahl an Aufgaben Struktur und Ausdauer. Für Anja bedeutet Ehrenamt Sinn, Gemeinschaft und die Möglichkeit, sichtbar etwas zu bewegen – eigentlich genauso 2 wie die gemeinsamen Bergtouren mit ihrem Mann. red

„Der Alpenverein bedeutet für mich mehr als nur Bergsport: Er steht für Gemeinschaft und das Bewusstsein, dass Begeisterung für Berge und Naturschutz zusammengehören. Mit der Zeit ist aus der Mitgliedschaft ein Mitgestalten geworden, nicht nur passiv mit den Vorteilen des Ausweises, sondern als aktive Ehrenamtliche in der Sektion Lübeck.“

Ausdauernd

23

Manfred Dillschneider

DAV Hochwald – Manfred setzt sich seit Jahrzehnten für den Bergsport im Hochwald ein. 1999 gehörte er zu den Mitbegründern seiner Sektion, der er bis April 2026 vorstand – ein Ehrenamt, das auf seiner Leidenschaft für die Berge fußt: „Diese Begeisterung begleitet mich seit meiner ersten großen Tour vor 38 Jahren, der

Besteigung der Wildspitze in den Ötztaler Alpen.“ Sein ausdauerndes Engagement verschaffte ihm nun die Bestellung in den Ehrenrat. Bereits vor der Gründung der Sektion leitete Manfred die Bergwandergruppe Hochwald und war als Erster Vorsitzender bei den Heimat- und Naturfreunden Wadrill tätig. Als Fachübungsleiter begeistert er seit 1996 besonders die jüngere Generation für Bergsteigen und Naturerlebnisse. Während ihm die Arbeit mit Menschen und die Gestaltung der Bergsportangebote große Freude bereiten, sieht er den wachsenden Verwaltungsaufwand kritisch – Zeit, die an der Basis fehlt.

„Ehrenamt bedeutet Gemeinschaft: nicht nur zu nehmen, sondern auch zu geben. Dieses Engagement lohnt sich – für den Verein und für jeden persönlich.“

3

4 DAV Duisburg 125-jähriges Sektionsjubiläum dav-duisburg.de (opens in a new tab)

5 Bayreuther Hütte (Rofangebirge, DAV Bayreuth)

1

100-jähriges Hüttenjubiläum bayreuther-huette.de (opens in a new tab)

6 DAV Sigmaringen 100-jähriges Sektionsjubiläum dav-sigmaringen.de (opens in a new tab)

6

5

189 DAV-Arbeitsgebiete gibt es in den Alpen, Sektionen haben dort ihre Hütten und kümmern

sich um Bergwege und alpine Steige.

2/2026 DAV PANORAMA 89

Page 90

VORSCHAU & IMPRESSUM

Im nächsten DAV Panorama ab 11. August:

Graveln im Bärenland Ein Abenteuer auf endlosen Schotterpisten hinein in urige Wälder durch die malerischen Nationalparks der Sudeten und Karpaten.

Magazin des Deutschen Alpenvereins

78. Jahrgang, Nr. 2, Juni - August ISSN 1437-5923

Inhaber und Herausgeber Deutscher Alpenverein e.V. Anni-Albers-Str. 7, 80807 München Tel.: 089/140 03-0 Fax: 089/140 03-98 dav-panorama@alpenverein.de alpenverein.de/panorama (opens in a new tab)

Redaktion

Christine Frühholz (verantwortlich, Adresse siehe oben) – cf (Thema, Knotenpunkt) Philipp Radtke – pr (Berg & Tal, Klassiker, Sicherheitsforschung, Materialkunde, Technik & Taktik, Knotenpunkt) Julia Behl – jb (Reportage, Fitness & Gesundheit, Posteingang, Alpenverein aktuell, Panorama-Magazin auf alpenverein.de) Jonas Kassner – jk (Reportage, Thema, Klassiker, Panorama-Magazin auf alpenverein.de) Hauke Bendt – hb (Panorama-Magazin auf alpenverein.de) Clara Willmann – cw (Thema, Menschen, Auf einen Blick)

Die Redaktion des DAV redigiert und produziert DAV Panorama. Inhalt, Layout und Themenauswahl von „Knotenpunkt.“ obliegen dem JDAV-Redaktionsteam in Zusammenarbeit mit der Redaktion des DAV (s. Impressum „Knotenpunkt.“). Die Beiträge geben die Meinung der Verfasser*innen, nicht des Deutschen Alpenvereins wieder. Die Zeitschrift und alle in ihr enthaltenen Beiträge und Abbildungen sind geschützt. Verwertung ohne Einwilligung des Herausgebers ist strafbar. Die Redaktion behält sich die Kürzung und Bearbei-

90 DAV PANORAMA 2/2026

Bergurlaub im Maltatal

Weitere Themen:

Das Bergsteigerdorf in Kärn-

Thema: Wohnortnaher Bergsport

ten ist nicht nur aufgrund der

Technik & Taktik: Kindgerechtes Klettern

Hohen Tauern einen Besuch

Fitness & Gesundheit: Eisbaden

wert.

Juni: Mit Rangern durch den Hochschwarzwald Juli: Familientouren im tschechischen Adlergebirge Online (opens in a new tab): alpenverein.de/zwischendurch (opens in a new tab)

Umgezogen (opens in a new tab)? Mitgliedschaft kündigen (opens in a new tab)? Panorama digital statt print (opens in a new tab)?

tung von Beiträgen und Zuschriften

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vor. Für unverlangt eingesandte Unter-

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Bitte wenden Sie sich direkt an (opens in a new tab)

lagen jeglicher Art wird keine Haftung

Ihre Sektion oder nutzen Sie (opens in a new tab)

Picassoplatz 1, 50679 Köln

übernommen.

mein.alpenverein.de (opens in a new tab)

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Für in Panorama/auf alpenvereinaktiv.

Arne Zimmer,

com im Rahmen von Tourenvorschlä-

General Director Print+Crossmedia,

gen gemachte Angaben kann trotz sorgfältiger Bearbeitung

Tel.: 040/28 66 86 43 60

keine Haftung übernommen werden. Eine Haftung wird

Es gilt die jeweils gültige Anzeigenpreisliste unter

insbesondere für die Richtigkeit, Aktualität und Vollständig-

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keit der Angaben (z.B. Dauer, Verlauf, Schwierigkeitseinstufung, örtliche Gegebenheiten, Zugänglichkeit von Wegen)

Verlag (technische Umsetzung)

ausgeschlossen.

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Bergtouren und andere Outdooraktivitäten sind mit Ge-

20457 Hamburg

fahren verbunden, die Sie eigenverantwortlich einschätzen müssen, bevor Sie einem Tourenvorschlag folgen. Infor-

Druck

mieren Sie sich vor allem über Wetter, örtliche Gegebenhei- Mohn Media Mohndruck GmbH, 33311 Gütersloh ten, die aktuelle Situation vor Ort, aktuelle und rechtliche

Verbreitete Auflage, IVW Quartal 4/2025: 1.002.434,

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Gestaltung und Produktion von DAV Panorama

Jugendliche mit Einzelmitgliedschaft,

Sensit Communication GmbH, 81543 München, sensit.de (opens in a new tab).

Junioren und bestimmte B-Mitglieder

Gestaltung und Layout des JDAV-Magazins „Knotenpunkt.“

durch den Mitgliedsbeitrag abgegolten.

sind eine Eigenentwicklung der JDAV; es wird getrennt von DAV Panorama produziert (s. Impressum „Knotenpunkt.“).

ressourcenschonend und umweltfreundlich hergestellt

An dieser Ausgabe wirkten mit:

emissionsarm gedruckt

Werner Bätzing (wb), Lorenz Berker, Max Bolland, Andi Dick,

überwiegend aus Altpapier

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Lukas Fritz, Stefan Herbke, Anett Leppert, Nadine Ormo,

Dieses Druckerzeugnis wurde mit

Martin Prechtl, Michael Pröttel, Janina Schimschar, Roland

dem Blauen Engel ausgezeichnet!

Stierle, Michael Vitzthum, Henri Wagner, Jörg Wunram

Page 92

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(Lebensmittelkennzeichnung) finden Sie unter vinos.de auf der jeweiligen Artikelseite. Angebot ist gültig, solange der Vorrat reicht (opens in a new tab). Es gelten unsere AGB. Grundpreis/L: 6,66 €. Preise verstehen sich inkl. MwSt. Büro: Wein & Vinos GmbH, Hardenbergstr. 9a, 10623 Berlin, 030 330 855 05 (Mo–Fr 9–16 Uhr (opens in a new tab)). Vorteilsnummer: 42465 (opens in a new tab)

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