Lebensraum Berge
Das Magazin des Deutschen Alpenvereins /// 77. Jahrgang /// 2/2025
Im Einsatz für die Natur
BERGSTEIGERDORF MOUNTAINBIKEN
WALSERTÄLER Unterwegs SO GEHT DAS Taktik
Herz-Ass-Weg in Villgraten 4 Kids, 4 Tage in Graubünden mit der Sektion Köln
auf dem Gletscher
EDITORIAL
Am Anfang war der Berg
Wild und mystisch, geradezu dramatisch — und irgendwie unnahbar. Ganz klein wird man vor der in Nebel getauchten „Felsenlandschaft im Elbsandsteingebirge“ von Caspar David Friedrich. Auch heutzutage, rund zweihundert Jahre nach der Entstehung des Gemäldes, können die Eindrücke solch einer Traumlandschaft durchaus „romantisch“ sein. Doch jene ist mittlerweile in greifbare Nähe gerückt
— und beim Anblick der detailgetreu gezeichneten Felstürme juckt es nicht zuletzt den Kletterfans in den Fingern. Natürlich gibt es sie noch, die, zumindest weitgehend, unberührte Landschaft. Und Mittel, sie zu schützen. Wie weit darf der Mensch dort eingreifen? Sport, Tourismus, Wirtschaft, Verkehr, Energie: Welche Interessen müssen berücksichtigt werden und wie sehen tragfähige Kompromisse aus, um Fauna und Flora nicht zu stark zu belasten? In den späten 1920er Jahren schrieb der DAV den Naturschutz in seine Satzung. Und versteht sich
bis heute als „Anwalt der Alpen“. Ein Auftrag, den wir ab Seite 30 beleuchten. Zweifelsohne ist die Bergwelt auch heute eine Quelle künstlerischer Inspirationen. Hans-Christian Hauser zum Beispiel skizziert in seinen Aquarellen flüchtige Landschaftseindrücke
(S. 60). Vielleicht wird es Zeit, das Freiluftzeichnen zu entdecken (S. 20)? „Bereits nach wenigen Metern und ein paar Zeichenstopps öffnet sich eine eigene, neue Welt“, verspricht der Designer Tilo Schneider. Sicherlich wurde die Natur in der Moderne ein Stück weit entzaubert. Doch wer sie liebt, bewegt sich rücksichtsvoll durch sie — und lässt sich immer wieder überraschen. Das Osttiroler Villgratental, welches Silvia Schmid in der Rubrik Bergurlaub vorstellt, wirbt damit, dass es dort „nichts gibt“, außer Bergen (S. 10). Und Julia Behl erlebte auf ihrer Hüttentour mit der Sektion Rheinland-Köln den Übergang vom stillen Großen ins trubelige Kleinwalsertal gar als Wechsel in eine andere Welt (S. 80). Solange wir solche Kontraste noch spüren, scheint diese zumindest halbwegs in Ordnung zu sein. Oder etwa nicht? Sei’s drum für den Moment, allen Leser*innen viel Vergnügen mit der neuen Ausgabe.
Jonas Kassner Redaktion DAV Panorama + alpenverein.de
2/2025 DAV PANORAMA 3
Einzigartig (opens in a new tab), mit deiner Fußlandschaft (opens in a new tab)!
Walkabout Cells Women (opens in a new tab)
Inhalt
Editorial
Augenblicke
Klassiker
Langkofel – der einsame Riese über der Seiser Alm
Berg & Tal
Thema
Naturschutz im DAV
Auf einen Blick Was wächst denn da?
Wie funktioniert das?
Hakenkunde
Sicherheitsforschung Alpinklettern – Sichern im Grenzbereich
Knotenpunkt Do It Yourself
Posteingang
Fitness & Gesundheit Bergsport trotz Arthrose?
So geht das!
Gletschertouren – Taktik, Route, Risiko
Promotion Reisenews Produktnews Outdoorworld
Alpenverein aktuell
Vorschau und Impressum
Titelbild: DAV/ Franz Güntner. Rollen hier bald die Bagger? Das noch unberührte Platzertal in den Ötztaler Alpen.
4 DAV PANORAMA 2/2025
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10 Bergurlaub – Der Herz-Ass-Weg führt zu den schönsten Zielen im Bergsteigerdorf Villgratental.
60 Kunst am Berg – Für viele
80 Walsertäler – Gemein-
sind die Berge Lebenselixier, für
schaftsgefühl und grandiose
manche aber auch Inspirations-
Ausblicke bei der Tour mit dem
quelle der eigenen Kunst.
DAV Köln.
alpenverein.de
Sentiero Italia – Hoch über dem Ossolatal geht es durch einsame Bergregionen des Piemont (opens in a new tab). alpenverein.de/252-1 (opens in a new tab)
Bergnews – Die wichtigsten Infos aus den Bergen, immer donnerstags als Video und Podcast (opens in a new tab). alpenverein.de/bergnews (opens in a new tab)
64 MTB mit Kids – Eine Hohe Gipfel – Fünf wanderbare (opens in a new tab)
Mehrtagestour durch die
Dreitausender für das besondere (opens in a new tab)
Berge rund um Davos.
Hochgefühl (opens in a new tab).
alpenverein.de/wanderdreitausender (opens in a new tab)
2/2025 DAV PANORAMA 5
Gestürzt, gestoßen (opens in a new tab), geschrammt (opens in a new tab)...
entzündungshemmend (opens in a new tab)
Traumaplant® Schmerzcreme Wirkstoff: Beinwell-Zubereitung (Zubereitung aus frischem Symphytum x uplandicum-Kraut) Anwendungsgebiete: Traumaplant® Schmerzcreme wird angewendet bei Prellungen und Verstauchungen (bei Sport- und Unfallverletzungen (opens in a new tab)), Muskel- und Gelenkschmerzen infolge stumpfer Verletzungen. Warnhinweise: Enthält Sorbinsäure und Propylenglycol. Packungsbeilage beachten. Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.abschwellend (opens in a new tab)
bei stumpfen Verletzungen, auch mit begleitenden Schürfwunden (nach Wundschluss (opens in a new tab))
www.traumaplant.de (opens in a new tab)
fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke. Stand Nov-2024 (opens in a new tab)
Ein Unternehmen der Klosterfrau Healthcare Group (opens in a new tab).
(H)Uhu!
Eigentlich wollte der Kletterer und Naturschützer Meik Wick Wanderfalken an einem Felsen auf der gegenüberliegenden Talseite beobachten, um zu zählen, wie viele Jungfalken es dort gibt. Doch beim zufälligen Blick zur Seite schauten ihn die beiden jungen Uhus an. Sie waren auf ihren ersten Erkundungstouren und somit außerhalb ihres eigentlichen Brutplatzes auf einem nahen Felskopf.
Jungfalken hat Meik Wick in diesem Jahr übrigens keine beobachten können. Die Uhus, die zu den natürlichen Feinden der Wanderfalken zählen, dürften daran sicher nicht ganz unschuldig gewesen sein.
AUGENBLICKE
2/2025 DAV PANORAMA 7
Zentrale Infos
Langkofel: 3181 m Normalweg über das Fassaner Band: III+
Toni-Demetz-Hütte, 4 Std.(UIAA), 650 Hm ab
Langkofel
Über den Normalweg auf den Langkofel
Zustieg: 500 Hm vom
Abstieg:Sellajoch, 1 ½ Std.über gleiche Route
Sassolungo – der einsame Riese
bis Sellajoch, 3 bis 4 Std.
über der Seiser Alm
Gesamtzeit:bis 9 ½ Std.8 ½ Std.
Ausrichtung: Süd bis West Sicherheitshinweis: Die Wegfindung ist anspruchsvoll, alpine Erfahrung ist unerlässlich, mit Steinschlag ist zu rechnen.
Talort: Wolkenstein (1563 m) in Gröden
Startpunkt: Sellajoch (2218 m) oder Toni-Demetz-Hütte (2685 m) Führer: Best of Dolomiten, Panico Alpinverlag Karte: DAV-Karte 52/1 Langkofel- und Sellagruppe Bergführer: Bergschule Globo Alpin, globoalpin.com (opens in a new tab) Beste Zeit: Juli bis September Besondere Ausrüstung: Alpine Kletterausrüstung inklusive 6 Expressschlingen, Bandschlingen, Helm, 50-m-Einfachseil und ggf. mobile Sicherungsmittel Frequentierung: gering bis
mittel
Erstbegehung: 13. August 1869 durch Paul Grohmann, Franz Innerkofler und Peter Salcher
Film zur Tour:
8 DAV PANORAMA 2/2025
Blickt man von Nordosten auf den gut einen Ki lometer langen Felsklotz oberhalb des Grödner tals, dann wird schnell klar, warum er auf ladi nisch „Saslonch“ heißt, was so viel bedeutet wie „lange Bergkuppe“ oder eben „Langkofel“. Mit seinen 3181 Metern Höhe ist er nicht nur eines der Wahrzeichen der Dolomiten, sondern auch ein Traumziel für alpines Klettern in klassi schen Routen. Wegen des anspruchsvollen und komplexen Wegverlaufs gilt er als einer der schwierigsten Dreitausender der Dolomiten. Der Berg wirkt von fast allen Seiten aus betrachtet ernst und abweisend, insbesondere seine mächtige Nordostwand. Kaum zu glauben, dass diese riesige Flanke schon vor über hundert Jahren durchstiegen wurde. Etwas zahmer ist hingegen die Südwestseite, durch die sich der Normalweg zieht. Wenngleich der Berg hier wegen der geringeren Prominenz und der stärker strukturierten Topologie nahbarer wirkt, steckt der Geist der Dolomiten auch dort in jedem Winkel: luftige Kletterpassagen, beeindruckende Felsformationen und atemberaubende Ausblicke auf eine einzigartige wilde Landschaft. Auch hier zeigt der Berg passagenweise sein ernstes Gesicht, in Form von nicht immer festem Fels und der ständigen Unsicherheit, ob man sich noch auf dem richtigen Weg befindet. Trotz moderaten klettertechnischen Schwierigkeiten (maximal UIAA III+) erfordert die Besteigung insgesamt ein hohes Maß an alpiner Erfahrung, zumal auch einige ausgesetzte und nur schwer abzusichernde Passagen zu bewältigen sind. Über den hier beschriebenen Weg erfolgte die erste Besteigung des Bergs bereits im Jahr 1869 durch den Österreicher Paul Grohmann zusammen mit den Grödner Bergführern Franz Innerkofler und Peter Salcher. Teilt man sich den Zustiegsweg vom Sellajoch hinauf zum beliebten Ausflugsziel Langkofelscharte noch mit vielen anderen, kehrt nach der Abzweigung auf das Fassaner Band etwa hundert Höhenmeter unterhalb der Langkofelscharte schnell Ruhe ein. Dort wird es dann auch zum ersten Mal ernst und man bekommt ein Gefühl davon, was der restliche Weg noch so alles bereithält. Bis kurz unter dem Gipfel fühlt man sich meist wie in einem Felsenlabyrinth, die mächtigen Wände ermöglichen nur hin und wieder schmale Ausblicke auf die umliegende Landschaft. Erst ganz oben, als wäre es ein geplantes dramaturgisches Element,
führt dann die anspruchsvollste und exponierteste Seillänge aus dem gewaltigen Felsengewirr heraus und man gelangt auf das Gipfelplateau. Mit einem Schlag öffnet sich das Gelände und die Dolomiten zeigen sich in ihrer ganzen Pracht: Im Westen schweift der Blick über die lieblich-grüne Hügellandschaft der Seiser Alm mit dem wuchtigen Schlern dahinter, ein Stück weiter rechts stechen die Zacken der Geislerspitzen in den Himmel, die den Kamm zwischen dem Villnösstal und dem Grödnertal bilden. Im Osten blickt man auf die gewaltigen Türme und Wände der Sellagruppe und gleich daneben gleitet der Blick über den Gebirgsstock der Civetta und den Gipfel der Marmolada. Der Anblick ist überwältigend, entsprechend könnte man hier ewig sitzen, schauen und staunen.
Sven Schmid
Biwakschachtel
Amphitheater
Langkofelfirn
KLASSIKER
Langkofel Normalweg über das Fassaner Band – Stück für Stück
1 Zustieg vom Sellajoch bis Einstieg Fassaner Band, 1 ½ Std., 500 Hm
Vom Sellajoch auf einem Wanderweg in westliche Richtung, erst flach durch eine Wiesenlandschaft, dann im Zickzack durch ein steiler werdendes Schuttfeld. In der Scharte zwischen Fünffingerspitze und Langkofel passiert man die Demetz-Hütte. Alternativ steht für diesen Teil auch eine Seilbahn zur Verfügung. Nach der Hütte folgt man dem Weg in Richtung Langkofelhütte und zweigt etwa 80 Höhenmeter unterhalb rechts ab. Über eine Felsstufe zum Fassaner Band, das sich in nordwestliche Richtung durch die Südwestwand des Langkofels zieht.
2 Über das Fassaner Band zum Langkofel gletscher, 1 ¾ Std., 150 Hm
Über Bänder, Rinnen, Auf- und Abschwünge gelangt man zur ersten Scharte. Dabei sind immer wieder Kletterstellen im ersten und zweiten Schwierigkeitsgrad zu überwinden. Die Schlüsselstelle dieses Abschnitts ist eine etwa 20 Meter
Fassaner Band
hohe Wand im dritten Schwierigkeitsgrad. Darin finden sich Sanduhren sowie ein Abseilhaken am Ausstieg zur Sicherung der Nachsteigenden. Nach der Scharte steigt man einige Meter ab und quert über die Nordostflanke zu den Resten des Langkofelgletschers. Eine kurze Wand kurz vor dem Ende des Fassaner Bands verlangt noch mal den dritten Schwierigkeitsgrad.
3 Vom Langkofelgletscher zum Amphitheater, 1 ¼ Std, 220 Hm
Vom Grund des Langkofelfirns zieht in nordwestliche Richtung die sogenannte Eisrinne hinauf zu einer Scharte. Auf der linken Rippe dieser meist schnee- und eisfreien Rinne geht es steil bergauf, immer wieder wird der dritte Schwierigkeitsgrad gefordert. Sanduhren, vereinzelte Haken und eine Eisenklammer vereinfachen die Absicherung und im oberen Teil gibt ein etwa 12 Meter langes Fixseil kurz vor der Scharte zusätzlichen Halt. Von dort steigt man nun etwa 10 Meter hinab und gelangt zum Amphitheater (2900 m), einem flachen Schuttfeld, umringt von Felswänden.
4 Vom Amphitheater zum Gipfel, 1 Std., 180 Hm
Vom Amphitheater aus führt eine Rampe in die Führerrinne, die mit mehreren Kletterstellen im dritten Schwierigkeitsgrad aufwartet. Sind mehrere Seilschaften unterwegs, ist hier wegen Steinschlaggefahr besondere Vorsicht geboten. Die schönste und luftigste Kletterstelle kommt ganz zum Schluss, auf etwa 3100 m, kurz nach der Biwakschachtel Biv. Giuliani. An einem gelben Turm steigt man im oberen dritten Schwierigkeitsgrad nach oben, bis eine luftige Rechtsquerung in eine Verschneidung führt, die einen zum Gipfelplateau bringt. Der restliche Weg zum Gipfel erfordert dann noch einfache Auf- und Abstiege über Felsköpfe, ohne größere Schwierigkeiten.
5 Abstieg zum Sella joch über den Auf stiegsweg, 34 Std. Der Abstieg erfolgt über den Aufstiegsweg. An den schweren Stellen finden sich meist Haken zum Abseilen. Tipp: Es ist ratsam, sich diese bereits beim Aufstieg einzuprägen.
Der Mensch zum Berg
Paul Grohmann (12.6.1838- 29.7.1908 in Wien) gilt wegen seines Engagements für den Alpinismus und seiner zahlreichen Erstbesteigungen als einer der wichtigsten alpinen Pioniere seiner Zeit. 1862 war er als Student der Akademie der Wissenschaften in Wien Mitbegründer des Österreichischen Alpenvereins und prägte damit maßgeblich die heutige Bergsteigerkultur. Auf sein Erstbesteiger-Konto gehen neben dem Langkofel unter anderem Große Zinne, Marmolada, Olperer und Cristallo.
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Anreise: Mit der Bahn nach Lienz oder Sillian und weiter mit dem Bus ins Villgraten tal. Region: Das Villgratental liegt im Hochpustertal süd lich des Alpenhauptkammes, umrahmt von den Lienzer und Sextner Dolomiten, den Karnischen Alpen und den Villgrater Bergen. Übernachtung: Private Schutzhütten und Bergstei gerdorf Partnerbetriebe mit Ermäßigungen für Alpenvereinsmitglieder.
Wandern in Villgraten
Mit Weitblick ruhig bleiben
10 DAV PANORAMA 2/2025
Oben kann der Blick schweifen, unter uns erstrecken sich die Grashänge der Villgrater Berge in sanften Wellen. Im Norden tauchen die Gletscher der Hohen Tauern auf und im Süden geben die schlanken Felszinnen der Dolomiten der Weite einen Rahmen. Zu den schönsten Zielen führt der Herz-Ass-Weg.
Text und Fotos: Silvia Schmid
ng ist es hier nur unten im Tal, das sich zwischen steilen Berghängen nördlich
E
des Pustertals erstreckt. Die stattlichen
Bauernhöfe liegen verstreut, helle Holzplanken ergänzen dunkle, wettergegerbte Latten. Nichts wird kaschiert – aber auch nichts dem Verfall preisgegeben. Keine großen Hotels buhlen um Nächtigungen, kein Lift erleichtert den Weg nach oben. Man lässt sich Raum.
„Vielleicht ist es eine gewisse Sturheit, sich den Verlockungen der Zeit zu widersetzen“, überlegt Maria, unsere Gastgeberin im Bergsteigerdorf Innervillgraten. „Vorsicht ist vielleicht das bessere Wort als Weitsicht.“ Man gehe unbeirrt seinen Weg, bevor am Ende doch wieder alle zusammenstehen. Der gemeinsame Nenner: „Lieber unabhängig bleiben, als sich anzubiedern!“ So dürfen im Tal, das damit wirbt, dass es nichts gibt, Berge einfach Berge sein. Ohne große Inszenierung. „Ruhig bleiben“, steht im Leitbild des Villgratentals – und das fühlt sich richtig gut an.
Zugegeben, der Name „Herz-Ass“ hat uns, na
Ein gewaltiger Natur-
ja, verwundert. Als wir den Wegewart Gerhard
raum, der keiner In-
Haider darauf ansprechen, grinst er. Wir sind mit
szenierung bedarf: Beim
ihm auf dem „Königsweg“ hinauf zur Hochgrabe
Kalksteinjöchl überragen
(2955 m) unterwegs, dem höchsten Gipfel der
Sextner Sonnenuhr und
Villgrater Berge. „Nein, das ist kein Touri-Gag“,
Drei Zinnen die weitläufigen Bergflanken zwi-
betont er, „schaut es euch an.“ Und tatsächlich,
schen Marchkinkele und
die 76 Kilometer lange Route über die Bergketten
Toblacher Pfannhorn.
malt ein wunderschönes Herz in die Landkarte.
VILLGRATENTAL
Und da im Tal gern zu den Spielkarten gegriffen wird, liegt „Herz-Ass“ quasi auf der Hand. Die fünf Etappen lassen sich nach Belieben auswählen, abends geht es am besten mit dem Wanderbus zurück zur Unterkunft im Tal. Reizvolle Abstecher bringen weitere Karten ins Spiel: „Ober“, „Unter“ und eben den Königsweg. „Entdeckt“ wurde die attraktive Runde schon 1988 – im Winter, als Skitour. Dann geriet sie fast in V e r - gessenheit, bis die Idee 2017 mit Erfolg überarbeitet wurde. Seit 2019 darf sich „Herz-Ass Villgratental“ mit dem Gütesiegel der besten Wanderwege Österreichs schmücken. Großen Anteil an diesem Erfolg hat Gerhard, der nach wie vor federführend für sämtliche Außenarbeiten zuständig ist.
Auch heute hat er den Akkuschrauber im Rucksack, der schon bald zum Einsatz kommt. Das lange Einattal liegt hinter uns, vor uns glitzert der erste See in herber Bergwelt. Beim „Herz-Ass-Bankerl“ ist an der Stempelbox eine Schraube locker. „Wir haben es auch mal mit GPS probiert“, erzählt der Wegewart, während er arbeitet. „Hat aber nicht funktioniert. Die Leute wollen die echten Stempel!“ Die sie leider manchmal auch einstecken, statt nur zu verwenden …
Wir steigen durch raues, aber „gutmütiges“ Hochgebirge, das prädestiniert ist für ausgedehnte Bergwanderungen. Nur wenige Meter fehlen der Hochgrabe zum Dreitausender und unterwegs gibt es – nichts. Außer einer großartigen Natur und dem, was im Rucksack steckt. Es ist wie geschaffen, um ruhig zu bleiben. Um Weite zu genießen und Einsamkeit.
Wir spiegeln uns in stillen Seen, längst haben Moose, Flechten und Felsbrocken das nahrhafte Almgras abgelöst. Über einfaches Blockwerk steigen wir den Grat entlang zum Gipfel. Gras-
2/2025 DAV PANORAMA 11
hänge, Geröllflanken und Kämme liegen unter uns, wir lassen den Blick ungehindert schweifen, bis er dann doch hängen bleibt: zuerst an den weit unten glänzenden Seen, sieben sind es insgesamt. Dann an den schönsten Gipfeln der Hohen Tauern mit Großvenediger und Großglockner. Geht der Blick nach Süden, bilden die unzähligen filigranen Felszacken der Dolomiten den atemberaubenden Kontrast. Wir kauen genüsslich harte Wurstscheiben, Käsebrocken und dunkles, gut gewürztes Villgrater Brot, während Gerhard uns die Berge erklärt und von seinen Jobs erzählt: Er ist auch noch Landwirt, Feuerwehrkommandant, Loipenmacher und Gästeführer im Freilichtmuseum bei der Unterstalleralm.
Neben uns erstrecken sich die schimmernden Wellen der Wilden Platte. Am Rand dieser ausgedehnten Geröllwüste führt unser Weg zur Volkzeiner Hütte bergab. Bald wagt sich ein Rinnsal hervor, gewinnt beim Goldtrögel – einer golden schimmernden Quelle – an Masse. Es sucht sich seinen eigenen Weg, bevor sich am Ende des flachen Hochtals alle Wasserläufe vereinigen und gemeinsam hinunter ins Winkeltal stürzen. Gischt schäumt über die milchig gefärbte Felswand, dann kämpft sich das Wasser durch eine Schlucht, um später gemütlich die tiefgrünen Wiesen bei der Volkzeiner Hütte zu durchfließen.
Dort warten im kühlen Brunnen bereits die Getränke auf Durstige, ein gefleckter Hase schnuppert neugierig in unsere Richtung. Seit 38 Jahren bewirtschaftet Toni die Hütte, stressen lässt er sich schon lange nicht mehr. Obwohl er in dieser Saison weitgehend auf sich selbst gestellt ist. Ohne jede Hektik nimmt er die Bestellungen auf, postwendend serviert er uns Polenta mit Wildgulasch. Am Tisch neben uns sitzen einige, die mit dem Rad durchs Winkeltal heraufgefahren sind, eine der wenigen Möglichkeiten hier für Bike-Touren. Abends setzt sich der Bauer von nebenan dazu, die Gäste von den Ferienhütten weiter unten schauen auf ein Glaserl vorbei und bald liegen die Karten auf dem Tisch.
Milchige Schlieren dämpfen die Sonne. „Herz-Ass“ ließ uns gestern Abend zwar im Stich, aber heute folgen wir gerne wieder dem Zeichen, das uns hinüber zur Unterstalleralm führt. Schafe
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Als „Bergsteigerdörfer“ zeichnenZu Gast im Bergsteigerdorf (opens in a new tab)
BERGKULTUR
ihre alpinistische Seele pflegendie Alpenvereine Orte aus, die (opens in a new tab)
Bergbäuerliche Landwirtschaft
und neben Erlebnis- und Bergsportmöglichkeiten auch (opens in a new tab)
Das Villgratental steht für eine intakte Kultur- authentischen Charme bieten (opens in a new tab),
naturorientiert und ohne inten- (opens in a new tab)
landschaft, die vielen ursprünglichen Almen
sive Erschließung. Klein, fein (opens in a new tab),
prägen das Tal, die charakteristischen Alm- einfach gut (opens in a new tab).
bergsteigerdoerfer.org (opens in a new tab)
dörfer entstanden für die Sennerei im Sommer. Viele bäuerliche Betriebe vermarkten ihre Hofprodukte im Nebenerwerb.
Villgrater Naturprodukte: Das Ladengeschäft bietet neben regionalen Wohl-
fühlprodukten und Kosmetik aus Zirbe, Schafwolle und Schafmilch auch kulinarische Spezialitäten wie Ziegenkäse, Lammschinken und Lammwürste, Honig, Marmeladen und Schnäpse.
Almdorf Oberstaller Alm: Denkmalgeschütztes Ensemble mit 18 ursprüng-
lichen Holzhütten und einer kleinen Kapelle. Dahinter zieht sich die Almwiesenlandschaft hinauf ins Hochgebirge.
Freilichtmuseum Alpines Leben: Restauriertes Gebäudeensemble am Ein-
gang zum Arntal in Innervillgraten – die Wegelate Säge, der Lodenstampf, die Lüfter Mühle, der Einhof „Neuhauser“ und die Almhütte „Riepenkammer“.
VILLGRATENTAL
gene Einattal und die Thurnthaler Rast bis zu den Dolomiten beimViel Raum für Bergerlebnisse: Panoramablick über das langgezo-
Aufstieg zur Hochgrabe. Geruhsame Idylle dann unten bei den malerischen Almhütten und der Kapelle der Oberstaller Alm.
BERGNATUR
Ein fast unberührtes Hochtal
Im Villgratental mit seinen rund zweitausend Bewohner*innen gibt es keine Skischaukel und kein Quartier mit mehr als fünfzig Betten. Das Hochtal mit seinen charakteristischen Almen zählt zu den ursprünglichsten Natur- und Kulturlandschaften in den Alpen und entspricht damit in besonderer Weise den Zielen der Alpenkonvention: eine nachhaltige Entwicklung im gesamten Alpenraum.
Im Winter 2015/16 wurde im Villgratental zusammen mit dem Land Tirol ein Skitourenlenkungskonzept eingeführt,
das Tal diente als Pilotregion für das Projekt „Bergwelt Tirol – miteinander erleben“. Ziel: Die Naturräume für alle Interessensgruppen offenhalten und gleichzeitig die Tier- und Pflanzenwelt schützen. Die ausgewiesenen Schutz- und Schongebiete und entsprechende Routenführungen sind ausgeschildert.
Das Hochtal zählt zu den ursprünglichsten Natur- und Kulturlandschaften in den Alpen.
BERGSPORT
Einsame Gipfel – viele Möglichkeiten
Das Villgratental ist im Sommer wie im Winter ein idealer Ausgangspunkt für vielseitige Bergunternehmungen – von
talnahen Kulturwanderwegen und familien-
Touren für Erfahrene. Von den fünfzig Gipfeln,freundlichen Wanderungen bis zu hochalpinen
die Außer- und Innervillgraten umgeben, kommen viele knapp an die Dreitausendermarke heran, u.a. Hochgrabe (2955 m), Degenhorn (2946 m), Weiße Spitze (2963 m). Der Bonner Höhenweg führt vom Thurntaler, dem Hausberg Sillians, oberhalb von Außervillgraten auf alten Militärstraßen an früheren Bunkern vorbei über Kalkstein bis nach St. Jakob im Defereggental. Der „BergRadl-Weg Innervillgraten“ ist eine einfache MTB-Tour, genau wie die Auffahrt zur Volkzeiner Hütte.
Im Winter ist das Villgratental für seine hohe Dichte an Skitouren in allen Schwierigkeitsgraden bekannt. Die Herz-Ass-
Runde ist auch im Winter eine beliebte Mehrtagesunternehmung. Neben den Skitouren gibt es weitere lohnende Aktivitäten im Winter: schneesichere Loipen in Innervillgraten und Außervillgraten zum Langlaufen, drei Naturrodelbahnen und eine Reihe von ausgewiesenen Winterwanderwegen.
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Tourenbeschreibungen im Villgratental (opens in a new tab)
PANORAMAWEG UM DIE VILLGRATER BERGE In Herzform umschließt der Herz Ass Weg das Villgraten tal mit den Bergsteigerdörfern Innervillgraten und Außer villgraten. Er führt auf gut markierten Wanderwegen durchs Hochgebirge bis an die Dreitausender Grenze. Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und alpine Erfahrung
Großvenediger und Groß-
sind erforderlich.
glockner stehen Spalier,
Die Etappen können nach Belieben ausgewählt werden.
bevor wir abwechslungs-
Ideal ist es, in einem Quartier im Tal zu übernachten. Das Herz Ass Wandertaxi fährt nach Anmeldung regelmäßig
reich am Wasserfall vorbei
vom 1. Juli bis 25. September (Tel.: +43 664 994 507 41).
ins Winkeltal absteigen.
Strecke und Etappen
Bei Toni auf der Volkzeiner
5 Etappen mit insgesamt 76 Kilometern Wegstrecke und 5750 Höhenmetern im Aufstieg und 4900 Höhenmetern
Hütte tanken wir neue Kraft
im Abstieg, die Etappen lassen sich durch die Besteigung
für die nächste Etappe.
einiger Gipfel erweitern. Im Winter bietet sich die Route als Skitourenüberschreitung an.
Etappe 1: Vom Dorfzentrum Außervillgraten bis zur Reiterstube im Winkeltal
Gehzeit ca. 8 Std., 17,7 km Wegstrecke, 1260 Hm ↗, 1030 Hm ↘. Höchster Punkt: Abzweigung zum SommerwandKöpfl (2350 m)
Etappe 2: Von der Reiterstube über den historischen Salzsteig bis zur Volkzeiner Hütte (1886 m) Gehzeit ca. 7 Std., 13,8 km Wegstrecke, 1200 Hm ↗, 850 Hm ↘. Höchster Punkt: Villgrater Joch (Hofer Kreuz, 2583 m) Etappe 3: Von der Volkzeiner Hütte ins Arntal Gehzeit ca. 6 Std., 12,6 km Wegstrecke, 830 Hm ↗, 1000 Hm ↘. Höchster Punkt: oberhalb ArntalerLenke (2655 m) Etappe 4: Von der Unterstalleralm bis zur Badl Alm Gehzeit ca. 7 Std., 13 km Wegstrecke, 1180 Hm ↗, 1210 Hm ↘. Höchster Punkt: Gailspitze (2694 m) Etappe 5: Grenzlandweg zum Thurntaler Urban Gehzeit ca. 9 Std., 19 km Wegstrecke, 1250 Hm ↗, 810 Hm ↘. Höchster Punkt: Toblacher Pfannhorn (2663 m) Alle Infos und genauer Wegverlauf der Etappen unter
herz-ass-villgratental.at (opens in a new tab) Unterkünfte
X Ferienpension Senfter, Innervillgraten, Familienbetrieb mit zehn Ferienwohnungen im Ortszentrum von Innervillgraten. Bergsteigerdorf Partnerbetrieb:
10 % Ermäßigung auf das Standardangebot für Alpenvereinsmitglieder. senfter.at (opens in a new tab) X Gasthof Raiffeisen, Innervillgraten, 150 Jahre altes Haus, alle Zimmer im Villgrater Bauernstil.
Gute Küche, sehr familiär. gh-raiffeisen.com (opens in a new tab) X Volkzeiner Hütte (1886 m), schöne Lage im Talschluss des Winkeltals und Ausgangspunkt für zahlreiche Berggipfel und Bergseen. Öffnungszeiten:
1. Juni bis 20. Oktober, volkzeinerhütte.at (opens in a new tab)
14 DAV PANORAMA 2/2025
trotten aus der Geröllwüste der Wilden Platte heran und lassen sich zutraulich kraulen, bevor sich unsere Wege wieder trennen. An der Arntaler Lenk liegt das schroffe Hochgebirge hinter uns. Weit erstrecken sich sanft geneigte Almwiesen hinunter ins Arntal, bis zur Oberstaller Alm, wo sich einige Almhütten um ein Kirchlein drängen. In diesen Miniversionen der Höfe unten im Tal verbrachten die Bauernfamilien früher den Sommer, heute genießen vor allem Feriengäste Ruhe und Abgeschiedenheit. Nicht einmal ein Gasthaus gebe es, klagt ein Wanderer. Zu viel nichts ist eben auch wieder nichts. „Ruhig bleiben“, raten wir ihm. Denn bald ist die Unterstalleralm erreicht und dort gibt es alles, was das Herz begehrt.
Die ersten schrägen Sonnenstrahlen fallen auf die Almwiesen, auch heute liegt die Enge des Tals auf dem Herz-Ass-Weg schnell hinter uns.
Der Blick weitet sich. Steil steigen wir von der Unterstalleralm zum Schwarzsee auf, den wir fast übersehen: Kein Lüftchen bewegt die Oberfläche, der perfekte Spiegel für die umliegenden Bergflanken. Knapp oberhalb des Sees schmiegen sich Biwakhütten in eine Mulde. Herz-Ass führt uns nun Richtung Süden bis zum Heimjöchl und zur Gailspitze am Grenzgrat zu Italien. Die Alpen breiten sich hier in ihrer ganzen, atemberaubenden Vielfalt vor uns aus: Mit Gletschern, Felszinnen, Almwiesen und tiefgrünen Tälern. Am nahen Kalksteinjöchl glitzern zwei Seen. Vorbei an malerischen Almhütten gelangen wir nach Kalkstein, wo auch die letzte Etappe beginnen wird.
In herbstlicher Kühle wandern wir durch das malerische Alfental zum Pfanntörl, wo die Dolomiten schon zum Greifen nahe parat stehen. Alte Kriegspfade mit Stellungen führen entlang der einst bitter umkämpften Grenze zwischen Süd- und Osttirol zum Toblacher Pfannhorn. Wir sehen die Bonner Hütte an der sonnigen Südseite, und recht weit weg erahnen wir das Kreuz auf dem Gipfel des Marchkinkele. Wir queren schier endlose Hänge, die Perspektive verschiebt sich langsam, gibt neue Gipfel frei, lässt andere verschwinden. Bald treffen wir ein mit Pickel und Schaufel ausgestattetes Wegebauteam aus dem Gsiesertal und vom DAV: Zwölf Mal musste der Helikopter fliegen, bis er alle Holzschwellen oben hatte, die dem Steig hinüber zum Marchkinkele wieder Stabilität und Sicherheit geben, berichtet das Team. Wir haben in der nächsten Stunde noch genügend Gelegenheit, ihre Arbeit zu bewundern – und schätzen zu lernen.
Am Marchkinkele sind wir erstmals wieder von vielen Menschen umgeben. Gleich drei Gruppen packen gerade ihre Rucksäcke, um hinunterzuwandern nach Innichen, Toblach oder zurück zur Thurntaler Rast, wo Straße und Bergbahn von Sillian heraufkommen. Wir steigen die letzten Meter hinauf zum Gipfel mit dem Europa-Kreuz. Noch einmal lassen wir das unglaubliche Panorama auf uns wirken, bevor wir schweren Herzens dorthin zurückkehren müssen, wo für Weite kaum Raum ist und es oft schwerfällt, ruhig zu bleiben.
VILLGRATENTAL
Wir wandern zum Pfanntörl, wo die Dolomiten schon zum Greifen nahe parat stehen.
Silvia Schmid lebt am Bodensee und in Gastein. Für sie gibt es nichts Schöneres, als einfach in den Bergen unterwegs zu sein.
2/2025 DAV PANORAMA 15
Fünf Sterne für die Umwelt
PODIUM
Umweltgütesiegel
82 DAV-Hütten mit Umweltgütesiegel gibt es bislang, das Alles in allem ist das Umweltgütesiegel damit schon ein DAV-Präsidium hat sich zum Ziel gesetzt, noch viele wei- recht „dickes Brett“, das wir im Alpenverein bohren. Doch tere von den Vorteilen der Auszeichnung zu überzeugen. gerade deswegen ist es vor allem eines: weit mehr als ein DAV-Vizepräsident Ernst Schick erläutert die Hinter- schmückendes Werbelabel, das einfach nur gut klingt und
gründe.
unser aller Gewissen in Sachen Umwelt ein Stück weit be ruhigt. Mit dieser Auszeichnung setzen wir einen Maßstab
Der Schutz und die Bewahrung von Natur und Umwelt sind für eine möglichst emissionsneutrale Bewirtschaftung, der zentrale Anliegen des Alpenvereins, unserer Verantwor konsequent alle Aspekte beleuchtet: von der Gebäudetech tung gegenüber dem hochsensiblen Ökosystem der Alpen nik an sich über die verwendeten Zutaten in der Küche bis sind wir uns seit jeher bewusst. Daher hat der umwelt zu den Reinigungsmitteln. Sektionen und Hüttenwirtsleute gerechte und energieeffiziente Betrieb unserer Hütten ei ziehen dafür gemeinsam an einem Strang und setzen das nen besonders hohen Stellenwert. Alpenvereinshütten mit Prinzip einer ökologisch vorbildlichen Alpenvereinshütte ihren einzigartigen Insellagen im Gebirge mussten schon konsequent um. Das kommt der Umwelt wie den Gästen immer autark betrieben werden, aus
zugute, die neben dem guten Gewis
dieser Notwendigkeit entstanden Be
sen, so schonend wie möglich in den
wirtschaftungskonzepte, die bis heu
Bergen zu Gast zu sein, oftmals auch
te eine Vorreiterfunktion in Sachen
die neu oder wiederentdeckte Ein
umweltfreundliche Betriebsführung
fachheit zu schätzen wissen. „Weniger
einnehmen. Seit dreißig Jahren gibt es
ist mehr“ wird damit zu einem wert
eine offizielle Auszeichnung für Alpen
vollen Qualitätsmerkmal einer Um
vereinshütten, die den Umweltgedan
weltgütesiegelHütte. Dies sensibili
ken besonders konsequent umset
siert die Menschen am Berg einmal
zen: das Umweltgütesiegel, das 1995
mehr für ihr Tun und Lassen im Tal:
von der DAVHauptversammlung be
Gerade die Extremlagen von Alpen
schlossen und eingeführt wurde. Ers
vereinshütten machen eine Bewirt
te Verleihungen erfolgten 1997 an
schaftung nach aktuellen Umwelt
die Tannheimer Hütte, das Rotwand
standards nicht immer einfach – und
haus und die Jugendbildungsstätte in
trotzdem ist sie möglich! Ein nachhal
Bad Hindelang, mittlerweile haben
tiger Hüttenbetrieb ist damit umso
82 DAVHütten das Umweltgütesiegel DAV-Vizepräsident Ernst Schick ge- bemerkenswerter und hat eine wich
hört der Sektion Straubing an. Die
erhalten.
tige Vorbildfunktion. Besonders dann,
Sektion besitzt das Straubinger
Die Überprüfung, ob eine Hütte die
wenn unsere Hütten auf möglichst
Haus (1551 m) in den Chiemgauer
Kriterien für das Siegel erfüllt, ist ge
breiter Ebene die Auszeichnungskrite
Alpen, das schon im Jahr 2007 das
nau wie die erneute Überprüfung nach Umweltgütesiegel erhalten hat.
rien erfüllen.
fünf Jahren ein zeitaufwendiges Pro Ernst Schick war viele Jahre Hütten- Daher möchte ich unsere Sektionen zedere vor Ort, das eine insgesamt referent für das Straubinger Haus
ermutigen, dieses Vorhaben zu unter
und schätzt die positiven Aspekte,
zwölfköpfige ehrenamtliche Fachjury
stützen und ihre Sektionshütten auf
die das Umweltgütesiegel für einen
mit großer Expertise, sehr vielen Ein
die Erfüllung der Kriterien prüfen zu
klimafreundlichen Hüttenbetrieb mit
satztagen und noch mehr Herzblut sich bringt.
lassen. Für die Klimabilanz unseres
übernimmt. Auch die erfassten Ener
Vereins wäre es ein riesiger Gewinn,
gie und CO 2 Werte sowie die Prüfkriterien allgemein wertet wenn wir die Anzahl der Hütten mit Umweltgütesiegel die Jury regelmäßig aus und entwickelt die Standards damit deutlich steigern könnten. Und in Zeiten, in denen das stetig weiter. Finanziell engagiert sich der Bundesverband Energiesparen einen immer höheren Stellenwert be und unterstützt Hütten, die als Ausgleich für den höheren kommt, kann unser Konzept einer ökologischen und nach Aufwand beim umweltgerechten Betrieb Beihilfen beantra haltigen Bewirtschaftung eine Strahlkraft in Richtung Gas gen können; 2024 wurden allein in Zusammenhang mit dem tronomie und Beherbergungsbetriebe in den Tallagen Umweltgütesiegel 300.000 Euro an Beihilfen vergeben.
entfachen.
16 DAV PANORAMA 2/2025
Umweltgütesiegel: neu ausgezeichnet
2024 war die Umweltgütesiegel Jury zu zahlreichen Wie derholungsprüfungen, aber auch zur Prüfung von fünf Neu anträgen unterwegs. Auf Empfehlung der Jury hat das DAV Präsidium in seiner Januar Sitzung 2025 die erstmalige Verleihung des Umweltgütesiegels für folgende Hütten be schlossen: u Bodenschneidhaus (Mangfallgebirge, Sektion Bodenschneid) u Dresdner Hütte (Stubaier Alpen, Sektion Dresden)
u Neue Regensburger Hütte (Stu baier Alpen, Sektion Regensburg) u von-Schmidt-Zabierow-Hütte (Loferer Steinberge, Sektion Passau) u Wasseralm in der Röth (Berchtesgadener Alpen, Sektion Berchtesgaden)
FAIRE & TRANSPARENTE PRODUKTION (opens in a new tab)
BERG & TAL
Tipps für den Tourensommer 2025 (opens in a new tab)
Mehrtagestouren in den Bergen liegen im Trend. Von Hütte zu Hütte zu wandern, ohne wieder ins Tal abzu steigen, hilft beim kurzzeitigen Abschalten vom Alltag (opens in a new tab). Wohin soll es gehen? Mit der Übersichtskarte Alpen vereinshütten fällt die Planung leicht. Die Karte ist ein gemeinsames Printprodukt von AVS, ÖAV und DAV der Marke „Alpenvereinshütten“ und zeigt alle öffentlich zugänglichen Hüt ten der alpinen Verbände auf ei nen Blick. 2024 wurde die Karte komplett überarbeitet und ist für 8,50 € (Mitgliederpreis) im DAV Shop bestellbar (opens in a new tab).
OUTDOOR EQUIPMENT SEIT 1993 (opens in a new tab)
BERG & TAL
In die Berge mit dem Bus
ÖFFI-INITIATIVEN VON SEKTIONEN – Auch in dieser Saison sind der Allgäuer Bergbus und der BergBus München wieder auf Tour. Der Allgäuer Bergbus, ein mit Öko-Strom geladener E-Bus, fährt
seit April regelmäßig von Kempten aus in die umliegenden Bergregionen. Den Individualverkehr in die Berge zu reduzieren und damit CO2 einzusparen – das war eine der Hauptmotivationen für den DAV Allgäu-Kempten, im Frühjahr 2023 zusammen mit dem Kemptner Busreiseunternehmen Berchtold den Allgäuer Bergbus ins Leben zu rufen. Nach zwei Jahren, in denen die beiden Bergbus-Partner das Angebot kontinuierlich optimiert und weiterentwickelt haben, geht der Allgäuer Bergbus mit der bevorstehenden Sommersaison nun bereits in sein drittes Jahr. Sektionsmitglieder können den Bergbus kostenlos nutzen. Der Münchner BergBus fährt vom Beginn der Pfingstferien bis zum ersten Novemberwochenende auf zwei Linien samstags und sonn-
Der Allgäuer Bergbus fährt regelmäßig von Kempten aus
tags auf jeweils zwei Fahrten von München aus zu beliebten Aus-
in die umliegenden Berge.
flugs- und Wanderzielen, die ansonsten mit dem ÖPNV nur schwer
erreichbar sind. Die Linie „996 BergBus“ fährt nach Pfronten im Ostallgäu und weiter zur Wieskirche im Landkreis Weilheim-Schongau. Die Linie „396 BergBus“ fährt in Richtung Bayrischzell, Leitzachtal / Ursprungpass und weiter nach Thiersee in Tirol. Es gilt der MVV-Tarif (oder Deutschlandticket), WANDERFÜHRER MIT „ÖFFI-BUTTON“ – Seit die eine Sitzplatzreservierung wird empfoh- sem Jahr erhalten alle neuen Rother Wanderführer,
len. Zu allen Haltestellen gibt es Touren-
in denen mindestens achtzig Prozent der Touren mit
tipps vom DAV München & Oberland.
öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind, den
Durch die Verstetigung im ÖPNV sind die
grünen „ÖffiButton“. Diese Kennzeichnung ist direkt
Landeshauptstadt München und die
Landkreise Miesbach und Ostallgäu Auf- auf dem Buchcover zu finden. Von Flandern bis zum gabenträger des Projekts, damit bleibt der Rothaarsteig oder auch Cinque Terre, Tessin, rund
Münchner BergBus auch in den kommen-
um den Mont Blanc oder DolomitenHöhenwege:
den Jahren eine bequeme und nachhalti-
Über zwanzig Wanderführer sind bereits aufgelegt,
ge Möglichkeit, um von München aus ganz
weitere folgen.
ohne Auto in die Berge zu kommen. red
DAV Shop (opens in a new tab)
Funktionelles und Schönes, alles mit dezentem DAV-Logo versehen. Ein Highlight unter den Funktionsteilen ist die Hardshelljacke MOUNTAIN EQUIPMENT Odyssey, eine leichte, robuste Alpinjacke aus atmungsaktivem (opens in a new tab), wasserdichtem DRILITE+® 3-Lagen-Laminat (Mitgliederpreis 299,90 €). Bei praktisch allen Aktivitäten in den Bergen leistet sie bei widrigem Wetter beste Dienste und verschwindet bei Sonnenschein klein verpackt und leicht (ca. 460 Gramm) im Rucksack – der ebenfalls aus der DAV-Kollektion stammen könnte (opens in a new tab)!
Der DAV „Ferchensee“ 22 SL (Made by DEUTER) ist der kompakte Begleiter für gemütliche Alm- und Bergwanderungen (Mitgliederpreis 99,95 €). Dank der durchdachten Aufteilung findet alles Nötige seinen Platz, eine abnehmbare Regenhülle schützt zuverlässig vor Nässe (opens in a new tab). Das DEUTER Aircomfort-Tragesystem sorgt für angenehme Luftventilation am Rücken (opens in a new tab).
Alle Produkte gibt es unter dav-shop.de (opens in a new tab)
18 DAV PANORAMA 2/2025
BEREIT FÜR DEN GIPFEL (opens in a new tab)?
BERG & TAL (opens in a new tab)
PRO GTX MID (opens in a new tab)
Entdecke den neuen LOWA CEVEDALE PRO unter lowa.social/cevedale (opens in a new tab)
Mit dem Skizzenbuch unterwegs
Zeichnend im Freien
Wenn es drinnen zu eng wird für Weitsicht und Kreativität, hall. Bereits nach wenigen Metern und ein paar Zeichen ist es an der Zeit, Stift und Papier einzupacken und loszu- stopps öffnet sich eine eigene, neue Welt. gehen: auf Zeichen- bzw. Sketching-Tour ins Freie. Bei Wind und Wetter, mit unverstelltem Blick auf Berge, Land- Eine Erfahrung Plein Air schaft und Natur. Tilo Schneider, passionierter Zeichner Zu viel Bildschirm, zu viel Schreibtisch? Der Versuch, der
und Buchautor, zeigt, wie der Einstieg gelingt.
Beschleunigung unserer Zeit zu entkommen, ist so alt wie
Text und Illustrationen: Tilo Schneider
die industrielle Revolution. Schon Anfang des 19. Jahrhun derts galt ein freiwilliger Fußmarsch in wilder Natur als ge radezu modern. So fühlten sich auch Kunstschaffende früh veranlasst, Stift und Papier in den Rucksack zu packen, um neue Wege zu gehen – von der Romantik bis zur klassi schen Moderne. Von Caspar David Friedrichs Eskapaden in malerische Felslandschaften bis Lyonel Feiningers Wan derskizzen aus dem Harz. Auch reisende Architekten wie Karl Friedrich Schinkel hielten ihre Eindrücke in Zeichnun gen und Gemälden fest. Damals wie heute gilt: Zeichnen ist eine analoge, manuelle und sehr authentische Erfahrung. Hand und Auge, Kopf und Bauch sind gleichzeitig im Einsatz. Nicht umsonst haben sich Sketchen und Scribbeln als Kreativmethoden in der Arbeitswelt längst durchgesetzt.
Menschen, Natur, Stimmungen – Motive gibt es ohne Ende.
Rausgehen und sich vom Zufall inspirieren lassen
Dank sozialer Medien hat sich in den letzten Jahren welt Starten kann man vor der eigenen Haustür: Einfach Schreib weit eine große Gemeinschaft gebildet – die Urban Sket tisch und Computer gegen feste Schuhe und Skizzenbuch cher. Kreative, die aus dem Wohnzimmer flüchten und sich tauschen. Schon der nächste Hügel und aufs Wesentliche der Unwägbarkeit einer Freiluftzeichnung im Stadtgewim beschränktes Zeichenmaterial (siehe Liste) genügen. Zu Fuß mel, im Café, in der UBahn aussetzen. Noch intensiver wird unterwegs sein, die Wahrnehmung verlangsamen, persönli das Zeichenerlebnis beim Wandern. Wechselnde Licht und che (Bild)Erfahrungen machen. Wetterverhältnisse, eindrucksvolle Landschaften und über Zeichnen bedeutet auch, Kontrolle abgeben und sich über raschende Begegnungen entlang des Wegs machen eine raschen lassen. Zum Beispiel beim Aquarellieren mit viel Tour mit dem Skizzenbuch zum Erlebnis mit langem Nach Wasser. Bei aller Planung – das Ergebnis bleibt letztlich of
Erste Schritte
Buchtipps
Angst vorm weißen Blatt? Es ist wie mit der
uWarm-up: Kopf und Hand ausreichend Zeit zum „Ins Freie! Draußen zeichnen“
Ehrfurcht vorm Berg. Losgehen, nicht zu viel
Warmwerden geben. Gegen den Kaltstart auf ist motivisch von Landschaften
vornehmen, beobachten, dranbleiben, Routine
dem Papier helfen Übungen wie das Zeichnen zwischen Meer und Gebirge
entwickeln. Mit wachem Blick, wenig Material und mit der „falschen“ Hand, Blindskizzen oder
geprägt und öffnet den Weg zum
etwas Übung kann man seine ganz eigene kreative Einstrichzeichnungen ohne Absetzen.
eigenen Skizzenbuch.
Draußenerfahrung machen. Meine Empfehlungen uMit Miniaturen beginnen: Alle Aspekte eines Moti-
„Von Hand gemacht. Analoge
für den Einstieg:
ves sofort zu erfassen und gleichzeitig in einem
Zeichenwerkzeuge für
uAusrüsten mit Bedacht: Zwei Stifte mit deutlich Bild einzufangen, gelingt selten. Einfacher sind Sketching und Entwurf“ (beide unterschiedlichen Strichstärken, um Räumlich- Miniatur-Skizzen in Briefmarkengröße. Das
Bücher erschienen im Schmidt
keit und Licht anzudeuten, z. B. Fineliner der
Kleinformat schärft den Blick fürs Wesentliche. Hermann Verlag, je 35 Euro) ist
Stärken 0,1 mm und 1,0 mm.
uErzählen statt Abbilden: Eine Illustration ist kein der passende Wegweiser durch den Dschungel der
uMalstudio kompakt: Wasservermalbare Stifte
Foto. Es ist absolut erlaubt, den Berg nach links zu Stifte. Beide Bücher sind dank liebevoller
(Graphit- und Buntstifte, Aquarellmarker) statt
versetzen oder ein geparktes Auto in Fahrräder zu Ausstattung mit Aquarellkartonumschlag und
Malkasten und ein Wassertankpinsel passen in verwandeln – kurz: die gestalterische Freiheit
runden Ecken ein haptisches Erlebnis und passen
jede Hosentasche.
beim Zeichnen zu nutzen.
in jeden Rucksack.
20 DAV PANORAMA 2/2025
BERG & TAL
ativität befreien. Ein Tipp fürs ladenfrische Buch: Die Meis ten finden ihr eigenes Ritual, ein Skizzenbuch „einzuwei hen“. Ich beschrifte und collagiere meist die erste Innen seite. Ein Datum, Nummerierung, wenige Striche, etwas Farbe und eingeklebte Fundstücke sind mein Auftakt. Zwei ter Tipp: Horizontale Motive wie Landschaften o.Ä. spre chen für Skizzenbücher im Querformat. Kompakte Bücher im Hochformat erleichtern ungestörtes Zeichnen an stark frequentierten Plätzen und liegen gut in der Hand.
Auch an prominente Aussichten wie die Drei Zinnen darf man sich ruhig wagen und sie auf seine eigene Weise interpretieren.
Zurück von der Reise sind Skizzenbücher eine bleibende Erinnerung. Ein haptisches, sinnliches und ästhetisches Er
fen. Beim draußen Zeichnen spielen weitere Überraschun lebnis. Ein Speicher visueller Eindrücke, die kein Smartphone gen mit hinein: der Lichtstrahl, der durch die Wolken bricht, ersetzen kann. Je mehr Reiseeinträge, Patina und Spuren der Tropfen, der aufs Papier fällt, und der
täglichen Gebrauchs, desto besser!
Wind, der die Seiten verweht. Auch Zufallsbe kanntschaften mit Mensch und Tier geben den
Vom Glück des Machens
Skizzen eine neue Richtung.
Begriffe wie Achtsamkeit und Selbstwirksam
Tilo Schneider ist (opens in a new tab)
keit sind in aller Munde. Aufs Sketching über
Tagebuch, Reisebegleiter, Smartphone-Ersatz selbstständiger De- (opens in a new tab)
tragen bedeutet das: Wer draußen zeichnet,
signer, Zeichner und (opens in a new tab)
Ein Skizzenbuch ist Privatsache und dient
schaut genauer hin, erlebt intensiver, sieht Na
Sketching-Trainer (opens in a new tab).
sich keinem Publikum an. Niemand bewertet, Kurse und weitere (opens in a new tab)
tur mit neuen Augen. Dieses Erlebnis teile ich
Informationen (opens in a new tab)
alles darf sein. Eigenschaften, die wohltuend
seit vielen Jahren in Kursen und privaten Ex
unter illude.de und (opens in a new tab)
von zu hohen Erwartungen an die eigene Kre kontakt@illude.de (opens in a new tab)
peditionen mit Gleichgesinnten.
WUNDUM VERSORGT (opens in a new tab): UNSERE ALL-IN-ONE WUND-DESINFEKTION (opens in a new tab).
BEKÄMPFT 99,9 %* DER RELEVANTEN KEIME 1 (opens in a new tab)
- Desinfiziert Wunden zuverlässig
- Schützt vor Infektionen
- Unterstützt die Wundheilung
* Das Wirkprinzip von Povidon-Iod (opens in a new tab), Betaisodona® Salbe 100 mg/g / Lösung 100 mg/ml, Wirkstoff (opens in a new tab): Povidon-Iod (opens in a new tab). Anwendungsgebiete: Salbe (opens in a new tab): Betaisodona® dem Wirkstoff von BETAISODONA® (opens in a new tab), Salbe ist ein keimtötendes Mittel (Antiseptikum) zur Anwendung auf Haut und Wunden. Betaisodona® Salbe wird wiederbegründet eine umfassende Wirksam- holt zeitlich begrenzt angewendet zur antiseptischen Wundbehandlung bei geschädigter Haut (opens in a new tab), z.B. Druckgeschwüre (opens in a new tab),
keit gegen ein breites Spektrum humanpathogener Mikroorganismen. In vitro, das bedeutet Unterschenkelgeschwüre, oberflächlichen Wunden und Verbrennungen, infizierten und superinfizierten Hauterkrankungen (opens in a new tab). in Untersuchungen im Labor, reduziert Povidon-Iod ausgewählte Erreger (u.a (opens in a new tab). Staphylococcus Lösung (opens in a new tab): Betaisodona® Lösung ist ein keimtötendes Mittel (Antiseptikum) zur Anwendung auf Haut, Schleimhaut und aureus, MRSA, Streptococcus pyogenes, Candida albicans, Escherichia coli und Pseudo- Wunden. Betaisodona® Lösung wird einmalig angewendet zur Desinfektion der intakten äußeren Haut oder Antiseptik der monas aeruginosa) innerhalb von 30 Sekunden um mehr als 99,9 %. Bakteriensporen und Schleimhaut wie z.B. vor Operationen, Biopsien, Injektionen, Punktionen, Blutentnahmen und Blasenkatheterisierungen (opens in a new tab). einige Virus-Spezies werden im Allgemeinen erst nach längerer Einwirkzeit in ausreichen- Betaisodona® Lösung wird wiederholt zeitlich begrenzt angewendet zur antiseptischen Wundbehandlung (z.B (opens in a new tab). Druckdem Maße inaktiviert. Povidon-Iod kann mit Eiweiß und verschiedenen anderen organischen geschwüre, Unterschenkelgeschwüre) bei Verbrennungen, infizierten und superinfizierten Hauterkrankungen sowie zur Substanzen, wie z. B. Blut- und Eiterbestandteilen reagieren, wodurch seine Wirksamkeit chirurgischen Händedesinfektion (opens in a new tab). Warnhinweise (opens in a new tab): Arzneimittel für Kinder unzugänglich aufbewahren (opens in a new tab). Zu Risiken und beeinträchtigt werden kann. | 1 Tan EL et al. GMS Hygiene and Infection Control 2021, Vol. 16 Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihre Ärztin, Ihren Arzt oder in Ihrer Apotheke. 11-24 (opens in a new tab)
BERG & TAL
Darf ich das?
MORALFRAGEN AM BERG
Insider-Informationen zu Touren oder Verhältnissen: Soll ich sie im Internet öffentlich machen?
Zu dieser Frage drängen sich zwei konträre Gedanken auf: Einerseits wirkt die Veröffentlichung von Insider-Infos egalisierend, sie ermöglicht mehr Menschen schöne Bergerfahrungen. Andererseits scheint eine moralische Pflicht zur Veröffentlichung der eigenen Infos absurd. Es verlangt ja auch niemand, dass alle ihr Lieblingsrestaurant veröffentlichen. Das führt zu einer brisanten philosophischen Frage: Kann es gute Handlungen geben, zu denen man nicht verpflichtet ist? Eine mögliche Antwort gibt der Philosoph S. Scheffler: Wenn zu guten Handlungen persönliche Kosten kommen, sind sie nicht immer verpflichtend. Beispielsweise muss niemand für andere sein Leben riskieren
– auch wenn es mo-
ralisch gut wäre. Es
zählt das Verhältnis
von Wert zu den eigenen Kosten der Handlung. In unserem Fall sind weder Kosten noch Wert so hoch wie das eigene Leben oder das von anderen. Wobei: Sicherheitsrelevante Informationen wie beispielsweise entfernte Bohrhaken oder beschädigte Wege müssen wir veröffentlichen. Hier übersteigt der Wert die eigenen Kosten eindeutig. Höhere Kosten dürfen zudem von denen verlangt werden, die selbst profitieren – wer häufig kostenlose Informationen nutzt, sollte auch etwas durch Geld oder Infos beitragen. Aber ist eine Veröffentlichung wirklich immer gut? Viele Infos landen ungefiltert im Netz und können sogar irreführend sein. Zudem hängen viele besondere Bergerlebnisse gerade von ihrer Abgeschiedenheit ab. Der Andrang nach einem Instagram-Hype zerstört das Erlebnis für alle und führt oft zu ökologischen Schäden – damit ist am Ende niemandem geholfen.
Lena Güldner hat in München Philosophie studiert. Wenn sie nicht beim Klettern oder auf Skitour ist, denkt sie gerne über philosophische Hintergründe des Bergsports nach.
22 DAV PANORAMA 2/2025
AUSPROBIEREN UND GELD SPAREN (opens in a new tab)!
„FREIE NACHT FÜRS KLIMA“ – Diesen Sommer können DAV-Mitglieder wieder Geld und Emissionen auf Tour sparen: Die Aktion soll Bergsportbegeisterte für den Klimaschutz sensibiliseren, sie geht dank der Förderung durch den Globetrotter Naturbonus in die zweite Runde. Auf den teilnehmenden Hütten ist je eine Übernachtung im Lager in den Aktionsmonaten Juli, August und September gratis – bei Anreise mit den Öffentlichen (opens in a new tab). Der Alpenverein möchte damit einen Anreiz (opens in a new tab)
Wer bei den teilnehmenden Hütten beim Einchecken Gutschein (opens in a new tab) und Zug- oder Busticket vorlegt, übernachtet einmal gratis (opens in a new tab).
schaffen, die Öffi-Anreise zur Bergtour einfach mal auszuprobieren und vielleicht den ersten Schritt zum Umdenken beim Anreisen zu machen. Teilnahmeberechtigt sind alle DAV-Mitglieder, die mindestens neunzig Prozent ihrer Anreise in die Berge mit den öffentlichen Verkehrsmitteln zurückgelegt haben. Vor der Tour wird ein Gutschein auf der Alpenvereins-Webseite gebucht, der zusammen mit dem Öffi-Ticket auf der Hütte vorgezeigt wird (opens in a new tab). Buchungsstart ist der 2. Juni 2025 (opens in a new tab).
VOR UND HINTER DEM TRESEN (opens in a new tab)
tenteams. Dort werden oft Leute gesucht, die je nach Bedarf in sämtlichen Bereichen unterstützen können, also die Getränke- oder Essensbestellungen der Gäste aufnehmen, in der Küche den Kochlöffel schwingen (opens in a new tab), die Zimmer und Lager sauber machen oder die Sanitäranlagen reinigen (opens in a new tab). Gefragt sind Humor, Durchhaltevermögen und Freude am Umgang mit Menschen. Die Jobs auf den Hütten sind kein Zuckerschlecken, dank fa- (opens in a new tab)
Lust auf eine „Auszeit“ vom Alltag? Diese Hütten suchen noch Unterstützung (opens in a new tab): alpenverein.de/huettenjobs (opens in a new tab)
Die von-Schmidt-Zabierow-Hütte der Sektion Passau liegt auf 1966 Metern in den Loferer Steinbergen im Salzburger Land.
TIPPS ZUR DIGITALEN TOURENPLANUNG (opens in a new tab)
NEU BEI ALPENVEREINAKTIV.COM – Mit dem Kartenlayer „Hangausrichtung“ (1) wird durch vier Hauptfarben auf einen Blick die Exposition eines Hanges ersichtlich. Ist die Tour sonnig oder schattig, könnte dort noch Schnee liegen – die Hangausrichtung ist bei solchen Fragestellungen ein entscheidender Faktor. Neben den Layern Hangneigung und ATHM (zur Einschätzung der Lawinengefährdung) ist diese Funktion ein weiterer wertvoller Baustein zur Tourenplanung. Außerdem ist jetzt auf den Karten die Schwierigkeit von Wanderwegen verzeichnet. Die Einstufung der Wegabschnitte anhand der SAC-Wanderskala bzw. T-Skala (T1-6 (opens in a new tab)) ist sowohl in der OSM (Open Street Map) als auch in der Outdooractive-Karte sichtbar, wenn das Layer „Wandern“ (2) aktiviert ist (opens in a new tab). Wichtig (opens in a new tab): Die Bewertung der Wegabschnitte ist als Richtwert zu sehen, sie entstammt der OSM-Community, die Alpenvereine haben darauf keinen Einfluss. Beide Funktionen sind in der Pro-Version von Alpenvereinaktiv nutzbar (ab 29,99 Euro/Jahr (opens in a new tab)).
Mehr Tipps und Tricks zur Nutzung von Alpenverein- Hangausrichtung und Schwierigkeitsbewertung: Das Tourenportal der Alpenvereine
aktiv: support.alpenvereinaktiv.com
hat zwei neue Features für eine gute Tourenplanung.
24 DAV PANORAMA 2/2025
Buchtipps
Himmlische Hütten, Stefan Herbke, Tyrolia-Verlag, 35 €, erhältlich im dav-shop.de
Quer durch alle Regionen Tirols geht’s im neuen Buch von Panorama-Stammautor Stefan Herbke: In Nord-, Ost- und Südtirol hat er im
Laufe seiner 35 Jahre Bergjournalismus mehr als 150 Hütten besucht, dreißig seiner Favoriten stellt er in seinem Buch „Himmlische Hütten“ vor. Alle Hütten werden ausführlich präsentiert, mit Blick hinter die Kulissen wie beispielsweise Gesprächen mit den Wirtsleuten und natürlich schön fotografiert. Dazu gibt es detaillierte Beschreibungen für die Zustiege und reichlich Tourentipps für lohnende Gipfel, Spaziergänge oder Rundtouren um die Hütte inklusive übersichtlicher Kartenausschnitte – ein lohnendes Buch zum Schmökern und Planen.
Klettersteige in der Lombardei, Andrea „Bedoii“ Carì, Versante Sud, 35 €
Zwischen Garda- und Comersee verstecken sich B e r g r e g i o n e n , die für viele Gäste von der Alpennordseite noch reichlich Erkundungspotenzial
bieten. In diesem Führer werden 41 Klettersteige vorgestellt, von gemütlich mit null Zustieg (z. B. Ferrata Sasella bei Sondrio) über sportlich mit Abenteuercharakter (Ferrata Passo della Porta an der Presolana) bis hin zu Unternehmungen in hochalpiner Umgebung (Ferrata Sentiero dei Firori in der Adamallo-Gruppe). Da ist also für alle was dabei, wie immer bei Führern vom Verlag Versante Sud perfekt recherchiert. Der Autor ist selbst Bergführer und für die Erstellung und Sanierung zahlreicher Klettersteige verantwortlich.
Wanderzeit in den Bayerischen Voralpen, Nadine Ormo, DuMont Verlag, 18,95 €
Vom Taubenberg bis nach Mittenwald und von Kiefersfelden bis nach Saulgrub verteilen sich die zwanzig Genusswanderungen dieses
Führers. Zu den schönen Klassikern der Voralpenwanderungen gesellen sich ein paar eher ungewöhnliche Tipps, wie zum Beispiel die flache Tour zwischen Raubling und Neubeuern. Die Tourentipps sind wunderbar bebildert, mit reichlich Hintergrundinfos garniert und ansprechend gelayoutet, der Kartenausschnitt ist übersichtlich, ein wenig Wegfindungsgespür braucht es aber unterwegs an der ein oder anderen Stelle schon, die längste Tour ist mit fünf Stunden angegeben. Schönes Plus: Alle Touren sind mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.
BERG & TAL
Boctok, Hrsg. Joachim Behm, Notschriften Verlag, 36 €, wostok-abenteuer.de
Boctok – gesprochen „wostok“ – ist das russische Wort für „Osten“ und steht für die Länder, die aus der ehemaligen Sowjetunion hervorgegangen sind.
Mehr als zwanzig Autoren haben Reiseberichte für diese Anthologie mit 720 Seiten beigesteuert, welche einem Kultur und Menschen dieser Region nahebringen. Fantastische Bergregionen wie Ural, Pamir oder Tienschan sind Themen in diesem Buch, hier gab und gibt es noch Bergabenteuer im Wortsinne. Herausgeber Joachim Behm ist von den aktuellen kriegerischen Aktivitäten Russlands entsetzt und hofft auf eine Zukunft mit Frieden und der Chance, diesen faszinierenden Teil der Welt wieder bereisen zu können.
red
SEGELN UND KAMPF INS MORGENLICHT
terDer österreichische Expeditionsveranstal-Lukas Furtenbach erzeugte Wirbel mit seiner neuesten Effizienzstrategie für den Everest. Neben Hypoxietraining zu
Die „Wand des Morgenlichts“, die „Dawn Wall“ (900 m, XI, Bild r.) am El Capitan, wurde zum
Hause und Heli-Anflug ins Basislager soll
vierten Mal frei begangen. Der Belgier Sébastien Berthe setzte dabei auch Zeichen für ökolo-
eine Behandlung mit dem Edelgas Xenon in Kathmandu die Akklimatisation boostern – so sollen seine Gäste schon drei Tage nach Ankunft den Gipfel erreichen können. Xenon steht auf der WADA-Dopingliste; es wird gelegentlich als Narkosegas verwendet, regt aber auch die Nieren zur massiven Produktion des Hormons EPO an, das zur Bildung von roten Blutkörperchen führt. Die gesamte einwöchige Reise Europa-Everest-Europa soll mit 150.000 Euro noch vergleichsweise
günstig kommen; immerhin wurde allein die Permit-Gebühr ab September 2025 auf 15.000 Dollar (Vormonsun-Saison) angehoben. Die Everestregion wurde 2024 von 6000 Heliflügen heimgesucht, oft nach dem Trekking zum Basecamp. Einheimische wehrten sich dagegen – ein Erfolg gegen die Wirtschaftsinteressen ist allerdings fraglich.
In den Dolomiten bietet derweil die Firma Helijoy neue Stunts an, die „den Nervenkitzel des Fliegens mit der natürlichen Schönheit der Dolomiten verbinden“: Für 6350 Euro darf man 45 Minuten lang in einem Kampfjet durch die Berge fliegen und Loopings oder „Senkrechtstürze“ selbst steuern. Eine von Donald Trumps ersten Verordnungen macht eine von Barack Obama aus dem Jahr 2015 rückgängig: Der Denali (6168 m, Bild l.) soll jetzt wieder Mt. McKinley heißen – benannt nach einem Präsidenten, der als Imperialist unter anderem
Highlights des Hawaii annektierte und laut modernen Berg- Trump „unser Land durch
sports
präsentiert
Zölle und Talent sehr reich
von Andi Dick gemacht“ habe.
26 DAV PANORAMA 2/2025
gische und soziale Verantwortung.
Nach den Erstbegehern Tommy Caldwell und Kevin Jorgeson (2015, neunzehn Tage) und Adam Ondra (2016, acht Tage) gelang Sé bastien Berthe der Durchstieg des weltweit schwersten Bigwalls in einem Zug von un ten, begleitet von Soline Kentzel, in vierzehn Tagen. Die „Loop Seillänge“ unterteilte er dabei in zwei Seillängen. Zwei Jahre vorher hatte er mit Siebe Vanhee 23 Tage lang an dem Projekt gearbeitet, aber ohne Erfolg.
Damals waren sie per Segelboot angereist, auch diesmal nutzte Berthe die ökologi sche Option: Fünfzig Tage segelten er und Kentzel nach Panama (mit einer Trainings wand für Finger und Zehenkraft an Bord), dann fuhren sie mit Öffis durch Mexiko ins Yosemite Valley, wo sie nach zweieinhalb Monaten Reise Ende November ankamen. Gemeinsam mit Connor Herson arbeitete Berthe vier Wochen in der Wand; nach knapp zwei Wochen Ruhe war ein Schön wetterfenster das Startsignal. Vorberei tend haulte Berthe in einem Tag 130 Kilo Vorräte für den Zweiwochentrip in ein Wandlager 400 Meter über Grund – und fing sich Rückenschmerzen ein, die vier Ruhetage erzwangen. Dann kletterte er mit Kentzel und dem Fotografen Alex Eggermont in vier Tagen die ersten drei zehn Seillängen und machte vor der ersten 9a Länge einen Ruhetag. Zwei mal fiel er am letzten Zug, dann mach ten die Sonne und wieder auflebende Rückenschmerzen zwei weitere Ruhe tage nötig. Mit Ibuprofen Unterstüt zung gelingt dann die Passage im zehn
ten Versuch und bei einsetzendem Schneefall. Die nächste Cruxlänge – laut Berthe eher 8c+ als 9a – schafft er im dritten Versuch. Am nächs ten Tag fällt er in der „Loop Pitch“ nach dem Abkletterteil beim Wiederaufstieg – und „biegt die Ethik ein wenig“, indem er den nächsten Ver such vom unteren Band startet. „Ich fühle mich nicht super mit diesem Stilkompromiss, aber er hat einen gewissen Sinn: Das Band unterhalb ist der beste Rastpunkt seit zehn Seillängen.“ Der Zweitbegeher Adam Ondra fand diese Entschei dung sportlich vertretbar. Im Wettlauf mit ei nem vorhergesagten Schneesturm kämpft sich Berthe durch die letzten fünf schweren und elf „leichteren“, aber anspruchsvollen und aben teuerlichen Längen hinauf; nach einer durch kletterten Nacht steigt er um acht Uhr morgens aus. Und trotz der kompletten Erschöpfung schafft er es noch, sich mit seiner Botschaft „El Cap climbers against Fascism“ fotografieren zu lassen.
Stimmen aus der Wand
„Ich kann kaum essen, ich fühle mich zum Kotzen, mein Körper ist total ermüdet. Mit jeder Seillänge lasse ich ein Stückchen meines Selbst zurück.“ Séb Berthe auf den letzten Metern der Dawn Wall – und danach: „Schweigen zum Faschismus ist Komplizenschaft, Widerstand ist Pflicht.“
BERG & TAL (opens in a new tab)
NJORUN 2.0 (opens in a new tab)
LIGHTWEIGHT HOODIE (opens in a new tab)
ROCK CLIMBING BACKPACK 20L (opens in a new tab)
MAGNE 2.0 (opens in a new tab)
WINDSTRETCH™ PANTS (opens in a new tab)
2/2025 DAV PANORAMA 27 (opens in a new tab)
Die ganze Natur des Trentino (opens in a new tab)
Ganz gleich, ob man das Abenteuer in den Bergen sucht (opens in a new tab), ausgedehnte Wander- oder Bike-Touren liebt oder einfach nur die Ruhe der Natur genießen möchte – hier finden alle ihr Bergglück (opens in a new tab).
Ein beliebtes Ziel (opens in a new tab): der Ort Madonna di Campiglio. Er liegt im Herzen des Val Rendena, zwischen den Brenta-Dolomiten und der Adamello-Presanella-Gruppe (opens in a new tab), und bietet jede Menge Möglichkeiten für Wander- und Mountainbike-Touren (opens in a new tab).
FREE OUTDOOR WEEKS ERLEBEN (opens in a new tab)
Iwunderschöne Trentino. Umgeben vonGardasee und den Dolomiten, liegt das (opens in a new tab)
einer traumhaften Kulisse inmitten der einzigartigen Landschaft, findet man den Nationalpark Stilfserjoch und zwei weitere von der Provinz verwaltete Naturparks. Diese Schutzgebiete sind ein wichtiger Teil des Naturerbes im Trentino, das sorgfältig gehütet und bewahrt wird – denn es sind wahre Schatzkammern der biologischen Vielfalt und verletzliche Ökosysteme zugleich (opens in a new tab). Deshalb fördern die Parkverwaltungen einen nachhaltigen und umweltfreundlichen Tourismus mit speziellen Angeboten für ihre Gäste: So gibt es zum Beispiel Besucherzentren mit Infomaterial zu der Geschichte der Provinz. Themenpfade, spezielle Rundwege, Ausflüge, Workshops und saisonale Aktivitäten laden dazu ein, die Tier- und Pflanzenwelt sowie das kulturelle Naturerbe zu entdecken. Und auch nachhaltigere Transportmittel wie Shuttlebusse und E-Bikes, mit denen sich die schönsten und empfindlichsten Schutzgebiete erreichen lassen, stehen zur Verfügung (opens in a new tab). Unser Tipp (opens in a new tab): Der Naturpark Adamello-Brenta – er ist mit 620,5 Quadratkilometern das größte Naturschutzgebiet des Trentino (opens in a new tab). Seine Umgebung ist typisch für den zentralsüdlichen Alpenbogen, der überwiegend von Nadelwäldern, Wiesen und felsendurchsetzten Flächen geprägt ist. Weiden (opens in a new tab), Bäche, Torfmoore, Almflächen und Felsen sind in allen Höhenlagen anzutreffen. Vor (opens in a new tab)
allem die Landschaft zwischen den beiden Bergketten, den Brenta-Dolomiten und der Adamello-Presanella-Gruppe, ist einzigartig (opens in a new tab). Beide wurden vor etwa 20 Millionen Jahren von Oberflächengewässern und Gletschern geformt. Aufgrund dieser besonderen Geologie und des geomorphologischen Erbes gilt der Naturpark Adamello-Brenta übrigens als UNESCO-Geopark. Hier liegen Täler wie das Val Rendena und viele weitere Seitentäler, die einen zu den wildesten und abgelegensten Umgebungen des Gebiets führen – ein Traum für alle, die ihre Auszeit am liebsten in unberührter Natur verbringen und Freude daran haben, verschiedens- (opens in a new tab)
te Tierarten zu erspähen (opens in a new tab).
In den Wochen vom 19. Juni bis (opens in a new tab)
4. Juli und vom 1. bis 21. September (opens in a new tab)
Aktivitäten, die mit der Dolomeet-Gästekarte kostenlos sind (opens in a new tab):
•adrenalingeladene Bergaktivitäten mit professioneller Führung (opens in a new tab)
•E-Bike-Ausflüge mit Begleitung (opens in a new tab)
•exklusive Erlebnisse (opens in a new tab)
•1 Gutschein für einen Aperitif in der Höhe (opens in a new tab)
•1 Degustation in den Restaurants/Weinbars des Ortes (opens in a new tab)
•1 Angelaktivität (opens in a new tab)
Übrigens (opens in a new tab): Während der Free Outdoor Weeks ist der Dolomeet PASSion im Hotelpreis inbegriffen (opens in a new tab).
Jetzt QR-Code scannen für mehr Wissenswertes rund um die Free Outdoor Weeks (opens in a new tab).
Weitere Informationen unter (opens in a new tab): visittrentino.info/de (opens in a new tab)
2/2025 DAV PANORAMA 29 (opens in a new tab)
Naturschutz im DAV
Schützen, was wir lieben
Eines ist uns wohl allen gemein: Wir lieben die Berge! Ob wir dabei zu Fuß auf hohe Gipfel streben, auf Ski die beste Powderabfahrt oder am Kletterfels den nächsten Tritt suchen, spielt dabei keine Rolle.
Text: Julia Behl und Jonas Kassner
Der DAV ist anerkannter Naturschutzverband!
Als solcher verpflichtet er sich, sich qualifiziert und mit Nachdruck für die Belange des Natur- und Umweltschutzes einzusetzen
– in der Satzung des DAV ist der Naturschutz übrigens bereits seit 1927 verankert. So kann er sich im Rahmen der Anhörung von Verbänden mit Stellungnahmen an umweltrechtlichen Verfahren
(z. B. bei Skigebietserweiterungen, dem Bau von Beschneiungsanlagen oder bei Energieprojekten im Alpenraum) beteiligen. Der DAV ist parteipolitisch unabhängiger „Anwalt“ der Bergwelt.
THEMA: NATURSCHUTZ
Für viele der heimliche
esentlicher Teil unserer Liebe zu wort: Ehrenamt. Einsetzen kann man sich dau-
Star der Berge: Das
den Bergen ist das Naturerlebnis an erhaft als Naturschutzreferent*in oder bedarfs-
W
Murmeltier ist jedoch
sich, blühende Wiesen, leuchtende weise zum Beispiel bei der Aktion Schutzwald.
nicht das einzige Le-
Gletscher, sprudelnde Bergbäche, wilder Fels FürdenAlpenvereinalsNaturschutzverbandbe-
bewesen in den Alpen,
oder auch die Begegnung mit Murmeltier, Stein- steht der Beitrag darin, sich öffentlich und poli-
das schützenswert ist.
bock und Co. Damit dies so bleiben kann und wir tisch für die Natur einzusetzen und Konzepte nicht zerstören, was wir lieben, müssen wir un- für ihren Schutz zu entwickeln und umzusetseren Beitrag leisten, sei es im Kleinen als Mit- zen. Dabei geht es darum, unerschlossene Räuglied oder auch im Großen als Verband. Für vie- me zu erhalten, Regeln für naturverträglichen le besteht dieser Beitrag ganz selbstverständlich Bergsport zu kommunizieren oder nachhaltigen darin, dass wir die Umgebung, in der wir unter- Tourismus zu fördern. Damit wir auch künftig wegs sind, achten, also auf Wegen bleiben, un- besagtes Naturerlebnis genießen und uns frei, terwegs keinen Abfall „verlieren“ oder unserer aber verantwortungsvoll, in den Bergen bewe-Umwelt auch mal etwas zurückgeben, Stich- gen können.
DAV-Vizepräsident Wolfgang Arnoldt
„Aufklären statt verbieten sollte die Devise sein“
Der DAV setzt sich als anerkannter Naturschutz-
ein und wird als Instrument für – und nicht ge-
verband für eine nachhaltige und naturverträgli-
gen – den Naturschutz immer wichtiger. Wir
che Entwicklung des Alpenraums ein. Gleichzeitig wollen Menschen nicht vom Naturerlebnis ferngesteht er als Bergsportverband allen die Freiheit halten, sondern sie zum Beispiel an besonders zu, sich eigenverantwortlich in den Bergen zu be- sensiblen Bereichen vorbeileiten. So kann ein wegen. Wie passt das zusammen?
Bohlenweg im Moor lenkende Funktion entfal-
Wolfgang Arnoldt setzte
Unsere Mitglieder haben eine große Leiden-
ten. Besucherlenkung beinhaltet aber nicht nur
sich schon in der Sektion
schaft: Sie lieben die herrliche Bergwelt. Dies
die Freizeit- und Wegeinfrastruktur, etwa durch
Schwaben lange Jahre
wollen wir ihnen nicht absprechen. Denn mit
abgestimmte Wegenutzung. Zur Besucherlen-
für den Naturschutz ein.
jedem Tag in den Bergen erwächst aus dieser
kung gehören auch Informationen im Vorfeld
Heute freut er sich, die
Liebe bei vielen die Einsicht, wie wichtig na-
(z. B. Tourenvorschläge), Aufklärung vor Ort
Themen Natur und Um-
turverträgliches Verhalten ist. Dafür vermit-
(z. B. Rangerkontakt) oder begleitende Infra-
welt als Vizepräsident
teln wir in unseren Kursen und Medien die
struktur (z. B. Abfalltütenspender auf Hütten). im Bundesverband
notwendigen Kompetenzen. Naturverträgli-
Aufklären statt verbieten sollte die Devise sein. voranbringen zu können.
Wir haben nachgefragt,
cher Bergsport kommt jedoch an seine Grenze,
Dann sind die „Menschenmassen“, die mir am Wo- wie er die Vereinbarkeit
wenn alle meinen, vermeintlich attraktive Ge-
chenende zum Beispiel an der Rotwand begegnen, von Bergsport und Natur-
biete aufsuchen zu müssen. Deshalb werden
schutz bewertet.
lokale Versuche der Besucherlenkung erprobt. also mehr ein Egoproblem als eins für die Natur?
Teils, teils. Jedenfalls wenn die Leute, die da
Aber Besucherlenkung bedeutet doch gerade,
unterwegs sind, sich an die üblichen „Regeln“
dass sich Menschen in bestimmten Ecken beson- am Berg halten. Also erst mal klimafreundlich ders tummeln. Und das soll Naturschutz sein,
anreisen (möglichst mit Öffis), auf den Wegen
werden sich jetzt sicher viele fragen. Kannst du
bleiben, Müll mit ins Tal nehmen, keine Pflan-
das für uns noch mal einordnen?
zen pflücken, Wildtiere nicht stören usw. Es
Naturgenuss und Naturzerstörung liegen oft
gilt nur einen Grundsatz zu beherzigen: Jede*r
recht nah beieinander. Uns allen fallen hierzu sollte die Natur als Partner betrachten, dem Bilder ein, wobei die Probleme von Müll über
ich nichts Böses will, dann sind „Menschen-
Menschenmassen vielschichtig und zahlreich massen“ tatsächlich oftmals eher ein Problem
sind. Gerade hier greift die Besucherlenkung
für uns Menschen als für die Natur.
2/2025 DAV PANORAMA 31
Im Einsatz für die Natur
Die Frage nach dem Wie
Als Naturschutzverband setzt sich der DAV auf vielfältige Weise für den Schutz der Alpen und der Mittelgebirge ein. Beispiele sind die Unterstützung des Alpenplans, ein Raumplanungsinstrument für die Bayerischen Alpen, das die Erschließung so einiger Berge bereits verhindert hat. Oder die Konzepte zum naturverträglichen Bergsport, die dazu beitragen, dass Nutzung und Schutz sensibler Regionen im Gleichgewicht sind.
DANKE, ALPENPLAN
Seit über fünfzig Jahren regelt der Alpenplan, wo und in welchem Maße die Berge erschlossen werden dürfen und wo nicht. Rund 43 Prozent der Bayerischen Alpen liegen in der „Ruhezone“– der Bau von Seilbahnen, Skipisten und öffentlichen Straßen ist hier grundsätzlich verboten. 22 Prozent sind so genannte „Pufferzone“, wo Erschließungsvorhaben eingehend geprüft werden müssen. Die „Entwicklungszone“ mit den rest- genauso selbstverständlich sein, wie Rücksicht lichen 35 Prozent umfasst vor allem Täler mit auf Tiere, Pflanzen und natürlich Mitmenschen Siedlungsraum und intensiver Landnutzung.
zu nehmen. Aber auch, sich Gedanken um eine
Bevor es den Alpenplan gab, waren viele Berg- klimaschonende und damit naturverträgliche bahnen in der jetzigen Ruhezone geplant, die Anreise zu machen, gehört dazu. nach 1972 nicht gebaut wurden, so z. B. an Gei-
VerantwortlichesVerhaltenimBergsportsorgt
gelstein, Hochgern, Alpspitze oder zuletzt am dafür, dass Naturgenuss und Naturschutz im Riedberger Horn. Diese Berge sind heute bedeu- Gleichgewicht bleiben und wir den Naturraum tende Schutzräume, aber auch attraktive Ziele für unsere Freizeit nutzen können. Vor allem bei für Natursport.
denKernsportartenSkibergsteigen,Mountainbiken und Klettern investiert der DAV viel Energie
DER WATZMANN: GERETTET!
in Maßnahmen zur Aufklärung und Lenkung.
Ein eindrückliches Beispiel ist der Watzmann – Dass in Deutschland an mehr als viertausend Pläne, ihn mit einer Seilbahn zu „zähmen“, gab Wänden und Türmen in der Natur geklettert es seit den 1920er Jahren. Der Alpenplan mach- werden darf, ist (auch) den DAV-Kletterkonzeptite diesen nicht nur einen Strich durch die Rech- onen zu verdanken, die Klettern und Naturnung, sondern legte auch den Grundstein für die schutz durch kluge und abgesprochene Len-Entstehung des Nationalparks Berchtesgaden. kungskonzepte und zeitlich befristete Sperrun-
gen zusammenbringen (mehr dazu auf S. 36).
NATURVERTRÄGLICHER BERGSPORT
Auch beim Wintersport sind Flora und Fauna auf
Die Vegetation in der Höhe ist empfindlicher als unsere Rücksicht angewiesen, denn in der kalim Tal. Kleine Eingriffe haben hier große Konse- ten Jahreszeit können schon kleine Störungen quenzen. Daher setzt sich der DAV als Bergsport-, größere Auswirkungen haben. Die vom DAV in aber insbesondere als Naturschutzverband zum enger Abstimmung mit Behörden und Interes-Ziel, die Menschen für einen naturverträglichen sensvertretungen vor Ort konzipierten Wald-Aufenthalt in den Bergen zu sensibilisieren.
Wild-Schongebiete garantieren durch einen frei-
Grundsätze, wie auf den Wegen zu bleiben und willigen Verzicht auf die Betretung besonders den Müll wieder mit ins Tal zu nehmen, sollten sensibler Gebiete Rückzugsorte für bedrohte
32 DAV PANORAMA 2/2025
Naturgenuss und Naturschutz im Gleichgewicht dank verantwortungsbewusstem Verhalten.
In Nationalparks, wie
Schutz ist nicht gleich Schutz – National-
hier in Berchtesgaden,
parks und Co.
darf die Natur noch Natur
Manche Naturschutzmaßnahmen kann man haut-
sein. Wenn man nicht nur
nah erleben, zum Beispiel in den Nationalparks
naturverträglich, sondern
Berchtesgaden oder Harz, in Naturschutzgebieten
auch noch freundlich
wie Karwendel oder Allgäuer Hochalpen oder
unterwegs ist, wird die
Naturparks wie Ammergauer Alpen oder Bergisches
Bergtour noch schöner –
Land. Darüber hinaus hat auch das europäische
für alle.
Schutzgebietsnetzwerk Natura 2000 eine sehr hohe Bedeutung für den Arten- und Lebensraumschutz. Doch es gibt Unterschiede. Ein Ziel von Nationalparks ist, der Natur freien Lauf zu lassen. Um ungewollte menschliche Eingriffe zu verhindern, gibt es spezielle Maßnahmen, die an die jeweiligen Standorte angepasst sind. In Naturschutzgebieten dienen klare gesetzliche Vorgaben (z. B. Pflanzen pflücken verboten) der Erhaltung, Wiederherstellung und auch Entwicklung von Biotopen und Lebensräumen. Der Schutz von Naturparks hingegen liegt darin, dass er durch Nutzung angestrebt wird – Wirtschaft, Erholung und Naturschutz schließen sich hier nicht aus.
THEMA: NATURSCHUTZ
„Kooperationen mit anderen Verbänden, die ähn liche Ziele verfolgen, sind die notwendige Basis für politische Naturschutzarbeit. So sind unter dem Dach des Deutschen Naturschutzrings rund 100 Organisationen in Deutschland versammelt, und wenn wir gemeinsam die Stimme erheben, dann hat das Gewicht. Bei der Novellierung des Bundeswaldgesetzes z. B. haben wir über den DNR gemeinsame Posi tionen direkt an die ent scheidenden Personen im Bundeslandwirtschafts ministerium herantragen können. Mit dem Bruch der Ampelkoalition ist die Novelle gescheitert, aber diese Verbindungen wer den wir für künftige Anlie gen nutzen. Sehr ähnlich
läuft die Zusammenar DAV-Vizepräsidentin
Melanie Grimm ist seit
beit mit der Alpenschutz
2024 Beisitzerin im
kommission CIPRA.“ Präsidium des DNR
Tierarten, während ausreichend Freiraum für Ski- oder Schneeschuhtouren bleibt. Beim Mountainbiken wiederum spielen neben dem Naturschutz auch sozialverträgliche Aspekte eine bedeutende Rolle – allen, die zu Fuß unterwegs sind, respektvoll und mit Rücksicht zu begegnen. Wo Platz im Kopf ist, ist auch Platz am Berg
– für den Bergsport und für Rückzugsorte für Tiere und Pflanzen.
alpenverein.de/naturvertraeglicher-bergsport (opens in a new tab)
SCHON GEWUSST?
u Beim Klettern Felssperrungen z. B. während der Brutzeiten einhalten. dav-felsinfo.de (opens in a new tab) u Im Winter die vom DAV ausgewiesenen Wald-Wild-Schongebiete nicht betreten und an empfohlene Skirouten halten.
alpenvereinaktiv.com (opens in a new tab)
u Touren möglichst bei Tag und v. a. nicht in der Dämmerung unternehmen, um Wildtiere nicht zu stören. u Beim Mountainbiken örtliche Regelungen beachten und möglichst keine Spuren hinterlassen. u Schuhsohlen putzen, um Krankheitserreger nicht in andere Regionen zu tragen, z. B.
Hautpilz, der Salamander bedroht.
alpenverein.de/lurchi (opens in a new tab)
2/2025 DAV PANORAMA 33
Streitpunkt Naturschutz vs. Klimaschutz
Erneuerbare Energie um jeden Preis?
Das Platzertal, ein nahezu unberührtes Hochtal mitten in den Ötztaler Alpen, soll geflutet werden – ginge es nach dem Willen der Tiroler Wasserkraft AG (TIWAG). Nun gut, das ist doch im Sinne des
och mäandert der Platzerbach friedlich durch eine über sechs Hektar
N
große Moorlandschaft, die zahlrei-
chen Pflanzen, Insekten und Amphibien einen Lebensraum bietet – und als natürlicher CO2- Speicher einen Beitrag zum Klimaschutz leistet. Werden bald die Bagger anrollen? Das Platzertal ist ein Paradebeispiel dafür, wie Klima- und Naturschutz sich vermeintlich gegenüberstehen, obwohl sie eigentlich ein unzertrennliches Duo sind. Ohne die Biodiversität zu erhalten, wird es schwierig, das Klima zu retten. Tiere, Pflanzen, Pilze und Mikroorganismen sorgen für sauberes Wasser, frische Luft und fruchtbaren Boden zum Anbau gesunder Nahrungsmittel. Vitale Böden sind enorm wichtige Wasser- und Kohlenstoffspeicher und ein natürlicher Puffer gegen Trockenheit und Hochwasser. Die Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Quellen und dessen Speicherung ist unerlässlich, um den Klimazielen ein Stück näher zu kommen. Aber ohne die natürlichen Kohlenstoffspeicher intakter Ökosysteme, wie Moore, Wälder und Flussauen, wird der Klimawandel
34 DAV PANORAMA 2/2025
Klimaschutzes, oder?
nicht aufzuhalten sein. Diese Lebensräume haben es schließlich schwer genug und müssen sich langfristig an höhere Temperaturen und veränderte Niederschläge anpassen. Was nur gelingen kann, wenn sie noch intakt sind.
Das Vorhaben im Platzertal jedoch liest sich wie ein Krimi: Der TIWAG schwebt ein gigantischer Stausee vor, genutzt als Pumpspeicherkraftwerk. Dafür sollen bis zu achtzig Prozent des Wassers der Venter und Gurgler Ache, zwei der letzten Wildflüsse der Alpen, unterirdisch in den Gepatschstausee im Kaunertal geleitet werden. Von dort würde das Wasser in den Speicher im Platzertal hochgepumpt. Die Venter und Gurgler Ache, die in die Ötztaler Ache fließen, werden besonders in den eher trockenen Sommermonaten vornehmlich durch die Gletscherschmelze gespeist. Laut Prognosen fließt dort allerdings ab Mitte des Jahrhunderts nur noch ein Viertel der Wassermenge hinunter. „Hier wird in Zukunft eine riesige Wasserreserve fehlen. Umso unverständlicher sind die Pläne für uns“, wundert sich Tobias Hipp, beim DAV zuständig für Alpine Raumordnung.
Ohne die natürlichen Kohlenstoffspeicher intakter Ökosysteme, wie Moore, Wälder und Flussauen, wird der Klimawandel nicht aufzuhalten sein.
THEMA: NATURSCHUTZ
Dabei gibt es in der Region bereits unzählige sollten zuerst die Effizienz und Leistung beste-
Ableitungen und neue sind im Bau. So wie im hender Kraftwerke optimiert und bereits vorbenicht weit entfernten Längental nahe des Skige- lastete Flächen genutzt werden. Zwar brauchen biets Kühtai. Das Wasser für den neuen Speicher- wir auch neue Anlagen, vor allem für Wind- und see kommt unter anderem aus dem Winnebach Solarenergie, diese müssen jedoch sorgfältig genahe der Winnebachseehütte und dem Schran- genüber dem Naturschutz abgewogen werden. bach bei der Amberger Hütte – ebenfalls Zuflüs-
Ende März 2025 war es dann so weit: Die
se der Ötztaler Ache. Neben der Landwirtschaft TIWAG reicht die Pläne für das erste Teilprojekt und Industrie im Tal würde auch der Tourismus mit Pumpspeicherkraftwerk und Stausee im stark leiden. Noch gilt die Ötztaler Ache als welt- Platzertal für die Umweltverträglichkeitsprübekannter Kajak-Spot. Laut dem Verein „WET – fung (UVP) ein. Die Landesregierung Tirol wird Wildwasser erhalten Tirol“ wäre sie in Zukunft nun erneut auf Vollständigkeit prüfen, dann
Wird es im naturbelas-
nicht einmal mehr befahrbar.
können Naturschutzverbände ihre Stellungnah-
senen Platzertal (l.) bald
Es braucht Lösungen, die Natur und Klima men einreichen. Auch der DAV wird sich als in
genauso aussehen wie
gleichermaßen berücksichtigen. „Wir müssen Österreich anerkannter Naturschutzverband
im Längental, wo bereits
unseren Energiebedarf senken, aber auch die engagieren. Knapp 100.000 Menschen (Stand:
ein Stausee gebaut wird
(M.)? Noch ist die Ötztaler Energiequellen verbessern“, erläutert Steffen März 2025) haben bisher die Petition „Stopp den
Ache ein sprudelnder
Reich, Leiter des Ressorts Naturschutz beim Ausbau des Kraftwerks Kaunertal!“ unterschrie-
Wildfluss (r.).
DAV. Anstatt sensible Naturräume zu opfern, ben. Und es werden sicherlich noch mehr.
Natürlicher Klimaschutz in Gefahr
Böden, Wälder, Moore und Meere nehmen das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2) auf und können dadurch die Erderwärmung bremsen. Sie binden dieses in Form von Kohlenstoff (C). Wenn Totholz verrottet, Wälder brennen oder Moore trockengelegt werden, entweicht der Kohlenstoff wieder als CO2. In einer Tonne CO2 stecken 0,27 Tonnen Kohlenstoff. Anders erklärt: Wenn ein Baumstamm eine Tonne Kohlenstoff enthält, wurden der Atmosphäre 3,67 Tonnen CO2 entzogen.*
Böden binden rund viermal
Ein Hektar gesunder Wald
Im Moor wird sechs- bis
Meere speichern schon
so viel Kohlenstoff wie die ober- kann pro Jahr ca. sechs Tonnen achtmal so viel Kohlenstoff heute rund fünfzig Mal mehr irdische Vegetation. Das ist aber CO2 speichern. Wenn Bäume wie in einer gleichgroßen Flä- CO2 als die Atmosphäre. Beabhängig von der Nutzung:
schneller sterben, als sie nach- che Wald gespeichert. Wer- sonders effizient sind See-
Ackerböden speichern ca. 95 wachsen – durch Dürren,
den Moore trockengelegt, graswiesen. Zu viel CO2
Tonnen Kohlenstoff pro Hektar, Sturm und den Borkenkäfer –, entweicht neben der großen führt jedoch zur Versauerung Dauergrünlandflächen hin- wird der Wald vom Klimaschüt- Menge CO2 auch das noch der Meere und beschleunigt gegen 181 Tonnen.
zer zum Emittenten.
klimaschädlichere Lachgas. den Klimawandel.
* Die Zahlen dieser Infografik stammen aus unterschiedlichen wissenschaftlichen Quellen.
2/2025 DAV PANORAMA 35
Regeln fürs naturverträgliche Klettern
Felsfreiheiten
Das Klettern an den Felsen der deutschen Mittelgebirge hat eine lange Tradition. Seit der Trend ab den 1970er Jahren so richtig Fahrt aufgenommen hat, treten immer wieder Konflikte auf. Wann braucht es Regelungen zum Schutz der Natur? Und wie findet man gute Kompromisse?
ie Natur an deutschen Mittelgebirgs-
endemische Fränkische Habichtskraut und die
felsen ist artenreich – und besonders
Fränkische Mehlbeere. Aus den Rissen der
D
schützenswert. Auf den zwischen den
Felswände sprießt das immergrüne Felsen-
Baumkronen herausragenden Felsköpfen hat
blümchen, auf Simsen und Bändern haben sich
sich in vielen Gebieten eine seltene Flora entwi-
der Blasse Schwingel, die Mauerraute oder das
Auf den Fels-
ckelt, Pflanzen, die teilweise nur dort zu finden
Felsensteinkraut angesiedelt. Und am Wand-
köpfen haben
sind – wie auf einer abgelegenen Insel im Ozean.
fuß grünt hier und dort der Zerbrechliche Bla-
sich Pflanzen
Diese Spezialisten trotzen dort oben der Hitze,
senfarn.
angesiedelt, die
Kälte und Trockenheit. Viele sind Überbleibsel
Neben Fledermäusen und Siebenschläfern
teilweise nur
der arktischen Vegetation der letzten Eiszeit, so
fühlen sich in dem extremen Lebensraum be-
genannte „Eiszeitrelikte oder Reliktarten“. Die dort zu finden sonders felsbewohnende Vögel wohl, allen voran festen Silikatgesteine, wie es sie im Harz, Erzge- sind.
Wanderfalken und Uhus. Beide Arten glänzen
birge oder Taunus gibt, sind bedeckt mit Flech-
mit Superlativen: Der Wanderfalke gilt als
ten und von Moosen überzogen. An den Kalkfel-
schnellstes Tier der Welt, im Sturzflug bringt er
sen wie auf der Schwäbischen Alb oder am nie-
es auf 300 km/h. Und mit einer Spannweite von
dersächsischen Ith finden sich Pfingstnelke,
bis zu 170 Zentimetern und lautlosem Flug ist
MauerpfefferoderThymian,imFrankenjuradas
der Uhu die größte heimische Eule. In den
36 DAV PANORAMA 2/2025
Der Wanderfalke hat sich wieder an den Mittelgebirgsfelsen angesiedelt – auch dank der Kletter*innen, die sich an die Schonzeiten halten, wie hier am Ith in Niedersachsen.
1950er und 1960er Jahren waren beide Arten durch Jagd und den übermäßigen Einsatz von Pestiziden fast ausgestorben, heute haben sich die Populationen erfreulicherweise weitgehend erholt.
Viele zieht es zum Klettern aus der Halle nach draußen an die vielen freigegebenen Kletterfelsen in Deutschland – was für die Natur zur Belastungsprobe werden kann. Dass heutzutage wieder mehr Uhus und Wanderfalken an den Mittelgebirgsfelsen heimisch sind, ist auch ein Verdienst von Organisationen wie dem DAV. In vielen Klettergebieten, darunter auch Steinbrüche, sind in den letzten Jahrzehnten „Kletterkonzeptionen“ entstanden – freiwillige Vereinbarungen mit räumlichen Zonierungen (wo darf man was?) und zeitlichen Sperrungen (unge-
THEMA: NATURSCHUTZ
fähr von Februar bis Juni/Juli), die es den Vö-
„Mit meiner Arbeit
geln ermöglichen, in Ruhe Nistplätze zu finden
ermögliche ich
und zu brüten. An die Stelle von pauschalen
die gleichzeitige
Verboten traten gemeinsam ausgehandelte Re-
vitale Existenz
geln, die auf Freiwilligkeit setzen. Denn am Fels
von Naturschutz wie Klettersport
gilt, von Ausnahmen abgesehen, das freie Be-
und fülle sie mit
tretungsrecht der Natur. Lokale Interessensge-
Leben – nicht nur
meinschaften der Kletter*innen, NGOs, Um-
heute, sondern
weltverbände und Behörden setzten sich an
auch für kom
einen Tisch, um Kompromisse auszuhandeln.
mende Genera
Der Weg ist manchmal weit – im Frankenjura
tionen.“
dauerte es gar zwanzig Jahre, bis man für die tausend Felsen Regelungen gefunden hatte – aber er lohnt sich. „Man muss immer den Einzelfall abwägen“, erklärt Steffen Reich, Leiter des Ressorts Naturschutz beim DAV. Denn die Felsbereiche sind sehr unterschiedlich. Der Bewuchs gestaltet sich wie ein buntes Mosaik: Grüppchen bedrohter Pflanzen liegen oft unmittelbar neben Bereichen, wo problemlos geklettert werden kann. „Eine hochspezialisierte
Eberhard Zieglmeier,
Pflanze braucht viele Jahre, um sich am steilen
60, DAV-Sektion
Fels mit nur dünner Humusauflage anzusie-
Regensburg, Gebietsbetreuer
deln. Reißt man diese heraus, ist viel zerstört“,
Unteres Altmühltal zwischen Riedenburg
so Marc Stannartz, verantwortlich für das na-
und Kelheim seit
turverträgliche Klettern beim DAV.
1998
Auch im Falle von Wanderfalke und Uhu heißt es, flexibel zu reagieren und Sperrungen an die Brutzeiten anzupassen. Sind die Jungvögel ausgeflogen, darf wieder geklettert werden. Dabei helfen besonders die ehrenamtlichen Felsbetreuer*innen, die im Auftrag der jeweiligen DAV-Sektion die Lage vor Ort genaustens im Blick haben. Und wie alle Beteiligten das Ziel verfolgen: so viel Sperrung wie nötig, so wenig wie möglich.
Julia Behl und Jonas
Infos zu 4000 Kletterfelsen und Felssperrungen:
Kassner aus der
dav-felsinfo.de (opens in a new tab)
Panorama-Redaktion lieben besonders die
Verhaltensregeln zum naturverträglichen
unberührte, wilde
Klettern: alpenverein.de/natuerlich-klettern (opens in a new tab)
Natur in den Bergen und wollen möglichst
Interview zum Thema Artenvielfalt
viele Menschen für den
mit Marc Stannartz:
Erhalt der Artenvielfalt und naturverträglichen
alpenverein.de/interview-artenvielfalt (opens in a new tab)
Bergsport begeistern.
2/2025 DAV PANORAMA 37
Flechten wie die Alpine Korallenflechte finden sich in diesem Stadium.
* Die Auswahl der Pflanzen wurde weitgehend der Studie über den Rotmoosferner im Ötztal von Erschbamer et al. übernommen.
38 DAV PANORAMA 2/2025
AUF EINEN BLICK
Was wächst denn da?
Weltweit könnten die schmelzenden Gletscher eine Fläche der Größe Finnlands freigeben – und dort, wo einmal das Eis war, neue Lebensräume entstehen lassen. Wie man in den Alpen beobachten kann, erobern Pflanzen in recht kurzer Zeit Flächen zurück, auf denen sie über Jahrhunderte nicht gedeihen konnten. Bereits im ersten, spätestens nach dem dritten Jahr besiedeln sie das Gletscher vorfeld und bilden den ersten Humus für die Bodenbildung. Sie stabilisieren außerdem das Gletschervorfeld, schützen vor Murenabgängen und speichern Niederschläge. Bis sich stabile Ökosysteme mit alpinen Wäldern entwickeln, kann es jedoch Jahrhunderte dauern. Die Folgen der Gletscherschmelze sind gravierend, Stichwort: Wassermangel. Sind sie trotzdem ein „Glücksfall“ für die Artenvielfalt? Durch die ansteigende Hitze und Trockenheit in den Sommern – es wurden am Boden eines Gletschervorfelds bereits bis zu 45 Grad Celsius gemessen – könnte es mit diesen Prozessen auch bald wieder vorbei sein.*
Alpen-Wundklee ergänzt die Vegetation in diesem Stadium. Seinen Namen hat er eventuell daher, dass er
G l e t s c h e r s e e
bei äußerlicher Anwendung das Heilen von Wunden fördern soll.
Hält schon – oder?
Hakenkunde
Expressanker und Verbundhaken dominieren bei Neuerschließungen und Sanierungen als Fixpunkte für Abseilstellen, Standplätze und Zwischensicherungen. Andere Hakentypen dagegen verschwinden zunehmend. Einzig der gute alte Schlaghaken kann sich noch behaupten, und zwar überall da, wo es klassisch alpin zugeht. Wie funktionieren solche Haken und wie lässt sich die Sicherheit von Haken beim Klettern beurteilen?
Text: Martin Prechtl Illustrationen: Georg Sojer
Wieso halten die Haken im Fels?
Expressanker:
Das Ende des Spreizdübels ist konisch geformt. Wird die Mutter festgezogen, bewegt sich der Konus des Dübels nach vorne und drückt die Spreizhülse gegen die Wand des Bohrlochs. Dadurch hält der Expressanker nicht nur radial (z. B. nach unten), sondern auch axial (nach au ßen). Expressanker haben eine Lasche, sie zählen zu den reibungsschlüssigen Bohrhakensystemen.
Verbundhaken:
In das ausgeblasene Bohrloch wird Verbundmörtel gege ben. Anschließend wird der Verbundhaken leicht drehend eingeführt. Nach der Aushärtung des Mörtels ist das formschlüssige Bohrhakensystem belastbar. Die Riffelung
1/3
des Verbundhakens und die genormte Länge von mindes tens 70 Millimetern sorgen zusätzlich für Stabilität – ohne Spreizdruck. Allgemein gilt: Je weicher das Gestein, desto länger der Verbundhaken.
Normalhaken:
Es gibt Normalhaken aus Hartstahl für harten Fels (z. B. Granit, Abb. links) und Normalhaken aus weichem Stahl für weniger harten Fels (z. B. Kalk, Abb. rechts). Voraus setzung für das Anbringen ist ein passender, meist feiner
2/3
Riss. Beim Eintreiben mit dem Hammer passt sich der Hakenschaft dem Verlauf des Risses an. Reibung und Ver keilung sorgen für die Haltekraft. Die Belastungsrichtung der Öse ist oftmals entscheidend.
40 DAV PANORAMA 2/2025
Welche Maßnahmen können beimöglicherweise unzuverlässigen Haken helfen?
Überlegte Tourenauswahl: X Gelände bzw. Tour deutlich unter der persönlichen Leistungsgrenze wählen. X Harmlose Alternative einplanen. Neuralgische Fixpunkte erkennen: X Was passiert, wenn der Haken bei einem Sturz versagt? X Kann ein Sturz ausgeschlossen werden? Neuralgische Fixpunkte verbessern: X Zusätzlich Schlinge, Klemmkeil, Friend oder Schlaghaken anbringen. X Kann man Haken aus der Nachbarroute verlängern und miteinbauen? Krafteintrag auf Zwischensicherung reduzieren:
X Weich sichern. X Evtl. Bandfalldämpfer verwenden.
Verzicht:
X Rechtzeitig umdrehen. X Auf eine harmlose Alternative ausweichen.
Warum werden nicht alle Schlaghaken gegen zuverlässige Bohrhaken ausgetauscht?
Wer in den Bergen unterwegs ist, möchte die Schönheit der Natur erleben, neue Perspekti ven entdecken oder sportliche Leistungen voll bringen. Es geht einigen Menschen aber auch darum, gefährliche Situationen zu erleben und sie zu meistern. Gelegenheit dazu bietet z. B. eine Klettertour ohne gebohrte Fixpunkte, die nur wenige Normalhaken aufweist und mit mo bilen Sicherungsmitteln ergänzt werden muss. Wem das zu viel Abenteuer ist, hat mittlerweile die Möglichkeit, an anderer Stelle aus dem reichen Angebot der Touren mit sehr solider Absicherung auszuwählen. Die unterschiedli
2/3
chen Stile bei der Absicherung entsprechen den unterschiedlichen Bedürfnissen. Es gilt das Motto: Leben und leben lassen.
1/3
1/3 2/3
Der Haken ist zuverlässig, aber ungünstig platziert! – Was tun?
X Um eine KarabinerKnick Belastung zu vermeiden, verlängert man den Haken mit einer kurzen Band schlinge (Abb. rechts). X Die Haken stecken oft nicht in einer vertikalen Linie. Um den daraus resultierenden Seilzug zu reduzieren, verlängert man die besonders abseitig platzierten Haken mit langen Bandschlingen. X Um die Sturztiefe zu reduzieren, verwendet man als Verbindungselement zwischen Haken und Seil einen Schrauber anstatt einer Expressschlinge. X Ist der Abstand zwischen den Haken sehr weit und nicht klar, in welche Richtung es weitergeht, können zwei Expressschlingen gegenläufig einge hängt werden. X Um die Reichweite beim Einhängen zu verbessern, verwendet man besonders bei schwer anzuklet ternden Haken eine so genannte PanikExe (Rakete). Dabei handelt es sich um eine ca. 40 cm lange, versteifte Expressschlinge. X Um einem Grounder (Bodensturz) vorzubeugen, benutzt man beim Sport klettern häufig einen Clipstick. Das macht vor allem dann Sinn, wenn der erste Haken sehr weit oben installiert ist.
Woran erkennt man unzuverlässige Haken?
Expressanker:
X Durchmesser < 10 mm X Rost kommt aus dem Bohrloch X Expansionsdübel, Mutter und Lasche mit deutlichen Korrosionsspuren X Expansionsdübel, Mutter und Lasche aus unterschiedlichen Materialien
(z. B. Dübel aus Stahl / Lasche aus Aluminium) X Stark über die Mutter ausstehendes Gewinde des Expansionsdübels X Eigenbaulaschen (z. B. gebogene und aufgebohrte Bleche) X Felsart ungeeignet: z. B. zu brüchig, zu weich oder mit Luft einschlüssen (Konglomerat)
Verbundhaken:
X Öse ohne Formschluss mit dem Fels – Folge: Ausstand und Hebelbelastung X Öse mit deutlichen Korrosionsspuren X Haken dreht sich beim Karabinerdrehtest (Abb. rechts) X Felsumgebung brüchig
Normalhaken:
Untersuchungen mit Auszugsmaschinen ergaben, dass die Haltekraft von Normalhaken zuvor meist falsch ein geschätzt worden war. Normalhaken gelten deshalb per se als unzuverlässige Fixpunkte. Alarm bei eindeutigen Anzeichen für eine zu geringe Belastbarkeit: X Materialschwund in Folge von Korrosion (Korrosionsschicht bröselt) X Wackeln des Hakens bei Erschütterung (Rütteln) X Ausstand der Öse, Sichtbarkeit des Schafts, deutliches Eintreiben bei Testschlägen mit dem Hammer. Im Zweifel: Haken abbinden. X Neu gesetzte Haken: Kein klarer, heller werdender, singender Ton beim Eintreiben
WIE FUNKTIONIERT DAS?
Achtung
Nicht nur Normalhaken, sondern auch Bohrhaken haben eine begrenzte Lebensdauer: X Je wärmer, feuchter und salzhal tiger die Umgebung, desto schnel ler werden Haken angegriffen. X Die Chemie des Gesteins spielt eine große Rolle: Im Kalk rosten Haken schneller als im Granit. X Größte Vorsicht ist bei Haken aus verzinktem Stahl in korrisions fördernder Umgebung geboten. X Auch hochwertiger Edelstahl kann rosten: Durch die „Passivierung“ bildet sich auf der Oberfläche von Edelstählen eine Chromoxid schicht. Diese Schicht schützt zunächst vor weiterer Oxidation. X Durch Schweißnähte, durch Kerben, die beim Einschlagen des Spreiz dübels entstehen, durch Span nungsrisse beim Anziehen der Mutter, beim Herstellungsprozess oder durch andere mechanische Einflüsse ergeben sich Schwach stellen in der Chromoxidschicht.
Hier kann der Rost ansetzen. X Klebehaken sind beständiger, Klebehaken aus Titan sind am beständigsten.
Sanierungen
Aktuell gibt es noch kein System, bei dem der alte Bolt entfernt und das Bohrloch wieder verwendet werden kann. Bisher werden alte Bolts abgeflext, das alte Bohrloch mit dem abgeflexten Bolt zuge spachtelt und ein neuer Bohrhaken daneben gesetzt. Eine geeignete Stelle neben dem alten Bohrloch zu finden, ist nicht immer problem los möglich.
Mehr Infos unter: X Sicherheitsforschung:
Bohrhaken
Martin Prechtl ist
bit.ly/4hLKNO5 (opens in a new tab)
Staatlich geprüfter
X Bohrhaken Broschüre
Berg- und Skiführer
bit.ly/4iLyOkR (opens in a new tab)
und Mitglied des
X bergundsteigen
DAV-Lehrteams
bit.ly/43tyQZU (opens in a new tab)
Bergsteigen.
2/2025 DAV PANORAMA 41
Keine halben
Sachen
Sicher sichern beim Alpinklettern
Alpin-Tubes sind beim Alpinklettern nicht mehr wegzudenken, ob bei Vorstiegs- und Nachstiegssicherung oder beim Abseilen. Im Zusammenspiel mit modernen dünnen Seilen lauern jedoch Risiken, die nicht allen bekannt sind.
Text und Fotos: DAV-Sicherheitsforschung Illustrationen: Georg Sojer
gal ob große Hakenabstände und weite Stürze, zu
EAlpinklettern können gravierend sein. Dennoch: Die Expeddie Folgen von zumeist unerwarteten Stürzen beimwenig oder zu viel Reibung oder Seil im System –
kader des DAV müssen in ihren Ausbildungen und Expedi tionen immer wieder in Grenzbereiche gehen. Für ein kon trolliertes Training zu den Themen Halbseiltechnik, Stürze bei Körper und Fixpunktsicherung sowie Simultanklettern kommen sie seit einigen Jahren in die Trainingsanlage von Edelrid. Von den dort gewonnenen Erkenntnissen sollen auch Seilschaften jeglichen Levels profitieren. Wie groß oder klein ist also der Sicherheitspuffer im System? Und wann versagt es?
Problembereich 1 Halbseiltechnik im Vorstieg
Bei der Halbseiltechnik werden die beiden Halbseile ein zeln in die Zwischensicherungen eingehängt. Kurz die Vor teile: weniger Seilreibung, Redundanz gegenüber Stein schlag und Scharfkantenproblematik sowie ein geringerer Krafteintrag in der belasteten Zwischensicherung im Sturzfall. Gute Gründe, weshalb die Halbseiltechnik in ent sprechenden Routen („Abenteuerrouten“, „ZickzackRou tenführung“) eigentlich vermehrt eingesetzt werden soll te. Dabei ist jedoch einiges zu beachten. Wie viele Zwischensicherungen darf man mit einem Strang einhängen, bis man wieder den anderen Strang einhängt? Was passiert im Sturzfall? Angenommen, eine 90 Kilo gramm Person stürzt kurz nach dem Stand in einen einzel nen 7,1 mm Halbseil Strang, der nach Norm mit 55 Kilo
42 DAV PANORAMA 2/2025
gramm getestet wurde. Der Frage, ob das Seil diesen Sturz
sich vorher die viel essenziellere Frage stellt: Kann die sihalten kann, müssen wir erst gar nicht nachgehen, weilchernde Person den Sturz überhaupt halten? Kann die not
wendige Bremskraft auf das Bremsseil per Hand nicht auf gebracht werden, kommt es zum Absturz. Tubes sind das am weitesten verbreitete Sicherungsgerät bei der Verwendung der Halbseiltechnik – sie erlauben die getrennte Seilführung. Bei der Verwendung der Halbmast wurfsicherung (HMS) würde im Sturzfall in einen einzelnen Strang der zweite, noch unbelastete Strang durch den Seil durchlauf in der Regel erheblichen Schaden nehmen – bis hin zur vollständigen Durchtrennung. Tubes sind meist für einen recht großen Seildurchmesser bereich zugelassen. Allerdings geben Hersteller häufig ei nen empfohlenen Durchmesserbereich je nach Seiltyp/ technik vor. Zum Beispiel das Gigajul: im manuellen Mo dus für 7,1 9,2 mm Seile in der Zwillingsseiltechnik, aber nur 8,6 9,0 mm in Halbseiltechnik und 8,6 10,0 mm mit Einfachseil.
Welche Stürze können mit Tube und ähnlichen Sicherungsgeräten bei Verwendung der Halbseiltechnik gehalten werden?
Sobald die Fallmasse achzig Kilogramm erreicht, die Stür ze größer als drei Meter freier Fall und die Seile dünner als 8,5 mm werden, sind Bremswege jenseits von zwei Metern zu erwarten. Ernsthafte Verbrennungen an den Händen zieht man sich, je nach Hornhaut, bereits ab etwa dreißig
Zentimetern zu. 80 kg + 2 m über der Zwischensicherung + 8,5 mm Seil stellen jedoch bei Weitem nicht den Worst case in der Praxis dar. Zusammenfassend lässt sich sagen: Mit vielen aktuel len Sicherungsgeräten und dünneren Halbseilen ist der Sicherheitspuffer in der Halbseiltechnik gering bzw. nicht vorhanden – viele der in der Praxis möglichen Stürze kön nen schlichtweg nicht gehalten werden (s. Abb. 1). Zum Weiterlesen: In Bergundsteigen #111, 114, 115 geht Chris Semmel auf die Halbseiltechnik und ihre Herausfor derungen ein (bergundsteigen.com).
Was also können wir tun, um ab sofort auch in Halbseiltechnik sicher(er) unterwegs zu sein?
Auf der Materialseite:
1.Es gibt spezielle Tubes für geringe Seildurchmesser – beispielsweise das ATC Alpine Guide von Black Diamond oder das NanoJul von Edelrid. 2.Seile mit einem Durchmesser von 8 mm oder mehr kön nen ebenfalls helfen, die Problematik zu reduzieren, sie aber nicht beheben.
3.auch nicht die Reibung im Gerät, erwirken jedoch einenHandschuhe erhöhen nicht die Handkraft am Seil und
massiven Puffer im Sinne des Bremswegs, also des noch akzeptablen Seildurchlaufs bis zum vollständigen Ab bremsen des Sturzes. Ohne Handschuhe sind 30 cm schon problematisch, mit Handschuhen können auch drei Meter Durchlauf ohne Probleme und Verletzungen gehalten werden. Ideal sind hier dünne, gut sitzende Le derhandschuhe oder spezielle Sicherungshandschuhe. Gummierte Strickhandschuhe sind ungeeignet, genauso wie dicke und oft steife Bauhandschuhe, hier ist eine saubere Bremsseilkontrolle nicht gewährleistet. 4.„Leichte Kletternde“ ist natürlich ein schlecht beein flussbarer Faktor. Ist die vorsteigende Person schwerer als 80 kg, sollte man sich aber überlegen, doch von der Halbseil auf die Zwillings bzw. Doppelseiltechnik zu wechseln und beide Stränge einzuhängen. Dann kann
Rollen mit Rücklaufsperren Rücklaufgesperrte Rollen (Micro Traxion, Spoc und Co.) sind für manche Anwendungen sehr praktisch (opens in a new tab). Damit verbundene Risiken (opens in a new tab), Hintergründe zur geschichtlichen Entwicklung und Normen sowie weitere interessante Details gibt es online (opens in a new tab).
SICHERHEITSFORSCHUNG
2 m
1 m
Abb. 1: Versuchsaufbau Sturz in die erste Zwischensicherung mit Halbseiltechnik.
auch die HMS zur Sicherung verwendet werden und die stellt, was den Bremswert betrifft, jedes Tube in den Schatten. 5.Erhöhte Reibung erzielt man auch durch die Verwen dung von zwei baugleichen Verschlusskarabinern im Tube (nicht erlaubt bei (Auto )Tubes wie Megajul – Ge brauchsanleitung lesen!)
Auf der Anwendungsseite gibt es zwei mögliche Reduktionsfaktoren:
1.Werden die ersten Zwischensicherungen in Doppel / Zwillingsseiltechnik geklettert und erst später in der Seillänge auf Halbseiltechnik gewechselt, ist im Sturzfall bereits zusätzliche Vorreibung im System, was das Hal ten des Sturzes vereinfachen kann. Vor allem aber ist dadurch mehr Seil im System. Mehr Seil kann mehr Sturz
2/2025 DAV PANORAMA 43
Abb. 2: Versuchsaufbau Nachsteigersturz kurz vor dem Stand.
energie aufnehmen und so den Impuls am Sicherungs gerät deutlich reduzieren. 2.Körpersicherung (aber Vorsicht!): In unseren Versuchen war deutlich erkennbar, dass Stürze, die in Halbseiltech nik und bei Fixpunktsicherung nicht zu halten sind, bei Körpersicherung oft noch gehalten werden können.
Durch die Beschleunigung der sichernden Person wird nämlich ebenfalls der erste Impuls erheblich reduziert. Außer in Sonderfällen ist aber im alpinen Umfeld die Fix punktsicherung immer zu bevorzugen – dieser Ansatz stellt vielleicht eine Risikoreduktion in Bezug auf die be schriebene Thematik dar, bedeutet gegebenenfalls je doch eine Erhöhung des Risikos im Gesamtsystem.
Auf Nummer sicher gehen
Systemcheck: Vor dem Einsatz sollte getestet werden, wie die Komponenten Seil, Gerät und Karabiner in Bezug auf die Sturzmasse zusammenwirken. Dazu wird über ebenem, ungefährlichem Grund ein einzelner Halbseil Strang am ersten Haken oder an einem Baum befestigt. Der einzelne Strang wird ins Gerät gelegt, das Gerät am Zentralring des Gurts der zu sichernden Person befestigt, die Person setzt sich ins Seil und die sichernde Person hält das Bremsseil unter dem Gerät fest. Kann die zu sichernde Person auf diese Weise mit einer Hand entspannt gehalten werden,
44 DAV PANORAMA 2/2025
bestehen gute Chancen, auch einen Sturz halten zu können. Andere angesprochene Maßnahmen können natürlich trotz eines positiven Systemchecks eingesetzt werden. Training: Genau wie das Halten von Stürzen beim Sport klettern sollte auch für die Halbseiltechnik regelmäßig trainiert werden. Wieso nicht beim Sportklettern oder in der Halle mal Stürze in Halbseiltechnik trainieren? Aber ACHTUNG: Schon beim Sturztraining mit Einfachseilen passieren überraschend viele Unfälle (s. DAV Panorama 2/2022). Ein Sturztraining in Halbseiltechnik ist deutlich heikler – weshalb wir dies nur unter Aufsicht und Anleitung einer erfahrenen Person empfehlen!
Problembereich 2 Nachsichern von zwei Nachsteigenden Die Verwendung von Halbseilen bietet vor allem in der Dreierseilschaft einen erheblichen Vorteil – die beiden nach steigenden Personen können an je einem Strang unabhän gig nachgesichert werden. Dazu verfügen Alpin Tubes in der Regel über den Platten , Nachstiegs oder Guide Mo dus. Das Tube wird an einer zusätzlichen Öse am Zentral punkt befestigt, die Seile getrennt in die Schlitze gelegt und ein zweiter Karabiner in die Schlaufen der Seile gehängt. Zieht man am unteren Seilstrang, hebt man damit den Klemmkarabiner an und das Seil kann eingezogen werden. Belastet die kletternde Person den oberen Seilstrang, wird der Karabiner nach unten gezogen und klemmt das Seil zwischen Karabiner und Gerätekörper ab. Zusätzlich ent steht zusätzliche Klemmwirkung dadurch, dass das obere, belastete Seil auf dem unteren zum Liegen kommt. Ein typisches Vorgehen ist: Kommt die nachsteigende Per son am Stand an, wird sie normalerweise als Nächstes mit einem Mastwurf zur Selbstsicherung am Stand befestigt. Optimal also, wenn man auf dem letzten Klettermeter das Seil gar nicht mehr einzieht und das entstehende Schlapp seil für den Mastwurf nutzt. Befindet sich der Stand in Ge lände, in dem kein freier Fall möglich ist, ist dies in der Regel unproblematisch. Handelt es sich jedoch um einen Hängestand oder steiles Gelände, wäre ein kurzer Sturz mit wenig Seil = wenig Energieaufnahme im System vorstellbar. Der Frage, was in diesem Fall passieren kann, gingen wir ebenfalls anhand der gängigsten Tubes nach (s. Aufbau Abb. 2). Zwei nachsteigende Personen sind je an einem Halbseilstrang gesichert. Je nach Test wird ab einem oder zwei Metern Distanz zum Stand kein Seil mehr eingezogen und die 80 kg Person steigt bis auf Höhe des Standes nach und stürzt dann. Spoiler: Die Ergebnisse waren teilweise wiederum überraschend bis gruselig. Warum? Durch die geringe Seilmenge kann das System nur wenig Energie aufnehmen – die Kräfte werden schnell sehr
SICHERHEITSFORSCHUNG
Abb. 3: In bestimmten Situationen gefährlich
– ausreichend Platz für aneinander vorbeispringende Seile bei herkömmlichem Tube und dünnen Seilen!
groß. Sieht die Tube Seil Kombination im unbelasteten Zustand also noch so aus, als ob nie zwei Seile nebenein ander in einem Schlitz Platz haben könnten, wird das Seil bei den auftretenden Kräften so dünn, dass zwei Stränge ganz leicht aneinander vorbeispringen können (s. Abb. 3). Geschieht dies, fehlt aber die oben beschriebene Haupt klemmwirkung dieser Mechanik und das Seil wird nur noch etwas geklemmt. Ist der Seilstrang, der zur zweiten Person läuft, deutlich unbelastet, be ginnt sich der klemmende Karabiner häufig auch noch zu drehen. Sehr steife Stahldrähte am Tube
Mehr Infos (opens in a new tab)
reduzieren diesen Effekt etwas, verhindern ihn und Video (opens in a new tab)
gibt es online (opens in a new tab)
aber nicht vollständig. In manchen Versuchen hat der Karabiner den Draht sogar so weit verbogen, dass sich der Karabiner senkrecht aufstellen und das Seil nahezu ungebremst durch das Gerät laufen konnte. Vorsicht bei stark gebrauchten Aluminium Tubes: Beim Ab seilen wird der Karabiner aufgrund dessen Biegung gegen die Unterseite des Mittelstegs des Tubes gedrückt. Durch die Bewegung zwischen Karabiner und Gerät wird das wei che Aluminium des Stegs seitlich weggepresst – im Metall bau würde man von „Bördeln“ sprechen. Es entsteht ein Grat, der in die Seilschlitze des Geräts hineinragt. Beim Ab seilen und Sichern stellen diese Grate kein Problem dar, das Seil kommt damit nicht in Berührung, weshalb sie bei der
2/2025 DAV PANORAMA 45
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SICHERHEITSFORSCHUNG
regelmäßigen Überprüfung vor und nach Einsatz der Aus rüstung (Hand aufs Herz: Wer macht das regelmäßig?) ger ne übersehen werden. Tritt jedoch schon bei einer leichten Sturzbelastung der vorhin beschriebene Effekt ein, drückt der sich drehende Karabiner das nach innen springende Seil gegen genau diese Grate und es kann zu erheblichen Schä den am Seil kommen. In einigen unserer Versuche wurden so 8 mm dicke Seile bei einer Sturzhöhe von einem Meter beschädigt, teilweise vollständig durchtrennt.
Wie kann Abhilfe geschaffen werden? Geräte regelmäßig überprüfen! Sind leichte Grate vor handen, können sie mit einem feinen Sandpapier (Körnung 180 240) entfernt werden. Dies sollte nicht mehr durch geführt werden, wenn danach ein deutlicher Materialabtrag erkennbar ist, oder wenn es sich bereits um ausgeprägte
Abb. 6: Ein Alpin-Tube
Grate handelt (s. Abb. 4). In diesem Fall das Gerät gleich
mit schmaleren Schlitzen ist auch für dünnere
ersetzen! Und: Geräte aus Stahl bilden keine Grate auf
Seile geeignet.
grund des härteren Materials.
Abb. 5: Ist etwas fummelig, aber sicherer: „um“ das Gerät geclippter Karabiner.
X Evtl. auf HMS (Hand am Seil!) zurückgreifen X Überprüfung der Tour auf Eignung für eine Dreierseil schaft Die Wahrscheinlichkeit, dass sich ein Karabiner gefährlich weit verdreht, kann reduziert werden, indem der Karabiner nicht nur durch den Draht und die beiden Seilschlaufen,
Abb. 4: Scharfer Grat bei einem Aluminium-Tube – Folge
sondern auch um das Gerät herum geclippt wird (s. Abb. 5).
können erhebliche Seilschäden sein.
Wie schon bei der Problematik im Vorstieg reduzieren
Zusammenfassend kann für die Grundproblematik „Nach auch hier Tubes mit schmaleren Schlitzen (s. Abb. 6) und sichern“ gefolgert werden, dass die Wahrscheinlichkeit dickere Seile grundsätzlich die Wahrscheinlichkeit des des Versagensmechanismus allgemein zunimmt, je größer seitlichen Vorbeispringens, sind aber für das Handling Gewicht und Sturzstrecke sind und je weniger Seil sich im beim Nachsichern nicht förderlich. System befindet. Je näher die nachsteigende Person dem Die Problematik des „seitlichen Vorbeispringens“ besteht nur, Stand kommt, desto straffer sollte also
wenn eine Person an einem Seilstrang oder
nachgesichert werden. Und „straff“ be
zwei Personen an zwei separaten Seilsträn
deutet hier, dass die Person den Zug des
gen nachgesichert werden. Völlig unberührt
Seils spüren soll.
davon bleibt man, wenn eine Person an zwei
Besonders heikel sind somit Quergänge
Strängen oder zwei Personen mit Weiche an
gegen Ende der Seillänge. Hier will man
zwei Strängen nachgesichert werden. Zu
Daniel Gebel, Staatlich ge-
kein allzu straffes Seil und ein Sturz wird prüfter Berg- und Skiführer mindest das letzte Szenario stellt aber einen durch das Pendeln immer zu einem dyna und Leiter der Forschung
erheblichen Komfortverlust dar, weshalb
und Innovation bei Edelrid,
mischen Lasteintrag führen. Was kann erläutert anhand von Erfah- man doch wieder bei der Halbseiltechnik helfen (Vorschläge)?
rungen aus Versuchen mög- landen wird – mit den erwähnten Vor und
liche Fallstricke hinsicht-
X Zusätzliche Zwischensicherungen ein
Nachteilen, die nach der Lektüre dieses Ar
lich der Verwendung von
hängen
Tubes beim Alpinklettern. tikels hoffentlich klarer sind.
46 DAV PANORAMA 2/2025
DAS MAGAZIN DER JUGEND DES DEUTSCHEN ALPENVEREINS
25/2
DO IT YOURSELF
WERKELN UND WANDERN
Endlich ist wieder Wandersaison! Die Zeit, in der ich sehnlichst den langen Wochenenden entgegenfiebere, um in die Berge zu fahren. Um die Tage dazwischen zu überbrücken, haben wir uns für diese Ausgabe Gedanken gemacht, was wir alles selbst machen können. „Do It Yourself“ – das dachten sich auch Jonathan und andere Jugendliche aus seiner Sektion und haben eine eigene Boulderwand in ihren Jugendraum gebaut. Was für eine Leistung! Vor etwa einhundert Jahren hat die Jugend der Sektion Oberland sich auch an einem DIY-Projekt ver-
sucht: ihre eigene Selbstversorgerhütte. Über das Ergebnis berichtet Sepp zusammen mit Philipp, der zu dieser Hütte einen ganz besonderen persönlichen Bezug hat. Mit Blick auf ihre Touren in dieser Saison hat Solveig sich mit der Buchautorin und ehemaligen Jugendleiterin Mirjam Ophüls darüber unterhalten, wie sie sich ihren eigenen, veganen Tourenproviant vorbereitet. Eine breite Palette an DIY-Projekten also – warum wir generell Kinder Dinge selber machen lassen sollten, kommentiert Niko. Viel Spaß beim Lesen und in den Bergen! Jo Godt
WORTSCHATZ
Heimwerken
Früher war es üblich, Werkzeug selbst herzustellen. Dafür gab es schon vor dem Zweiten Weltkrieg Anleitungen. Auch danach werkelte man, um den hohen Handwerkerpreisen zu entkommen. Während Corona hat das Ganze als Hobby noch mal einen riesigen Aufschwung erlebt. Viele Medien greifen dieses Thema auf. Es gibt viele DIY-Anleitungen. Der Begriff DIY (Do It Yourself) ist umfassend und beinhaltet z. B. auch die Herstellung von Müsliriegeln. MH
Vorsicht, Straße! Hier gilt es sorgfältig abzuwägen und für den schnellen Einsatz bereit zu sein.
Niko Lindlar
EIGENSTÄNDIGKEIT VON KINDERN
SELBER. MACHEN. LASSEN.
ein einjähriger Sohn hört mich, wie ich die Spülmaschine öffne. Er kommt sofort herbei-
ein Messer aus dem Korb. Ich stelle mich an die Besteck-M gerannt und zieht blitzschnell eine Gabel und
schublade, strecke eine Hand aus und sage: Räumst du mit mir das Besteck aus? Er guckt mich mit großen Augen an, macht zwei Schritte zu mir und streckt mir Gabel und Messer hin. Natürlich könnte er sich mit der Gabel und dem Messer verletzen. Er geht noch nicht sehr sicher, ein bisschen Gewackel ist noch dabei. Aber: Wir haben das Ausräumen oft geübt, ich weiß, dass er den Weg zu mir ohne Sturz schafft. Ich weiß, dass er das Messer nicht an der Klinge hält. Ich wäge also ab: Ja, ein Sturz mit Verletzung ist möglich. Aber er könnte auch etwas lernen, nämlich vorsichtiger und bedachter zu gehen, wenn er Besteck in der Hand hält. Außerdem ist eine weitere zentrale Frage: Was ist der Schaden, wenn ich ihn nicht helfen lasse? Wenn ich ihm diese mäßig gefährliche Tätigkeit verbiete? Nun, wenn ich seine Hilfsbereitschaft so bremse – das kann ja nicht ohne Folgen sein. Wie heißt es noch: Kinder, die nichts dürfen, werden Erwachsene, die nichts können. Daher denke ich mir: Selber. Machen. Lassen.
Szenenwechsel: Letztes Jahr war ich mit meiner Jugendgruppe für zwei Tage im Alpstein. Nach einem dreistündigen Aufstieg mit Übernachtungsgepäck waren die Zehn- bis Zwölfjährigen meiner Gruppe schon ziemlich erschöpft. Trotzdem haben sie bei Ankunft an der Hütte gespielt und dann auch mit uns Leiter*innen zusammen das Abendessen gekocht. Danach musste natürlich auch abgespült werden – bekanntlich eine Lieblingsbeschäftigung von Kindern. Wir Leiter*innen stellten kurz klar, dass zum Hüttenbesuch auch das Aufräumen gehört. Eine kurze Diskussion innerhalb der Gruppe über die Verteilung der Aufgaben führte dazu, dass alle neun Kids in der engen Küche standen und sich um den Abwasch kümmerten. Neben dem glühend heißen Holzofen. An einem Waschbecken, das fast zu hoch für sie war. In kurzer Zeit stand auch noch der Boden unter Wasser. Wir Leiter*innen beobachteten das und machten eine Risikoanalyse: Was kann jetzt schiefgehen? Kann sich jemand verletzen? Vielleicht sogar schwer? Klar, Ausrutschen auf dem nassen Boden war möglich. Verbrennen am heißen Ofen ebenso. Die Klamotten, die für die Wanderung am nächsten Tag gebraucht werden, konnten nass werden. Aber die Gruppe hatte gerade die Entscheidung getroffen, den Abwasch gemeinsam erledigen zu wollen, und alle halfen mit. Wieder die umgekehrte Frage: Welcher Schaden entsteht, wenn wir diese tolle Erfahrung jetzt unterbinden
Ob zu Hause oder in der Natur: Kinder wollen vieles gern ohne Hilfe selbst ausprobieren. Klar lauern da auch hin und wieder Gefahren. Und trotzdem sind eigene Erfahrungen wichtig, die wir Großen bei aller Risikoabwägung zulassen sollten. Denn nur so können sich Kinder weiterentwickeln. Ganz nach dem Motto: Selber. Machen. Lassen. NIKO LINDLAR
Eigene Schritte machen! Niko Lindlar
und eingreifen? Wir schätzten diesen Schaden größer ein als das Risiko einer Verbrennung. Daher entschieden wir trotz der Gefahren: Ja: Selber. Machen. Lassen.
Risiko setzt sich aus Eintrittswahrscheinlichkeit mal Schadensausmaß zusammen, besonders sehr kleine Wahrscheinlichkeiten und lange Zeiträume machen uns Menschen bei der Einschätzung zu schaffen. Risiken gehören aber auch zum Alltag dazu, sie müssen sorgfältig abgewogen werden. Was aber auch klar ist: Kurzfristige Risiken zu sehen und deswegen übervorsichtige Entscheidungen zu treffen, kann sicher nicht immer die Lösung sein. Denn übervorsichtig sein ist auch ein Risiko.
Statt gemeinsam mit meiner Jugendgruppe zu kochen, kann ich auch einfach Vollverpflegung in der Hütte buchen. Oder eben schnell die Bahn nehmen, statt mehrere Stunden auf meinen Hausberg zu wandern. Ist das Erlebnis das Gleiche? Ich würde sagen: Besser. Selber. Machen. Was selbstverständlich auch klar ist: Werden Liftanlagen oder sonstige Hilfsmittel genutzt, um etwa Menschen
Titelbild
mit Einschränkung ein Erlebnis zu ermöglichen, ist die Projekt mit Lerneffekt: Situation völlig anders zu bewerten. Die Quintessenz die Boulderwand.
Jonathan Lidl
hier soll sein: Wenn es geht: Selber. Machen. Lassen.
BLANKENSTEINHÜTTE
HÜTTENBAU IN ZWANZIG SONNTAGEN
Die neue Blankensteinhütte mit
Im Jahr 1938 errichtete die Jugend der Sektion Oberland in nur einem Som-
großer Fensterfront, die für das
mer eine Hütte, die über achtzig Jahre lang bestehen sollte. Wie konnte
richtige Klima im Inneren sorgt. Die alte Hütte wurde in klassischer
das gelingen und was hat es mit dem umstrittenen Neubau auf sich? SEPP HELL
1937 wurde auf der Jahreshauptversammlung der Bau einer sektionseigenen Jugendgruppenhütte beschlossen. Nach intensiven Überlegungen zum Standort erwarb die Sektion ein geeignetes Grundstück von der Forstbehörde. Die Baukosten beliefen sich auf beachtliche 11.000 Reichsmark. Bereits im Sommer des neuen Jahres begannen die Bauarbeiten durch die Jugendgruppen mit Unterstützung der Jungmannschaft und Hochtouristengruppe: Über zwanzig Sonntage hinweg reisten sie bei Wind und Wetter, meist mit dem Fahrrad, zum Bauplatz. Neben einfachen Erd- und Transportarbeiten konnten die Jugendlichen auch ihr berufliches Wissen als Zimmermänner, Maurer oder Schreiner einbringen. Mit den Bäumen des Waldgrundstücks wurde das einstöckige Blockhaus mit einem Aufenthaltsraum und 24 Schlafplätzen auf dem Dachboden errichtet.
Schon im Winter 1938 konnte die Blankensteinhütte bezogen werden und wurde zum ganzjährig nutzbaren Zuhause für die Jugend der Sektion. Sie stand im Wechsel der männlichen und weiblichen Jugend zur Verfügung. Aufgrund der politischen und kriegerischen Ereignisse der folgenden Jahre konnte die Einweihung der Hütte erst 1953 feierlich stattfinden. Noch bis ins Jahr 2017 besuchten die Sektionsmitglieder diese Hütte.
Schließlich musste sie unter anderem aus Brandschutzgründen und statischen Mängeln abgerissen und neu errichtet werden: Der Neubau an gleicher Stelle mit den Abmessungen der ursprünglichen zweigeschossigen Hütte ist nun niedriger und langgestreckter. Manche ärgern sich über die Optik der modern anmutenden Architektur der autarken Hütte. Die Jugend stört’s zum Glück wenig.
Die Alm. Eine Liebe mit Vorgeschichte
Die Blankensteinhütte (unter Eingeweihten Und so kam mir auch diese Entstehungsge-„die Alm“ genannt) hat einen besonderen schichte in den Sinn, als wir begannen, den Platz in meinem Herzen. Ich war viele Jahre Knoten punkt mit dem Schwerpunkt „Do It Jugendleiter bei der Sektion Oberland und Yourself“ zu planen. Sepp Hell nahm sich die Alm war stets ein beliebter Anlaufpunkt der Sache an und recherchierte die Historie für Touren mit der Jugendgruppe, zum
der Blankensteinhütte. Und siehe da, 1938
Holzmachen, zum Klettern, Wandern oder wurde die Hütte von der Jugend gebaut. Skitourengehen. Ihre Lage (aufgrund des 1938 waren alle Jugendgruppen des DAV über die Jahre dichter werdenden Waldes per Gesetz und teilweise auch aus Überzeuetwas zu dunkel und ab vom Schuss)
gung Teil der Hitlerjugend. Wollen wir also
machte ihren Reiz aus, auch so manchen diese Aktion der Hitlerjugend unkommen-Geburtstag habe ich hier gefeiert. Dass die tiert abfeiern? Nein, wollen wir nicht. Hütte einst von der Jugend der Sektion
Ohne die genauen Details zu kennen (zum
gebaut wurde, verstärkte den Mythos.
Beispiel, wie war denn die tatsächliche
Blockbauweise errichtet. Sektion Oberland
16 Schlafplätze Selbstversorgerhütte: ganzjährig geöffnet Ausstattung: Holzherd, Wasser vor Hütte, Licht über Photovoltaikanlage, Bio-Trockentoilette Sektion: Oberland Standort: Tegernseer Alpen, 1214 m
Besonderheit: Isomatte/ Schlafsack selbst mitbringen
politische Gesinnung der Mitglieder dieser Gruppe) gibt mir das zu denken und rückt die Geschichte, die meiner persönlichen Geschichte mit der Hütte vorausgeht, in ein anderes Licht, lässt mich grübeln und mich zu der Erkenntnis kommen, mich persönlich dem allgegenwärtig aktuellen Rechtsruck noch entschiedener entgegenzustellen. Dass die alte Hütte mittlerweile einem feschen Ersatzbau gewichen ist, empfinde ich als schönen Neuanfang eines Ortes, der für mich immer besonders bleiben wird, jetzt mit noch mehr Wissen um seine Vergangenheit. PHILIPP RADTKE
DIY-PROJEKTE VON UND FÜR JDAV-GRUPPEN
Lernen mit Spaßfaktor
Von JONATHAN LIDL
Aus Alt mach Neu, aus Leer mach Voll, aus Langeweile mach Schlussendlich hat man etwas Neues geschaffen, bei dem Spaß. Do-It-Yourself-Projekte – oder einfacher gesagt: Bastel- man hin und wieder verzweifelt ist, sich danach umso mehr aktionen – können Gruppenstunden füllen, sparen Geld und gefreut und unglaublich viel gelernt hat. Und auf das man
Gruppenprojekt
sind unglaublich lehrreich. Diese Erfahrung haben schon viele mit großem Stolz zurückblickt.
Boulderwand.
Jugendgruppen in den Sektionen gemacht und können jetzt
Jonathan Lidl
von ihren Best-Practice-Projekten berichten. Viel Spaß, aber auch Aufwand bedeutet der Bau von Möbeln für den Jugendraum. Bei uns in der Sektion haben wir etwa aus Holzbrettern vom einfachen Hocker bis zum komplexen Schaukelstuhl alles aufgezeichnet, ausgesägt und angeschraubt. Doch nicht nur bei der Möbelproduktion lernt eine Jugendgruppe viel über den Umgang mit Werkzeug und Projektmanagement: Der Bau einer Boulderwand – die Königsdisziplin – setzt dem Ganzen die Krone auf. Eine selbst gestaltete Boulderwand – und sei es auch nur ein Balken mit Griffen zum Hangeln an der Jugendraumdecke – bietet Platz für eigene Ideen, Spaß beim Bauen und natürlich einen riesengroßen Lerneffekt. Beim Bau Hilfe von außerhalb, etwa aus der Sektion, zu holen, ist durchaus sinnvoll. Wer wenig Zeit und Mittel, aber viele alte Kletterseile hat, kann diese mit einem Brett, einigen Nägeln und motivierten Kindern innerhalb einer Gruppenstunde in stylische Seilteppiche verwandeln. Eine Anleitung für die etwa fußab-
Anleitung (opens in a new tab)
streifergroßen Teppiche, die entweder verkauft
für einen (opens in a new tab)
werden können oder den Jugendraum aufhüb- kreativen (opens in a new tab) schen, findet sich etwa unter:
Seilteppich (opens in a new tab)
Jonathan Lidl
Raften mit dem Zug
Mit dem Raftingboot im Zug unterwegs – was man nicht alles für den Klimaschutz macht. Die JDAV Mering macht vor, was möglich ist. Für die
DIE GANZE STORY ZUM (opens in a new tab)
nächsten Abenteuer sponsort der JDAV-Partner Mountain Equipment
RAFTINGABENTEUER (opens in a new tab)
den Roll-Top-Rucksack Orcus im Wert von 119,90 Euro für den Jugend-
GIBT ES ONLINE (opens in a new tab)
leiter, und für die Gruppe gibt es einen Satz Drybags obendrauf.
INTERVIEW MIRJAM OPHÜLS
DÖRR IT YOURSELF
Mirjam Ophüls, 32, ehemalige Jugendleiterin aus Hannover, veröffentlichte „Das Touren-Kochbuch“. Neben ihrer Liebe zum Dörren näht die Kostümbildnerin ihre eigenen Alpinkletter-Rucksäcke.
Was hat dich motiviert, dein Essen für Touren selbst zuzubereiten? Ich mache schon lange größere Trekking- und Zelttouren. Verpflegung ist dabei nicht nur nötige Kalorienzufuhr, sie hebt auch die Stimmung. Dabei habe ich mich gefragt, wie man Trekkingnahrung selbst herstellen und dabei auf ökologisches Essen und nachhaltige Verpackung achten kann. Ich kaufe beispielsweise sehr gerne auf dem Markt ein und verarbeite frische Lebensmittel für die nächste Tour.
Welches Rezept macht dich auf Tour glücklich? Ich liebe Currys, dafür dörre ich vor der Tour auch den gekochten Reis, der dann viel schneller durch ist unterwegs.
Hast du einen Tipp zur Vorbereitung von Essen für unsere Knoten-
DAS GANZE INTERVIEW (opens in a new tab)
punkt-Leser*innen?
UND EIN REZEPT FÜR (opens in a new tab)
Für den Transport am einfachsten sind Zip-Beutel, die man
MIRJAMS LECKERE (opens in a new tab)
einfach auswaschen kann. Silikonbeutel sind meistens auch
TOMATEN-OLIVEN-RIEGEL (opens in a new tab)
spülmaschinenfest und sehr praktisch.
FINDET IHR ONLINE (opens in a new tab)
IMPRESSUM An dieser Ausgabe arbeiteten mit: Jo Godt, Sepp Hell, Maria Holzapfel (MH), Jonathan Lidl, Niko
Herausgeber: Jugend des DeutschenLindlar (NL).Alpen vereins. Bundesjugendleiter*in:
Annika Quantz, Raoul Taschinski. Redaktion: Christine Frühholz (verantwortl.), Philipp Radtke in Zusammenarbeit mit dem KNOTENPUNKT-Redaktionsteam. Beiträge in Wort und Bild an den DAV, Redaktion KNOTENPUNKT, Anni-Albers-Str. 7, 80807 München. Die Beiträge geben immer die Meinung der Verfasser*innen, nicht die der Jugend des Deutschen Alpenvereins wieder. Diese Publikation wird gefördert aus Mitteln des Kinder- und Jugendplans des Bundes. Nachdruck nur mit Genehmigung der Redaktion. Gestaltung und Produktion: Sensit Communication, sensit.de (opens in a new tab). Wir verwenden den Genderstern, um alle Menschen anzusprechen. Mit dem * möchten wir dabei auch Personen gerecht werden, die sich in den Kategorien weiblich oder männlich nicht wiederfinden.
Mehr dazu unter jdav.de/gender (opens in a new tab)
POSTEINGANG
Ideale vertreten – Ich möchte euch meinen holungsraum zu erhalten. Schon ein einziges Respekt aussprechen. In einer zunehmend Wort verbietet diesen sinnlosen Drohneneinpolarisierten Welt, in der es oft schwerfällt, satz: Rücksicht.
S. Farian
den eigenen Idealen treu zu bleiben, gelingt es euch, diese dennoch zu vertreten – trotz ei- Reduziert – Ich kam durch meine Frau zum ner so vielfältigen Leserschaft wie der euren. Klettern und damit zum DAV. Auch unsere Es wird wieder dunkel in die-
Kinder sind seit Geburt Mit-
sem Land. Es zeugt von Mut,
glieder. Ich selbst habe die
sich in Zeiten, in denen gegen
Entscheidung, dem DAV bei-
Fremde gehetzt wird, klar für gesucht/gefunden (opens in a new tab) zutreten, noch nie bereut. den Klimaschutz auszuspre-
Zu gern nutze ich das viel-
chen. Und es ist ebenso mu-
seitige Angebot der Sektion
tig, sich für ein gutes Leben
(Leihgeräte, Fortbildungen
für alle starkzumachen, wenn
etc.), und auch das „Panora-
öffentlich Menschen gegenei-
ma“ ist mir in all den Jahren
Fundstücke & Suchanzeigen online (opens in a new tab):
nander ausgespielt werden.
ans Herz gewachsen. Umso
alpenverein.de/gesucht-gefunden (opens in a new tab)
Vielen Dank, dass ihr euch
enttäuschter bin ich über
nicht jedem Trend beugt und
die – beiläufig anmutende
nicht über jedes Stöckchen
– Meldung, dass die Anzahl
springt, das euch hingehalten wird. Ich lese der Ausgaben deutlich reduziert wird. Man mit Begeisterung eure Reiseempfehlungen und kann das alles irgendwie begründen und – den Technikteil. Als Freizeit-Kletterer würde ich verzeiht bitte den Ausdruck – schönreden mich freuen, wenn ihr der Highlife-Rubrik noch („... crossmedial zu denken ...“). Unter dem mehr Raum geben könntet.
M. Huhnt Strich bleibt es bei dem Resultat, dass die Le-
ser sehr viel weniger zu lesen haben – schade.
Drohnen-Selfie
W. Starke
DAV Panorama 1/2025, S. 12
Unsäglicher Trend – Ein „Drohnen-Selfie Schwierigkeitsgrade – Was mir bei Touren im Felsenfenster des Monte Forato“, habe ich im DE/AT-Raum oft fehlt, ist die SAC-Skala. Es richtig gelesen? Ich bin entsetzt, dass Sie den gibt nur „leicht“, „mittel“, „schwer“. Ich habe Einsatz von Drohnen – und das zum reinen Ver- Höhenangst und tue mir im Finden geeigneter
tiges Drohnen-Foto im Hauptartikel abdrucken.gnügen – unterstützen, indem Sie ein ganzsei- Portalen mit SAC-Skala, wo „mittel“ dannTouren manchmal schwer. Auf den Schweizer
Konsens sein, dass man die Natur – und dazuEs sollte doch unter naturliebenden Alpinisten wird, tue ich mir leichter. T2 ist fast immer sa-noch mal in „SAC T2 und T3“ unterschieden
gehört auch die Ruhe in einsamen Gegenden fe, bei T3 gucke ich mir dann entsprechende
– nicht mehr als nötig stört. Ich bin der An- Stellen mit Bildern genauer an, schaue, ob es sicht, dass Drohnen in der Natur nichts verlo- Ausweichrouten gibt oder frage bei den Hütren haben, außer sie dienen höheren Zwecken, ten nach. Damit bin ich ganz gut gefahren. Da wie Forschung oder Gefahrenaufklärung. Ich würde ich mir im Panorama oder auch auf alhoffe, dass Sie diesem unsäglichen Trend, für penvereinaktiv (wobei das Portal das technisch das beste Selfie alle Prinzipien über Bord zu glaub ich mittlerweile kann) etwas mehr Hilfe werfen, nicht durch weitere Fotos dieser Art erwarten.
Bernhard
ein Forum bieten, sondern sich eindeutig positionieren: Wir als Naturliebhaber bewegen
Hinweis: Die Zuschriften geben die Meinung der Einsendenden
uns in der Natur und stören sie so wenig wie
wieder. Die Redaktion behält sich
möglich. Wir respektieren das Ruhebedürfnis
die Auswahl und das Recht der
der Tiere und Menschen, um die Berge als Er-
sinnwahrenden Kürzung vor.
Berichtigung zu DAV Panorama 1/2025
- 41 – Highlight Oberbayern: Mit dem abgebildeten Denkmal wird nicht Hermann Buhl (wie in der Bildunterschrift fälschlicherweise beschrieben), sondern dem Ramsauer Bergführer Johann Grill, genannt Kederbacher, gedacht.
- 49 – Knotenpunkt: Im Quiz „Amüsante Gipfel“ haben wir den Misthaufen nach Oberösterreich versetzt. In Wahrheit gibt es einen Berg mit diesem Namen in Vorarlberg.
2/2025 DAV PANORAMA 53
Auch in der Rother App (opens in a new tab) !
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rother.app (opens in a new tab)
Wenn die Gelenke streiken ...
Bergsport trotz Arthrose?
Die Gelenke – wer spürt sie nicht nach einer langen Tour? Ist das nur Überlastung oder schon das erste Anzeichen einer Arthrose? Spätestens ab dem fünf zigsten Lebensjahr stellen sich viele diese Frage, denn die Diagnose Arthrose hat besonders für Bergsport fans einen bitteren Beigeschmack: Die gestiegenen Höhenmeter werden weniger, die erreichten Gipfel kleiner und die Tourenausbeute weniger spektakulär.
Text: Christof Keinath
54 DAV PANORAMA 2/2025
FITNESS & GESUNDHEIT
twa 17 Prozent der Erwachsenen leiden unter Ar-
Besonderheiten der häufig betroffenen Gelenke
throse, wobei Hüft- und Kniegelenke am häufigsten
Ebetroffen sind. Personen mit hoher körperlicher Be-
KniegelenkDas Kniegelenk ist durch seinen komplizierten Aufbau anfällig für
lastung haben ein erhöhtes Risiko, dazu gehören zum Bei-
Verletzungen und Schädigungen. Ein O-Bein begünstigt die innenseitige,
spiel auch Profi-Bergführer*innen oder Expeditionsberg-
ein X-Bein die außenseitige Abnutzung des Kniegelenks. Als weitere Risikofaktoren für Arthrose gelten alte Kreuzbandverletzungen, Voropera-
steiger*innen. Für die Entstehung einer Arthrose kommen
tionen sowie Fehlformen und Fehlstellungen der Kniescheibe.
verschiedene Ursachen in Betracht. Eine dauerhafte Überbelastung der Gelenke durch extreme körperliche Beanspruchung oder Übergewicht begünstigt einen vorzeitigen Gelenkverschleiß. Bergsteigen kann durch das jahrelange Bergabgehen mit schwerem Rucksack zu einer Hüft- oder
Per Röntgen bild
Kniearthrose führen. Ähnlich verhält es sich beim Bouldern
oder MRT-Auf-
durch das häufige Abspringen auf die Matte. Neben Über-
nahme können mögliche Ur-
belastung schädigt auch Unterbelastung durch Immobili-
sachen und
sierung und Ruhigstellung den Knorpel. Weitere Ursachen
Begleitschäden gefunden und der
für Arthrose sind angeborene oder erworbene Fehlstellun-
Arthrosegrad ein-
gen, die zu einseitigen Überlastungen der Gelenke führen,
gestuft werden.
oder vorausgegangene Gelenkverletzungen wie Knochen-
Hüftgelenk
brüche oder Bänderrisse sowie entzündliche Gelenker-
Das Hüftgelenk lässt sich als reines Kugelgelenk in allen Freiheitsgraden bewegen. Wenn die Hüftpfanne zu klein und flach ausgebildet ist, wird
krankungen wie Rheuma oder Gicht.
der Hüftkopf schlecht geführt und ist hohen Punktbelastungen ausgesetzt.
Die typischen, anfänglichen Symptome einer Arthrose sind
Die sogenannte Hüftdysplasie gilt als einer der Hauptfaktoren für den
Anlaufschmerzen zu Beginn einer Bewegung nach vorhe-
frühzeitigen Verschleiß dieses Gelenks.
riger Ruhephase oder Belastungsschmerzen. Im fortge-
Fingergelenke
schrittenen Stadium kommen Ruhe- und Nachtschmerzen
Die Fingerpolyarthrose tritt häufig bei Frauen ab dem fünfzigsten
hinzu. Der Leidensdruck ist dabei sehr unterschiedlich: Lebensjahr auf. Es wird vermutet, dass der Gelenkknorpel durch die
Hormonumstellung in den Wechseljahren anfälliger für Verschleiß ist.
Manche können mit Arthrose im Anfangsstadium kaum ge-
Die Fingergelenksarthrose erkennt man an den knotenförmigen Verdi-
hen, andere sind mit Arthrose im Endstadium noch in den
ckungen der Mittel- und Endgelenke der Langfinger. Aber auch beim
Westalpen unterwegs. Ein arthrotisches Gelenk zeigt
Klettern ist beispielsweise das Aufstellen der Finger auf Leisten (full grimp) und das Verdrehen in Fingerlöchern (pocket) schädigend. Bei
meist eine eingeschränkte Beweglichkeit, bei einer akti-
anhaltenden Schwellungen der Fingergelenke sollte auf ein dynamisches
vierten Arthrose treten Schwellungen und Ergüsse auf, die
Fingerboard-Training verzichtet werden.
zu einer zusätzlichen Bewegungseinschränkung führen.
fenen. Unbehandelt endet eine Tetanusinfektion (opens in a new tab)
ANZEIGE Bereits kleinste Verletzungen bergen ein Risiko (opens in a new tab)
immer tödlich (opens in a new tab).
• Das für Wundstarrkrampf verantwortliche (opens in a new tab), anaerobe Bakterium Clostridium tetani (opens in a new tab)
Schutz durch Impfung (opens in a new tab)
kommt unter anderem im Erdreich und im (opens in a new tab)
Eine Impfung kann eine Erkrankung verhindern. Der (opens in a new tab)
Kot verschiedener Tiere vor (opens in a new tab).
Impfstatus sollte regelmäßig überprüft werden, da die (opens in a new tab)
• Bereits kleinste Verletzungen (z.B. aufge- (opens in a new tab)
Grundimmunisierung im Kindesalter nicht lebenslang (opens in a new tab)
schürftes Knie nach einem Ausrutscher oder vorsorgt. Laut der Ständigen Impfkommission (STIKO (opens in a new tab)) Sturz) können das Risiko für Tetanus erhöhen (opens in a new tab). ist alle 10 Jahre eine Auffrischimpfung im Erwachse- (opens in a new tab)
• Einmal in den Körper eingedrungen, setzen (opens in a new tab)
nenalter notwendig. Bei größeren Verletzungen wird (opens in a new tab)
Ausreichend geschützt in (opens in a new tab)
die Outdoorsaison starten (opens in a new tab)
und größeren Muskelgruppen (opens in a new tab).
ßen zu können, sollten Sie sich keine Sorgen um eine (opens in a new tab)
Zeit für erste Mountainbiketouren, Klettern und Wan- muskelkrämpfe (opens in a new tab). derungen – zum Saisonstart sind Outdoor-Aktivitä- (opens in a new tab)
Sprechen Sie Ihre Ärztin oder (opens in a new tab)
Weitere Infos finden Sie hier (opens in a new tab).
ten nicht nur Gelegenheiten, Grenzen auszutesten (opens in a new tab), Risiken einer Infektion (opens in a new tab)
Ihren Arzt auf die Impfung gegen Tetanus an (opens in a new tab).
sondern bergen auch gewisse Risiken. Eine dieser Ge- (opens in a new tab)
Bei Krämpfen, die die Atemwege verengen, wird (opens in a new tab)
fahren wird oft übersehen: Tetanus, auch Wundstarr- die Krankheit lebensbedrohlich (opens in a new tab), weshalb meist (opens in a new tab)
Der Check Ihres Impfpasses verrät (opens in a new tab),
ob ihr Schutz aktuell oder eine (opens in a new tab)
Auffrischimpfung notwendig ist (opens in a new tab).
Infektionskrankheit (opens in a new tab).
ben laut Robert-Koch-Institut 10-20 % der Betrof- (opens in a new tab)
FITNESS & GESUNDHEIT
Diagnose und Therapie
Wenn anhaltende Gelenkbeschwerden auftreten, sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. Meist werden dabei klinisch Haltung und Statik untersucht, nach Entzündungszeichen geschaut sowie Stabilität und Beweglichkeit des betroffenen Gelenks geprüft. Die Devise in der Arthrosetherapie lautet: viel bewegen und wenig überlasten. Zu den geeigneten Sportarten zählen die meisten Ausdauersportarten. Radfahren, Mountainbiken und Schwimmen sind besonders gut, da die Gewichtsbelastung wegfällt. In den Bergen gilt die Empfehlung, bergab auf flachen Wegen mit Stöcken und leichtem Rucksack zu gehen. Eine Kniebandage gibt mehr Stabilität und verbessert die Koordination durch eine Vorspannung der Muskulatur. Nach längeren Belastungen hilft es, das Gelenk hoch- und kühlende Salbenverbände anzulegen. Bei schmerzhaften Schwellungen können schmerz- und entzündungshemmende Tabletten wie Ibuprofen und Diclofenac eingenommen werden. Auch Yoga- und Pilatesübungen tragen dazu bei, die verlorene Beweglichkeit und Spannung wieder zu erlangen.
Empfohlene Sportarten bei Arthrose X Radfahren und Mountainbiken X Schwimmen X Gehen und Walken X Yoga und Pilates X Skilanglauf und leichte Skitouren X Moderates Sportklettern
Ungünstige Sportarten bei Arthrose
X Hallenballsport X Kontaktsport X Langstreckenlauf X Expeditionsbergsteigen X Pistenskilauf
Neben einem gesunden Körpergewicht sollten Arthrose-Patient*innen auf eine ausgewogene Ernährung mit Zufuhr von wichtigen Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen achten. Nahrungsmittel mit einem hohen Gehalt an gesättigten Fettsäuren, Arachidonsäure und Harnsäure (fettes Fleisch, Wurstwaren, Alkohol und Nikotin) wirken sich eher ungünstig aus. Physiotherapie ist in allen Stadien der Arthrose wichtig. Eine gut trainierte Oberschenkelmuskulatur entlastet die Hüft- und Kniegelenke, indem Stöße besser abgefedert werden. Koordinations- und Gleichgewichtstraining, Manualtherapie oder Osteopathie können zur Besserung
56 DAV PANORAMA 2/2025
Radfahren und Mountainbiken ist meist bis ins höhere Alter – und auch mit der Diagnose Arthrose – gut möglich.
Mehr Hintergründe und Tipps (opens in a new tab)
genauso beitragen wie der Einsatz von Wärme und Kälte. Wenn eine operative Therapie unumgänglich ist, gibt es zwei Methoden. Ein kleinerer Knorpeldefekt kann in einer gelenkerhaltenden Operation oftmals behoben werden. Bei einem großflächigen Knorpelverlust mit freiliegendem Knochen und einem entsprechenden Leidensdruck ist jedoch der Einbau einer Endoprothese angezeigt. Dabei werden die Gelenkflächen durch Metallimplantate und einen puffernden Zwischenteil aus Kunststoff ersetzt. Beim künstlichen Hüftgelenk zeigt die Gleitpaarung zwischen einem Keramikkopf und einem Kunststoff-Inlay den geringsten Abrieb. Mit einem künstlichen Hüft- oder Kniegelenk sollten alle gemäßigten Bergsportdisziplinen wieder möglich sein. Bei angepasster gelenkschonender Belastung sind also viele Bergsportdiszipli- In seiner Praxis in
München behandelt
nen bis ins höhere Alter möglich. Insge- Dr. Christof Keinath samt bringt die regelmäßige sportliche insbesondere bergsport
bedingte Verletzungen
Betätigung in der freien Natur einen posi-
und Überlastungs
tiven, lebensverlängernden Effekt.
schäden.
MitCannabidiolbereitfür dienächsteTour (opens in a new tab)
Nach einem Tag in den Bergen machen sich Muskeln und Gelenke schon mal bemerkbar (opens in a new tab). Besonders wenn ordentlich Höhenmeter zu meistern waren oder mit der Zeit der Rucksack auf den Schultern gedrückt hat. Was dann für die nächste Wanderung helfen kann (opens in a new tab).
atürliche Wirkstoffe haben oft die Thermolat® aufgetragen werden. Der speziell (opens in a new tab)
Wanderstiefel anliegen. Gewonnen wird es (opens in a new tab)
hält lange vor. Verspannungen lösen sich (opens in a new tab).
aus den Blüten und Blättern der Hanfpfl anze (opens in a new tab), Eine Massage kann ihren Teil dazu beitragen (opens in a new tab), hat aber anders als Tetra- (opens in a new tab)
Kühlt & vitalisiert (opens in a new tab)
hydrocannabinol (THC (opens in a new tab))
lend. Durch die manuellen (opens in a new tab)
keine berauschenden oder (opens in a new tab)
Reize werden die Muskeln (opens in a new tab)
psychoaktiven Eigenschaf- (opens in a new tab)
gelockert. Das fördert die (opens in a new tab)
ten. Stattdessen können (opens in a new tab)
Versorgung mit Sauerstoff (opens in a new tab)
CBD-Hautgele eine Wohltat (opens in a new tab)
und mit körpereigenen Nähr- (opens in a new tab)
für beanspruchte Muskeln (opens in a new tab)
stoffen zur Vitalisierung und (opens in a new tab)
und Haut sein. Denn: Hoch (opens in a new tab)
Regeneration. Dafür genügen (opens in a new tab)
dosiert kann CBD die Haut in (opens in a new tab)
meist schon sanfter Druck und (opens in a new tab)
pfl egen und vor freien Radi- (opens in a new tab)
Belebt. Vitalisiert. Pflegt. Auch für eine schnelle Erfrischung (opens in a new tab)
gen auf den beanspruchten (opens in a new tab)
während oder nach einer Wanderung (opens in a new tab).
kalen schützen. Im Cannaxil (opens in a new tab)
Partien, wie z. B. Beinen (opens in a new tab),
Wärmt & regeneriert (opens in a new tab)
kühlendem Frescolat® ML (opens in a new tab)
können die CBD-Ge- (opens in a new tab)
kombiniert. Das erfrischt (opens in a new tab)
le ausgiebig je nach (opens in a new tab)
müde Beine und verspannte (opens in a new tab)
Bedarf einmassiert (opens in a new tab)
Muskeln. Ist Wärme nach (opens in a new tab)
der Anstrengung des Tages (opens in a new tab)
Mehr Infos dazu (opens in a new tab)
angenehmer, kann die (opens in a new tab)
gibt es unter (opens in a new tab):
Kombination aus CBD und (opens in a new tab)
cannaren-cannaxil.com (opens in a new tab)
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Wohltuende Wärme mit Thermolat® Für verspannte Muskeln ist eine Massage genau das Richtige (opens in a new tab). Cannaren W CBD-Gel* kann dabei helfen. Denn: Der Wärmeeff ekt seines speziellen Wirkstoff s Thermolat® baut sich langsam auf und hält auch noch lange nach der Massage an. Unterstützt wird dies durch Rosmarinöl. Außerdem pflegen das enthaltene Lipid Squalan und das CBD die strapazierte Haut (opens in a new tab). Cannaren W CBD-Gel* regeneriert (opens in a new tab), pfl egt und entspannt (opens in a new tab).
Unterwegs
im Eis
5
Gletschertouren – Taktik, Route, Risiko
Zerrissene Gletscherbrüche, eisige Flanken, ausgesetzte Grate auf Eisriesen – wer träumt nicht davon? Doch das Begehen von Gletschern erfordert neben Kenntnis der Seil- und Sicherungstechnik auch einen guten Blick für Gelände und Routenwahl, Wissen über typische Risiken
sowie eine versierte Taktik.
Text: Max Bolland Illustrationen: Georg Sojer
uf Hochtour verlassen wir häufig die markierten Wege, allenfalls Steinmänner und Wegspuren die-
Agilt: Groben Routenplan entwickeln, Stück für Stück ver-nen als Orientierungshilfe. Im weglosen Gelände
feinern und anpassen, „Schwachstellen“ (flach, gut begehbar) des Geländes erkennen und nutzen.
Gelände & Routenwahl
Die Alpengletscher schmelzen rasant, Zu- und Abgänge werden dadurch aufwendiger, schwieriger und oft auch gefährlicher. Karten und Führerliteratur helfen meist nicht weiter, da sich die Wegführung jährlich teils drastisch verändert. Verlässliche Informationen zu aktuellen Verhältnissen erhält man am besten auf den lokalen Hütten und Bergführerbüros oder in Tourenforen. Häufig erreicht man Gletscher über die Seitenmoräne. Der Moränenrücken ist in der Regel gut zu begehen und wird für den Aufstieg genutzt, bis man an geeigneter Stelle auf den Gletscher wechseln kann. Die Flanken von Moränen sind steil und voll losem Geröll und Blockwerk, für ihre Überwindung möglichst niedrige und flache Bereiche wählen. Im Idealfall – z. B. auf Standardtouren – findet sich ein deutlich ausgetretener Pfad und Steinmänner markieren den Weg. Ausgeschmolzene Gletscherschliffplatten stellen oft eine weitere Hürde dar und können erste Kletterfertigkeiten erfordern. Taktiktipp: Müssen Gletscherzustiege im Dunkeln bewältigt werden ( 1 , 2 ), empfiehlt es sich, den Zustieg am Tag vorher zu erkunden. An den Gletscherrändern besteht
58 DAV PANORAMA 2/2025
häufig Steinschlaggefahr aus der Seitenmoräne: Vorsicht bei der Wahl von Sammelplätzen ( 3 ), um
Gurt, Steigeisen und Seil anzulegen. Um Zeit zu sparen,den Klettergurt bereits auf der Hütte anziehen, das Seil
vorbereiten und die Steigeisen griffbereit im Rucksack verstauen. Üblicherweise zieht man am Gletscher die Steigeisen an, nur auf sehr flachen, ebenen Gletschern oder bei extrem weichen Schneeverhältnissen kann man darauf verzichten – aber Vorsicht: Sind Spalten zu überwinden 1 oder befindet sich Blankeis unter dem „Sulz“, sind Steigeisen unabkömmlich. Eine Antistollplatte gehört prinzipiell unter jedes Gletschersteigeisen. Nur wenn der Gletscher komplett schneefrei und alle Spalten sichtbar sind, kann aufs Anseilen verzichtet werden. Ansonsten geht man als Gletscherseilschaft, die ideale Größe für leichtere Gletschertouren sind drei bis fünf Personen. Je mehr Personen, desto leichter kann ein Spaltensturz von den Seilschaftsmitgliedern gehalten werden. Wird das Gelände steiler und/oder technisch anspruchsvoller (z. B. durch einen Gletscherbruch), ist eine große Seilschaft deutlich „immobiler“ und benötigt perfekte Abstimmung der einzelnen Personen. Im schlechtesten Fall behindern oder gefährden sie sich untereinander.
Angepasste Lösungen finden Auf Hochtour wird es immer Grenzbereiche geben. Was tun, wenn auf steileren Abschnitten sowohl Absturz- und
4
3
2
Mitreißgefahr als auch Spaltensturzgefahr besteht? Ohne Seil ist ein Spaltensturz fatal. Mit Seil kann die Mitreißgefahr die gesamte Seilschaft ins Verderben führen. Und das Sichern von Fixpunkt zu Fixpunkt ist sehr zeitaufwendig. Ein Patentrezept gibt es nicht, sondern aus dem Dreiklang aus Anforderung, Verhältnissen und Können der einzelnen Gruppenmitglieder gilt es, die an die Situation optimal angepasste Lösung zu finden. Wichtig: Bereits in der Planung bedenken, ob Tourenanforderung und Verhältnisse zur Gruppe und zum Können der Einzelnen passen. Immer ausreichend Puffer für Unvorhergesehenes einplanen. Mit Taktik und Routenwahl am Gletscher können auch heikle Passagen auf ein vertretbares Risiko reduziert werden. Typische Gefahrenstellen wie Gletscherbrüche und Spaltenzonen ( 4 ) lassen sich aus der Karte lesen, ihre Überwindbarkeit kann jedoch nicht aus der Karte entnommen
SO GEHT DAS!
Hochtouren sind anspruchsvolle alpinistische Unternehmungen. Je nach Situation, Können und Gelände sind ganz unterschiedliche Maßnahmen erforderlich. In Kursen werden die nötigen Fähigkeiten vermittelt, wer nicht versiert ist, sollte sich vom Profi führen lassen.
werden. Weitere Spalten müssen auch im Gelände erkannt werden. Typische Zonen sind im Bereich oberhalb von Aufsteilungen sowie an Rücken und Rändern (Zugbereich). Spaltenarm sind üblicherweise Mulden (Stauzone) und gleichmäßig geneigte Bereiche. Sind Spalten partiell offen, kann man daraus auf ihren weiteren Verlauf im Gelände schließen. Auch anhand der Schneestruktur (leicht eingesunken, wirkt dunkler) können sie erahnt werden. Spalten werden entweder umgangen oder im 90-Grad-Winkel zu ihrem Verlauf überwunden, dabei ist gute Kommunikation in der Seilschaft wichtig, besonders wenn ein großer Schritt oder gar ein Sprung nötig ist. Man bleibt möglichst lang in der Linie, bis die gesamte Seilschaft die Spalte überwunden hat. Die schwerste Person geht im Aufstieg am Anfang, im Abstieg am Ende – das erleichtert das Halten eines Spaltensturzes. Sind Steilpassagen unumgänglich, auf ideale Linie achten: Schwachstelle suchen, flachere Passagen nutzen, Auslauf (Absturzgefahr?) beachten, Aufschwung möglichst geradlinig (vertikal oder diagonal) überwinden und horizontale Querungen vermeiden, im Zweifelsfall sichern ( 5 , 6 ). Gefahren wie Eis- (Seracs) oder Steinschlag müssen erkannt und gemieden werden. Sind solche Passagen „unumgänglich“: Maximal Abstand halten und die Gefahrenzone möglichst zügig überwinden. Auf Steinschlagzonen weisen helle Ausbrüche in den umgebenden Wänden und frisches Gestein auf dem Gletscher hin. Viele Übergänge, Pässe und Grate sind zunehmend aper und problematisch zu begehen (Vorsicht, Steinschlag), idealerweise einzeln oder nicht übereinander gehen, wenn dies nicht möglich ist, dicht zusammenbleiben. Ist die Mitreißgefahr zu groß, wird auf das Seil verzichtet ( 7 ). Wer sicher auf Hochtouren unterwegs sein will, sollte nur langsam
Max Bolland (opens in a new tab)
Länge und Anspruch der Touren
arbeitet als Berg- (opens in a new tab)
steigern. Die alpine Lernkurve ist führer und Ausbil- (opens in a new tab)
der in der Trainer- (opens in a new tab)
insbesondere im Hochgebirge
ausbildung des DAV (opens in a new tab).
keine steile!
erlebnis-berg.com (opens in a new tab)
2/2025 DAV PANORAMA 59
Hans-Christian Hauser (isny-oper.de (opens in a new tab))
Der Bezug zu den Bergen ist bei Hans-Christian Hauser einigermaßen plausibel, ist er doch in Isny aufgewachsen, einem kleinen Städtchen im Allgäuer Voralpenland, wo die Berge losgehen. Von hier aus erkundet Hauser immer wieder „seinen“ Alpenkorridor. Dieser reicht, besonders formenreich mit klassischen, felsgrauen
Gipfeln und grünen, steilen Grasflanken, von den Allgäuer und Lechtaler Alpen über den Bregenzerwald weiter ins Engadin und Tessin. Zwischen Mai und November, so erzählt Hauser, macht er als „klassischer Sommergeher“ etwa 25 Touren. Dabei extrem früh aufzustehen
Passion Berge, Passion Kunst
„Ich muss das einfach machen“
Benjamin Vogel (benjamin-vogel.de (opens in a new tab))
seiner Kindheit und Jugend mit den Eltern um die dreißig Mal in Reith bei Seefeld war und der
Auf das Kulturelle kommt auch Benjamin Vogel Tiroler Ort zur zweiten Heimat wurde. In diebald zu sprechen, wenn er von den Alpen redet. sen Urlauben, so weiß er aus Erzählungen, hat Eines der Themen, für die er sich begeistern er schon als kleiner Junge mit Filzstiften Landkann: der einstige Bergbau. Schließlich stammt karten gezeichnet. Überhaupt war wohl schon Vogel aus dem Ruhrgebiet, lebt in Dortmund. früh ein gewisses Talent zu erkennen, eine Nicht wenige, die seine Bilder betrachten, sind große Vorstellungskraft und ein ausgeprägtes über seine große Affinität zu den Bergen ver- räumliches Denken, das ihn bis heute besonwundert. Für jene, die die Alpen direkt vor der ders interessiert. Haustür stehen haben, erscheint es mitunter
Statt aber das, was er über die Jahre so genau
eigenartig, wenn ein „Nordlicht“ Bergthemen kennengelernt hatte, direkt festzuhalten, ging als Sujet hat. Und auch im Ruhrgebiet ist man Vogel einen anderen Weg: Vor etwa zwanzig
Wenn aus Mathematik
immer wieder überrascht, dass er sich mit Ber- Jahren begann er, Berglandschaften zu erfin-
und Malerei fiktive Berg- gen auseinandersetzt. Seine persönliche Ver- den, zu entwickeln und zu malen. Die erste landschaften entstehen. bundenheit gründet vor allem darin, dass er in Landschaft, die seiner Imagination entsprang
60 DAV PANORAMA 2/2025
MENSCHEN
kommt für ihn nicht in Frage. Für sportlich sitären Umfeld auch auffällig international auf-Ambitionierte wäre das durchaus ein Problem. gestellt. Unterwegs zwischen vielen Sprachen, Aber: „Ich bin kein Sportler, sondern Künstler.“ hält er als Festivalleiter die organisatorischen Ein vielseitiger noch dazu: Er hat Kirchen- Fäden in der Hand, komponiert und dirigiert. musik studiert, spielt Geige, Klavier und Orgel. Im Rahmen des Programms, zu dem sich über Ende der 1980er Jahre kreierte er das Isny die Jahre auch kleine Konzerte, Mittagsmusi-
Als künstlerischer Leiter
Opernfestival. Das kleine Landesfestival von ken und Filme gesellt haben, führt Hauser Re-
des Isny Opernfestival
Baden-Württemberg gibt in diesem Jahr zum gie; er mimt den Odysseus und tanzt (und rei-
sucht Hans-Christian
nunmehr 37. Mal begabten Student*innen und tet) dafür auch schon mal.
Hauser immer wieder die
jungen Absolvent*innen verschiedener Musik-
Außerdem wäre da noch das Malen: Ist Hau-
Verbindung von Musik,
hochschulen die Chance, ihre Fähigkeiten in ser auf seinen Touren meist zwischen achthun- Architektur und Natur. szenischen Stücken – sei es Oper, Operette oder dert und zwölfhundert Höhenmeter den Berg Revue – ihrem Publikum zu präsentieren. Trotz hinaufgestiegen – „ich schau, dass ich zügig aller regionalen Prägung ist das Festival unter hochkomme“, zückt er nach einer kleinen Ves-Hauser durch das Rekrutieren aus dem univer- per, ein bisschen Fotografieren und Berge- u
Die Berge – für viele ein Lebenselixier! Mit ihren gewaltigen Formen und wechselnden Stimmungen, in ihrer Beständigkeit und steten Veränderung sind sie für den Opern-Dirigenten Hans-Christian Hauser und den Lehrer Benjamin Vogel immer auch Inspirationsquelle der eigenen Kunst.
Text: Nadine Ormo
Dies ist eine Einladung, gemeinsam mit Hans-Christian Hauser und Benjamin Vogel gedanklich durch ganz reale Bergwelten zu wandern. Ebenso wie durch solche, die einzig der menschlichen Imagination entspringen. Was beide Künstler im Gepäck (dieser Wanderung und des Lebens) mit sich führen, ist ein enger Bezug zu den Bergen, der sich schon in frühester Kindheit abzeichnete.
und die sich heute mit den Augen erkunden lässt, war das Langseetal – eine Landschaft, in die seine eigenen Urlaubs- und Reiseerfahrungen einflossen. Gleichzeitig ist es eine Urgesteinslandschaft mit Vergletscherung, Granitzacken und allem, was einem in den Sinn kommen mag, wenn man an die Alpen denkt.
Um seine künstlichen Berglandschaften auf Papier zu bringen, betreibt Benjamin Vogel gewissermaßen Kartografie rückwärts: „Ich erfinde kartografisch diese Landschaft, um die
kartografische Aufsicht dann mathematisch in eine Ansicht zu übersetzen. Und wenn mir Entwürfe gefallen, dann beginne ich mit dem Malen.“ Seine Kartenkunst basiert auf händischen Prozessen, die sich über die Jahre verän- u
2/2025 DAV PANORAMA 61
Identifizieren seine Malutensilien. Die Energie des Mal, ob ich das jetzt will. Sondern ich mach dafür, so ganz neben dem Wandern, hat er auch das einfach.“ im sechsten Lebensjahrzehnt. „Für mich liegt
So entstehen, verrät er, kleinformatige Bilder,
es als Künstler im Blut, dass ich dann ein Bild die in Aquarell- und Pastelltechniken seine Einmalen muss. Das ist für mich eine feste Übung, drücke festhalten. Das Format dieser Miniatuso als wenn man Klavier spielt oder als Ballett- ren wiederholt sich serienartig ein Jahr lang. tänzer einfach tanzt. Ich überlege also nicht je- Was sich währenddessen immer wieder ändert,
Auf alpenverein.de gibt es weitere Einblicke ins Schaffen beider Künstler (opens in a new tab).
Berge in Serie: Wenn möglich stets neue Gipfel besteigen – und dann ein Bild von dort mitbringen.
derten. Brachte er die Karten früher mit einem ihn umtrieb: Wie sähen die Alpen aus, wenn es dünnen Tuschestift und mit einer Zeichenfeder erdgeschichtlich anders gelaufen wäre? Seine auf Architektenpapier, entdeckte er später die künstlerische Antwort: „Nahe vom Gotthard-Vorzüge von Photoshop, was seine Arbeiten fast massiv bastelte ich einen großen weißen Fleck wie ein echtes Kartenbild erscheinen lässt.
in die Landschaft. Ich suchte dabei das völlig
Zu den erfundenen Landschaftsbildern des übersteigerte, alpine Klischee und endete also Langseetals hat Vogel inzwischen gar einen mit zwei schneebedeckten Bergen, die knapp
Der „Berg-Fake“
Wanderführer geschrieben, in dem sich neben über fünftausend Meter hoch sind.“ vierzig Wanderungen und Hochtouren auch rei-
Zum anderen sind da die Märkischen Berge – spricht ganz
sepraktische Informationen finden zu der Berg- ein Gebirge, das Vogel direkt vor seiner Haustür reale Erinneregion mit ihren Gipfeln bis 3795 Metern Höhe. in die Realität hineingepackt hat und das seiner rungen der Be-Zwei weitere Projekte begleiten ihn seit eini- persönlichen Wunschfantasie entspricht: am trachtenden an. ger Zeit: Zum einen sollten die Alpen doch bitte Dachfenster zu stehen, über den kleinen Hügel mit einem echten Fünftausender gekrönt wer- hinüberzuschauen, den es da gibt, und die Berge den. Also holte er sich bei der Schweizer Lan- zum Greifen nah zu haben. deskartografie die Erlaubnis, mit einer von de-
Dass sich die Alpen in den vergangenen Jahren
ren Karten arbeiten zu dürfen. Die Frage, die zunehmendveränderthaben,gehtauchanVogels
62 DAV PANORAMA 2/2025
MENSCHEN
Mit künstleri-
schem Blick – sind die Farben. Je nach Jahreszeit und Wetter- der Allgäuer und der Lechtaler Grasberge im
die Berge
lage, Erlebnis und Adrenalin: „Ich beeinflusse Juni und Juli geht mir wirklich das Herz auf.“
ausgiebig er-
das gar nicht bewusst, sondern ich führe da …“
An der Schönheit der Blumen ist Hans-Chris-
– er deutet eine Geste des schnellen Zeichnens tian Hauser ähnlich stark gelegen wie an der
forschen, die
an – „… Pastellkreiden und Aquarellpinsel rasch Schönheit der vielen kleinen Kirchen und Ka-
Zusammenhän-
und konzentriert übers Papier. Wenn ich wieder pellen im alpinen Gebiet. So hatte er eine ganze
ge begreifen.
unten bin, sehe ich, wie’s eigentlich war auf dem Zeit bei Streifzügen durch die Alpen seine Gei-Berg. Das Aquarell bearbeite ich dann auch ge dabei und hat immer wieder in solchen nicht weiter nach, sondern es ist, wie’s ist.“ Es Kirchlein gespielt. Er versucht, das große Gansind immer wieder flüchtige Momente, die Hau- ze der Berge zu erfassen und zu genießen. Vor ser einfängt. Erahnt man in dem einen Bild das allem ist es die zivilisatorische, die kulturelle nahende Gewitter, ist es im anderen eine Berg- Kraft, die er in den Alpen besonders deutlich blumenwiese mit ihrer farbenfrohen Opulenz. wahrnimmt, die er hier viel stärker verankert Kein Wunder, sind doch Blumen für Hauser die sieht als in anderen Gebirgen der Welt und die Hauptattraktion der Berge: „Bei der Blütenpracht ihn fasziniert.
Am Anfang war die Idee einer erfundenen Landkarte. In dieser legt Benjamin Vogel Blickwinkel fest, die er in exakt konstruierte, gemalte Ansichten überführt.
Kunstnichtvorbei:„DieersteKartevomLangsee- und Kunst. Nach einem Umweg über das Bautal habe ich 2001 gezeichnet. Da sind die Glet- ingenieursstudium für ihn etwas verspätet „ein scher noch sehr viel größer als jetzt, auf der Ver- Volltreffer“, wie er es formuliert. Denn schon dasion von 2023. Im Hinterkopf habe ich auch noch mals erkannte er, dass er recht gut erklärt und eine entsprechende Karte von 2100, wo so gut Freude daran hat. Sein Lebensmodell gibt ihm wie gar kein Gletscher mehr zu sehen sein wird.“ nun die Freiheit, nicht von der Kunst leben zu Vor allem an den Wochenenden oder in den müssen. Genauso wie die Freiheit zu künstleri-
Nadine Ormo schreibt
Ferien kann Benjamin Vogel seinen eigenen schen Experimenten. So ist die Kunst sein Le-
regelmäßig für die
künstlerischen Ideen Raum geben. Überwie- benselixier. „Wenn ich keine Kunst mache, dann DAV-Redaktion. Berge
interessieren sie vor
gend arbeitet er als Realschullehrer und unter- fehlt mir was. Da gibt es keine Diskussion, ich
allem abseits des rein
richtet auf einer Dreiviertelstelle Mathematik muss das einfach machen.“
Sportlichen.
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Dauer: 4 Tage
Max. pro Tag: 43 km, 830 Hm ↗, 1170 Hm ↘
Höchster Punkt: Piz Nair (3055 m)
Ausrüstung:
Mountainbike, Helm, Schutzausrüstung, Kleidung für vier Tage
Schwierigkeit:
Meist zwischen S0 und S2, kurze Abschnitte S3
Beste Zeit: Juli - September
Mountainbiken bei Davos
Kids auf Trails
Darin sind wir uns doch alle einig: Gemeinsam biken ist eindeutig schöner als allein. Warum sollte dies bei Kindern anders sein? Schon oft hatte ich die bittere Erfahrung machen müssen, dass mein Sohn für eine Runde auf dem Bike mit dem Papa nur schwer zu begeistern ist. Als ich zuletzt mit drei befreundeten Papas auf Alpencross ging und dabei natürlich auch richtig Spaß hatte, war schnell klar: Diese Freude möchte ich mit meinem Sohn teilen.
Text und Fotos: Markus Liebe
64 DAV PANORAMA 2/2025
ir suchen also nach den bestmöglichen Rahmenbedingungen für
W
unsere Viertagestour mit vier Kin-
dern: epische Trails, bestenfalls mit ein paar Sprüngen, mal technisch, mal geschmeidig und mit einem Bikepark mit Flowtrails. Zudem soll der eine oder andere Transfer lieber mit Bus und Bahn abgekürzt werden können, damit die Motivation hoch bleibt und die Energie für die Trails aufgehoben wird. Schnell ist klar: Der perfekte Ort für eine Mehrtagestour mit Kids ist dort, wo alle von den guten Trails schwärmen und ein perfekt ausgebautes Netz an Bus, Bahn und Liften existiert – in der Schweiz, genauer gesagt in Grau-
Am Gipfel des Piz Nair ist das Maskottchen von Graubünden zu finden: ein großer Steinbock, der mit Stolz über das komplette Inntal blickt. Auch Danny MacAskill stand hier, und so wollen die Kids natürlich entsprechend posieren.
GRAUBÜNDEN
bünden. Doch wo starten, wo genau langfahren, wo Zwischenstopps einplanen und welchen Bikepark ansteuern? Alles wichtige Fragen, auf die es wiederum keine einfachen Antworten gibt. Denn eine traurige Tatsache ist: Für die Planung von Mehrtagestouren mit Kids gibt es bis heute kein vernünftiges Nachschlagewerk. Warum also nicht direkt in Graubünden anrufen und sich wertvolle Tipps von denjenigen einholen, die die Trails gemacht haben und am besten kennen? Eine klasse Idee – denn nach wenigem Hin und Her und kleinen Korrekturen haben wir einen Plan.
Los geht’s am Starttag mit dem Alps Epic Trail. Die ersten Meter verlaufen auf einem
2/2025 DAV PANORAMA 65
breiten Schotterweg, der erst leicht bergab, dann wieder bergauf führt, um uns dann auf den legendären Alps Epic Trail mit knapp vierzig Kilometer Länge zu entlassen. Die Kids sind etwas enttäuscht, weil doch einige knackige Passagen gemeistert werden müssen und es noch immer nicht wirklich bergab geht. Doch dann ist es endlich so weit: Moderat und über viele Wellen lässt es sich wunderbar ins Tal surfen. Ein letztes Mal durch den Wald, um kurze Zeit später nach Sertig abzubiegen. Am Ende des kleinen urigen Dorfs geht es kurz steil hinauf zu einem Höhenweg, der stets leicht bergauf bis nach Abirügg führt. Vor allem im Wald gibt es immer wieder kurze knackige Anstiege, die
66 DAV PANORAMA 2/2025
Moderat und über viele Wellen lässt es sich wunderbar ins Tal surfen.
volle Aufmerksamkeit erfordern. Dass die Biketrails in der Schweiz größtenteils von den Wanderwegen getrennt sind, macht die ganze Sache entspannter.
Ab Monstein, einem wunderschönen Dorf, wie man es von typischen Schweizer Postkarten kennt, geht es dann nach einer kurzen Abfahrt wieder leicht bergauf. Aus Straße wird Schotter und aus Schotter ein etwas gröberer und steiler Karrenweg. Alles in allem sind die letzten 150 Höhenmeter aber gut machbar. Der folgende Trail ist mit Schwierigkeiten zwischen S0-S1 ganz moderat, meistens leicht und führt immer am Hang entlang. Auch wenn das Gelände recht steil abfällt, ist der Trail nie richtig ausgesetzt. Schon bald erreichen wir unsere heutige Unterkunft, den Sägässähenki. Der Dachstuhl des Bauernhofs wurde erst 2023 mit neuen Ferienwohnungen ausgebaut. Eines ist gewiss: Auf der Dachterrasse kann man den Tag mit einem leckeren Kaltgetränk bestens Revue passieren lassen.
In Jenisberg startet Tag zwei wieder mit einer Abfahrt. Der erste Abschnitt hat ein, zwei schärfere Spitzkehren, die man nicht fahren kann, aber ansonsten ist alles gut machbar. Unten angekommen, rollen wir direkt auf eine steinerne Brücke zu. Hier ist eine Tafel angebracht, die via QR-Code auf das „Home of Trails“-Video verweist, bei dem Danny MacAskill mal eben auf die Mauer sprang und dabei über die Brücke rollte – neunzig Meter über dem Abgrund.
GRAUBÜNDEN
Breite Wege bis schmale Trails: Im Mountainbike-Paradies Graubünden ist für jeden Geschmack etwas dabei. Um die
der Rhätischen Bahn abgekürzt werden, deren berühmtesKraft für die Trails zu sparen, können Transfers z. B. mit
Landwasserviadukt schon auf dem Bike beeindruckte.
GPX-Tracks und Tipps für die Planung von MTB-Touren mit Kids (opens in a new tab)
MTB-MEHRTAGESTOUR MIT KIDS Anspruchsvolle Mehrtagestour, bei der gute und solide Fahrtechnik vorausgesetzt wird. Die Trails sind aber niemals ausgesetzt oder mit Absturzgefahr. Die Tour ist gut für Kids ab zehn Jahren geeignet, die bereits Trails auf S2-S3-Niveau sicher beherrschen, über den Tag bis zu tausend Höhenmeter und Strecken bis ca. vierzig Kilometer fahren können. Anreise: Mit der Bahn nach Davos Dorf. Übernachtung bspw. im Hotel Strela. Beste Zeit: Juli bis September, abhängig von den Schweizer Bergbahnen, die in der Regel im Laufe des Junis den Sommerbetrieb aufnehmen.
Übernachtung:
X Sägässähenki Jenisberg, jenisberg.ch X Hotel Morteratsch, morteratsch.ch (opens in a new tab)
Die Etappen:
Tag 1: Jakobshornbahn ganz hoch – Alps Epic Trail – Sertig – Äbirügg – Bergstation Rinerhornbahn – Jenisberg: 30 km, 420 Hm ↗, 1440 Hm ↘ Tag 2.1: Jenisberg – Bahnstation Wiesen – Landwasserviadukt – Filisur – Transfer mit der Rhätischen Bahn nach Preda: 9 km, 80 Hm ↗, 530 Hm ↘ Tag 2.2: Preda – Albulapass – Albula Trail – La Punt – Lej Da Gravatscha – Pontresina – Morteratsch: 34 km, 750 Hm ↗, 640 Hm ↘
Ospizio Bernina: 6 km, 210 Hm ↗, 210 Hm ↘Tag 3.1: Morteratsch – Morteratschgletscher – Morteratsch – Transfer mit der Rhätischen Bahn nach
Tag 3.2: Ospizio Bernina – Passo del Bernina – La Rosa – Pedecosta – Raviscé – San Carlo – Poschiavo
– Transfer mit der Rhätischen Bahn zurück nach Ospizio Bernina: 19 km, 100 Hm ↗, 1340 Hm ↘ Tag 3.3: Ospizio Bernina – Alp da Buond Sur – Bernina Suot – Morteratsch: 11 km, 20 Hm ↗, 380 Hm ↘ Tag 4.1: Morteratsch – Celerina: 11 km, 20 Hm ↗, 180 Hm ↘ Tag 4.2: Marmotta Flowtrail: 3 km, 190 Hm ↘ Tag 4.3: Olympia Flowtrail: 4 km, 430 Hm ↘ Tag 4.4: Piz Nair – Champfèr – St. Moritz Bhf: 13 km, 40 Hm ↗, 1240 Hm ↘
Karten und Guide: graubuenden.ch/bike (opens in a new tab)
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EXPLORE THE ALPS (opens in a new tab)
ab € 59,80 (opens in a new tab)
pro Person (opens in a new tab)
Explorer Hotels Entwicklungs GmbH, An der Breitach 7, 87538 Fischen (opens in a new tab), GF: K. Leveringhaus (opens in a new tab)
GRAUBÜNDEN
Meist können die Kids es kaum erwarten, sich in die Trails zu stürzen – ab und an bringt die spektakuläre Aussicht aber sogar sie zum Anhalten.
„Nicht nachmachen!“ steht auf der Tafel. Die Kids staunen nicht schlecht und hätten Danny natürlich gerne live dabei gesehen.
Heute steht außerdem die Passüberschreitung ab Preda aus eigener Muskelkraft auf dem Programm. In Summe rund 550 Höhenmeter auf der wenig befahrenen Straße bei moderater Steigung. Hier kommt es darauf an, sein eigenes Tempo zu fahren. Jede*r für sich
– aber bestenfalls zu zweit zur Unterhaltung. Nach einem leckeren Mittagessen freuen wir uns bei strahlendem Sonnenschein auf den lang ersehnten Albulat Trail über die schöne Hochebene. Er führt erst leicht hinauf, ab der Mitte nimmt der Trail richtig Fahrt auf und so surfen und hüpfen wir über grüne Wiesen immer der Waldgrenze entgegen. Im Wald wechselt der Charakter des Trails schlagartig. Aus S0-S1 werden viele steinerne und verblockte S2-Passagen. Dieser Abschnitt ist aber zum Glück kurz.
Unsere heutige Unterkunft ist das Hotel Morteratsch, das es schon seit über hundert Jahren gibt. Damals hörte der Morteratschgletscher nicht weit hinter dem Hotel auf. Wo sich der Gletscher heute befindet, wollen wir uns morgen aus der Nähe anschauen. Tag drei beginnt mit einem kurzen Bike und Hike – dank zwei Übernachtungen im Hotel Morteratsch können wir dabei auf das meiste Gepäck verzichten. Wir fahren ins Tal hinein und werden Zeugen, wie sich der Gletscher über die letzten 150 Jahre nach und nach zurückgezogen hat – erschreckend! Der anschließende Hike auf die großen Felsvorsprünge ist kurzweilig und die
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Aussicht grandios! Die Abfahrt später macht richtig Laune, doch Vorsicht ist geboten. Auch die Kids müssen sich hier zügeln, rechts fahren und ihr Tempo in unübersichtlichen Kurven drosseln, denn es ist auch eine sehr beliebte Wanderstrecke.
Nach einer langen, epischen Abfahrt gibt es leckere Pinsa in Poschiavo, dann nehmen wir den Zug retour zum Lago Bianco und fahren ohne Höhenverlust und vor herrlicher Gletscherkulisse auf einem relativ anspruchsvollen Trail bis zum Ende des Sees, bevor es mit einigen spaßigen Abschnitten weiter Richtung Morteratsch geht. Ganz zum Schluss wird’s noch mal richtig flowig, und so kommen wir alle mit einem breiten Grinsen am Hotel an.
Nachdem die Kids den Vormittag unseres vierten Tages – endlich – auf den legendären Flowtrails oberhalb von St. Moritz verbracht haben, entscheiden wir uns am Nachmittag für die finale Top-to-Bottom-Abfahrt. Und zwar vom 3055 Meter hohen Piz Nair hinab bis auf 1800 Meter. Dafür braucht es ausgeruhte Kids mit guter Aufmerksamkeit und Konzentration. Der Trail beginnt mit der Querung einer größeren Altschneedecke, dann moderat über hochalpine steinerne Schotterwege, bevor er immer gröber wird. Die Kids meistern dieses steile Stück mit Bravour. Auf der „letzten Meile“ wartet dann der richtig schöne Fopetta Flowtrail auf uns – mit kleinen Drops, Tables sowie schön angelegten Northshores und Anliegerkurven. Unten in St. Moritz angekommen, rollen wir bis zum Bahnhof und klopfen uns alle auf die Schulter – was für ein Erlebnis!
Für die finale große Abfahrt vom Piz Nair braucht es ausgeruhte Kids mit guter Aufmerk samkeit und Konzentration.
Markus Liebe, Jahrgang 1975, hat das Biken schon sehr früh für sich entdeckt. Anstatt im steigenden Alter den Puls hoch zu jagen, war schnell klar: Biken mit den eigenen Kids macht mehr Spaß und ist viel entspannter.
Ausgabe 2/2025
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Das Grüne Herz belebt den Sommer
Vier Erlebnisregionen in der Steiermark
FÜR ALLE BERGSPORT-BEGEISTERTEN
Auf den folgenden Seiten finden Sie attraktive Produkte, Reiseangebote und Kleinanzeigen unserer Kunden
PARC ELA TREK
BEI SCHLECHTEM WETTER SONNIGER SÜDEN PORTUGALS
In 17 Etappen führen Wander- Für alle Berg- und Wander- An die Algarve locken 2025/26 wege auf Alpstufe rund um den touren sind diese leichten und zahlreiche Wanderfestivals mit
größten Naturpark der Schweiz. robusten Jacken super geeignet. Natur, Kultur und Gastronomie.
Erlebnisregion Murau In den südlichen Tauern, in Höhenlagen zwischen 700 und 2800 Metern, liegt die steirische Erlebnisregion Murau, eine einzigartige Kombination aus malerischen Berglandschaften, idyllischen Tälern und Almen sowie Wiesen und Wäldern in sattem Grün. In den Murauer Bergwelten findet man unter anderem die „Acht Bergpersönlichkeiten“ (opens in a new tab): Preber, Kornock, Kreischberg (opens in a new tab), Frauenalpe, Grebenzen, Greim (opens in a new tab), Lachtaler Zinken und den Zirbitzkogel (opens in a new tab). 40 kristallklare Natur- und Badeseen und imposante Wasserfälle, darunter der höchste Wasserfall der Steiermark, der Günster Wasserfall, sorgen für Erfrischung. Ob zu Fuß oder mit den Sommer-Bergbahnen, die Berge und Wälder laden ein zu unvergesslichen und wohltuenden Wandererlebnissen. Die Gegend ist (opens in a new tab)
Steiermark
perfekt geeignet für Familien, denn entlang der Wander- und Radwege liegen immer wieder Spielplätze und unterschiedliche Themenpfade (opens in a new tab). Darüber freuen sich vor allem die Kinder (opens in a new tab). Ob mit dem klassischen Tourenrad, dem Renn- (opens in a new tab)
Info (opens in a new tab): regionmurau.at (opens in a new tab)
Das Grüne Herz belebt den Sommer
Region Erzberg Leoben (opens in a new tab)
70 PANORAMA promotion 2/2025
der Styrian Iron Trail in zehn abwechslungsreichen Etappen durch die gesamte Abenteuer- und Sportregion. Dank guter Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr lässt sich die Wanderroute flexibel anpassen (opens in a new tab). Ein empfehlenswerter Einstiegspunkt für eine verkürzte Tour ist die idyllische Ortschaft Radmer. Hier lohnt sich ein Abstecher in das handgeschlagene Kup- (opens in a new tab)
ferschaubergwerk, bevor es weiter in die historische Bergbaustadt Eisenerz geht. Kurz darauf erreicht man den sagenumwobenen Leopoldsteinersee, der mit seinem glasklaren Wasser Erfrischung bietet. Von hier führt der Weg in die Bergwelt des Hochschwabmassivs (opens in a new tab). Nach einer Übernachtung auf der mit dem Umweltgütesiegel des Alpenvereins prämierten Sonnschienhütte wartet das nächste Naturjuwel (opens in a new tab): der malerische Grüne See. Den Abschluss der Etappe bildet Vordernberg, wo mit dem historischen Radwerk IV der letzte erhaltene Holzkohlehochofen der Welt bestaunt werden kann. Wer sich anschließend danach sehnt (opens in a new tab), zwischen Almen und Berggipfeln tief durchzu- (opens in a new tab)
Info (opens in a new tab): erzberg-leoben.at (opens in a new tab)
Thermen- & Vulkanland Steiermark Im Sommer dreht sich im Südosten der Steiermark alles um die Bewegung in der Natur (opens in a new tab), belebendes Thermalwasser und regionale Spezialitäten. Genusswandernde können sich über zahlreiche Themenwanderwege freuen, von denen viele durch Weingärten führen. Die Orte Bad Loipersdorf, Riegersburg und Unterlamm sind Teil von Österreichs Wanderdörfern und bieten abwechslungsreiche Touren. Mit der digitalen Wandernadel können sich Wandernde nach Erreichen der Wanderziele Auszeichnungen holen (opens in a new tab)
– und am Wegesrand immer wieder einen Einkehrstopp einlegen. Denn bekanntlich schmeckt inmitten der Weinberge die Brettljause besonders gut. Entspannung findet man im mineralstoffreichen Thermalwasser der sechs Thermen (opens in a new tab): Parktherme Bad Radkersburg, Therme der Ruhe Bad Gleichenberg, Thermenresort Loipersdorf, Rogner Bad Blumau, Heilthermen Resort Bad Waltersdorf und H2O Hotel-Therme-Resort. Badespaß für die ganze Familie ist auch in den Badeseen und Freibädern garantiert, wie zum Beispiel im größten (opens in a new tab)
REISENEWS
Beckenfreibad Europas in Fürstenfeld. In den Er- Buschenschänken und Haubenlokale ihre Gäste (opens in a new tab). lebniswelten entlang der Vulkanland Route 66 Für Weinliebhaber ist die Auswahl an Winzern gibt es neben der Verkostung der Produkte auch und Vinotheken schier unendlich. Es ist einfach gleich einen Blick hinter die Kulissen. Mit kreati- zu schön, um nicht da zu sein (opens in a new tab). ven Gaumenfreuden verwöhnen die Gasthäuser (opens in a new tab),
Infos (opens in a new tab): thermen-vulkanland.at (opens in a new tab)
INFOBOX
Mehr Infos über die Steiermark:
Natur, Kunst, Kultur und Kulinarik – das ist die Steiermark. Doch vor allem ist sie ein
steiermark.com/sommerurlaub (opens in a new tab)
Paradies für alle, die gern aktiv unterwegs sind. Vom Eis des Dachsteingletschers bis zu den sanften Hügeln der Weinberge erstreckt sich eine Landschaft, die dazu einlädt, sie Schritt für Schritt oder Tritt für Tritt zu entdecken.
Erlebnisregion Graz (opens in a new tab)
Ob in urbaner Atmosphäre oder in herrli- mitten im Zentrum, der über 260 Stufen (opens in a new tab), cher Natur vor der Stadt – in der Erlebnis- mit der Standseilbahn oder per gläsernem region Graz im Herzen der Steiermark er- Lift durch den Fels erreichbar ist (opens in a new tab). wartet Reisende ein vielfältiges Angebot (opens in a new tab). Wer höher hinaus möchte, kommt wenige Kaum eine Region bietet so viele unter- Kilometer außerhalb der Stadtgrenze in ein schiedliche Landschaftstypen und attrak- abwechslungsreiches Wanderparadies. Von tive Naturerlebnisse in unmittelbarer Nä- der Hebalm über die Gleinalm bis zum he zu einer internationalen Kultur- und Schöckl erstrecken sich herrliche Wander-Landeshauptstadt (opens in a new tab).
touren. Egal, ob eine gemütliche Wanderung (opens in a new tab)
Es ist daher kein Zufall, dass Graz die ein- direkt von der Altstadt aus, eine romantizige „GenussHauptstadt“ Österreichs ist (opens in a new tab), sche Almtour, ein Familienausflug oder ein denn hier kann man einfach alles genie- imposantes Gipfelerlebnis. Die Belohnung ßen: die Atmosphäre der Stadt, mediter- mit herrlichen Panoramablicken ist garanranes Lebensgefühl, ausgezeichnete Ku- tiert. Die Broschüre „Wandern rund um Graz“ linarik, einladende Schanigärten, Kultur (opens in a new tab), bietet hervorragende Inspirationen für zahl-Design und Shopping. In der Altstadt las- reiche Touren: regiongraz.at/wandern (opens in a new tab). sen sich wunderbar verwinkelte Gassen (opens in a new tab)
Info (opens in a new tab): regiongraz.at (opens in a new tab)
2/2025 PANORAMA promotion 71
Silvretta Bike Arena Ischgl/Samnaun
Unterwegs auf Schmugglerpfaden
Einst nutzten Schmuggler die verborgenen Pfade des Silvretta-Massivs. Heute gibt es mit dem Mountainbike „Grenzerfahrungen“ zwischen Österreich und der Schweiz. Denn die hochalpine Superregion Silvretta Bike Arena Ischgl-Samnaun bietet grenzüberschreitendes Biken: zwei Länder – ein Bike-Abenteuer. Oder anders gesagt: hundert Kilometer Naturtrails der Extraklasse. Wer Mountainbike-Urlaub in den Alpen vor der imposanten Kulisse der Samnaun- und Verwallgruppe machen möchte, ist hier an der richtigen Adresse. Denn genau so geht Trailaction de luxe made in Tirol.
Beim alljährlichen Ischgl Ironbike am Silvret- sich per Muskelkraft aufs „Uphill-Filmjoch“. taplatz auf knapp 1400 Meter Höhe dabei zu Spätestens der „Duty-Free Ride“ im schweizesein, ist schon ein echtes Erlebnis. Und eine rischen Samnaun hätte den Schmugglern ganz abenteuerliche Zeitreise. Denn der einzigartige bestimmt gefallen! Samnaun ist heute offiziell Mountainbike-Marathon startet auf denselben zollfreie Zone – und Bike-Partnerregion von hochalpinen Pfaden, die vor rund hundert Jah- Ischgl. ren Nacht für Nacht von Schmugglern frequentiert wurden. In den 1920er und 1930er Grenzüberschreitende, transalpine Jahren herrschte an der Grenze zwischen Ös- Superbike-Region terreich und der Schweiz reges Treiben. Es war Die Bike-Region erstreckt sich grenzübergreidie Hochblüte des alpinen Schmugglerwesens, fend über Österreich und die Schweiz und biein der so genannte Pförtnersleute mit begehr- tet auf bis zu 2800 Meter Höhe rund 100 Kiloten Waren zwischen dem Tiroler Paznaun und meter abwechslungsreiche Naturtrails. Dabei dem schweizerischen Samnaun handelten. gilt es, auch die 752 Bike-Kilometer, 37 Touren Heute sind die ortskundigen Guides die be- und sieben hochalpinen Trails der Region Pazgehrten „Pförtnersleute“. Downhiller und Free- naun-Ischgl zu entdecken. In dem längsten rider spüren am „Schmugglertrail“ oder am Quertal der Alpen kommen noch traditionelle „Samnaun-Loop“ der Geschichte mit spekta- Tiroler Schmankerl auf den Tisch – gleichzeitig kulären Ausblicken nach, tauchen „Auf alten ist die alpine „Approved Bike Area“ am Puls der Wegen“ und auf der einsamen „Hüttentour“ tief Zeit. Das stellt die Top-Infrastruktur etwa mit in die imposante Landschaft ein und schrauben neun für Bikes angepasste Bergbahnen ein-
72 PANORAMA promotion 2/2025
drucksvoll unter Beweis. Der im Sommer 2024 eröffnete Bike-Park Silva Trails in Galtür und die zwei Trail-Neuzugänge Vesil Trail und Fimba Trail ergänzen das Angebot perfekt: Der Vesil Trail führt über flowige 16,3 Kilometer und 1330 Höhenmeter durch die beeindruckende Gebirgslandschaft; der 12,8 Kilometer lange Fimba Trail sogar bis auf 2872 Meter rund um den Greitspitz – den höchsten Gipfel Ischgls.
Singletrail-Legenden der Silvretta Bike Arena
Bei technikversierten Routiniers steht aber natürlich auch der altehrwürdige Velill-Trail auf dem Programm – ein echtes Paradebeispiel eines hochalpinen Naturtrails mit atemberaubenden Ausblicken und herausfordernden Steilstücken im Wald über 10,3 Kilometer und 1447 Höhenmeter. Und auch der hochalpine Signature-Trail-Klassiker Flimjochtrail darf auf der Ischgl-Bucket-List nicht fehlen. Der mittelschwere Trail bietet mit zahlreichen Kurven, Anliegern und Sprüngen über drei Kilometer und 435 Höhenmeter grandiosen Flow. Dabei geht’s übers Flimjoch von der Kammlinie bis zur kultigen Idalp – hier ist ein Einkehrschwung Pflicht. Immerhin haben am „Top of the Mountain“ bereits Lenny Kravitz, George Ezra, Zucchero, Helene Fischer und viele mehr gespielt.
Trailpark Silva Trails Galtür MTB-Herzstück der Region für Neulinge und Familien ist der erst im vergangenen Jahr neu eröffnete Bike-Park Silva Trails in Galtür. Neben dem Übungsgelände und dem 800-Quadratmeter-Pumptrack überzeugt der 6,67 Kilometer lange Alpkogel Trail (S0 bis S2) mit flowigen Kurven und Northshore-Elementen von der Bergstation der Alpkogelbahn bis zur Talstation. Für genügend Höhenluft ist auch am 1,4 Kilometer langen Trail zur Faulbrunn Alm gesorgt. Damit der grenzenlose Trailspaß in Zukunft noch einfacher ist, wird die Silvretta Bike Arena Ischgl/Galtür/Samnaun ab diesem Sommer auch Teil der Gravity Card. Damit kann man nicht nur in der Silvretta Bike Arena Ischgl/Samnaun und dem Bike-Park Silva Trails, sondern auch in 30 der besten Bike-Parks Europas mit nur einem Ticket unbegrenzten Trailspaß erleben. Passt perfekt zur Idee der Grenzenlosigkeit in der Silvretta Bike Arena!
INFOBOX
DESTINATION
Tourismusverband Paznaun-Ischgl: ischgl.com (opens in a new tab)
BESTE REISEZEIT Juni bis Oktober
EVENTTIPPS Ischgl Ironbike (8.-9. August 2025) Extremdistanz (70 Kilometer, 3391 Höhenmeter)Beim Ischgl Ironbike Marathon stehen neben der noch drei weitere Strecken zur Auswahl: der beliebte Short Track, die Kids & Juniors Trophy presented by Volksbank Tirol, eine Expo Area und Livemusik. 2025 ist der Ischgl Ironbike Austragungsort der Österreichischen (Staats-) Meisterschaften im Mountainbike-Marathon.
E-Bike WM für jedermann (4.-6. September 2025)
Jeder kann E-Bike-Weltmeister werden! Bei der offenen E-Bike-WM in Ischgl und Galtür rückt für Profis und Gelegenheitsbiker in den zwei Klassen Jedermann und Elite der WM-Titel in greifbare Nähe. Highlight: Die E-Bike-Fuchsjagd auf die Idalp mit professionellen Fotos aller Teilnehmenden! Tolles Rahmenprogramm und neueste Trends zum Ausprobieren.
GOOD TO KNOW
Silvretta Card Premium für viele Extras und Vergünstigungen wie unlimitierte Fahrten mit allen Bergbahnen in Ischgl/Samnaun, Galtür und Kappl. Neu ab Sommer 2025: Gravity Card für Bike-Park-Fans. Nach einem actionreichen Bike-Tag geht es zum Relaxen in die Silvretta Therme Ischgl.
WOHNEN BEI DEN BIKESPEZIALISTEN alpines.balance.hotel Weisses Lamm**** See im Tal Paznaun: hotellamm.at (opens in a new tab)
WEITERE HOTELS UND REGIONEN signature-trails.com/ischgl (opens in a new tab) bike-holidays.com (opens in a new tab) #MyPlace2Bike
REISENEWS
Das Walchsee Aktivresort (opens in a new tab)
INFOBOX (opens in a new tab)
te Erholung. Die hauseigenen Bikeguides unter Führung von (opens in a new tab)
BIKESPEZIALIST IM (opens in a new tab)
Move & Relax-Leiter Patrick begleiten ihre Gäste auf unvergess- KAISERWINKL liche Routen wie die Kaiserbachtal-Runde oder die Tour zur Das Walchsee Aktivresort**** Wandberghütte. Und wohin nach der Tour durch den Kaiserwinkl (opens in a new tab)? daswalchsee.at Ab in den 3000 Quadratmeter großen Wellnessbereich – oder Tür auf und mit einem Sprung in den Walchsee, den wärmsten See Tirols! Denn im Refugium Das Walchsee Lakeside geht’s nicht nur um Höhenmeter (opens in a new tab), sondern um den perfekten Dreiklang aus Bewegung (opens in a new tab), Regeneration und Genuss. Mit eigenem Seezugang, versteht sich (opens in a new tab). So fühlt sich ein echter Aktivurlaub in den Tiroler Bergen an (opens in a new tab)!
Buchung & Info (opens in a new tab): bike-holidays.com (opens in a new tab)
Spannende Routen im sonnigen Süden Portugals (opens in a new tab)
stattfindet. Informationen zur Walking Season liefert die Website algarvewalkingseason.com (opens in a new tab). Sie bietet einen umfassenden Überblick über die Wandermöglichkeiten und Informationen zu jedem Festival (opens in a new tab). Weitere Infos (opens in a new tab): visitalgarve.pt (opens in a new tab)
2/2025 PANORAMA promotion 73
Aktiv im Frühsommer (opens in a new tab)
Wenn die letzten Schneefelder schmelzen und dem Frühsommer weichen, wird das Tal zur Bühne für unvergessliche Naturerlebnisse. Die milden Sonnenstrahlen locken eine erstaunliche Blütenvielfalt aus den Wiesen, während die vielen Wasserfälle mit ihrem Sprühnebel aus Schmelzwasser die wärmere Jahreszeit willkommen heißen. Das Klostertal, zwischen Lechquellengebirge und der Gebirgsgruppe Verwall gelegen, ist eine Landschaft voller Kontraste (opens in a new tab): Aufstieg zur Roten Wand. Der Gipfel bleibt vom Tal aus unsichtbar – doch schroffe Gipfel, sanfte Alpen und eine unberührte Natur, die zum Entde- wer ihn erreicht, wird mit einem 360-Grad-Panorama belohnt. Für Kletcken einlädt (opens in a new tab).
Wandern, Klettersteig und Felsabenteuer (opens in a new tab)
Vorarlbergs in die Vertikale – ein Erlebnis, das Kraft und Mut erfordert (opens in a new tab).
Ob gemütlich oder sportlich – im Frühsommer sind die Wanderwege im (opens in a new tab)
Auch die Klettergärten in Dalaas und an der Spullerplatte haben abwechs- (opens in a new tab)
Klostertal besonders reizvoll. Eine Besonderheit ist die Alpe Nenzigast (opens in a new tab),
lungsreiche Routen für verschiedene Könnerstufen im Angebot (opens in a new tab).
Die Gebirgsbäche und Seen des Klostertals bieten eine willkommene Erfrischung nach aktiven Stunden. Eine Umrundung des Formarinsees, der zu den schönsten Plätzen Österreichs zählt, lohnt sich – ob zu Fuß oder mit dem (E-)Bike. Wer lieber entspannen möchte, findet im Kneipp- und Relaxgarten Alfenz ein Naturrefugium für müde Beine (opens in a new tab). Das Klostertal ist auch ein geschützter Lebensraum. Die Natura-2000-Gebiete Verwall und Klostertaler Bergwälder sind Heimat seltener Pflanzen und Tiere und bieten wertvolle Rückzugsorte für bedrohte Arten (opens in a new tab). Fahrradbegeisterte können das Klostertal gemütlich auf dem Radweg durch die Bergdörfer Braz, Dalaas und Klösterle erkunden. Wer die Herausforderung sucht, nimmt Kurs auf den Arlbergpass. Noch abwechslungsreicher wird es auf den Mountainbike-Trails, die durch Wälder führen. Ob zu Fuß, mit dem Bike oder auf Klettertour – der Frühsommer im Klostertal ist eine Einladung, die Berge mit allen Sinnen zu erleben (opens in a new tab).
Info (opens in a new tab): klostertal.travel (opens in a new tab)
Auf dem Parc Ela Trek (opens in a new tab)
Hochalpines Weitwandern mitten in Europa: In 17 Tagesetappen führt dieser Trek auf Alpstufe rund um den größten Naturpark der Schweiz in der Mitte Graubündens, den Parc Ela. An allen Orten gibt es Übernachtungsmöglichkeiten, ohne dass man ins Tal hinabsteigen muss: Berghotels, einfache Alpgebäude oder Berghütten (opens in a new tab). Ruhe, spektakuläre Bergkulisse, Alpleben hautnah und schmackhaftes Essen sind garantiert! Das Trekking-Erlebnis beginnt in Tiefencastel und führt über 222 Kilometer und 15.000 Höhenmeter auf Wanderwegen bis nach Lenzerheide. Meist bleiben die Wege dabei auf über 2000 Metern über null (opens in a new tab). An unberührten Bachläufen entlang geht es durch Moorlandschaften und alpine Wälder, vorbei an einigen der schönsten Schweizer Bergseen. Auch pittoreske Dörfer und geschichtsträchtige Orte wie der Septimer-Pass, auf dem schon römische Legionäre die Alpen überschritten, liegen am Parc Ela Trek. Die Saison dauert jeweils vom 21. Juni bis 23. September. Während dieser Zeit sind alle Unterkünfte am Trek geöffnet. Darüber hinaus kann er je nach Schnee- und Witterungsverhältnissen von Mitte Juni bis Mitte Oktober begangen werden. Unterkünfte sind individuell buchbar. Geführte Touren auf Anfrage (opens in a new tab).
Info (opens in a new tab): parc-ela-trek.ch (opens in a new tab)
74 PANORAMA promotion 2/2025
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Die App aus dem Rother Bergverlag bietet eine Top-Auswahl (opens in a new tab), zuverlässige Routen und hervorragende Karten, auch offline nutzbar. Im Gold Abo hat man Zu- (opens in a new tab)
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Touren und kann sich eigene Listen anlegen – perfekt für die Planung der kommenden Bergsaison! Für Sie gibt es jetzt das Gold Abo für ein Jahr mit 40 Prozent Rabatt (opens in a new tab). PREISEMPFEHLUNG (opens in a new tab): für Panorama-Abonnent*innen nur € 20,99 für ein Jahr (statt € 34,99), jederzeit kündbar. Einzulösen bis 31.12.2025 auf rother.de/panorama2025 (opens in a new tab)
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PREISEMPFEHLUNG (opens in a new tab): € 2,69 ( je 190-Gramm-Packung), bergader.de (opens in a new tab)
PRODUKTNEWS
UPF90+ FÜR NACHHALTIGE ABENTEUER (opens in a new tab)
Halti entwickelt seit nahezu 50 Jahren hochfunktionelle Bekleidung für Outdoor-Begeisterte und folgt einem führenden Niveau im Bereich der Nachhaltigkeit. Die Pallas Cool Stretch-Trekkinghosen stellen eine neue innovative Produktlinie der finnischen Marke dar, die sich durch elastischen und atmungsaktiven Stoff ideal für sommerliche Aktivitäten eignen. Eine pflanzenbasierte DWR-Imprägnierung und der am Markt einzigartige Lichtschutzfaktor von 90+ bieten einen vollumfänglichen Schutz vor jeglichem Wetter. Die Pallas-Cool-Hosen sind jetzt im DAV Shop in verschiedenen Farben erhältlich (opens in a new tab), etwa als Shorts, Zip-Off- oder Trekkinghosen (opens in a new tab).
PREISEMPFEHLUNG (opens in a new tab): exklusiv für DAV-Mitglieder (opens in a new tab) Mountain Equipment (opens in a new tab) ab € 64,95 unter dav-shop.de (opens in a new tab)
ES GIBT KEIN SCHLECHTES WETTER Für alle Berg- und Wandertouren sind diese Regenjacken super geeignet: Die Drilite+ Jacken Odyssey und Tacul sowie die Gore-Tex-Modelle Saltoro und Makalu haben einiges gemeinsam (opens in a new tab): Sie sind leicht und robust und natürlich aus recycelten Materialien bester Qualität hergestellt. Alle Jacken sind PFAS-frei! Und das Beste: Wer bis zum 31. Mai eine neue Regenjacke kauft, kann sich einen kostenlosen Reparaturservice sichern. Ein Jackenleben lang. Worauf also warten (opens in a new tab)?
PREISEMPFEHLUNG (opens in a new tab): ab € 269,90 (opens in a new tab), mountain-equipment.eu (opens in a new tab)
Tatonka (opens in a new tab)
KOMFORTABLER WANDERRUCKSACK FÜR WOCHENENDTOUREN Der Wanderrucksack Hike Pack 32 von Tatonka eignet sich mit 32 Liter Packvolumen perfekt für Zwei- oder Drei-Tages-Touren und bietet sich auch als Familien-Wanderrucksack an (opens in a new tab). Sein belüftetes Netzrückentragesystem sorgt für angenehme Trageeigenschaften und passt sich flexibel der Bewegung an, ohne dass es zusätzlich eingestellt werden muss. Der Rucksack verfügt über einen Deckel mit Deckelfach, Seitentaschen (opens in a new tab), eine Einstecktasche auf der Frontseite und eine Reißverschlusstasche auf einer Hüftflosse. Außerdem ist er mit einer Wanderstockhalterung und einer Regenhülle ausgestattet. Der Hike Pack 32 ist PFAS-frei imprägniert (opens in a new tab).
PREISEMPFEHLUNG (opens in a new tab): € 150,–, tatonka.com (opens in a new tab)
2/2025 PANORAMA promotion 75
Wandern ohne Auto (opens in a new tab)!
NaturGenuss im Passeiertal, Südtirol (opens in a new tab)
Bergerlebnis auf 1300 m, prämierte Naturküche (opens in a new tab), 19 Naturholzzimmer & Studios, Wellnessoase mit Panorama-Bergblick und Outdoor-Whirlpool (opens in a new tab). Genießer- und Wanderhotel Jägerhof (opens in a new tab), Tel. +39 0473 656250, www.jagerhof.net (opens in a new tab)
Roman Mueller Treks (opens in a new tab)
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150 Touren in Deutschland und den Alpen (opens in a new tab)
Tel: 08322-940750 www.alpinschule-oberstdorf.de (opens in a new tab)
76 PANORAMA promotion 2/2025
REISE
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Du suchst nicht zwangsläufig eine Beziehung, sondern eher eine langsam wachsende Freundschaft mit einer lebensfrohen, vorzeigbaren Frau (66), die gerne wandert? BmB an Glueckspilz1058@gmail.com
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Rm 99: Naturverbundene, weltoffene Sie (58, 168) NR, sucht gleichgesinnten Ihn zum Radeln, Wandern, Natur u. Kultur genießen. BmB an gemeinsamradeln@mein.gmx
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Rm 71: Gemeinsam Spaß haben beim Wandern, Radeln oder Skifahren, genauso wie beim Kochen, Reisen, Spielen und bei Kulturellem. Ich (65/160/NR) suche dich für diese Aktivitäten. BmB an Jq59@gmx.de
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RM BA/SW/WÜ. Sehr sportl., natur-u. bergliebende 54jährige (RR.Gravel, MTB,Laufen,Schwimmen,Wandern,Ski),am Liebsten draußen,sucht Gleichgesinnten zw.48-58J.mit Herz u.Verstand.Genieße gern ruhige Stunden bei einem Glas Wein,bmb.an berge.draussen@gmail.com
RM Mz/Wi Lass uns das Leben genießen, miteinander wachsen - Abenteuer erleben. Ich (33/1,67) freue mich dich (<40) kennenzulernen OutOfTheBlue91@gmx.de
Auf Wanderschaft, mit meiner Hündin Ellie
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Kassel: Natürliche, sportlich ambitionierte, kulturinteressierte Sie (55, 165) sucht ebensolchen ihn. wirbelwind.ks@gmail.com
RM9, sportliche Sie, attraktiv, schlank (66,155) sucht Dich, humorvoll und herzlich für wandern, radeln, Ski, Tennis, Kultur und mehr. Bist du dabei? Freue mich auf Dich! BmB. tewara@gmx.de
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LDK/GI/F Ich (59/170) sportlich fi t und unkompliziert suche einen Wanderfreund für alle Jahreszeiten, in der Umgebung, für Hüttentouren oder auch im Winter mit Ski. Musik von Coldplay bis Philharmoniker, gerne auch Kino und Theater.Passt? Dann freue ich mich, BmB surprise2025@web.de
RM01: Immer gern in der Natur unterwegs auf Rad, per Pedes oder Ski, aber auch immer offen für Neues, suche ich 61J/1,65/NR ein männliches Pendant für Berg und Tal und vieles mehr. Nette Nachrichten gern an laguschka1@web.de
Rm 70, 30J, sportliche, attraktive, sympathische Frau, liebt Bergsport und Natur. Sucht aktiven humorvollen Partner für gemeinsame Aktivitäten, Abenteuer u.v.m. cm1909@gmx.net
Ich(26/w/PLZ51), humorvoll & aktiv suche Partner für Klettern, Bergsteigen & das Leben. bergischesgipfelglueck@gmail.com
RM 8/9, Ich, 62 suche Dich für Berg und Tal und die Leichtigkeit des Seins…Outdoor, Reisen, Genuss, Kultur, Leben, Freude, momentensammler@icloud.com
SIE SUCHT SIE
Fühlst Du (bis Anfang 60, Südbayern) Dich in Bergschuhen auf kleinen Gipfelpfaden genauso wohl wie in feiner Abendkleidung in einem klassischen Konzert, in Bikini und Flip Flops am Strand oder im gemütlichen Lotter Pulli mit Freunden bei Spagetti und Wein? Traumhaft! Vielleicht finden wir ja noch mehr Gemeinsamkeiten - vielleicht sogar ein gemeinsames Glück! Summertime2025@web.de
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Rm Oberfr. 76/171/68. Wandern, Tanzen, Radlfahren und sehr, sehr gerne Theater und Konzerte. Zu zweit bereitet dieses bestimmt doppelte Freude, wenn du zwischen 65 und 75 Jahre bist, würde ich mich über deine Nachricht sehr freuen. kultur.musik.80@gmail.com
RM88 sportlicher, vielseitig interessierter, humorvoller Junggebliebener (47/170/72), neu am Schwäbischen Meer, sucht Sie für gemeinsame Freizeitaktivitäten und Abenteuer. BmB seehase78@gmx.net
Bodensee Mount Brandon oder Hoher Freschen? Sommer oder Winter? 4-Sterne oder Zelt? Gemeinsam auf die Reise gehen? (54 Jahre / 174 cm) hieramsee@gmx.de
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PLZ 94, junggebliebener 57/185. Suche Sie für Spaß am Berg und am Miteinander. Wenn du schlank und sportlich bist, aber keine feste Beziehung suchst, melde Dich bitte: bergspass4.0@gmail.com
PLZ 7 & Allgäu Ich, attraktiv, schlank, sportlich, intelligent, suche die aktive, sportlich-schlanke und empathische Sie (47-52; NR) zur dauerhaften Lebensgestaltung. Zweisamkeit und Nähe, ohne einzuengen, stehen für dich ebenso im Vordergrund wie für mich. Ich (180, 76Kg) bin gerne in den Bergen unterwegs, zu Fuß und mit dem Zweirad (MTB, RR). Ich liebe grandiose Ausblicke und gemütliche Hüttenaufenthalte. Man sagt, ich wäre vielseitig interessiert, refl ektiert, empathisch und humorvoll. Ob’s stimmt? Finde es heraus (BmB): DAV-Panorama@gmx.de
MUC: Symp. u. humorv. Er (55/1,72/68/NR), liebt Leben, Lachen, Berge, Tanzen, Sport (Schw., Radf., LL), Kultur … und die Liebe. Hast Du (NR, natürl. u. sinnl.) Lust auf ein Tänzchen auf dem Berg?
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RM 74 u. Umgebung Ich 62J.suche Mitwanderin für Hüttentour Prinz-Luitpold-Haus – Hochvogel - PLH – Landsberger H. Termin: 13. – 16. 06. 25 BmB. Mail: draussen-zuhause11@gmx.de
FFM: 1,83/45/NR. Ob zu Land zu Wasser oder in den Bergen, beim Kochen, Reisen, Wandern oder Spieleabenden, lieber offline als bei Social Media. Bist Du dabei? Bitte mit Bild dabinichdabei1@gmx.de
PLZ 72: Für eine lebend. Bezieh. auf Herz- und Augenhöhe, mit Leichtigk. und Tiefe suche ich (Akad., 60, sportl., weltoff., refl ekt., empath., humorv., mit jugendl. Ausstrahl. und vielseit. Interes. (u.a. Rad, Trekking, Ski, Yoga, Tanzen, Kultur, Reisen)) ein weibl. Wesen (sportl., fröhl., intellig., warmherz., gerne auch abenteuerl.), das meine Seele berührt. Zuschriften BmB an: Love-is-all-around@gmx-topmail.de
Ortsungeb. sportl. jungg. 57/187 liebt Outdoor, Reisen, See u Berge, Van, Roadtrips, Kultur, Kulinarik, Ästhetik, mag Spontan., auch Pläne, Lachen & Gespräch, wünscht sich ehrl. weltoff. junggebl. Gleichges. f. vertrauens- & liebevolle Partnersch. tom23atweb@web.de
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am 27.6.2025 (opens in a new tab)
PANORAMA 3/25 erscheint (opens in a new tab)
am 12.8.2025 (opens in a new tab)
2/2025 PANORAMA promotion 79
Dauer: 7 Tage
Max. pro Tag: 21,2 km, 620 Hm ↗ 1310 Hm ↘
Höchster Punkt: Fürggele (2145 m)
Ausrüstung:
Normale Bergwander ausrüstung
Schwierigkeit: Meist leicht, abschnittsweise mittel
Beste Zeit:
Juni bis September
Wandern mit der Sektion Köln
Von leise nach laut
Über den Pass in eine andere Welt – so in etwa kann man das Gefühl beim Übergang vom Großen Walsertal ins Kleinwalsertal kurz und knapp um schreiben. Und so lassen wir nach der Hälfte unserer Tour die Ruhe und die einsamen Landschaften mit traditionellen Bauernhöfen im Großen Walsertal zurück, um in den Trubel des nicht minder schönen Kleinwalsertals ein zutauchen. Nach kurzer Eingewöhnungsphase lassen wir uns hier aber bereitwillig von Ausblicken auf Hohen Ifen und Gottesacker, einem Bad im kühlen Bergsee und einigem mehr ablenken.
Text und Fotos: Julia Behl
Nur wenige Höhenmeter von der Bergstation der
ber zurück zum Anfang, zurück in die Walsertals gelegen, kommt man in Buchboden Seilbahn entfernt geht Stille. Es ist ein sonniger Samstag- und speziell in unserer charmanten Pension es beim Aufstieg zur
A
Kanzelwand (2059 m)
nachmittag im August, wir treffen uns schnell runter von der Hektik des Alltags. Nicht
schon ruhiger zu.
im Café Jäger in Buchboden, unserer Unterkunft umsonst steht der Aufenthalt in dem Vorarlberfür die nächsten Nächte. Wir, das sind unsere bei- ger Bergsteigerdorf unter dem Motto „Urlaub im den ehrenamtlichen Wanderleiterinnen Ulrike Einklang mit der Natur“. Vogelzwitschern und und Ute, elf Mitglieder der Sektion Rheinland- das Plätschern der Lutz ein paar Meter tiefer sind Köln und ich, die diese Tour für DAV Panorama für gewöhnlich die einzigen Geräusche hier im begleiten darf. Im hintersten Teil des Großen Talschluss. Nicht so heute, gilt es doch, sich ken-
80 DAV PANORAMA 2/2025
WALSERTÄLER
nenzulernen und sich einzustimmen auf eine Meter hohen Glattmar ist steil, schon ein biss-Woche gemeinsam wandern, gemeinsam lachen chen Feuchtigkeit macht insbesondere den Ab- und vielleicht auch mal gemeinsam leiden – ob stieg zur Rutschpartie – die Ausblicke aufs Lechbeim gar so steilen Abstieg vom Fürggele oder der quellengebirge im Süden und unser morgiges etwas unruhigen Nacht im Matratzenlager.
Ziel, das Wandergebiet rund um Damüls im Nor-
Am ersten Abend wird uns das Konzept der den, entlohnen für die Anstrengung. Eine Einfolgenden Wanderwoche erklärt. Die Tour hat kehr haben wir uns trotzdem verdient – an der nämlich – wenn man so will – zwei Eigenheiten. Alpe Steris, der größten und bereits 1356 ur-Einmal ist es eine gemeinsame Unternehmung kundlich erwähnten Walseralpe, treffen wir auf von Wander- und Tourengruppe der Sektion. Ute und die anderen, die uns mit leuchtenden Das heißt, Ulrikes und Utes Touren werden sich Augen von den kulinarischen Köstlichkeiten bejeden Tag leicht unterscheiden, insbesondere richten. Den grandiosen Kuchen mit frisch gewas Länge und Höhenmeter angeht, oft aber pflückten Heidelbeeren aus dem Hüttenumfeld auch, was die Schwierigkeiten der Strecke be- lassen wir uns direkt vor Ort schmecken, ein trifft. Für uns Teilnehmende heißt
Stück Bergkäse nehmen wir uns
das: sich täglich neu zu entschei-
für die Brotzeit am nächsten Tag
Vogelzwit-
den. Wie fit fühle ich mich? Will
mit. Er wird uns auf der Damülser
ich den Gipfel erklimmen oder schern und das Mittagsspitze gemeinsam mit den mir extra viel Zeit nehmen für die Plätschern der in Arnikagelb und vielen weiteren Pause auf der Alm, für die Blüten- Lutz sind meist Farben blühenden Bergwiesen dapracht am Wegesrand, für einen die einzigen
rüber hinweghelfen, dass der ver-
Sprung in den Bergsee? Aber auch Geräusche hier sprochene Bodenseeblick von tief wenn man sich – wie ich – meist im Talschluss. hängenden Wolken getrübt wird. für den Gipfel entscheidet, kom-
Die Tour führt uns von der Mittags-
men Genuss und Planschpausen
spitze über Hohes Licht, Hochblan-
nicht zu kurz. Die zweite Besonderheit ist die ken und Ragazzer Blanken direkt hinein in ei-Aufteilung der Woche in zwei Abschnitte. Wir nen Viehtrieb. Den Wunsch des Hirten, ihm ein starten mit erholsamen Nächten in der Pension ausgebüxstes Kalb zurück zur Herde zu treiben, und Tageswanderungen von Buchboden aus, können wir jedoch nicht erfüllen – das Tier erbevor es auf die Streckenwanderung Richtung weckt regelrecht den Eindruck, als würde es un-Kleinwalsertal geht. Drei Tage, sich an die Luft sere Ahnungslosigkeit wittern ... zu gewöhnen – allein unsere Unterkunft liegt
Abends in der Unterkunft werden die Erleb-
immerhin über achthundert Meter höher als nisse dann besprochen – und es ist Raum für Köln mit seinen 53 Metern über null – und sich Sorgen und Nöte, denn: Morgen wird es ernst. langsam an das Gewicht des komplett gefüllten Es geht ins Kleinwalsertal, nun wird sich zei-Rucksacks heranzutasten.
gen, ob das, was beim Packen zu Hause klug
Anstrengend wird’s mit rund zwanzig Kilome- erschien, sich auch in der Realität bewährt. tern Strecke und fast 800 Höhenmetern trotz- Knapp tausend einigermaßen steile Höhendem direkt am ersten Tag. Während Ute mit ih- meter sind es hinauf zur Biberacher Hütte auf rer Gruppe die traumhaft gelegenen Almen ab- 1846 Metern. Dazu kommt laut Wetterbericht wandert, erklimmen wir gemeinsam mit Ulrike ein strahlend blauer Himmel und mit ihm die unseren ersten Gipfel. Der Aufstieg auf den 1930 Angst vor Sonnenbränden, Durststrecken, Hit-
2/2025 DAV PANORAMA 81
Anstrengende Aufstie ge, gemütliche Pausen: Auf dem Weg zur Bibe racher Hütte hat man das Große Walsertal im Rücken (o.). Steil bergauf geht’s auch am nächsten Tag zum Fürggele. Stärkung bei Blaubeerkuchen gibt’s auf der Alpe Steris und die vielleicht schönste Aussicht auf der Kanzel wand (u. r.).
zeerschöpfung. Den wetterbedingten Sorgen steuern wir durch einen frühen Aufbruch am nächsten Morgen entgegen, am Respekt einiger vor der ersten Nacht im Hüttenlager ändert dies jedoch nichts. Es geht erst mal schattig los, am Bächlein Lutz entlang in den Talschluss. Hier wartet der schweißtreibende Teil auf uns. In steilen Serpentinen geht es hinauf, anfangs noch durch den Wald, der sich bald lichtet und die Sonne vom – wie prophezeit – wolkenlosen Himmel auf uns herunterbrennen lässt. Umso entzückter sind wir beim Anblick der Alpe Ischgarnei, die mit schattigen Plätzchen und kühlen Getränken lockt. Nun ist es nicht mehr weit. Ein letzter Anstieg und schon flanieren wir gemütlich durch in allen Farben blühende Wiesen auf die Biberacher Hütte zu. Ein sich auf einem Felsen sonnendes Murmeltier verzögert die Ankunft noch kurz, doch dann werden wir von der restlichen Gruppe, eiskaltem Brunnenwasser und einem feinen Kuchen- und Kaiserschmarrn-
82 DAV PANORAMA 2/2025
Angebot willkommen geheißen. Die Zeit bis zum Abendessen vertreiben wir uns mit der Planung des folgenden Tages – denn wo Hitze ist, sollte man das Gewitterrisiko gut im Blick haben. Und so entschließt sich Utes Gruppe, über die Forststraße ins Tal abzusteigen und einen Teil der Strecke mit dem Bus zu überbrücken. Ulrike hingegen will früh aufbrechen und den Weg über das 2145 Meter hohe Fürggele in Angriff nehmen. Eine gute Entscheidung, beginnt der Platzregen doch erst, als wir den etwas kniffligen Abstieg über die Scharte längst hinter uns haben. Völlig durchnässt kommen wir am Berghotel Körbersee an, wo pünktlich nach der heißen Dusche die Sonne wieder rauskommt und uns zu einem kleinen Barfuß-Spaziergang
– die Schuhe wollen schließlich bis morgen trocknen – zum gleichnamigen See lockt.
Der Weg ins Kleinwalsertal am nächsten Tag ist weit. Über zwanzig Kilometer laufen wir erst durch das wunderschöne Pflanzenschutzgebiet
Weitere Infos und Impressionen der Tour (opens in a new tab)
INFO
Die Tour vom Großen Walsertal ins Kleinwalsertal bietet eine angenehme Mischung aus Stille und Naturgenuss im und großartigen Ausblicken. Das Ganze mit einerBergsteigerdorf und bekannten, dafür trubeligeren Gipfeln
durch neue Bekanntschaften, kurzweilige Abende und einSektionsgruppe zu unternehmen, bereichert die Erfahrung ganz besonderes Gemeinschaftsgefühl. Anreise: Mit der Bahn nach Bregenz Bhf., weiter mit der S1 Richtung Bludenz bis Ludesch, dort Bus 560 Richtung Nenzing Gemeindeamt bis Thüringen Busplatz, dort Bus hier entweder in einer guten Stunde zu Fuß oder mit dem570 Richtung Damüls bis Sonntag Abzw. Buchboden. Ab Rufbus vmobil.at/bus bahn/das vvv liniennetz/linie 571 (opens in a new tab) zur Pension Jäger in Buchboden. Rückfahrt stündlich ab Oberstdorf.
Etappen:
1. Tag: Buchboden (900 m) – Talstation Sonntag Seilbahn Stein (860 m) – Bergstation (1300 m) – Glattmar (1930 m)
– Alpe Steris (1470 m) – Buchboden, 20 km, 800 Hm ↗, 1240 Hm ↘
2. Tag: Damüls Bergstation Uga-Express (1810 m) – Damülser Mittagsspitze (2095 m) – Hohes Licht (2003 m)
– Hochblanken (2086 m) – Ragazer Blanken (2051 m) – Damüls Talstation Uga-Express (1380 m), 13 km, 540 Hm ↗, 910 Hm ↘
- Tag: Buchboden – Alpe Ischgarnei (1500 m) – Biberacher Hütte (1846 m), 12 km, ↗ 1030 Hm, 120 Hm ↘
- Tag: Biberacher Hütte – Fürggele (2145 m) – Berghotel Körbersee (1675 m), 11,5 km, 580 Hm ↗, 750 Hm ↘
- Tag: Berghotel Körbersee – Bärgunthütte (1408 m) – Baad (1244 m) – Mahdtalhaus (1100 m), 21,2 km, 620 Hm ↗, 1310 Hm ↘
- Tag: Mahdtalhaus – Riezlern Talstation Kanzelwandbahn (1087 m) – Bergstation Kanzelwandbahn (1957 m)
– Kanzelwand (2059 m) – Fellhorn (2037 m) – Sölleralpe (1522 m) – Freibergsee (930 m) – Naturfreundehaus Freibergsee (1050 m), 17,2 km, 540 Hm ↗, 1430 Hm ↘
7. Tag: Naturfreundehaus Freibergsee – Oberstdorf Bahnhof, 4 km, 47 Hm ↗, 241 Hm ↘
Körbersee, dann rund um den Großen Widderstein vorbei an Kühen, die sich angesichts des erneut strömenden Regens Sorgen um unseren Geisteszustand zu machen scheinen, rüber zum Mahdtalhaus, einer Selbstversorgerhütte, die von der Sektion Stuttgart betrieben wird. In der rustikalen Bärgunthütte kehren wir bei ebenso rustikaler Bewirtung auf eine Suppe ein, bevor der Endspurt naht. Höhenmeter ha-
ben wir kaum noch vor uns, dafür fünfzehn Kilometer Panoramaweg. So schön er ist, als wir gerade pünktlich zum Abendessen unsere Unterkunft erreichen, brennen die Füße – und der Magen knurrt. Wie praktisch, dass das Team um Hüttenwirt Thomas Gäste auf Anfrage auch bekocht – Nachschlag für hungrige Wandermägen inklusive. Am letzten Tag, auf dem Weg zum Naturfreundehaus Freibergsee, wird auch die Frage beantwortet, die uns schon seit Beginn der Tour beschäftigt: Wäre die Wanderung nicht andersrum schöner gewesen, also von laut nach leise, vom touristisch-trubeligen Kleinwalsertal hin zum Biosphärenpark und Bergsteigerdorf Großes Walsertal? Als wir mit der Kanzelwandbahn hinauf und hinein in die Menschenmassen fahren, die wie wir auf dem grandiosen Kammweg von Kanzelwand über Fellhorn zum Söllereck die Ausblicke auf Hohen Ifen und Gottesacker auf der einen und Allgäuer Hochalpen auf der anderen Seite genießen wollen, sind wir dankbar für die kluge Tourenplanung unserer Wanderleiterinnen. In der absoluten Ruhe im Großen Walsertal zu starten, lässt Alltag und Stress schnell in den Hintergrund treten. Sich langsam wieder auf das „normale“ Leben, auf Lärm und Hektik der Zivilisation vorbereiten zu können, macht das Ende der Auszeit erträglicher …
Und dieses Ende rückt nun mit jedem Schritt näher. Eine letzte Almeinkehr bei selbst gemachtem Kuchen, ein paar letzte Höhenmeter hinab und kurz vor dem Ziel ein letzter Abstecher zum Freibergsee. Das kühle Wasser ist nicht nur für die schmerzenden Füße eine Wohltat. Den letzten Abend im Naturfreundehaus nutzen wir, um Resümee zu ziehen. Landschaft, Flora, Fauna, Miteinander, kulinarische Köstlichkeiten: Einen Ausdruck, der die Woche und die Erlebnisse aller wohl am besten – und am „kölschsten“ – auf den Punkt bringt, höre ich auf meiner Wanderung mit der rheinländischen Sektion nicht nur einmal: „Is dat jeck!“ Diese Einigkeit im Erleben der gemeinsamen Zeit macht auch deutlich, was wir alle schon längst gefühlt haben: Schon in den wenigen Tagen am Berg sind wir zu einer echten Gemeinschaft zusammengewachsen.
WALSERTÄLER
Das „kölsche“ Resümee der Woche und unserer Erlebnisse: „Is dat jeck!“
DAV-Panorama-Redakteurin Julia Behl hat sich sehr über die nette Aufnahme und die Einblicke ins rheinland-kölsche Sektionsleben gefreut.
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Einfach mal machen
Tagung Klettern und Inklusion
„Du bist anders – jede*r ist anders“, steht auf den Karten, als inklusive Kletterhalle und die Christiane Werchau zu Beginn ihres Workshops an die Begegnungsstätte. Nicht nur großen Fensterscheiben des Seminarraums heftet. „Das baulich wurde sichergestellt, wichtigste Mindset: Du bist wertgeschätzt.“ Wer inklusi- dass Menschen mit und ohne ve Veranstaltungen anbietet, sollte Mut haben, Dinge Einschränkung zusammen auszuprobieren und sie immer wieder zu verbessern – klettern können. Die Halle wird vielleicht die wichtigste Erkenntnis der Tagung zum The- darüber hinaus durch ein inkluma Klettern und Inklusion in Bad Aibling.
sives Team betreut. „Hier wird
Text und Fotos: Jonas Kassner
jeder so akzeptiert, wie er ist
– und alle geben ihr Bestes“,
Ausbaufähig, so könnte man es nennen: Zwar machten 33 erzählt der Hallenleiter Achim Prozent der jungen Menschen mit Einschränkungen zwi- Haug. schen 18 und 29 Jahren Sport, aber nur sieben Prozent Wie man am besten die Wand derjenigen mit einer geistigen Behinderung, erzählt Markus hochkommt? Mittels einer Reichart. Er ist zuständig fürs Klettern bei den Special „ökonomischen Kletterbewe-Olympics, die sich ebendieser Zielgruppe widmen. Woran gung“, so drückt es die Sportdas liegt? In den Vereinen fehle eine Willkommenskultur, wissenschaftlerin und Physioso Markus’ nüchternes Fazit. Dabei sei Sport so wichtig fürs therapeutin Dr. Claudia Kern Selbstbewusstsein, um Freundschaften zu schließen und aus. Ein typischer Fehler beim letztlich an der Gesellschaft teilzuhaben. Beim „wettbe- Klettern sind zum Beispiel werbsfreien Angebot“ der Special Olympics, das parallel zu hochgezogene Schultern oder den offiziellen Wettkämpfen läuft, kommt es nicht aufs Ge- nach innen gekippte Knie. winnen an. Eine ideale Möglichkeit für Menschen mit geis- „Wenn der Körper kompentiger Behinderung, Freude am Klettern zu entdecken. Der siert, wo er es nicht soll, erge-DAV ist eine von 1200 Mitgliedsorganisationen der Special ben sich Dysbalancen oder Olympics und auch Sektionen können in Kooperation eine Fehlstellungen“, erklärt Claudia. Um die Bewegung zu opsolche Veranstaltung anbieten – wie die Sektion Kaufbeu- timieren, muss man seinen Schultergürtel beobachten: Wie ren-Gablonz mit großem Engagement gezeigt hat.
werden die Muskeln eingesetzt, wie stehen die Gelenke? Die Schulterblätter sollten am Rumpf verankert sein, nicht
Aha-Erlebnisse für alle
nach hinten herausstehen. Beim Versuch, sie nach unten zu
Schwung bringen auch die 85 Ehrenamtlichen aus den ziehen, merken viele Teilnehmende: „Oh, das ist nicht so DAV-Sektionen zur Tagung und Fortbildung „Klettern und einfach, ich kann das gar nicht ansteuern!“ Ein Aha-Erleb-Inklusion“ mit nach Bad Aibling. Es gab sogar eine Warte- nis auch für Christoph Schnizler von der Sektion Reutlingen: liste. „Immer mehr Menschen im DAV möchten Kletter- „Es ist wichtig, einen genaueren Blick für die Bewegungsangebote für alle zugänglich machen“, freut sich Judith abläufe zu bekommen.“ Barbara Janssen von der Sektion Lattner, die gemeinsam mit Inka
Hamburg-Niederelbe hat sich be-
Steuber und Anja Pinzel vom Projekt
reits eine Übung für ein Mädchen aus
„Alpen.Leben.Menschen“ (A.L.M.) die
ihrer Inklusionsgruppe überlegt, um
Veranstaltung organisiert hat. Auch
ihr das Klettern zu erleichtern.
Stefan Winter, der Leiter des Res-
Wie fühlt es sich an der Wand an,
Das Projekt Alpen.Leben.Menschen
sorts Sportentwicklung, sieht darin
wenn man nicht gut oder kaum se-
(A.L.M.) fördert die Inklusion von Men-
ein gutes Signal: „Die Inklusion im
hen kann? Oder halbseitig gelähmt
schen mit Behinderung und die In-
DAV schreitet immer weiter voran.“
ist? Im Kurs von Markus Mair und
tegration von Geflüchteten im DAV in
Das Basislager der Sektion Stütz-
Hajo Netzer können die Teilnehmen-
Kooperation mit dem Malteser Hilfs-
punkt Inntal hätte als Veranstal-
den dies einmal selbst spüren. Neun
dienst. Mehr unter
tungsort nicht besser gewählt wer-
verschiedene Brillen liegen auf dem
den können. Es versteht sich selbst alpenlebenmenschen.de
Boden der Halle bereit, die unter-
84 DAV PANORAMA 2/2025
Mit Hilfsmitteln wie Schienen und speziellen Brillen werden unterschiedliche Einschränkungen simuliert.
Mehr zum inklusiven Routenbau (opens in a new tab): alpenverein.de/ inklusiver-routenbau (opens in a new tab)
ALPENVEREIN AKTUELL
schiedliche Einschränkungen von grünem Star bis Doppelsichtigkeit simulieren. Es zeigt sich: „Mit grauem Star sind weiße Griffe an der Wand kaum zu erkennen“, wie Markus Mair erklärt. Schienen werden an Arme und Beine angelegt, um das Klettern mit einer halbseitigen Lähmung nachzuempfinden. Dabei wird schnell deutlich: Je nachdem, auf welcher Seite die Lähmung vorliegt, muss die Route entsprechend anders geschraubt werden.
Motiviert in die Höhe Vertieft wird dieses Thema beim Workshop zum inklusiven Routenbau. Kisten mit Klettergriffen und Werkzeuge stehen bereit, in Kleingruppen wird an mehreren Routen in der Halle Hand angelegt. Die Aufgabe ist, „Routen so zu gestalten, dass möglichst viele eine Chance haben, eine coole
Bewegungserfahrung zu machen, Zugang zum Klettern zu finden“, erklärt Julius Kerscher, der den Kurs gemeinsam mit Peter Zeidelhack leitet. Nur wenige der Teilnehmenden haben Erfahrung im Routenbau. „Bei den Leuten spürt man aber eine große emotionale Beteiligung am Thema“, freut sich Julius. „Es geht ihnen darum, sich besser mit den Routensetzenden in den Hallen auszutauschen, eine gemeinsame Sprache zu sprechen.“ Zum Beispiel darüber, wie man es schafft, ein paar Routen der Halle im Einstiegsbereich so zu bauen, dass alle motiviert und sicher die ersten Meter in die Höhe kommen. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich noch so viel neuen Input bekomme“, resümiert Lisa Pfalzgraf aus der Sektion Ludwigsburg die Fortbildung. Den Austausch mit so vielen Engagierten aus den unterschiedlichsten Bereichen fanden die Teilnehmenden besonders wertvoll. „Ziel sollte sein, dass Menschen mit Behinderung an jedem Kurs der Sektion teilnehmen können“, findet Christoph Schnizler. Dafür brauche es neben engagierten und geschulten Leuten aber auch die entsprechenden Rahmenbedingungen. „Im zugänglichen Klettersport wird ganz viel erreicht, wenn man einfach mal anfängt, was zu tun“, rät Julius Kerscher. Und wie Christiane Werchau mit auf den Weg gibt: „Unperfekt ist schon perfekt genug!“
2/2025 DAV PANORAMA 85
Die Mitfahrzentrale für Eure Sektion (opens in a new tab).
Fahrgemeinschaften für Touren (opens in a new tab), Kurse oder Veranstaltungen eurer Sektion ganz einfach über Moobly organisieren (opens in a new tab)!
Einbindung auf Sektionswebseiten (opens in a new tab)
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Mehr Informationen für Eure Sektion (opens in a new tab)! E-Mail: kontakt@moobly.de Tel: +49 89 642 40 125 (opens in a new tab)
Funken schlagen im Hintergrund
125 Jahre Verein zum Schutz der Bergwelt
Der älteste Naturschutzverband im Alpenraum, der sich raum“ ohne kommerzielle Nutzung, gründete Alpenpflanfür Tiere, Pflanzen und ihre Lebensräume einsetzt, feiert zengärten, regte die Wissenschaft der alpinen Flora an und
dieses Jahr sein 125-jähriges Bestehen.
dokumentierte alles in seinen Jahrbüchern, anfangs „Be-
Text: Rudi Erlacher
richte“ genannt. Schon 1910 wurde auf seine Initiative der Pflanzenschonbezirk Berchtesgaden mit 86 Quadratkilo-
Das Fin de Siècle, die Jahrhundertwende um 1900, gilt als metern ausgewiesen, 1921 wurde daraus das doppelt so Zeit der Dekadenz, der Nervosität, aber auch der künstleri- große Naturschutzgebiet Königssee und 1978 der Natioschen und wissenschaftlichen Avantgarden: Hugo von Hof- nalpark Berchtesgaden mit 208 Quadratkilometern. mannsthal zerfielen „die abstrakten Worte im Munde wie Avantgarden sind keine Massenbewegung, sie bleiben demodrige Pilze“, Albert Einstein bereitete sein „annus mira- zent, bedenken die Zukunft und werden nur laut, wenn es bilis“ vor, und Freud veröffentlichte 1899 „Die Traumdeu- drauf ankommt. Diesem Betriebsgeheimnis ist der VzSB über
125 Jahre treu geblieben: Er schlägt im Hintergrund die Funken, die dann zu zündenden Ideen im alpinen Naturschutz werden. So veröffentlichte er 1968 den Entwurf zum Bayerischen Alpenplan von Dr. Helmut Karl, der 1972 in das Bayerische Landschaftsentwicklungsprogramm einging – und den Watzmann vor der Seilbahnerschließung rettete. Er ist ein Raumordnungskonzept, das 43 Prozent der Bayeri-
schen Alpen von technischer Erschließung wie Seilbahnen freihält. Im November 2018 veranstaltete der VzSB das Symposium „Klimawandel – nicht verdrängen! Dagegen Steuern“ und bricht für die CO2-Steuer eine Lanze. Das Motto: „Es gibt nicht nur klimatische Kipppunkte, sondern auch gesellschaftliche!“ Und die kommen unerwartet: Deutschlands Schüler streiken im Dezember 2018 mit den Fridays
Dr. Sabine Rösler, erste Vorsitzende des VzSB und Botanikerin, freut sich
for Future Greta Thunbergs, die auf der UN-Klimakonferenz
zusammen mit Friederike Kaiser, Leiterin des Alpinen Museums, über das
(COP 24) ihre erste Rede vor globalem Publikum hält.
frisch bepflanzte Alpinum im Garten des Alpinen Museums.
Der Funke des Symposiums springt mit dem Rückenwind
tung“. Den Traum der Alpinisten realisierten im selben Jahr der Jugend auf den DAV über, denn die Verbindungen sind Otto Ampferer und Karl Berger: die Besteigung des kühnen eng. Schon ein Jahr später, 2019, zum 150-jährigen Jubi-Campanile Basso in der Brenta!
läum, initiiert der DAV sein Klimaschutzprojekt!
In ebendiesem Jahr wurde auch der Deutsche und Öster- Am 2. Dezember dieses Jahres wird der VzSB zu seinem reichische Alpenverein (DuOeAV) nervös. Die Alpenblumen 125-jährigen Jubiläum ein weiteres Symposium ausrichten waren zum kommerziellen Hype geworden, rucksackweise – die digitale Eroberung der Bergwelt soll kritisch reflektiert wurden sie in den Bergen geerntet. So beschloss die Gene- werden. Titel: „Von der Gutenberg- zur Zuckerbergwelt. Die ralversammlung 1900 in Straßburg im Elsass, diesem Raub- smarte Transformation des alpinen Raums.“ Gäste sind bau strategisch zu begegnen, und gründete
willkommen!
den unabhängigen „Verein zum Schutze und
Auf vzsb.de (opens in a new tab) gibt es Infos zu allen Aktivitäten,
zur Pflege der Alpenpflanzen“. Eine neue al-
Online-Vorträgen, zum Alpenpflanzengarten
pine Avantgarde kümmerte sich nun um die
im Zahmen Kaiser, den Pflanzen- und Tier-
Berge, nicht um Gipfel zu erobern, sondern die
plakaten und zu den Jahrbüchern, die jedes
Natur zu schützen. Der spätere „Verein zum
Mitglied erhält – dazu zählen allein rund 250
Schutz der Bergwelt“ (VzSB) war geboren.
Rudi Erlacher,
Sektionen des AVS, DAV und ÖAV. DAV-
Geschäftsführender
Avantgarden sind gemeinhin ihrer Zeit vor-
Mitglieder sind herzlich willkommen. Sie
Vorsitzender des
aus, begeistern sich für das Unbedingte und VzSB, DAV-Vizepräsi- stärken die 125-jährige gegenseitige Ver-
dent von 2015-2019,
intervenieren politisch. Der damalige VzSB
bundenheit – und den Naturschutz in den
zuständig für Natur-
forderte von der Politik einen alpinen „Frei- und Umweltschutz
Bergen!
86 DAV PANORAMA 2/2025
ALPENVEREIN AKTUELL
Nachhaltige Kooperation20 Jahre DAV x Seeberger (opens in a new tab) Inspirieren (opens in a new tab).
ger auf einer Tour geben. Von der gesunden Powernahrung pro-um die Kraft, die leckere Snacks wie die Mischungen von Seeber-Nüsse und Trockenfrüchte – wer am Berg unterwegs ist, weiß (opens in a new tab) Planen. Erleben (opens in a new tab).
Was bedeutet diese langjährige Zusammenarbeit mit dem DAV für Seeberger? Und wie hat damals alles angefangen (opens in a new tab)? Ralph Beranek: Eine Partnerschaft über zwanzig Jahre zeigt (opens in a new tab), dass man sich versteht und die gleichen Werte teilt. Seeberger steht für gesunde und natürliche Energie – und wo wird diese mehr benötigt als beim Wandern oder Bergsteigen? Ich weiß gar nicht mehr, ob der DAV als Erstes auf uns zukam oder wir auf den DAV. Aber letztlich haben wir uns gefunden und seitdem pflegen wir eine aktive Partnerschaft mit vielen Projekten. Ich erinnere mich beispielsweise noch gern an die Aktion „Bergfutter“ oder die „Aktion saubere Hütten“ (opens in a new tab).
Seeberger und Alpenverein – warum passt das so gut zusammen (opens in a new tab)?
Ich bin seit vielen Jahren selbst Mitglied im DAV, im Sommer wie Winter viel in den Bergen unterwegs und weiß daher aus eigener Erfahrung: Ein Päckchen Seeberger lässt sich auf Tour wunderbar teilen und stärkt so das Zusammengehörigkeitsgefühl in der Gruppe (opens in a new tab). Und genauso wie der DAV auf einen sorgsamen Umgang mit der Natur achtet, tun wir das in der ganzen Lieferkette (opens in a new tab). Wir arbeiten intensiv mit den Landwirten zusammen und achten auf beste Qualität und nachhaltiges Wirtschaften (opens in a new tab).
Layer zur Hangausrichtung (opens in a new tab)
Was unterscheidet Seeberger-Produkte von üblichen Snacks auf dem Markt, wenn es um Energie und Nährstoffversorgung geht (opens in a new tab)? Meine Lieblingsprodukte am Berg sind unsere zahlreichen Nuss-Frucht-Mischungen. Nüsse versorgen uns mit Mineralstoffen, Omega-3-Fettsäuren und Proteinen, Früchte bieten schnell verfügbare Energie – der perfekte Mix. Und das gute Gefühl ist immer dabei. Wir freuen uns auf eine weiterhin spannende und erfolgreiche Partnerschaft (opens in a new tab). Mehr Infos zur Nachhaltigkeit bei Seeberger gibt es unter alpenverein.de/seeberger-nachhaltigkeit (opens in a new tab)
2/2025 DAV PANORAMA 87
ALPENVEREIN AKTUELL
Jubiläum im (opens in a new tab)
DAV-Werkstatt am 26./27. September 2025 (opens in a new tab)
DAV-Haus (opens in a new tab)
BERGE IN BEWEGUNG! – So das Thema der DAV-Werkstatt 2025 in Leipzig, das bild- (opens in a new tab)
Obertauern (opens in a new tab)
GLÜCKLICHE GESICHTER UND (opens in a new tab)
VOLLE MÄGEN – Seit zwanzig Jah- (opens in a new tab)
Veranstaltung mit spannenden Keynotes, Diskussionen und verschiedenen Themen- (opens in a new tab)
ren sorgt das Pächterpaar Gerald (opens in a new tab)
„Geri“ und Daniela „Dani“ Zehner für (opens in a new tab)
glückliche Gesichter und volle Mä- (opens in a new tab)
zum Thema Klimawandelanpassung in den Handlungsfeldern des DAV haben (opens in a new tab). red (opens in a new tab)
gen im DAV-Haus Obertauern. Zum (opens in a new tab)
Alle Infos und Anmeldung zur Werkstatt (opens in a new tab): alpenverein.de/berge-in-bewegung (opens in a new tab)
Orchideen im Hochgebirge (opens in a new tab)
– drei von mindestens zwölf Orchideenarten, die hier oberhalb des Pitztals wachsen. Für Aufmerksamkeit sorgen Hinweistafeln entlang des Aufstiegs. Initiator ist Jens Ditlevsen, der in der Sektion Ludwigsburg im Vorstand für Naturschutz verantwortlich ist und bei jedem Besuch der Hütte auf Entdeckungstour geht (opens in a new tab). Vor über zwanzig Jahren erlebte er so die erste Über- (opens in a new tab)
Lässt sich beim Aufstieg leicht finden: Knabenkraut (opens in a new tab).
raschung, die für ihn längst keine mehr ist: „Viele Orchideen fühlen sich in den mageren Rasen an der Waldgrenze offenbar richtig wohl.“ Im Vergleich zu den spektakulären Arten der Tropen sind die alpinen meist unscheinbar. „Es bedarf schon eines geschulten Blicks und großer Aufmerksamkeit.“ Deshalb bietet Jens bei Gelegenheit Touren zu diversen Fundstellen an. Wer nun zur richtigen Jahreszeit unterwegs ist, wird meist in der Nähe der Tafeln die streng geschützten Pflanzen finden. Dringender Appell: „Auf dem Weg bleiben, nichts zertreten, damit auch kommende Generationen noch Freude an den Orchideen haben.“ In den kommenden Jahren will er weitere Tafeln aufstellen. Immer nach dem Motto „Nur was man kennt, kann man auch schützen“ (opens in a new tab). red (opens in a new tab) Weitere Infos: alpenverein-ludwigsburg.de/ Natur_Umwelt/Orchideenweg
88 DAV PANORAMA 2/2025
Sonderausstellung im Alpinen Museum (opens in a new tab)
BLICK IN DIE ZUKUNFT – Wer sich mit eigenen Augen von den Folgen des Klimawandels überzeugen will, muss nur in die Alpen blicken – oder in den zweiten Stock des Alpinen Museums. Dort untersucht die Sonderausstellung „Zukunft Alpen (opens in a new tab). Die Klimaerwärmung“ die spürbaren Auswirkungen der Klimaerwärmung im Alpenraum. Die großen Fragen: Wie können wir auf diese Herausforderungen reagieren? Und können wir unsere geliebten Berge noch retten? Auf der Suche nach Antworten werden Mobilität, naturverträglicher Bergsport, Energiegewinnung sowie die Hütte der Zukunft beleuchtet. Welche Auswirkungen unser Handeln auf unsere Zukunft in den Bergen hat (opens in a new tab), zeigt die JDAV in zwei fiktiven Tagebüchern aus dem Jahr 2050. Die gemeinsam mit Wissenschaftler*innen (opens in a new tab), Expert*innen aus Naturschutzorganisa- (opens in a new tab)
Die Sonderausstellung zeigt unter anderem eine Liste der Felsstürze seit 1618 (opens in a new tab).
Eine DAV-Delegation ehrt Dani (2.v.l (opens in a new tab).) und Geri (4.v.l (opens in a new tab).) Zehner zum Jubiläum (opens in a new tab).
haben Gäste, die schon seit zwanzig Jahren jährlich zu uns kommen (opens in a new tab). Zuerst mit den Kindern, dann zu zweit und in Kürze mit ihren Enkeln. Das zeigt, dass man das Ganze vielleicht nicht so schlecht gemacht hat.“ Das ist reichlich untertrieben, hat er es doch geschafft, sich im Laufe der Zeit einen hervorragenden Ruf als Koch zu erarbeiten. Geri legt dabei großen Wert darauf, dass nicht nur die Essensqualität stimmt, sondern auch die Portionen groß genug sind: „Nach einem anstrengenden Tag auf der Piste will der Gast am Abend nicht nur sehr gut essen, sondern vor allem auch richtig satt werden.“ Übrigens (opens in a new tab): Das DAV-Haus Obertauern hat seit einigen Jahren auch in den Sommermonaten geöffnet. Saisoneröffnung ist in diesem Jahr Anfang Juli (opens in a new tab).
WIR SIND DAV!1 Verein /// 356 Sektionen /// über 1,5 Millionen MitgliederALPENVEREIN AKTUELL
Haus-und-Hof-Fotograf
1
Dietmar Rodewald
DAV Mainz – Man muss nicht jahrzehntelanges Mitglied sein, um sich zu engagieren. Das zeigt Dietmar Rodewald eindrücklich. Erst im Jahr 2020 hat er durch eine Freundin zu seiner Sektion gefunden und ist seitdem auch aktiv in der Senior*innengruppe. Und das nicht nur, was das Wandern angeht – sein Hobby, das Foto-
grafieren und Filmen, lebt er auch auf den Touren aus und versorgt seine Wanderfreund*innen mit schönen Erinnerungen an die gemeinsame Zeit. Bei mehrtägigen Wanderungen filmt er und lädt anschließend zum gemeinsamen Filmabend. Während das Wandern Dietmar schon lange begleitet, hat er 2023 auch einen Ausflug in die Welt des Bergsteigens gewagt – mit 86 Jahren meisterte er nach intensiver Vorbereitung den Aufstieg auf die Kaunergrathütte seiner Sektion, die auf 2817 Metern im hochalpinen Pitztal liegt.
„Hilfe kann jede Organisation brauchen, man muss nur hinschauen und bereit sein, etwas zu tun. Es muss nicht unbedingt gleich ein Ehrenamt sein, man kann auch helfen, ohne sich fest zu binden.“
„Verwaltungsbergsteiger“
3
Bernhard Pappenberger
DAV Passau – Schon bald sechzig Jahre ist Bernhard Pappenberger dem DAV verbunden. Nach dem Ausstieg aus dem Berufsleben 2011 stieg er als Schatzmeister in die aktive Sektionsarbeit ein,
2017 bis 2023 war er zusätzlich als Geschäftsführer der Sektion tätig. Und das, obwohl er sich sein Traum-Ehrenamt eigentlich eher Richtung Hüttenwart vorstellte
– war er den beiden Sektionshütten, der Passauer und der von-Schmidt-Zabierow-Hütte, doch von Jugend an eng verbunden. Ein Glück, dass er auch als Schatzmeister immer wieder Dienstgänge dorthin durchführen „muss“. Dass Bernhard zusätzlich ein gewisses kaufmännisches Verständnis mitbringt und bereit ist, den Alpinismus um eine administrative Komponente zu erwei-
1
tern, macht ihn zum perfekten „Verwaltungsbergsteiger“ der niederbayerischen Sektion.
red
„Es macht mir Freude, meinen Tatendrang für die strukturelle Weiterentwicklung unserer Sektion einzubringen und dafür eng in einem freundschaftlichen Team zusammenzuarbeiten.“
Enthusiastin
23
Susanne Kern
DAV Prien am Chiemsee – Als hauptberufliche Steuerberaterin findet auch Susanne Kern sich im Amt der Schatzmeisterin perfekt wieder. Besonders gefällt ihr daran, dass sie Einblicke in alle Bereiche bekommt, da sich Planung und Ausführung der Sektionsaktivitäten auch immer nach den aktuellen Mitteln richtet. „Ne-
benbei“ bietet sie als Wanderleiterin und ausgebildete Yogalehrerin Kurse und Touren an, die ihre beiden Leidenschaften verbinden. Auch wenn das Engagement neben einer hauptberuflichen Selbstständigkeit doch sehr fordernd ist – die vielen Freundschaften, die sich im Laufe der Jahre ergeben haben und die Freude, etwas bewirken, oder auch nur eine funktionierende Infrastruktur bieten zu können, machen das Ehrenamt für Susanne zu einem unverzichtbaren Teil ihres Lebens.
„Gerade das Organisieren der Wanderungen und das Miteinander in unserer Yoga-Wander-Gruppe finde ich wunderbar. Ohne Leistungsdruck mit viel Lachen durch unsere heimische Landschaft – etwas Besseres gibt es eigentlich nicht.“
4 Waltenbergerhaus (Allgäuer Alpen, DAV Allgäu-Immenstadt) 150-jähriges Hüttenjubiläum waltenbergerhaus.de (opens in a new tab)
5 DAV Landshut 150-jähriges Sektionsjubiläum alpenverein-landshut.de (opens in a new tab)
6 DAV Hersbruck 100-jähriges Sektionsjubiläum dav-hersbruck.de (opens in a new tab)
6
5 3
2
4
189 DAV-Arbeitsgebiete gibt es in den Alpen, Sektionen haben dort ihre Hütten und kümmern
sich um Bergwege und alpine Steige.
2/2025 DAV PANORAMA 89
VORSCHAU & IMPRESSUM
Im nächsten DAV Panorama ab 12. August:
Sektionstour PrimaKlima Mit Öffis unterwegs: Fünf Tage lang mit dem DAV Kaufbeuren durch die Lechtaler Alpen.
Magazin des Deutschen Alpenvereins
77. Jahrgang, Nr. 2, Juni - August ISSN 1437-5923
Inhaber und Verleger Deutscher Alpenverein e.V. Anni-Albers-Str. 7, 80807 München Tel.: 089/140 03-0 Fax: 089/140 03-98 dav-panorama@alpenverein.de alpenverein.de/panorama (opens in a new tab)
Redaktion
Christine Frühholz (verantwortlich, Adresse siehe oben) – cf (Reportage, Menschen) Philipp Radtke – pr (Berg & Tal, Klassiker, Reportage, Sicherheitsforschung, Wie funktioniert das, So geht das, Knotenpunkt) Julia Behl – jb (Thema, Reportage, Fitness & Gesundheit, Posteingang, Alpenverein aktuell, Panorama-Magazin auf alpenverein.de) Jonas Kassner – jk (Thema, Auf einen Blick, Panorama-Magazin auf alpenverein.de) Hauke Bendt – hb (Panorama-Magazin auf alpenverein.de) Johanna Godt – jo (Panorama-Magazin auf alpenverein.de)
90 DAV PANORAMA 2/2025
Bergsteigerdörfer
Weitere Themen:
Valle Onsernone
So geht das: Mit Kindern am Berg
Der neueste Abschnitt der
Menschen: Paraclimber Sebastian Depke
Via Alta Vallemaggia führt
Thema: Leistungssport im DAV
durch eine versteckte und
Juni: Drei-Hörner-Tour im Wallis (opens in a new tab)
faszinierende Ecke des
Juli: Bouldermekka Fontainebleau (opens in a new tab)
Tessins.
Online (opens in a new tab): alpenverein.de/zwischendurch (opens in a new tab)
Umgezogen (opens in a new tab)? Mitgliedschaft kündigen (opens in a new tab)? Panorama digital statt print (opens in a new tab)?
Die Redaktion des DAV redigiert und produ-
An dieser Ausgabe wirkten mit:
ziert DAV Panorama. Inhalt, Layout und The-
Max Bolland, Andi Dick, Rudi Erlacher,
menauswahl von „Knotenpunkt.“ obliegen Bitte wenden Sie sich direkt an (opens in a new tab) Daniel Gebel, Christof Keinath, Ida dem JDAV-Redaktionsteam in Zusammenar-
Ihre Sektion oder nutzen Sie (opens in a new tab)
Kösters (id), Markus Liebe, Nadine
mein.alpenverein.de (opens in a new tab)
beit mit der Redaktion des DAV (s. Impressum
Ormo, Markus Pfaller (mp), Martin
„Knotenpunkt.“).
Prechtl, Silvia Schmid, Sven Schmid
Die Beiträge geben die Meinung der Verfasser*innen, nicht des Deutschen Alpenvereins wieder. Die Zeitschrift und alle in ihr
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Picassoplatz 1
sich die Kürzung und Bearbeitung von Beiträgen und Zuschriften 50679 Köln vor. Für unverlangt eingesandte Unterlagen jeglicher Art wird keine Verantwortlich für Anzeigen (v.i.S.d.P.): Haftung übernommen.
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(z.B. Dauer, Verlauf, Schwierigkeitseinstufung, örtliche Gegebenheiten, Zugänglichkeit von Wegen) ausgeschlossen.
Gesamtherstellung
Bergtouren und andere Outdooraktivitäten sind mit Gefahren ver-
Stark Druck GmbH + Co. KG
bunden, die Sie eigenverantwortlich einschätzen müssen, bevor
75181 Pforzheim
Sie einem Tourenvorschlag folgen. Informieren Sie sich vor allem
Verbreitete Auflage, IVW Quartal 4/2024: 948.168,
über Wetter, örtliche Gegebenheiten, die aktuelle Situation vor Ort,
davon ePapers: 297.955
aktuelle und rechtliche Zugänglichkeit usw. und berücksichtigen
Innenteil gedruckt auf PerlenJoy 70,
Sie bei allen Angaben u.a. die eigene Verfassung und Fähigkeiten,
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Erfahrung, Kenntnisse und Ausrüstung. Bitte berücksichtigen Sie mögliche Fehler von etwaigen GPS-Trackings.
Erscheinungsweise: viermal jährlich
Gestaltung und Produktion von DAV Panorama
Der Bezugspreis ist für A-Mitglieder, Kinder/Jugendliche
Sensit Communication GmbH, 81543 München, sensit.de (opens in a new tab). Ge-
mit Einzelmitgliedschaft, Junioren und bestimmte
staltung und Layout des JDAV-Magazins „Knotenpunkt.“ sind eine B-Mitglieder durch den Mitgliedsbeitrag abgegolten. Eigenentwicklung der JDAV; es wird getrennt von DAV Panorama produziert (s. Impressum „Knotenpunkt.“).
Ausgewählt vom DAV (opens in a new tab): Qualitativ hochwertige und langlebige Materialien, veredelt mit dem Edelweiß (opens in a new tab).
DIE NEUE DAV-KOLLEKTION (opens in a new tab)
dav-shop.de (opens in a new tab)
Rosé-Vielfalt (opens in a new tab)
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Getränke werden nur an Personen ab dem vollendeten 18. Lebensjahr geliefert. Informationen zu Lieferbedingungen und Datenschutz nden Sie unter www.hawesko.de/service/ lieferkonditionen und www.hawesko.de/datenschutz. Ihr Hanseatisches Wein- und Sekt-Kontor Hawesko GmbH, Geschäftsführer: Alex Kim, Nicolas Tantzen, Anschrift: Friesenweg 24 (opens in a new tab), 22763 Hamburg, Handelsregistereintrag: HRB 99024 Amtsgericht Hamburg, USt-Identikationsnr: DE 25 00 25 694 (opens in a new tab).
