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heft-2021-06

Contents

  1. Das letzte Abendmahl
    1. bis 21. November 2021 Die Bilderwelt des Leonardo im Kloster Dalheim
  2. Hochstapler,Trunkenbolde, Schnüffler … und andere verrückte Schmetterlinge
    1. eine Fotoausstellung von Ingo Arndt
  3. Skateboards und Rösterei
    1. Ein Gespräch mit Ralf Loser
  4. 3-Gänge in der Box
    1. - fair produziert
    2. Ich sing‘ für die Verrückten
    3. Bettwäsche-Sammelaktion
  5. Blankgezogen
  6. TriePad
    1. Das Paderborner Zweirad mit dem Drei-Hasen-Emblem
  7. 1971 – Soul und Funk und Verwandtes
    1. ozella music

HEFTKO S T E N L O S

DAS PADERBORNER VERANSTALTUNGS- UND KULTMAGAZIN

39. JAHRGANG · www.heft.de (opens in a new tab) · Juni 2021

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Leonardo da Vinci

Das letzte Abendmahl

bis 21. November 2021 Die Bilderwelt des Leonardo im Kloster Dalheim

Stiftung Kloster Dalheim LWL-Landesmuseum für Klosterkultur

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A u s s t e l l u n g e n

A U S S T E L L U N G E N

❧ PADERBORN

bis 27.6. Frenzy Höhne – Stellen Sie sich an,

die vielschichtigen Arbeiten befassen sich mit

den Werten und Bedürfnissen unserer Gesell-

schaft

– Kunstverein Paderborn e.V., Kamp 13

bis 8.8. Blumenkübel – Wendehammer –

Wäschespinne, Deutsch-deutscher Städtebau in

Ansichtspostkarten 1949-89 – Stadtmuseum

bis 29.8. Expedition, Dozent*innen der Som-

merakademie 2021 stellen aus

– Kunstmuseum im Marstall

bis 5.9. Karel Dierickx – Illusionäre Anwe-

senheit, Malerei, Zeichnung, Skulptur – Städt.

Galerie in der Reithalle

3. bis 27.6. FRAGMENT, Bilder und Skulpturen

der Künstlerinnen-Gruppe KUNST.PUNKT!

– Forum Junger Künstler im Gewölbesaal Schloß

Neuhaus

❧ WEWELSBURG

bis 22.8. 2. April 2021 – Botschaften zum Ge-

denken aus nah und fern, Sonderausstellung

– Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg

1933-1945, Burgwall 19

22.6. bis 26.9. 2. Germanenmythos und

Kriegspropaganda. Der Illustrator Wilhelm

Petersen (1900-1987), Sonderausstellung

– Kreismuseum Wewelsburg, Burgwall 19

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A u s s t e l l u n g e n

A U S S T E L L U N G E N

Frenzy Höhne: Stellen Sie sich an

bis 27. Juni, Paderborn, Kunstverein

Die Konzeptkünstlerin Frenzy Höhne befasst sich mitPaderborn e.V., Kamp 13

dem Konsumverhalten, den Werten und den Bedürfnissen unserer zeitgenössischen Gesellschaft, die sie in Installationen, Objekten, fotografischen und grafischen, sowie Sound basierten Arbeiten auf vielschichtige Weise beleuchtet. Ihre mehrdeutigen Werke und teils

schaffen eine pointierte Umbewertung und Kritik an derironisch konnotierten Versatzstücke unseres Alltags

uns umgebenden Welt der Werbeästhetik und der nicht

Öffnungszeiten: Mi, Do., Fr., So. 15-18 Uhr, Sa. 10-14 Uhrenden wollenden Gewinnoptimierung unserer Zeit.

Der Illustrator Wilhelm Petersen (1900- 1987)

Germanenmythos und Kriegspropaganda.

20. Juni bis 26. September, Wewelsburg, Kreismuseum, Burgwall 19

National-konservativ geprägt, orientierte Wilhelm

Petersen sich bereits in den 1920er Jahren an völkischen Ideologien. 1933 trat er in die NSDAP ein. Durch Alfred Rosenberg massiv gefördert, wurden seine Werke in Ausstellungen, als Illustrationen und Kunstdrucke vermarktet und von führenden Nationalsozialisten erworben. Seine Bildmotive prägten die Vorstellung von vor- und frühgeschichtlichen Germanen und »nordischen Idealfiguren«. 1938 verlieh ihm Adolf Hitler den Professorentitel. Als Kriegszeichner der Waffen-SS trugen Petersens Zeichnungen dazu bei, den Mythos der Waffen-SS als kämpferische Elite zu verbreiten. Nach dem Krieg wurde er als einer der Zeichner der Igelfigur »Mecki« für die Zeitschrift »Hör Zu!« bekannt. Bis zu seinem Tod 1987 distanzierte sich Wilhelm Petersen nicht von seiner Rolle als NS-Künstler, sondern blieb im Netzwerk ehemaliger Nationalsozialisten und Mitglieder der Waffen-SS fest verwurzelt. Eintritt frei.

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Hochstapler,Trunkenbolde, Schnüffler … und andere verrückte Schmetterlinge

eine Fotoausstellung von Ingo Arndt

  1. Juli bis
  2. Oktober 2021

Kulturpartner

Im Schlosspark 9 · 33104 Paderborn-Schloß Neuhaus www.paderborn.de/naturkundemuseum (opens in a new tab)

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E d i t o r i a l / V e r a n s t a l t u n g e n

Liebe Leser*innen,

der Sommer steht vor der Tür und damit auch, vor

allem durch die immer besser laufende Impfkampa-

gne, die Hoffnung, dass es endlich wieder losgeht.

Mit Kulturangeboten, Konzerten, Ausstellungen,

Lesungen und vielleicht auch wieder Treffen – z.B.

auf Feiern und Festen. Und es geht auch wirklich

voran. Mit den Picknick-Konzerten im Schlosspark,

dem Platz der Kleinen Künste im Rahmen von Libori

light, dem Kabarett-Wochenende auf dem Schützen-

platz u.v.m. setzen die hiesigen Veranstalter*innen

ein klares Signal: wir sind bereit und wollen

T H E A T E R

Picknickdecken-Puppentheater

Die Prinzessin ist futsch

26. Juni, 15 Uhr, Wewelsburg, Kreismuseum Wewelsburg, Burgwall 19

König Joachim ist sehr traurig, weil seit drei Wochen seine Tochter, die liebliche Prinzessin Rosalinde, verschwunden ist und keiner weiß, wo sie steckt. Der böse Graf Höllenstein hat sie entführt und will sie heiraten, um selber König zu werden. Doch er hat die Rechnung nicht mit Kasper und den Kindern gemacht ... Ein spannendes Abenteuer zum Mitmachen und Mitlachen für Groß und Klein zwischen 3 bis 93 Jahren. Dauer ca. 50 Minuten. Picknickdecken sind mitzubringen, die maximal 2 x 2 m groß sein dürfen. Auf einer solchen Decke sitzen maximal 5 Personen (davon maximal 2 Erwachsene). Eintritt pro Decke: 12,- Euro Infos & Karten: www.wewelsburg.de (opens in a new tab)

G E M I S C H T E S

Online-Vortrag des Heinz Nixdorf MuseumsForums

Vermesse dich selbst

24. Juni, 18 Uhr, Online

Die moderne Informationstechnik hilft, Messwerte und Erkenntnisse zur Gesundheit jedes einzelnen zu

wieder loslegen! Alles natürlich unter Vorbehalt und unter Berücksichtigung der geltenden Hygiene-Maßnahmen. Aber die Aussicht auf einen einigermaßen unbeschwerten, bunten und vielfältigen (Open-Air)-Kultur-Sommer beflügelt und inspiriert uns und macht uns hoffnungsfroh für die kommende Zeit. Und hoffentlich Sie/Euch auch!

Ihr Harald Morsch

daten aufzubereiten und zur Verfügung zu stellen. Dochsammeln und sie zusammen mit weiteren Gesundheits-

wenn so viele Menschen nicht mehr ohne Smartwatch das Haus verlassen, ihre Versichertenkarte und die Corona Warn-App aber skeptisch beäugen – was sagt uns das über die elektronische Patientenakte und den kommenden »Europäischen Gesundheitsdatenraum«? Dieser Frage geht der Bielefelder Dozent Marc Rohlfing in seinem Online-Vortrag auf den Grund. Der Vortrag findet als reine Online-Veranstaltung statt und wird auf der Homepage des HNF kostenlos unter www.hnf.de/online-vortraege (opens in a new tab) live übertragen.

Online-Vortrag des Heinz Nixdorf MuseumsForums

Die teuflischen Fünf

30. Juni, 19 Uhr, Online

Im Internet gibt es Millionen Apps und Webseiten sowie Milliarden an Nutzerinnen und Nutzern. Die Daten dieser gigantischen digitalen Welt ballen sich jedoch bei wenigen großen Unternehmen: Google, Apple, Facebook, Amazon und Microsoft. In seinem Vortrag spricht der Berliner Journalist Stefan Mey über diese »teuflischen Fünf«, die weite Teile des Internets und unserer digitalen Welt dominieren. Mit ihren Datenschätzen können sich die IT-Konzerne potenziell in das Leben jeder Einzelperson und Bevölkerungsgruppe hineinzoomen. Der Referent stellt Wege vor, wie man den Datenhunger der Unternehmen stoppen kann. Der Vortrag findet digital statt und wird live und kostenlos aus dem Heinz Nixdorf MuseumsForum übertragen: www.hnf.de/online-vortraege (opens in a new tab).

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I n t e r v i e w m i t R a l f L o s e r

Skateboards und Rösterei

Ein Gespräch mit Ralf Loser

Egal, ob man in Paderborn einfach nur einen richtig guten Kaffee trinken möchte, ein neues Skateboard sucht oder eine stabile Party besuchen will: Eigentlich muss man hierfür nur zu Ratzi am Rosentor gehen. Seit 2015 befindet sich hier die Loser Coffee Bar, die neben einer Rösterei und einem Skate-Shop viele Überraschungen für ihre Besucher*innen parat hält. Grund genug, uns mal mit dem Inhaber Ralf Loser zu treffen, der das Café gemeinsam mit seiner Frau und Röstmeisterin Silke leitet. »Wir wollten einfach Kaffee rösten, da wir der Meinung waren, dass es in Paderborn ruhig eine echte Kaffee-Rösterei geben könnte, die frischen Kaffee anbietet und verschiedene Sorten im Angebot hat. Dafür mussten wir umziehen. Der alte Shop in der Franziskanergasse war einfach zu klein. Wir hatten 80 Quadratmeter. Die waren komplett vollgestopft mit Klamotten, Schuhen und Skateboards.« Mittlerweile verfügt das Losers über eine große Holzterrasse und eine gemütliche Sitzecke. Mitten im Geschäft stehen ein große Röstmaschine und ein langes Regal mit preisgekrönten Kaffeesorten. Es gibt lokal produzierte Schokolade und im Sommer Eis. Im Nebenraum befindet sich der Slider Boardshop mit Skateboards, Zubehör und Kleidung. Auch die Graffiti-Szene kann sich hier mit neuen Dosen, Markern und Leinwänden von Norbert 3000, Schönbild oder Volker Heisener eindecken. Trotz des großen Angebots und der guten Lage in der Innenstadt verlief der Start allerdings zunächst etwas holprig. »Die Skater dachten, was ist hier denn los? Ein Café? Sollen wir hier jetzt mit 60-jährigen Omis rumsitzen? Und die Leute, die wegen des Kaffees zu uns gekommen sind, die waren am Anfang etwas erstaunt, dass an der Wand ganz viele Bretter mit Totenköpfen hingen. Aber mittlerweile freuen sich auch die Älteren darüber, dass es hier eine bunte Mischung an Kunden gibt. Da sitzen dann 15-jährige Skater neben Familien mit kleinen Kindern und Kinderwagen und es gibt Tische mit deutlich älteren Leuten. Nahezu jeder auf dieser Terrasse hat ein glückliches Gesicht und freut sich im Prinzip mit den anderen Leuten da zu sein. Ich glaube, die Mischung macht es tatsächlich. Und genau diese bunte Mischung macht sowohl mir als auch meiner Frau und unseren

Mitarbeitern am meisten Spaß. Wir finden das ganz toll, wie sich das entwickelt hat.« Dass das Café so gut angenommen wurde, ist auch den hohen Qualitätsstandards zu verdanken, auf die die Losers setzen. Für die Röstung werden ausschließlich hochwertige Rohbohnen verwendet, die in der Regel über einen Direct-Trade erworben werden. Über eine Kontaktperson vor Ort lassen sich so die Preise und die Qualität der Ware direkt überprüfen. Neben der Qualität der Kaffeebohnen wird ein besonderes Augenmerk auf die Arbeitsbedingungen und die Nachhaltigkeit der Ernte gelegt. »Der Kaffee, den man im Supermarkt kaufen kann, ist eigentlich viel zu billig. Unter 20 Euro das Kilo kann man so etwas eigentlich nicht fair produzieren. Wir wollen, dass die Menschen davon leben können. Der Kaffeeanbau ist eine sehr harte Arbeit und oft reicht

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I n t e r v i e w m i t R a l f L o s e r

das Geld nicht, um die Kinder in die Schule zu schicken. Klar, wir sind nur ein ganz kleines Krümelchen, aber dieses Krümelchen versucht irgendwo ein weiteres Krümelchen aufzubauen und anderen dabei zu helfen, ein besseres Leben aufzubauen.« Diese Grundidee der fairen und nachhaltigen Produktion wird nicht nur bei der Kaffeeröstung verfolgt, sondern gilt auch fast für das gesamte Sortiment in der Bar und im Skateshop. Fast alle Textilien sind fair gehandelt und bestehen aus Bio-Baumwolle. Auch bei den Boards wird versucht, auf nachhaltige und faire Bedingungen zu setzen. »Es ist nicht komplett möglich. Es gibt immer noch einige ‚dunkle Ecken‘, wo ich nicht genau weiß, wo das Holz herkommt. Wir haben aber mittlerweile selbst Produktionsstätten in Spanien, die arbeiten nur mit Holz aus nachhaltiger Landwirtschaft. Auch da gibt es mittlerweile Bemühungen, die Welt ein kleines Stückchen besser zu machen. Uns ist es wichtig, der Natur möglichst wenig wegzunehmen und den Leuten, von denen wir die Produkte beziehen, eine möglichst faire Marge zahlen zu können.« Ralf Loser setzt sich nicht nur auf den globalen Märkten für eine bessere Welt ein. Auch in Paderborn ist der skatende Familienvater seit über 20 Jahren ein fester Ankerpunkt für die lokale Kultur- und Skateszene. Als Vorstand der Paderborner Asphaltsurfer organisiert er gemeinsam mit dem Verein und zahlreichen ehrenamtlichen Helfer*innen jährlich den Skate Contest im Goldgrund, Punk-Konzerte in der Bar und rief vor vier

Jahren die Partyreihe Groovy Baby ins Leben. An ausgewählten Terminen wird der Laden leergeräumt und in eine Tanzfläche umgewandelt. Mit DJ Ben Brown und Gästen wird dann bei bester Stimmung bis in die Nacht getanzt und gefeiert. Sorgen um die Einrichtung müssen sich die Losers allerdings nicht machen. »Sorgen habe ich mir nie gemacht, dass hier randaliert wird, weil wir eine ganz wunderbare Kundschaft haben. Ich denke, dass die Gäste uns mittlerweile so sehr verbunden sind, dass sie gegenseitig auf sich aufpassen und niemand möchte, dass der Laden am nächsten Tag in Schutt und Asche liegt. Unser letztes Konzert, das wir hier hatten, war ein sehr geiles Konzert mit drei Punkbands. Da wurde auch von der Mini-Ramp gestagedived und die Hütte war voll und gefühlt am Brennen. Aber dass da irgendwas kaputt geht, ist bisher noch nicht passiert.« Wir bleiben gespannt, wie es mit der Bar in den kommenden Monaten weitergeht. Ich jedenfalls werde versuchen, meinen Kaffee nur noch bei den regionalen Röstereien zu erwerben, um damit zumindest ein weiteres Kaffeekrümelchen in Bewegung zu bringen. Auf die Frage, ob ich in Zukunft auch E-Bikes und Bio-Eier von glücklichen Hühnern am Rosentor bei Ratzi bekomme, antwortete er lachend: »Nein, wir werden aber unser Angebot an Speisen und Getränken aus der Region erweitern. Wir sind ja mehr oder weniger noch im Aufbau und hoffen, dass sich die Bar weiter etabliert und wir noch 20 Jahre weitermachen können.« Das Gespräch mit Ralf Loser führte Sven Niemann.

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P a d e r b o r n t r ä u m t . . .

Paderborn träumt ...

Eine Interaktion zwischen Bühne und Leben, Traum und Wirklichkeit

Nirgends begegnet sich der Mensch so unverstellt wie im Traum. Vielleicht war es das, was die jungen Ensemblemitglieder vom »youTH-on-stage« dazu bewegt hat, sich mit dem Thema »Träume« zu beschäftigen. Ausgangspunkt dazu waren die Beobachtung und eigene Erfahrungen einer wachsenden Isolation – verstärkt durch den Ausbruch der Pandemie. Aber auch vor Corona hat sich das Miteinander durch die Digitalisierung, durch Kontaktbörsen wie »Tinder«, durch das Paradox »Soziale« Medien bereits stark verändert. Was fehlt ist der taktile Kontakt, die Körperlichkeit. coronabedingt wurde durch Home-Office und Homeschooling die »Isolation« verschärft. Daraus entstanden ist die Theater-Show »Das Los der kleinen Träume«, die am 1. und 2. Juli in der Kulturwerkstatt zur Aufführung kommen soll und in der die

Hoffnung auf Erfüllung eines Lebens-Traumes eine besondere Rolle spielt. Im Rahmen ihrer Arbeit an »Das Los der kleinen Träume« haben die Akteur*innen die Interaktion zwischen ihrem Stück und ihrem potentiellen Publikum gesucht und Paderborner*innen jeden Alters aufgerufen, die eigenen Träume aufzuschreiben und zuzusenden. Hier ist nun der erste Teil der eingegangenen Träume, der zweite Teil erscheint in der kommendem HEFT-Ausgabe.

Martina Flüter, 55, Kinderkrankenschwester: In meinem Traum spielt Zeit keine Rolle; es gibt immer genug davon. Genug für mich und für alle, die einen Platz in meinem Herzen haben. Im kleinen Haus am Rande der weiten Felder stehen bunte Blumen auf dem kleinen Tisch am Fenster, auf dem Herd immer ein

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P a d e r b o r n t r ä u m t . . .

Kessel Tee. Immer mal wieder schaut jemand vorbei. Wenn A. hier ist, scherzen wir, wenn B. kommt, beten wir gemeinsam. Ich lausche der Musik von C. und lasse den Blick über den breiten Fluss schweifen. Mein Liebster kommt manchmal in der Nacht. Er

Bahnhofstraße 64 | 33102 Paderborn schmiegt sich an mich; unsere Füße verschränken sich

ineinander. Ich atme seinen Duft ein, seine Hand in meiner, meine Hand auf seinem Bauch. Am Morgen trinken wir Kaffee am Fluss. Beim Tanz zum Frühlingsanfang

trägt er seinen breiten, bunten Gürtel. Unsere Augen

finden sich, er vorne in der langen Reihe Tanzender, ich im dunkelroten Kleid zwischen all den bunten Kleidern und goldenen Gürteln. Grenzen sind nur noch Erinnerung. Ich besuche alle Freunde, über alle Kontinente verteilt; bereise Orte, denen ich mich aus verschiedenen Epochen meines Lebens verbunden fühle. Es ist so schön, sie lachen und singen zu hören. Es herrschen Frieden und Freiheit.

Carsten Schlussus, 48, Travestie-Künstler & Erzieher, Preisträger der Paderborner Kulturnadel 2021: Es ist früh am Morgen, ich gehe an einem Fluss entlang. Niemand ist zu dieser Zeit unterwegs. Ich habe eine Decke mit, die ich ausbreitet und mich setzte. Ich fühle und rieche den morgendlichen Tau, der in der Luft liegt. Das Licht bricht sich durch die Wolken, die am Himmel stehen und es ist still. Ich nehme aus meiner Tasche ein Buch und beginne zu lesen: Es ist früh an einem Morgen, jemand geht an einem Fluss entlang. Niemand ist zu dieser Zeit unterwegs. Eine Decke wird ausgebreitet und sich gesetzt. Man fühlt und riecht den morgendlichen Tau, der in der Luft liegt. Das Licht bricht sich durch die Wolken, die am Himmel stehen und es ist still. Ein Buch wird herausgenommen und es wird angefangen, darin zu lesen ... Was ich gerade erst erlebt habe, lese ich jetzt in diesem Buch, das ich mir einfach nur geschnappt habe, weil es gerade so parat lag. Ich schließe das Buch, um den Titel anzusehen. »Geschichten schreibt das Leben«, klein darunter: »Es sind nicht die großen wichtigen, sondern die kleinen Momente eines Lebens, die es besonders machen.« Ich lächle und schlage das Buch wieder auf, um zu sehen, wie es weitergeht ... leere Seiten. Sie weiter zu

www.kulte-pb.de (opens in a new tab) liegt ... bunt, laut, leise, aufregend und unvergesslich.füllen, wird meine Aufgabe für das sein, was vor mir

Weiblich, 19, angehende Studentin, wuchs mit Problemen in der Familie auf, Eltern geschieden: Mein Traum ist eigentlich die 08/15 Definition von Glück, würden viele behaupten. Abi, Studium, Karriere machen, viel Geld verdienen als eigenständige und selbstbewusste Frau. Um die 30 dann 2 Söhne kriegen, meine Jugendliebe, die schönen Haus, was nach meinen Wünschen gebautLiebe meines Lebens an meiner Seite. In einem großen wurde, mit großem Garten. Vor der Tür steht ein geiles Auto, was mir gehört und teurer ist als ein Kilo Gold (mein Mann hat ein eigenes). Wir können einfach in den Urlaub nach Rio fliegen, oder Gran Canaria, oder Puerto Rico. Ohne dafür jeden Euro abzuzählen, wie man es seit der Kindheit macht, oder von den Eltern kennt. Alle Orte, die ich je sehen wollte, oder in Filmen krass fand, bereisen. Viele würden denken, dass es mir nur um den Materialismus geht. Ich will aber, dass all das, was mir immer unmöglich schien, als jemand, der in seiner Kindheit nicht mal ein eigenes Bett hatte, irgendwann zu etwas Greifbarem wird. Daher auch Traum, weil ich – seit ich denken kann – davon geträumt habe, nicht auf andere zu hoffen, damit mein Wunsch in Erfüllung geht. Dass meine Eltern wieder glücklich zusammen sind, ich ihnen auch ein schönes Leben ermöglichen kann. Dass ich eine gute Schwester für meinen Bruder und eine gute Tante für meine Neffen oder Nichten (wenn er bis dahin Kinder kriegt) sein kann. Ein gesundes Leben mit viel Sport (wenn ich es bis dahin mal geschafft habe, diszipliniert durchzuziehen) und Gesundheit für alle in meinem Umfeld, die ich liebe. Wenige, aber gute Freunde und ein gutes Verhältnis zu Gott, der in schweren Zeiten immer an meiner Seite war. Die perfekte Definition von Glück gibt es nicht, aber das ist meine. Und ich werde alles mögliche dafür tun, um das zu verwirklichen.

Barbara Bader-Dalka, 66, hat eine Tochter, die in London lebt, was eine Begegnung in letzter Zeit sehr erschwert bis unmöglich gemacht hat: Ich träume immer wieder von jenem alten Park in London, dessen weite Wiesenlandschaft ich durchwandere. Zuvor habe ich mit einem Schiff die Themse überquert. Möwen umkreischen mich, Segelboote ziehen an mir vorbei, und ich rieche förmlich das Meer, welches die Themse mit der Flut in die Stadt trägt. Hinter mir lasse ich die Wolkenkratzer zurück, die Bankenviertel, die Großstadt. Ich fahre den Wäldern entgegen. Es

Turnschuhe, mit denen ich schon Paris durchstreift habe.ist warm, ich trage eine kurze Hose und meine alten

Ich bin ein Mensch, der in fremden Großstädten abseits der Touristenmeilen zu Fuß unterwegs ist. Hier, auf der anderen Seite der Themse im ökologischen Park, existiert ein gewachsener Naturschutz, ein riesiges Naturreservat umfängt mich. Und das Schönste ist, dass ich das Erlebnis mit meiner Tochter teile. Dieses: »Weißt Du noch ...« Immer wieder.

P a d e r b o r n t r ä u m t . . .

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P a d e r b o r n t r ä u m t . . .

Hans-Werner, Paderborner Veranstalter (ProRock e.V., Paderborn):

Mein Telefon klingelt: »Hallo, hier ist der Manager von Golden Earing. Wir sind dabei unsere Abschiedstournee zu organisieren. Es ist der ausdrückliche Wunsch der Band, dazu auch im Forum des Berufskollegs in Schloß Neuhaus aufzutreten, an dem Ort, wo seit 2005 so namhafte Künstler wie Fish, Kraan, Birth Control, Wishbone Ash, Guru Guru u.v.a. ihr Publikum begeisterten. Es ist uns eine Ehre!« Glücksgefühle durchwallen mich. Toll! Klasse! Golden Earing, die Band, die ich schon immer engagieren wollte, die aber trotz meines Drängelns und permanenten Nachfragens nie zusagte. Sofort rufe ich beim stellvertretenden Schulleiter an, der zuständig für die Terminvorgabe ist und reserviere das Forum. Juhuh

– es ist frei! Durch die Worte meiner Frau: »Du lächelst so glücklich. Hast Du etwas Schönes geträumt?« wache ich auf. Die Coronarealität hat mich wieder. Es wird noch längere Zeit keine größeren Rockkonzerte vor ausverkauftem Haus geben. Und schon gar nicht mit Golden Earing, da sie sich vor einigen Wochen nach über 50-jähriger Bühnenpräsenz aufgelöst haben. Schade! Aber der Traum war schön!

Fatma, 54, seit 23 Jahren in Deutschland: Mein Vater ging zur Arbeit und hat unser Brot verdient,

meine Mutter hat sich große Mühe gegeben, um uns bestmöglich großzuziehen. Deren Verdienste konnten unsere Bedürfnisse nicht stillen, schließlich waren wir 8 Geschwister. Von meinen Schulfreunden habe ich immer gehört »Wir waren am Wochenende am Meer«, »Im Sommer haben wir unsere Verwandten in Istanbul besucht« – das hat mir immer gefallen und so begann ich darüber zu träumen, auch mal auf Reisen zu gehen. Erst würde ich arbeiten, Geld verdienen und dann in den Urlaub fahren. Erst von Stadt zu Stadt, dann von Land zu Land. Bis zu meinem

30. Lebensjahr habe ich gearbeitet, Geld verdient und meiner Familie geholfen. Städte bereisen? Keine 40 km weit entfernt bin ich gewesen und ans Meer konnte ich auch nicht. Ich habe meinen ehemaligen Mann kennengelernt und geheiratet – zuerst waren wir in Ankara bei seiner Familie, danach bin ich nach Deutschland gekommen. Meine erste

Reise habe ich also mit ihm verwirklicht. Die nächsten Jahre bin ich zwischen Deutschland und der Türkei hin- und hergereist. Mein Traum ist nicht aus und ich hoffe stark, ihn wirklich zu erfüllen.

René Madrid, 68, Musiker, gebürtig aus Panama: Ich ging mit einem Freund zu einem Bauernhof. Mein Freund E. ist Anwalt und wollte gucken, was das für Leute sind, die dort wohnen. Sie waren angeklagt worden. Der Besitzer des großen westfälischen Bauernhauses schlief in einem Baum-Loch vor dem Gebäude. Er sah sehr schön aus. Ein uriger, europäischer Typ, wirkte nicht ungut und selbst im Schlaf noch lebendig. Wir haben uns draußen noch ein wenig umgeschaut. Alles wirkte bunt und gleichzeitig menschenleer. Dann sahen wir, wie der Mann aus der Baumhöhle kam. Er war sehr elegant in einem Loden-Look gekleidet. Jetzt kamen erste Gäste, die er begrüßte. Uns nahm er nicht wahr, ich hatte das Gefühl unsichtbar zu sein. In die Scheune reingegangen sind wir erst, als sich drinnen etwas in Bewegung setzte. Es war eine typisch westfälische Scheune. Schummrig – nicht düster. Es war leicht feucht. Ich setze mich neben meine Schwester Dilcia und meine Nichte Valerie aus Panama. Draußen hörten wir eine Folklore-Aufführung, Musik aus Mittelamerika, die auch zu uns nach drinnen kommen

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würde. Das wussten wir. Wir warteten. Falls es kalt würde, hielt ich einen Kohleanzünder in den Händen. Es gab eine Nische, wie ein kleiner Ofen, wo wir jederzeit ein Feuer hätten machen können. Draußen war die Folklore-Darbietung in vollem Gange. Sie würde als nächstes zu uns nach drinnen kommen. Das wussten wir. Wir mussten nichts tun als warten.

Uncas, 12, möchte am Liebsten Chefkoch oder Konditor werden:

SpongebobMein schönster Traum ist es, eine Zeichentrickfigur inSchwammkopf (Kinder-Zeichentrickserie)

Reise

damit er unter Wasser leben kann. Weil er an Land zuzu sein: Ein lila Vogel mit pinken Punkten und Kiemen,

litera

leichte Beute für andere Tiere ist, ist er gezwungen, unter Wasser zu leben, weshalb er etwas grimmig ist,

t(o)ur

im Gegensatz zu Spongebob, der immer versucht, den Vogel aufzuheitern mit seiner lustigen Art. Der Vogel ist sehr schlau und kann deshalb immer helfen, wenn etwas passiert.

IRuM

Am Stadelhof 10

Die Ensemblemitglieder des youTH-on stage bedanken

Paderborn

sich ganz herzlich bei allen Träumer*innen für ihre Offenheit, die zugestandene Möglichkeit, sich gegenseitig etwas kennenlernen zu dürfen, für die Zeit und die Träume, die sie den Leser*innen geschenkt haben.

GenerationenüberGreifende Hörmission – Ihr Gutes hören LIeGt uns am herzen. als Familienunternehmen ist es uns wichtig, dass wir uns die zeit nehmen, die es braucht, um für sie die optimale Lösung für mehr Lebensqualität zu finden. Wir beraten und begleiten sie mit herz und Fachwissen auf dem Weg zum besseren hören und Verstehen – Ihre Wünsche und an forderungen stehen dabei immer an erster stelle.

Wir sind Ihr kompetenter ansprechpartner für gutes hören – gestern, heute und auch in zukunft.

Lothar Vollbach

Friedrich Vollbach

Lothar (li.) und Friedrich Vollbach

I h r e h ö r e x p e r t e n f ü r p a d e r b o r n . Paderborn Riemekestr. 12, 0 52 51 . 2 74 80

Husener Str. 48 (MediCo), 0 52 51 . 1 42 36 07

hoerakustik-vollbach.de

Page 14

D i eN a c h r u fK u l t u r w e r k s t a t tf ü r R o l f K r ö g e r– S t a r t k l a r f ü r d e n N e u s t a r t

Ciao Rolf.

Du hast immer versuchst, das Beste aus deinem Leben zu machen im Sinne von carpe diem – pflücke den Tag. Ich bin froh, dass wir uns begegnet sind. Wir hatten schöne Zeiten zusammen.

Bernd und deine Freunde aus der Paderborner Zeit!

Vielen Paderborner*innen ist Rolf Kröger (Rolo) als »Schräger Vogel«, Lebenskünstler und genialer Maler phantasievoller Bilder bekannt. Er lebte zum Schluss in Bad Honnef und ist am 26.04.2021 im Alter von 74 Jahren gestorben.

Anekdoten rund um Rolo nimmt Bernd Hendel gern unter folgender E-Mail entgegen: hendel.bernd@gmail.com

Ich sing‘ für die Verrückten

Ich sing für die Verrückten, die seitlich Umgeknickten Die eines Tags nach vorne fallen und unbemerkt von allen An ihrem Tisch in Küchen sitzen und keiner Weltanschauung nützen Die tagelang durch Städte streifen und die Geschichte nicht begreifen

Die sich vom Kirchturm stürzen, die Welt noch mit Gelächter würzen Und für den Tod beizeiten, sich selbst die Glocken läuten Die an den Imbisstheken hängen, sich weder vor- noch rückwärtsdrängen Und still die Tagessuppe essen, dann alles wieder schnell vergessen

Die mit den Zügen sich beeilen, um nirgendwo zu lang zu weilen Die jeden Abschied aus der Nähe kennen, weil sie das Leben Abschied nennen Die auf den Schiffen sich verdingen und mit den Kindern Lieder singen Die suchen und die niemals finden und nachts vom Erdboden verschwinden

Die Wärter stehen schon bereit mit Jacken, um werkgerecht die Irrenden zu packen Die freundlich auf den Dächern springen – für diese Leute will ich singen

Die in den großen Wüsten sterben, den Schädel schon in tausend Scherben Der Sand verwischt bald alle Spuren, das Nichts läuft schon auf vollen Touren Die sich durchs rohe Dickicht schieben, vom Wahnsinn wund und krank gerieben Die durch den Urwald aller Seelen blicken, den ganzen Schwindel auf dem Rücken

Ich sing für die Verrückten, die seitlich Umgeknickten Die eines Tags nach vorne fallen und unbemerkt von allen Sich aus der Schöpfung schleichen, weil Trost und Kraft nicht reichen Und einfach die Geschichte überspringen – für diese Leute will ich singen

Hanns Dieter Hüsch

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Bettwäsche-Sammelaktion

Die Not in einigen osteuropäischen Ländern ist unfassbar groß. Wer beispielsweise ins Krankenhaus muss, wird nur aufgenommen, wenn er Bettwäsche mitbringt und die Angehörigen ihn pflegen. Drei ostwestfälische Unternehmer, die sich über das Netzwerk BNI kennen, wollen hier helfen. Sie rufen zu dieser Bettwäsche-Sammelaktion auf:

Gut erhaltene Bettwäsche kann bis zum 16.6.2021 abgegeben werden bei:

  • Augenoptik Lars Uecker, Paderborn, Husener Str. 48, Tel. 05251/4172939,
  • Schlafkultur Jutta Schmidt & Detlef Möller, Rheda-Wiedenbrück, Zum Eidhagen 4, Tel. 0172/5239988
  • Dachdecker Barczewski, Ingo Dedermann, Bielefeld, Grafenheider Str. 10, Tel. 0521/977270.

Herr Dedermann sorgt mit einer Reihe von freiwilligen Helfern für den Weitertransport und garantiert, dass alles direkt zu den Bedürftigen gelangt. Bitte geben Sie diesen Hilferuf an Verwandte und Freunde weiter. Vielen Dank!

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A n z e i g e – D a s B N I - U n t e r n e h m e r t e a m - P a d e r q u e l l e s t e l l t s i c h v o r

Mit dem WIR-Gefühl zum Erfolg

Meine erste Begegnung mit dem BNI fand auf einem Besuchertag statt. Ich hatte damals eine Einladung eines Mitgliedes bekommen, diese zur Seite gelegt und zunächst gar nicht mehr daran gedacht, bis ich am Vorabend angerufen und gefragt wurde, ob ich denn auch am nächsten Tag komme. Aufgrund der Nachfrage bin ich dann tatsächlich am nächsten Morgen um 07.00 Uhr zum Treffen gegangen und war positiv überrascht! Wie das alles strukturiert und organisiert ist, war für mich ausschlaggebend für meine Mitgliedschaft. Ich war zu dem Zeitpunkt bereits in einigen anderen Netzwerken, da saß man dann oft bis zu zwei Stunden mit den Leuten zusammen, was auch sehr schön und gemütlich war, aber nicht effektiv. Das war und ist anders beim BNI. Das Besondere am BNI ist für mich, dass es sehr strukturiert und auch zahlenbasiert ist. Ich persönlich verlasse mich darauf und arbeite viel mit Zahlen und das kommt mir beim BNI sehr entgegen. Zum Anderen ist das Besondere – gerade in unserem Chapter – dieses WIR-Gefühl. So, wie wir miteinander umgehen, zusammen agieren und uns gegenseitig unterstützen, das ist das, was für mich eigentlich noch viel wichtiger ist. Und dadurch stimmen dann auch wieder die Zahlen. Die größte Erfolgsstory für mich ist eigentlich gar nicht so sehr auf meine Praxis bezogen, sondern vielmehr auf das ganze letzte Jahr mit seinen coronabedingten Einschränkungen. Wie wir uns da als Chapter gegenseitig unterstützt, empfohlen und geholfen haben – das finde ich einmalig, zumal es funktioniert! Die

Synergie-Effekte sind auch nicht zu unterschätzen.

Henk Jacobs

So haben wir zum Beispiel eine kleine Gruppe aus

Geschäftsführer »physiomed Paderborn« 10-11 BNI-Mitgliedern gegründet, die sich mit dem Beruf: Physiotherapeut

Thema Gesundheit, Bewegung, Ergonomie, Inter-

Im BNI seit: fünfeinhalb Jahren

net, Telefonie und Rechstberatung im Homeoffice

Vorteile des BNI für mich: Mehr als ein beschäftigen. Sich da auszutauschen und Ideen reines Netzwerk

zu entwickeln ist großartig und beschreibt einmal mehr dieses einmalige WIR-Gefühl!

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A n z e i g e – D a s B N I - U n t e r n e h m e r t e a m - P a d e r q u e l l e s t e l l t s i c h v o r

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» S e t z e n S i e s i c h « – K o l u m n e v o n S a r a h L a u

Blankgezogen

Würden Sie sich zu mir setzen? Ganz unbefangen und frei? Ich denke, das ist leider nicht möglich. Der Platz ist schon besetzt mit Vorurteilen und Verurteilungen, noch bevor das erste Wort gesprochen ist. Doch lassen Sie es uns wagen. Setzen Sie sich, ich bitte darum, setzen Sie sich und nehmen wir all unsere Bedenken mit ins Gespräch, vielleicht lassen sich ein paar davon nehmen. Ich bin genau die Sorte Mensch, die immer am Handy ist, immer Input benötigt und stets erreichbar ist. Beim Frühstück gucke ich eine Folge meiner momentanen Lieblingsserie auf Netflix, parallel dazu spiele ich Canasta auf dem Handy. Dann habe ich Unikurse über Zoom, lese Texte auf dem Tablet und google nebenbei Wortbedeutungen und Synonyme. Mittagessen bei einer weiteren Folge, aufräumen mit Musik im Ohr, Spaziergang mit einem Podcast und abends im Bett brauche ich YouTube Videos zum Einschlafen. Und seit April 2020 bin ich sehr aktiv auf instagram: ich poste jeden Tag eine Story und jeden Mittwoch einen neuen Beitrag, ein Foto von mir. Mit Make-Up, das meinem Opa nicht gefällt. Mit Sport-BH und nackter Haut und letztens eines oben ohne. Klingt erstmal krass, aber so krass war es nicht. Meine angewinkelten Beine haben meinen gesamten Oberkörper bedeckt, die dunkelblaue Jeans steht deutlich mehr im Vordergrund als meine nackte Haut. Und doch kam der erste Kommentar »Mu-

tig« und nicht viel später

eine

Nachricht, in der ich gefragt wurde, ob ich keine Angst vor Konsequenzen hätte, dass mir meine Fotos irgendwann einmal zum Verhängnis werden. Doch was genau soll mir da zum Verhängnis werden? Dass mich jemand anschaut? Das passiert sowieso. Dass mich jemand auf mein

Äußeres reduziert? Das passiert

sowieso. Dass man

mich anfasst, wenn ich es nicht möchte? Das passiert sowieso. Dass man mir Dinge nachruft, pfeift und mich auf dem Nachhauseweg verfolgt? Das passiert sowieso. Und wenn man mich schon anguckt, dann will ich wenigstens bestimmen, was man sieht. Ich möchte mich zeigen, wie ich bin. Ich möchte mich wohl fühlen in meinem Körper, ich bin stolz darauf, wie ich aussehe und ich sehe gern schöne Fotos von mir und irgendwie stehe ich zwischen Bildungsauftrag und Selbstbewusstseins-Schüben. Denn ich will mir selbst zeigen, ich bin gut, so wie ich bin. Und ich will anderen zeigen, ihr seid gut, so wie ihr seid. Und ich will zeigen, dass es schöne Körper gibt, die keine Modelmaße haben. Ich will, dass man mich sieht und denkt »So siehst du aus, ich sehe anders aus, beides ist gut.« Und ich zeige mich so oft in jeglicher Kleidung und öffentlich im Bikini und mit kurzer Hose und bauchfreien Oberteilen und dieses Foto nun zeigt schon, dass ich obenrum nichts trage, doch es zeigt von dieser Nacktheit eben wirklich rein gar nichts. Und ich lache dabei. Ich lache und ich fühle mich wohl. Dieses Bild ist nicht sexy, nicht verrucht, es ist nicht auffordernd und unterwürfig. Dieses Bild bin einfach ich und ich habe Spaß. Ich möchte bestimmen über mich und meinen Körper und ich denke, das ist nicht zu viel verlangt, oder? Ich kann euch leider nicht sagen, dass ihr weggucken sollt, dass ihr aufhören sollt, denn mein »Nein« wird so oft überhört, offensichtliche Zeichen der Ablehnung nicht registriert und jede Zurückweisung als Herausforderung angesehen, mich doch noch zu überreden. Und meistens klappt das auch, weil Widerstand so anstrengend ist. Doch ich werde immer stärker und einen Teil meiner Stärke ziehe ich aus Bildern wie diesen und ich hoffe, ich kann dadurch auch Stärke verteilen. Denn es ist allgemein nicht in Ordnung, zu sexualisieren. Menschen sind Menschen und keine Objekte, Sexualobjekte erst recht nicht. Egal, welche Kleidung man trägt, irgendjemand stellt sich vor, wie man sie auszieht, wie man darunter aussieht. Doch das sollte niemanden daran hindern, zu tragen, was man mag und worin man sich wohlfühlt. Ich bin kein Sexualobjekt. Auch nicht, wenn ich Haut zeige. Nacktheit ist nicht gleich Sex. Nacktheit ist nicht billig und Nacktheit muss nicht erotisch sein. Nacktheit ist fröhlich und lustig. Nacktheit ist echt und normal. Nacktheit ist nackt sein, nicht mehr und nicht weniger

– und manchmal ist weniger mehr.

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» L e b e n d i g e S t a d t g e s c h i c h t e ( n ) – v o n f r ü h e r b i s h e u t e « v o n M a r k u s R u n t e

TriePad

Das Paderborner Zweirad mit dem Drei-Hasen-Emblem

Wie wäre es mit einer kleinen Fahrradtour durch das Paderborner Land? Schon jetzt kann man an der blauen Pader zahlreiche Radfahrer beobachten. Auffällig sind dann manche Fahrräder, die eines kleines Drei-Hasen-Emblem auf dem vorderen Schutzblech haben. Kenner wissen dann sofort: hier handelt es sich um ein original Paderborner TriePad aus den 1930er Jahren. Wer aber hat´s erfunden. Anfang 1920 hatten drei Brüder der Familie Trienens die Idee, Fahrräder in Paderborn zu verkaufen. Eine erste Verkaufsstelle mit einer Reparaturwerkstatt eröffnete Johann Trienens zusammen mit seinen Brüdern Franz und Anton im heutigen »Schildern«, in der sie Fahrräder

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Erdgeschoss befand sich der Verkaufsladen, die ersteder Marke »Brennabor« verkauften und reparierten. Im LINGUA MASTERS

Etage war für die Montage der Räder angemietet und im Hinterhof war eine Reparaturwerkstatt untergebracht. Die Geschäfte liefen gut, die Paderborner fuhren auch damals schon gerne mit dem Rad. Bereits Anfang der 1930er Jahre konnten die Trienens-Brüder in der Heiersstrasse eine weitere Geschäftsstelle für Fahrräder eröffnen. Eine Begegnung zwischen Johann Trienens und dem Inhaber der Fahrradwerke »Meister« in Bielefeld, Erhard Doppelt, gab den Anstoß, eigene Fahrräder zu bauen. Doppelt erklärte sich bereit, für Trienens die Fahrradrahmen zu liefern. Der Name »TriePad« wurde ins Leben gerufen und es begann die Geschichte eines der erfolgreichsten Unternehmen in Ostwestfalen. Die Werbung lief über Kleinanzeigen in ländlichen Zeitschriften, wie »Der Dom«, den Paderborner Tageszeitungen und durch Werbebroschüren, in denen die Räder angepriesen wurden. Schon bald wurden die Markenräder mit dem originellen und unverkennbaren »Drei-Hasen-Emblem« aufgrund der hohen Qualität deutschlandweit verkauft. Bis zum Kriegsbeginn 1939 war der Name »TriePad« in ganz Deutschland zum Begriff geworden: Hohe Qualität – niedriger Preis! Nach dem Krieg entstand 1949 in der Rathenaustraße ein neuer großer Firmenkomplex mit Montage- und Lagerhallen sowie Büroräumen. Eine neue Verkaufsstelle für TriePad-Räder kam in der Westernstraße hinzu. Hier standen den Paderborner und interessierten Kunden mehr als 50 Fahrräder in verschiedenen Farben zur

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D i e t r i c h H o n e r v o g t – M i t B e g e i s t e r u n g f ü r P a d e r b o r n

Auswahl. Trienens war in dieser Zeit das modernste und größte Fahrrad-Fachgeschäft in Ostwestfalen. 1972 musste die Firma ihre Pforten schließen, die Konkurrenz anderer Zwei-Radanbieter war zu groß geworden, auch wurden Roller und Mopeds, gerade bei der Jugend, immer beliebter. Sollte Ihnen jetzt bei einer Ihrer nächsten Fahrradtouren durch das Paderborner Land ein Zweirad mit einem originellen Drei-Hasen-Emblem auffallen, so werden Sie wissen: dieses Rad ist ein original TriePad-Fahrrad aus Paderborn.

Text der monatlichen Kolumne von Markus Runte »Kleine Stadtgeschichte(n)« im Westfälischen Volksblatt .

Mit Begeisterung für Paderborn.

Ein Gespräch mit Dietrich Honervogt

Dietrich Honervogt ist seit 37 Ratsmitglied und seit 2007 stellvertretender Bürgermeister der Stadt Paderborn – ein echter Paderborn-Kenner also. Wir haben mit ihm über seine Lieblingsorte, den Wandel der Innenstadt und den Stellenwert der Kultur gesprochen.

Haben Sie einen Lieblingsplatz in Paderborn? Einen einzigen Platz habe ich nicht. Aber der gesamte Bereich rund um den Dom ist einfach schön. Das ganze Gebiet an der Dielenpader, hinter der Stadtbibliothek, der Inselspitzweg – das sind wirklich meine Lieblingsorte.

Haben Sie persönliche Highlights, deren Besuch Sie Paderborn-Gästen empfehlen würden? Von besonderer Schönheit und besonderer Bedeutung für mich ist der Quellkeller in der Kaiserpfalz. Dort »unten« fühlt man sich wie in eine andere Welt versetzt. Auch verborgene Orte lassen sich ganz wunderbar entdecken. Ein persönliches Highlight war für mich zum Beispiel der Besuch des Kapitel-Saales im Dom, den

man normalerweise nicht zu Gesicht bekommt und der im Rahmen einer Führung zum 100-jährigen Bestehen des Verkehrsvereins geöffnet wurde. Insgesamt finde ich, dass Paderborn eine Stadt ist, die man sich ein bisschen erarbeiten muss. Das EINE Highlight, das EINE Wahrzeichen – wie zum Beispiel den Schiefen Turm von Pisa oder den Eiffelturm – haben wir hier nicht. Dom, Kaiserpfalz und Rathaus aber auch die Uni gehören auf jeden Fall zu den Orten, die man gesehen haben sollte. Und auch alles, was sich in den letzen Jahren entwickelt hat, gehört zu einem Paderborn-Besuch dazu. Mir gefällt vor allem die Neugestaltung der Innenstadt mit dem Wochenmarkt, dem Neuen Platz samt Theater, die neuen Königsplätze oder die neu entstehende Zentralstation. Das heißt, wir werten derzeit die gesamte Innenstadt deutlich auf und die ist allemal einen Besuch wert. Was war für Sie die größte Veränderung, die Paderborn innerhalb der letzten Jahre erlebt hat? Da gibt es ja nicht die eine Ausrichtung, sondern vielmehr eine Entwicklung in vielen Bereichen, die in

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Paderborn seit Jahren stattfindet. Paderborn ist auf jeden Fall weltoffener und bunter geworden. Mit den Nixdorfern fing es damals an, und natürlich auch aufgrund unserer Universität kamen viele Menschen aus anderen Städten und dann auch aus dem europäischen Ausland und aus der ganzen Welt zu uns. Auch dass mitten durch die Innenstadt die Pader fließt, ist vielen Menschen in den letzten Jahren erst so richtig bewusst geworden. Diese besondere Natur vom Paderquellgebiet bis nach Schloß Neuhaus hautnah erleben und genießen zu können, hat mittlerweile einen ganz anderen Stellenwert in der Bevölkerung. Ein großes Thema, welches nicht unbedingt in der breiten Öffentlichkeit stattfindet, ist das Thema Konversion, also der Abzug der Britischen Armee aus Paderborn. Als damals die Nachricht kam, dass die Briten abziehen, war das ein großer Schock, weil auch viel Kaufkraft und Arbeitsplätze daran hingen. Wir haben dann aber schnell gemerkt, was das für eine aufstrebende, kleine Großstadt wie Paderborn für Chancen beinhaltet. In der ehemaligen Allanbrooke-Kaserne entsteht Wohnraum und – wenn alles klappt – auch ein Kreativquartier, was vor allem für unsere Studierenden und viele andere junge Menschen vielfältige Möglichkeiten bietet, sich kreativ zu entfalten. Kreativ-Wirtschaft und Künstler*Innen haben dann eine Adresse, wo auch abends mal was los ist und auch ein bisschen Großstadtleben stattfinden kann. Die Dempsey-Kaserne in Schloß Neuhaus wird umgebaut und ein großes Projekt wird auch die Barker-Kaserne sein. Dort wollen wir Europas innovativstes Konversionsquartier installieren. Insbesondere durch die Nähe zur Uni bieten sich hier vielfältige Möglichkeiten und sicher wird die Zukunft von Paderborn auch dort mitgestaltet. Ich hoffe, dass wir insgesamt mutige Schritte unternehmen werden – insbesondere unter Einbeziehung der Frage, wie wir in 20, 30 der 40 Jahren leben werden oder auch wollen.

Apropos mutige Schritte: bei den vielen, auch coronabedingt, drohenden Leerständen in der Innenstadt – was tut die Stadt, damit Paderborn sowohl für Besucher*innen als auch für Paderborner*innen attraktiv bleibt? Ich bin da sehr optimistisch! Schon lange vor Corona haben wir die Weichen gestellt, um die Innenstadt aufzuwerten. Das fing ja schon damit an, das Theater am Neuen Platz direkt in das Zentrum zu holen und den Dom- und Marktplatz sowie die Königsplätze neu zu gestalten. Auch der Umbau des mittleren Paderquellgebietes und demnächst auch der Paderauen sind alles Stärkungen der Innenstadt. Der Einzelhandel durchlebt derzeit eine große Krise,

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da haben Sie recht. Der Prozess der Digitalisierung von Dienstleistungen und der Online-Einkauf hat sich natürlich beschleunigt und dem müssen wir uns stellen. Und ich denke, dass sich die Innenstadt da auch einem Umbau unterziehen wird. Es findet derzeit ein Wandel vom Einzelhandel hin zur Gastronomie statt. Und Gastronomie hat den großen Vorteil, dass sie zur Belebung der Stadt führt und auch nach Geschäftsschluss die Menschen in der Stadt hält. Da muss ein guter Mix her. Die Kirchen, die ja reichlich in der Innenstadt vorhanden sind, haben sich in den letzten Jahren weltlichen Veranstaltungen geöffnet und bieten Platz für kulturelle Veranstaltungen wie beispielsweise Ausstellungen, Poetry Slams und Konzerte – das hat nicht jede Stadt zu bieten. Auch gibt es viele kleine, inhaber*innengeführte Geschäfte und Lokale, die öffnen. Dabei spielt dann weniger die Masse, sondern das handgemachte, hochwertige Produkt – zum Beispiel ein Mittagsmenü aus regionalen Zutaten oder handgefertigte Kleidung – eine Rolle. Und gerade das wird insbesondere von den jungen Menschen honoriert, weil es eben kein Mainstream ist, sondern was Ehrliches, Individuelles und Kreatives. Und wenn die Mieten für Ladenlokale in der Innenstadt etwas sinken würden, dann hätten wir auch die Chance, unsere Stadt wieder etwas bunter zu machen. Die Nachfrage nach entsprechenden Flächen ist auf jeden Fall da. Auch die Ketten haben natürlich ihre Daseinsberechtigung. Aber wenn es einfach wieder etwas mehr in Richtung Kreativität und inhaber*innengeführte Ge-

schäfte ginge, wäre das schon gut, denn gerade diesen Mix kann man nicht bei Amazon und Co. shoppen.

Nun haben wir lange über die Innenstadt gesprochen. Als Kulturmagazin ist uns natürlich auch ein anderes Thema sehr wichtig: die Kultur! Was halten Sie aktuell von den vielen Bemühungen, die lokale Kultur zu unterstützen und wiederzubeleben? Der Kultur-Soli ist ja beispielsweise eine private Initiative die hier in Paderborn schon sehr viel Geld gesammelt hat, um Kulturschaffenden finanziell, aber auch mit Auftritten zu helfen. Das finde ich großartig! Gerade im letzten Jahr war ich bei vielen Gesprächen mit Vertretern der Szene dabei. Und was zum Beispiel die PaderHalle angeht, so werden wir die Konditionen für die Durchführung einer Veranstaltung insofern anpassen, als dass wir die Saalmiete in Relation zu den verkauften Tickets setzen wollen. Das macht es dann für viele Veranstalter*innen und Kulturschaffende leichter, auch kleinere Veranstaltungen in Paderborn durchzuführen. Im Kulturausschuss haben wir im letzten Jahr auch die Gelder, die wir coronabedingt nicht ausgegeben haben, für zukünftige Kulturangebote gebündelt und nicht anderweitig verplant.

Was für einen Stellenwert hat Kultur für Sie? Einen sehr hohen! Gerade Corona hat uns doch gezeigt, dass die Kultur ganz ganz wichtig ist! Ich finde, dass Kultur, neben vielen anderen Bereichen des gesellschaft-

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D i e t r i c h H o n e r v o g t – M i t B e g e i s t e r u n g f ü r P a d e r b o r n

lichen Lebens wie zum Beispiel Sport oder Bildung, gleichberechtigt betrachtet werden muss. Kultur kann uns im Positiven beeinflussen, Menschen verändern und ja, auch eine Stadt beeinflussen und ein gutes Klima schaffen. Deswegen sollte es auch nicht so sein, dass für die Kultur nur das Geld ausgegeben wird, das übrigbleibt, wenn in alles andere Notwendige investiert wurde. Kultur muss von vornherein berücksichtigt und eben gleichwertig behandelt werden. Diese Einsicht hat sich hier in den letzten Jahren mehr und mehr in den Köpfen etabliert. Ich bewundere die vielen Kulturinitiativen wie 05251fallsreich, die XO-Talks, die Kuppel und aktuell den Kultur-Soli sehr. Ich habe festgestellt, dass sich die Kulturszene mehr und mehr meldet und sich mit ihren Belangen immer mehr durchsetzt. Und ich finde, das braucht Paderborn auch.

Corona hat uns alle, auch die Stadt, in vielfältiger Weise beeinträchtigt. Welche Chancen haben sich aber auch daraus (für Paderborn) ergeben? Ich glaube, dass insbesondere der Einzelhandel nach Abklingen der Pandemie profitieren wird. Denn wieder ohne Termin und Maske einkaufen gehen zu können, werden wir alle mit einem ganz anderen Gefühl und Bewusstsein machen. Die Gastronomie wird ebenfalls gewinnen, wenn wir uns alle wieder treffen können.

Gegenseitige Hilfe, Solidarität, ein neues Miteinander – auch in diesen Bereichen hat sich eine Menge getan. Was jetzt sicher anders betrachtet wird, ist das Thema Homeoffice – zum Beispiel auch bei unseren Ratssitzungen. Dadurch lassen sich Wege und somit Umweltbelastungen einsparen.

Was möchten Sie Ihren Mitbürger*innen auf den Weg geben?

Wir in Paderborn können ruhig selbstbewusster sein. Wir müssen uns nicht hinter anderen Städten verstecken. Wir können durchaus sagen: »Wir kommen aus Paderborn und da ist es schön!«

Vielen Dank für das Gespräch!

Das Interview führte unsere Redakteurin Sylvia Daume

KURZ & KNAPP

Geboren in: Paderborn

Lieblingsort: das ganze Paderquellgebiet hinterm Dom Ausbildung: gelernter Bäckermeister Superkurze Selbstbeschreibung: Ich bin schnell zu begeistern und begeistere gern – vor allem für unsere Stadt!

Vorsicht bei der Haftung für Nachlassverbindlichkeiten

Falls Sie Erbe geworden sind, haben Sie nicht nur Rechte, sondern auch Pflichten. Der Erbe haftet zunächst für alle Nachlassverbindlichkeiten auch persönlich mit seinem Vermögen. Es empfiehlt sich daher, sich zunächst mit den Pflichten zu beschäftigen, d.h. mit der Haftung für

FRISCHS RECHTSTIPP Nachlassverbindlichkeiten.

Gehört zum Nachlass beispielsweise ein Handelsgeschäft, kann sich die

Haftung des Erben nach dem Handelsgesetzbuch richten und ist unterschiedlich ausgestaltet, je nachdem, ob das Geschäft fortgeführt wird oder nicht. Fällt beispielsweise ein Handwerksbetrieb, den Sie schließen, in den Nachlass, sind die Kosten der Betriebsschließung sog.

Nachlasserbenschulden.

Schwierigkeiten können sich auch bei unübersichtlichem Nachlass ergeben, d.h. unbekannte Gläubiger melden sich bei Ihnen. Dann kann die Einleitung des gerichtlichen Aufgebotsverfahrens der richtige Weg sein, um Klarheit über vorhandene Gläubiger zu gewinnen. Der Erbe läuft bei ordnungsgemäßer Durchführung nicht Gefahr, Schulden des Erblassers aus seinem eigenen Vermögen bezahlen zu müssen.

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1 9 7 1 – S o u l u n d F u n k u n d V e r w a n d t e s

1971 – Soul und Funk und Verwandtes

Na klar, auch und gerade im Soul

für die Temptations geschrieben),

(Funk, R&B ...) gab es vor fünfzig

mit »What‘d I Say« von Ray

Jahren sehr wichtige Alben. Etliche

Charles und dem Mini-Hit »Hey,

habe ich lange nicht zur Kenntnis

Big Brother« hatten sie mich

genommen und erst später zu

gepackt. Veröffentlicht auf dem

schätzen gewusst – meine Musik

Motown-Label und in einem

musste damals laut und ekstatisch

aufwändigen Cover verpackt war

sein. Ein paar Stücke von James

dies der Einstieg. Für mich eine der

Brown und Eric Burdon & War

ersten Bands, die Rock und Soul

fand ich toll, sie hatten so etwas

schlüssig verbinden konnte. Zusam-

druckvoll Brodelndes. 1971 kam

men mit Funkadelic (deren tolles

eine Platte auf den Markt, die

Album »Maggot Brain« ebenfalls

mir eine Tür öffnete. Natürlich

1971 veröffentlicht wurde) sind

ein Doppel-Live-Album: »Rare

sie Vorläufer von Mother‘s Finest

Earth In Concert«. Ja, mehr Rock als Funk, aber mit

(Ende der 70er) und vom Funk-Metal seit den frühen

der ellenlangen Version von »Get Ready« (ursprünglich

90ern (Living Colour, Red Hot Chili Peppers, sogar Rage

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1 9 7 1 – S o u l u n d F u n k u n d V e r w a n d t e s

Against The Machine ...). Ike & Tina Turner – »Live In Paris« ist das Album, das mir zeigte, dass es in einem Konzert um mehr geht als Musik. In meinen Augen war eine »Show« oberflächlich, musste es sogar sein, wie z.B. die Unterhaltungs-Sendungen am Samstagabend im Fernsehen: Kulenkampff, Frankenfeld, Vico Torriani. Doch diese »Show« hier nennt sich sogar »Revue« und ist ganz anders, packend, mitreißend, schwitzig. Nach gut zehn Minuten des Auf- wärmens wird der Auftritt des Stars zelebriert: »The hardest working young lady in showbusiness today«. Und ab da fegt ein Orkan über die Bühne des Olympia in Paris. Das Publikum besteht teilweise aus in Europa stationierten G.I.s, fast ein Heimspiel. Die glänzend aufgelegten Ikettes, die gut eingespielten Kings of Rhythm, der einfallsreiche Gitarrist und musikalische Direktor Ike Turner und vor allem Tina feiern hier eine Sternstunde. Und so beweisen nicht nur die Highlights wie der Slow-Blues »I Smell Trouble« und die mit erotischen Anspielungen aufgeladenen »Proud Mary« und »I‘ve Been Loving You Too Long« ein traumwandlerisches, oft auch von Humor geprägtes musikalisches Verständnis zwischen Ike und Tina, zumindest auf der Bühne 1971 eine geradezu magische Beziehung. Eine weitere Aufnahme dieser Tour aus der Carnegie Hall in New York (»What You Hear Is What You Get«) bringt ein weitgehend gleiches Programm, klingt für mich aber soundtechnisch ein wenig unausgewogener. Schon lange pflegte Isaac Hayes einen eleganten, oft opulent orchestrierten Sound. Mit der Musik zum Film »Shaft« gelang ihm der weltweite Durchbruch, in den USA schafften es Single und Doppelalbum auf Platz eins der Charts. Hayes verkörperte ein neues schwarzes Selbstbewusstsein (schon immer war seine Labelheimat Stax politischer als andere), strahlte Coolness und kraftvolle Gelassenheit aus, daher wurde er für viele zum »Black Moses«. Dies ist auch der Titel seiner zweiten Doppel-LP von 1971, auf der seine geschmeidige Bass-Bariton-Stimme auch in Sprechpassagen wunderbar zur Geltung kommt. Sowohl mit seinen eigenen Stücken als auch mit der Auswahl

von Fremdkompositionen beweist der Saxophonist, Keyboarder und Sänger ein außerordentliches Gespür, in langen Instrumentalparts lässt er die Musik atmen, gibt den Tönen Raum. Isaac Hayes kultiviert seinen Soul absolut spannend und mit vielen Feinheiten – ganz große Kunst. Kleiner Einschub: Die »Verlangsamung« des musikalischen Geschehens ist ein Kunstgriff, den z.B. schon Eric Satie anwendete und im Rockgenre Vanilla Fudge

besonders in Coverversionen (»Eleanor Rigby«, »You Keep Me Hanging On«, »Some Velvet Morning«) erfolgreich präsentierte. Durch das langsame Tempo wird jeder Ton aufgeladen und auch die Pause zwischen den Tönen bekommt großes Gewicht. Auf seinem 1969er Meisterwerk »Hot Buttered Soul« weitet Isaac Hayes die Stücke noch mehr und erhält so viel Raum für kontrastreiche Instrumentation (Streicher – harte E-Gitarre in »Walk On By«) und dramatische Spannungsbögen. Auch Gruppen wie Portishead, Low, Bohren & der Club of Gore bis hin zu Ambient- und Industrial-Projekten, sogar Drone-Metal-Bands zeigen, wie ausdrucksvoll so ein Zeitlupen-Sound sein kann. Unzweifelhaft ein Klassiker des Soul ist »What‘s Going On« von Marvin Gaye. Nach dem riesigen Erfolg der Single, die Gaye zunächst nur produzieren sollte und zu deren Veröffentlichung er den Motown-Chef erpressen musste, erhielt er den Auftrag, ein ganzes Album in diesem Stil aufzunehmen. Im Gegensatz zum bisherigen Profil des Labels verarbeitet Gaye hier ernste Aspekte: Seine Depression und Trauer (nach einem Todesfall in seinem musikalischen Umfeld), aber auch Themen wie Korruption, Umweltverschmutzung und Vietnam-Krieg. Unter Einbeziehung von Klassik- und Jazzeinflüssen

und mit ineinander übergehenden Titeln, die so einen großen musikalischen wie thematischen Bogen schlagen, gelingt Marvin Gaye ein in sich geschlossenes Werk, eines der ersten Konzeptalben – Platz 1 in der aktuellen Top-500-Liste des amerikanischen Rolling Stone. Eine kleine Auswahl weiterer sehr hörenswerter Platten: Sly & The Family Stone – »There‘s A Riot Going On«, das schon fünfte Album der Formation um Sly Stone (= Sylvester Stewart), des neben James Brown einflussreichsten Funk-, Soul- und Blues-Musikers dieser Zeit. Dazu »Pieces Of A Man« von Gil Scot-Heron, dessen harter Sprechgesang in »The Revolution Will Not Be Televised« Inspiration für vieles in Rap und HipHop war, sowohl »Roots« als auch »Curtis/Live« von Curtis Mayfield, und, wie oben schon erwähnt: »Maggot Brain« von Funkadelic. Zum Schluss möchte ich mich noch bei allen bedanken, die so großzügig und gnädig meinen Fehler in der letzten Folge überlesen haben: geschrieben hatte ich »Speed King«, gemeint war »Fireball«. Willi Zimmermann

Pete Alderton

Mystery Lady

ozella music

Seit 15 Jahren erscheinen Pete Aldertons Alben auf dem Borchener Label Songways/Ozella. Der »britische Wahl-Paderborner mit amerikanischen Wurzeln«, so das Presse-Info, lässt sich viel Zeit für seine Alben, so ist Mystery Lady erst das fünfte. Die lange Reifezeit tut den elf neuen Songs (sieben eigenen und vier Bearbeitungen) sehr gut. Egal ob Blues, Singer/Songwriter- oder Countrylastiges, Alderton spielt eine exzellente Gitarre, vor allem aber verfügt er über eine ausdrucksstarke Stimme, sein Gesangsstil ist voller Gefühl. So gelingt es ihm, auch den Fremdkompositionen neue Aspekte zu entlocken, sie sich quasi anzueignen. Das Klangbild der weitestgehend akustisch instrumentierten Titel ist auch bei dieser Veröffentlichung außerordentlich transparent, räumlich und wunderbar ausbalanciert. Dies ist sicherlich auch ein Verdienst des langjährigen und kongenialen Mitstreiters Carsten Menzel. Der Multiinstrumentalist, Tonmeister und Produzent hält sich dezent im Hintergrund, sorgt aber nicht nur am Mischpult, sondern auch mit ein wenig Schlagzeug, Bass und etwas mehr Gitarren und Backgroundgesang für genau die Atmosphäre, die Aldertons Songs so rich-

tig zur Geltung bringen. Mystery

Lady ist eine sehr schöne CD, am besten aber legt man sich die limitierte audiophile V i n y l - A u s g a b e (auch die älteren Alben sind so noch erhältlich) auf den Plattenteller.

Willi Zimmermann

1 9 7 1 – S o u l u n d F u n k u n d V e r w a n d t e s

KARI IKONEN IMPRESSIONS, IMPROISATIONS AND COMPOSITIONSKARI IKONEN KARI IKONENKARI IKONEN OZ097CDIMPRESSIONS, IMPROISATIONS| OZ1097LP (180g vinyl, gatefold cover) The year started with the very demanding solo albumAND COMPOSITIONSIMPRESSIONS, IMPROISATIONSAND COMPOSITIONSIMPRESSIONS, IMPROISATIONSUnser Gespür für Klang ...

by Kari Ikonen, which was highly praised by the press:Our Sense of Jazz … OZ097CDOZ097CD| OZ1097LP (180g vinyl, gatefold cover)

Impressions, Improvisations and Compo -

The year started with the very demanding solo albumThe year started with the very demanding solo album Pete Alderton interpretiert mit Schwungsitions. His invention of the Maqiano will by Kari Ikonen, which was highly praised by the press:by Kari Ikonen, which was highly praised by the press:

make the Piano-World sit up and take und Gefühl Klassiker und eigene SongsImpressions, Improvisations and Compo -Impressions, Improvisations and Compo -

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(Frank Lechten berg, HiFi-Stars)

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HEFT-Impressum: »das Heft«-Zeitschriftenverlag H. Morsch

Krämerstraße 8-10 · 33098 Paderborn

Tel. 05251/62624 · Fax 05251/62628 · www.heft.de (opens in a new tab) · mail@heft.de

An dieser Ausgabe wirkten mit: Sylvia Daume, Katja Künneke, Harald Morsch (V.i.S.d.P.)

Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 16 vom 1.1.2016

Verbreitungsgebiet: Paderborn – Geschäfte der Innenstadt, Theater, Kinos, Büchereien, Treffpunkte, Kneipen, Universität, Arztpraxen etc. Verteilung: kostenlos

Abonnement: 20,- EUR pro Jahr (11 Ausgaben).

Urheberrechte: Alle Rechte vorbehalten, auch einzelner Teile, Reproduktion und/oder Veröffentlichung des Inhalts, ganz oder teilweise, nur mit Genehmigung des Verlages. Die durch den Verlag gestalteten Anzeigen sind urheberrechtlich geschützt

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